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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Einsamkeit - ein Tabuthema

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12. August 2023
 
"Die Befriedigung der Bedürfnisse, würde den Anderen zum Objekt machen, aber nicht die Einsamkeit meiner Existenz aufheben."
Emmanuel Lévinas
 
Die "Einsamkeit meiner Existenz", die existenzielle Einsamkeit eines jeden Menschen, ist selbstredend nur erwachsenen, reflektierten Menschen (voll) bewusst, die sich nicht an Krücken klammern: "Gott", Glaube, Religion, Ideologie, Drogen, Konsumismus, Internet, Medien, Arbeit.
 
Einsamkeit, ist nicht dasselbe wie Alleinsein, ist nicht "nur" soziale Isolation, sondern auch und vor allem existenzielle Einsamkeit: des Menschen - aufgrund seines Menschseins. Conditio humana.
 
Kein Glaube, keine Religion, keine Ideologie, kein Buch, keine Arbeit, kein oberflächliches Vergnügen/Spaß, keine Ablenkung (Internet, Medien ...), keinerlei Form von Selbstbetrug, Welt- und Selbstflucht "rettet" aus dieser existenziellen Einsamkeit.
 
Ablenkungen aller Art - Internet, Medien, siehe Digitalisierung, Bespaßung, oberflächliche Vergnügungen, Essen, Drogen, Konsumismus, unpersönlicher "Sex" (Ficken, Konsumieren von Menschen als Objekte) - verhindern bekanntlich? Reflexion, Reifung.
 
Einerseits Spaltung ("Teile und herrsche"), andererseits bzw. zugleich: ruhighalten, unter Kontrolle halten, dressieren, abrichten, unterwerfen, verknechten, ausbeuten - Brot und Spiele.
 
Was einzig tatsächlich - zumindest tragender, grundsätzlicher, wohltuender als das bisher Genannte - diese existenzielle Einsamkeit überwinden, bewältigen hilft, echtes Verbundensein ermöglicht, ist: Liebe. Aktives! Lieben. Nicht nur kindlich-unreifes, passives, anstrengungslose Geliebtwerdenwollen.
 
Liebe, aktives Lieben bezieht sich gerade nicht nur oder vorrangig auf sogen. "romantische, monogame Paarbeziehung", sondern ist grundsätzliches Liebenkönnen, Liebesfähigkeit: Mitgefühl, Güte, Metta, Karuna, Fürsorge, Verantwortung, Erkenntnis, Freiheit, Wertschätzung.
 
Mit Verweis auf Erich Fromm - "Die Kunst des Liebens" - und Emmanuel Lévinas.
 
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28.12.2025
 
Bundesfamilienministerium, Regierung/en - "Strategie gegen Einsamkeit"
 
Was gegen Einsamkeit, soziale Isolation hilft, ihr effektiv vorbeugt und sie behebt, ist Folgendes:
 
1. Intensiv und/oder langandeuernd belastende, beschädigende Lebensumstände regierungspolitisch bedürfnisorientiert, wohltuend (!) beheben und ihnen vorbeugen
 
Zur dieser regierungspolitisch - von Regierungen, Regierenden - zu leistenden Prävention und Behebung dauerhaft, oft lebenslang intensiv belastender Lebensumstände gehört selbstredend das effektive, wohltuende Beheben von Armut.
Armut macht Menschen, Betroffene sehr oft einsam. 
 
Menschen brauchen lebenslang mehrere vertraute Bezugspersonen, nicht bezahltes Betreuungspersonal, keine Auslagerung in diversen Einrichtungen, in Fremdbetreuung. Alternative ist bspw. cohousing.
 
2. Was effektiv Einsamkeit vorbeugt (Prävention) und sie wohltuend behebt, sind Möglichkeiten für alle (!) Menschen, spontan, kostenfrei, selbstgestaltet, abseits von Verein, Partei, Religion ... zusammenkommen, zusammensein zu können: offene Begegnungsstätten.
 
Der Staat, Regierungen, Länder, Kommunen müssten solche offenen Begegnungsstätten finanziell unterstützen, fördern, damit es solche offenen Begegnungsräume in jedem Dorf, jeder Stadt, jedem Stadtteil (!) barrierefrei und kostenlos zugänglich gibt: für junge, alte, gesunde, behinderte ... Menschen.
 
Woher das Geld für solche sozialen Projekte, für Soziales kommen soll?
Ich hätte da ein paar Ideen:
 
Keine Milliarden für Militär, Aufrüstung, vermeintliche "Verteidigung, Sicherheit, Schutz", faktisch Kriegstreiberei, Kriegsvorbereitungen, Bellizismus und dafür/zugleich den Ärmsten, den vielfach Versehrten  die Existenzgrundlage entziehen. Vernichtung.
 
100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-05/bundeswehr-sondervermoegen-militaer-investitionen
 
Und nochmal 50 Milliarden für die Bundeswehr, für Militär.
Staat. Macht. Gewalt. 
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-12/verteidigung-ruestung-ausgaben-auftraege-haushaltsausschuss-bundestag
 
Verstehe ich das richtig: Der Haushalt des Bundes, das Budget für 2026 sieht 41 Milliarden Ausgaben für das Bürgergeld vor, bei zugleich 82,7 Milliarden für das Bundesverteidigungsministerium - Bundeswehr, Militär ... ?
https://www.deutschlandfunk.de/rente-buergergeld-verkehr-verteidigung-welche-ressorts-mehr-geld-bekommen-welche-sparen-muessen-100.html
 
100 Milliarden Euro (geschätzt) entgehen dem Staat jährlich - wegen Steuerflucht, also Steuergeschenken für Reiche. Deshalb "können wir uns den Sozialstaat nicht mehr leisten", gell, Friedrich Merz, CDU, CSU ... ?
Regierungen - Verantwortung
 
surplus, 07.09.2025 - "100 Milliarden Euro verliert Deutschland jährlich durch Steuerkriminalität. Warum der Staat dagegen zu wenig tut, erklärt Cum-Ex-Ermittlerin Anne Brorhilker im Interview."
https://www.surplusmagazin.de/finanzlobby-cumex-cumcum-steuerbetrug-kriminalitaet/
 
Sozialstaat - von wegen "zu teuer": "Sozialstaat gemessen am BIP nicht teurer als 2015", tagesschau, 04.09.2025.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/ausgaben-sozialstaat-bip-100.html
 
Um das nochmal klarzustellen:
Es wird - von jeher im Kapitalismus - bei den Ärmsten gespart: inklusive Entzug der Existenzgrundlage: Vollsanktionen, Totalsanktion im "Bürgergeld", um Milliarden! für Rüstung, Krieg auszugeben und die Reichen weiterhin zu hofieren. 
Regierungen, CDU, FDP, AfD, SPD, Grüne
 
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/das-steht-in-der-ampel-strategie-gegen-einsamkeit-in-deutschland-a-907abe5e-c891-437c-bc23-605adf645454
 
https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/234584/9c0557454d1156026525fe67061e292e/2023-strategie-gegen-einsamkeit-data.pdf
 
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update 28. April 2023
 
Offene Begegnungsstätten, Begegnungsräume 
 
Wo in Deutschland: in welchen und wievielen Städten, Dörfern, Gemeinden, Kommunen, Stadtteilen gibt es offene, kostenfrei zugängliche Orte, Räume, Möglichkeiten für Begegnung, Austausch von Menschen: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, alten, kranken, behinderten Menschen, Migranten ... ?
 
Wo gibt es diese Orte, öffentlichen Räume, "Begegnungsstätten", in denen Menschen sich unverbindlich, kostenfrei aufhalten, austauschen, unterhalten, auch Verschiedenes gemeinsam tun, erleben, erfahren, unternehmen, gestalten können: real, nicht-virtuell, leiblich?
 
Nachfolgender Text wurde ursprünglich am 06. Juli 2022 von mir verfasst:
 
Warum gibt es keinen Gemeinsinn, kein Gemeinwohl, keine tatsächliche Kooperation, gelebte Solidarität zwischen Menschen im Alltag:
 
Weil alle in ihren Wohnungen, Häusern, Kleinfamilien, Jobs hocken, hängen oder sozial isoliert vegetieren. Weil sie kaum öffentlich leicht zugängliche, verfügbare, gemeinschaftlich, selbstverwaltet geschaffene, gestaltete, betriebene Orte, Räume, Möglichkeiten, kaum Zeit, Muße haben, sich auch spontan zu begegnen, auszutauschen, etwas miteinander zu tun: Konstruktives, Wohltuendes.
 
Und damit meine ich gerade n i c h t Vereinsmeierei und Parteienfilz, sondern allen Menschen offene, zugängliche Räume, Orte, Gelegenheiten, zusammenzukommen, u m mit Offentheit, Empathie und Respekt die Lebensumstände, -hintergründe, Ansichten ... der jeweils anderen Persönlichkeit kennenzulernen ... .
 
WO gibt es wieviele solcher selbstverwalteten, selbstgestalteten offenen, leicht zugänglichen Begegnungsräume, -möglichkeiten für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren? In welchen und wievielen (Klein-) Städten und auf dem Land?
Wer hat die erforderliche Zeit, Muße, Energie und Geld dafür?
 
Nur dann, wenn Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Ansichten, Überzeugungen ... einander regelmäßig! direkt begegnen können und wollen, nur dann kann es echte, gelebte Solidarität und Kooperation geben.
Es bedarf dafür des direkten, je persönlichen Kontakts, der leiblichen, mit allen Sinnen erlebten Begegnung zwischen Menschen, Personen, Persönlichkeiten - nur rein virtuell, gar nur via social media, ohne Blickkontakt, Mimik, Gestik, Stimme, leiblichen Anwesenheit: geht es nicht.
 
Aber statt solche direkten, authentischen, leiblichen Begegnungen, Kontakte, Austausch zu ermöglichen, zu fördern, findet das Gegenteil statt: Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche. HomeOffice, HomeSchooling, social media, Konsum, digitalisierte Verwaltung, digitale Identität.
Leider nach wie vor verbreitet sind Angst, Gehorsam, Konformismus, Opportunismus, Konkurrenz, Vorurteile - statt Courage, Rückgrat, Integrität, Authentizität, Wahrhaftigkeit, Offenheit, Zugewandtheit, Empathie, Mitgefühl, Respekt, Toleranz, Kooperation.
 
Je intensiver und langandauernder ein Mensch, Individuum, gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich, bürokratisch, finanziell, emotional, existenziell - nicht selten auch vielfach - belastet, benachteiligt, übergangen, missachtet, drangsaliert, schikaniert, herabgesetzt, ausgebeutet, ausgegrenzt, also: beschädigt wird, umso weniger ist er willens, bereit, fähig zu Empathie, Mitgefühl, Kooperation, Solidarität.
 
Er hat schlicht keinerlei Kraft, physische und/oder psychische Ressourcen mehr dafür - sie sind, wie er selbst, erschöpft, entleert. Er müsste längst zunächst selbst wieder "aufgetankt" werden. Statt belastet, beschädigt. Von anderen - bekannten oder fremden - Menschen, von Verwaltung, Behörden, Bürokratie, Justiz, Gesundheitssystem, Krankenkassen, Versicherungen, Banken, Schulen, Erwerbstätigkeit, Vorgesetzten, Arbeitskollegen, Mitbürgern, Regierung ... .
 
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10. Januar 2026
 
Man muss sich natürlich dessen bewusst sein, dass solche "offenen Begegnungsstätten", offene Begegnungsräume nicht nur Einsamkeit beheben helfen können, sondern auch Orte, Möglichkeiten des auch politischen Austauschs, aktiven Solidarisierens, des Sich-Vernetzens und Organisierens sein können. ;)
 
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03. Januar 2026
 
Zu oben verlinktem Spiegel-Artikel "Hälfte der sozial benachteiligten Kinder ist einsam"
 
Die Ursache für diese Symptome, Beschwerden, Erkrankungen bei/von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen - Depression, Ängste, Schmerzen, Schlafstörungen, Einsamkeit, soziale Isolation und Deprivation ... - ist nicht ein, Zitat "niedriger Sozialstatus", es sind nicht "sozial Schwache", sondern Ursache ist ihre Armut, der Mangel an Geld, infolgedessen:
 
fehlende, nicht zugängliche gesellschaftliche, soziokulturelle Teilhabe, zahlreiche Entbehrungen, fehlender Zugang zu Abwechslung, wohltuenden, stärkenden neuen Eindrücken, Erlebnissen, Ausflügen, Urlauben, kostenpflichtigen Besuchen kultureller Einrichtungen und Veranstaltungen, oft sogar fehlender Zugang zu ausreichend gesunder Nahrung über den gesamten Monat. 

Die Ursache für o.gen. Symptome bei nicht nur jungen, sondern auch älteren Menschen, Erwachsenen ist nicht deren etwaig fehlende Disziplin, Willensstärke, Intelligenz oder Bildung, "Bildungsmangel", sondern deren jahrelanges, oft lebenslanges (!) Ausgegrenztsein und Herabgesetztwerden infolge von Armut und der gezielten Hetze von Politikern, Regierenden und anderen Vermögenden, die diese Menschen als "Faule, Schmarotzer, Arbeitsverweigerer, Totalverweigerer, Simulanten" u.a.m. diffamieren, die andere gegen diese mittellosen, oft erwerbs-, aber nicht zwangsläufig arbeitslosen - siehe bspw. von merheitlich Frauen unbezahlt geleistete Sorge-Arbeit - Menschen gezielt aufhetzen.
Aus bekannten Gründen: Lohnarbeit, Niedriglohn, Ausbeutung, Profitmaximierung, Vermögens- und Machterhalt der Wohlhabenden, Vermögenden, nicht nur, aber auch also der Regierenden. Kapitalismus. Konservatismus. Patriarchat, Androkratie: d a s ist antisozial, wider das Gemeinwohl. 
 
