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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Krieg und Frieden - Regierungen, Militär, Armee - Staat. Macht. Gewalt.

 
update 20. November 2023
 
Was, wenn alle Männer weltweit den Kriegsdienst verweigerten?
Warum gehen Menschen, vor allem Männer immer noch freiwillig zum Militär? Da ansetzen.
 
Da schließt sich dann auch der Kreis zu Nation, Staat, "Wirtschaft", zu männlich, zu von Anfang an patriarchal-autoritär geprägter Ökonomie, inkl. Kapitalismus, Vermögen, Kapitalakkumulation, Ausbeutung, Armut, Krieg ... .
 
 
Mann könnte das - global - durchaus beenden, überwinden, emanzipatorisch. Vor allem ohne Glaube, Aberglaube, Gottes-Wahn, Religion/Ideologie, Selbstbetrug, ohne kompensatorisches Streben nach Macht, Herrschaft, Unterwerfung, Ausbeutung.
 
Erich Fromm - "Die Krise der patriarchalischen Ordnung":
 
Staat, Markt, Geld, Krieg:
 
Augenfällig gibt es aber global noch immer zu viele dieser unreifen, intellektuell, sozial und emotional minderbemittelten, konservativen, patriarchal-autoritären Männer, Männchen, die "ihr Land mit der Waffe in der Hand verteidigen" wollen, das als wertebasiert framen.
 
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27. Januar 2023
 
Man "gewinnt" keine Kriege. Krieg ist kein sportlicher Wettbewerb.
Es geht um Macht (siehe Narzissmus), Kontrolle, Einfluss, Deutungshoheit, geostrategische und wirtschaftliche Interessen, Vorteile, Privilegien - Unterwerfung, Ausbeutung. Destruktivität.
 
Krieg "gewinnen", von "Sieg" im Zusammenhang mit Krieg, Gewalt, Getöteten, Leidenden, Verletzten, Militär zu sprechen - gerade so, als handle es sich um einen sportlichen Wettbewerb - ist patriarchal-autoritäre, narzisstische Kackscheisse. Grundsätzlich. Von jeher. Überall.
 
02. Dezember 2023
 
Da mir entgegenet wurde, es gebe, Zitat "im Krieg Sieger und Besiegte", das sei "eine Realität", meine Replik hierauf:
Wer andere absichtsvoll vernichtend beschädigt, insbesondere als Staat, mit Gewalt, Waffen, Militär, ist kein Sieger und kein Gewinner, sondern eine autoritäre, machtgeile, destruktive, vor allem unreife, erbärmliche Wurst.
Niemals je wurde Frieden durch Krieg, Gewalt geschaffen.
 
Krieg "gewinnen", von "Sieg" im Zusammenhang mit Krieg, Gewalt, Getöteten, Leidenden, Verletzten, Militär zu sprechen - gerade so, als handle es sich um einen sportlichen Wettbewerb - ist patriarchale, autoritäre, narzisstische Kackscheisse. Grundsätzlich. Von jeher. Überall.
 
12. Juli 2022
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Konkurrenz, Übervorteilung, Macht, Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen auf dieser Erde.
Menschenrechte, Menschenwürde.
 
28. Oktober 2023
 
Wer führt denn Kriege? Weltweit sind das von jeher Männer.
Warum Kriege nach wie vor "geführt", getätigt werden: weil es um Ideologie, inkl. Religion/Glaube, Macht, Vorteile, Geld geht. Patriarchat.
 
02. Mai 2022
 
Sobald man einen Staat (!), nicht: Zivilpersonen in akuter lebensbedrohlicher Notwehrsituation, aus strategischen, politischen, ideologischen Gründen mit militärischen Mitteln, mit Rüstung, Waffen "verteidigt", tätigt man genau das: militärische Waffengewalt: Gegenschlag.
 
16. April 2022
 
Was mich betrifft: Ich bin sicher, dass Waffenlieferungen, Aufrüstung, "Abschreckung" mittels (Atom-) Waffen, Militarisierung, Drohgebärden, Gegenschläge grundsätzlich nie je und nirgendwo je Kriege beenden, Frieden schaffen, erhalten. Pazifismus, Vernunft statt Gewalt.
 
31. März 2022
 
Wer macht denn Politik, wer trifft - welche - politischen Entscheidungen wo, wann, wie, aus welchen Gründen, vor welchen politischen und je persönlichen! Hintergründen, Einstellungen ... ? Sind das Maschinen, Roboter oder Menschen: Persönlichkeiten, Individuen?
 
Und d a s ist doch global nach wie vor das Kernproblem, in Gesellschaft, im zwischenmenschlichen Miteinander, somit auch in Politik, Regierungspolitik:
Welche Personen, Persönlichkeiten, Individuen da weshalb wie agieren.
Autoritarismus, patriarchales Weltbild, Menschenbild.
Wer agiert weshalb aggressiv, despotisch, ignorant, selbstgerecht, übergriffig, drohend, übergriffig?
Wer will welche - zumeist nur je eigenen - nationalstaatlichen Interessen durchsetzen: mit welchen Mitteln, inkl. militärischer Aggression ..., zu welchem Preis, mit welchen Folgen?
 
30. April 2022
 
Es geht bei Pazifismus, wenigstens Deeskalation nicht darum, "wer schuld ist", wer Aggressor ist, auch nicht um Begriffe, Definitionen von "Kriegseintritt", sondern genau darum: Deeskalation.
 
28. Januar 2023
 
Krieg kann niemals "feministisch" sein, hat mit Feminismus nicht das Mindeste gemein.
Feminismus steht Krieg diametral entgegen.
Eine jede Frau, die Krieg, Militär, Armee befürwortet, gar proklamiert, propagiert, ist eines gewiss nicht: Feministin.
 
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21. September 2023
 
Wem tatsächlich an Frieden, an gewaltfreier Konfliktbewältigung gelegen ist - nicht an Rache, Macht, Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen, Ausbeuten - wird sich aktiv, eigeninitiativ, ausdauernd darum bemühen. Mittels Kommunikation, Dialog, ggf. Mediation und entsprechendem Verhalten, Taten.
 
Wer keinen Frieden will, das heißt: wer sich nicht je selbst, persönlich, eigeninitiativ, aktiv, ausdauernd, beharrlich, mitfühlend darum - um gewaltfreie, effektive Konfliktbewältigung, Verantwortungsübernahme, Wiedergutmachung, Versöhnung - bemüht, w i l l offensichtlich Krieg.
 
Konflikte, gleich ob auf "privater" oder politischer Ebene, inkl. Krieg, behebt man nicht effektiv, wenn die Konfliktbeteiligten oder einer derer keinerlei Einsicht, Entgegenkommen, Versöhnungsbereitschaft zeigt, nur auf seinem vermeintlichen "Recht", auf Macht beharrt.
 
Das Streben nach Macht, Herrschen, Autoritarismus, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung, Erfolg, ist ein s t e t s kompensatorisches, gründet sich auf soziale, emotionale und intellektuelle Unreife.
 
Wenn man das vernunftbasierte, deeskalierende, zugewandte Nachgeben bzw. den Verzicht auf Rache, Vergeltung, Gewalt, Gegenschläge als, Zitat "Kapitulation" bezeichnet, muss man Menschen wie Gandhi und Feindesliebe (!) für Feigheit und Idiotie halten.
 
Mitgefühl, Verständnis, Entgegenkommen, Handreichung, Brückenbau: ist nicht dasselbe wie Unterwerfung, Masochismus, Märtyrertum.
Es ist Einsicht, Erkenntnis, Vernunft, Reife, Liebesfähigkeit.
 
Frieden schaffen und erhalten bedeutet nicht, den anderen vor ein Ultimatum zu stellen, ihn zu unterwerfen, zu manipulieren, arglistig zu täuschen - also nach wie vor oder erneut: zu beschädigen.
Es ist kein "Friss oder stirb!". Es geht nur mittels Dialog. Und Mitgefühl.
 
 
Wenn und so lange eine Seite, eine der am Konflikt beteiligten Parteien auf ihrem vermeintlichen Recht, auf Macht beharrt, trotzig, selbstgerecht, unempathisch, unversöhnlich ist und bleibt, den Dialog verweigert: wird, k a n n es keine Brücke geben.
 
Und nochmal: Frieden gibt es nur durch Dialog - Verständnis, Empathie, Mitgefühl, Fairness, Vertrauen, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Ehrlichkeit.
Nicht mit Trotz, Sturheit, Verweigerung, Angriff, Flucht, Macht, Herrschen- und Unterwerfenwollen, Gewalt.
 
Der Weg des Herzens verläuft bisweilen nicht in der Spur des Verstands, ist dennoch immer der Weg der Vernunft. Liebe, Güte, Erkenntnis sind untrennbar miteinander verschwistert.
 
