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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Mensch ist nicht qua Natur, Biologie böse, schlecht, Mensch ist nicht "ein Wolf dem Menschen", es gibt keinen Todestrieb - Fakten, statt Mythen - Menschenbild

 
Mensch ist nicht qua Natur, Biologie "böse", schlecht, Mensch ist nicht "ein Wolf dem Menschen", es gibt keinen Todestrieb - Fakten, statt Mythen - Menschenbild
 
Krieg ist so wenig der "menschlichen Natur" inhärent wie Gewalt (-tätigkeit) oder "Todestrieb" (Freud). Belegt ist das längst durch Neurowissenschaften und Empirie.
 
Was im Menschen angelegt ist, ist neben Mitgefühl auch r e a k t i v e Aggression.
 
Ob es infolge dieser Aggression - und falls ja, aus welchen Gründen - zu Gewalttätigkeit kommt, hängt davon ab, wie das Umfeld mit dieser Aggression umgeht, denn Aggression ist ein Kommunikationsmittel, sie drückt aus: "Stop, hier ist eine Grenze, wird diese überschritten, ist mit Gewaltanwendung zu rechnen."
 
Aggression fungiert demnach als Warnsignal. Und diese reaktive Aggression wird ausgelöst, wenn eines Menschen (je individuelle) Schmerzgrenze überschritten wird. Somit ist reaktive Aggression ein Schutzfaktor und ein Kommunikationsmittel.

Um es einfach und anschaulich zu vermitteln: Üblicherweise knurrt ein Hund und zeigt weiteres Warnverhalten, bevor er ggf. zubeißt. So auch der Mensch. Erst wenn die r e a k t i v e Aggression - als Reaktion auf zugefügten Schmerz bzw. auf das Überschreiten der Schmerzgrenze - missachtet wird, kann Gewalt erfolgen.
 
Nachlesbar ist das bspw. bei Joachim Bauer in dessen hervorragendem, verständlichen Buch "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt".
Oder auch bei Frans de Waal in bspw. "Der gute Affe".
 
Es ist jedoch das typisch rechtskonservativ-reaktionär-autoritäre Menschenbild, das Mensch als "von Natur aus böse, schlecht, grausam" etc. darzustellen versucht - der Mensch als "des Menschen Wolf", "Homo homini lupus", Titus Maccius Plautus und später missverständlich bei Thomas Hobbes - dabei all die längst bekannten wissenschaftlichen Fakten übergehend, siehe oben genannt zu jedem Menschen (wie auch anderen Primaten) angeborenem Mitgefühl und der Tatsache, dass ohne Kooperation und Solidarität "der" (moderne) Mensch längst ausgestorben wäre. Wäre er also "von Natur aus", aufgrund Biologie tatsächlich "böse", nur oder vor allem gewalttätig, destruktiv, sadistisch, grausam, so gäbe es heute längst keine Menschen mehr.

Aber nach wie vor wird - von bestimmten Menschen - der Fokus weiterhin gezielt auf Destruktivität gesetzt - nicht auf Kooperation, Solidarität, prosoziales, fürsorgliches, verantwortungsvolles, hilfsbereites, rücksichtsvolles, faires, feinfühliges, zugewandtes, wohltuendes Verhalten - das Menschen nachweislich auch an den Tag legen, siehe Mitgefühl, das dem zugrundeliegt, also intrinsische (nicht religiös, ideologisch oktroyierte) Moral, Ethik, Altruismus.
 
Die zu stellende Frage ist: w e l c h e Menschen aus welchen Gründen - neben reaktiv aggressiv - durchaus auch eben dies w e r d e n und dann sein können, sind: "böse", grausam, falsch, antisozial, sadistisch, hassend, destruktiv.
Und hier schließt sich der Kreis zu Erich Fromm ("Anatomie der menschlichen Destruktivität", nekrophiler Charakter, autoritärer Charakter, Sadismus etc.), aber auch Arno Gruen, Wilhelm Reich (Autoritarismus ...) und Alice Miller:
 
die Ursachen liegen immer, bei jedem Menschen und überall auf der Welt, in dessen Kindheit: Prägung, Sozialisation ("Erziehung"), falscher, intensiv schädigender Umgang mit dem Kind, siehe Schwarze Pädagogik:
 
Autoritarismus, Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte (auch Vernachlässigung), Dressur - also psychische (!) und im leider nicht seltenen Extremfall auch physische Gewalt, wobei die psychische Gewalt physischer Gewalt üblicherweise voraus- und Erstere mit Letzterer zwangsläufig immer einhergeht.
 