Solche erlittene Misshandlung, psychische Gewalt hinterlässt Spuren, Schäden bei mittellosen, in materieller Armut aufwachsenden, davon lebenslang geprägten Kindern, Jugendlichen, Adoleszenten:
Es beschädigt ihr Selbstbild, ihr Selbstwertgefühl, somit ihr Selbstvertrauen, ihre Selbstwirksamkeit erheblich.
Sie fühlen sich minderwertig, schämen sich für ihre Armut und Erwerbslosigkeit und beziehen die Hetze auf sich persönlich, glauben tatsächlich, sie wären "Schmarotzer", internalisieren das ihnen Zugeschriebene, Unterstellte.
Sie glauben, nur wenn sie irgendeine Lohnarbeit ableisteten, würden sie es "verdienen", dass es ihnen "gut geht", sie glauben, darauf gründe sich ihre Existenzberechtigung und gesellschaftliche Zugehörigkeit und Teilhabe. 
Politiker, Regierende haben also längst "ganze Arbeit geleistet": Sie beschädigen nicht nur, aber gerade die jungen, deshalb bekanntlich noch leicht(er) beeinflussbaren, manipulierbaren, indoktrinierbaren Menschen - da es diesen noch an der für Erkenntnis und Widerständigkeit erforderlichen Lebenserfahrung und Persönlichkeitsreife mangelt. 

Folge dieser Hetze, dieser systematisch getätigten Herabsetzung, Diffamierung sowie der materiellen Armut ist das bereits Genannte: Minderwertigkeitsgefühle, beschädigtes Selbstwertgefühl, entzogene Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung, Selbstvertrauen, entzogene Zuversicht, Freude, Perspektive auf Verbesserung der Lebenssituation, infolgedessen Ängste, Traurigkeit, reaktive (!) Aggression, Depression, Rückzug, soziale Isolation und Deprivation, Einsamkeit und oft auch körperliche Beschwerden. 
 
Eltern können das nur bis zu einem gewissen Grade und nicht dauerhaft, nicht täglich über etliche Jahre, nicht die gesamte Kindheit und Jugend ihres Kindes hindurch "ausgleichen, abmildern, auffangen", denn die Eltern sind üblicherweise selbst wie oben genannt beschädigt, ausgegrenzt, chronisch erschöpft, chronisch krank - sehr häufig sind diese "Eltern" alleinerziehende, mittellose Frauen, Mütter
 
Es fehlt diesen Kindern, Jugendlichen, Adoleszenten und ihren Müttern neben Geld auch an weiteren vertrauten, wohltuenden, unterstützenden, entlastenden, bedürfnisorientiert fürsorglichen Bezugspersonen: Familie, Freunde. 
Alleinerziehende Frauen, Mütter können ihren Kindern solche Bezugspersonen - bspw. fürsorgliche, verantwortungsvolle Kindesväter und/oder Großeltern oder weitere Verwandte - nicht backen, nicht herbeizaubern. 
Und Freunde findet man nur, wenn man irgendwo regelmäßig anwesend ist, wenn man mit anderen, idealerweise "ähnlichen", gleichgesinnten Menschen r e g e l m ä ß i g auf wohltuende Weise zusammenkommen kann.
 
Diese Orte, Einrichtungen, Veranstaltungen - siehe bspw. Vereine, Kurse, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, kulturelle Veranstaltungen etc. - sind fast immer kostenpflichtig - siehe Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder, Kursgebühren - und für Erwerbslose gibt es seit geraumer Zeit kaum oder keine Vergünstigungen mehr. 

Viele Jahre vor Einführung des "Deutschlandtickets" war auch der ÖPNV für mittellose Menschen unbezahlbar.
Wer aber schon armuts- und/oder krankheitsbedingt nicht einmal regelmäßig mobil sein kann, hat auch keinen Zugang zu kulturellen und anderen Einrichtungen, Veranstaltungen, Ausflügen, zu Sozialkontakten, gemeinsamen außerhäusigen Unternehmungen, kann Freunde erst gar nicht besuchen, zu ihnen fahren, sie irgendwo treffen, kann keine Freunde finden, Menschen kennenlernen, "unter Menschen kommen" ... . 

So ziehen die betroffenen, durch Politiker, Regierende und andere Vermögende beschämten, entwerteten, gezielt ausgegrenzten mittellosen Menschen sich immer mehr zurück - und vereinsamen. 
 
Armut ist ein Gefängnis. 
Armut ist Gewalt.
Armut ist tödlich - vernichtend: nicht selten auch durch Suizid. 

Die "Welt", das "Leben" in materieller Armut ist winzig klein, eng, farblos, trist, kalt, bleiern - aller Lebensmut, alle Lebensfreude, jegliche Zuversicht und Perspektive auf Veränderung, Verbesserung, Selbstwirksamkeit, jeglicher Selbstwert und Resilienz wird diesen Menschen gezielt, systematisch entzogen. 
Staat. Macht. Gewalt. 
 
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update 15. Juni 2023
 
Sicher ist es dem ein und anderen bereits selbst bewusst geworden, dass Menschen durch "das Internet" bzw. digitale Endgeräte, insbes. das überall und allzeit gegenwärtige, genutzte, betriebsbereite Smartphone intensiv ablenken lassen, ihre Aufmerksamkeit und Zeit wird absorbiert.
 
Es haben sicher auch andere längst selbständig erkannt, dass inbesondere das Smartphone - eben weil es überallhin mitgeführt werden kann, inzwischen auch soll, zukünftig: muss - durch ständige oberflächliche Ablenkung bewusstes Wahrnehmen, Muße, Reflexion verhindert und dass Menschen ihre Einsamkeit, soziales Isoliertsein, fehlende Zugehörigkeit, Teilhabe, reale, nicht-virtuelle zwischenmenschliche Beziehungen etc. auch weniger bewusst wahrnehmen, empfinden, erkennen.
 
Durch die permanente passive Berieselung, das passive Konsumieren, das ständige Abgelenktsein, die Aufmerksamkeitsabsorption, den "Belohnungseffekt", die Illusion (!) des Involviertseins, Zugehörigseins, durch die Instantkommunikation via social media ist Menschen ihr tatsächliches Abgetrenntsein, Einsamsein weniger bewusst, oberflächlich weniger schmerzhaft. Faktisch sind und bleiben sie hierdurch trotzdem einsam, sozial isoliert.
 
Was früher ausgeprägter, aber auch heute noch Arbeit, Lohnarbeit war/ist, dann kapitalistischer Konsumismus jeglicher Art (so auch heute nach wie vor), ist jetzt vor allem "das Internet" bzw. das Smartphone - Instagram, twitter, facebook, whatsapp, youtube ... . Brot und Spiele.
 
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, 2FA, die beim Onlinebanking bereits jetzt unumgänglich ist - wiederum via Smartphone - und zukünftig in weiteren Bereichen erst "Angebot", dann Pflicht sein wird. Digitalisierung.
Die 2FA wird inzwischen auch bei ebay, PayPal und ich weiß nicht, wo noch überall eingesetzt, angewandt, d.h.: sie ist unumgänglich. Um die Dienste nutzen zu können, muss sie durchgeführt werden. Nichts geht mehr ohne Smartphone. Smartphonepflicht, Smartphonezwang.
 
Alles nur zu eurer Sicherheit. Ihr freien Bürger. Mit Selbstbestimmung, Datenschutzrechten, Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Mit Bequemlichkeit, Naivität und in Kürze totaler staatlicher Kontrolle, Überwachung. Zu eurem Schutz. ;)
 
Es wird bei all dem übrigens immer mit - vorgeblich gewährter, geschaffener - Sicherheit scheinargumentiert, nicht nur hinsichtlich Bank, Konto, Geld, sondern bekanntlich auch Terror, Krieg, Corona -> zunehmende staatliche Kontrolle, Überwachung, Repression.
 
Was, wenn dein Handy, Smartphone verlorengeht, irreparabel kaputtgeht, defekt ist/wird oder gestohlen wird? : Du musst dir in jedem Fall so schnell als möglich ein neues Smartphone mit jeweils aktueller, erforderlicher software besorgen: kaufen. Wer verdient daran? ;)
 
Hinzu kommt, dass inzwischen zahlreiche Menschen ihr halbes/ganzes Leben in ihrem Smartphone mit sich tragen: private, intime Fotos, Kommunikation (Nachrichten), getätigte Käufe, besuchte Orte, Veranstaltungen, ständiger Verlauf ihres Aufenthaltes, ihrer Tätigkeiten ... .
 
Frage: Checkt ihr es (immer noch?) nicht? Ist es euch egal? Findet ihr es gut?
Macht ihr es halt mit, weil es - vermeintlich - keine Alternative gibt und weil es "doch alle so machen", es "normal" ist?
 
Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich appbasierte Brettspiele, Hybridspiele, analoge (!) Brettspiele, die apps, digitale Endgeräte nutzen oder sogar zum Spielen erforderlich machen/voraussetzen, strikt boykottiere.
Und nein, ich spiele auch keine online-Spiele. Schon schlimm/ätzend genug, dass ich twitter nutze - gibt es eine vergleichbare Plattform: kostenfrei, sicher, deutschsprachig sowie vollständig in user-Hand?
 
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11. Oktober 2025
 
#melddichmalwieder - Was soll das? Nach seit Jahren getätigter Spaltung.

Gegen Einsamkeit hilft:
Armut beheben, statt zementieren
Sorge-Gehalt für Sorge-Arbeit, statt Fremdbetreuung, Auslagerung
Mobilität für alle, auch mittellose, alte, kranke Menschen
Offene Begegnungsstätten ...
 
Soziale Isolation hat "emotionale" Einsamkeit früher oder später zur zwangsläufigen Folge!
 
Durch massive, aggressiv vollzogene Spaltung überwindet, behebt man keine Einsamkeit, im Gegenteil.
 
Durch Digitalisierung nahezu sämtlicher Lebensbereiche, inkl. Schule, Behörden, Verwaltung, Gesundheitssystem, durch "Dauer-on", durch Smartphonezwang, zementiert man Einsamkeit. 
Es gibt kaum offene Begegnungsstätten.
 
By the way, damit: "Neue Grundsicherung" der Regierung, Bundesregierung, behebt man Einsamkeit nicht, man zementiert sie, man w i l l sie offensichtlich verschärfen: Armut, Ausgrenzung, Einsamkeit. #rechts ist man eben antisozial ... .
 
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23. Dezember 2022
 
Der passive Mensch
 
Erich Fromm:
"Der passive Mensch ist der ewige Säugling. Ob er nun konsumiert: Zigaretten, Bier, Wein, Alkohol, Frauen oder Männer, Bücher, Zeitungen, Television - alles, es kommt gar nicht darauf an (...).
Die Haltung des offenen Mundes, des Säuglings, der auf die Flasche wartet und dann wird er langsam befriedigt. Er hat nichts zu tun. Keine seiner seelischen Kräfte wird davon berührt, er wird in keiner Weise aktiviert. Aber er wird zum Schluss schläfrig. (...)"
 
Aus "Erich Fromm - Menschliches Wachstum"
 
12. Oktober 2025
 
Nachfolgend einkopiert mein Kommentar zum youtube-Video von Sven, Brettballet - "Brett zum Sonntag: Mental Health Day & Brettspiele" ... und Einsamkeit ... 
 
Du hast im Video sehr viele Themen, Bereiche, Aspekte angesprochen.
Zum Telefonieren:
Ja, das stelle ich (52, 2 Kinder, das ältere ist 32, das jüngere 19 Jahre alt) auch fest: dass gerade junge Menschen das nicht mehr "können", nicht wollen, es vermeiden - hat sicher auch mit der Corona-Abschottungszeit zu tun, aber m.E. vor allem! damit, dass die heutigen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Adoleszenten) mit dem Telefonieren gar nicht aufwachsen, sie kennen es nicht (mehr) bzw. haben es nie kennengelernt, da sie eben nur noch online schriftlich "kommunizieren", über Nachrichten, sms bzw. messenger, whatsapp ..., social media, ggf. noch e-mails (eher die Älteren, nicht die Jungen).
Also mit "Zeit zum Überlegen", was man wie ausdrückt, dass man das Geschriebene vorm Absenden noch korrigieren, umformulieren oder auch ganz löschen kann - jegliche Spontaneität bleibt dabei total auf der Strecke, weil sie als schwierig, als unsicher empfunden wird, weil Leute Angst haben, sich zu blamieren, falsch verstanden zu werden, für das Geäußerte Verantwortung übernehmen zu müssen, dafür einzustehen, was man wem wo wie gesagt hat usw.. Weil man bei direkter, mündlicher Kommunikation eben auch "sofort" reagieren muss, nicht erst nach 15, 30 Minuten oder mehreren Stunden oder gar erst nach Tagen antworten kann. Man hat also nicht so viel "Bedenkzeit" beim Telefonieren.
 
