Overblog
Edit page Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Biographisches

 
 
Non serviam.
update 27. Januar 2023
 
Übrigens, Profilbild:
 
Ja, ich mag meinen Löwen sehr. Für mich drückt er Entschlossenheit, (innere, charakterliche) Stärke, Courage, Widerständigkeit trotz Verletzlichkeit, Bedürftigkeit und "sogar" Verzweiflung aus - mit einem Beißring versehen, beschädigt worden seiend.
 
Er hat etwas von einem Mahnmal. Dieser beschädigte, versehrte, standhafte Löwe.
Würde.
 
-
Biographisches
Permanent Hürden, Hindernisse "überwinden, bewältigen". Knüppel zwischen die Beine vom: Staat. Macht. Gewalt. - Ich bin es leid. Längst.

Permanent Hürden, Hindernisse "überwinden, bewältigen". Knüppel zwischen die Beine vom: Staat. Macht. Gewalt. - Ich bin es leid. Längst.

update 09. Juli 2022
 
Hartz IV, Armut - Gescheiterte, Versager, Schwache?
 
Ich bin seit Kindheit unbemittelt, d.h.: mittellos, nicht-vermögend, arm, infolgedessen seit Jahren chronisch krank und sozial isoliert, aber meine Werte habe ich nie verraten. Drum bin ich arm - vom Staat, von Regierungen mit materieller Armut bestraft:
 
Biologische Frau, absichtsvoll, willentlich, überzeugt ledig, keine Ehe-Magd, alleinerziehend, authentisch, integer, nicht käuflich, nicht korrupt.
 
Und eben w e i l ich meinen Werten und Idealen treugeblieben bin, weil ich seit frühester Jugend und bis heute n i c h t opportunistisch, konformistisch, devot, untertänig, willfährig, gehorsam, konditionierbar, dressierbar, indoktrinierbar, instrumentalisierbar war/bin, werde ich mit materieller Armut bestraft.
 
Was ich inzwischen, im Alter von nun fast 49 Jahren - jetzt erst, nicht in jungen Jahren - tatsächlich bereue, ist: zwei Kinder alleine in Armut umsorgt ... zu haben.
Das Bereuen hat seine Ursache in dieser Armut, im lebenslangen Entbehren - ohne jegliche Wertschätzung für das Geleistete, Bewältigte, Durchlittene, auch all die geleisteten Verzichte.
 
Als ich jung war, war ich (auch) noch naiv: vertrauensvoll, an Demokratie glaubend, dem Staat vertrauend, noch gesund, vital, mit Zukunft. Ja, das hat sich nach drei Jahrzehnten erheblich geändert.
 
Wer ist denn - vor sich selbst, eigenen Werten, Idealen, Grundsätzen, Überzeugungen - tatsächlich gescheitert, wer hat denn faktisch versagt: wer nach oben buckelt, nach unten tritt, wer käuflich, korrupt, falsch ist, wer sich unter die Knute der Verwertbarkeit knechten lässt.
All jene, die artig, gehorsam, konformistisch mit dem Strom schwimmen, um sich vermeintlich "geborgen, getragen, wertvoll" fühlen zu können, die sich in Drecksjobs, Maloche haben drücken lassen - für ein paar Gnadenbrösel oder in bullshitjobs das Gemeinwohl schädigen. Werte?
 
Und das, ihr Selbstgerechten, Selbstbetrüger, ist also eure brillante, vorzeigbare Leistung? Darauf seid ihr "stolz"? Dass ihr euch ausbeuten, unterwerfen, knechten, funktionalisierbar, konditionierbar machen lasst - zu häufig nicht nur eurem eigenen Schaden ... .
 
Und dann erlaubt ausgerechnet ihr Philister euch, Versehrte, Beschädigte, Ausgegrenzte, materiell Arme herabzusetzen, zu verurteilen, über Moral, Anstand und Freiheit zu schwafeln, euch nicht selten einem "Gott" unterwerfend!?
Das: ist Scheitern.
 
Der Wert eines Menschenlebens bemisst sich nicht nach akademischen Titeln, Einkommenshöhe, Vermögensumfang, Narzissmusgrad (besetzten Machtpositionen), Ruhm, wirtschaftlicher Funktionalität und Verwertbarkeit.
Menschenwürde.
 
