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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Sinn, Ziel des Lebens, Menschsein, Conditio humana, Bewusstsein, Erkenntnis, Reife, Ethik, Verantwortung, Mitgefühl, Liebe, Vergänglichkeit - Kein Mensch ist eine Insel

 
Was ist Lebenskunst?
 
Einen Sinn, seinen Platz, Gefährten zu finden?
Eine Spur zu hinterlassen, (sich) anderen zu geben, nicht zu verzweifeln, Zweifel auszuhalten, Fragen zu stellen, ohne Antwort zu erwarten?
Zu reifen - dabei nie zu "Vollkommenheit": um Mensch zu bleiben?
Lieben?
 
Verlust ertragen (lernen).
Selbst zu entscheiden, wann (es) genug ist - Leben war.
 
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24. April 2023
 
Fragen an jene, die sich nicht in religiösen Glauben, zu "Gott" ... flüchten:
Ist euer Leben für euch lebenswert? Haltet ihr euer persönliches Leben für sinnerfüllt?
 
Falls ja: Wer oder was macht es für euch weshalb, wie, wodurch lebenswert, sinnerfüllt?
 
Falls nein: Warum existiert ihr weiterhin?
 
Weil´s "alle"/viele so machen?
Weil´s "nicht anders geht"?
Weil die Möglichkeit zu menschenwürdigem, selbstbestimmten Freitod faktisch "kaum" vorhanden ist?
Weil ihr für andere Menschen, Bedürftige, Verantwortung zu tragen habt
... ?
 
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05. April 2024
 
Liebe, Freude, Sinn, Halt, Verbundensein, Erfüllung, Fürsorge, Verantwortung, Freiheit, Geben, Gemeinwohl, Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Kooperation, Solidarität
vs.
passives Konsumieren, Konsumismus, Drogen, Sucht, Macht, Autoritarismus, Reichtum, Kapitalismus, Arbeit, Ausbeutung, Armut, Narzissmus, Selbstbetrug, inkl. Religion/Ideologie, Glaube, "Gott"
 
Psychisch gesunde Menschen erfahren Freude, Lebenszufriedenheit, Erfüllung, Sinn, Halt, Verbundensein nicht durch passiven Konsum von (übermäßigem) Essen, Alkohol, Cannabis, Drogen, Produkten, Prestigeobjekten, sondern durch Beziehung zu mehreren! Menschen, idealerweise unterschiedlichen Alters und Geschlechts (Frauen und Männer).
 
Solche stabilen Beziehungen, Freundschaft, Liebe, Bindung, Verbundensein, Zugehörigkeit, Gemeinschaft kann auch kein Selbstgespräch mit "Gott", einem Hirngespinst, ersetzen.
 
Im Kapitalismus wie auch Neoliberalismus geht es nicht und ging es noch nie je um Gemeinwohl - das war nie das Ziel. Sondern Kapitalakkumulation, Wohlstand, Reichtum nur bestimmter, weltweit vergleichsweise weniger Menschen: zu Lasten zahlreicher anderer.
Von jeher wurden im Kapitalismus mittellose Menschen, siehe Arbeiter, Arbeiterklasse, ausgebeutet - via Arbeit, Lohnarbeit und weltweit nach wie vor auch unzählige Frauen via einkommenslos geleisteter, unentbehrlicher Sorge-Arbeit. Konservatismus. Patriarchat.
 
Gleiches gilt für Selbstbetrug, inkl. des stets kompensatorischen Strebens nach Macht, Herrschen, Unterwerfen - es ist demonstrativer Ausdruck von Unreife (mangelnder Persönlichkeitsreife) und einer kranken, beschädigten, gestörten Psyche.
 
Menschen, die nach Macht, Kontrolle, Herrschaft streben, das wollen, brauchen, sind zumeist autoritär und beziehungs-, liebesunfähig, "einsame Wölfe" - Narzissten (siehe antisoziale PKST, APS). Es mangelt ihnen erheblich an Mitgefühl und Prosozialität.
 
Sie haben nicht die Größe, charakterliche Stärke, das Rückgrat, die Integrität, die Reife, Irrtümer, Fehlverhalten, Missetaten zuzugeben, geschweigedenn, dafür um Verzeihung zu bitten und sich um Wiedergutmachung und Versöhnung eigeninitiativ, engagiert, ausdauernd zu bemühen.
Stattdessen kehren sie lieber alles unter den Teppich, leugnen, verdrängen, verweigern, verpanzern und graben sich immer tiefer in ihren selbstschonenden, bequemen Selbstbetrug.
 