Es wird oft auch der direkte zwischenmenschliche Kontakt vermieden, es gibt Probleme mit spontaner, direkter Kommunikation, aufgrund von Unsicherheit, mangelndem Selbstwertgefühl, Selbstunsicherheit, Ängsten ... . Man möchte "kein Risiko eingehen".
Aber so ist das gesamte Leben nicht - das Leben ist grundsätzlich unsicher, ungewiss, risikoreich, vieles ist zufällig, nicht planbar, schon gar nicht vorhersehbar, vieles ist nicht beeinflussbar - siehe Widerfahrnisse ... . Eigenes, umfassendes Thema, ja. 
 
Siehe auch Soziale Phobie ... . 
Denke auch, dass Menschen, je länger sie sozial isoliert sind, umso eher tatsächlich "verlernen", mit Menschen direkten zwischenmenschlichen Kontakt zu haben, zu kommunizieren - man wird immer "schrulliger" (nicht nur alte Menschen), auch immer ängstlicher oder misstrauischer, verschlossener, ist immer weniger aufgeschlossen, offen für ggf. positive neue Erfahrungen mit fremden oder bekannten Menschen.
 
Unsere Art zu wohnen, zu leben - Ehe, Kleinfamilie oder Single-Dasein und Fremdbetreuung/Auslagerung von alten, kranken, sterbenden Menschen, von Kleinkindern, Pflegebedürftigen und Fremden in je spezifische "Einrichtungen" - macht es nicht besser. Helfen könnte hier cohousing, alternative Wohnprojekte, generationenübergreifendes, selbstbestimmtes, selbstgestaltetes miteinander Wohnen, Leben, in "Wahlverwandtschaften". Aber auch das wird staatlich kaum bis gar nicht gefördert und ist zumeist nur vermögenden Menschen zugänglich. Auch ein eigenes Thema. 
 
So gesehen verbinden social media, online-Kommunikation, Internet Menschen keineswegs, denn es ist eben auch viel bequemer, weniger anstrengend, zu Hause zu sitzen und was zu schreiben, zu tippen, als sich persönlich zu treffen. Die digitale Kommunikation verleitet zu dieser Bequemlichkeit, "fördert", verstärkt sie, siehe auch Digitalisierung generell - es scheint alles (vermeintlich ;) ) so viel schneller, einfacher, bequemer zu gehen, weniger zeitaufwendig. Auch das ist ein eigenes Thema. 
 
Zu Zeiten meiner Kindheit und Jugend gab es das nicht, wenn dir langweilig war, hast du dich eben direkt, physisch, leiblich mit Menschen, Freundinnen, getroffen und was zusammen gemacht oder du hattest Hobbies (Sport, Musik ...) oder du hast Bücher gelesen oder Hörspiele gehört oder du bist - tatsächlich - selbst mit irgendwas kreativ, schöpferisch tätig geworden - malen, basteln, Texte, Geschichten, Gedichte schreiben usw.. Oder du hast einfach tagträumend aus dem Fenster gesehen.
Bin auch zu allen Phasen meines Lebens sehr viel alleine spazierengegangen, später dann auch mit den Kindern, klar. 
 
Auch in meinem Leben gab und gibt es viele, lange Zeiten, Jahre der sozialen Isolation - so auch gegenwärtig. Bei mir hat es viel mit "Umbrüchen", Vorkommnissen in der "Familie" zu tun (ich war Pflegekind und in zwei Internaten, kenne meinen biologischen Vater nicht, meine biologische Mutter habe ich vor 30 Jahren das letzte Mal gesehen, meine Pflegeeltern sind seit Jahren verstorben - Herkunftsfamilie gibt es hier nicht), dann auch damit dass ich sehr früh alleinerziehende Mutter wurde (mit 19 - so alt ist meine Tochter jetzt) und vor allem mit materieller Armut und einhergehend nur sehr begrenzten "Möglichkeiten" ... .
Inzwischen kommen (seit mehreren Jahren) auch gesundheitliche, körperliche Belastungen, Einschränkungen hinzu. Das ist auch der Grund, warum ich auf keine Messe und keine Con gehen kann. 
 
Eine weitere Rolle spielt diesbzgl. - Probleme mit direkter mündlicher Kommunikation, insbes. wenn ohne Sichtkontakt, mit Telefonieren also, auch mit Smalltalk ... - außerdem ADHS und Autismus, Neurodivergenz, die offenbar weit mehr verbreitet - btw erblich, nicht im Lebensverlauf erworben - ist als wir bisher annahmen oder wussten.  
 
Mit Psychotherapie habe ich es drei- bzw. viermal - zu unterschiedlichen Zeiten meines Lebens - versucht (waren zwei Frauen und zwei Männer, "Therapeuten") und sie hat mir dreimal nicht ansatzweise geholfen. 
Ähnlich verhält es sich gerade bei meiner Tochter - Therapie hat ihr bisher (seit ca. zwei Jahren) leider nicht geholfen. 
Denn Voraussetzung ist nicht nur, überhaupt erstmal einen Therapieplatz zu bekommen, sondern auch an den je individuell (!) "passenden" Therapeuten zu gelangen, was sehr viel mit Glück, Zufall zu tun hat. Heilen geht, vollzieht sich, wie Lernen, vor allem über Beziehung. Auch ein eigenes Thema. ;)
Voraussetzung ist außerdem, dass eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt und eine richtige Diagnose gestellt wurde! Schon das ist oft ein Problem. Aber ohne die genaue Ursache zu kennen, bleibt es bei Symptombehandlung, die vielleicht bisschen hilft, vielleicht, vor allem langfristig dann oft auch nicht, weil das eigentliche "Problem", die eigentliche Ursache der Beschwerden, Belastungen ... nicht bekannt ist, deshalb nicht angemessen oder sogar falsch "behandelt" wird - mit wiederum negativen, belastenden, mitunter auch beschädigenden Folgen. Siehe bspw. SSRI-Antidepressiva. Auch ein eigenes Thema.
 
Ja: auch ich finde, dass Brettspiele, a n a l o g e s Brettspiel eine eigentlich sehr gute Möglichkeit ist, mit gerade auch fremden Menschen auf vergleichsweise einfache, unkomplizierte Weise zusammen-, in Kontakt zu kommen. :)
Aber ohne Geld geht es da eben auch meistens nicht: die Cons kosten Geld, Brettspielcafé kostet Geld, Verein kostet Geld.
Wenn du mittellos, chronisch krank und deshalb nicht mobil bist, kommst du auch zu privaten Spieletreffen erst gar nicht hin, schon gar nicht öfter, regelmäßig.
 
Schrieb deshalb schon mehrmals zu offenen Spieletreffs: dafür braucht man 1. die Räumlichkeit - die meistens Geld kostet, 2. ausreichend attraktive Brettspiele, 3. ausreichend interessierte Menschen, die dorthin kommen, die man erst mal finden muss und vor allem muss man als Organisator selbst dann immer vor Ort sein! Damit wenigstens eine Person, Ansprechperson immer da ist und Leute nicht vor verschlossener Tür oder im leeren Raum stehen. 
Habe deshalb auch schon länger überlegt, hier "walk & talk" - gemeinsame Spaziergänge mit fremden Menschen - anzubieten, aber auch da müsste mindestens ich, als Organisatorin, zumindest zu Anfang, bis es in Gang gekommen ist und ausreichend Zulauf hat, bei den festen Terminen immer persönlich anwesend sein. Genau das kann ich aber aus gesundheitlichen Gründen absolut nicht garantieren. 
 
Wünsche mir schon seit einiger Zeit generell offene "Begegnungsstätten", schrieb dazu auch schon mehrmals in Kommentaren unter anderen Kanälen und auch im blog, dort auch zu Einsamkeit ... . 
 
Finde es jedenfalls gut, dass du, Sven, solche Themen und Probleme immer wieder in deinen Videos ansprichst, da ehrlich bist, nichts vortäuschst oder versteckst, dass du Leuten damit und mit deinen Tips helfen willst.
 
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Übrigens: Solche für jeden Menschen lebenslang wichtige, unentbehrliche, heilende Bindung, Beziehung, leibliche Nähe, Wärme, Berührung, Halt, Gehaltensein, Verbundensein gibt, gewährt, schenkt kein (halluzinierter, phantasierter) "Gott", auch keine Droge und kein Buch.
 
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07. September 2024
 
Aufgrund meiner Beobachtungen und Erfahrungen denke ich, dass viele Menschen, gleich welchen Alters, auch deshalb diverse Ängste und "Sozialphobie" entwickeln, weil sie zu lange Zeit zu viel einsam, sozial isoliert sind - bspw. krankheits-, armuts- und/oder altersbedingt.
 
Und ich denke, das ist auch einer der Gründe, warum einige Menschen im Alter "schwierig" werden - sie sind zu wenig unter ihnen vertrauten, verbundenen Menschen: Bezugspersonen, nicht Betreuungspersonal, das sie oft nicht ernstnimmt, keine Zeit für Gespräche, Nähe hat.
 
Kann es daher nur wiederholen: Es ist falsch, schlecht, schädigend, wie so viele Menschen aufgrund politischer, gesellschaftlicher Missstände und biographischer Umstände "leben" müssen: sozial isoliert, einsam, ausgegrenzt, "fremdbetreut": ausgelagert, kaum oder nicht mobil ... .
 
Du kannst pflegebedürftige Eltern nicht einfach, zeitnah oder überhaupt je zu dir holen, sie nicht selbst umsorgen, pflegen, "betreuen", nicht zu ihnen ziehen: weil es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt, man zu weit voneinander entfernt wohnt: mehrere hundert Kilometer.
 
Deine volljährigen Kinder können nicht ausziehen, nicht in eigene Wohnung, eigenen Haushalt ziehen, selbständig werden, ihren eigenen Weg gehen ... : weil es keinen bezahlbaren Wohnraum/Mieten gibt, dies insbes. nicht für Menschen mit sehr geringem oder keinem Einkommen. Armut.
 
Es helfen auch keine Ärzte, Therpeuten, Beratungsstellen, Behörden, Einrichtungen, Heime, Pflegedienste etc. - alles nur in der Theorie, in der Praxis: keine Hilfe.
Unzureichende oder Fehlinformationen, Paternalismus, Mangel an Verständnis, Mitgefühl, viel zu lange Bearbeitungszeiten: in der Zwischenzeit versterben Menschen!
Weil sie schon zu lange chronisch krank, alternd sind, weil sie schon seit Jahren oder Jahrzehnten (!) n i c h t die erforderliche Unterstützung erhalten haben und weil es dann, nach so langer Zeit, zu spät ist.
 
Wenn du Glück (!) hast, gibt es mitfühlende, verantwortungsvolle Menschen mit funktionierendem moralischen Kompass und intaktem Mitgefühl in deiner direkten Nähe, idealerweise Familie, Freunde, ggf. Nachbarn, die dir tatkräftig helfen.
Wenn du Glück hast. Zufall.
 
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04. September 2024
 
Alter, Krankheit, Unfall, Pflegebedürftigkeit, Pflege und bestehende Hindernisse, politische Missstände ...

Habt ihr sowas wie eine wirksame, rechtlich sichere (notariell beglaubigte) Vorsorgevollmacht und/oder Patientenverfügung?
Habt ihr Angehörige, Familie, Freunde, Kinder, die eure Angelegenheiten regeln, euch vlt. auch pflegen (werden/wollen, können)?
 
Wieviele Menschen in Deutschland werden aufgrund von Alter, Krankheit, Demenz oder Behinderung zu Hause ambulant von auch oder nur der Familie gepflegt und wieviele vollstationär in Heimen, Einrichtungen?
 
Wusstet ihr, dass auch Eltern keine ärztlichen, medizinischen Informationen erhalten und keine solchen Entscheidungen treffen können, wenn ihre Kinder volljährig sind und es keine Vorsorgevollmacht gibt?
 
Wann kann man in Deutschland sein Leben endlich selbstbestimmt, menschenwürdig, ohne Leid, sicher selbst beenden, idealerweise mit ärztlicher Begleitung und Natrium-Pentobarbital i.v., nicht oral eingenommen? ! ? Freitod, Suizid, siehe BVerfG-Urteil vom 26. Februar 2020 - 2 BvR 2347/15!
 
 
Oder findet ihr den Gedanken, die Vorstellung angenehm, in fortgeschrittenem Alter als Pflegefall, ggf. dement oder schwer krank in einer Einrichtung, einem Pflegeheim "fremdbetreut" Tag für Tag dem Tod nur noch entgegenzuvegetieren?
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Wieviele ältere und alte Menschen, Eltern, v.a. Frauen, Mütter, Alleinerziehende, die ihre Kinder Jahre und Jahrzehnte fürsorglich, verantwortungsvoll, bedürfnisorientiert! umsorgt haben, sind im Alter von diesen Kindern ausrangiert, abgeschoben: Pflegeheim, "Fremdbetreuung"?
 
Alternde, alte Eltern, erwachsene Kinder - das Verhältnis, die Fürsorge, Verantwortung ist inzwischen offenbar längst eine Einbahnstraße geworden. Es geht nicht um "Pflicht", es geht um MITGEFÜHL und Wertschätzung.
Es geht nicht darum, ob erwachsene Kinder ihren (alten) Eltern etwas schulden oder etwas aus Pflicht (-vorstellung) oder aufgrund religiösen Indoktriniertseins, Glaubens tun.
Es geht um Wertschätzung, Mitgefühl, Solidarität, Loyalität. Vielleicht sogar Dankbarkeit.
 