Krieg ließe sich - längst schon - beheben, bewältigen und diesem vorbeugen: global Autoritarismus und Ideologien, inklusive Religion/en, also emotionale, soziale und intellektuelle Unreife, also das Patriarchat inkl. Kapitalismus überwinden, Armut beheben, Mitgefühl stärken, Konflikte gewaltfrei lösen.
 
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01. Dezember 2023
 
Noch einmal:
Es kann, es wird so lange keinen Frieden geben, als eine Seite ihren Anteil am Konflikt nicht einsehen, zugeben will, es ihr um Durchsetzung nur ihrer Interessen und um Macht geht.
 
Nein, Problem ist nicht "der Mensch, die Menschheit", sondern s o l c h e Menschen.
 
Es sind autoritäre, oft narzisstische, jedenfalls antisoziale, sich entsprechend verhaltende Menschen, selbstgerecht, ohne Fein- und Mitgefühl, herrisch, trotzig, unversöhnlich - unreif.
 
Nicht "der Mensch, die Menschen, die Menschheit" ist das Problem - es sind oben beschriebene, patriarchal-autoritäre Menschen, ja, es gibt auch solche Frauen, mehrheitlich sind es weltweit aber Männer. Eben dies zeigt die Geschichte in aller Deutlichkeit.
 
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27. August und 19. September 2022
 
Anmerkungen zu oben verlinkter arte-Doku "Wie werden wir Kriege los?" (vom 29.07.2022)
 
1. Ein Konflikt kann grundsätzlich nie durch Trotz, Abwehr, Verweigerung, Verdrängung, Leugnung, Flucht, Schuldumkehr, Machtdemonstration, Gehorsamerzwingen, Unterwerfen, Beherrschen-, Unterdrückenwollen, Gewalt, inklusive Strafe (Sanktionen), konstruktiv, wohltuend bewältigt werden - all das Genannte schürt, verschärft und zementiert ihn nur.
 
All das ist nicht Ausdruck von charakterlicher, intellektueller, sozialer, emotionaler, moralischer Stärke, gar Überlegenheit, sondern von Unreife.
 
2. Jeder einigermaßen reflektierte erwachsene Mensch wird je persönlich aus eigener Erfahrung wissen, dass das Folgende, in der Dokumentation ebenfalls Genannte, für gewaltfreie, konstruktive, wohltuende Lösung eines Konflikts - gleich, ob auf sogenannt privater, direkt zwischenmenschlicher oder politischer, zwischenstaatlicher Ebene - stets erforderlich, unumgänglich ist.
 
- Empathie und Mitgefühl (ist nicht dasselbe, Mitfühlen geht über Einfühlen weit hinaus) für den anderen, im Konfliktfall also den "Feind", Gegner, das jeweilige Gegenüber, den Konfliktpartner.
Denn ja, es handelt sich stets um Beziehungen, siehe hierzu die Äußerungen von William Ury in der arte-Dokumentation.
 
- Perspektivwechsel, die Perspektive des anderen, des "Gegners", Konfliktbeteiligten einnehmen können und wollen, sich in seine Lage versetzen, wofür u.a. Empathie unabdingbar und die entsprechende vernunftbasierte Bereitschaft sowie Differenzierhungsvermögen erforderlich ist, die Situation aus seiner Sicht rational und emotional erfassen.
 
Hierzu gehört, die Gedanken, Interessen, Bedürfnisse, Gefühle, Einstelllungen, Überzeugungen, Ängste, Fragen, Zweifel, Sorgen, Belastungen, Verletzungen, Beschränkungen, spezifischen Umstände, Hintergründe und Wünsche des jeweils anderen wahrzunehmen, als vorhanden zu erkennen und zu respektieren.
 
Diese müssen deshalb jeweils von beiden Seiten, Parteien ehrlich, wahrhaftig, couragiert kommuniziert, offengelegt werden. Manchmal zeigt sich dabei, dass einiges ihnen selbst bisher noch nicht bewusst war.
 
Infolgedessen kann schließlich auch eine "übergeordnete" Perspektive, in der arte-Doku "Balkon" genannt, erlangt werden. Der Konflikt wird von außen oder "oben" betrachtet, hierbei sind weitere Involvierte und Beteiligte hilfreich, zumeist unentbehrlich:
 
- Mediation, Vermittlung durch sowohl beteiligte als auch neutrale "Dritte".
Dies können sowohl Einzelpersonen, Individuen - so bspw. Beteiligte, insbesondere jene, die unter dem Konflikt leiden, die Bevölkerung bspw. oder in Familien Kinder und andere Involvierte, Belastete - als auch neutrale Vermittlungspersonen und/oder -instanzen sein.
 
Sie helfen bei den Verhandlungen, helfen, Empathie, gegenseitiges Verständnis zu fördern, die Beteiligten ggf. überhaupt erst, häufig auch immer wieder erneut "an einen Tisch" zu bringen, ihnen jeweils die Situation des Gegenübers auf neue, andere, ungewohnte Weise darzulegen, beiden Seiten Gehör zu verschaffen, Raum, Geltung für die jeweilige Position zu ermöglichen und emotionale Auseinanderseztungen nicht eskalieren zu lassen.
 
- Ausgleich, Entschädigung, Wiedergutmachung
Wer jeweils was wem wie "ausgleicht", in welcher Form und Dauer Wiedergutmachung jeweils angemessen, wohltuend, vielleicht sogar heilend ist, darauf verständigen, einigen sich die Konfliktparteien zuvor und unter Einbeziehung ogen genannter "Dritter": Vermittler, Mediatoren, vor allem aber aller involvierten Belasteten, Benachteiligten, zuvor Ausgegrenzten, Übergangenen und Beschädigten.
 
- Verzeihen und Versöhnung
Die abschließende Versöhnung, nach vorausgegangenem Verzeihenkönnen aufgrund erfolgter, angemessener Wiedergutmachung, ist unverzichtbar, da nur so - nach beidseitig aktiv, engagiert bewältigtem Konflikt inklusive Ausgleich/Wiedergutmachung - wieder eine klare, bereinigte, neue Ausgangssituation gegeben ist, die ermöglicht, dass die einstigen Konfliktparteien nun wieder ohne Groll, Wut, unterschwellig schwelende Rache-, Vergeltungsgedanken, Angst, Befürchtungen, Misstrauen friedlich und respektvoll mit- oder zumindest nebeneinander leben können.
 
Der Aspekt des gegenseitigen Vertrauenkönnens, der Verlässlichkeit, Verbindlichkeit ist hierbei für die Gegenwart und Zukunft der jeweiligen Beziehung (siehe oben) basal und tragend.
Sowohl Wiedergutmachung als auch Versöhnung sind zumeist langwierige Prozesse.
 
3. Wie bekommt man auch sture, selbstgerechte, weniger reflektierte, empathische, mitfühlende Konfliktparteien an den Verhandlungstisch?
 
Indem man ihnen aufzeigt, sie infolgedessen leichter, schneller selbst zu der Erkenntnis und Einsicht gelangen, dass das Fortführen des gewalttätigen, destruktiven Konflikts auch ihnen selbst (langfristig) mehr Nachteile, ggf. auch Schaden/Schäden bringt als die Konfliktbewältigung.
 
4. Nein, Demokratien sind nicht "das Mittel der Wahl, die beste Regierungsform".
Nein, das Problem ist auch nicht, dass Demokratien so "fragil, anstrengend, kompliziert" sind.
 
Es wird in der arte-Dokumentation leider nicht zwischen Demokratieformen unterschieden: repräsentative, indirekte und direkte Demokratie.
 
Das Problem der weltweit bestehenden nur indirekten Demokratien ist eben das der fehlenden oder doch sehr eingeschränkten, nur rudimentär vorhandenen Teilhabe, Mitbestimmungs-, Mitentscheidungs-, Mitgestaltungsmöglichkeit der jeweiligen betroffenen Bevölkerung, (Zivil-) Gesellschaft sowie auch einiger ihrer Gruppen, insbesondere Minderheiten, die durch das Mehrheitsprinzip der Demokratie inhärenterweise missachtet, übergangen, benachteiligt, ausgegrenzt, häufig auch belastet und sogar beschädigt werden.
 
Menschen sind nicht "gegen das Wertefundament der Demokratie", sondern gegen indirekte, repräsentative, häufig exkludierende "Demokratie" - gegen Entscheidungen und Vorgehensweisen ihrer Regierungen.
 
