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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Wozu?

 
update 01. September und 12. Oktober 2023
 
Was ist das für eine beschissene Welt, in der Menschen sichere Existenz haben, frei von Armut sind, Lebensqualität erlangen, nicht durch einen guten Charakter - Persönlichkeit, Reife, prosoziales Verhalten, entsprechende Taten, Mitgefühl, Liebesfähigkeit, Solidarität ... - und gemeinwohlförderliche Arbeit, sondern indem sie andere übervorteilen, knechten, ausbeuten, lügen, betrügen, zerstören.
 
Kapitalismus, Neoliberalismus, Patriarchat: Konkurrenz, Kampf, Egomanie/Selbstsucht, Gier, Geiz, Neid, Ausbeutung, Knechtung, Armut, Gewalt, Zerstörung, Vernichtung - totale Unreife.
 
Der Wert eines Menschenlebens bemisst sich nicht nach akademischen Titeln, Einkommenshöhe, Vermögensumfang, Narzissmusgrad (besetzten Machtpositionen), Ruhm, wirtschaftlicher Funktionalität und Verwertbarkeit.
Menschenwürde.
 
Was ist das für ein destruktives System - Kapitalismus, Patriarchat - in dem/durch das Menschen als Folge von Arbeit und Ausbeutung Entlastung, Schmerz-, Leidlinderung in Drogen (Alkohol, Cannabis ...), Essen, Shoppen, Konsumismus etc. suchen, um funktional zu bleiben. Gemeinwohl? Würde?
 
Es ist Symptombehandlung, Kompensationsverhalten, Selbstbetrug, selbst- und fremdschädigendes Verhalten, Gewalt, Drogen, Sucht, Suizid - das ist es euch wert? Was genau: w e s s e n "Wohlstand", Lebensqualität?
 
Ihr malocht ein Leben lang, bis ins Alter, täglich - für geschiedene Ehe, Kleinfamilie, ein "Eigenheim", Auto:
Konsum aller möglichen Dinge, Objekte, Urlaube, die euch doch nicht lebenszufrieden machen, ihr konsumiert Substanzen, Billigfraß, die euch krank und fett machen. wtf?!
 
Und wenn dann früher oder später keine Bezugspersonen, Beziehungen mehr vorhanden sind und/oder ihr krank, alt, versehrt, einsam, depressiv, ausgebrannt seid, flüchtet ihr euch - neben Drogen - wie ein unreifes Kind zu "Gott": einem, eurem Hirngespinst.
 
Und wenn gar nichts mehr geht, lasst ihr euch psychisch pathologisieren. SEID IHR TOTAL BESCHEUERT: vernunftlos, urteils-, reflexionsunfähig, emotional verpanzert und/oder total indoktriniert, gehorsam, konformistisch, opportunistisch, feige?
 
Seid ihr alle abgerichtete Hunde?
 
Regierungen, Regierende haben Menschen eingetrichtert, indoktriniert, moralisiert, es gebe ein "Recht auf Arbeit" und kapitalistisch ausbeutbare Erwerbstätigkeit - fürs Wirtschaftswachstum, für Kapitalakkumulation, Vermögen, Reichtum vergleichsweise Weniger - die häufig nicht einmal ihre Existenz sichert, diene dem Gemeinwohl und persönlichen Wohlstand.
Zu viele Menschen glauben das, waren, sind, bleiben gehorsame Untertanen, finden sich mit den Gnadenbrosamen ab, die ihr Job abwirft oder sind auf ihren Wohlstands-, Vermögens-, Privilegienerhalt bedacht, der vorgeblich auf persönlicher Leistung beruht.
 
Wer ist denn - vor sich selbst, eigenen Werten, Idealen, Grundsätzen, Überzeugungen - tatsächlich gescheitert, wer hat denn faktisch versagt: wer nach oben buckelt, nach unten tritt, wer käuflich, korrupt, falsch ist, wer sich unter die Knute der Verwertbarkeit knechten lässt.
All jene, die artig, gehorsam, konformistisch mit dem Strom schwimmen, um sich vermeintlich "geborgen, getragen, wertvoll" fühlen zu können, die sich in Drecksjobs, Maloche haben drücken lassen - für ein paar Gnadenbrösel oder in bullshitjobs das Gemeinwohl schädigen. Werte?
Und das, ihr Selbstgerechten, Selbstbetrüger, ist also eure brillante, vorzeigbare Leistung?
D a r a u f seid ihr "stolz"? Dass ihr euch ausbeuten, unterwerfen, knechten, funktionalisierbar, konditionierbar machen lasst: zu häufig nicht nur eurem eigenen Schaden ... !
 
Diese Fragen, siehe nachfolgend, nicht nur meinem letzten Ex gestellt - "Sinn des Lebens", des Lebens, Existierens, Daseins eines bewussten Menschen:
 
Welchen Sinn hat dein Leben, dein Existieren, Dasein? Wozu, für w e n war es gut, wohltuend, zuträglich, wichtig?
 
Inwiefern tut dir dein durch und durch antisoziales, destruktives, sadistisches, fremd- und selbstschädigendes Verhalten, dein Selbstbetrug, dein Kompensationsverhalten (u.a. Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfenwollen, Ausbeuten, Herrschsucht), dein Autoritarismus, deine Liebesunfähigkeit, deine emotionale, soziale, charakterliche Unreife gut, wohl?
Was bringt, was hilft dir das, wohin führt das?
 
Dich t r ä g t: nichts.
Nicht Beziehung, Liebe: aktives Lieben - das du nicht kannst.
Nicht "Gott", Glaube, Mystik.
Nicht Drogen. Nicht leblose Bücher, Materie, Ideologie, Konsumismus.
Schon gar nicht Sadismus, Rache, Hass, Gewalt, Kompensationsverhalten.
 
Das weißt du nicht nur längst selbst, das f ü h l s t du vor allem. Täglich.
Da helfen auch keine Drogen, Netflix-Serien und andere Ablenkungsversuche - Selbstbetrug.
Der einzige Sinn - für zumindest verstandbegabte, bewusse, reflexionsfähige Menschen - ist aktives Lieben.
 
Liebe
 
Es scheint durchaus auch zahlreiche im Alter fortgeschrittene Menschen, nicht nur Pubertierende, Jugendliche, Adoleszente, zu geben, die Liebe mit Schwärmerei, Verliebtsein, Sex und Projektion verwechseln - nicht wissen, was warum wie Liebe ist.
 
Für Liebe, aktives Lieben, also: Erkenntnis, Achtung (Wertschätzung), Fürsorge, Verantwortung, Freiheit, Freundschaft, Gefährtensein, Verbundensein bedarf es keiner Kleinfamilie, schon gar keiner Ehe. Es bedarf des Mitgefühls, der "Güte", Reife.
 
Aktives Lieben drückt sich aus in, durch bedürfnisorientierte, nicht-paternalistische Fürsorge, Achtung, Freiheit, Verantwortung, Erkenntnis - Verbundensein.
 
Erich Fromm:
"Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.
Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, dass man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen."
 
Erich Fromm - aus "Die Kunst des Liebens" zitiert:
"Liebe ist die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben. Wo diese tätige Sorge fehlt, ist auch keine Liebe vorhanden."
 
"Impotenz ist die Unfähigkeit, Liebe zu erzeugen."
 
-
Liebe ist nie abstrakt, sie ist immer konkret. Deshalb gibt es keine "Gottesliebe", keine Liebe zu und keine Liebe von "Gott".
 
Bedingungslose Liebe gibt es - wenn - nur von den Eltern für Kinder.
 
Selbstverständlich impliziert Liebe auch Bedürfnisse nach Nähe, Verbundenheit, Gemeinsamsein, Vertrautheit ... . Beziehung. Deshalb kann Mensch "Götter" nicht lieben.
 
Ein "Gott", ein sogenanntes metaphysisches Prinzip, menschliches Konstrukt also - weshalb Gott, Götter von jeher anthropomorph dargestellt, attributiert, charakterisiert sind - kann nicht (Menschen, "seine Schöpfung", was auch immer) lieben und nicht geliebt werden, da Liebe, das Lieben, nicht nur eine mentale, intellektuelle, rationale Haltung oder ein Gefühl, eine Empfindung intensiver Zuneigung, sondern vor allem eine Aktivität, aktives menschliches Tun, Agieren in bestimmter Weise ist:
 
Aktives Lieben bedeutet, sich einem oder mehreren anderen - geliebten - Lebewesen im Diesseits, im Hier und Jetzt, während des eigenen, persönlichen leiblichen Existierens, Lebens, in bestimmter, bewusster Weise zuzuwenden, zu verhalten. Hierzu sei abermals auf Erich Fromms Definition von Liebe, d.h. nicht nur Geliebtwerden (-wollen), sondern aktivem Lieben, verwiesen, siehe in "Die Kunst des Liebens" von ihm erläutert.
 
Erich Fromm:
"Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.
Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, dass man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen."
 
Einem phantasierten, halluzinierten, konstruierten, abstrakten, leiblosen "Gott", einer bloßen Idee, einem Konstrukt gegenüber kann ein Mensch nicht fürsorglich, verantwortlich, gebend agieren - verbunden sein. Es fehlt hierfür die für Beziehung, für Bindung, Liebe entscheidende, unabdingbare Grundvoraussetzung: das gerade leiblich existierende (oder einmal existiert habende), persönlich gekannte, erlebte Gegenüber - der Andere, das Du - mit dem man real, tatsächlich interagiert hat, mit dem man konfrontiert, von dem man herausgefordert, dem man gegenübergestellt war bzw. ist, gegenüber dem man sich während eigener Lebenszeit - als jeweils soziale, leibliche, bedürftige, verletzliche Wesen, Menschen - persönlich verhält.
Hierzu sei insbesondere auf Emmanuel Lévinas verwiesen.
 
Eben dies macht Beziehung aus. Keine Beziehung, keine Bindung ohne immer wieder auch mögliche, erfahrene leibliche Nähe, Sozialkontakt, Austausch, Erfahrung, Interaktion und: (nicht-sexuelle) Berührung.
 
Solche Beziehung, Bindung, Berührung ist für alle Menschen lebenslang unentbehrlich, eben weil Menschen soziale Wesen sind. Sie brauchen solche wohltuende Berührung, Halt, Gehaltensein, Nähe, Beziehung, Bindung, Verbundensein für ihr physisches und psychisches Wohlbefinden, für Entwicklung, Persönlichkeitsreifung, Selbstreflexion, (Selbst-) Erkenntnis, für Lernen, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Resilienz und ganz besonders auch für Genesung und Heilung.
 
Gerade wenn und weil Menschen solche stabile Bindung, wohltuende, tragende Beziehung und Berührung, Gehalten-, Getragensein nicht, insbesondere nicht in der prägenden Phase ihrer Kindheit, oder nur unzureichend erfahren haben - tatsächlich geliebt zu werden von den Hauptbezugspersonen (zumeist den Eltern) - sind sie selbst häufig nicht liebesfähig, nicht beziehungsfähig, suchen dann ersatzweise, kompensatorisch Trost, Halt, Zuflucht, Ausweg bei "Gott", in Glaube, Aberglaube, Esoterik oder auch Drogen, Sucht.
 