Mir geht es nicht um "Stolz". Was ich nicht verlieren möchte, ist meine Würde und Integrität.
 
All das äußere ich nicht, um mich über andere zu stellen, sondern um durchaus aber jenen die Stirn zu bieten, die versuch(t)en, mich hinters Licht zu führen, zu manipulieren, zu benutzen, zu beschädigen, zu entwerten.
Ich bin arm, aber nicht blöd. Und nicht mehr naiv.
 
-
update 05. Mai 2022
 
Biographisches in Kurzfassung
 
- keine Mutter, kein Vater (biologische "Eltern")
- leibliche Mutter 1996 zuletzt gesehen, vor 26 Jahren
- leiblichen Vater (Spanier, Katalane) nie je gesehen
- Pflegeeltern zuletzt vor 32 Jahren (mit 16) gesehen, beide seit Jahren verstorben
- meinen 29-jährigen Sohn habe ich zuletzt vor 8 Jahren gesehen
 
Er will keinen Kontakt, vor allem auch nicht zu seiner "kleinen", inzwischen 16-jährigen, Schwester. Was für mich aus mehreren Gründen am schlimmsten, schwersten ist.
 
- weitere kurzzeitige Pflegefamilie (im Alter von ca. 15 Jahren dort lebend): seit vielen Jahren kein Kontakt mehr
- Besuche zweier Internate (kath. Mädcheninternat, Sigmaringen, staatl. Internat/Aufbaugymnasium Lahr), im Alter von 14 und 16-17 Jahren
- erste eigene Wohnung, gekoppelt an "Soziales/Diakonisches Jahr": im Alter von 17 Jahren
- Suizid meiner Kindheitsfreundin (saß seit der 1. Grundschulklasse neben mir, wohnte im Haus neben mir) im Alter von 17 Jahren, ich damals gleichaltrig
- mehrere Umzüge in der Jugend und auch noch zahlreiche später 
- erste, ungeplante Schwangerschaft im Alter von 18 Jahren
- erstes Mal Mutter geworden im Alter von 19 Jahren, alleinerziehend, in Ausbildung, mit heute 29-jährigem Sohn
- diverse Jobs, Ausbildungen, Erziehungszeiten und Umzüge (auch erneute Bundeslandwechsel) im Anschluss, immer alleine mit Kind, ohne Familie, Rückhalt, Unterstützung
- Studium (Philosophie/Magister) begonnen: WS 2002/03
- Suizid eines jungen Mannes, dem ich ca. 2 Jahre lang sehr zugetan war ... : im September 2003, er war 21 Jahre jung, ich 9 Jahre älter
- infolgedessen Jobverlust (weil ich nur noch heulend oder schreiend beim Job, auf der Straße, zu Hause war)
- ungeplante Schwangerschaft im Jahr 2005, ich 32-jährig, mit starken Beschwerden, inkl. drohender FG, lange Liegezeit
- zweites Mal alleinerziehend Mutter geworden im Jahr 2006, mit Tochter, heute 16 Jahre alt
- Studium aus finanziellen Gründen und Umzug, Bundeslandwechsel ... abgebrochen
- erneute Erwerbslosen-, Erziehungszeiten
 
Die sämtlichen Hilfs-, Nebenjobs habe ich nun, wie vieles weitere, weggelassen, es sprengte sonst den hiesigen Rahmen, sie finden sich an anderer Stelle im blog aufgeführt.
 
 
Seit 2005 (Schwangerschaft mit Tochter):
im bis heute andauernden Hartz-Vollzug, Hartz IV.
Sämtliche Anträge auf Bildungsgutscheine für zertifizierte Lehrgänge, Umschulung, Berufsqualifizierung wurden vom Jobcenter verwehrt.
 