Es kommt dann nicht selten zu r e a k t i v e r Aggression und Gewalt, weil einige oder viele Menschen sich mit ihren Sorgen, Nöten, Belastungen, Bedürfnissen, Wünschen, Gedanken, Vorstellungen, Werten, Lebensformen - oft seit geraumer Zeit bereits oder auch zunehmend - nicht oder nur sehr unzureichend wahrgenommen, ernstgenommen, einbezogen, respektiert erleben, weil sie von insbesondere Regierenden, von Exekutive, Legislative, Judikative, der (vorgeblichen oder tatsächlichen) "Mehrheit" und Medien, siehe Meinungsbildung und Propaganda, missachtet, übergangen, gegängelt instrumentalisiert, ausgebeutet, auch schikaniert, verachtet, ausgegrenzt, bestraft, beschädigt werden.
 
Abhilfe schüfe hier direkte "Demokratie" bzw. Soziokratie mit enthaltenem, auch auf nicht-staatlicher Ebene bereits angewandtem, sehr gut funktionierenden Konsentprinzip, siehe systemisches Konsensieren.
 
Ja, Demokratie, Soziokratie lässt sich nicht oktroyieren, "exportieren", kolonialisieren, überstülpen, sie kann sich nur in der jeweiligen Gemeinschaft, Gesellschaft, Kultur "von unten" herausbilden und verankern.
Letztlich ist das an den je persönlichen und dann kollektiven Reifegrad (Persönlichkeitsreife) der jeweiligen Gemeinschaft, Gesellschaft, ihrer Mitglieder, Individuen, gebunden.
 
Überall dort, wo nach wie vor überwiegend patriarchale Strukturen, Traditionen, Religionen/Ideologien vorherrschen und praktiziert werden, wo also insbesondere Frauen in Gesellschaft, Gemeinschaft, Familie, Alltag, öffentlichem Raum, Politik, Wirtschaft, Kultur, von Justiz ... benachteiligt, ausgegrenzt, auch gänzlich ausgeschlossen, diskriminiert, bedroht, unterdrückt werden und auch physisch intensiv verletzt, verstümmelt, misshandelt, sogar getötet (Femizid) werden "dürfen", können und werden, gibt es entsprechende Gesetze, Gepflogenheiten, Traditionen, Regeln. Demokratie und Soziokratie können sich dort nur schwer, langsam, wenn überhaupt, ausbilden.
 
Es muss das gemeinsame wie je persönliche Bemühen und Ziel folglich sein, Frauen und Mädchen weltweit zu stärken, zu schützen, zu respektieren, wertzuschätzen, gleichberechtigt, gleichwertig, gleichwürdig, menschenwürdig gerade schon als Kinder zu behandeln, sie mitbestimmen, mitentscheiden, mitgestalten zu lassen und Jungen zu sensibilisieren, das auch ihnen (wie allen Menschen, Primaten) angeborene Mitgefühl zu stärken prosoziales Verhalten zu fördern, Ausbeutung, Unterdrückung, Unterwerfung, Machtgebaren zu unterlassen - das Patriarchat, Autoritarismus und global destruktiven Kapitalismus (auch Neoliberalismus) zu überwinden.
 
Weltweit waren und sind sämtliche sogenannten Matriarchate - matrilinear, matrifokal lebende Kulturen, Gemeinschaften - durch Gewaltlosigkeit gekennzeichnet. Siehe bspw. die Khasi, Mosuo und Minangkabau.
Wer dazu Belege sucht, findet sie im blog unter "Patriarchat".
 
Was für gewaltfreie, effektive Konfliktbewältigung und Friedenssicherung erforderlich ist, ist sowohl Kommunikation, Dialog als auch nonverbale, entgegenkommende, freundliche, zugewandte, dem anderen wohltuende Gesten, Taten.
 
Kurzfassung, was für gewaltfreie Konfliktlösung bei allen Beteiligten, Verantwortlichen erforderlich ist:
 
- Empathie und Mitgefühl (ist nicht dasselbe)
- Perspektivwechsel
- Vermittlung durch neutrale Dritte, Mediation
- Ausgleich, Wiedergutmachung
- Verzeihen u n d Versöhnen
 
Selbstredend ist ebenso unerlässlich, dass je eigene gemachte Fehler, Irrtümer, Fehlverhalten, verursachte Schäden zugegeben werden und aktiv, eigeninitiativ das verletzte, geschädigte Gegenüber um Verzeihung gebeten wird. Stichworte Schuldeinsicht, Reue (Mitgefühl), Verantwortungsübernahme.
 
Diese Schuldeinsicht, rationale Ebene, und Reue, emotionale Ebene, das wahrhaftige, nicht aufgezwungene, nicht gespielte Bereuen der eigenen Tat, der eigene Schmerz wegen des Leids des Verletzten, entwickelt sich nur auf Basis von - wiederbelebtem - Mitgefühl.
 
Erst und nur dann hat der jeweilige Täter das eigene Bedürfnis (!), das Opfer oder die verletzte, geschädigte Person, wahrhaftig um Verzeihung zu bitten und Wiedergutmachung zu leisten: weil es ihn, den Täter, selbst intensiv schmerzt, ihm Leid verursacht, dass, wie und warum das Opfer leidet.
Dieser Schmerz wird dem Täter nur dadurch genommen, dass das Opfer ihm seine Tat verzeiht. Für dieses Verzeihenkönnen des Opfers ist wiederum die Schuldeinsicht, Reue, Verantwortungsübernahme und angemessene Wiedergutmachung des Täters unentbehrlich.
Danach: Versöhnung - Frieden schließen, Frieden ermöglichen, erhalten.
 
Was vielen Tätern fehlt oder woran es ihnen erheblich mangelt, ist eben dieses (jedem Menschen jedoch ursprünglich angeborene) Mitgefühl. Ihr Mitgefühl ist "nicht mehr intakt". Oft schon seit ihrer Kindheit nicht mehr. Siehe bspw. antisoziale PKST (ASP), pathologischer Narzissmus, Psychopathie, Sadismus.
 
Was sowohl "privat" , siehe "Erziehung", Familie, als auch politisch Mitgefühl untergräbt, ist Autoritarismus - stets kompensatorisches Machtstreben, Kontrolle, Härte, "Strenge", Druck, Zwang, Strafe, Gewalt, Dressur, Gehorsam erzwingen, Unterdrücken-, Unterwerfen-, Beherrschenwollen, bis hin zu Sadismus - und Kapitalismus, inkl. diesem inhärenten Sozialdarwinismus und Egozentrismus, Antisozialität.
 
Noch einmal Arno Gruen zitierend:
"Der mitfühlende Mensch kann Kriege beenden."
 
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16. Januar 2023
 
Ich fordere Entmilitarisierung: aller Länder. Global.
Wider Nationalismus, Patriotismus, Etatismus.
 
Nachfolgend ausführlich begründet.
 
Das grundlegende Problem ist die immer wieder bemühte, die nach wie vor massiv verbreitete, ideologische, religiös verbrämte, primitive Gut-Böse-Dichotomie, der Gut-Böse-Dualismus, siehe Manichäismus, Gnosis - der sich bis heute in patriarchal-autoritären Religionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus ...), Ideologien, Mythen, Geschichten, bspw. "Herr der Ringe", "Star Wars", "Harry Potter" sowieso der Bibel findet.
Siehe aber auch Aberglaube, Esoterik, nur vermeintliche Spiritualität.
 
Es sind Menschen, die agieren, die glauben, fühlen, denken, Vorstellungen haben, geprägt, oft auch seit Kindheit beschädigt sind: psychisch-emotional. Durch Autoritarismus, sogenannte "Erziehung", durch ideologische Indoktrinierung, psychische und physische Gewalt.
Menschen schreiben dann entsprechende Geschichten, Romane, malen "entsprechende" Bilder, konstruieren sich einen entsprechenden, anthropomorphen, strafenden, rachsüchtigen, gewaltvollen, männlich attributierten, grausamen "Gott" - ein Hirngespinst, eine Krücke.
 
Ich wiederhole es noch einmal - mit Verweis auf Erich Fromm, Arno Gruen, Ludwig Feuerbach, David Hume u.a.m.:
Glaube, "Gott" ist Aberglaube, ist Wahn, Gottes-Wahn, ist Ideologie, ist: internalisierter Autoritarismus, ist soziale, emotionale und intellektuelle Unreife.
 
Ich persönlich halte grundsätzlich weder "Vollkommenheit" (fraglich schon, was wer weshalb damit meint) noch die vereinfachte Gut-Böse-Dichotomie für hilfreich oder erstrebenswert, da unterkomplex und zumeist auch religiös, also ideologisch konnotiert.
 
Das sogenannte "Böse" zeigt sich generell darin, dass und dann, wenn:
das einem jeden Menschen angeborene, genetisch angelegte Mitgefühl mit dem anderen, mit anderen Lebewesen (nicht nur Menschen) taub, blind, stumm geworden ist. 
 