Um sich ihr Ungeliebtsein sowie ihre eigene Liebesunfähigkeit nicht eingestehen, sich damit - zwecks Bewältigung, Heilung - nicht auseinandersetzen zu müssen, da dies mit Schmerz, Leid verbunden, überdies zumeist ein langwieriger Erkenntnis- und Reifungsprozess wäre, und weil sie oft auch autoritär geprägt sind, überhöhen solche Menschen das "Geistige", Rationale, Intellektuelle, werten alles Leibliche, Physische, Sinnliche, Emotionale, gerade auch Genussvolle als schlecht, verdorben, schmutzig, primitiv, schwach, falsch, teuflisch ab - siehe Kirche, Religion, Patriarchat.
 
Einen "Gott" - der mir nur so, nur das (vermeintlich) "antwortet, zeigt, spiegelt, offenbart", das sich in nur meiner persönlichen, subjektiven Vorstellung über ihn befindet (oft auch: das mir über "Gott" erzählt, beigebracht, indoktriniert wurde) - kann ich mir nach meinen ureigenen Wünschen (auch Ängsten ...) denken, formen, vorstellen, gestalten und vermeintlich "erleben, erfahren". Alles abstrakt, alles nur in Subjekthaftigkeit, Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Eskapismus gebettet. Bequem, angenehm, selbstschonend - auch dann, wenn es Zweifel(n) gibt.
 
Denn mir fehlt hierbei die Herausforderung, das unmittelbare, konkrete Angesprochen-, Herausgefordert-, Gefragt-, Gemeintsein durch ein leibhaftiges, leibliches, lebendiges, sinnlich wahrnehmbares, erfahrbares, existierendes Gegenüber - ein Lebewesen, demgegenüber ich mich verhalte und das sich zu mir verhält, demgegenüber ich v e r a n t w o r t l i ch bin - in meinem Tun, Verhalten.
 
Mit einem abstrakten, erdachten, konstruierten "Gott" gibt es keinen echten, tatsächlichen Dialog - es kann stets nur der Monolog mit sich selbst sein und bleiben. Man bleibt völlig auf sich selbst zurückgeworfen, in sich selbst verhaftet - es gibt gerade kein Überschreiten, Transzendieren (weder des Ego noch des Selbst, ohnehin nicht der Leiblichkeit, Bedürftigkeit), schon gar kein Reifen.

Es ist selbstschonender Selbstbetrug - Selbstflucht, Weltflucht, das Verweigern von Beziehung und Verantwortung, von aktivem Sich-Zuwenden zum und Einlassen auf den anderen: andere Lebewesen - im Hier und Jetzt.
 
Bestimmte Menschen wollen Liebe als etwas irgendwie "Reines", Abstraktes sehen - abseits jeglicher Menschlichkeit, Leiblichkeit, Bedürftigkeit.
Das ist üblicherweise ihrem Bedürfnis, jedenfalls Wunsch nach Übersichtlichkeit, Ordnung, Kontrolle und Sicherheit geschuldet. Auch wenn ihnen selbst das zumeist nicht so bewusst sein mag.
 
Liebe ist deshalb schmerzhaft, weil geliebte Menschen einen am intensivsten verletzen können und weil der Verlust schmerzt, auch deren Leid (psychisches oder physisches).
Liebe ist kein paradiesischer Zustand permanenter Harmonie.
 
Natürlich vermisst man einen geliebten Menschen, gleich, ob das ein Partner, Kind, Freund/in oder wer immer ist. Selbstverständlich sehnt man sich nach dessen Nähe, nach Gemeinsamsein. Auch wenn Sehnsucht, Verlust, Vermissen schmerzhaft sind.
Natürlich erwartet man etwas, eben weil man in Beziehung zu geliebten Menschen ist, sonst würde man sie auch nicht vermissen können - bspw. nach deren Tod.
Selbstverständlich impliziert Liebe u.a. auch Sehnsucht nach Gemeinsamsein, Verbundensein. Selbstverständlich schmerzt deshalb der Verlust, Tod eines geliebten Menschen oder auch Tieres.
 
Denn wir sind Menschen und als solche lebenslang bedürftig.
Und was wir beim aktiven Lieben (!) erfahren, ist genau das: Verbundensein. Und das beinhaltet Sehnsucht, Schmerz, auch Trauer, Wut, bedürfnisorientierte Fürsorge, Verantwortung, Freiheit, Erkenntnis (des Selbst und des Anderen), Herausforderung, Reifung ... .
 
Deshalb ist es so wichtig, nicht von etwa irgendwie abstrakter Liebe zu sprechen, sondern vom aktiven Lieben - von einer Haltung und einem Sich-Verhalten gegenüber dem geliebten Lebewesen. Und dieses lässt sich ja durchaus benennen, dieses Verhalten.
 
Liebe ist nie abstrakt, sondern immer konkret, bezüglich - siehe Beziehung, Bindung, Interagieren, Verbundensein.
 
Mag sein, dass nicht wenige Menschen ihren Partner als Besitz, Eigentum betrachten, das aber ist nicht Liebe.
Das Problem kommt aus der "bürgerlichen Liebe", der patriarchalen Ehe (-Institution), dem romantisch Verklärten und dem Verwechseln von Liebe mit Verliebtsein, weil es Romane, Filme gleichsetzen, so darstellen und weil Monogamie nicht dauerhaft funktioniert.
 
Lieben hat mit Geben, Zuwenden, Zuneigung, Intimität und Intensität zu tun, nicht mit Besitzanspruch, nicht mit (serieller) Monogamie. Und Liebe wird nicht weniger, sondern "mehr", wenn man sie teilt, gibt.
Dabei geht es allerdings entscheidend um das Wie bzw. darum, ob es jeweils Liebe oder nur Benutzen, Konsumieren, Ausbeuten ist.
Aber durchaus erwartet man etwas, sonst ist es keine Verbundenheit, Vertrautheit, keine Beziehung: zum Anderen als Anderen. Und wir sind alle nicht perfekt.
 
Erich Fromm hat Liebe bzw. aktives Lieben so viel klarer, strukturierter, verständlicher erklärt, "definiert", so in seinem Klassiker "Die Kunst des Liebens".
 
So auch Emmanuel Lévinas - über den Anderen, die eigene Haltung zu ihm, das persönliche (Sich-) Verhalten ihm gegenüber: Ethik, Verantwortung, Liebe.
 
Basaler Urgrund für sowohl Lieben, Liebesfähigkeit, als auch intrinsische Moral (statt religiös, ideologisch oktroyierter) ist das jedem Menschen wie auch anderen Primaten angeborene Mitgefühl.
 
Übrigens: das erkannt zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig, es auch vollständig bereits leben zu können. Es ist ein Weg - letztlich ein lebenslanger.
Unabdingbar ist dafür (das Erlangen, jedenfalls Anstreben von) Reife. Klingt banal, pauschal, ist es in Lebenspraxis aber nicht.
 
Ein reflektierter, reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe.
 
Solche für jeden Menschen lebenslang wichtige, unentbehrliche, heilende Bindung, Beziehung, leibliche Nähe, Wärme, wohltuende, nicht-sexuelle Berührung, Halt, Gehaltensein, Verbundensein gibt, gewährt, schenkt kein (halluzinierter, phantasierter) "Gott", auch keine Droge und kein Buch.
 
Die "höchste Form" der Liebe ist nicht Liebe zu "Gott", denn das ist Illusion, Selbstbetrug, Monolog.
Die herausforderndste, "schwerste" Form von Liebe, aktivem Lieben, ist die sogenannte Feindesliebe. Auch diese ist nur dem möglich, der grundsätzlich lieben kann: Lebewesen.
 
Keine Moral, keine Ethik, keine Liebe, keine Versöhnung, kein Frieden ohne Mitgefühl.
 
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update 11.10.2023
 
Depression, Angst, Ängste, Burnout ... Diagnosen und vermeintliche "Therapie, Behandlung"
 
Es ist unseriös. Es hilft Menschen nicht. Es ist ekelhaft manipulativ:
Zunehmend werden vermeintliche oder tatsächliche psychische Störungen, Erkrankungen diagnostiziert: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und überwiegend medikamentös "behandelt". Big Pharma Pharmaindustrie.
 
Der Frau eines Anrufers, siehe unten verlinkte Bayern 2-Radiosendung " Notizbuch - Gesundheitsgespräch - Angst, Depression, Burnout" vom 11.10.2023 - die eine "bipolare Störung" haben soll, empfiehlt Reinhart Schüppel ausdrücklich Medikation und behauptet - auch diesbezüglich: bipolare Störung - es sei vor allem genetisch bedingt. Das wird gegenwärtig auch zu ADHS und ASS, Autismusspektrumstörung, behauptet.
 
 
Dazu nachfolgend verlinkt, siehe entsprechenden blog-Eintrag, einige Informationen, bspw. zum Zusammenhang zwischen ADHS und FASD ... .
 
 
Ebenfalls sei erneut auf das biopsychosoziale Modell und Medizin verwiesen, das/die n i c h t gleichbedeutend mit "Psychosomatik" ist.
 
 
Soziale, sozio-ökonomische, somit auch politische Aspekte blenden die meisten Ärzte, Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten jedoch nach wie vor gerne aus - man kann daran/diese vorgeblich ja nicht ändern.
Dann doch lieber Medikamente, Psychopharmaka verabreichen und diverse "Therapien" vollziehen - das ist für bestimmte Menschen, Wirtschaftszweige, sehr lukrativ, keineswegs auch hilfreich für "Patienten", Betroffene, Leidende.
 
Ich gehe nicht in allem mit Thorsten Padberg konform, bspw. definitiv nicht mit seiner Einstellung, seinen Äußerungen zur Impfpflicht (Corona), hier, siehe unten verlinktes Video, Gespräch mit Anne Otto, aber schon: Es sind soziale Verhältnisse als Ursachen für Leid weit mehr einzubeziehen: in "Therapie, Behandlung".
 
Was Angst bzw. Ängste, "Angststörungen" anbetrifft:
Selbstverständlich erzeugt abrupte oder dauerhafte Unsicherheit und langanhaltender Druck, Stress, das Fehlen einer sicheren Existenzgrundlage, vor allem aber der Mangel an mehreren Bezugspersonen, einem "sozialen Netz", an tragenden Beziehungen Angst, Ängste.
 
Zahlreiche Menschen - Kinder, Jugendliche, Adoleszente, kranke, alte, mittellose, materiell arme Menschen - haben in Zeiten von Ehe, Kleinfamilie, Scheidungen, Singledasein, Fremdbetreuung/Auslagerung - wegen/für Arbeit, Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit - keine langjährig stabilen Bezugspersonen, Beziehungen, mehr.
 
Nein: Es reicht gerade nicht, überwiegend oder gar ausschließlich digital, virtuell in Kontakt zu sein - Menschen müssen regelmäßig physisch, leiblich mit anderen, ihnen vertrauten Menschen wohltuend zusammenkommen, zusammensein können: Bindung, Beziehung, Berührung.
Statt Einsamkeit, soziale Isolation, Isoliertsein, Ausgrenzung.
 