Denn auf diese Weise wird dem Kind sein angeborenes Mitgefühl, seine Offenheit gewissermaßen abtrainiert bzw. kann ein so misshandeltes Kind - siehe insbesondere frühe Kindheit, Prägung - kein Urvertrauen, infolgedessen später auch kein Selbstvertrauen, kein Selbstwertgefühl ausbilden, sondern wird misstrauisch, ängstlich - nachweislich sind konservative Menschen ängstlicher als progressiv-liberale, abwehrend und/oder aggressiv und bildet eine emotionale Verpanzerung aus.
Siehe zum Körperpanzer auch Wilhelm Reich und Klaus Theweleit sowie Alice Miller und Gabor Maté.
 
Es ist in ständiger Hab-Acht-Stellung, es kann sich schlecht selbst regulieren, es geht nicht offen, neugierig, vertrauensvoll auf Welt und Menschen zu, dies eben aufgrund seiner massiv "negativen", zumeist lebenslang prägend, oft irreversibel schädigenden Erfahrungen in gerade seiner frühen Kindheit (in der überdies das autobiographische Gedächtnis noch nicht entwickelt ist).

Diese Erfahrungen sind in gewisser Weise ins Gehirn und den Körper eines so beschädigten, traumatisierten Kindes lebenslang "eingraviert" und es ist schwer, darauf mittels bspw. Psychotherapie Zugriff zu erhalten, eben weil das autobiographische Gedächtnis noch nicht entwickelt war, als die Schädigung erlitten wurde, d.h. es wird diese nicht bewusst erinnert, kann durch Erinnerung nicht abgerufen werden.
Hier kann evtl. analytische Psychotherapie (Psychoanalyse) und vor allem Körpertherapie helfen.
 
Keineswegs also ist "Krieg", Töten, Destruktivität "in der menschlichen DNA", "in menschlicher Natur" enthalten. Denn kein einziger Mensch (!) kommt als Gewalttäter oder Psychopath, Soziopath, Sadist, Mörder zur Welt. Er wird aus Gründen dazu, siehe oben in Kurzversion angeschnitten. Es gibt keinen "Todestrieb".
 
Wenn aber ausgerechnet Psychologen (?), gar Psychotherapeuten solchen unqualifizierten, unreflektierten, unwissenschaftlichen Müll verbreiten, muss man sich nicht wundern, dass und warum die Dinge sich nur sehr langsam in gebotener, zuträglicher, wohltuender Weise verändern.
 
Ausführlich und mit Quellenbelegen siehe blog, bspw. die unten verlinkten Einträge zu Konservativen, die ängstlicher sind, zur wichtigen frühkindlichen Bindung, zu Mitgefühl, Aggression und Schmerzgrenze, zu Autoritarismus, zu Erich Fromm, Arno Gruen, Wilhelm Reich, zu Gewalt, auch und gerade psychischer, zu Hass, Verbitterung, Sucht u.a.m..
 
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12. September 2023
 
Leider werden in oben verlinkter arte-Doku "Ist der Mensch böse?" die Erkenntnisse, Forschungsergebnisse von Frans de Waal (Primatologe, Verhaltensforscher) nicht erwähnt und auch nicht reaktive Aggression und Gewalt, siehe dazu Joachim Bauer (Neurobiologe, Arzt) - "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt".
Viel Leid ist menschengemacht - also vermeidbar.
 
Bekanntlich liegt gerade hier - weltweit, Stichwort Armut - etliches im Argen. Menschengemachtes Leid, das durch Menschen, durch Machthabende, Regierende, zu beheben, zu bewältigen wäre. So diese es denn wollten - statt Erhalt nur ihrer Privilegien, Macht, nur ihres Wohlstands.
 
Diese Welt ist - inzwischen - weitgehend menschen-, vor allem männergemacht (Androzentrismus, Patriarchat), jedenfalls ist es das menschliche Miteinanderleben: Gemeischaften, Gesellschaften, Kulturen, Politik. Und das lässt sich selbstverständlich - wieder - ändern, wohltuender als bisher gestalten: von Menschen.
 
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Das sogenannte "Böse" zeigt sich generell darin, dass und dann, wenn
 
das einem jeden Menschen angeborene, genetisch angelegte Mitgefühl mit dem anderen, mit anderen Lebewesen (nicht nur Menschen) taub, blind, stumm geworden ist. 
 