Solche Menschen ertragen es nicht, wenn sie sich nicht - zumindest oberflächlich, vermeintlich - mächtig fühlen können. Ihnen geht es nicht um Konfliktbewältigung, Persönlichkeitsreifung, Selbstreflexion, Zugewandtsein, prosoziales Miteinander, sondern um ihre (vermeintliche) Macht, ihre irrige Vorstellung von Stärke, Kontrolle sowie um vorrangig bis ausschließlich ihre Vorteile, Annehmlichkeiten, Bedürfnisbefriedigung, Willensdurchsetzung.
Wer da nicht "mitspielt" - gerade auch um den Preis, sich wiederholt benutzen, ausbeuten, psychisch, physisch, sozial, auch existenziell beschädigen, verletzen, misshandeln lassen zu  müssen - wird entweder abserviert oder attackiert, auch bis zur existenziellen Vernichtung.
 
Solche Menschen, die ihr "Glück" in Reichtum, Status, passivem Konsumieren, Drogen, Sucht, also in Ersatzbefriedigung und Symptombehandlung, Kompensationsverhalten, suchen, sind unfähig, zu lieben. Liebesunfähig.
 
Liebe, aktives Lieben, Geben
 
Erich Fromm - aus "Die Kunst des Liebens" zitiert:
"Liebe ist die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben. Wo diese tätige Sorge fehlt, ist auch keine Liebe vorhanden."
"Impotenz ist die Unfähigkeit, Liebe zu erzeugen."
 
Ja, immer wieder Erich Fromm, da er gemäß auch meiner Erkenntnis, persönlichen (Lebens-) Erfahrung sowie Reflexion derselben Liebe so beschreibt, wie auch ich sie definiere, erlebe und gebe.
Aktives Lieben drückt sich aus in, durch bedürfnisorientierte, nicht-paternalistische Fürsorge, Achtung, Freiheit, Verantwortung, Erkenntnis - Verbundensein.
 
Erich Fromm:
"Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.
Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, dass man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen."
 
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22. Dezember 2023
 
Wie geistig arm und seelisch verarmt kann ein Mensch nur sein, der reich werden will - der nach monetärem Reichtum, Vermögen strebt.
Denn niemand, der geistig und seelisch gesund ist, kann nur eigenen Reichtum, Wohlstand im Wissen um Armut, Not, Leid, Elend anderer genießen.
 
Was bleibt von einer Person übrig, wenn ihr alle Titel, alles Vermögen, sämtliche Statussymbole genommen werden, verlustig gehen  - welcher Mensch, welche: Persönlichkeit?
Wenn der Kaiser nackt ist, kommt seine ganze abstoßende Hässlichkeit und Kleinheit, Schwäche zum Vorschein. Drum will er diese Blöße, diese Wahrheit mit allen Mitteln verborgen halten.
 
Woran es diesen vermeintlich Reichen, Mächtigen fehlt, ist Würde, Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein, Liebesfähigkeit.
Es sind sämtlich arme Teufel.
 
Der Wert eines Menschenlebens bemisst sich nicht nach akademischen Titeln, Einkommenshöhe, Vermögensumfang, Narzissmusgrad (besetzten Machtpositionen), Ruhm, wirtschaftlicher Funktionalität und Verwertbarkeit.
Menschenwürde.
 
Es ist Ausdruck von charakterlicher, d.h. intellektueller, sozialer und emotionaler Unreife, seinen Wert als Mensch, Person, Persönlichkeit, seinen Selbstwert, sein Selbstverständnis auf Besitz, Vermögen, Reichtum, Macht zu gründen. Patriarchat.
 
Sinn, Ziel "des" Lebens, Menschsein, Conditio humana, Bewusstsein, Erkenntnis, Reife, Ethik, Verantwortung, Mitgefühl, Liebe, Vergänglichkeit - Kein Mensch ist eine Insel
 
Nein, es gibt kein irgendwie festgelegtes, feststehendes oder unbedingt zu erreichendes Lebensziel.
 