Es hilft deshalb auch keine "Telefonseelsorge", sondern direkter, auch spontan möglicher, leiblicher, zwischenmenschlicher Kontakt, Umgang - Freundschaften, Beziehungen. Wofür erforderlich ist, dass Menschen sowohl mobil sein, als auch näher zusammenleben, wohnen können müssen.
 
Cohousing gegen Einsamkeit, soziale Isolation - auch präventiv wirksam, schützend vor auch Ängsten, häuslicher Gewalt, Kindesmisshandlung, Vergewaltigung.
Unterschiedliche Generationen müssen wieder zusammenleben: gemeinschaftlich, selbstorganisiert, selbstbestimmt.
 
Die sogenannte "Telefonseelsorge" hilft nicht, sie ersetzt weder kurz- noch langfristig Austausch, Dialog, direkten, leiblichen zwischenmenschlichen Kontakt, Bindung, Beziehung, wohltuende, nicht-sexuelle Berührung, Gefährten, ein tragendes soziales "Netz", Familie, Freunde, Partner, Zugehörigkeit, Teilhabe, Verbundensein.
 
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11. Oktober 2023
 
In unten verlinktem Video - Gespräch zwischen Thorsten Padbert und Anne Otto "Machen wir aus Unglück eine Krankheit?" - nennt Thorsten Padberg gerade Alleinerziehende, die aufgrund ihrer sozioökonomischen Verhältnisse, aufgrund nicht selbstverschuldeter materieller Armut als F o l g e derselben u.a. Depression(en) haben/bekommen.
 
Sozioökonomische Verhältnisse, Armut und daraus resultierende, hinreichend bekannte Folgen - gerade auch für Alleinerziehende, die mehrheitlich, mit ihren Kindern, mit Armut belastet und biologische Frauen sind.
In Deutschland sind Alleinerziehende am intensivsten von materieller Armut betroffen, belastet, beschädigt - mit ihnen ihre Kinder. Kinderarmut ist weltweit immer Mütterarmut.
 
Weil aber Ärzte und Psychotherapeuten, auch Psychiater diese sozioökonomischen, d.h. die - global - politischen Verhältnisse, die Ursachen von/für Armut nicht beheben können, wird halt "beim Individuum angesetzt", das wieder funktional gemacht werden soll - nicht: geheilt.
So wird die Ursache nach wie vor beim Individuum gesucht und gefunden, aber es gibt eben - ohnehin global - unzählige dieser Individuen, die nicht-selbstverschuldet belastet, beschädigt (worden) sind/werden und: bleiben, weil ihnen gerade n i c h t angemessen geholfen wird.
 
Und das gilt auch für Kriminalität, auch Gewalttaten. Es wird kaum etwas bis nichts wirklich effektiv, wohltuend p r ä v e n t i v getan, denn das hätte, hat wiederum mit Politik, Regierungen, Kapitalismus, Armut und Folgen zu tun. Keine Prävention.
 
Warum "wollen" zunehmend mehr Menschen eine "psychische Diagnose" erhalten: Weil sie wiederholt oder auch langjährig erfahren, erlitten haben, dass ihnen sozial, politisch, durch Regierende und Gesellschaft n i c h t wohltuend, effektiv geholfen wird. Im Gegenteil.
Der einzige vermeintliche "Ausweg" scheint dann eine psychische Diagnose, eine psychische Krankheit zu sein, um wenigstens etwas Entlastung, Freiraum, ggf. Verständnis und Unterstützung zu erhalten. Durch Pathologisiertwerden.
Unerträgliche Verhältnisse. Staat. Macht. Gewalt.
 
Heilung nicht nur, aber vor allem auch durch Liebe, Beziehung, Bindung, nicht-sexuelle, wohltuende Berührung, Nähe, Vertrauen(können). Gilt für psychische als auch physische Erkrankungen.
 
Anmerkung:
Ehe, Kleinfamilie, Singledasein, oberflächlicher Sex, Glaube, Aberglaube, Religion, Esoterik, "Gott", Drogen (also auch Cannabis, Kiffen, Alkohol ...): heilen nicht.
Es ist all das bloße Krücke, Flucht, Selbstbetrug, "bestenfalls" stets nur oberflächlich und nur vorübergehend wirkende Symptombehandlung.
 
Es ist übrigens auch für Erkenntnis, Einsicht, Reflexion der Andere, das Du, das Gegenüber, das spiegelt, fragt, aber auch bestätigt und wertschätzt, wichtig - unerlässlich, unentbehrlich. Also gerade wiederum Bezugspersonen, denen man vertrauen kann, Beziehung: für Reifung (Persönlichkeitsreifung).
 
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11. Oktober 2023
 
Thorsten Padberg im Deutschlandfunk Kultur, siehe oben verlinkt: "Nicht jedes psychische Problem ist eine Krankheit."
 
Exakt. Wider den Pathologisierungswahn.
Aber etliche Menschen, auch Kinder, Jugendliche, leiden: psychisch - aufgrund sozialer, politischer, gesellschaftlicher Verhältnisse, Missstände.
 
Diese gesellschaftlichen, politisch verursachten Missstände, die daraus resultierenden Belastungen, Beschädigungen, das daraus resultierende Leid gilt es angemessen, wohltuend zu ändern, zu beheben. Nicht durch "Diagnosen" beim je Einzelnen, durch psychische Pathologisierung von Individuen diese Misstände zu individualisieren.
 
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update 09. und 10. Oktober 2023
 
"Ruhestand"
 
Ich weiß nicht, wie´s euch geht, aber für mich steht spätestens und jedenfalls jetzt, im Alter von 50 Jahren fest: Das Leben findet statt bis zum Alter von max. 45 Jahren. Alles danach ist überflüssiges, zumeist leidvolles Verrotten. Sinnlos.
 
Zugegeben, es hat selbstredend immer auch mit dem jeweiligen sozio-ökonomischen Hintergrund, den Lebensumständen, also Politik, Regierungen zu tun: Wohlhabende, vermögende Menschen können zweifelsohne leichter und länger "jung, vital, gesund" bleiben als mittellose, arme Menschen.
 
Denn wir alle wissen - einige von uns aus persönlicher, zumeist lebenslanger Erfahrung:
Armut macht krank und (früher, schneller) alt und gerade im Alter sind viele Menschen krank und arm - weltweit aus längst und hinreichend bekannten Gründen mehrheitlich biologische Frauen. Kapitalismus, Patriarchat.
 
"(...) 70 Prozent der 1,4 Milliarden armen Menschen weltweit sind Frauen. Sie sind nicht nur stärker von Armut betroffen als Männer, sie haben auch einen schlechteren Zugang zu Bildung und unsicherere Einkommensverhältnisse. Ihre rechtliche Stellung ist vielerorts mehr als prekär. Frauen leisten laut UNICEF mit 66 Prozent einen weitaus größeren Anteil an der weltweiten Arbeit – bezahlt und unbezahlt, können jedoch lediglich 10 Prozent des Einkommens auf sich vereinigen. Ihr prozentualer Anteil am Zugang zu Ressourcen, inklusive zu Land und Krediten, liegt lediglich bei 1 Prozent. Armut ist weiblich. Frauen stellen das Gros der working poor. Es ist daher notwendig und sinnvoll zu fragen, wie sich die Armutsverteilung jenseits geografischer Analyse darstellt und was die Ursachen sind. (...)"
 
Die MDGs basieren auf einem auf materielle Aspekte verengten Entwicklungsbegriff. Die Vielgestaltigkeit der Ursachen von Armut und sozialer Ausgrenzung werden erst gar nicht adressiert. Entwicklung und Armutsüberwindung werden völlig unterkomplex behandelt. Strukturelle Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, asymmetrische, ungerechte weltwirtschaftliche Handelsbeziehungen und vor allem zentrale Aspekte der demokratischen und politischen Entwicklung (Rechtsstaatlichkeit, demokratische Partizipation, Transparenz, Menschen und Bürgerrechte) blenden die acht MDGs, ihre Unterziele und Indikatoren, die mittlerweile erarbeitet wurden, aus. „In den MDGs erscheint Armut als ein macht- und verteilungsunabhängiges Symptom eines gesellschaftlichen Ungleichgewichts. Das Problem der Armut ist abgelöst von seinen strukturellen Ursachen, von makro-ökonomischen Prozessen, sozialen Ungleichheiten…“ (Christa Wichterich 2006:126). (...)
 
Auch strukturelle Ursachen von Armut – nationale wie internationale – werden nicht thematisiert. (...)
 
Unübersehbar ist jedoch, dass mangelnde Rechte, keine Eigentumstitel für Land usw. in den MDGs überhaupt nicht mehr vorkommen. Auch reproduktive und sexuelle Rechte für Frauen sind in der Zielformulierung der MDGs komplett entfallen. Dies ist ein absoluter Rückschritt im Vergleich zu den verabschiedeten Dokumenten der Weltfrauenkonferenz wie der Aktionsplattform von Peking 1995 und zur Antidiskriminierungskonvention CEDAW aus dem Jahr 1979. (...)
 
Christa Wichterich fasste dies präzise wie folgt zusammen: „Frauen sind arm an Ressourcen, Bildung, Gesundheit, Beschäftigung, Einkommen, etc., weil sie arm sind an Rechten, Chancen, Macht, sozialer Sicherheit, Zeit, Gewaltfreiheit etc. (Wichterich 2006: 127). (...)
 
40 Prozent aller Erwerbstätigen weltweit, wenn auch mit signifikanten regionalen Unterschieden, sind heute weiblich – vor 30 Jahren waren es nur halb so viele. Verglichen mit der Situation von Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich eine beachtliche Transformation vollzogen. Den unbestrittenen Fortschritten gegenüber steht, dass – national wie global gesehen – die Hierarchien, Machtunterschiede und Dominanzverhältnisse zwischen den Geschlechtern noch längst nicht abgebaut sind. Die Armutsstatistiken sind ein Spiegelbild dessen.

Frauen sind im informellen Sektor (ohne Landwirtschaft), in dem soziale Sicherung kaum gewährleistet ist, überrepräsentiert. Und in den Spitzenjobs sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert . Geschlechterungleichheit besteht nicht nur in der Erwerbsarbeit, sondern vor allem auch in der Sorgearbeit (Haushalt, Pflege, Reproduktion) weiter. Sorgearbeit wird weitgehend unbezahlt von Frauen geleistet, u.a. weil sie nicht mit dem dominierenden Männerbild in Einklang zu bringen zu sein scheint. Frauen und Männer lösen das Vereinbarkeitsproblem durch die Beschäftigung niedrig entlohnter Putzhilfen, Kindermädchen, Altenpflegerinnen – häufig Migrantinnen. Die Neuverteilung von Sorgearbeit findet derzeit rund um den Erdball statt, aber nicht in ausreichendem Maße zwischen Männern und Frauen, sondern durch eine globale Versorgungskette zwischen sehr verschiedenen Frauen aus verschiedenen Ländern, sozialen Klassen und Kulturen. (...)"
 
 
Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
30. April 2023
 
Es ist sinnlos, vergeblich, nach dem Warum zu fragen.
 