Du hast jahrelang unentbehrliche Arbeit: "häusliche" Sorge-Arbeit geleistet, wirst dafür vor allem als Frau, alleinerziehende, ledige Mutter, lebenslang mit Armut bestraft, inkl. aller bekannten Folgen ... .
 
Meine Freunde blieben wiederholt auf der Strecke: eben weil ich so früh, mit 19, das erste Mal Mutter wurde, weil ich häufig umziehen musste, weil kinderlose Freunde umzogen (Studium) und andere Interessen hatten, weil soziokulturelle Teilhabe und Mobilität, Mobilseinkönnen (kein Auto, kein Führerschein, ÖPNV und Zug/Bahnfahrten zu teuer) in Armut nicht möglich ist.
Es gibt auch keine Art "Kontaktbörse" für mittellose Menschen, keine offenen Begegnungsstätten (nicht: kostenpflichtige Vereine!), die fußläufig, ohne Kosten, ohne ÖPNV für eingeschränkt mobile Menschen erreichbar sind.
Ich wohne in einem weit außerhalb des Zentrums gelegenen, elitären Stadtteil. Nur hier habe ich vor elf Jahren mit Glück eine jobcentertaugliche Wohnung gefunden. Hier gibt es keine "Sozialkaufhäuser", Begegnungsstätten etc..
 
Und selbst wenn du mit deinen ggf. noch verbliebenen "Angehörigen, Familienmitgliedern" - bspw. Eltern und/oder Kinder - zusammensein möchtest, geht es oft aufgrund räumlicher Distanz und Armut nicht. Sie wohnen zu weit weg, man kann auch nicht einfach umziehen, zusammenziehen.
Staat, Regierungen machen es unmöglich, dass Menschen zusammenkommen, einander gegenseitig unterstützen ... können, siehe Wohnungsnotstand, Pflegenotstand, Armut, Einsamkeit, soziale Isolation, nicht nur/erst im Alter.
 
Wenn deine alternden oder alten Eltern hunderte Kilometer entfernt wohnen und ihr - sie und du - mittellos, nicht-vermögend, ggf. auch chronisch krank seid, infolgedessen "kaum" mobil sein könnt, WIE willst, kannst du ihnen da helfen, sie unterstützen, sie pflegen - w i e ? ? ?
 
Sehr vieles an der Art und Weise, wie wir heute "leben", wohnen, arbeiten uns (vermeintlich) "entspannen", was und wie wir konsumieren, wie wir was medizinisch behandeln, "therapieren" ist falsch, ist schädigend, macht (zusätzlich) krank!:
Ehe, Kleinfamilie, Kapitalismus, Neoliberalismus, Primat der Wirtschaft, statt des Sozialen: "Arbeit" bzw. Erwerbstätigkeit, Zwang zur Lohnarbeit, Beziehungslosigkeit, Bindungslosigkeit, Singledasein, Drogen, Sucht, Konsumismus - Kompensationsverhalten, Selbstbetrug ... .
Kapitalismus ist nicht Gemeinwohl, sondern das Gegenteil dessen.
 
Fremdbetreuung ist systematische, gezielte, vorsätzlich getätigte Auslagerung - ausgerechnet von besonders bedürftigen, verletzlichen, oft wehrlosen Menschen: Kindern, Säuglingen, Kleinkindern, kranken, alten, behinderten, sterbenden Menschen. Damit "die Leistungsfähigen" "arbeiten gehen" können. Menschenverachtend.
 
Wie geht eine Gesellschaft mit ihren Alten, Sterbenden, Kranken, Versehrten, Kindern, Fremden um?
Wir lagern sie sämtlich in Einrichtungen zur Fremd"betreuung" aus - bequem, kalt, schäbig.
Um "frei", ohne Ballast der Lohnarbeit frönen zu können, uns unter diese Knute zu beugen.
Wohl wissend, aber zumeist, alltäglich verdrängend, dass wir alle einmal Kinder waren, krank, alt werden und dass nichts im Leben eines jeden Menschen so gewiss ist wie der Tod - nicht nur sein eigener.
Wie barbarisch kann Mensch sein: wenn sein Mitgefühl betäubt ist.
 
An dieser Stelle abermals der Verweis auf Erich Fromm - "Haben oder Sein", "Die Kunst des Liebens", der passive Mensch, Kompensationsverhalten, Konsumismus ... und Arno Gruen - Mitgefühl, Autonomie, Empfindsamkeit vs. Macht, Erfolg, Anpassung, Gehorsam, Selbstbetrug, Selbstverrat ... .
 
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05. September 2024
 
Fortsetzung - persönliche Situation, Lebensumstände, Belastungen, Hürden ...
 
Wenn du deiner gerade volljährigen Tochter helfen möchtest, aber es nicht kannst, wenn du deiner pflegebedürftigen, schon kurz vorm Sterben gewesenen Mutter helfen möchtest, aber es nicht kannst - weil dir das Geld fehlt, weil Behörden, Bürokratie, Gesundheitssystem dir praktische, tatkräftige, bedürfnisorientierte!, nicht-paternalistische, wohltuende! Unterstützung, Beistand unmöglich machen - auch bspw. Pflegeheim, Betreuer, Betreuungsgericht bei Mutter und Klinikambulanzen, Fachärzte (keine zeitnahen Termine), Krankenkasse (u.a. keine Reha-Bewilligung) sowie behandelnde Ärztin (über Wochen, zuletzt drei Monate! keinerlei Rückmeldung bei uns, bis ich bei der Kassenärztlichen Vereinigung schließlich "Hilfe" suchte ...) - wenn du ca. 800 km (?) entfernt wohnst (von Mutter), deshalb nicht einmal von sterbenden Menschen - bspw. vor Jahren auch meinen Pflegeeltern, beiden - Abschied nehmen und vor Ort nichts erledigen, nicht unterstützen, nichts bringen, besorgen ... kannst, wenn du selbst chronisch physisch krank, geschwächt bist und leider auch dein erwachsener (31-jähriger) Sohn, den du seit mindestens 11 Jahren bekniest, er möge doch b i t t e zumindest für deine Tochter, seine (Halb-) Schwester gelegentlich eine Bezugsperson sein, auch nicht "beisteht", für seine Schwester nicht "da ist", es nicht sein w i l l - wenn du aufgrund all dessen - Biographie, materielle Armut seit Jugend, alleinerziehend mit einem, dann zwei Kindern, jetzt "nur noch einem" seit insgesamt drei Jahrzehnten, eigene körperliche Erkrankungen, Dauerstress mit dem Jobcenter ("Bürgergeld", Hartz IV) - l ä n g s t dringend "Bezugspersonen" brauchst: Menschen, denen du vertrauen kannst, die dich nicht beschädigen, benutzen, die mitfühlend sind, die dir mit Tat, nicht bloß "Ratschlägen", beistehen, die Anteil nehmen, dir Halt geben, dich mal im Arm h a l t e n, dir mal etwas abnehmen ..., Menschen, auf die du dich verlassen kannst: gerade in der Not, bspw. auch dann, wenn/weil du vom Jobcenter vollsanktioniert bist (bereits warst) oder krankheitsbedingt bettlägerig bist (bereits warst) - wenn du all das: solche Menschen, Bezugspersonen, Familie, Freunde, Partner und hilfreiches GELD gerade aufgrund deiner Lebensumstände (Armut, fehlende Mobilität, Krankheit, Gebundensein mit Kindern über viele Jahre deiner eigenen Jugend) nicht hast - was machst du dann?
 
Aktuell bspw. bräuchte ich umgehend ein Seniorenhandy, Smartphone und einen "Senioren-Laptop" oder ggf. wenigstens ein geeignetes Tablet mit Tastatur für meine pflegebedürftige Mutter. Wie, woher, von welchem Geld beschaffen?
 
Ich bräuchte eine bestimmte Fachärztin/Facharzt und Untersuchung in einer UKE-Spezialambulanz für meine Tochter sowie Reha-Bewilligung für sie - keine Chance!

Ich müsste mich längst um bauliche Mängel, Defekte in meiner Mietwohnung kümmern: kostet Geld, das ich nicht habe und es wären dann mehrere unterschiedliche Handwerker zu beauftragen (von Vermieterin), somit etliche Termine für Instandsetzungsarbeiten zu vereinbaren - w i e, wenn ich oft körperlich nicht kann?!
 
Du versuchst, dich um das Wohl anderer bedürfnisorientiert, einfühlsam, effektiv zu kümmern, bemühst dich darum, aber dir fehlen die Kraft und die finanziellen Mittel sowie das Mitwirken anderer erforderlicher Menschen.
Wie soll man da nicht "resignieren", aufgeben?
 
Und falls sich jemand gewundert oder gefragt haben sollte: Ja, es geht um meine leibliche Mutter - die ich seit  fast 30 Jahren nicht mehr gesehen habe, zuletzt war es im Jahr 1995.
An anderer Stelle, siehe "Biographisches", habe ich den Hintergrund, die Umstände ... bereits detailliert offengelegt. Für Nachvollziehbarkeit, Transparenz:
 
 
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08. September 2024
 
Einsamkeit, soziale Isolation, Messie-Syndrom, "pathologisches Horten" (Sammeln ist etwas anderes), Kompensation

Falls ihr betroffene Angehörige oder Freunde habt oder selbst betroffen seid, hier die für mich bisher beste Information dazu:
 
"(...) Psychoanalytiker sprechen von einer narzisstischen Störung oder einer oralen Schädigung: Die Betroffenen versuchen unbewusst, die Löcher in der Seele mit Äußerlichkeiten – in diesem Fall mit Sammeln und Horten – zu stopfen. Frühkindliche traumatische Verlusterlebnisse, Bindungsstörungen und kritische Lebensereignisse können eine Einschränkung des emotionalen Erlebens hervorrufen. Es wird dann versucht, dies mit Besitz zu kompensieren: Die Unfähigkeit zu fühlen, bringt Messies dazu, sich für das „Haben“ statt für das „Sein“ (nach Erich Fromm) zu entscheiden. Viele Psychologen, so auch Gisela Steins (9), sehen im Messie-Dasein ein äußerlich sichtbares Spiegelbild des inneren Chaos. Ein erhöhtes Erregungsniveau (oft gespeist durch soziale Ängste, überhöhte Ansprüche an sich selbst und die Trauer darüber, dass man sie nicht erreicht) erschwert die Kontrolle über das Messie-Verhalten. Untersuchungen von Renate Pastenaci (2) zeigen, dass der Müll die Betroffenen von seelischen Problemen entlasten kann und dass bei einer „Entmüllung“ der Wohnung Panikreaktionen auftreten können.
Was sich oberflächlich als Messie-Verhalten zeigt, wird im Einzelfall mit unterschiedlichen Krankheitsbildern konnotiert. (...)

Zwangsstörung
Das Sammeln von Objekten, die nur einen subjektiven und keinen objektiv  erkennbaren Wert haben, kann Ausdruck einer Zwangsstörung sein.
Zwanghafte Messies haben Schwierigkeiten, sich von emotional besetzten Gegenständen zu lösen. Die Trennung von dem Gegenstand wird häufig als Verlust eines Teils der eigenen Identität erlebt und ist hochgradig angstbesetzt. Ein weiterer Grund kann ein extremes Vermeidungsverhalten  sein, bei dem der Patient – etwa aus Angst, etwas falsch zu machen –  alle anstehenden Entscheidungen vor sich herschiebt und sich nicht  entscheidet. (...)
 
Sucht
Häufiger wird das Messie-Phänomen mit Suchterkrankungen konnotiert. Während die zwanghaften Messies strukturiert, ordentlich und vordergründig kontrollierend mit dem Horten und Sammeln umgehen, haben  die Suchtkranken einen ausgeprägten Kontrollverlust. Ihr Sammeln ist unstrukturiert, chaotisch, ohne System und kann bis zur Vermüllung  gehen. Betroffene reagieren mit Messie-Verhalten auf erlebte Verluste oder nicht erfüllte Wünsche. (...)
 
Depression
Häufig sind einsame, depressive Menschen vom Messie-Syndrom betroffen. Es ist jedoch selten das Leitsymptom, sondern eine Nebenproblematik. Der Mangel an Zuwendung und auch die eigene Gefühlsarmut verlangen nach  einem Ausgleich. Die materiell greifbaren Objekte treten an die Stelle sozialer Nähe und steigern kurzfristig das Selbstwertgefühl. Deshalb kommt es zu weiteren Anhäufungen, aber auch zu immer größeren Frustrationen. Der Depressive landet in einem Teufelskreis: Durch die fortschreitende Isolation können die wahren sozialen Defizite nicht  aufgefangen werden, und die depressiven Phasen verschlimmern sich. (...)
 
Altersverwahrlosung
Die Verwahrlosung und „Vermüllung“ im Alter ist häufig Ausdruck altersbedingter Krankheiten oder sozialer Isolation. Demente Patienten versuchen, sich symbolisch (durch das Horten) ihre Welt zu erhalten: Was  sie „im Kopf“ immer wieder verlieren, wird materiell festgehalten oder  herangeschafft. Zudem „vergessen“ die Betroffenen im fortgeschrittenen  Stadium der Krankheit, sich selbst und ihre Wohnung zu pflegen.
Auch  soziale Ängste im Alter führen häufig zu aufgetürmten Müllbergen – als  „Schutz“ gegen die Außenwelt. Menschen, die im Alter kaum soziale  Kontakte haben, leben oft nur in der Erinnerung.
Ihre einzige  Lebenserfüllung ist das Aufbewahren alter Kleider, Fotos und  Verpackungen, da es sonst nichts mehr in ihrem Leben gibt, woran sie  sich halten können. (...)"
 