- seit 2009 schulmedizinisch diagnostiziert chronisch krank
- abermalige Umzüge und Bundeslandwechsel in den Jahren 2009 (Hamburg - Heidelberg, meine Heimat ...), 2013 (Heidelberg - Hamburg, da hier sowohl mein Sohn als auch der leibliche Vater meiner Tochter leb(t)en und erneut "der Liebe wegen")
 
- seit 2013 zahlreiche Kämpfe mit dem Jobcenter: Widersprüche, Klagen wegen fehlerhafter Bescheide, zu gering gezahlter Leistungen, rechtswidrig verhängter Sanktionen ...
- Zivilrechtsstreit in den Jahren 2017 bis 2019 - ich, wie stets, ohne anwaltliche Vertretung: unterliegend
- auch vor dem Finanzgericht in alter Kindergeldsache (Sohn betreffend): keine Gewährung von PKH - in Folge all dessen: verschuldet, aufgrund mehrerer Zwangsvollstreckungsverfahren. Vermögensauskunft bereits abgegeben (Gerichtsvollzieher)
- gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich aufgrund nicht zugänglicher medizinischer Behandlung - ich kann Facharztpraxen armutsbedingt nicht aufsuchen, da ich mir den ÖPNV hier, Hamburg, nicht leisten kann, seit 9 Jahren nicht mobil bin, mich nur im hiesigen Stadtteil fußläufig bewege.
 
Vielleicht noch zu erwähnen: Ich war nie substanzabhängig, drogensüchtig. In jungen Jahren nur kurze Zeit mal geraucht: Zigaretten, nicht gekifft. Alkohol verabscheue ich - kenne zu viele alkoholkranke Menschen ... .
Ich habe mich nie prostitutiert.
Ich wollte nie heiraten.
 
Ergänzung:
- Suizidversuch des Vaters meiner Tochter, im Jahr 2014, danach 6 Wochen Aufenthalt im UKE Hamburg, Intensivstation, mit viel Glück massive Verletzungen, Blutvergiftung, mehrere Lungenentzündungen und Delir überlebt, seither Behinderungsgrad.
 
Nein, ich will weder Spenden, noch Mitleid. Was mir hilft, was nicht nur, aber auch ich brauche:
 
- medizinische, fachärztliche ambulante Behandlung, die Möglichkeit, den Zugang hierzu
- Mobilität, ÖPNV-Nutzungsmöglichkeit, das Geld dafür
- fachanwaltliche Unterstützung, Beratung, Vertretung -> nur mit mehr GELD möglich, zugänglich!
- WERTSCHÄTZUNG für all das Durchlittene, Bewältigte, Geleistete
- existenzsicherndes, menschenwürdiges Sorge-Gehalt für seit meinem 19. Lebensjahr alleine geleistete Sorge-Arbeit: monetäre Wertschätzung für diese unentbehrliche, unersetzliche Arbeit und Anerkennung von Lebensleistung!
- existenzsicherndes, menschenwürdiges, sanktionsfreies BGE, Grundeinkommen
 
-
Familiärer Hintergrund:
 
1973 geboren.
 
Mutter Deutsche - "Künstlerin" (Musikerin, diplomiert).
 
Vater Spanier - Katalane, Barcelona, bedauerlicherweise mir nicht persönlich bekannt.
 
Aufgewachsen (von der Säuglings- und Kleinkindzeit an) bei verschiedenen "Tagesmüttern" und Pflegefamilien sowie Besuch zweier Internate.
 
Die Mutter hatte als alleinstehende Berufstätige "keine Zeit", sich zu kümmern ... .
Der ferne, biologische Vater war nach zweijähriger Beziehung mit der deutschen Mutter in Barcelona an deren Schwangerschaft und dem dann (in Deutschland) geborenen Kind nicht interessiert, insbesondere nicht daran, Unterhalt für dieses Kind zu zahlen und/oder Umgang mit ihm zu haben.
Er war, wie sich später herausstellte, damals bereits verheiratet gewesen und hatte schon einen kleinen, etwa zweijährigen Sohn, ich somit mindestens einen "Halbbruder", mir ebenfalls bedauerlicherweise unbekannt.
 
Zwei Kinder, alleinerziehend (ich) mit beiden. Mit 19 das erste Mal Mutter geworden. Beide Kinder waren nicht "geplant", ja, das ist auch heute tatsächlich noch möglich.
 