Nur weil der Mensch im Gegensatz zu anderen Tieren "warum?" fragen, nach Grund, Zusammenhang, Sinn fragen kann, sich Halt suchend daran klammern will, ändert das nichts an der gesamten Kontingenz, Beliebigkeit, Bedeutungslosigkeit auch seiner gesamten "persönlichen" Existenz und allen zu erleidenden, erlittenen Widerfahrnissen, Umständen, Erfahrungen.
 
Der Mensch ist sich seiner Existenz, seines Leidens bewusst, er kann darüber reflektierten - es ändert dies nichts. Er ist ein Tier, ein Lebewesen wie jedes andere - unmaßgeblich, verzichtbar. Jederzeit. Jeden Tag.
Früher oder später: verletzt, versehrt, beschädigt, alt, vernichtet (worden) oder einfach abgestorben - tot.
 
Es kommt nicht darauf an, ob, wie lange, wie, wo, wann ... er "persönlich" existiert - oder nicht (mehr) existiert.
Es ist unmaßgeblich, ob er ein seinen Vorstellungen entsprechend erfülltes, sinnvolles, angenehmes oder unerträgliches Leben hatte, ob er lebte oder nur vegetierte, ob, wie oft, wie intensiv oder langandauernd er welches Leid zu ertragen, zu durchleiden hatte.
Es spielt keine Rolle.
 
Nur sein Bewusstsein, sein Fragen (-können), sein Suchen (-wollen, -müssen) macht den Unterschied, der ihm lediglich noch zusätzliches Leiden bereitet.
 
Der Mensch, das Subjekt, das jeweilige Individuum hat es alles, was und wie immer es ist, lediglich zu erdulden, zu erleben, zu durchleiden, bis es schließlich zu Ende ist - gleich, wie schwer, wie unerträglich auch das Ende sein mag, wie unzumutbar all das ihm selbst oder anderen erscheint und sich anfühlt.
 
Sein Fragen, Suchen, Bitten, Verzweifeln, sein Leiden: ist unmaßgeblich. Redundant. Sinnlos.
Der je einzelne Mensch ist bedeutungslos. Seine Existenz ist nicht von "Sinn" getragen.
 
Den einzigen Unterschied zu anderen Tieren, Lebewesen, den der Mensch, das Individuum gegebenenfalls für sein Leben, noch innerhalb, noch während seines Existierens machen kann, ist der Suizid.
Er kann sein Leiden beenden. Wenn er es kann.
 
-
 
Dieser Abend, Bettina, es ist
Alles beim alten. Immer
Sind wir allein, wenn wir den Königen schreiben
Denen des Herzens und jenen
Des Staats. Und noch
Erschrickt unser Herz
Wenn auf der anderen Seite des Hauses
Ein Wagen zu hören ist.
 
-
 
Sarah Kirsch
 
16. April 2023
 
Wenn es mir physisch und/oder psychisch aufgrund meiner langjährig belastenden, meine Kinder und mich nicht selbstverschuldet beschädigt habenden Lebenssituation - matierelle Armut, Hartz IV/Bürgergeld, Jobcenter-Schikanen, chronische physische Krankheit als Folge dessen - besonders schlechtgeht, also nicht aufgrund einer "gehirnchemisch" bedingten Depression, sondern aufgrund dieser seit Jahrzehnten belastenden, beschädigenden Lebensumstände, verursacht durch Regierungspolitik und zahlreiche andere Menschen ebenso belastend, schädigend, dann:
 
denke ich an all die Menschen weltweit, auch "vor meiner Zeit", die noch intensiver physisch und/oder psychisch gelitten haben, gequält, misshandelt, vernichtet wurden, die dennoch widerständig waren, sich nicht brechen ließen:
 
unzählige unbemittelte Menschen weltweit, unter ihnen ungezählte Frauen, Mütter und Kinder, die schon als Säuglinge oder Kleinkinder leiden, qualvoll sterben oder misshandelt, auch (genital) verstümmelt werden.
Ich denke an Gefolterte.
Ich denke auch an Persönlichkeiten, die Jahre, sogar Jahrzehnte oder lebenslang - aufgrund von Fehlurteilen, Justizirrtümern, politischen "Hintergründen", aufgrund von Rache, Vergeltung, Hass, Vorurteilen, Strafe, Strafjustiz, Strafsystem, Autoritarismus, Gewalt oder Vertuschungsabsichten - unschuldig inhaftiert, absichtsvoll ihres Lebens beraubt wurden.
Ich denke an ungezählte, aufgrund von nicht zugänglicher oder nicht vorhandener tatsächlicher medizinischer, finanzieller, sozialer Hilfe, Unterstützung, Entlastung Leidende, die ebenfalls oft lebenslang ihres Lebens - ohne eigenes Verschulden oder Fehlverhalten - beraubt werden.
 
Und dann denke ich: Wenn sie alle das - so lange - durchstehen, ertragen, all jene, die auch keine Masochisten oder Märtyrer sind, dies auch nicht sein wollen, dann kannst, dann musst auch du, Else, durchhalten: dich NICHT BRECHEN LASSEN. Widerstand leisten, so lange es noch geht.
 
Und so versuche auch ich, politisch Widerstand dort, dann und so lange zu leisten, wie und wo es mir möglich ist - nach wie vor zwangsläufig "auch" dann, wenn ich infolgedessen mit weiterer, zusätzlicher staatlicher Beschädigung rechnen muss und sie getätigt, vollzogen wird.
 
Diese "Bereiche" sind, mich betreffend seit Jahrzehnten - immer wieder, immer noch:
 
- Jobcenter und (andere) Behörden
- Gerichte, Justiz
- staatliche Schule(n)
- Jugendamt
- Bank (hier: Haspa)
- und leider auch Ärzte, Medizin, Krankenkasse, Gesundheitssystem
 
Wenn du dann als seit 19. Lebensjahr ledige, unbemittelte, alleinerziehende zweifache Mutter nach Jahrzehnten - seit Kindheit dich durchkämpfend, weil ohne Wurzeln, Familie, Rückhalt, Beistand, Unterstützung, Fürsorge - zusammenbrichst, wird dir auch dafür noch Schuld zugeschoben.
 
Wie geht es anderen unbemittelten, ledigen, alleinerziehenden Frauen, Müttern? Wer unterstützt sie wie, womit, zu welchem Preis, wie lange? Wer geht bedürfnisorientiert-fürsorglich, stärkend mit ihnen um? Wie, womit, wobei, wodurch regenerieren sie?
 
Ja, es ist einfach so: ich gebe, verzichte, entbehre SEIT 30 JAHREN, damit es den Kindern nicht am Nötigsten mangelt(e). Wie etliche andere Frauen, Mütter es genau so tun, leisten. Bis sie zusammenbrechen. Auch: physisch.
 
Und in der ganzen Zeit erhältst du als gratis unentbehrliche Sorge-Arbeit Leistende, als allein alleinerziehende, unbemittelte Frau, Mutter NULL Wertschätzung. Wirst stattdessen noch zusätzlich vorsätzlich beschädigt: Armut, Hartz IV, Bürgergeld, Jobcenter.
 
Falls sich noch jemand fragt, wie es möglich ist, dass ich seit 30 Jahren kontinuierlich - mit zwei Kindern - alleinerziehend war/bin. Meine Kinder haben übrigens verschiedene (biologische) Väter.
Indem man mit 19, somit vor exakt 30 Jahren, das erste Kind bekommt, mit diesem alleinerziehend ist, 13 Jahre später das zweite Kind bekommt und auch mit diesem alleinerziehend ist - dies einige Jahre somit auch mit beiden Kindern.
 
Ehe kam für mich aus bereits viele Male dargelegten Gründen niemals in Betracht. So bis heute und bis zu meinem Lebensende.
Es bedarf keiner Ehe für: Liebe, Beziehung, Fürsorge, Verantwortung, Loyalität, Gefährtensein (-können, -wollen).
 
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09. April 2023
 
Suche immer noch nach ähnlich Vegetierenden:
 
- seit 38 Jahren kein Urlaub/Reise
- seit mehr als 10 Jahren keine Ausflüge (kein Führerschein/Auto, ÖPNV zu teuer, krank)
- seit jedenfalls 10 Jahren Isolationshaft in der Wohnung
- seit Jugend ohne Alkohol, Cannabis, Drogen
 
Wer noch?
 
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26. März 2023
 
Ich frage mich halt nur seit Jahren: Wo sind die anderen: ähnlich Betroffene? Wie geht es ihnen? Wie gehen sie mit all dem um? Wie leben sie? Drogensüchtig, krank, in Therapie, Psychiatrie? Suizid?
Hatten/haben sie Unterstützung, Rückhalt, Begleitung - welche, von wem, seit wann?
 
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16. Dezember 2022
 
#IchbinArmutsbetroffen: seit 36 Jahren, seit meinem 13. Lebensjahr - als Jugendliche, Azubi, Jobbende, Schwangere, Mutter, Studentin, Sorge-Arbeit Leistende, alleinerziehende, ledige Frau.
 
Bildung schützt vor Armut nicht.
Armut = Gefängnis.
Armut tötet: Menschen.
 
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02. August 2022
 
Seid ihr gerne am Leben?
Falls ja, warum?
Was macht das, euer Leben für euch lebenswert?
Was ist für euch Lebensqualität?
Was ist für euch "ein gutes Leben"?
Was haltet ihr persönlich für ein erfülltes, sinnvolles Leben?
Oder existiert ihr nur weiter, weil eben geboren?
 
Über bspw. Jens Söring wurde immer wieder gesagt, er sei ein "Überlebender". Sind wir nicht alle Überlebende: Menschen mit schweren Erkrankungen, alle, die in Armut auf Raten krepieren und/oder in Einsamkeit, sozialer Isolation vegetieren, durch Gewalt, Krieg Traumatisierte ... ?
 
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12. März 2022
 
Immer wieder frage ich mich, ob ich ein Jammerlappen bin.
 
Ob ich zu viel erwarte - vom Leben, von anderen Menschen.
Wie andere Menschen in meinem Alter auf ihr bisheriges Leben zurückblicken, wie sie ihre gegenwärtige Situation beurteilen und wie sie ihre Zukunft sehen, was sie davon noch erwarten, ob sie noch eine persönliche Zukunft wollen?
 
Wann, wobei, wie oft erleben andere Menschen im Alter von Ende 40 und älter Freude, Heiterkeit, Vitalität, Genuss, Geselligkeit, Zugehörigkeit, Wertgeschätztsein, Verbundensein, Dankbarkeit, vielleicht sogar etwas wie inneren Frieden, Lebenszufriedenheit?
 
Weshalb wollen sie noch wie alt werden, noch wieviele weitere Jahre - so ähnlich wie bisher? - leben?
Was erwarten oder erhoffen sie sich von diesen weiteren Jahren ihres Existierens?
 
Welche und wieviele wie intensive Herausforderungen, Widerfahrnisse, Krisen, "Schicksalsschläge" hatten sie bisher und in welchem Alter jeweils zu verkraften und wie haben sie diese bewältigt - mit welchen Folgen: für wen?
 