Es gibt nicht "das Böse", "das Gute". Es gibt Menschen.
Menschen schaffen sich Moral und Ethik.
Menschen agieren, verhalten sich, haben Charaktere, Persönlichkeiten ... .
 
Ja: Es gibt destruktive, nekrophile, sadistische, antisoziale (siehe bspw. pathologischen Narzissmus, antisoziale PKST, "dunkle Triade") Menschen, aber deshalb ist nicht "der Mensch" grundsätzlich oder mehrheitlich destruktiv, sadistisch, antisozial, "böse", schlecht.
 
Weit verbreitet, zugrundeliegend ist vor allem der Gut-Böse-Dualismus - siehe Manichäismus, Gnosis - der sich bis heute in Religionen, Ideologien, Mythen, Geschichten, bspw. "Herr der Ringe", "Star Wars", "Harry Potter" sowieso der Bibel findet.
 
Es sind Menschen, die agieren, die glauben, fühlen, denken, Vorstellungen haben, geprägt, oft auch seit Kindheit beschädigt sind: psychisch-emotional. Autoritarismus, patriarchale, religiöse Vorstellungen, auch Esoterik, Manichäismus, Gut-Böse-Dichotomie: deshalb nach wie vor verbreitet.
Menschen schreiben dann entsprechende Geschichten, Romane, malen "entsprechende" Bilder ... . Auch die Bibel, insbesondere das Alte Testament sowie eigentlich alle monotheistischen, patriarchal-autoritären Religionen belegen das eindrucksvoll. ;)
 
Bibel, Bibelgeschichten - von Menschen, merheitlich Männern gemacht, verbreitet, auf Basis ihrer entsprechenden persönlichen und kollektiven Urteils-, Erkenntnis-, Reflexionsfähigket, psychisch-emotionalen (Un-) Reife, gemäß ihrer Zeit, Weltanschauung, Ideologie: Patriarchat.
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Rache, Vergeltung, Strafe, Konkurrenz, Übervorteilung, Macht, Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt, Krieg - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen auf dieser Erde. Menschenrechte, Menschenwürde.
 
Keine Überzeugung, keine Ideologie und kein Befehlsgehorsam kann ein intaktes Mitgefühl, dessen natürliche Vehemenz, Intensität, ignorieren, übergehen.

Erst dann, wenn das Mitgefühl, die basale, intrinsische Moral, die auf emotionellem, affektiven Mitfühlen beruht, erheblich betäubt, beschädigt ist - und das zumeist seit der Kindheit bereits - kann "das Böse" wirken; und keine religiös, keine ideologisch oktroyierte Moral, auch keine ausschließlich vernunftbasierte Ethik vermag dem dann noch vollständig oder angemessen Einhalt zu gebieten.

Die intrinsisch motivierte - im Gegensatz zur religiös, ideologisch oktroyierten - Moral, das angeborene Mitgefühl ist essentielle Voraussetzung, ist basale Grundlage jeglicher rationalen Ethik.
Einer Ethik, einer Moral ohne Mitgefühl sind inhärenterweise Tür und Tor zu Missbrauch und Pervertierung geöffnet.
 
"Das Böse" ist, gründet sich auf einen ausgeprägten Mangel an oder das gänzliche Fehlen von Mitgefühl. Siehe antisoziale Persönlichkeitsstörungen, narzisstische PKST, maligner Narzissmus, Sadismus, Psychopathie.
 
Der Urgrund jeder authentischen, wahrhaftigen, "praktizierten, angewandten", gelebten Moral und rationaler Ethik ist Mitgefühl (nicht gleichbedeutend mit Empathie). Nicht: Religion, Glaube, "Gott", Religion, Justiz, Gesetze, Regeln, Dogmen.
 
Keine Moral, keine Ethik, keine Liebe, keine Versöhnung, kein Frieden ohne Mitgefühl.
 
Kein Mensch wird ohne Mitgefühl, kein Mensch wird "böse" geboren.
 
Aber ein Täter, auch wenn er "bloßer" Befehlsempfänger, Vollstrecker ist, weiß immer, dass er ein Täter ist - auch wenn er dies vor sich selbst und/oder gegenüber anderen zu leugnen versucht (siehe selbstschonender, kompensatorischer Selbstbetrug), es sei denn, er ist ein Psychopath. Doch auch als Psychopath wird ein Mensch nicht geboren.
 