Biologischer Vater von erstem Kind, Sohn, hatte nie Interesse an selbigem, sich folglich nie gekümmert oder auch nur ansatzweise für seinen Sohn "interessiert", über Jahre auch keinen Unterhalt gezahlt.
 
Biologischer Vater von zweitem Kind, Tochter, hat eine emotionale Bindung zu seinem Kind, kann sich aber aus verschiedenen Gründen (eigenen Beschädigtwordenseins und Folgen dessen) nicht im Mindesten fürsorglich, selbständig, verantwortungsvoll kümmern - er kann sein eigenes Leben schon nicht allein, selbständig leben, organisieren.
 
Meine Kinder hatten und haben folglich beide keinen sozialen Vater, keinen Vater/Väter als tatsächliche, verantwortungsvolle, fürsorgliche zweite Bezugsperson (neben mir).
 
Ausbildung, beruflicher Werdegang:
 
Diverse Jobs in diversen Bereichen. Näheres u.a. dazu unter Alleinerziehend. Arm. In Deutschland.
 
Mehrere Ausbildungen, u.a. zur Tanzpädagogin und Philosophiestudium, Universität Hamburg, nicht abgeschlossen.
 
Seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten alleine nonstop Sorge-Arbeiterin ohne "geregelte" Freizeit, Urlaub, ohne Gehalt, finanzielle Rücklagen, sozialen Rückhalt, Beistand, Unterstützung.
 
Seit Jahren - erstmalig schulmedizinisch diagnostiziert im Jahr 2009 - physisch chronisch krank, mit entsprechend einhergehenden Einbußen, Einschränkungen. Ohne Therapie.
Schulmedizinische Diagnosen zweifelsfrei bestehender Erkrankungen liegen vor, deren Ursache(n) ist (sind) nach wie vor nicht bekannt, nicht gefunden.
Alternativmedizinische Therapie ist aus finanziellen Gründen nicht möglich.
 
Infolge all dessen seit etwa meinem 13. Lebensjahr kontinuierlich materiell arm.
 
verfasst im Juli, erweitert im September 2016
update, Nachtrag 22.12.2021
 
Ich sehe keine Veranlassung mehr, die nachweislich wahren und relevanten Tatsachen länger verborgen zu halten, um meine Tochter damit vermeintlich zu schützen - ich schütze sie damit nicht. Deshalb nun auch folgende Mitteilung:
 
Der (biologische) Vater meiner Tochter ist seit seiner eigenen frühen Jugend alkoholkrank. Darüberhinaus ist auch er adoptiert, Adoptivkind und leidet seit seiner Geburt bzw. bereits vorgeburtlich unter FAS, FAE, Alkoholembryopathie, dem fetalen Alkoholsyndrom, da seine leibliche Mutter auch in ihrer Schwangerschaft alkohol-, drogenabhängig war.
 
Der Vater meiner Tochter hat bereits zwei Suizidversuche unternommen, den ersten schon als Jugendlicher, der "missglückte".
 
Den zweiten, im Sommer 2014 unternommenen hat er nur mit viel Glück und sechswöchiger, für alle Beteiligten traumatisierender intensivmedizinischer Behandlung im UKE Hamburg überlebt - seitdem ist er schwerbehindert.
 
Meine Tochter war damals erst 8 Jahre alt, hatte infolgedessen keinen Zugang zur Intensivstation, durfte ihn nie, nicht einziges Mal in den ganzen sechs langen Wochen sehen, nicht zu ihm sprechen, ihn nicht berühren, sich nicht von ihm verabschieden - denn wir wussten damals nicht, ob und falls ja, w i e er überleben, wie, in welchem physischen, mentalen, psychischen Zustand er danach sein würde. Es lag u.a. eine Sepsis, wiederholte Lungenentzündung während der ITS-Behandlung, ein ebenfalls wiederholtes Delir und erhebliche Organschädigung vor. 
 
Es war dies außerdem in der Zeit ihrer Sommerferien - all ihre Mitschüler waren verreist, sie selbst hat noch nie je verreisen können, aufgrund unserer materiellen Armut im langjährigen Hartz4-Bezug.
Es gab keinerlei Ablenkung, Freude für sie.
 