Wann wäre es ihnen genug, zu viel? Oder wäre es das nie?
Wann würden sie für sich entscheiden können, dass ihr Leben für sie selbst lange genug währte? Mit 50? 60? 70? 80? ... ?
Welche Menschen wollen weshalb Greise werden? Wollen sie es tatsächlich: all die vielen und immer noch mehr Jahre, Erlebnisse, Erfahrungen, Wiederholungen, Gewicht anhäufen oder lassen sie es nur notgedrungen zu, weil sie ihr Existieren nicht selbst beenden wollen oder können oder dies nicht zu dürfen meinen?
 
Ich habe meine 20er und 30er meinem Sohn gegeben, meine 30er und 40er meiner Tochter.
 
Seit 17 Jahren vegetiere ich in Hartz IV, in Armut, Ausgegrenztsein, seit neun Jahren in sozialer Isolation - infolge der langjährigen Armut, der nicht zugänglichen Mobilität - all den daraus wiederum zwangsläufig resultierenden Folgen.
 
Seit neun Jahren verlasse ich meine Wohnung - die ich immerhin noch habe, für die ich, wie für Nahrung, Kleidung, fließendes Wasser, Strom, sanitäre Anlage, Heizungswärme im Winter und Hausrat dankbar sein muss, da ich Politik und Gesellschaft ja als nutzlose, überflüssige, schmarotzende Ballastexistenz gelte: alleinerziehend, erwerbslos, absichtsvoll bis heute ledig, nicht vermögend - nur noch für den erforderlichen Lebensmitteleinkauf, bewege mich nur im winzigen, für mich fußläufig erreichbaren Kreis. Auf den immer selben Wegen.
 
Keine Sozialkontakte. Keine soziokulturelle, gesellschaftliche "Teilhabe", keine Begegnungen, keine Abwechslung, keine neuen Impulse, Anregungen durch, Austausch mit anderen Menschen, keine neu wachsen könnenden Beziehungen, Bindungen, keine Ausflüge in Natur, keine Reisen, Urlaube, keine Zugehörigkeit.
 
Isolation. Gezwungenermaßen. Der Armut wegen.
 
Hartz 4 ist offener Strafvollzug.
Armut ist ein Gefängnis, aus dem es lebenslang kein Entkommen gibt.
 
Das Bisschen verfügbare Geld benötigt meine Tochter. Es reicht nicht für uns beide - es reicht nicht einmal für wenigstens sie. Ihre gesamte Kindheit ist eine winzige, trostlose, farblose, eintönige, spärliche Kammer.
 
Meine Kindheit ist geprägt von zahlreichen Umbrüchen, Trennungen, Verlusten.
 
Meine leiblichen Eltern haben beide nie je für mich gesorgt, sich nicht gekümmert, nicht Verantwortung getragen, nicht Zuneigung, nicht Halt gegeben.
 
Jetzt bin ich 48, seit Jahren chronisch krank, abgemagert, ausgezehrt, dem bereits deutlich wahrnehmbaren Alterungsprozess ausgeliefert, der durch materielle Armut bekanntlich noch beschleunigt wird - der körperliche Abbau, Verfall, der Verlust der Vitalität, Attraktivität, Energie ... .
 
Ich habe von diesem Leben, von weiteren Jahren des bloßen Existierens, nichts mehr zu erwarten als nur noch weiteres isoliertes Vegetieren in meiner Wohnung, als weiteren unabwendbaren physischen und mentalen Verfall, als Krankheit, Leiden, Einsamkeit und Sterben.
 
Mir fehlt längst die Kraft, immer noch weiter zu kämpfen - um die Existenzgrundlage, für gute Verhältnisse für meine Kinder, gegen Behörden, Institutionen, Jobcenter, Gerichte - für das bloße, nackte Sein-, Existierendürfen, Vegetierenmüssen.
 
Seit mehreren Jahren bereits wünsche ich mir jeden Abend vor dem Einschlafen, am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen.
 
Bisher sah ich mich verpflichtet, für meine Tochter "durchzuhalten", weiterzuexistieren, zu vegetieren, zu kämpfen, zu entbehren, zu opfern, mich zu bescheiden. Da sie, im Gegensatz zu ihrem in Bälde 29-jährigen Bruder, noch nicht volljährig ist.
 
Ich wollte meine Kinder nicht im Stich lassen, sie nicht weggeben, abschieben, entsorgen, verlassen - wie es meine biologischen Eltern mit mir so getan haben.
 
Meine besten Jahre sind für immer vergangen, verloren - unwiederbringlich.
 
Die Jahre der Vitalität, Kraft, Energie, Neugier, Offenheit, Zähigkeit, die Jahre der Illusion von Zukunft, Perspektive auf Leben, auf Abwechslung, Selbstbestimmung, Gestaltungsmöglichkeit, konstruktives Tätigseinkönnen, Wertschätzung, Verbundensein - auf so etwas wie Heimat.
 
Ich bin 48.
 
Meine fast dreißig Jahre alleine geleistete Sorge-Arbeit und alles seit Kindheit Ertragene, Durchlittene, Bewältigte: ist nichts wert. Ist Dreck.
Für diese Gesellschaft, für Politik, Regierungen, den Staat. Für meine "Eltern". Für meine bereits verstorbenen Pflegeeltern. Für meine Kinder.
 
Keine Wertschätzung. Nirgendwoher. Niemals je.
 
Wünsche, ja, die hatte ich durchaus, ich hielt sie tatsächlich nicht für unbescheiden - in Anbetracht des Lebens, das wohlhabende, vermögende Menschen führen können.
 
Meinen leiblichen, spanischen Vater hätte ich gerne kennengelernt - dies schon seit meinem 13. Lebensjahr.
Bevor er verstirbt. Oder ich.
 
Mit meinen beiden Kindern hätte ich gerne in den vergangenen 30 Jahren gelegentlich Ausflüge in umliegende Natur, Landschaften, zu Kulturstätten unternehmen können, alle paar Jahre auch mal eine Reise ins europäische Ausland - Schweiz, Österreich (der von mir seit Kindheit geliebten Berge, der Alpen wegen), Frankreich und natürlich Spanien.
 
Meine "Haupt"pflegeeltern - die meine Großeltern hätten sein können, da ich im Alter von eineinhalb Jahren zu ihnen kam, als sie beide schon Anfang 50 waren, die deshalb von allen auch stets für meine Großeltern gehalten wurden, obwohl ich sie "Mama" und "Papa" nannte - hätte ich gerne so vieles noch gefragt, ihnen gesagt, mit ihnen gesprochen, bevor sie beide verstorben sind.
 
Ich sah sie zuletzt im Alter von 16 Jahren ein Mal kurz. Vor 32 Jahren. Seitdem nie wieder.
 
Meine leibliche "Mutter" sah ich das letzte Mal 1996, als mein Sohn drei und ich knapp 23 Jahre "alt" war. Seitdem nie wieder.
 
Meine "Mutter" hat meine Tochter nie gesehen, geschweigedenn kennengelernt, Gleiches gilt für meinen Sohn, den sie seit seinem dritten Lebensjahr auch nicht mehr sah, davor auch nur ein Mal, als er noch ein Säugling war. Nein, sie war nicht da, als er oder meine Tochter geboren wurden. Nein, sie betreute mich nicht, als ich im Wochenbett lag.
 
Meine "Mutter" hat sich niemals fürsorglich, verantwortungsvoll um mich gekümmert oder sich auch nur irgendwie für mich, meine Person, meine Belange, Sorgen, Nöte, Wünsche interessiert, mich stattdessen immer abgeschoben, entsorgt. Zu verschiedenen Pflegeeltern und in zwei Internate.
 
Sie war auch nicht da, als sich zwei mir nahegestanden habende Menschen im Alter von 17 und 21 Jahren das Leben genommen hatten. Silke. Christian.
 
Als ich zwei Jahre lang, im Alter von 14 und 15 Jahren, magersüchtig war, nur noch 39kg wog (bei einer Körpergröße von damals 1,65m), hat sie sich auch darum nicht "gekümmert", sondern dies durch ihren Psychoterror verursacht, sich dann erneut (in ein anderes Bundesland) aus dem Staub gemacht, mich bei neuen Pflegeeltern zurückgelassen, sich zuvor in ihrem Zimmer eingeschlossen, während ich an ihre Tür klopfte, weil es mir täglich physisch und psychisch sehr schlecht ging, ich ihre Hilfe, Fürsorge, Zuwendung, Halt brauchte. All das hat sie stets verweigert. Ihrer Tochter.
 
Umsorgt hat meine "Mutter" nur ihre beiden Katzen.
 
Trotzdem wäre mir nie in den Sinn gekommen, meiner Mutter das Sorgerecht entziehen zu lassen. Es hat mir auch niemand dazu geraten oder mich auf diese Idee gebracht - keine Schule, Lehrer, Schulleitung, kein Arzt.
Ich habe mich vielmehr noch bis ich Mitte 30 war um einen guten Kontakt zu meiner Mutter bemüht, wenn auch vergeblich.
 
Ganz anders mein Sohn, der mir im Alter von 16 Jahren gerichtlich das Sorgerecht entziehen ließ und es mir also auch tatsächlich durch das Familiengericht entzogen wurde, obwohl weder Kindeswohlgefährdung noch -schädigung vorlag. Einfach nur, weil er den damaligen Umzug von Hamburg nach Heidelberg in seiner Pubertät nicht mitvollziehen wollte, weil die Mütter zweier Freunde von ihm, vor allem eine der beiden, ihn dazu angestiftet, ihn darin aktiv unterstützt hatten und weil weder Jugendämter noch Familiengerichte (Heidelberg und Hamburg) tatsächlich helfen, es dort grundsätzlich, erfahrungsgemäß nicht um die Menschen, Kinder, Familien geht, sondern um Fälle und um die bequemste, kostengünstigste "Lösung" dieser Fälle. 
 
Ich hatte mich damals eigeninitiativ Hilfe suchend an das zuständige Jugendamt gewandt, um einen (idealerweise männlichen) Erziehungsbeistand gebeten (da mein Sohn in seiner gesamten Kindheit keine männlichen Bezugspersonen, keinen Vater hatte), wurde jedoch nur abgewimmelt und an eine Erziehungsberatungsstelle verwiesen, die uns ebenfalls nicht im Geringsten weitergeholfen hat.
 
Auch hatte ich vor unserem Umzug versucht, ihn, gemäß seines Wunsches, bei seinen Freunden unterzubringen oder über das Jugendamt, weil eben dies sein Wunsch war: unbedingt in Hamburg bleiben zu können, bei seinen Freunden, in seiner bisherigen Schule.
Aber weder die Eltern der Freunde, die ihn später dann zum Sorgerechtsentzug angestiftet und ihn darin unterstützt hatten, hatten sich damals bereit erklärt, ihn für noch ca. zwei Jahre, bis zu seiner Volljährigkeit, bei sich aufzunehmen (etwaig als Pflegekind, mit finanzieller Unterstützung des Jugendamtes) noch das Jugendamt wollte ihn in einer Jugendwohnung oder Ähnlichem unterbringen. Uns, denn mein Sohn war bei all den Gesprächen dabei, wurde gesagt, das sei viel zu teuer.
 