Mehrheitlich werden Menschen "böse", antisozial, gewalttätig, wenn, d.h. nachdem sie zuvor selbst intensiv, langandauernd und/oder wiederholt psychisch-emotional, sozial, physisch, existenziell beschädigt wurden. Siehe hierzu die neurobiologischen Hintergründe und Erkenntnisse zu Aggression und Gewalt (auch Radikalisierung) - das Überschreiten der Schmerzgrenze eines Individuums und dessen Folgen.

Sozialisation, "Erziehung", Schwarze Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Entzug von Zuwendung und Zuneigung, Strafe, Dressur, absichtsvolles Schmerzzufügen, also psychisch-emotionale und/oder physische Gewalt) sowie diverse Ideologien, Indoktrinierung verstärken, befördern dies.

Das rechtfertigt oder entschuldigt "böse" (Gewalt-) Taten nicht, es erklärt jedoch, wie und warum es zu diesen kommt und es zeigt die Wichtigkeit, die Unverzichtbarkeit von angemessener Prävention auf.
 
Diese Prävention beginnt allerdings nicht erst mit und besteht nicht in sogenannter "Resozialisierung" und/oder diversen Therapien, "Integrations-, Wiedereingliederungsmaßnahmen" (inklusive bürokratischer und/oder finanzieller Vorgänge, Hürden).
 
Erforderlich ist stattdessen grundsätzlich der bedürfnisorientierte, respektvolle, prosoziale, feinfühlige, mitfühlende, nicht-paternalistisch fürsorgliche, wertschätzende Umgang mit Menschen, insbesondere mit Kindern.
Voraussetzung hierfür wiederum sind entsprechend angemessene, diesen Umgang ermöglichende und unterstützende Lebensverhältnisse von/für Menschen, Eltern, Familien, Bezugspersonen, Gemeinschaften, folglich entsprechende Politik.
 
Belastend und beschädigend wirken sich nachweislich bspw. materielle Armut, Ausgrenzung und patriarchal-autoritäre, repressive Verhältnisse, inklusive solcher Religionen, Ideologien, auch die patriarchale Ehe und Kleinfamilie aus sowie häufig wechselnde oder auch fehlende mehrere Bezugspersonen (nicht Betreuungspersonal) unterschiedlichen Alters und Geschlechts für sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene, Eltern, Sorgende: eine tragende, gewaltfreie Gemeinschaft, wie sie bspw. in Matriarchaten (matrilinear, matrifokal) lebenden Kulturen üblich war und ist.
 
Hiervon sind wir augenfällig noch immer viel zu weit entfernt - je national, ohnehin global. Im Kapitalismus sind solche erforderlichen, zuträglichen, gemeinwohlförderlichen, Gemeinwohl schaffenden und erhaltenden Verhältnisse offensichtlich nicht zu erwirken und nicht zu erhalten - das Gegenteil ist, weltweit täglich wahrnehmbar, der Fall.
 
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Ein mitfühlender Mensch kann grundsätzlich - aufgrund des ihm angeborenen, intakten Mitgefühls (siehe auch Spiegelneuronen, Neurobiologie, Neurowissenschaften, Primatologie) - selbst nicht ertragen, wenn ein anderes schmerzfähiges Lebewesen leidet, sein unmittelbarer Impuls ist, das Leid des anderen Lebewesens bedürfnisorientiert möglichst zu beenden oder es wenigstens abzumildern. Er leidet selbst, wenn, weil andere leiden.
 
Nur Sadisten und Psychopathen fügen anderen schmerzfähigen Lebewesen absichtsvoll Schmerz, Leid, Qualen zu und ergötzen sich daran, empfinden psychische und/oder auch physische Befriedigung hierdurch.
 
Leider sind zahlreiche Menschen von frühester Kindheit an in ihrer angeborenen Fähigkeit mitzufühlen massiv beschädigt - mit lebenslang wirksamen Folgen.

Schwarze Pädagogik fängt nicht erst bei körperlicher Misshandlung an, kennzeichnend ist viel mehr vor allem psychisch-emotionale Gewalt: Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Strafe, Dressur, absichtsvolles, vorsätzliches Schmerzzufügen (Strafe), somit Sadismus.
Solche Misshandlung hat ein beschädigtes Mitgefühl zur Folge, führt außerdem zumeist zu Angst, Abwehr, erhöhtem Sicherheitsbedürfnis, Trotz, Verweigerung, Aggression, siehe global verbreiteten Konservatismus, aber auch zu Depression, diversen weiteren psychischen Störungen, Erkrankungen, bis hin zu physischer Gewalt. Opfer werden häufig zu Tätern, jeder Täter war/ist selbst Opfer, kein Mensch wird als (Gewalt-) Täter, "böse" geboren.
 