Ihren 13 Jahre älteren, bereits in eigenem Haushalt lebenden Bruder habe ich damals erst beknien müssen, dass er sich wenigstens zwei Mal kurzzeitig um sie "kümmerte", während ich - alle zwei Tage - im UKE war.
All die anderen Male hatte sie alleine im Arztzimmer sitzen, dort auf mich warten müssen.
 
Denn auch mein damaliger "Partner" hat zum damaligen Zeitpunkt jeglichen Kontakt strikt verweigert, auf meine Nachrichten nicht reagiert, uns völlig in, mit dieser Situation im Stich gelassen.
Erst als alles "überstanden" war, nahm er den (sexuellen) Kontakt zu mir wieder auf. Meiner Tochter war er nie je, weder davor noch danach Beistand, Bezugsperson, Freund, im Gegenteil - er war für sie und mich über Jahre zusätzlich belastend, beschädigend.
 
All das sind massive, ein Kind lebenslang prägende Belastungen. Dies insbesondere dann, wenn es währenddessen und auch danach keinen wohltuenden, stärkenden Ausgleich, keine Regeneration, Freudeerfahrungen gibt, geben, erleben kann, siehe Resilienz. Dies wiederum infolge der materiellen Armut, der damit einhergehenden massiven, vielfachen Einschränkungen, Belastungen, Entbehrungen, Ausgrenzung.
 
Und nein, ich war nicht "zu blöd", mir "die richtigen Partner auszusuchen", ich war und bin stattdessen noch nie je ein berechnender, taktierender Mensch gewesen, habe mir Partner infolgedessen nicht nach Strichlisten, Tauglichkeitsprüfungen ausgesucht - dahingehend, ob der jeweilige Mann etwaig als Versorger, Ernährer, Sponsor - für also Prostitution in der Ehe - geeignet ist, ob er ein "guter Vater" sein könnte etc..
 
Meine Kinder waren beide nicht geplant, ich wollte mich grundsätzlich nie je ehelichen lassen und bin stets nur meinen wahrhaftigen, ehrlichen Gefühlen gefolgt:
Als selbst bereits seit Kindheit vorbelasteter, versehrter Mensch hat man wahrscheinlich feine Antennen für andere in ähnlicher Weise versehrte, beschädigte Menschen und fühlt sich wohl deshalb zu ihnen (unbewusst) hingezogen - weil es unmittelbar spürbar Ähnliches, Bekanntes, Vertrautes gibt, u.a. (aber nicht immer) auch im Wesen und Verhalten des jeweiligen Menschen.
 
Jedenfalls ich fühlte mich immer schon zu den sogenannten "schwarzen Schafen" einer Familie hingezogen, zu eben jenen, die nicht "kraftvoll-dynamisch-selbstbewusst", angepasst, konformistisch, daueroptimistisch, reibungslos funktionierend waren, sondern zu jenen, die rebellierten, hinterfragten, Kritik couragiert äußerten, die sich an Konventionen stießen, rieben, die auch feinfühlig, in sich gekehrt und denen Selbstzweifel, aber auch Leidenschaft keine Unbekannten waren.
 
Ich bin nie eine Beziehung aus pragmatischen, wirtschaftlichen Gründen, aus vermeintlicher "Vernunft" eingegangen. Weder wollte ich das noch entspräche das meinem Wesen, meinen Werten, meinen Vorstellungen von Beziehung, Freundschaft, Liebe, Gefährtensein und meinen Ansprüchen an mich selbst, an Wahrhaftigkeit, Authentizität, Integrität.
update 22.07.2020
 
Weitere stichwortartige Maximaltransparenz über meine persönlichen Verhältnisse und "beruflichen Werdegang":
 
Frau, ledig, seit dem 19. Lebensjahr nonstop allein alleinerziehend, nicht-vermögend, ohne familiären Rückhalt, Beistand ... .
 
Ich habe drei Ausbildungen begonnen und nicht beendet:
 
Erste Ausbildung: Fremdsprachensekretärin: schulische Ausbildung, dann ungeplant (mit 18) schwanger mit Sohn, aus finanziellen Gründen (Schulgeld ...) abgebrochen. Ich stand alleine da mit einem Säugling, in Dachmansarde ohne Möbel ... .
Ich "lebte" aus Umzugskartons. Dort konnte ich mit Baby nicht bleiben - ich war damals 19, ohne Eltern/Familie, ohne Geld.
 