All das, das vorher vorgeblich nicht möglich gewesen war, fand nach dem Sorgerechtsentzug jedoch exakt so statt:
Erst kam mein Sohn, der in den Frühjahrsferien nach Hamburg gefahren und dann ohne mein Einverständnis dort geblieben war - in den Osterferien zuvor, als wir gerade erst drei Monate wieder in Heidelberg lebten, wo er geboren und die ersten vier Lebensjahre aufgewachsen ist, hatte ich ihn bereits ebenfalls mit €200,-, für uns ein Vermögen, mit dem Zug nach Hamburg fahren, seine Freunde besuchen lassen, da ich ja sehr gut nachvollziehen konnte, dass und warum er sie vermisste, war ich doch selbst im Alter von 14 Jahren von meiner mir fremden leiblichen "Mutter" ad hoc und gegen meinen Willen in ein anderes Bundesland, nach Niederbayern, verschleppt worden ... - bei der besagten Mutter seines Freundes bzw. bei deren Schwester unter, da deren Sohn bereits ausgezogen war, sie aus ihrer dann zu teuren Altbauwohnung jedoch nicht ausziehen wollte und mein Sohn ihr als Untermieter perfekt gelegen kam.
Später, nachdem es bei/mit dieser Frau nicht gut gelaufen war, wurde er dann in einem Jugendwohnheim in Hamburg untergebracht, bis er schließlich, wiederum mit auch finanzieller Unterstützung der wohlhabenden Eltern seiner Freunde und einer Stiftung, seine eigene Wohnung bezog.
 
All das hatte ich erst Jahre später erfahren, da mir von allen Involvierten - Eltern der Freunde meines Sohnes, Jugendamt - vier Jahre lang nicht mitgeteilt wurde, wo mein Sohn wie untergebracht war, welche Adresse er hatte. Mit mir wurde verfahren, als hätte ich ihn übelst misshandelt.
 
Niemanden - nicht die Eltern seiner Freunde, nicht das Jugendamt, nicht das Familiengericht - hatte es damals auch nur annähernd interessiert, was ich damals bereits wiederholt vorbrachte, anmahnte: dass, wie und warum es die Beziehung, Bindung zwischen meinem Sohn und mir sowie ihm und seiner kleinen Schwester dauerhaft beschädigen würde. Denn zwischen Heidelberg und Hamburg liegen 600 Kilometer räumliche Distanz und weder ich mit meiner damals dreijährigen Tochter noch mein Sohn hatten das Geld für Besuche, für die Zugfahrten. Nicht für eine einzige.
 
Meine damals erst dreijährige Tochter und ich hatten infolgedessen, nach nur einem Jahr, erneut umziehen müssen, da die damalige Wohnung nach Jobcenterkriterien nicht mehr "angemessen", zu groß/teuer war, ein Zimmer zu viel hatte: das Zimmer meines Sohnes, das wir übrigens auch nie genutzt hatten, seit er gegangen war, es stand einfach leer.
 
Wir hatten nur sechs Monate Zeit, eine neue, jobcentertaugliche (Sozial-) Wohnung zu finden und den neuerlichen Umzug zu bewältigen - ich alleine mit Kleinkind im Hartz4-Bezug, mit krankem Kind (meine Tochter hatte eine Stoffwechselstörung, es waren deshalb über die Jahre ihrer Kindheit vier Klinikaufenthalte erforderlich), ich selbst damals am Beginn meiner eigenen chronischen Erkrankungen.
 
Es gab dann auch Ungereimtheiten bei den Kindergeldzahlungen für meinen Sohn; die damals zuständige Kindergeldkasse hatte mehrere Fehler gemacht, mir wichtige Informationen nicht erteilt, mit der Folge dass bis heute von mir vorgeblich überzahltes Kindergeld zurückgefordert wird - durch den gnadenlosen Inkasso-Service der BA.
 
Ich war zur damaligen Zeit jedoch vorrangig mit meiner kleinen kranken Tochter, dem erneut erforderlichen Umzug und dem Sorgerechtsentzug - Jugendamt, Familiengericht, von mir anzufertigende Schriftsätze ... - befasst, hatte keinerlei Unterstützung, Beistand, Entlastung.
 
Ich habe also infolge des überstürzten "Weggangs" meines damals 16-jährigen Sohnes bis heute diese Kindergeld-Schulden.
 
Und bis heute ist unser aller Beziehung zueinander zerstört geblieben, da mein inzwischen fast 29-jähriger Sohn auch seiner mittlerweile 16-jährigen Schwester seit neun Jahren, seit auch sie und ich wieder in Hamburg wohnen, jeglichen Kontakt, Umgang verweigert.
Sie hatte sich viele Jahre gewünscht, mit ihm Kontakt zu haben, sie hätte diesen Kontakt dringend gebraucht, da auch meine Tochter außer mir keine weiteren Bezugspersonen hat. Und auch meinem Sohn hätte es für seine Persönlichkeitsentwicklung, Reifung sehr gut getan, sich mit seiner kleinen Schwester zu beschäftigen ... .
 
Aber wie beim Sorgerechtsentzug damals ging und geht mein Sohn seit Jahren nur den selbstbezogenen, egozentrischen, trotzig-sturen, selbstgerechten Weg - ohne Empathie, Mitgefühl für seine Schwester, der ein "großer Bruder" in all den Jahren sehr geholfen hätte ... . Nur ist er jetzt nicht mehr in der Pubertät, sondern fast 30 Jahre alt. 
 
Und ich habe weder ihn noch meine Tochter je vernachlässigt oder gar misshandelt, weder physisch noch psychisch.
 
Der Sorgerechtsentzug sützt sich übrigens auf ein fehlerhaftes Gutachten.
Der Gutachter hat mit meinem Sohn nur ein einziges Mal gesprochen, wie ich Jahre später von meinem Sohn selbst erfuhr. Im Gutachten enthalten sind mehrere Falschbehauptungen.
So läuft es bekanntlich üblicherweise, auch in anderen Fällen ab: Gutachter liefern das Gutachten, das der jeweilige Einzelrichter haben möchte, denn sie sind gerade nicht unabhängig, sondern werden zumeist vom jeweiligen Auftraggeber bezahlt: Gutachter.
 
Übrigens:
Ich rauche, saufe, kiffe nicht, werfe auch keine Pillen ein.
Ich trotze dem ganzen Jahrzehnte währenden Wahnsinn nüchtern.
Seit Jahren trinke ich nicht einmal mehr Kaffee (weil ich ihn nicht mehr vertrage).
Auch religiöser Glaube ist meine Krücke nicht.
 
Aber ja: Ich bin müde. Lebensmüde. Lange schon.
Physisch und psychisch erschöpft, "ausgebrannt". Lange schon.
 
Mein aktueller, wohl "letzer Wunsch":
Den nächsten Winter nicht mehr im hässlichen, in jeder Hinsicht kalten, abstoßenden Hamburg verbringen zu müssen, sondern in Heidelberg - wieder und das letzte Mal zurück in meine zumindest geographische Heimat ziehen und dort den Rest meines "Lebens" verbringen zu können.
 
Wenn es keine Menschen mehr gibt, bleiben nur noch Orte. Orte der Kindheit.
Meine sind Heidelberg und Umgebung, die Schweiz (Wallis) und Österreich (Tirol, Burgenland).
 
Das erste Mal war ich im Alter von 14 Jahren "lebensüberdrüssig". Mir fehlte heute nichts, ich bereute es nicht - nicht einen Tag, auch nicht die Geburt meiner Kinder, ich verzichtete, so ich die Wahl hätte, auf alles "Erfreuliche", würde mir zugleich auch alles Belastende, Beschädigende erspart - wäre ich damals gestorben.
Selbstbestimmt.
 
Es sind bereits 34 Jahre zu viel.
Zu lange. Überflüssig. Vergeblich. Sinnlos.
Und jeder weitere Tag legt seine ganze unnachgiebige, erbarmungslose Schwere, Last der Nichtigkeit, des Abgespaltenseins, beständigen, unabänderlichen Isoliertseins, der Gleichförmigkeit, des Entbehrens, der Existenznot darauf.
Zu viel. Zu lange. Sinnlos.
Zum darunter Zerbersten.
 
Keine Wurzeln - kein Himmel.
Keine Heimat.
 
Gleich, wieviele Jahre das Ausharren währt.
 
Wozu?
 
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update 19. April 2022
 
Vielleicht plätschert das Leben der meisten (?) Menschen so vor sich hin, in aller Alltagsbanalität, Gleichförmigkeit, weitgehenden Gefahrenlosigkeit.
 
Vielleicht sind ihnen mehrheitlich (?) äußere wie innere Kämpfe völlig fremd, unbekannt oder sie verdrängen sie - feige.
 
?
 
Vielleicht hängen sie sich an vermeintliche Gewissheiten, Sicherheiten, "Normalität" - entweder, um der (lebenslangen) Auseinandersetzung mit sich selbst, ihrem Denken, Fühlen, Tun und Unterlassen, ihren Entscheidungen, Überzeugungen, (Selbst-) Zweifeln, Ängsten, ihrer Verzweiflung, Haltlosigkeit, Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Sterblichkeit und e x i s t e n z i e l l e n Einsamkeit, ihrem Geworfensein, der Vergeblichkeit, Ausweglosigkeit und den Sinnfragen auszuweichen oder aber, weil ihrem Gemüt, Intellekt, ihrer Persönlichkeit all das grundsätzlich völlig fernliegt, solche Selbsterkenntnis, Selbstreflexion, emotionale Tiefe, Leidens-, Schmerzfähigkeit in ihnen nur spärlich vorhanden, nur rudimentär angelegt ist oder weil man ihnen all das zuzulassen abdressiert hat?
 
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update 14. Mai 2022
 
Meine Tochter hat keinerlei Erinnerungen mehr an unsere Zeit in Heidelberg, als ich mit ihr noch regelmäßig in die Natur ging: in den Wald, in den Weinbergen spazieren, zum Bierhelderhof den schönen Weg von Rohrbach aus, in den Wald in Sandhausen, auf die Neckarwiese ... .
 
Von diesen Spaziergängen und Spielplatzbesuchen abgesehen waren wir zweimal im Heidelberger Zoo, weil wir dort damals keinen Eintritt zahlen mussten. Hartz IV
 
Wir waren zweimal im von mir seit meiner eigenen Kindheit so geliebten Luisenpark in Mannheim und ein Mal fuhren wir mit der Bergbahn zum "Märchenparadies" auf dem Königstuhl.
Ein einziges Mal war ich mit ihr im Freibad, in Leimen.
 
Seit wir wieder in Hamburg wohnen, seit 2013, seit neun Jahren also, haben wir nichts gemeinsam unternommen. Nichts, außer ein paar Spaziergänge auf den immer gleichen zwei, drei Wegen hier im Stadtteil.
Da ich mir den ÖPNV nicht leisten kann, auch keine Gebrauchtfahrräder für uns beide, so hatte all die Jahre nur meine Tochter ein jeweils größen-, alterspassendes Gebrauchtrad.
 
Meine Tochter hat nichts erlebt, keine Abwechslung, keine Ausflüge in umliegende Natur, Umgebung, keine kulturellen Veranstaltungen, keinen Urlaub in Nachbarländern. Nichts.
 