Ich empfehle zur Lektüre daher immer wieder Arno Gruen und Erich Fromm.
 
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Mensch ist nicht qua Natur, Biologie böse, schlecht, Mensch ist nicht "ein Wolf dem Menschen", es gibt keinen Todestrieb - Fakten, statt Mythen - Menschenbild Mensch ist nicht qua Natur, Biologie böse, schlecht, Mensch ist nicht "ein Wolf dem Menschen", es gibt keinen Todestrieb - Fakten, statt Mythen - Menschenbild
27. März 2024
 
Rutger Bregman in unten verlinktem Video - srf Kultur, Sternstunde Philosophie - über Macht, Hobbes, Leviathan, "Mensch des Menschen Wolf", Fassadentheorie (dünne Zivilisationsschicht), Christentum, Augustinus, Rousseau, Krieg, Soldaten, Konformismus, Selbstzweifel, Manager, bullshitjobs, Wohlstand, Medien, Altruismus, Demokratie ... .
09. und 19. Dezember 2023
 
Fällt es der Mehrheit der Menschen wirklich so schwer, sich wohltuende Alternativen zu Kapitalismus, Ehe, Kleinfamilie, Macht/Herrschen, Unterwerfen, Ausbeutung, Rache vorzustellen?
Haben sie kein Interesse daran, keine Kenntnis davon?
Ist ihnen Gemeinwohl, statt Profit, ist ihnen Selbstbestimmung, Mitgefühl egal?
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Rache, Vergeltung, Strafe, Konkurrenz, Übervorteilung, Macht,  Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt, Krieg - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen. Menschenwürde.
 
Hat die Mehrheit der Menschen in Deutschland und weltweit offenbar nicht die geringste Kenntnis von Gemeinwohlökonomie, Commons, Allmende, cohousing, Solawi, Soziokratie (Konsentprinzip, statt Mehrheitsprinzip - systemisches Konsensieren), kollektivistischem Anarchismus?
 
Und könnte das daran liegen, dass Regierungen, Menschen in Macht-, Einfluss-, Entscheidungspositionen, dass Schule und Familien, Eltern ihren Kindern den überkommenen, konservativen, destruktiven Dreck - Ehe, Karriere, Profit ... - hartnäckig indoktrinieren, oktroyieren?
 
Verantwortung, Fürsorge, Mitgefühl, Liebe, Reife, Würde - Mensch sein.
Nicht abgerichteter, dressierter Hund, Untertan, nicht egomanes, gieriges, unreifes, erbärmliches Monster. Zu viel Toastbrot auf der Welt - Würste. Zu viel Gollum.
 
Wir haben es bei zahlreichen Menschen in Entscheidungs-, Verantwortungspositionen - weltweit btw - augenfällig nicht mit reifen, reflektierten, prosozialen Menschen zu tun, sondern mit Menschen, denen es vor allem um ihre persönlichen Vorteile, Macht, Geld, "Ruhm" geht.
 
"Die Menschenwürde, sagt Lévinas, beginnt damit, dass ich für das Leben eines Anderen einstehe. Das ich angesichts von Not und Elend dem Anderen antworte. Dass ich sage: `Hier bin ich.´ (...)
Es gebe keine Garantie, kein Prinzip Hoffnung, sondern nur die unbedingte Verantwortung für den Anderen und die Pflicht, aus seiner Selbstzufriedenheit zu erwachen. (...)
Das Antlitz des Anderen ist der wahre Lehrer der Philosophie. Das Ideal des Philosophen ist nicht die Selbstverwirklichung, sondern Liebesweisheit. (...)
Eine Zukunft denken, heißt, es ist eine Zukunft, die Sinn hat, ohne dass ich dabei bin. Das heißt, es ist nicht der Gedanke des ewigen Lebens, sondern ein Gedanke, den Tod anzunehmen, wenn die Anderen den Frieden genießen. (...)
Niemand  kann hier an meine Stelle treten, denn die Verantwortung an mich  appelliert wie an einen Angeklagten, der die Sache nicht wird  zurückweisen können, verpflichtet sie mich als jemand Einmaligen und  Unersetzbaren. (...)
Und Verantwortung heißt eben nicht heute Ja, morgen Nein, sondern die Verantwortung kommt sozusagen mir voraus."
 