 
Und deshalb hilft messies, hilft einem messie auch NICHT, nur aufzuräumen und das Schlimmste für Betroffene ist, in der Wohnung eine Entrümpelungsfirma wüten zu lassen, aber genau das wird gerade bei alten und/oder pflegebedürftigen Menschen vollzogen, diese die Betroffenen massiv belastende, brachiale, brutale Vorgehensweise ist überdies mit hohen Kosten verbunden. Sie müssen diese Misshandlung also auch noch selbst bezahlen - oder kommen in ein Pflegeheim. So viel nochmal zur "Hilfe, Unterstützung" in Deutschland - "Sozialstaat".
 
Bloßes Aufräumen, Ausräumen, Entrümpeln, Reinigen der Wohnung hilft einem messie nicht! Diese Menschen brauchen psychotherapeutische Hilfe, vor allem: Bezugspersonen, Beziehungen, soziales Eingebundensein, statt Einsamkeit, soziale Isolation!
 
 
Ich habe vier Personen in meinem Umfeld, die davon betroffen, die "messies" sind, die pathologisch Horten ... und darunter mehr oder weniger bewusst leiden.
 
Welche bedürfnisorientierte, wohltuende, effektive Hilfe erhalten mittellose messies zeitnah! wo, wie, von wem?: In materieller, finanzieller Armut.
 
Besonders belastend und beschädigend, für Betroffene und Angehörige erschütternd ist es, wenn es sich um einen pflegebedürftigen Menschen handelt, der vor von gesetzlichem Betreuer vor die "Wahl" gestellt wird:
entweder teure Entrümpelung der Wohnung, Kosten ca. €3000,- oder vollstationäre Unterbringung - dauerhaft, endgültig, irreversibel - in einem Pflegeheim, "Seniorenheim".

Ja, es geht um meine Mutter.
W a s soll, was kann ich w i e tun - selbst mittellos und aus ca. 800 Kilometern räumlicher Entfernung?! ?
 
Selbstverständlich will meine Mutter n i c h t in ein Pflegeheim, dort auch nicht sterben.
Selbstverständlich möchte auch meine Mutter in ihrer vertrauten Umgebung, ihrer Wohnung und so lange als möglich selbstbestimmt bleiben - wie es wohl die meisten Menschen so möchten.
 
Übrigens: Meine Mutter hat keinen Festnetzanschluss mehr, kein funktionierendes Handy (Mobiltelefon, Smartphone), keinen PC, Laptop, kein Tablet, keinen Internetzugang - sie ist mental fit, nicht dement, aber mittellos, kann nicht einmal jemanden anrufen ! ! ! Armut.
 
Armut tötet. Menschen. Auf vielerlei Weise, Arten, Wegen ..., zumeist auf Raten: sukzessive - jedenfalls immer absolut verlässlich.
Mittellose Menschen werden schneller, früher krank, alt, einsam - sind früher tot.
Falls ihr es noch nicht wusstet.
 
Und nein, ich kann nicht einfach zu meiner Mutter nach Süddeutschland fahren. Ich habe nicht das Geld für die Zugfahrt, Fahrkarte, weder Führerschein noch Auto, könnte dort nirgendwo unterkommen, habe hier eine Tochter "in Behandlung", die jedoch auch keine Hilfe erhält ... .
 
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update 10. August 2020
 
Warum man, Mensch, "Gott" nicht lieben kann und warum "Gott" keine(n) Menschen liebt
 
Nach meinem Verständnis von Liebe beinhaltet diese Verbundensein - ganz elementar, siehe Erich Fromm.
 
Bedingungslose Liebe gibt es - wenn - nur von den Eltern für Kinder.
 
Selbstverständlich impliziert Liebe auch Bedürfnisse nach Nähe, Verbundenheit, Gemeinsamsein, Vertrautheit ... . Beziehung. Deshalb kann Mensch "Götter" nicht lieben.
 
Ein "Gott", ein sogen. metaphysisches Prinzip, menschliches Konstrukt also - weshalb Gott, Götter von jeher anthropomorph dargestellt, attributiert, charakterisiert sind - kann nicht (Menschen, "seine Schöpfung", was auch immer) lieben und nicht geliebt werden, da Liebe, das Lieben, nicht nur eine mentale, intellektuelle, rationale Haltung oder ein Gefühl, eine Empfindung intensiver Zuneigung, sondern vor allem eine Aktivität, aktives menschliches Tun, Agieren in bestimmter Weise ist:
 
Aktives Lieben bedeutet, sich einem oder mehreren anderen - geliebten - Lebewesen im Diesseits, im Hier und Jetzt, während des eigenen, persönlichen leiblichen Existierens, Lebens, in bestimmter, bewusster Weise zuzuwenden, zu verhalten. Hierzu sei abermals auf Erich Fromms Definition von Liebe, d.h. nicht nur Geliebtwerden (-wollen), sondern aktivem Lieben, verwiesen, siehe in "Die Kunst des Liebens" von ihm erläutert.
 
In Kurzfassung:
Aktives Lieben drückt sich aus in, durch bedürfnisorientierte, nicht-paternalistische Fürsorge, Achtung, Freiheit, Verantwortung, Erkenntnis - Verbundensein.
 
Erich Fromm:
"Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.
Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, dass man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen."
 
Einem phantasierten, halluzinierten, konstruierten, abstrakten, leiblosen "Gott", einer bloßen Idee, einem Konstrukt gegenüber kann ein Mensch nicht fürsorglich, verantwortlich, gebend agieren - verbunden sein. Es fehlt hierfür die für Beziehung, für Bindung, Liebe entscheidende, unabdingbare Grundvoraussetzung: das gerade leiblich existierende (oder einmal existiert habende), persönlich gekannte, erlebte Gegenüber - der Andere, das Du - mit dem man real, tatsächlich interagiert hat, mit dem man konfrontiert, von dem man herausgefordert, dem man gegenübergestellt war bzw. ist, gegenüber dem man sich während eigener Lebenszeit - als jeweils soziale, leibliche, bedürftige, verletzliche Wesen, Menschen - persönlich verhält.
Hierzu sei insbesondere auf Emmanuel Lévinas verwiesen.
 
Eben dies macht Beziehung aus. Keine Beziehung, keine Bindung ohne immer wieder auch mögliche, erfahrene leibliche Nähe, Sozialkontakt, Austausch, Erfahrung, Interaktion und: (nicht-sexuelle) Berührung.
 
Solche Beziehung, Bindung, Berührung ist für alle Menschen lebenslang unentbehrlich, eben weil Menschen soziale Wesen sind. Sie brauchen solche wohltuende Berührung, Halt, Gehaltensein, Nähe, Beziehung, Bindung, Verbundensein für ihr physisches und psychisches Wohlbefinden, für Entwicklung, Persönlichkeitsreifung, Selbstreflexion, (Selbst-) Erkenntnis, für Lernen, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Resilienz und ganz besonders auch für Genesung und Heilung.
 
Gerade wenn und weil Menschen solche stabile Bindung, wohltuende, tragende Beziehung und Berührung, Gehalten-, Getragensein nicht, insbesondere nicht in der prägenden Phase ihrer Kindheit, oder nur unzureichend erfahren haben - tatsächlich geliebt zu werden von den Hauptbezugspersonen (zumeist den Eltern) - sind sie selbst häufig nicht liebesfähig, nicht beziehungsfähig, suchen dann ersatzweise, kompensatorisch Trost, Halt, Zuflucht, Ausweg bei "Gott", in Glaube, Aberglaube, Esoterik oder auch Drogen, Sucht.
 
Um sich ihr Ungeliebtsein sowie ihre eigene Liebesunfähigkeit nicht eingestehen, sich damit - zwecks Bewältigung, Heilung - nicht auseinandersetzen zu müssen, da dies mit Schmerz, Leid verbunden, überdies zumeist ein langwieriger Erkenntnis- und Reifungsprozess wäre, und weil sie oft auch autoritär geprägt sind, überhöhen solche Menschen das "Geistige", Rationale, Intellektuelle, werten alles Leibliche, Physische, Sinnliche, Emotionale, gerade auch Genussvolle als schlecht, verdorben, schmutzig, primitiv, schwach, falsch, teuflisch ab - siehe Kirche, Religion, Patriarchat.
 
Einen "Gott" - der mir nur so, nur das (vermeintlich) "antwortet, zeigt, spiegelt, offenbart", das sich in nur meiner persönlichen, subjektiven Vorstellung über ihn befindet (oft auch: das mir über "Gott" erzählt, beigebracht, indoktriniert wurde) - kann ich mir nach meinen ureigenen Wünschen (auch Ängsten ...) denken, formen, vorstellen, gestalten und vermeintlich "erleben, erfahren". Alles abstrakt, alles nur in Subjekthaftigkeit, Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Eskapismus gebettet. Bequem, angenehm, selbstschonend - auch dann, wenn es Zweifel(n) gibt.
 
Denn mir fehlt hierbei die Herausforderung, das unmittelbare, konkrete Angesprochen-, Herausgefordert-, Gefragt-, Gemeintsein durch ein leibhaftiges, leibliches, lebendiges, sinnlich wahrnehmbares, erfahrbares, existierendes Gegenüber - ein Lebewesen, demgegenüber ich mich verhalte und das sich zu mir verhält, demgegenüber ich v e r a n t w o r t l i ch bin - in meinem Tun, Verhalten.
 
Mit einem abstrakten, erdachten, konstruierten "Gott" gibt es keinen echten, tatsächlichen Dialog - es kann stets nur der Monolog mit sich selbst sein und bleiben. Man bleibt völlig auf sich selbst zurückgeworfen, in sich selbst verhaftet - es gibt gerade kein Überschreiten, Transzendieren (weder des Ego noch des Selbst, ohnehin nicht der Leiblichkeit, Bedürftigkeit), schon gar kein Reifen.

Es ist selbstschonender Selbstbetrug - Selbstflucht, Weltflucht, das Verweigern von Beziehung und Verantwortung, von aktivem Sich-Zuwenden zum und Einlassen auf den anderen: andere Lebewesen - im Hier und Jetzt.
 
Bestimmte Menschen wollen Liebe als etwas irgendwie "Reines", Abstraktes sehen - abseits jeglicher Menschlichkeit, Leiblichkeit, Bedürftigkeit.
Das ist üblicherweise ihrem Bedürfnis, jedenfalls Wunsch nach Übersichtlichkeit, Ordnung, Kontrolle und Sicherheit geschuldet. Auch wenn ihnen selbst das zumeist nicht so bewusst sein mag.
 
Liebe ist deshalb schmerzhaft, weil geliebte Menschen einen am intensivsten verletzen können und weil der Verlust schmerzt, auch deren Leid (psychisches oder physisches).
Liebe ist kein paradiesischer Zustand permanenter Harmonie.
 
Natürlich vermisst man einen geliebten Menschen, gleich, ob das ein Partner, Kind, Freund/in oder wer immer ist. Selbstverständlich sehnt man sich nach dessen Nähe, nach Gemeinsamsein. Auch wenn Sehnsucht, Verlust, Vermissen schmerzhaft sind.
Natürlich erwartet man etwas, eben weil man in Beziehung zu geliebten Menschen ist, sonst würde man sie auch nicht vermissen können - bspw. nach deren Tod.
Selbstverständlich impliziert Liebe u.a. auch Sehnsucht nach Gemeinsamsein, Verbundensein. Selbstverständlich schmerzt deshalb der Verlust, Tod eines geliebten Menschen oder auch Tieres.
 
Denn wir sind Menschen und als solche lebenslang bedürftig.
Und was wir beim aktiven Lieben (!) erfahren, ist genau das: Verbundensein. Und das beinhaltet Sehnsucht, Schmerz, auch Trauer, Wut, bedürfnisorientierte Fürsorge, Verantwortung, Freiheit, Erkenntnis (des Selbst und des Anderen), Herausforderung, Reifung ... .
 
Deshalb ist es so wichtig, nicht von etwa irgendwie abstrakter Liebe zu sprechen, sondern vom aktiven Lieben - von einer Haltung und einem Sich-Verhalten gegenüber dem geliebten Lebewesen. Und dieses lässt sich ja durchaus benennen, dieses Verhalten.
 
Liebe ist nie abstrakt, sondern immer konkret, bezüglich - siehe Beziehung, Bindung, Interagieren, Verbundensein.
 
Mag sein, dass nicht wenige Menschen ihren Partner als Besitz, Eigentum betrachten, das aber ist nicht Liebe.
Das Problem kommt aus der "bürgerlichen Liebe", der patriarchalen Ehe (-Institution), dem romantisch Verklärten und dem Verwechseln von Liebe mit Verliebtsein, weil es Romane, Filme gleichsetzen, so darstellen und weil Monogamie nicht dauerhaft funktioniert.
 