Aber es gibt durchaus einen Entwicklungsverlauf und diesen zwangsläufig, aufgrund unserer Biologie.
Man ist auf bspw. Nahrungsfindung, -beschaffung angewiesen, man braucht eine auch materielle Existenzgrundlage für schon das rein physischen (Über-) Lebenkönnen - nicht nur die Gesellschaft anderer Menschen, die soziale, emotionale Grundlage, den sozialen Austausch, die neuen Impulse, das Wertgeschätztwerden und Zugehörigsein, Teilhaben, gegenseitige Unterstützung, Kooperation, Anregung, sondern auch ein "Nest", eine "Schutzhütte" (gegen starke Witterungseinflüsse bspw.).
 
Es geht dabei nicht darum, Besitz anzuhäufen oder sich über (vermeintliche oder tatsächliche) persönliche Leistung zu definieren, anhand derselben - siehe bspw. materielles, finanzielles Vermögen, Reichtum, akademische Grade, Titel, Führungs-, Machtpositionen, Statussymbole etc. - gar den Wert eines Menschen zu bestimmen, aber es kann nicht geleugnet, nicht außenvorgelassen werden, dass Mensch durchaus mehr oder weniger kontinuierlich in die nähere oder fernere Zukunft planen muss: wo bekomme ich wie die nächste Nahrung her (für nicht nur mich, sondern auch Schwächere, besonders Schutzbedürftige - Kinder, Alte, Kranke, Anvertraute, Leidende, Sterbende), wie kann ich welche Gefahren oder Beschädigungen abwehren, vermeiden, ihnen vorbeugen usw. - ohne dabei selbst wiederum gravierenden Schaden anzurichten.
 
Was ich auszudrücken versuche: Man kann sein Leben, Existieren nicht dauerhaft oder ausnahmslos nur "spielen/tanzen" bzw. spielt "die Musik" sich nicht von selbst, wie das esoterische Kalendersprüche jedoch gerne so und sehr pauschal suggerieren, bspw.: das Leben sei "eine Reise", man solle "das Kind in sich bewahren, die Welt mit den Augen eines Kindes sehen, bewusster in der Gegenwart leben" und ähnlich primitive, reduktionistische, realitätsferne, oberflächliche Sichtweisen.
 
Ab dem Moment, da du für deine Existenzgrundlage (mit oder ohne andere Menschen, Lebewesen, Bedürftige, Verletzliche) auch selbst aktiv sorgen musst, v e r a n t w o r t l i c h bist, kannst du "die Musik" nicht mehr einfach "spielen lassen" oder tatsächlich selbstbestimmt spielen.
 
Die Frage ist also: Wie kann ich einen persönlichen, individuellen "Lebensweg" gehen, "mein" Leben wie weit tatsächlich selbst gestalten, selbstbestimmt leben, wenn die äußeren Umstände dies verhindern, jedenfalls z.T. erheblich erschweren und wenn ich von Geburt an (und sogar davor bereits) gerade k e i n "unbeschriebenes Blatt" bin, sondern es schon entscheidend, wegweisend davon abhängt, in welcher Zeit ich in welches Land, welche Gesellschaft, Kultur, mit welchem Geschlecht in welche Familie, soziales Milieu und welches politische System ... hineingeboren werde - ohne, dass ich mir dies irgendwie aussuchen, das selbst beeinflussen könnte, sondern schlicht damit konfrontiert werde, mir das zugemutet wird, es mir widerfährt.
Siehe Zufall, Kontingenz. - Statt Fatalismus und/oder (Aber-) Glaube, Esoterik.
 
Wieviel "Spiel-, Frei-, Entfaltungsraum" und Lebensgestaltungsmöglichkeit hat wer aus welchen Gründen also tatsächlich - und wer weshalb, d.h. ohne eigenes Verschulden: nicht - mit welchen Folgen jeweils ...?
 
Und wieviele bzw. wie weitreichende, Raum öffnende Möglichkeiten hat das jeweilige Individuum dafür, möglicherweise bestehende, belastende Missstände, hindernde Umstände, beschädigende Verhältnisse und Gegebenheiten w i e, womit, wodurch effektiv zum Wohltuenden hin zu ändern - wieviel Z e i t und w e l c h e Mittel stehen ihm/ihr dafür zur Verfügung oder kann er/sie selbst diese auch tatsächlich wohltuend für sich und andere anwenden, Verbesserungen erwirken, umsetzen?
 