Keine Überzeugung, keine Ideologie und kein Befehlsgehorsam kann ein intaktes Mitgefühl, dessen natürliche Vehemenz, Intensität, ignorieren, übergehen.

Erst dann, wenn das Mitgefühl, die basale, intrinsische Moral, die auf emotionellem, affektiven Mitfühlen beruht, erheblich betäubt, beschädigt ist - und das zumeist seit der Kindheit bereits - kann "das Böse" wirken; und keine religiös, keine ideologisch oktroyierte Moral, auch keine ausschließlich vernunftbasierte Ethik vermag dem dann noch vollständig oder angemessen Einhalt zu gebieten.

Die intrinsisch motivierte, im Gegensatz zur religiös, ideologisch oktroyierten Moral, das angeborene Mitgefühl ist essentielle Voraussetzung, ist basale Grundlage jeglicher rationalen Ethik.
Einer Ethik ohne Mitgefühl sind inhärenterweise Tür und Tor zu Missbrauch und Pervertierung geöffnet.
 
Kein Mensch wird ohne Mitgefühl, kein Mensch wird "böse" geboren. (...)
Ausführliche Argumentation dazu in untem verlinkten blog-Eintrag zu Empathie und Mitgefühl.
 
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14.03. und 16.03.2024
 
Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger, FDP: Schulen sollen Schüler auf den Kriegsfall vorbereiten ...
 
"Zivilschutzübungen, Zivilschutz, Katastrophenschutz, Sicherheit" - permanent Krisen, Notfall, Ausnahmezustand ausrufen, diesen dauerhaft installieren, Angst schüren, Stress verursachen, Menschen dadurch schwächen, zermürben, kontrollierbar halten, instrumentalisieren.
Siehe auch Sirenen (eindringlicher Alarm), Warntag, Probealarm.
 
Irgendwie fing alles 2020 an: Corona, Covid 19, Pandemie, im Anschluss Krieg - Ukraine, Russland, usa, Israel, Gaza, Nahostkonflikt, Transgender, Transideologie, Klimawandel ...
Eine Kastastrophe, ein Erregungs-, Ausnahmezustand nach dem anderen.

Regierungen: Staat. Macht. Gewalt. - Krisen, Krieg.
 
"Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht die Schulen  in der Verantwortung, junge Menschen auf den Kriegsfall vorzubereiten. Die Gesellschaft in Deutschland müsse sich für Krisen präparieren, "von  einer Pandemie über Naturkatastrophen bis zum Krieg", (...)"
 
 
14. September 2023
 
Sollen wir also jetzt bereits auf eine kommende Katastrophe(n) "eingestimmt, eingetuned" werden? Die dann selbstredend wieder repressive staatliche Maßnahmen zu unserer "Sicherheit" und unserem "Schutz" zur Folge hat, inkl. Bundeswehr, Militär im Inneren, siehe TFK, "Territoriales Führungskommando der Bundeswehr" und digitale Überwachung?
 
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09. März 2024
 
Jedes Jahr in den nächsten 10 Jahren eine Milliarde Euro für Bunker und Sirenen.
Staat. Macht. Gewalt. - Krieg.

Städte- und Gemeindebund, André Berghegger:
"Konkret forderte Berghegger mehr Bunker in Deutschland."
 
Berghegger: "»Es darf keine Kommune mehr ohne Sirenen geben.«"

Selbstverständlich nicht, denn Sirenen verbreiten viel leichter, schneller - bei zugleich medial aufgebautem Gefahren-, Bedrohungsszenario - Angst als eine Warnmeldung via Handy, Smartphone, app.
 
Und klar, wo setzt man mit der Indoktrinierung und Panikmache von jeher an: bei Kindern, exakt.
 
"Schülerinnen und Schüler sollten »an Projekttagen oder in  Arbeitsgruppen« für die neue Gefahrenlage sensibilisiert werden – und  lernen, wie man sich im Verteidigungsfall verhält."
 
"»Für den Schutz der Zivilbevölkerung brauchen wir in jedem der nächsten  zehn Jahre mindestens eine Milliarde Euro.« Dies sei aber nur ein  Anschub, mit dem die Aufgabe noch nicht erledigt sei."

Für wann genau ist Krieg in Deutschland also geplant: erst nach diesen 10 Jahren?
 
 
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09.03.2024
 
"(...) Der britische Zeichentrickfilm "Wenn der Wind weht" von 1986 zeigt eindringlich und berührend, wie unbedarft das einfache, ältere Ehepaar Jim und Hilda mit einer akuten atomaren Bedrohung umgeht. Die beiden ahnungslosen Alten befolgen als vorbildliche Bürger penibel die Anweisungen der Behörden zum Selbstschutz. Als es tatsächlich zur Explosion einer Atombombe kommt, überleben beide scheinbar unversehrt. Sie glauben, das Schlimmste hinter sich zu haben. Nach einer Zeit des Ausharrens im sogenannten Selbstschutzraum, einem kleinen Verschlag, provisorisch zusammengezimmert aus Zimmertüren und abgedichtet mit Sofakissen, fahren sie mit ihrem bisherigen Leben einfach fort - sie räumen das Chaos auf, das die Druckwelle in ihrem Häuschen hinterlassen hat.
 
Schließlich gehen sie an der Strahlenkrankheit zugrunde. Bis zuletzt glauben sie, alles richtig gemacht zu haben.
 
Regisseur Jimmy T. Murakami nutzt als Vorlage für seinen verstörenden Film den Comic "Strahlende Zeiten" des britischen Autors und Illustrators Raymond Briggs, der als Kinderbuchautor einen bedrückenden Ausflug ins ernste Fach machte. Briggs sagt, die beiden liebevollen Alten seien überzeugt, das Richtige zu tun, wenn sie sich in ihrem unerschütterlichen Vertrauen in die Regierung an die Vorschriften halten. (...)
 
Doch Tipps dieser Art lösten in der Bevölkerung nicht gerade Begeisterung aus, die Bürger reagierten stattdessen mit Desinteresse oder Kritik. Denn die minimalistischen Schutzmaßnahmen wirkten angesichts der drohenden Apokalypse durch einen atomaren Angriff lächerlich. Die Friedensbewegung adaptierte den Titel der Kampagne schließlich als "Protest and Survive" und machte damit vor allem eines deutlich: Ein Protestieren für den Frieden sei sinnvoller als einen Krieg in Kauf zu nehmen. (...)"
 
Denn nun bestand die Bedrohung aus einem endgültigen, atomaren Vernichtungsschlag des Feindes. Und aus unsichtbaren, tödlichen Strahlen, die man nicht mit Holztüren aufhalten konnte. Dennoch waren die meist nutzlosen Ratschläge über Jahrzehnte gängige Praxis in behördlichen Schutzprogrammen - auch in den USA.
 
Dort veröffentlichte die Regierung in den fünfziger Jahren beispielsweise den Kurzfilm "Duck and Cover". Der Streifen bereitete Grundschüler spielerisch auf den Ernstfall vor. Der niedliche Protagonist des Filmchens, eine Schildkröte namens Bert, zeigte den Kindern in der einleitenden Comic-Sequenz, wie sie sich bei einem Bombenangriff "angemessen" zu verhalten hätten: "Duck and cover!" - Ducken und in Deckung gehen! Die vorbildliche Schildkröte trug mit ihrem Panzer ihren persönlichen Selbstschutzraum bereits mit sich herum; die Kinder sollten lernen, im Notfall Schutz zu suchen. Die Schüler mussten sich unter ihren Tischen verstecken und ihren Kopf mit den Armen schützen. Die Prozedur "Ducken und in Deckung gehen!" wurde anschließend im Klassenraum geübt und einstudiert. (...)
 
Als vermeintlicher Beweis, dass im Ernstfall tatsächlich jeder eine Chance hat, wurden Augenzeugenberichte zweier Japaner angeführt, die jeweils beide Atombombenexplosionen von Hiroshima und Nagasaki überlebt hatten. Der "weitaus größte Teil der überlebenden Bevölkerung" habe "diese Abwürfe ohne Schäden überstanden", so die Broschüre. Die beiden Überlebenden seien aufgrund ihres "instinktiv richtigen Verhaltens", in Deckung zu gehen, gerettet worden. Die Behörde verharmloste damit eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte und schürte unrealistische Hoffnungen - Aufklärung sah anders aus.
 
Die Ratschläge der Broschüre gipfelten in den Tipps und Abbildungen zum "Verhalten bei Überraschungsangriffen mit Atomwaffen": Hier wurde empfohlen, sich unter einem Tisch vor "Glassplittern und Trümmern" in Sicherheit zu bringen und sich "flach auf den Boden" zu werfen. Eine der Abbildungen zeigt eine Person, die ihren Kopf mit einer Aktentasche schützt. (...)
 