 
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20. Dezember 2023
 
Teilen, Geben, Schenken

Verhält es sich tatsächlich so, dass Menschen mehrheitlich aufgrund von Konvention oder Taktik, Berechnung schenken und dies so auch anderen Schenkenden unterstellen? Also nicht, um anderen, insbesondere Nahestehenden, eine Freude machen, wohltun zu wollen?
 
Verhält es sich tatsächlich so, dass die meisten? Menschen - gerade auch größere, teure - Geschenke machen, um damit etwas zu erreichen, bspw. ihr Gewissen zu entlasten, sich von Schuld, Verantwortung "freizukaufen" oder andere zu bestimmtem Verhalten zu bringen, zu manipulieren?
 
Ist es wirklich so, dass zahlreiche Menschen dieses eigene Verhalten - Taktik, Berechnung beim Schenken - dann auch von sich auf andere projizieren, es anderen unterstellen, dass sie nicht aus Mitgefühl, Freundschaft, Liebe gerne, wahrhaftig von Herzen teilen, geben, schenken?
 
Und ist das angeboren oder anerzogen - siehe Persönlichkeit, Charakter, Genetik, Verhaltensgenetik, Erziehung, Sozialisation, Individuation, Verhaltensforschung, Psychologie ... ?
Was, wenn Selbstsucht, Geiz, Gier nicht von Eltern, Hauptbezugspersonen "vorgelebt" wurden, dennoch bei Erwachsenen ausgeprägt sind?
 
Wenn Mitgefühl, Fairness, prosoziales Verhalten? angeboren, d.h. bei Menschen und anderen Primaten genetisch angelegt sind (siehe Verhaltensforschung, Primatologie, Frans de Waal ...), warum ist dieses Mitgefühl dann bei offenbar so zahlreichen Menschen weltweit so verkümmert, nicht (mehr?) intakt, nicht aktiv?
 
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04. Dezember 2023
 
Man befrage sich einfach selbst ehrlich, ob die einem langjährig nahestehenden Menschen, so vorhanden - also bspw. Partner, Eltern, erwachsene Kinder, enge Freunde - in der Not tatsächlich ihr letztes "Stück Brot" mit einem teilen würden: ohne einen zu hintergehen, zu belügen ... .
 
Denn bekanntlich erkennt man in der Not, auch: in der Krise ..., den wahren Freund, Gefährten - so er denn ein solcher ist.
Stichwort Liebe, aktives Lieben, gemäß Erich Fromm:
Achtung, Erkenntnis, Freiheit, Verantwortung, Fürsorge - Verbundensein.
 
Sind diese nahestehenden Menschen, siehe oben genannt, wirklich solche, die dich tatsächlich wertschätzen - nicht, weil du Titel, "Macht", Vermögen hast, sondern aufgrund deiner Persönlichkeit (Charakter, Wesen)?
Respektieren sie deine Selbstbestimmung?
Sind sie aktiv mitfühlend?
 
Sind diese Menschen in ihren Entscheidungen, Taten, Zielen, politischen Einstellungen, gerade auch ihrem Wählerverhalten verantwortungsvoll: in dem Sinne, dass sie dir damit nicht wissentlich erheblichen, existenziellen Schaden zufügen?
Sind sie solidarisch, loyal, verlässlich?
 
Sind diese Menschen, gerade auch im Alltag, bedürfnisorientiert - also: n i c h t paternalistisch - fürsorglich dir gegenüber, gehen sie entsprechend mit dir um? Das setzt natürlich Empathie und intaktes Mitgefühl voraus, siehe oben.
Macht es ihnen Freude, dir wohlzutun?
 
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29. Februar 2020
 
Die Frage - nicht erst am Ende - deines Lebens sollte sein
nicht: Hatte ich genug "Spaß"?

"Erkenne dich selbst" und "Tu, was du willst" bedeutet gerade nicht maximaler, egomaner Hedonismus und Eskapismus, sondern das Gegenteil dessen.

Die Frage, die du dir zu Lebzeiten stellen solltest, u m dein Leben als sinnvoll, erfüllt erleben, erfahren, bewerten zu können, ist:
Habe ich mit meinem Wollen, Streben, Verhalten dazu beigetragen, "die Welt ein bisschen besser zu machen", d.h. habe ich nach meinen persönlichen Möglichkeiten, Umständen, Fähigkeiten und Kräften zum (je "privaten", regionalen wie globalen) Gemeinwohl beigetragen?