Lieben hat mit Geben, Zuwenden, Zuneigung, Intimität und Intensität zu tun, nicht mit Besitzanspruch, nicht mit (serieller) Monogamie. Und Liebe wird nicht weniger, sondern "mehr", wenn man sie teilt, gibt.
Dabei geht es allerdings entscheidend um das Wie bzw. darum, ob es jeweils Liebe oder nur Benutzen, Konsumieren, Ausbeuten ist.
Aber durchaus erwartet man etwas, sonst ist es keine Verbundenheit, Vertrautheit, keine Beziehung: zum Anderen als Anderen. Und wir sind alle nicht perfekt.
 
Erich Fromm hat Liebe bzw. aktives Lieben so viel klarer, strukturierter, verständlicher erklärt, "definiert", so in seinem Klassiker "Die Kunst des Liebens".
 
So auch Emmanuel Lévinas - über den Anderen, die eigene Haltung zu ihm, das persönliche (Sich-) Verhalten ihm gegenüber: Ethik, Verantwortung, Liebe.
 
Basaler Urgrund für sowohl Lieben, Liebesfähigkeit, als auch intrinsische Moral (statt religiös, ideologisch oktroyierter) ist das jedem Menschen wie auch anderen Primaten angeborene Mitgefühl.
 
Übrigens: das erkannt zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig, es auch vollständig bereits leben zu können. Es ist ein Weg - letztlich ein lebenslanger.
Unabdingbar ist dafür (das Erlangen, jedenfalls Anstreben von) Reife. Klingt banal, pauschal, ist es in Lebenspraxis aber nicht.
 
Ein reflektierter, reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe.
 
Solche für jeden Menschen lebenslang wichtige, unentbehrliche, heilende Bindung, Beziehung, leibliche Nähe, Wärme, Berührung, Halt, Gehaltensein, Verbundensein gibt, gewährt, schenkt kein (halluzinierter, phantasierter) "Gott", auch keine Droge und kein Buch.
 
Die "höchste Form" der Liebe ist nicht Liebe zu "Gott", denn das ist Illusion, Selbstbetrug, Monolog.
Die herausforderndste, "schwerste" Form von Liebe, aktivem Lieben, ist die sogenannte Feindesliebe. Auch diese ist nur dem möglich, der grundsätzlich lieben kann: Lebewesen.
 
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26. Dezember 2022
 
Zur sogenannten Telefonseelsorge und vermeintlicher Hilfe
 
Nein, es ist nicht "immer jemand da". Nein, es ist n i c h t damit getan, sich gelegentlich mal gegenüber fremden Menschen - am Telefon oder per e-mail - "auszusprechen".
Nein, "vermittelte" staatliche Institutionen helfen NICHT.
 
Einsamkeit, soziale Isolation, Deprivation - Ursachen, Folgen, Politik, Gesellschaft, Regierung/en Menschen brauchen bekannte, vertraute Bezugspersonen: lebenslang. Keine fremden "Zuhörer".
Telefonseelsorge = fake, fail, Täuschung - keine Hilfe.
 
Einsamkeit - Bindung, Beziehung, Freundschaft, Familie
 
Weder Kleinfamilie noch Ehe noch diverse staatliche Einrichtungen, Institutionen sind wohltuend, geschweigedenn hilfreich.
Sowohl Kinder als auch Eltern, Erwachsene brauchen lebenslang mehrere Bezugspersonen: Beziehung, Bindung. Idealerweise zu mehreren Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts.
cohousing - statt Ehe, Kleinfamilie, allein alleinerziehend.
 
Das afrikanische Sprichwort
"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen."
meint nicht, Kinder seien so schwierig, weshalb es mehrerer Erwachsener bedarf, aber durchaus, dass Sorge-Arbeit Arbeit ist und dass die Kinder eben mehrere verschiedene Bezugspersonen brauchen.
Kein Mensch, gleich welchen Geschlechts und Alters, sollte ein Kind oder gar mehrere Kinder allein, als einzige, alleinige Bezugsperson, umsorgen müssen.
Sorge-Arbeit (emotional, sozial, physisch, psychisch, organisatorisch ...), Fürsorge, Verantwortung, Kindeswohl, Elternwohl.
 
Und nochmal: Nein, bezahltes Betreuungspersonal in Kita, Krippe, Kindergarten, Schule ... ist n i c h t dasselbe wie, auch nicht annähernd vergleichbar mit - idealerweise langjährig bekannten, vertrauten, zugewandten, wohltuenden - Bezugspersonen.
 
Nein, Ehe und Kleinfamilie sind nicht und waren nie wohltuend für Menschen - werden es auch niemals sein: können. Aus Gründen:
 
Was Abhilfe schüfe, gegen Einsamkeit, soziale Isolation, Isoliertsein, nicht nur, aber auch im Alter, was präventiv hülfe, schützte vor häuslicher Gewalt, Kindesmisshandlung, Vergewaltigung, was wohltuend wäre, ist: cohousing.
Nein, cohousing ist nicht dasselbe wie WG.
Leider gibt es noch viel zu wenige "alternative Wohnprojekte", zumeist sind diesse nur Wohlhabenden, Gutsituierten, Vermögenden zugänglich.
 
Deshalb hilft auch kein "Gott", kein metaphysisches Prinzip, Konstrukt gegen Einsamkeit, Bindungslosigkeit, Beziehungslosigkeit. Und Folgen, wie bspw. Sucht, Suchterkrankungen, Substanzabhängigkeiten.
 
Die Telefonseelsorge ist vergleichbar mit der Tafel, den Tafeln:
Der Staat, Regierung/en, Regierende verursachen diverse Missstände, Belastungen, Beschädigungen in/an Gesellschaft, Gemeinschaft, Menschen, verweisen dann auf Ehrenamt, fordern Engagement hierfür. "Sozialstaat" ;)
 
Ehrenamt, Freiwilligendienste - Wie der Staat, die Regierung, Bundesregierung, sich hierauf ausruht, dorthin eigene Verantwortung abwälzt. Menschen auf diese Weise zusätzlich ausbeutet, instrumentalisiert, verheizt.
Claudia Pinl - "Freiwillig zu Diensten"
 
Manchen Menschen hilft es gelegentlich vielleicht für den Moment, mal "jemanden zum Reden" zu haben, aber ist es nicht traurig, falsch, dass das eine wildfremde Person ist - statt vorhandener Bezugspersonen, Freunde, Familie, Partner?
 
All jenen, die langfristig einsam, sozial isoliert sind - Einsamkeit durch bspw. Krankheit, Alter, Verlust(e) durch Tod, Versterben nahestehender Menschen, durch materielle Armut und Begleiterscheinungen sowie Folgen - all diesen hilft keine Telefonseelsorge.
 
All diesen Menschen helfen nicht oberflächliche Beschwichtigungen, vermeintliche Empathie, Verständnis von ihnen wildfremden Menschen, die ihre Situation, Biographie, ihre Lebensumstände, Schmerzen, Leid, Belastungen gar nicht kennen: können.
 
Etliche Menschen brauchen nicht m a l ein "anonymes Gespräch" mit einer "verständnisvollen Person", die "ein offenes Ohr" hat, blablabla, sondern oft brauchen sie eine deutliche Veränderung, Verbesserung ihrer belastenden Lebensumstände.
Das leistet keine Telefonseelsorge.
 
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14. Februar 2022
 
Es ist alles sehr viel Augenwischerei, staatliche, politische, institutionelle Heuchelei, Täuschung - alles nur pro forma, aber nicht tatsächlich, effektiv gewährt, gegeben, erbracht, nicht in Praxis wohltuend für Betroffene umgesetzt.
 
Es muss um alles, um Sozialleistungen, medizinische (Symptom-) Behandlung, diverse Gelder, Hilfsmittel, auch Erwerbsminderungsrente, oft viele Jahre, nicht selten lebenslang, zermürbend gekämpft werden und Menschen werden dabei vorrangig, eigentlich nur bürokratisch verwaltet.
D a s scheint die Hauptsache, das Hauptziel zu sein - n i c h t das tatsächliche Wohlergehen, eine Verbesserung der Lebenssituation, der Lebensqualität all der (chronisch) Kranken, Alten, Kinder, Eingeschränkten, Benachteiligten, Belasteten, Versehrten.
 
Die Biographie all dieser Menschen spielt bspw. nach wie vor nicht die geringste Rolle, es wird nicht berücksichtigt: was wer seit Kindheit bereits wie, wie häufig, langandauernd und in welchem Ausmaß, welcher Intensität zu durchleiden, zu ertragen, zu bewältigen, worum wie zu kämpfen hatte, wodurch wie nicht selbstverschuldet belastet, beschädigt wurde - zumeist lebenslang prägend, den gesamten weiteren Lebensverlauf bestimmend, mindestens beeinträchtigend.
 
Es spielt all das auch keine Rolle: in der Gesellschaft, in Schule, auf dem Arbeitsmarkt, bei Bewerbungen, Stellenvergabe. Es interessiert nicht, wieviele Menschen seit ihrer Kindheit nicht selbstverschuldet - durch Eltern, Familien, Gesellschaft, Politik oder gerade nicht vorhandene Eltern, Familien, durch Vernachlässigung, Misshandlung, wegen Armut und all ihrer bekannten Folgen - wie intensiv wodurch belastet, beschädigt, lebenslang geprägt, versehrt wurden und nach wie vor werden.
 
Dass aber all dieses Ertragene, Durchlittene, Bewältigte eine immense L e i s t u n g dieser Menschen ist, wird völlig missachtet, übergangen, stattdessen wird auf sie herabgeblickt, werden sie verachtet, bemitleidet, ausgegrenzt, entwertet, gelten sie als "Versager, Gescheiterte, sozial Schwache". Als Ballastexistenzen. Nach wie vor.
 
Es interessiert Regierungen, Politik, Gesellschaft, Arbeitgeber, zahlreiche Privatpersonen nicht, ob, dass Menschen aus welchen Gründen "unterschiedliche Startbedingungen" haben, was dazu führt, was dies erhält, zementiert, warum diese Gründe, Ursachen noch immer nicht behoben werden: politisch, angemessen, zeitnah, effektiv.
 
Es interessiert nicht, aus welchen Gründen wer schon aufgrund des Zufalls der Geburt wie privilegiert, wohlhabend, vermögend - von Geburt an - ist und dies zumeist lebenslang bleiben wird, auch ohne selbst erbrachte Leistung, einfach nur, weil ein solcher Mensch das Glück hatte, in eine wohlhabende Familie geboren worden zu sein und infolgedessen einen völlig anderen, zumeist sehr viel leichteren, angenehmeren, bequemeren, müheloseren, weniger leidvollen Lebensweg gehen zu können als all jene, die dieses Glück nicht hatten und haben.
 
Das alles hat nicht das Geringste mit Prosozialität, sozialer Gerechtigkeit, Teilhabe, Unterstützung, Förderung, am wenigsten aber mit Heilung, Prävention, Entschädigung, Wiedergutmachung - an all diesen nicht selbstverschuldet Versehrten, Opfern (siehe auch Obdachlose, Suchtkranke ...) - zu tun.
Das Gegenteil ist der Fall: Sie werden systematisch noch zusätzlich durch den Staat, staatliche Institutionen, Kontrollinstanzen, Gesellschaft, Regierungen, Justiz, Gesundheitssystem, Bürokratie beschädigt. Lebenslang. Bis zu ihrem Tod. Bürokratisch verwaltet - das ist die Hauptsache. Sonst: nichts.
 
Was hat all das mit "unangetasteter" Menschenwürde, vorgeblich gewährleisteten Grundrechten, universellen Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit, Prosozialität, Gemeinwohl, Lebensqualität (wessen nur) zu tun? Es ist gezielte, wissentliche, absichtsvolle, systematische Ausbeutung, Beschädigung, sukzessive Vernichtung bestimmter Menschen weltweit: der materiell Armen, der Benachteiligten, Ausgegrenzten, Entwerteten, Versehrten. Immer noch. Ich bin all die Täuschung, die manipulativen Euphemismen, die Heuchelei längst so leid.
 
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03. und 30. November 2022
 
Menschen haben unertschiedliche Bedürfnisse und Persönlichkeiten. Grundsätzlich sind wir aber "soziale Wesen", dauerhafte soziale Isolation, Einsamkeit, Ausgrenzung, fehlende Mobilität und Teilhabe schaden den meisten Menschen.
 
Die Mehrheit der Menschen, nicht nur Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene, alte, kranke, behinderte, pflegebedürftige Menschen brauchen Möglichkeit, Zugang zu Sozialkontakten, Freunden, Familie, vertrauten Bezugspersonen, Teilhabe, Freude, entsprechenden Erlebnissen ... .
 
Wenn man Menschen davon - von Freunden, Familien, vertrauten Personen, Beziehungen, soziokultureller Teilhabe, Zugehörigkeit, sinnlicher, nicht-virtueller, realer Begegnung, Kontakt, Umgang, Berührung - abschneidet, werden Menschen (früher oder später) krank.
Sie werden ggf. auch aggressiv - siehe reaktive Aggression, Schmerzgrenze - oder depressiv oder süchtig oder sogar suizidal.
Soziale Isolation, Deprivation, Einsamkeit. Siehe auch Armut, Strafe, Gefängnis.
 
Auch das Bundesverfassungsgericht hat deshalb sogenannte soziokulturelle Teilhabe als zur Menschenwürde zugehörig anerkannt.
 
Ob und wer das jeweils wie "nutzt", ist jedem selbst überlassen, aber jeder Mensch muss zumindest die tatsächliche Möglichkeit, den Zugang hierzu haben. Nicht in Hartz IV, Armut gegeben.
 