Ja: Leben ist tatsächlich immer noch, immer wieder auch sehr anstrengend, mühevoll - nicht nur in positiver Interpretation "herausfordernd, anregend, entwicklungsförderlich".
Es kostet Kraft und je länger man Energie, Nerven, Lebenszeit, Gefühle, Anstrengung, Mühe, ggf. auch Gesundheit investiert, gegeben und auch gelassen hat, je intensiver, langandauernder gerade die persönlich nicht beeinflussbaren, schädigenden Faktoren von außen vorhanden waren, schwächten, verletzten, beschädigten, je weniger S e l b s t w i r k s a m k e i t Menschen haben können, dürfen, umso verbrauchter, versehrter, ggf. auch gebrochen(er) sind sie infolgedessen in fortgeschrittenem Alter.
 
Vielen Menschen fällt es schwer, ohne Ziel, Sinn zu leben, solches nicht gehabt oder als vorhanden empfunden zu haben, deshalb suchen sie sich "Sinn", bspw. mittels religiösen Glaubens oder Esoterik oder diverser anderer Ideologien.
 
Ihr Menschen-, Welt- und Selbstbild hat allerdings bereits Ursachen, Vorläufe, Hintergründe, ist nicht aus dem Nichts entstanden und wurde ihnen auch nicht angeboren, sondern bekanntlich durch Prägung, "Erziehung", Erfahrungen und die Wechselwirkungen all dessen mit ihrem Wesen, Naturell, Temperament, mit äußeren Umständen, Gegebenheiten, Verhältnissen geformt.
Leider sind diese Ziele, nach denen Menschen, Individuen streben, die sie sich suchen, schaffen, konstruieren, nicht immer zuträglich, wohltuend oder "passend" für sich selbst und/oder andere, sie lassen sich vor allem nicht immer mit den Wünschen, Interessen und Bedürfnissen anderer - Mitmenschen, Lebewesen, Umwelt ... - in Einklang bringen.
Aber: Kein Mensch ist eine Insel.
 
Fazit: Wir sind Geworfene und jeweils Gewordene. Wir haben (Selbst-) Bewusstsein, wir wissen um unsere Vergänglichkeit, Sterblichkeit, die Gewissheit des Todes, wir kennen, erfahren Schmerz, Leid, aber auch Freude, Liebe ..., sind uns dessen bewusst, wir sind lebenslang bedürftig und verletztlich - l e i b l i c h: Wir unterliegen der Conditio humana.
Damit müssen wir zeitlebens zurandekommen - genau so lange, als wir je persönlich existieren: leiblich, physisch, psychisch, mental, sozial, emotional.
 
Menschen, die bereits intensiv (vor-) belastet, beschädigt, versehrt sind, wird man grundsätzlich nicht - nirgendwo auf dieser Welt und zu keiner Zeit je - dadurch "lebensfähiger, leistungsfähig(er) machen", indem man sie mit Schwarzer Pädagogik - Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionaler Kälte, Strafe, mittels Dressur, psychischer, oft auch physischer Gewalt also - misshandelt, quält oder ihnen mit Ignoranz, Arroganz, Belehrungen, Paternalismus, Autoritarismus begegnet; man belastet, beschädigt sie damit nur noch zusätzlich: intensiv.
 
Wie ganz besonders bei Kindern, so ist es auch bei Erwachsenen stattdessen erforderlich, bedürfnisorientiert, einfühlsam, mitfühlend, respektvoll und wertschätzend mit ihnen umzugehen und sie auf solche Weise auch zu unterstützen.
Nur durch wohltuenden Umgang, Kontakt, Beziehungen, durch wiederholt gute Erfahrungen lassen sich ggf. Beschädigungen, Verletzungen mit der Zeit (!) abmildern, "überschreiben" (wenn nicht gerade ein Trauma zugrundeliegt).
Dafür müssen die Umstände, Gegebenheiten, politischen, gesellschaftlichen, sozialen Verhältnisse, Räume und Möglichkeiten geschaffen und erhalten werden: von der jeweiligen Gemeinschaft der Individuen, Persönlichkeiten - Lebenden.
 