Deutlicher:
War mein Leben, meine Existenz, mein Wirken, Tun und Unterlassen nach bestem Wissen und Gewissen für auch andere Menschen, schmerzfähige Lebewesen gut, zuträglich, wohltuend, konstruktiv, förderlich, hilfreich, stärkend?

Ich denke, nur dann, wenn man seine kleine Existenz "in den Dienst einer dem Ego übergeordneten Sache stellt", also nicht in den engen Grenzen des je eigenen Egos - nicht zu verwechseln mit dem Selbst - verhaftet, gefangen bleibt, erfährt man Sinn und Erfüllung.
Und eben dies erfährt, (er-) lebt man vor allem durch das aktive Lieben.

Nein, dafür bedarf es keines "Gottes", keiner Metaphysik, keiner Mystik, keiner Religion, Ideologie, Esoterik, sondern "nur" der je persönlichen Erkenntnis-, Reflexionsfähigkeit, des Mitgefühls, der Vernunft, der Persönlichkeitsreife - der Liebesfähigkeit.
 
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update 13. August 2020
 
Und wenn ihr, gerade bei der gegenwärtigen Hitze, ausreichend sauberes Wasser zu trinken, zum Händewaschen (Corona), zum Duschen, Wäschewaschen und sogar für die Toilettenspülung (Trinkwasser!) habt - denkt ihr dann auch manchmal oder vielleicht auch regelmäßig an all jene Menschen, die das nicht haben und wie sie darunter leiden: täglich - lebenslang?
 
Und wenn ihr schöne Erlebnisse, Momente habt, es euch gut geht, ihr euch wohlfühlt, Ausflüge, Urlaube macht, diverse kulturelle Veranstaltungen besucht u.a.m., müsst ihr dann auch häufig an all die vielen Menschen weltweit denken, die das nie je hatten, niemals haben, erleben (können) werden - die intensiv unter Armut und ihren bekannten Folgen leiden und das zumeist bis zu ihrem (auch frühen) Tod (als Kinder bereits), die um ihr ganzes, e i n z i g e s Leben betrogen werden, denen es genommen wird: gewaltsam, die unverschuldet (!) lebenslang massiv leiden müssen und das selbst mehrheitlich auch nicht abwenden können?
 
Und habt ihr dann auch ein schlechtes Gewissen, wenn ihr nur ein gutes Brot oder Salat, Gemüse, Kuchen ... esst, darum wissend, wieviele Menschen, auch Kinder auf dieser Welt täglich unter Hunger leiden und daran sowie an zahlreichen Krankheiten und schmutzigem, fehlendem Wasser und ärztlicher Versorgung elendig krepieren?
 
Und all das auch bezogen auf die vielen Menschen, die vor uns gelebt und unverschuldet (!) gelitten haben - all diese vielen Menschen, die durch Krankheiten, katastrophale Kriege, Gewalt, Armut, Ungerechtigkeit ... Qualen litten und qualvoll starben.
 
Ist es auch so unerträglich, dass ihr deswegen heulen müsst, weil ihr euch verantwortlich fühlt - einfach weil es euch besser geht, weil ihr G l ü c k hattet, anderswo geboren, aufgewachsen zu sein, leben zu können, weil das Z u f a l l ist und nicht euer Verdienst, aber ihr doch nicht wirklich, effektiv, zeitnah helfen könnt und ihr mit dieser Ungerechtigkeit nicht zurandekommt, weil sie nicht "vom Himmel gefallen", kein Naturgesetz ist, sondern menschengemacht?
 
Ja, vielleicht verliere ich allmählich jeglichen Resthalt.
Vielleicht bin ich einfach nur "überlastet" - emotional, sozial, physisch, existenziell.
Vielleicht ist mein Gemüt noch immer ein kindliches, einfaches, einfältiges, das mit all der menschlichen Schwäche, dem Selbstbetrug, den Selbstlügen, der Selbstsucht nicht zurandekommt.
 
Und ja: Es hilft keinem einzigen aneren Menschen, dass ich seines Leidens wegen Schmerzen habe - aber ich habe sie und ich denke, wenigstens das bin ich ihnen schuldig. Das schlechte Gewissen, das Mitgefühl, das Verantwortungsgefühl, den Willen, die Dinge ändern zu wollen. Auch wenn ich keinen Weg sehe, es aktiv, effektiv zu tun.
 
Und ihr so?
 