 
 
update 09. März 2021
 
Letztlich sind und bleiben wir alle mit unserem physischen, leiblichen Leben, Sein, unserer je eigenen Existenz, dem Existieren alleine - insbesondere bei nur virtuellem oder keinem "Sozialkontakt" und wenn wir gerade kein tragendes reales soziales "Netz", Freunde, Beziehungen haben.
 
Es wäre so wichtig, dass Menschen viel mehr, öfter, einfacher, spontaner leiblich zusammenkommen könnten - so wie es wohl (vor Corona) im mediterranen Raum gebräuchlich war/ist; dass wir dafür Möglichkeiten, Räume, Gelegenheiten, Orte schüfen, die dazu einladen, anregen, die dies erleichtern, ermöglichen. Siehe Städtebau, Städteplanung, Architektur, aber eben auch entsprechende Neugier, Offensein, Zugewandtsein, Geselligsein (-können) von Menschen.
 
Je versehrter, belasteter, verletzter, beschädigter, ausgegrenzter Menschen - vor allem langandauernd - bereits sind, umso schwerer wird dies für sie sein, wird es sie viel Überwindung, Kraft, Energie, Anstrengung kosten. Man gibt sich irgendwann zumeist doch selbst auf, man hat kein Urvertrauen und kein Selbstvertrauen, keine Selbstbestimmung, keine Selbstwirksamkeit, keine Resilienz, keine physischen und/oder psychischen und sozialen Ressourcen mehr - man ist belastet, beschädigt, zermürbt, ausgelaugt, ausgezehrt, geschwächt. Keine Vitalität, keine Lebensenergie, eine Zuversicht, Perspektive vorhanden - keine oder nur zu selten Freude, Leichtigkeit, Regeneration, Teilhabe, Zugehörigkeit, bedürfnisorientierte, respektvolle, nicht-paternalistische, niedrigschwellige, einfühlsame Unterstützung, Entlastung, Beistand erfahrbar.
 
Das wiederzuerlangen, ist m.E. nur möglich durch wiederholte gute, wohltuende, stärkende, emotional, sozial nährende Erlebnisse, Erfahrungen, durch gute Beziehungen.
 
Ich denke, wirklich heilsam ist letztlich "nur" die (idealerweise wiederholte, auch langfristige) Erfahrung guter, wohltuender Beziehung - diese machen zu können. Was aus zahlreichen bekannten Gründen oft wiederum das Problem ist: Wie lernt man wann, wo welche Menschen überhaupt erst einmal kennen: unter so belastenden Umständen, wie kann sich dann Beziehung (Freundschaft), wenn, überhaupt gut und stabil entwickeln, wachsen, was, das dafür erforderlich ist, ist wem wie und wie oft zugänglich, möglich bzw. dies aus welchen Gründen mit welchen Folgen gerade nicht usw..
 
Wenn man keine guten Erfahrungen macht, aus Gründen nicht machen kann, kommt man aus der Misstrauensspirale, der Einsamkeit, sozialen Isolation, dem (dauerhaften) Rückzug kaum heraus. Das hat wohl leider auch wieder viel mit Glück, Zufall zu tun - an wen man "gerät", auf was, wen man unter welchen Umständen trifft, das hier je persönlich hilfreich ist - nicht nur Informationen, sondern vor allem soziale Kontakte, Menschen, Persönlichkeiten.
 
Ich zumindest bin überzeugt, dass sich über das oft über Jahre eingeschriebene, eingravierte Negative, Schädigende, die oft schon in/seit der Kindheit eingravierten Beschädigungen, erst allmählich und kontinuierlich wieder "Gutes" legen kann, wenn: es erlebt, erfahren werden kann - ganz basal, also vor allem sinnlich, leiblich, physisch, real, damit meine ich nicht Sex, sondern wirklich gute, wohltuende, tragende, heilsame Beziehung (die keineswegs Dauerharmonie ist oder Konfliktfreiheit bedeutet) und wohltuende, nicht-sexuelle Berührung(en).
 
Den meisten Menschen ist all das offenbar gar nicht bekannt und/oder nicht bewusst:
Was aus welchen Gründen antisoziales, schädigendes Verhalten ist - dies auch schon von Eltern, Lehrern, auch von Vorgesetzten, Kollegen, Mitschülern, Partnern (unbewusst oder auch absichtsvoll) getätigt.
Warum Strafe und/oder Verdrängen (Selbstbetrug, Kompensationsverhalten, auch bspw. Sucht ...) nicht hilft, nichts besser macht, warum es welcher niedrigschwelligen Prävention, Mediation, Wiedergutmachung, Versöhnung auf privater wie "politischer" Ebene gleichermaßen bedarf u.a.m..
 
Und vor allem, dass effektive Prävention grundsätzlich in der Kindheit, weltweit eines jeden Menschen, ansetzt und was das wiederum mit Politik, Gesellschaft, sozialen, sozioökonomischen Verhältnissen, aber auch mit Ideologien (siehe auch Religionen), Menschenbildern, Vorurteilen, Unkenntnis, Irrtümern, Falschinformationen ... zu tun hat.
 
Denn Eltern, Kleinfamilie können, kann hier niemals alles alleine leisten, geben, sein und nicht diese große Verantwortung für das physische, psychisch-emotionale, soziale Wohlergehen, für auch gute Prägung und Entwicklung von Kindern, alleine tragen, siehe bedürfnisorientierter Umgang.
 
Daher das Sprichwort:
"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen."
 
Dies nicht etwa deshalb, weil Kinder so kompliziert, anstrengend wären, sondern weil alle, sowohl die Kinder als auch deren Eltern, die Erwachsenen, lebenslang mehrere vertraute Bezugspersonen - idealerweise unterschiedlichen Alters und Geschlechts - für ihr Wohlbefinden, ihre Entwicklung, ihre Persönlichkeitsreifung und (Selbst-) Erkenntnis brauchen.
 
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Aktualisierung am 15. Februar 2019
 
Leider wurde in der Sendung 3sat scobel - "Epidemie Einsamkeit" (vom 14.02.2019)  vieles nur oberflächlich angerissen. So wurde bspw. Joachim Bauer - und sein Buch "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt", in welchem er die in der Sendung (auch der vorausgegangenen Dokumantation zum Thema Einsamkeit) von nur Maike Luhmann genannten Zusammenhänge und wissenschaftlichen, neurobiologischen Hintergründe verständlich erläutert - kein einziges Mal wenigstens erwähnt.

Dabei hat es Joachim Bauer im genannten Buch bereits - und viel umfassender - dargelegt als Maike Luhmann: wie und warum psychischer Schmerz im Gehirn ähnlich wie physischer Schmerz verarbeitet wird und dass, wie und warum Ausgrenzung, soziale Isolation eine intensive, existenzielle Schmerzerfahrung mit welchen "negativen" Folgen (für nicht nur die Betroffenen selbst) ist und dass, wie und warum es deshalb zu Aggression und Gewalt kommt etc..
 
Weiterhin wurde viel zu wenig der zwangsläufige Zusammenhang zwischen materieller Armut und unfreiwilliger sozialer Isolation aufgezeigt, ich hatte den Eindruck, die eingeladenen Gäste kennen dies sämtlich nicht aus eigener Erfahrung und offenbar auch nur unzureichend auf beruflicher, fachlicher Grundlage, anderenfalls hätte genannt werden müssen, dass bereits durch materielle Armut bedingte fehlende, entzogene Mobilität ein unüberwindliches Problem darstellt, mit eben der Folge sozialer Isolation.
 
Denn wer sich weder Auto noch (Gebraucht-) Fahrrad noch den ÖPNV leisten kann, weil insbesondere auch und gerade Letzterer selbst mit sogenannter "Sozialkarte" für zahlreiche unbemittelte (materiell arme) Menschen - bspw. jenen in Niedriglohntätigkeiten und/oder im Hartz4- oder Grundsicherungsbezug, mit geringer Erwerbsminderungs- oder Altersrente - noch erheblich zu teuer ist, der/die kann nicht einmal andere Stadtteile aufsuchen, um dort in Parks etc. spazierenzugehen oder sich mit Freunden oder Gleichgesinnten zu treffen oder auch ehrenamtlich tätig zu sein.
 
Wem es schon am Geld für angemessene Kleidung und gesunde, qualitativ gute, gesunderhaltende Nahrung über den gesamten Monat und das jeden Monat, Jahre lang fehlt, wer nur noch über defekten Hausrat und Möbel verfügen kann bzw. muss, weil ihm die finanziellen Mittel für Ersatz oder Reparatur fehlen, der versteckt sich selbstverständlich früher oder später - aus Scham oder auch, weil er anderen nicht zur Last fallen will, sie nicht mit seinen Problemen, Sorgen, Nöten "belästigen" will (denn so empfinden es viele Privilegierte nach wie vor) oder weil er nicht zum Almosenempfänger Bessergestellter werden möchte - was nichts mit Stolz, sondern mit Würde (-erhalt) zu tun hat und mit Integrität.
 
Wer überdies möglicherweise durch (kleine) Kinder oder zu pflegende Angehörige intensiv - als Alleinstehender und/oder Alleinerziehende - ohne familiären, sozialen, auch ohne finanziellen Rückhalt und Beistand - beansprucht ist und deren Bedürfnisse (auch materielle) über die eigenen Jahre lang alltäglich (und oft auch nächtlich) stellen muss, damit diese Schutzbefohlenen und Bedürftigen wenigstens selbst, ihrerseits nicht so intensiv leiden, entbehren müssen und wer schließlich selbst physisch chronisch erkrankt, auch deshalb nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt mobil sein kann:
 
ein solcher Mensch k a n n folglich seine soziale Isolation und/oder Einsamkeit kaum bis gar nicht selbstwirksam überwinden und verfügt auch nicht (mehr) über Resilienz.
 
Denn er ist vielfach belastet, beschädigt, zermürbt, geschwächt - und das gerade nicht selbstverschuldet, sondern durch den Staat, durch Regierungspolitik verursacht. Und das offenbar gezielt, vorsätzlich, systematisch, anderenfalls wäre bspw. die Agenda 2010 inklusive Hartz 4 l ä n g s t angemessen rückabgewickelt und durch tatsächlich angemessene, d.h. respektvolle, bedürfnisorientierte, bedarfsgerechte, menschenwürdige, grundgesetzkonforme Verhältnisse ersetzt worden.
 
Und all die Bürokratisierung im Grunde sämtlicher Lebensbereiche, insbesondere aber im Gesundheitsbereich (siehe bspw. auf dem Weg zur Diagnosestellung, in Krankenhäusern, in Arztpraxen, bei Berentung etc.) und in Bezug auf den sogenannten Sozialstaat (siehe das hürdenvolle, hindernisreiche Beantragen von Sozialleistungen etc.), führt gerade dazu, dass viele Menschen die Flinte ins Korn werfen, resignieren, aufgeben - und offenbar ist das genauso auch beabsichtigt: s o l l die Bürokratiemauer Menschen davon abhalten, tatsächlich zu effektiver, wohltuender Unterstützung und Entlastung zu gelangen und Rechte in Anspruch nehmen zu können, die Bürokratie s o l l offensichtlich gerade abschrecken, Hindernis sein, da auf diese Weise Gelder eingespart und bullshitjobs (David Graeber) und Drecksjobs (Niedriglohn, belastende bis gesundheitsschädigende Tätigkeiten, Arbeitsverhältnisse etc.) geschaffen werden können. Ausbeutung.
 
Letztendlich erhalten wiederum nur privilegierte, wohlhabende, vermögende Menschen der oberen Mittelschicht und Oberschicht das, das für alle Menschen wichtig, essentiell ist:
Zugang zu soziokultureller Teilhabe, wohltuenden Sozialkontakten, ausreichend gesunder Nahrung, Wohnraum und zu Regeneration (durch bspw. Ausflüge in Natur, durch Urlaube, Horizontweitung, Abwechslung, neue Eindrücke, erholsame Erlebnisse), auch bspw. durch Zugang, Möglichkeit zu Sport, Massagen, Wellness, diversen kulturellen Angeboten etc..
 
Es gibt für unzählige Menschen (gerade auch in Deutschland, ohnehin weltweit) faktisch k e i n e gute Hilfe, Unterstützung, d.h. keine solche, die tatsächlich respektvoll, bedürfnisorientiert (!), nicht-paternalistisch, niedrigschwellig, unbürokratisch, verlässlich und wirklich effektiv hilfreich ist.
Das lässt sich übrigens auch auf die Tätigkeit von Jugendämtern anwenden, über diese aussagen.
 
Abhilfe kann nur das Überwinden des global destruktiven Kapitalismus´ schaffen: anders arbeiten, wohnen, wirtschaften, Handel treiben, siehe bspw.:
 
- bedürfnisorientierte, ethisch fundierte Gemeinwohlökonomie, Wirtschaft der Fürsorge, Solidarwirtschaft, Selbstverwaltung, Syndikalismus: regional und transnational kooperativ
 
- gemeinschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen, Leben in "Wahlverwandtschaften", in soziokratischen, überschaubaren Gemeinschaften, siehe bspw. cohousing; hierfür ist entsprechende Architektur und Infrastruktur unabdingbar
 
- kostenfreier bzw. fahrscheinfreier ÖPNV, um erforderliche Mobilität für alle zu gewährleisten
 
- faire Handelsabkommen (siehe bspw. attacs Alternatives Handelsmandat, statt NAFTA, EPA´s, TTIPP etc.)
 