Abschließend ruft die Broschüre "Jeder hat eine Chance" die Bürger dazu auf, im Ernstfall unter keinen Umständen zu fliehen: "Flucht bringt keine Rettung!" Die Bürger sollten sich also in ihren vier Wänden vorbereiten und dort abwarten bis das Schlimmste vorüber war - notfalls mehrere Wochen. (...)"
 
 
Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Alles wiederholt sich ... .
? ? ?
 
Es ist alles unfassbar widerwärtig.
Regierungen.
Staat. Macht. Gewalt. - Krieg.
 
Der AfD wird das gefallen, so auch der CDU und FDP, nicht nur Strack-Zimmermann ;), ebenso der SPD und den Grünen.
"Wehrhaft werden" (Björn Höcke), "Zeitenwende" (Olaf Scholz), Waffenlieferungen (Ukraine), Aufrüstung, Sondervermögen für Bundeswehr ... .
NATO - Stoltenberg: "Weapons are the way to peace.", usa. Russland.

Staat. Macht. Gewalt. Krieg.
 
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Militärausgaben Deutschland für Ukraine, tagesschau, 27.02.2024 - "Zwei Jahre Krieg: Deutschland, der große Unterstützer der Ukraine?"

Militärausgaben Deutschland für Ukraine, tagesschau, 27.02.2024 - "Zwei Jahre Krieg: Deutschland, der große Unterstützer der Ukraine?"

Weil immer wieder so gerne Äpfel mit Birnen verglichen werden:
Staaten sind keine Zivilpersonen, damit nicht vergleichbar, weder hinsichtlich Interessen noch Zielen und Agierens.
 
Ein Staat, zwischenstaatliche Verhältnisse, Missstände, die auf Regierungsagieren basieren, oft schon Jahre bestehen, inkl. geostrategischer, wirtschaftlicher, politischer "Interessen", ist nicht gleichsetzbar mit Persönlichkeitsrechten.
 
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"(...) Ein Volk ist stets eine ziemlich engumgrenzte Gemeinschaft; eine Nation aber umfaßt in der Regel eine ganze Anzahl verschiedener Völker und Völkerschaften, die durch mehr oder weniger gewaltsame Mittel in den Rahmen einer gemeinsamen Staatsform gepreßt wurden. In der Tat gibt es in ganz Europa keinen Staat, der nicht aus einer ganzen Reihe der verschiedensten Völkerschaften besteht, die ursprünglich durch Abstammung und Sprache voneinander getrennt waren und lediglich aus dynastischen, wirtschaftlichen oder machtpolitischen Interessen gewaltsam zu einer Nation zusammengeschweißt wurden. (...)
 
Aber jene Völker, die im Namen der nationalen Befreiung das Joch einer verhaßten Fremdherrschaft von sich abschüttelten, haben dadurch auch nichts gewonnen; in den meisten Fällen haben sie nur ein neues Joch auf sich genommen, das häufig viel bedrückender ist als das alte. Polen, Ungarn, Jugoslawien und die Randstaaten zwischen Deutschland und Rußland sind klassische Beispiele dafür. Die Verwandlung menschlicher Gruppierungen in Nationen, das heißt in Staatsvölker, hat der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung Europas keine neuen Ausblicke erschlossen; sie hat sich vielmehr zu einem der festesten Bollwerke der internationalen Reaktion ausgewachsen und ist heute eines der gefährlichsten Hindernisse für die soziale Befreiung. (...)
 
Damit aber der Wille der wenigen der Wille aller werde – denn nur so kann er seine volle Wirksamkeit entfalten –, müssen alle Mittel des geistigen und seelischen Drills herhalten, um ihn im religiösen Bewußtsein der Massen zu verankern und ihn zu einer Sache des Glaubens zu gestalten. Die wahre Stärke jedes Glaubens aber liegt eben darin, daß seine Priester die Trennungslinien, welche den «Rechtgläubigen» von dem Bekennertum anderer Glaubensgemeinschaften scheiden, möglichst scharf herausarbeiten. Ohne die Ruchlosigkeit des Satans wäre es um die Größe Gottes schlecht bestellt. – Nationale Staaten sind politische Kirchengebilde. Das sogenannte Nationalbewußtsein, das dem Menschen nicht angeboren, sondern anerzogen wird, ist eine religiöse Vorstellung; man ist Deutscher, Franzose oder Italiener, wie man Katholik, Protestant oder Jude ist."
 
Rudolf Rocker - "Nationale Staaten sind politische Kirchengebilde" (1937)
"(...) Die moderne Staatsstruktur im europäisch-amerikanischen Raum ist ein Produkt militärischer Auseinandersetzung, nahezu alle heutigen Nationalstaaten sind durch Krieg entstanden und beruhen auf einer ausgeprägten Institutionalisierung männlicher Macht.
Dies hatte wiederum Rückwirkungen auf das "Bild des Mannes", denn "die zentrale Stellung der Kriegsführungen in diesen Entwicklungen bewirkte, daß Armeen ein entscheidender Teil in der Entwicklung von Staatsapparaten wurden und militärische Leistung wurde ein unumgänglicher Gesichtspunkt in der Konstruktion von Männlichkeit." (...)
 
Die faschistische Männlichkeit grenzte sich von bürgerlicher Rationalität ab und verbannte die Republik in die Sphäre des "Weiblichen". Die so definierte Maskulinität des Faschismus definierte sich daher auch nicht über im Alltagsleben nutzbare Tugenden, sondern über Kampf und Opferbereitschaft, als Stahlgestalt, "die allein im Krieg und durch Gewalt seine ihm entsprechenden Existenzbedingungen findet." Die bürgerliche Gesellschaft wurde daher als das männliche Individuum zerfasernde "Massen und Fluten" (Theweleit) dargestellt, die den "Körperpanzer" des faschistischen Mannes auflösen und eine Bedrohung der männlichen Ordnung beinhalteten, der gegenüber sich nur die männliche Gemeinschaft als höchste "kulturelle Instanz" behaupten könnte.
 
Dennoch bleibt zu betonen, daß die faschistische Männlichkeit lediglich eine Überhöhung der normativen Männlichkeit darstellte und dieser einen aggressiveren und kompromißloseren Anstrich gab.
Sie trieb diese auf Dominanz beruhende Variante der Männlichkeit lediglich auf die Spitze der Irrationalität. (...)
 
Bei dieser Entwicklung sollte der Faktor »Männlichkeit« nicht unterschätzt werden. Die Angst vor dem Verlust der eigenen »Männlichkeit« kann trotz Ablehnung militärischer Umgangsformen und des Militärischen an sich "Wehrdienstbereitschaft" erzeugen. Das gilt vor allem für Formen proletarischer Männlichkeit mit ihrer starken Betonung physischer Leistung und körperlicher Kraft, die sich leicht militärisch nutzbar machen lassen.
 
Gerade durch die Waffenausbildung im Militär wird "die im zivilen Leben »fremde«, nur symbolisch vorhandene Waffe ... für den heranwachsenden Mann ... greifbar. Die Waffe ist Begleiter in der Entwicklung vom Kind zum Manne. (...)
 
Waffen werden zu Attributen der Macht in Konflikten mit anderen Personen. ..." Das "Konstrukt der Männlichkeit", das durch den Militärdienst geschaffen werden soll, konzentriert sich auf die Organisation aggressiver Impulse und aggressiven Verhaltens und gipfelt schließlich im Ideal des Kriegers.
Kriegsdienstverweigerung stellt zunächst einmal dieses Ideal des Kriegers in Frage: "Kriegsdienstverweigerer und Wehrdienstwillige streiten sich u.U. unter dem Deckmantel »töten, nein – töten zur Verteidigung, ja«, gar nicht nur um militärische Gewalt, sondern – ohne daß sie es wissen – um Männlichkeitsideale." (...)
 
Kriegsdienstverweigerung wird daher als "unmännlich" angesehen und mit "Weiblichkeit" verbunden, das Militär verspricht dagegen "die Unterstützung seiner Lebenslust und -kraft gegen die Angst vor den Gefahren des Alleinseins, des Todes und des Zusammenbruchs des sozialen Bezugsrahmens." Zum durch das Militär vermittelten bzw. unterstützten Männlichkeitsideal gehört dabei, "sich seiner mannhaften Wehr- und Gewaltfähigkeit in der Phantasie, im Spiel und im Wehrdienst zu vergewissern.
Kriegsdienstverweigerung bedeutet somit eine Infragestellung eines auf "Gewalt-, Kampf- und Wehrfähigkeit" basierenden Männlichkeitsbeweises. Genau daran schließt auch die im Antimilitarismus vorherrschende Kritik militarisierter Männlichkeit an, die sich am "Krieger", an "Rambo" als Prototyp des Bildes des Mannes orientiert. (...)
 