Deshalb kann nach meinem Dafürhalten, auf Basis meiner persönlichen Überzeugung, Erfahrung, bisherigen Erkenntnis und Reflexion "Sinn des menschlichen, bewussten Lebens" nur sein, nicht für sich selbst/allein "den meisten Spaß `rauszuholen, zu sichern", "alles mitzunehmen, das geht", siehe Hedonismus, oder sich verbittert und resigniert in die "innere Emigration", in religösen, esoterischen (Aber-) Glauben, in die Einsiedelei zu flüchten (was faktisch ohnehin nicht möglich ist: Kein Mensch ist eine Insel - aufgrund seiner bloßen Existenz, seines Existierens "wirkt" er bereits auf Umwelt, auf andere Lebewesen unvermeidlich ein), siehe Eskapismus, sondern:
 
mit dem eigenen Sein, Existieren, Tun, Unterlassen, Wünschen, Wollen, Streben, Sich-Verhalten, Denken und Fühlen so in "die Welt", die man jeweils vorfindet, mit der man konfrontiert, in die man geboren worden ist, einzubringen, dass es zu "mehr", umfassenderem, tiefergehenden, tatsächlichen Wohlergehen führt: sowohl des eigenen als auch gerade jenes der anderen, der Um- und Mitwelt, der "Mitlebenden", der anderen Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Biosphäre).
 
Dies auf Basis, aus Gründen tatsächlicher (Selbst-) Erkenntnis, des Mitgefühls, der Liebesfähigkeit, der e t h i s c h e n Verantwortung, der Reflexion und (Persönlichkeits-) Reife sowie der fundamentalen Einsicht und Erfahrung, dass nur so, nur auf diese Weise ein gutes, wohltuendes, weitgehend friedvolles M i t e i n a n d e r leben, -existieren, -sein auf einem, auf jedenfalls diesem Planeten möglich ist, gerade weil alles miteinander in Beziehung steht, wechselwirkt und das bekanntlich auch durch die, in der Zeit (siehe historischen Hintergrund, Evolution, Geschichte ...) - letztlich: unabänderlich.
 
Kein Mensch ist eine Insel. Wir alle hinterlassen auch nach unserem Ableben "Spuren" unseres Gewesenseins, unseres Existierthabens - bewusst oder unbewusst, absichtsvoll(e) oder unbeabsichtigte - wohltuende, zuträgliche, gemeinwohlförderliche, konstruktive, hilfreiche ggf. sogar heilsame oder schädigende, gewaltvolle, destruktive.
 
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update 19. April 2022
 
Vielleicht plätschert das Leben der meisten (?) Menschen so vor sich hin, in aller Alltagsbanalität, Gleichförmigkeit, weitgehenden Gefahrenlosigkeit.
 
Vielleicht sind ihnen mehrheitlich (?) äußere wie innere Kämpfe völlig fremd, unbekannt oder sie verdrängen sie - feige.
 
?
 
Vielleicht hängen sie sich an vermeintliche Gewissheiten, Sicherheiten, "Normalität" - entweder, um der (lebenslangen) Auseinandersetzung mit sich selbst, ihrem Denken, Fühlen, Tun und Unterlassen, ihren Entscheidungen, Überzeugungen, (Selbst-) Zweifeln, Ängsten, ihrer Verzweiflung, Haltlosigkeit, Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Sterblichkeit und e x i s t e n z i e l l e n Einsamkeit, ihrem Geworfensein, der Vergeblichkeit, Ausweglosigkeit und den Sinnfragen auszuweichen oder aber, weil ihrem Gemüt, Intellekt, ihrer Persönlichkeit all das grundsätzlich völlig fernliegt, solche Selbsterkenntnis, Selbstreflexion, emotionale Tiefe, Leidens-, Schmerzfähigkeit in ihnen nur spärlich vorhanden, nur rudimentär angelegt ist oder weil man ihnen all das zuzulassen abdressiert hat?
 
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09. und 19. Dezember 2023
 
Fällt es der Mehrheit der Menschen wirklich so schwer, sich wohltuende Alternativen zu Kapitalismus, Ehe, Kleinfamilie, Macht/Herrschen, Unterwerfen, Ausbeutung, Rache vorzustellen?
Haben sie kein Interesse daran, keine Kenntnis davon?
Ist ihnen Gemeinwohl, statt Profit, ist ihnen Selbstbestimmung, Mitgefühl egal?
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Rache, Vergeltung, Strafe, Konkurrenz, Übervorteilung, Macht,  Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt, Krieg - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen. Menschenwürde.
 
Hat die Mehrheit der Menschen in Deutschland und weltweit offenbar nicht die geringste Kenntnis von Gemeinwohlökonomie, Commons, Allmende, cohousing, Solawi, Soziokratie (Konsentprinzip, statt Mehrheitsprinzip - systemisches Konsensieren), kollektivistischem Anarchismus?
 