- ein emanzipatorsches Grundeinkommen und das gesellschaftlich angemessene Wertschätzen und entsprechend auch monetäre Honorieren der für weltweit jegliche Gesellschaft und Gemeinschaft unentbehrlichen Sorge-Arbeit, d.h. das Zahlen eines existenzsichernden Sorge-Gehalts an alle (häuslich) Sorge-Arbeit (Reproduktionsarbeit) Leistenden
 
- ein zeitgemäßer Arbeitsbegriff, der Arbeit nicht länger anachronistisch und neoliberal sowie auch medial propagandistisch, manipulativ mit ausschließlich Erwerbstätigkeit gleichsetzt, welche eben kapitalistisch "verwertbar", ausbeutbar ist; siehe hierzu ein Mal mehr David Graeber - bullshitjobs ...
 
Erforderlich ist hierfür außerdem globale Geschlechterparität, Frauen, die paritätisch in sämtlichen Verantwortungs-, Entscheidungs-, Führungspositionen von Politik und Wirtschaft vertreten sein können müssen, was Ihnen entsprechend ermöglicht werden muss (siehe bspw. Island).

Hier schafft immer frühere, immer längere Fremdbetreuung keine Abhilfe, sondern das oben erwähnte Honorieren und Entlohnen von Sorge-Arbeit sowie das gemeinschaftliche Wohnen, damit Kinder mehrere, über Jahre verlässliche Bezugspersonen haben (können), statt wechselnden Betreuungspersonals.
 
Weiterhin bedarf es einer globalen Säkularisierung - Spiritualität ist gerade nicht gleichbedeutend mit religiösem Glauben und/oder Esoterik oder Mystik. Denn pathologischer Narzissmus, Eskapismus, Hedonismus und selbstschonender Selbstbetrug (siehe auch "innere Emigration") sind gerade nicht hilfreich für erforderliche, lebensnotwendige Bindung und Beziehung(en), sondern das Gegenteil dessen.
 
Schließlich wurde leider auch nicht erwähnt, wie wichtig und heilsam nicht nur das Naturerlebnis ist (das in Großstädten jedoch gerade nicht in künstlich angelegten Parks erfahrbar ist, man muss also wiederum aus der Stadt - mittels Auto oder ÖPNV, also finanziellen Mitteln - herausgelangen können), sondern insbesondere auch nicht-sexuelle, angenehme, wohltuende, stärkende Berührung - durch bspw. nicht-sexuelle Massagen, die heute jedoch kaum mehr ärztlich verordnet werden und für die es für materiell armen Menschen wiederum den Zugang aufgrund der Eigenbeteiligung nicht gibt, insbesondere nicht mehrmals oder gar regelmäßig.
 
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03. Februar 2024
 
Hier einkopiert mein Kommentar, Replik auf oben verlinktes Video von Sven, youtube-Kanal "Brettballett, zu von ihm darin thematisierter Depression - auch unter Brettspielern.
 
Hey Sven, finde es gut, dass du die Sache ansprichst - im Rahmen des Brettspielhobbys, der "Szene". Vorweg: Es ist komplex ... .
 
Mein Eindruck ist allerdings fast ein etwas gegensätzlicher: Seit ca. zehn? Jahren nimmt das Thematisieren von Depression m.E. zu, gerade auch in Medien, social media, in Foren ... . Zeitweise hatte ich den Eindruck, es sei schon eine Art "Volkskrankheit", wie ähnlich auch ADHS oder in letzter Zeit auch Autismusspektrumstörung.
Vielleicht sind Menschen demgegenüber sensibler, offener, auch selbstreflexiver geworden. Andererseits habe ich das Gefühl, es ist oder war eine Zeit lang eine Art "Modediagnose", sowohl Depression als auch ADHS.
 
Vielleicht sollten wir alle uns und einander öfter fragen, inwiefern Depression eben nicht "nur" eine je persönliche Sache ist, sondern mit unseren persönlichen, aber auch "kollektiven" Lebensumständen zu tun hat:
Arbeit (zu viel, zu stressig, zu intensiv physisch und/oder psychisch belastend, zu wenig Lohn, finanzielle Anerkennung), Existenzsorgen, chronische gesundheitliche (körperliche) oder auch familiäre Belastungen, zu wenig Muße, Ruhe, Raum, Zeit für sich selbst, für Reflexion, Auszeit ... .
 
Auch unsere Art, zu konsumieren, was uns wichtig erscheint, was wir wie bewerten - wiederum Job, Beruf, Karriere, Geld, Statussymbole etc., aber auch Digitalisierung und seit Corona wohl auch weniger häufige reale, physische Begegnungen, Sozialkontakte, vermehrte Einsamkeit, soziale Isolation - auch bei Kindren und Jugendlichen, aber auch alten und chronisch physisch kranken Menschen. - Vielleicht würde es helfen, mehr wirklich erfüllende Zeit mit Menschen zu verbringen - sowohl privat als auch beruflich, dass man das Gefühl hat, etwas nach eigenem Dafürhalten Gutes, Sinnvolles für sich und andere zu tun (Gemeinwohl), dass man sich mehr mit anderen Menschen real, physisch, nicht-virtuell wirklich verbunden fühlt.

Klar gibt es auch immer "Altlasten" aus der Kindheit, aber diese sind m.E. nicht alleinig ursächlich für Depression.
Und es ist auch nicht bloß was im Gehirn "durcheinandergeraten" (Neurotransmitter etc.) und auch nicht alles nur "anlagebedingt" (familiäre Disposition), sondern hat wohl schon auch viel mit unserem "Lebensstil", unserer Gesellschaft und Politik zu tun. Stichwort Armut, die auch isoliert, einsam und oft krank macht. So auch fehlende Anerkennung, Wertschätzung für Geleistetes - Stichwort Sorge-Arbeit - für aber auch im Leben oft, lange oder wiederholt Ertragenes, Durchlittenes und Bewältigtes, fehlende Teilhabe, Zugehörigkeit, Mitgestaltungsmöglichkeit.  
 
Was m.E. nach wie vor leider stark tabuisiert, aber auch psychisch grundsätzlich pathologisiert wird, ist der Suizid. Aber das ist ein eigenes Thema - und hier vlt. nicht der passende Ort, Rahmen dafür?
Ja, beschäftige mich damit - Suizid - aus Gründen auch schon seit meinem 17. Lebensjahr (bin jetzt 50). Aber das zu vertiefen, sprengte hier nun den Rahmen.

Wünsche dir jedenfalls, dass du für dich Wege, Möglichkeiten findest, dass es dir wieder bessergeht.
Soweit ich bisher informiert bin, lässt sich Depression aber nicht heilen, nur symptomatisch behandeln bzw. gibt es bessere und "weniger gute" Phasen. Das zu wissen, hilft vielleicht auch, wenngleich es auf den ersten Moment "kontraintuitiv" ist. ?

Ja: Meine Art "Selbstheilungsversuch" ist gegenwärtig durchaus das analoge Brettspiel, hier leider nur in sehr, sehr eingschränktem Rahmen möglich. Früher hat mir Sport sehr geholfen, für sowohl physisches als auch psychisches Wohlbefinden, auch Selbstwertgefühl. Geht jetzt leider nicht mehr so gut.
Malen, Basteln, Musizieren, Kochen kann ich leider auch nicht. Drum analoges Brettspiel. ;) :)
 
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Wichtige Aussagen von Manfred Spitzer (der grundsätzlich streitbar ist) zu Einsamkeit, sozialer Isolation, dem Gefühl der Unsicherheit, des Ausgegrenztseins (siehe dazu auch Joachim Bauer: "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt"), Existenzangst und anderen Ängsten in/als Folge der Einsamkeit - bis hin zu physischer Krankheit und erhöhter Sterblichkeit.
 
Auch hier das generelle Problem: Die Kleinfamilie, unsere Art zu wohnen, zu leben und zu arbeiten - im Kapitalismus, Neoliberalismus, in dem n i c h t das Gemeinwohl, der Mensch - mit seinen gerade auch immateriellen Bedürfnissen (nach Zugehörigkeit, Sicherheit, Anerkennung, Wertschätzung, Nähe, Fürsorglichkeit, Freundschaft, Entfaltungsfreiheit, Persönlichkeitsreifung ...), die tragende Gemeinschaft, das Miteinander, das Kooperieren im Mittelpunkt stehen, sondern Konkurrenz, Kampf, Neid, Gier, Geiz, Egomanie, Narzissmus, Ausbeutung, Übervorteilung, Unterwerfung, wirtschaftliche Funktionalisier-, Verwertbarkeit von Menschenmaterial.
 
Abhilfe schüfe daher ein anderes, ein tatsächlich gemeinwohlorientiertes Arbeiten (siehe auch Sorge-Arbeit als Arbeit anerkennen und monetär honorieren: existenzsichernd), außerdem ein anderes Wohnen - generationenübergreifend, in Wahlverwandtschaften, familiären Strukturen, Gemeinschaften, wofür es eine enstprechende Architektur und Städteplanung braucht. Dann hätten Menschen (nicht nur, aber gerade auch Kinder) mehrere Bezugspersonen, statt wechselndes, emotional nicht nahestehendes Betreuungspersonal, Eltern wären nicht so leicht (wenn überhaupt) überfordert, Alte und Kranke nicht allein(gelassen) bzw. ausgelagert.
 
Recht hat er unstrittig auch damit, dass das Naturerlebnis eine entscheidende Bedeutung hat, eine heilsame, entspannende, beruhigende, somit auch Aggression und Gewalt vermindernde Wirkung.
 
Und fraglos hat er auch Recht damit, dass wir wieder real, offline, physisch, leiblich intensiver, zugewandter, offener kommunizieren müssen, statt überwiegend virtuell, digital, über Smartphone, Tablet, Laptop, PC und das gerade auch da, mit solchen Menschen, mit denen wir durchaus auch ohne diese Geräte kommunizieren könnten - ohne dabei ständig aufs Smartphone zu gucken ... .
 
Und ja, absolut entscheidend ist Empathie bzw. Mitgefühl (Empathie und Mitgefühl sind nicht dasselbe, werden leider immer wieder gleichgesetzt - auch ein Narzisst und Psychopath kann sich in sein Opfer einfühlen, um es manipulieren zu können, er hat aber kein Mitgefühl, er leidet nicht, wenn/weil das Opfer leidet).
 
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Wohltuende, nicht-sexuelle Berührung ist essentiell, heilsam. Für Babies, Kinder, Erwachsene. Lebenslang.
 
Leider befriedigen viele Menschen ihr Bedürfnis nach Nähe, Berührung nur durch Sex.
 
Siehe auch Maurice Merleau-Ponty (Leib, Leiblichkeit), Gabor Maté, die Polyvagaltheorie, biopsychosoziale Medizin.
[...] "Unsere Arbeitsmarktpolitik ist im Moment so gestrickt, dass sie von Leuten im Prinzip erwartet, dass sie für einen Job egal wo in Deutschland umziehen. Ob das klug ist, wage ich zu bezweifeln. Insgesamt würde ich die Forderung aufstellen, dass man unsere Sozialpolitiken immer auch auf die Frage 'Wie wirkt sich das eigentlich die sozialen Bindungen der Bürger aus?' mit befragen sollte."
 
Die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft dürfen nicht vergessen werden, unterstreicht der Kinderpsychologe Veit Rößner. Mehr Geld und  kinderpsychologisches Know-how müssen in die Lehrerausbildung fließen – und keinesfalls darf es unmodern werden, sich für andere einzusetzen.
 
"Gerade Kinder, die eben still sind, die am Rand stehen, die bräuchten viel häufiger jemanden, egal ob Nachbar oder Elternteil eines Klassenkameraden, dass da mal jemand sagt: Oh, das fällt mir auf, da engagiere ich mich, da gehe ich auch das Risiko ein, vielleicht Ärger zu bekommen – aber ich kann doch nicht einfach zugucken, wie jemand am Rand steht und immer trauriger wird." "
 
Quelle: deutschlandradiokultur.de - "Einsamkeit - Wenn das soziale Netz reißt", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Ja, in den Schulen fehlt es erheblich bis vollständig an Empathie"förderung", an Sensibilisierung und Förderung, sich zuzuwenden, interessiert zu öffnen - statt (andere) abzuwehren, abzulehnen, zu verurteilen, auszugrenzen, zu mobben und/oder auszunutzen, zu misshandeln.
 
Und auch politisch müsste etliches völlig anders entschieden, auf den Weg gebracht, umgesetzt werden - damit "soziokulturelle Teilhabe" überhaupt (wieder) möglich ist bzw. wird, werden kann ... - statt dass auch Erwachsene immer weniger Selbstwirksamkeit erfahren, hingegen immer intensiver Ausgegrenztsein, Verachtung, Entwertung, Perspektivlosigkeit, Armut, soziale Isolation, bis hin zum (vollständigen) Selbstwertverlust.
 
Mit der Kleinfamilie ist tatsächlich niemandem gedient. Mit immer früherer und längerer Fremdbetreuung sowie mehr, längerer Erwerbstätigkeit auch nicht.
Arbeit ist nicht dasselbe wie kapitalistisch, wirtschaftlich ausbeutbare Erwerbstätigkeit.
 
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