Sie kennt nicht einmal die Stadt, in der sie seit neun Jahren "lebt", wohnt - nur unseren kleinen, außerhalb gelegenen Stadtteil.
Sie war noch nie an der Nord- oder Ostsee, noch nie im Harz, in der Lüneburger Heide, nie am Meer, nie in den Bergen.
 
Und genau so war es auch schon bei meinem inzwischen 29-jährigen Sohn, mit dem ich seit meinem 19. Lebensjahr ebenfalls allein alleinerziehend war.
 
Woran werden meine Kinder sich einmal erinnern, wenn sie (noch) etwas älter sind, wenn sie vielleicht eigene Kinder haben, wenn sie auf ihre Kindheit zurückblicken - woran werden sie sich erinnern, wenn sie an ihre (dann verstorbene) Mutter denken? An all die leeren, toten Stunden in Wohnungen.
 
Alles, das in ihrer Kleinkindzeit war, erinnern sie nicht - gemeinsames Keksebacken. Basteln ging schon nie, weil ich dafür keine Begabung habe und man auch dafür einen Grundstock unterschiedlicher Grundmaterialen braucht - und den Platz dafür.
 
Meine Tochter will längst schon keine Spaziergänge im Stadtteil mehr mit mir machen. Verständlich. Auf den Spielplatz geht sie auch nicht mehr. Klar.
 
Mein Sohn will seit seinem 16. Lebensjahr keinen Kontakt zu/mit uns, leider vor allem auch nicht zu seiner (Halb-) Schwester.
 
Seit 13 Jahren habe ich keinen Sohn mehr, hat meine Tochter keinen Bruder.
Großeltern oder andere Familie gibt es nicht.
Perspektive: gibt es nicht.
Nur noch Vegetieren, Abmagern, Krepieren in der Kammer.
 
Hartz IV
Je suis Ballastexistenz
Zu vernichten.
 
Dreißig Jahre, seit deinem 19. Lebensjahr, deine gesamte Jugend, vitalen Jahre, hast du fürsorglich g e g e b e n: zwei Kindern. Alleine.
 
Du hattest schon keine Eltern - fürsorglich, verantwortungsvoll, liebevoll, sie haben dich beide abgeschoben, ignoriert, im Stich gelassen.
 
Männer: woll(t)en dich letztlich immer nur ficken.
 
Wer geht eigentlich je mal mit dir wertschätzend, fürsorglich, liebevoll, gebend um - mit dir, als Frau, als Mutter, als Sorge-Arbeit-Leistende, Verletzliche, Versehrte.
 
Du, l e d i g, keine Ehemagd, wirst lebenslang für deine Autonomie, Selbstbestimmung vom Staat, von Regierungen, Regierenden, im Patriarchat mit Armut b e s t r a f t.
 
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update 14. Mai 2022
 
Nochmal zu den zahlreichen geleisteten Verzichten und Entbehrungen von Müttern, jedenfalls dann, wenn sie allein alleinerziehend, ledig und unbemittelt sind, zu über Jahre, Jahrzehnte geleisteter bedürfnisorientierter Fürsorglichkeit, Verantwortung:
 
- Tochter war letztes Jahr im Sommer, mit 15 Jahren, zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Restaurant, einem Bistro: Essen. Mit ihrer Freundin.
Niemals je zuvor mit ihrer Mutter. Kein Geld für zwei ... .
 
- Tochter war kürzlich, mit 16 Jahren, mit Freundinnen auf dem "Dom" (Hamburger Kirmes, Jahrmarkt, hier so bezeichnet), sie hat dort knapp €60,- ausgegeben.
 
All das und das im älteren thread bereits Genannte, ist nur möglich, weil die Mutter verzichtet: bei sich selbst.
Und das geht ETLICHEN unbemittelten Müttern im reichen Deutschland genau so! Soviel nochmal zum Mütterbashing.
 
Aber g e m e i n s a m können meine Tochter und ich nichts unternehmen.
Ich: sowieso nicht(s). Hartz IV, Armut, unten
 
- Tochter hat vor ca. 2 Jahren Bio-Schminke im Wert von insgesamt ca. €150,- bekommen, kürzlich auch ein Parfum.
Ich habe mir selbst in meinem ganzen Leben, bis heute nie Schminke für auch nur €100,- gekauft und hatte mit 16 noch kein Parfum.
 
- Tochter kann auch gelegentlich zum Friseur gehen, ich schneide mir die Haare seit 2017 regelmäßig selbst, weil ich nicht auch noch Friseur für mich bezahlen kann.
 
- Tochter hat auch das weit bessere secondhand-Handy als ich.
 
Und nochmal: Ich rauche, saufe, kiffe nicht, werfe keine Pillen ein, trinke seit Jahren nicht mal mehr Kaffee, weil ich ihn nicht mehr vertrage - aber es ist Kaffee da: für Tochter, weil sie gelegentlich Kaffee trinken möchte.
 
Aber klar: Müttern wie mir sollte man die Kinder wegnehmen. Weil sie ihnen, Zitat gelöschter twitter-account "MaedchensOpili":
"kein lebenswertes Leben zu ermöglichen in der Lage sind".
 
SO läuft das. Immer noch. Im maximal destruktiven, gewaltvollen Patriarchat. Frauen, Mütter attackieren, herabsetzen, entwerten, schwächen, beschuldigen, beschädigen.
 
Ihr seid so erbärmliche Wichte.
 
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Was dem am 14. Mai 2022 vorausgegangen war:
 
Jemand - der account "MaedchensOpili" wurde inzwischen gelöscht - hatte mir am 14.05.2022 bei twitter, anonym, wie üblich, "vorgeschlagen", meine sechzehnjährige Tochter in eine Pflegefamilie zu geben, da ich, Zitat gelöschter account: "nicht in der Lage" sei, "ihr ein lebenswertes Leben zu ermöglichen".
 
Nachfolgend einkopiert meine Repliken auf diesen Ratschlag:
 
Ganz sicher nicht - sie ist 16. Und ich wollte meine beiden Kinder nie weggeben - nicht nochmal das erleiden, das ich erleiden musste. Nicht, weil meine Pflegeeltern so schlecht waren, sondern weil es eine existenziell lebenslang prägende "Sache" ist - wurzellos.
 
Und es gibt eine viel einfachere, bessere Lösung: für alle ähnlich Betroffenen, Frauen, Mütter, Alleinerziehenden, Familien in Armut: mehr Geld, somit immense Entlastung, überhaupt erst Mobilität, Teilhabemöglichkeit hierdurch - Lebensqualität.
 
Aber "interessant" und typisch: Der erste Gedanke ist: Wie kann man die Kinder von ihren Eltern wegorganisieren. Nicht und stattdessen: Wie kann man Familien so helfen, dass sie gut zusammenleben können: Armut beheben. Mütter stärken, entlasten.
 
Und wenn man schon feststellt, dass jemand am Ende seiner schon rein physischen Kräfte ist, ist es ganz gewiss das Beste für diese Person, ihr noch zusätzlich in die Visage zu treten.
Vielleicht lässt du deinen Sadismus fachärztlich behandeln.
 
Deine empathielose Ignoranz lässt noch viel tiefer blicken. Deine bösartigen, herabwürdigenden, absichtsvoll verletzen wollenden Unterstellungen - "nicht in der Lage, deinen Kindern ein lebenswertes Leben zu ermöglichen" - noch weit tiefer.
 
Und nein, das hat in der Tat nichts mit Schuld, Schuldfrage zu tun, sondern mit Ursachen. Und nicht nur, aber auch hier sind die Ursachen letztlich alle auf materielle Armut, Hartz IV und eben hieraus resultierende Folgen zurückzuführen - angefangen von der fehlenden Mobilität, somit soziokulturellen Teilhabe, über damit einhergehenden, nicht möglichen Zugang zu medizinischer Behandlung in Facharztpraxen, Freizeitaktivitäten, Sozialkontakten, Abwechslung, neuen Eindrücken, bis hin zu fehlendem Geld für Zugang zu anwaltlicher Vertretung - die in den meisten, wenn nicht allen Fällen, jedenfalls meinen, gar nicht vonnöten wäre, da ich den gesamten Jobcenter-Kampf (Widersprüche, Klagen ...) dann nie hätte führen müssen, da ich den aktuellen Stress mit der Jugendmusikschule und allen involvierten Behörden(stellen) nicht hätte usw..
 
Darauf entgegnete der gelöschte account, u.a., ob mir mehr Geld helfen würde und was denn passiere, wenn ich dieses nicht erhielte, wenn es, Zitat "nicht kommt".
Meine Replik hierauf:
 
Ja, stelle diese Frage doch gerne unserer Regierung und Gesellschaft. Denn diesen gilt Sorge-Arbeit nichts - nicht als unentbehrliche, unersetzliche Arbeit, Leistung.
 
Stelle diese Frage Kinderschutzverbänden, Jugendämtern, Politikern:
Warum sie sehenden Auges Kinder und Jugendliche leiden lassen: Kinderarmut ist immer auch Mütterarmut - weltweit. Eben deshalb, weil Frauen Mütter sind und für ihre Arbeit, Leistung kein Einkommen erhalten, schon gar kein existenzsicherndes, sind sie weltweit mehrheitlich von Armut betroffen, belastet, beschädigt.
 
Und auf die Idee, die Mütter zu stärken, weil es Kindern nur dann gut gehen kann und wird, wenn es auch ihren Eltern gut geht, kommst du erst gar nicht.
Auch nicht darauf, dass Mütter auch Menschen sind - keine Versorgungsmaschinen, die beliebig benutzbar sind.
 
Und welche, wie zahlreiche Entbehrungen Frauen, alleinerziehende, mit Armut belastete Mütter über Jahre und Jahrzehnte für das Wohlergehen ihrer Kinder leisten, interessiert dich auch nicht im Mindesten, diese Tatsache übergehst du: vollständig.
 
Aber dafür, dass diese Frauen, Mütter Jahre und Jahrzehnte auf eigene ausreichende, gesunde Nahrung, auf Teilhabe, Freizeitgestaltung, Mobilität, Sozialkontakte und zahlreiches "Alltägliche" verzichten, damit einiges davon wenigstens ihren Kindern möglich ist, sollen diesen Frauen, Müttern dann auch noch die Kinder weggenommen werden - drauf geschissen, d a s s sie offensichtlich "gute Mütter" haben: bedürfnisorientiert! fürsorgliche, verantwortungsvolle, liebevolle.
 
Und nochmal randläufig: Das aktuelle Problem mit bspw. der Jugendmusikschule - von dieser geforderte Gebühren für zwei Monate, obwohl meine Tochter den Unterricht gar nicht in Anspruch genommen hat und ich nachweislich (vorhandene e-mail-Korrespondenz, die das beweist) im Vorhinein, vor der Anmeldung, intensiv, eigeninitiativ darum bemüht war, jegliche Kosten zu vermeiden - habe ich, weil ich meiner Tochter Unterricht an selbiger, im Rahmen unserer finanziellen Situation, ermöglichen wollte.
Meiner Tochter. Nicht mir. Genau.
 