Wenn Militarismus und Männlichkeit nur zwei Seiten der gleichen Medaille sind, wie in diesem Beitrag behauptet, so kann ein Antimilitarismus, der sich selbst ernst nimmt, nur antipatriarchal sein, muß "den radikalen Bruch mit Männlichkeit" zu einem Kernbestandteil seiner theoretischen Analyse und politischen Praxis machen."
 
Quelle: Andreas Speck - Militarismus und Männlichkeit, anarchismus.at
 
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
28. Januar 2023
 
Krieg kann niemals "feministisch" sein, hat mit Feminismus nicht das Mindeste gemein, steht Krieg diametral entgegen.
Eine jede Frau, die Krieg, Militär, Armee befürwortet, gar proklamiert, propagiert, ist eines gewiss nicht: Feministin.
 
Nur weil Begriffe missbräuchlich benutzt, absichtsvoll umgedeutet werden, machen solche perfiden Manipulations- und Selbstrechtfertigungsversuche das so Geäußerte, das Narrativ, das Framing, das Agendasetting nicht wahr, nicht richtig.
 
Feminismus heißt, ist nicht: sich als Frau verhalten, denken, fühlen, agieren, sein oder werden zu sollen oder zu wollen wie ein Mann, wie Männer.
Und ja: Es gibt biologisches Geschlecht und soziales Geschlecht.
Und ja: Es gibt Biologie und Biologismus - ist nicht dasselbe. - Eigenes, komplexes Thema, Diskussion, siehe dazu den zugehörigen blog-Eintrag. 
 
Ja, augenfällig gibt es, aus bekannten Gründen, auch Frauen, insbesondere in Politik, Regierungen, die solchem patriarchalen Autoritarismus anhängen und ihn propagieren. Prägung, "Erziehung" und: persönlicher Profit. Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
Strack-Zimmermann und Rüstungskonzerne, Militär-, Waffenaffinität - man nennt es euphemistisch "Interessenkonflikt". Siehe dazu unten verlinkte Quellen.
 
-
 
"(...) Praktisch ist das Bild des „kriegerischen Mannes“ mit der bürgerlichen Geschlechterordnung verwoben. Es steht zudem im Zusammenhang mit der Entwicklung moderner Heere seit dem 18. und 19. Jahrhundert. Insbesondere die Entwicklung von Wehrpflichtarmeen und der damit verbundene Umbau von abgegrenzten Söldnertruppen und stehenden Heeren zu Wehrpflichtarmeen, die plötzlich die eine Hälfte der Bevölkerung direkt, die andere indirekt betrafen, prägen das Bild von Männlichkeit und Militär bis heute.
 
Militär galt (und gilt) als Schule, den „Jüngling zum Manne zu machen“. (...)
 
Für Männer ist die Rolle klar – das bürgerliche „Heldenepos“ habe ich gerade kurz skizziert. „Frauen und Kinder“ werden demgegenüber zusammengedacht und als besonders verletzlich und gefährdet, als Opfer gesehen, die heldisch vom Manne verteidigt werden und/oder wegen ihnen Krieg geführt werden müsste. Damit wird militärisches Eingreifen legitimiert, der Gegner wird als Vergewaltiger und Brandschatzer dämonisiert. Letzteres gilt insbesondere für die kämpfenden Männer des Gegners, im Gegensatz zu den eigenen Männern, die als „ehrenvoll kämpfend“ stilisiert und bei denen die entsprechenden Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen entweder verschwiegen oder als alternativlos und bedauerlich eingestuft werden. Es wird damit in der eigenen Bevölkerung eine Aggression gegen die „Anderen“ angestachelt.
 
Frauen wird der Status als handelnde Subjekte genommen, sie sind damit nicht nur Teil der Begründung militärischer Gewalt, sondern es wird ihnen damit auch das Recht abgesprochen, aktiv an der Entwicklung einer Friedenslösung beteiligt zu sein. (...)
 
Susann Brownmiller hat 1980 als eine der ersten das zugrunde liegende Konzept – hier für Männer als Täter – beschrieben: „Vergewaltigung durch erobernde Soldaten zerstört bei den Männern der unterlegenen Seite alle verbliebenen Illusionen von Macht und Besitz.
Der Körper der geschändeten Frau wird zum zeremoniellen Schlachtfeld, zum Platz für die Siegesparade des Überlegenen. Und die Tat, die an der Frau verübt wird, ist eine Botschaft unter Männern – deutlicher Siegesbeweis für den einen, Dokument der Niederlage für den anderen.“ (...)
 
Mit der Genderbrille betrachtet, diskutieren wir plötzlich über ein militarisiertes männliches Identitätskonstrukt, das sich zu dekonstruieren lohnt. Wir reden über die Indienstnahme von Geschlechterkonstrukten zur Legitimierung militärischer Intervention und über sexuelle Gewalt als Machtmittel. Gender ist mitnichten ein „Frauenthema“, sondern essentieller Anteil einer zukunftsgewandten Friedensanalyse und ziviler Konfliktlösung. Hier ist die Friedensbewegung gefordert, sowohl analytisch, als auch in praktischen Aktionsformen."
 
 
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
"(...) Märkte haben sich nicht unabhängig von staatlicher Herrschaft entwickelt. In ihrer Mehrzahl wurden sie von staatlichen Institutionen für militärische Zwecke geschaffen. Wenn man sich die Ursprünge der Münzprägung im östlichen Mittelmeer, in Indien und China anschaut, überall kommen die Herrscher auf die gleiche geniale Idee, wie sie ihre stehenden Heere bezahlen können. Sie prägen ihr Bild auf handliche Gold- und Silberstücke, verteilen sie an ihre Soldaten und belegen dann alle in ihrem Herrschaftsbereich mit einer in Münzen zu entrichtenden Steuer. Das ist der Grund, warum Märkte geschichtlich immer im Umfeld der Heerlager entstehen. (...)
 
Die Freiheit erlaubt mir, soziale Bindungen einzugehen und anderen Versprechungen zu machen. (...)
 
Übertragbare, quantifizierbare Versprechen sind die Basis des Geldsystems. Wenn dann noch staatliche Gewalt die Einlösung dieser Versprechen sicherstellt, hat sich der Charakter der sozialen Beziehungen dramatisch verändert.
Dinge scheinen moralisch gerechtfertigt, die sonst nirgendwo im sozialen Raum zu legitimieren wären. (...)
 
Wenn soziale Beziehungen quantifizierbar und austauschbar werden, erscheint ein Zustand erstrebenswert, bei dem alle Schulden beglichen sind und niemand mehr jemandem etwas schuldet. Das deckt sich mit den großen Erzählungen von Adam Smith und anderen Theoretikern des freien Marktes. Darin ist vom Tauschhandel die Rede, der in diesen Darstellungen am Anfang stand. Es folgte die Erfindung des Geldes, um den Tausch zu vereinfachen. Schließlich folgten Kredit und Schulden. Eine geschichtliche Analyse zeigt, dass es genau anders herum war. Am Anfang steht der Kredit als Kitt der Gesellschaft und das Geld in physischer Form folgt erst zu einem späteren Zeitpunkt. Und auch die Vorstellung, dass der moderne Individualismus mit dem Markt geboren wurde, ist falsch.
 
Auch in traditionellen Gesellschaften gab es einen sehr starken Individualismus. Allerdings zeichnete er sich durch das jeweilige Netzwerk sozialer Beziehungen aus, durch das, was die Soziologie soziales Kapital nennt. Die Marktgesellschaften erfinden das Individuum in gewisser Weise neu, indem sie alle diese sozialen Verpflichtungen in quantifizierbare Schulden verwandeln. Ihr Ideal ist der Mensch, der all diese Schulden beglichen hat. (...)
 
Das eigentliche Problem ist, dass wir uns alle Beziehungen als Tausch vorstellen. Der Tausch hat einen Platz in jeder menschlichen Gemeinschaft, aber es gibt viele andere Beziehungsformen. Sobald man alles unter dem Aspekt eines wechselseitigen Tausches sieht, wo jeder gleichermaßen nimmt und gibt, erscheint jede bleibende Beziehung als Schuld. Daraus entwickelt sich dieses reduktionistische Ideal der Freiheit: Ich gebe exakt das zurück, was ich bekommen habe. Dann bin ich frei und kann gehen. Das schließt dauernde Beziehungen aus.
 