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16. November 2020
 
Wie soll, wie kann man das ganze nicht selbst verschuldete Leid von Menschen und Tieren ertragen - wo man darum weiß: dass es jeden Tag, jede Stunde, jede Minute auf dieser Welt mindestens einen Menschen und ein Tier gibt, der/das Schmerzen, Qualen leidet - physische und/oder psychische - durch Krankheit, Gewalt, Armut, Unfälle, Naturkatastrophen und: in seinem Sterben.
 
Wie kann man denn selbst auch nur ein Stück Brot oder ein Schälchen Reis essen oder ein Glas sauberen Wassers trinken, sich an Nahrung, Wohnung, ggf. sogar Sozialkontakten, der Naturschönheit, an ggf. sogar verfügbarer kultureller Teilhabe und Mobilität ... erfreuen - darum wissend, dass und wie intensiv andere all das - oft lebenslang - entbehren müssen, leiden und krepieren.
Nein, ich bin nicht "negativ" oder "depressiv", ich fühle mich nur ohnmächtig angesichts all dieser Tatsachen - weil: ich mich verantwortlich fühle, aber doch n i c h t s tun kann, um effektiv, wirklich hilfreich, bedürfnisorientiert, respektvoll, zeitnah auch nur ansatzweise "Abhilfe zu schaffen", das oft sinnlose, da vermeidbare, eigentlich auch abwendbare Leid zu lindern, dazu wenigstens beizutragen.
 
Es ist das Mitgefühl, die Last der Verantwortung und die Hilflosigkeit, die mich umso mehr erdrücken, mir den Halt nehmen, je älter ich werde - je mehr eigene Lebenszeit ich mit "Nicht-Helfen" vergeudet habe. Und darüber nicht einfach ein schlechtes Gewissen habe, sondern tiefe Trauer empfinde - "Mitleid", Mitgefühl mit all den Leidenden, von denen ich weiß, ohne sie (täglich) direkt sehen, hören, wahrnehmen zu müssen.
 
Denn ich weiß nicht, w a s ich tun kann, um wirklich, um effektiv zu helfen.
Es fehlt mir seit Jahren schon die physische Kraft für das basalste Bewältigen meiner eigenen "Herausforderungen", von allem anderen ganz zu schweigen.
 
Und sicher verschärft das eigene Leiden diese "Weltsicht", diese Gefühle, das persönliche Entbehrenmüssen, die persönliche Perspektivlosigkeit, die langjährige soziale Isolation, die chronische physische Krankheit, die eigenen physischen und psychischen Schmerzen, die eigene, nicht (mehr) zugängliche Freude, Vitalität, Selbstwirksamkeit - das Altern, der Verfall, das Sterben auf Raten in Armut.
All das "sensibilisiert" für das Leid anderer.
 
Und ich kann, will mich nicht selbstschonend in religiösen Glauben, Aberglauben, Esoterik flüchten - ich bin es, die verantwortlich ist, weil und so lange ich existent und mir des Leids anderer bewusst bin - wie jede/r von uns es auch ist: verantwortlich.
Jedenfalls dann und so lange, als es "uns" doch noch erheblich besser geht als Millionen anderen Menschen und Tieren auf dieser Welt.
 
Ich versuche es seit Jahren mit "nachhaltigem, bewussten" Konsum, Einkauf, Leben, Verhalten, soweit es mir finanziell und auch sonst physisch möglich ist. Aber das reicht (mir) eben nicht: denn die anderen leiden und krepieren immer noch. Jeden einzelnen Tag. Qualvoll. Kinder, Erwachsene, Junge, Alte, Kranke, Tiere ... . Und ich weiß es. Und ich kann nichts dagegen tun.
 
Und ich kann es nicht mehr ertragen. Ich kann mich nicht mehr freuen - im selben Moment überlagert die banalste Freude (über das durstlöschende Wasser, über das Schälchen Reis, über den Sonnenschein, über den Anblick eines Baumes ...) der Gedanke, das Gefühl: jetzt gerade leiden so viele andere Menschen - unter Hunger, Armut, Krankheit, Gewalt, Folter, im Sterben ... - sie haben keine "schönen Anblicke", sie haben nicht einmal sauberes Wasser, Nahrung, Obdach, Freiheit, Nähe, Halt, Freude ... .
Ich ertrage es nicht mehr.
 
Und nein, ich kann und will mich auch nicht in Drogen, Alkohol, was immer flüchten. Noch nie je. Es würde weder mir, noch und schon gar nicht anderen helfen.

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