Und könnte das daran liegen, dass Regierungen, Menschen in Macht-, Einfluss-, Entscheidungspositionen, dass Schule und Familien, Eltern ihren Kindern den überkommenen, konservativen, destruktiven Dreck - Ehe, Karriere, Profit ... - hartnäckig indoktrinieren, oktroyieren?
 
Verantwortung, Fürsorge, Mitgefühl, Liebe, Reife, Würde - Mensch sein.
Nicht abgerichteter, dressierter Hund, Untertan, nicht egomanes, gieriges, unreifes, erbärmliches Monster. Zu viel Toastbrot auf der Welt - Würste. Zu viel Gollum.
 
Wir haben es bei zahlreichen Menschen in Entscheidungs-, Verantwortungspositionen - weltweit btw - augenfällig nicht mit reifen, reflektierten, prosozialen Menschen zu tun, sondern mit Menschen, denen es vor allem um ihre persönlichen Vorteile, Macht, Geld, "Ruhm" geht.
 
"Die Menschenwürde, sagt Lévinas, beginnt damit, dass ich für das Leben eines Anderen einstehe. Das ich angesichts von Not und Elend dem Anderen antworte. Dass ich sage: `Hier bin ich.´ (...)
Es gebe keine Garantie, kein Prinzip Hoffnung, sondern nur die unbedingte Verantwortung für den Anderen und die Pflicht, aus seiner Selbstzufriedenheit zu erwachen. (...)
Das Antlitz des Anderen ist der wahre Lehrer der Philosophie. Das Ideal des Philosophen ist nicht die Selbstverwirklichung, sondern Liebesweisheit. (...)
Eine Zukunft denken, heißt, es ist eine Zukunft, die Sinn hat, ohne dass ich dabei bin. Das heißt, es ist nicht der Gedanke des ewigen Lebens, sondern ein Gedanke, den Tod anzunehmen, wenn die Anderen den Frieden genießen. (...)
Niemand  kann hier an meine Stelle treten, denn die Verantwortung an mich  appelliert wie an einen Angeklagten, der die Sache nicht wird  zurückweisen können, verpflichtet sie mich als jemand Einmaligen und  Unersetzbaren. (...)
Und Verantwortung heißt eben nicht heute Ja, morgen Nein, sondern die Verantwortung kommt sozusagen mir voraus."
 
 
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29. Februar 2020
 
Die Frage - nicht erst am Ende - deines Lebens sollte sein, nicht: Hatte ich genug "Spaß"?

"Erkenne dich selbst" und "Tu, was du willst" bedeutet gerade nicht maximaler, egomaner Hedonismus und Eskapismus, sondern das Gegenteil dessen.

Die Frage, die du dir zu Lebzeiten stellen solltest, u m dein Leben als sinnvoll, erfüllt erleben, erfahren, bewerten zu können, ist:
Habe ich mit meinem Wollen, Streben, Verhalten dazu beigetragen, "die Welt ein bisschen besser zu machen", d.h. habe ich nach meinen persönlichen Möglichkeiten, Umständen, Fähigkeiten und Kräften zum (je "privaten", regionalen wie globalen) Gemeinwohl beigetragen?

Deutlicher:
War mein Leben, meine Existenz, mein Wirken, Tun und Unterlassen nach bestem Wissen und Gewissen für auch andere Menschen, schmerzfähige Lebewesen gut, zuträglich, wohltuend, konstruktiv, förderlich, hilfreich, stärkend?
 
Wann hast du wie lange für wen, für welche Menschen wie oft welche Verzichte geleistet, Entbehrungen durchlitten, Opfer gebracht, Verantwortung getragen, Fürsorge geleistet?
Welchen Menschen hast du wie, wann, wie oft, wodurch, womit wie lange tatsächlich Gutes, Wohl getan - was wem genau?

Ich denke, nur dann, wenn man seine kleine Existenz "in den Dienst einer dem Ego übergeordneten Sache stellt", also nicht in den engen Grenzen des je eigenen Egos - nicht zu verwechseln mit dem Selbst - verhaftet, gefangen bleibt, erfährt man Sinn und Erfüllung.
Und eben dies erfährt, (er-) lebt man vor allem durch das aktive Lieben.

Nein, dafür bedarf es keines "Gottes", keiner Metaphysik, keiner Mystik, keiner Religion, Ideologie, Esoterik, sondern "nur" der je persönlichen Erkenntnis-, Reflexionsfähigkeit, des Mitgefühls, der Vernunft, der Persönlichkeitsreife - der Liebesfähigkeit.
 
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