Aus diesem Grunde wollen die Menschen in vielen von Nahbeziehungen geprägten Gesellschaften ihre Schulden gar nicht vollständig begleichen. Man gibt immer ein bisschen weniger oder auch ein bisschen mehr. Andernfalls gäbe man zu verstehen, dass man mit seinem Gegenüber nichts mehr zu tun haben möchte. Sobald man alles als Markt sieht, auf dem ein ausgeglichener Tausch stattfindet, entwickelt man eine äußerst negative Vorstellung von der Natur gesellschaftlicher Beziehungen. Der erste Schritt zu nachhaltigeren Gesellschaftsformen ist deshalb die Frage, welche anderen Handlungsmotive gibt es? Ich habe drei wichtige unterschieden. Da ist das, was ich Alltagskommunismus nenne. In der überwältigenden Mehrzahl der Nahbeziehungen handeln wir spontan kooperativ nach der Devise, jeder gibt nach seinen Fähigkeiten, jeder nimmt entsprechend seinen Bedürfnissen. Wenn mich jemand nach dem Weg fragt, frage ich nicht zurück, was ich für die Auskunft bekomme. Auch Familienbeziehungen funktionieren so. Dann haben wir den mehr oder weniger ausgeglichenen Tausch. Er ist eigentlich nur mit Fremden möglich, denen wir auf Augenhöhe begegnen. Aber es gibt auch hierarchisch strukturierte Beziehungen, die ganz anders ablaufen. Auch dort wird nicht Gleiches mit Gleichem verglichen. Mit dem, was er gibt, bestätigt der Mächtige die Asymmetrie der Beziehung zum Unterlegenen.
Wenn dieser das Gleiche zurückgeben würde, müsste der Mächtige das als subversiven Akt auffassen. Ich glaube, dass eine nachhaltige Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn kooperative Beziehungen überall dort greifen, wo es um die Grundbedürfnisse der Menschen geht.
Nur so kann existenzielle Sicherheit hergestellt werden. Auf der Basis dieser Sicherheit kann man dann frei entscheiden, welches Spiel man spielen möchte. (...)
 
Die Vorstellung einer absoluten Autonomie, ein isoliertes Individuum, dessen soziale Beziehungen ausschließlich durch Geld vermittelt sind und das akribisch darauf achtet, dass seine Beziehungskonten immer ausgeglichen bleiben. Das ist eine sehr reduktionistische und emotional unbefriedigende Sicht zwischenmenschlicher Beziehungen. Aber auch die Vorstellung, dass wir mit unserer Geburt der Gemeinschaft, der Nation, etwas schulden, dass wir diese Schuld abtragen müssen, indem wir beispielsweise unseren Militärdienst ableisten, hat negative Folgen. Sie ist die Basis von Nationalismus und Krieg. Wir müssen uns also von beiden Vorstellungen zugleich freimachen. (...)
 
Die Netzwerke der zwischenmenschlichen Beziehungen, unsere Bindungen zu einem Ort, zu unseren Freunden, zur Menschheit als ganzer können nicht und sollten auch nicht quantifiziert werden. (...)
 
Wenn wir Zeit mit denen verbringen, die uns nahe stehen, verbessern wir vielleicht die Welt in einem sehr viel tieferen Sinne, als wenn wir in einem Büro irgendwas herstellen, nur damit wir sagen können, dass wir einen Arbeitsplatz haben. (...)"
 
David Graeber
 
Deutschlandfunk, 30.06.2013 - "Die Entschuldung und Erneuerung der Gesellschaft"
 
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
Ursprünglich geäußert am 31. März, 16., 17. und 30. April, 02. und 19. Mai 2022
 
Was mich betrifft: Ich bin sicher, dass Waffenlieferungen, Aufrüstung, "Abschreckung" mittels (Atom-) Waffen, Militarisierung, Drohgebärden, Gegenschläge grundsätzlich nie je und nirgendwo je Kriege beenden, Frieden schaffen, erhalten.
Pazifismus, Vernunft statt Gewalt.
 
Und d a s ist doch global nach wie vor das Kernproblem, in Gesellschaft, im zwischenmenschlichen Miteinander, somit auch in Politik, Regierungspolitik:
Welche Personen, Persönlichkeiten, Individuen da weshalb wie agieren. Autoritarismus, patriarchales Weltbild, Menschenbild.
Wer agiert weshalb aggressiv, despotisch, ignorant, selbstgerecht, übergriffig, drohend, übergriffig? Wer will welche, zumeist nur je eigenen, nationalstaatlichen Interessen durchsetzen: mit welchen Mitteln, inkl. militärischer Aggression ..., zu welchem Preis, mit welchen Folgen?
 
Warum werden von wem Waffenlieferungen, Gegenschläge als unvermeidlich dargestellt?
 
Warum wird von "Kapitulation" und "Zynismus" von Wohlstandsverwöhntheit und Feigheit der Kritiker, diese damit diffamieren wollend und nicht sachbezogen argumentierend, gesprochen, wenn Menschen konsequenten Pazifismus und Antimilitarismus einfordern?
Warum wird so getan, als verstehe, wisse man - Befürworter der Waffenlieferungen und Gegenschläge - nicht, was Pazifismus, was Deeskalation ist, dass es dabei nicht um Schuldzuweisungen, Feindbildzementierung, Rache, Vergeltung, die "Macht des Stärkeren" oder Kapitulation geht, sondern grundsätzlich darum, einen Konflikt nicht zu schüren, sondern gewaltfrei zu bewältigen?
 
Warum hat Putin die Ukraine angegriffen? Hätte das vermieden, hätte dem diplomatisch, politisch vorgebeugt werden können? Ist Putin zu keinerlei Gesprächen bereit?
 
Warum behauptet ein Wolfgang Müller, es sei Ausdruck von Egoismus und Feigheit, wenn Menschen sich konsequent gegen Militär, Waffen, Rüstung aussprechen? Warum wird, wie schon bei Corona, den Maßnahmekritikern, ausschließlich! mit pauschaler Unterstellung und Diskreditierung reagiert, bspw. aktuell auf den Offenen Brief in der "Emma"- statt mit sachlicher, fakten-, argumentbasierter, substanzhaltiger Argumentation? Geht es immer nur um die eigene vermeintliche moralische Überlegenheit, Selbstrechtfertigung, Selbstbetrugsverleugnung?
 
Hat Putin die Ukraine ohne jeglichen Anlass, einfach aus einer Laune heraus angegriffen? Oder hätte dem vorgebeugt werden können?
Was hat all das mit Machtdemonstration, geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen, mit der NATO zu tun - also letztlich NICHTS mit Ethik?
 
In welche anderen Staaten hat Deutschland wann in den vergangenen ca. zehn Jahren schwere Waffen, Rüstungsgüter zur Verteidigung?, gegen wessen militärische Angriffe? geliefert und warum dies (nicht) dorthin (auch)?
 
Wer Gewalt mit Gewalt beantwortet, wer mit Rache, Vergeltung, "Gegenschlägen", eigener Provokation, Drohgebärden reagiert, wird - grundsätzlich - nur weitere Aggression, Gewalt, Vergeltung, Trotz, Abwehr, Verweigerung "ernten".
Und das gerade dann, gerade weil das Gegenüber entweder seinerseits unreif ist oder weil es sich nicht (mehr) anders zu helfen, zu erwehren weiß, aus Notwehr auf Bedrohung, ggf. auch Beschädigung reagiert: reaktive Aggression. Schmerzgrenze. Mit Verweis auf das gleichnamige, herausragende Buch von Joachim Bauer: "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt".
 
Wenn man das vernunftbasierte, deeskalierende, zugewandte Nachgeben bzw. den Verzicht auf Rache, Vergeltung, Gewalt, Gegenschläge als, Zitat "Kapitulation" bezeichnet, muss man Menschen wie Gandhi und Feindesliebe (!) für Feigheit und Idiotie halten.
 
Sobald man einen Staat, nicht: Zivilpersonen, in akuter lebensbedrohlicher Notwehrsituation, aus strategischen, politischen, ideologischen Gründen mit militärischen Mitteln, mit Rüstung, Waffen "verteidige", tätigt man genau das: militärische Waffengewalt: Gegenschlag.
Wieviele weitere Tote in ukrainischer Zivilbevölkerung wird es wahrscheinlich noch zusätzlich geben, wenn an die Ukraine Waffen, Rüstung geliefert, Militär eingesetzt wird - die ohne diesen Waffen-, Rüstungs-, Militäreinsatz ggf. hätten vermieden werden können? Verantwortung?
 
Entweder man ist Pazifist oder man ist es nicht. Entweder man lehnt jede, insbes. ideologie-, kriegsbasierte Waffengewalt bei Konflikten, grundsätzlich ab oder nicht.
 