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update 12. Mai 2022
 
Nochmal - Warum will ich zurück nach Heidelberg:
 
1. Ich bin dort aufgewachsen.
Da sämtliche "Bezugspersonen", vor allem meine Pflegeeltern, längst verstorben sind, es keine sonstige Herkunftsfamilie (mehr) gib, nie gab, bleiben nur noch Orte der Kindheit als Heimat. Mir jedenfalls. Vertrautheit ...
 
2. Als ich zwischen 2009 und 2013 - nach ca. 20 Jahren - erstmals wieder dorthin und damals schon aus Hamburg, zurückkam, dort für vier Jahre wieder lebte, gab es keine Enttäuschung für mich, im Gegenteil: das meiste war noch so, wie ich es von früher kannte, vor allem standen noch sämtliche Mietshäuser, in denen ich (in Wohnungen) aufgewachsen war, nahezu unverändert an ihrem alten Ort. Auch sonst hat die Stadt sich nicht zum Negativen verändert.
 
3. Alles für mich Wichtige war/ist dort für mich fußläufig erreichbar - innerhalb von 30 Minuten.
 
Ich konnte und könnte, so ich nochmals zurückkehren könnte, also alles - Lebensmittelgeschäfte, Facharztpraxen, NATUR (Wald, Felder, Weinberge ...) Freizeiteinrichtungen u.a.m. auch ohne Fahrrad, ÖPNV und sowieso Auto (das ich nicht habe, nie hatte) fußläufig erreichen.
 
4. Der ÖPNV war zwar auch in Heidelberg im Jahr 2013 schon teuer, für HartzIV-Verhältnisse, aber doch noch günstiger als die für mich hier in Hamburg erforderliche Monatsfahrkarte: inklusive "Sozialkarte".
 
5. In Heidelberg hatten unbemittelte Familien freien Eintritt in den Zoo
 
6. Ich hatte sowohl einen wunderbaren Hausarzt dort, der nach wie vor in bisheriger Praxis praktiziert und von dem ich ohne Bitten, auf seine Initiative ihn ohne Zuzahlung die für mich so wichtigen Eiseninfusionen regelmäßig erhalten habe.
Als auch hatten wir einen großartigen Kinderarzt in HD.
Beides entbehre ich hier, Hamburg, seit neun Jahren.
 
7. Ich hätte auch in Heidelberg nicht mehr Geld, aber die Möglichkeit der fachärztlichen Behandlung und die Möglichkeit des Erreichens von Natur: solcher, in der ich mich gerne aufhalte.
 
8. Mir gefällt Heidelberg unvergleichlich viel besser als das kalte, hässliche Hamburg mit seinen hässlichen Gehwegplatten, roten Klinkerbauten.
Ich will keinen Hafen, kein Meer, keinen Wind, keine Tiefebene, keinen Fisch - ich will BERGE, am liebsten Alpen: Schweiz, Österreich.
 
9. In Heidelberg beginnt der Frühling alljährlich früher, dauert der Sommer länger, sind die Winter milde - für mich genau das Richtige. Mich macht Kälte, Wind, Sturm krank, kostet mich Kraft, Energie, lähmt und schwächt mich: körperlich, gesundheitlich.
 
10. Und wie eingangs bereits geäußert: Es ist meine Heimat.
Hier in Hamburg gibt es das nicht - insbesondere keine Menschen, Beziehungen, keine Vertrautheit, kein Zuhause. Hier ist alles kalt, hässlich, fremd, steril - auch nach insgesamt 21 Jahren Hamburg immer noch. Immer.
 
Warum bin ich von Heidelberg weg und ein zweites Mal nach Hamburg gezogen:
 
Weil hier mein Sohn und der biologische Vater meiner Tochter leben und, wie schon beim ersten Mal, "der Liebe wegen".
Leider haben sich keine dieser Kontakte als Beziehungen "stabilisiert", im Gegenteil.
Insbesondere die "Beziehung" zwischen meiner Tochter und ihrem biologischen Vater als auch ihrem 13 Jahre älteren Bruder ist leider nach wie vor keine solche - auch in neun Jahren nicht "geworden", gewachsen. Aus Gründen.
 
Es gibt hier keine Familie, kein Zuhause - nicht Heimat.
 
Und es gibt hier, Hamburg, nicht einmal fachärztliche, notwendige medizinische Behandlung, seit neun Jahren nicht - mit entsprechenden Folgen ... .
Hier gibt es nur Vegetieren in der Kammer, in sozialer Isolation, wegen fehlender medizinischer Behandlung, Armut, unzugänglicher Mobilität, ÖPNV.
 
Hier gibt es nur noch Vegetieren, Altern, Verfall in sozialer Isolation - unwiederbringlich verlorene Lebensjahre.
Nicht einmal ein wenig Krafttankenkönnen in Natur, Sonne, Wärme, Halt finden in vertrauter, angenehmer, wohltuender Umgebung. Immerhin das gäbe es in Heidelberg.
 
Denn was es seit Jahrzehnten nicht gibt, nie gemeinsam mit meinen Kindern erlebt werden konnte und nie je zu erleben sein wird: Ausflüge in die nahe Umgebung, Natur, Landschaften, zu Kulturstätten, Urlaube, soziokulturelle Teilhabe, kulturelle Veranstaltungen besuchen ... .
 
Hartz 4 ist Dauerlockdown.
Einfach deshalb, weil in unserer Welt nur solche Menschen von Wert sind, nur jenen Lebensqualität, Lebensfreude, Selbstwirksamkeit, Gestaltung, Entfaltung zugebilligt wird, die erwerbstätig, die vermögend sind.
 
Wer arm ist, ist Dreck. Ballastexistenz.
 
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Aktualisierung am 30. April 2019
 
LiebeN bedeutet nicht Unterwerfung - weder aktiv noch passiv.
 
Wer liebt, gerne, von Herzen g i b t (materiell, immateriell, emotional, sozial), sorgt (bedürfnisorientiert fürsorglich ist), Verantwortung für den geliebten Menschen - gleich ob Kind, Partner, Freunde, Eltern ... - trägt, sich mit ihm befasst, auseinandersetzt, ist und bleibt dabei auch selbst bedürftig. - Du kannst nicht endlos nur geben und deine eigenen natürlich menschlichen Bedürfnisse (nach Fürsorge, Nähe, Wertschätzung, Zuwendung, Beistand, Rückhalt, Verbundenheit ...) übergehen l a s s e n, du wirst dadurch verbraucht, du wirst davon krank und (schneller) alt.
 
Als Frau, als - alleinerziehende, ledige, unbemittelte - Mutter bist du es zumeist, die gibt, sorgt, Verantwortung trägt, verzichtet, kämpft, erträgt, bewältigt ... : viele Jahre lang, jeden Tag - bis zum physischen und psychischen Zusammenbruch. Weil du kaum etwas zurückerhältst, weil Kinder nicht deine Bedürfnisse erfüllen können, es auch nicht sollen.
Ein Kind ist kein Partner, auch kein Partnerersatz. Kinder sind auch nicht die Freunde ihrer Eltern und umgekehrt.

Du gibst - und entbehrst, verzichtest. Jahre, Jahrzehnte lang. Jeden Tag.
Sie gehen aus dem Haus und ihrer Wege. Du bleibst alt, krank, verbraucht zurück und vegetierst, stirbst nur noch in Krankheit und Armut, w e g e n beidem.

"Mehr": war es nicht.

Ich habe mein Soll erfüllt. Seit meinem 19. Lebensjahr: mit zwei Kindern allein alleinerziehend in materieller Armut und inzwischen langjährig chronisch physisch krank.
 
Es gibt hier keine Mobilität, keine soziokulturelle Teilhabe, keine "Förderung" (durch Jobcenter bspw.), keine Perspektive auf je nochmal eine Verbesserung der Situation, nicht einmal auf die notwendige medizinische Behandlung (ebenfalls wegen der Armut, ihrer Begleiterscheinungen und Folgen, wie bspw. fehlende Mobilität, Nichterreichbarkeit von Facharztpraxen).
 
Es gibt hier keine "Resilienz" und keine Selbstwirksamkeit mehr.
Irgendwann ist einfach keine Kraft (zum Aushalten, Durchhalten, Ertragen, Kämpfen, Bewältigen) mehr vorhanden - weder physische noch psychische. Insbesondere dann nicht, wenn es keinen familiären, sozialen Beistand, Rückhalt gibt.
 
Wenn du jung, gesund, vital, attraktiv und naiv, aber alleinerziehend und arm bist, "findest" du noch "ausreichend" Männer, die dich ficken wollen, aber auf Beziehung und Verantwortung (für ein fremdes Kind) haben sie üblicherweise, mehrheitlich keine Lust.
 
Wenn du alt, krank, nicht mehr attraktiv, nicht mehr naiv, aber zusätzlich alleinerziehend und arm bist, willst du nicht mehr - noch zusätzlich - gefickt werden.
 
Du möchtest Wertschätzung (!), nicht-paternalistische, sondern bedürfnisorientierte, respektvolle Fürsorglichkeit, Nähe, Vertrautheit, Intimität, Leidenschaft(en), Zärtlichkeit, Mitgefühl (statt Mitleid), Verlässlichkeit, Verantwortung, Verbundensein, (mentale, intellektuelle) Anregung, Austausch - du möchtest einen Gefährten. Gleich, ob du jung warst oder alt bist.
 
Deine Kinder können und sollen dir solche Gefährten niemals sein. Dass einige Eltern das anders sehen, wollen, sich wünschen und ihre Kinder entsprechend behandeln, d.h. missbrauchen, ändert daran nichts.
 
Es ist anstrengend, sich allein und in materieller Armut um Kinder zu kümmern. Es ist Arbeit. Es ist Leistung. Und sie schwächt, verbraucht, insbesondere dann, wenn du selbst kaum je einmal regenerieren, auftanken kannst: physisch und psychisch-emotional. Wenn du alles alleine organisieren, ertragen, bewältigen, verantworten musst und dabei das Geld nicht einmal für ausreichend gesunde Nahrung für die Kinder und dich vorhanden ist, obwohl du schon Jahre und Jahrzehnte selbst zurücksteckst, verzichtest, entbehrst.
 
Du erhältst dafür weder von "Staat", Regierungspolitik noch Gesellschaft noch deinen Kindern Anerkennung, Wertschätzung.
Nichts. Nada, niente, nothing.
 
Du vegetierst nur noch: krank, alternd, sozial isoliert in Armut. Bis du schließlich krepierst.
 
Frau, Mutter, Sorge-Arbeit-Leistende - ledig, arm, alleinerziehend, seit 27 Jahren nonstop (im Jahr 2020). In Deutschland.
 
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich wollte nie heiraten und nie einen "Versorger". Und so bis heute. Was fair/geboten wäre: ein existenzsicherndes Sorge-Gehalt (keine Herdprämie) für alle Sorge-Arbeiter_innen, auch häuslich Pflegende und ein echtes, menschenwürdiges BGE.
 
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Die siechende Armut zum selbstgerechten Reichtum:
 
Lebenslang hast du nur gierend, geizend genommen.
Lebenslang habe ich dir gegeben.
 
So wirst du immer fetter - und doch nie satt, während ich vor deinen trüben Augen verhungere.
 
Reich bist du an Totem nur, in deinem Herzen warst du es nie.
Lebenslang.
 

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