Wenn etwas als Waffe eingesetzt, angewandt wird, das ursprünglich nicht zu diesem Zwecke vorhanden war, gar hergestellt wurde, dann dies ethisch legitimierbar nur zur unmittelbaren Verteidigung von (eigenem und/oder anderem) Leib und Leben, in einer persönlichen Notwehrsituation.
Das ist etwas völlig anderes als das gezielte Planen, Herstellen und Einsetzen von vernichtenden, destruktiven Waffen, Rüstungs- Tötungsgegenständen, für den gezielten, dafür bestimmten Einsatz derselben in Kriegen, "bewaffneten Konflikten".
 
Wo auf dieser Welt wurde wann jemals dauerhafter, stabiler politischer und sozialer  Frieden, Befriedung, Versöhnung durch Waffen, Gewalt, Krieg erwirkt, gar militärisch "verteidigt"?
In Afghanistan? Im Irak, Golfkrieg? Im Kosovo? ... ?
 
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update 13. April 2023
 
Nur vermeintlicher, vorgetäuschter Pazifismus
 
Man lasse sich nicht täuschen von Menschen, die jetzt ggf. gegen Krieg und Waffenlieferungen an die Ukraine protestieren, aber andere Kriege, bspw. "Bürgerkrieg", befürworten - siehe sogen. Rechtskonservative, Rechtsextremisten, AfD.
 
"(...) Man werde – so heißt es bei Höcke weiter wörtlich –, "so fürchte ich, nicht um eine Politik der 'wohltemperierten Grausamkeit' herumkommen."
Björn Höcke, AfD
 
"Seine Regierung sei lediglich und allein der autochthonen, übersetzt also der ethnisch-deutschen Bevölkerung verpflichtet. Es handelt sich um eine Vorstellung ethnischer Homogenität, die (...) verfassungsfeindlich und rassistisch ist."
War der Rechtskonservatismus immer schon.
 
"In seinem Buch stellt Höcke auch fest, dass "wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind" mitzumachen." Er denke an einen "Aderlass". Diejenigen Deutschen, die seinen politischen Zielen nicht zustimmten, würden aus seinem Deutschland ausgeschlossen werden. Er trete für die Reinigung Deutschlands ein. Mit "starkem Besen" sollten eine "feste Hand" und ein "Zuchtmeister" den "Saustall ausmisten".
 
Björn Höcke - unverkennbar patriarchal, autoritär, nationalistisch, rassistisch, gewalt-, kriegsgeil, pathologisch narzisstisch: kompensatorisch strebend nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung - defizitär, schwach, unreif:
"Aktuell befinden wir uns nach Höcke "im letzten Degenerationsstadium" der Demokratie, der Pöbelherrschaft einer sogenannten "Ochlokratie". Durch das "multikulturelle Großprojekt" sei Deutschland zerrüttet und dem Untergang ausgeliefert (...)
 
"Wenn wir Höcke also an seiner Sprache messen, so geht es ihm um eine nicht nur ethnische, sondern auch politische "Säuberung" und um das Einsetzen staatlicher Gewalt gegen beliebig definierte Feinde. Er suggeriert mit dieser Sprache auch einen künftigen Kampf zwischen denen, die anders denken und seinen Anhängern, er will offensichtlich den Bürgerkrieg in Dörfern und Städten in Deutschland. Es ist eine Strategie der Entfesselung und der Aufschaukelung von Ressentiments und Gewalt."
 
Bekanntlich ist Höcke mit dieser Einstellung, diesem Wahn nicht allein, siehe bspw. Götz Kubitschek und Kumpane ("Sezession im Netz", Antaios-Verlag), "Neue Rechte", IB (Identitäre Bewegung, Martin Sellner und weitere) sowie zahlreiche Anhänger und Mitglieder der AfD.
 
 
Und da sind wir wieder bei den rechtskonservativen, vermögenden Neoliberalen und Antidemokraten - Markus Krall: Degussa-Goldhandel, Atlas-Initiative, AfD, Junge Freiheit, Roland Tichy, "eigentümlich frei" ... .
 
 
Wann war vor oben genanntem Tatsachenhintergrund, siehe NATO, Atlantik-Brücke ..., Deutschland ein souveräner Staat?
 
Ist, sind die NATO "die Guten"? :
 
Ernst Jünger - Krieg als Rausch, "In Stahlgewittern".
 
Kampf, Märtyrertum, "Heroismus", Maskulismus, Autoritarismus, Chauvinismus, Narzissmus - schwülstig-kitschige Sehnsucht nach "Metaphysischem", "übergeordnetem Prinzip".
 
Die biologistisch-androzentrisch-völkische homogenisierte Heimatschollenidentität einer konstruierten, phantasierten "Volksgemeinschaft" - wider das Individuum, wider Individualität. Hass, Minderwertigkeitsgefühle, innere Leere, Selbstwertproblematik, typisch narzisstische Kompensation via Machtstreben, Kontrolle, Unterwerfung.
 
Männlichkeit als Kampf: gegen die eigene Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Feinfühligkeit, Vergänglichkeit, Sterblichkeit, gegen #Mitgefühl, Bedürfnisorientiertheit. Stattdessen Dressur, Sadismus, Masochismus:
Lust am Schmerzerleiden, am Gehorsam, an Selbstverknechtung (hier als "Treue" missverstanden) gegenüber einem autoritären Führer sowie am Schmerzzufügen, am Quälen. Die Lust am Hässlichen, Morbiden, Toten, an Gewalt, Zerstörung, Vernichtung, Verwesung - Nekrophilie.
 
Wider Konsensualität, Differenzierung, Individualität - wider Persönlichkeitsreifung, Selbstreflexion. Die primitiv-konservativ-kitschig-vulgäre Sehnsucht nach Geheimnis, Okkultem, Esoterischem, wider Wissenschaftlichkeit, Rationalität, Vernunft.
 
Die Unfähigkeit, mit Komplexität, Veränderung und Kontingenz zurandezukommen, die Verweigerung dessen - Trotz, Angst, Unreife. Die Unfähigkeit, dem eigenen Sein, Leben Sinn zu geben. Eskapismus, Selbstbetrug, Selbstflucht, nicht selten auch Drogen, Sucht.
Liebesunfähigkeit.
 
Das ist die "neue" alte Rechte. Neue Rechte. "Konservative Revolution".
 
Es gibt kaum ein patriarchaleres "Konzept" als das des autoritären, gewaltgeprägten "Heldentums". Held, Helden - Autoritarismus, Gewalt, intellektuelle, emotionale, soziale Unreife: durch und durch.
 
Wozu Helden? Was mich betrifft, strebe ich weder selbst Heldentum an noch wünsche ich mir solches bei anderen. Mir reichen reflektierte, lebenserfahrene, mitfühlende, integre, prosoziale, gewissenhafte, kritische, reife, humorvolle (auch selbstironische) Persönlichkeiten.
Jedenfalls mich beeindrucken "Helden", Märtyrer nicht - wohl aber integre, couragierte, gewissenhafte, verantwortungsvolle, prosoziale, mitfühlende Menschen.
 
Es ist der internalisierte Autoritarismus bei nach wie vor zu vielen Menschen das Kernproblem. Sie wollen, suchen, was ihnen seit Kindheit vertraut ist. Das gibt ihnen Orientierung, Halt. Sie reflektieren das zumeist nicht, es ist ihnen nicht bewusst.
Sie klammern sich an ihnen Bekanntes - das, das sie üblicherweise aus ihrer Kindheit kennen, weil es ihnen vertraut, eingeprägt ist: Hierarchien, Autoritarismus, "übergeordnete Instanz(en)" inkl. "Gott", ideologische, staatliche "Führer", denen sie sich bereitwillig unterwerfen.
 
Autoritarismus, Narzissmus - stets kompensatorisches Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung. Ausbeutung, aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen, Abhängigkeits- und Unterlegenheitsgefühlen, Selbstwertproblematik.
Es ist das Gegenteil von Stärke und Souveränität. Es ist Schwäche, Unreife, Hässlichkeit.
 
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Frage mich ja, wie all die zumeist religiös Gläubigen - Christen, Muslime, Juden: monotheistische Religionen, "Gott", Männer - ihren Glauben an Güte, Jesus mit ihrem Autoritarismus, mit Militär, Rüstung, Krieg, "Verteidigung", Gewalt zusammenbringen. ;) Randläufig: Die Antwort ist in dieser rhetorisch gestellten Frage bereits enthalten.

Frage mich ja, wie all die zumeist religiös Gläubigen - Christen, Muslime, Juden: monotheistische Religionen, "Gott", Männer - ihren Glauben an Güte, Jesus mit ihrem Autoritarismus, mit Militär, Rüstung, Krieg, "Verteidigung", Gewalt zusammenbringen. ;) Randläufig: Die Antwort ist in dieser rhetorisch gestellten Frage bereits enthalten.

Krieg und Frieden - Regierungen, Militär, Armee - Staat. Macht. Gewalt.

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