Zweite Ausbildung: RA-Gehilfin (damals noch so genannt), als Sohn in der Provinz mit 3 Jahren in den (städtischen) Kindergarten gehen konnte: bis 17 Uhr. Um 17 Uhr auch bei mir Büroschluss.
 
Schon das war ein Problem. So auch seine Trennungsschmerzen: täglich, schon am Abend zuvor ... . Fremdbetreuung. Damals ohne jegliche Eingewöhnungsphase für meinen dreijährigen Sohn.
 
Bis dahin hatte ich bereits mehrere Umzüge vollzogen - mit Baby, Kleinkind. Wechselte innerhalb der Ausbildung von Heidelberg nach Hamburg. "Der Liebe wegen" und weil ich aus der Provinz heraus wollte. 
 
Dort wurde mir in der Probezeit in der dortigen Kanzlei gekündigt - aus "politischen" Gründen. Ich war damals in einer feministischen, linken Frauenkanzlei und hatte eine Glatze zum Freund. Nein, kein Scherz. An dieser Stelle zu umfangreich ... .
 
Davor, danach: diverse Jobs in Kneipen, Cafés, Bistro, bei Bäckerei, Krankenhaus, Soziales Jahr im Altenpflegeheim und Kindergarten (vor der ersten Schwangerschaft), später Job in Sonnenstudio, wieder Café, kurz im Bioladen, privat geputzt ... .
 
Dann in Hamburg Abi auf Zweitem Bildungsweg versucht. Scheiterte, als mein Sohn eingeschult wurde, in der ersten Klasse um 8 Uhr in der Schule sein musste - wie ich: in meiner Schule (Hansa-Kolleg). Auch hier brach ich ab, weil ich es alles zusammen nicht bewältigen konnte.
 
Hinzu kamen immer auch diverse weitere Belastungen - "familiäre", finanzielle - bspw. ausbleibende Unterhaltszahlungen von Kindesvater, Suizide von mir nahegestanden habenden Menschen, Beziehungsprobleme ...
 
So brach ich auch die dritte schulische Ausbildung - zur Tanzpädagogin - aus finanziellen Gründen ab und zuletzt auch das Philosophie-Studium an der Uni-Hamburg - nach Suizid eines "Freundes" ... konnte ich den Nebenjob nicht mehr machen (musste ständig weinen, auch beim Job und auf der Straße), wurde gekündigt, das Geld fehlte.
 
Das Studium brach ich schließlich ab, weil ich dann - wiederum ungeplant, ja das ist möglich - mit meiner Tochter schwanger wurde und zu Anfang, wegen drohender Fehlgeburt und ausgeprägter Schwangerschaftsübelkeit, lange liegen musste. Semesterticket war dann zu teuer, konnte es nicht nutzen und alleine mit zwei Kindern, davon ein Säugling, konnte ich dann nicht mehr studieren und noch "nebenbei" jobben. Das BAföG alleine reichte nicht. Und meine psychischen und physischen Kräfte auch nicht.
 
Denn neben all dem passiert auch "das Leben". Hier daher nur grob umrissen.
 
Ich hoffe, das war nun maximaltransparent genug?
 
Ein Satz vielleicht noch zu meinen Kindern, die ich tatsächlich beide ungeplant bekam, aber möglicherweise nicht unbeabsichtigt, ungewollt, denn mit beiden Kindern wurde ich jeweils genau zwei Jahre nach dem Suizid zweier mir nahegestanden habender Menschen schwanger:

Mit Sohn im Jahr 1992 (er wurde 1993 geboren) - zwei Jahre zuvor hatte sich meine langjährige Kindheitsfreundin im Alter von damals 17 Jahren das Leben genommen.
 
Mit Tochter im Jahr 2005 (sie wurde 2006 geboren) - zwei Jahre zuvor hatte sich ein junger Mann, in den ich zur damaligen Zeit sehr verliebt war, im Alter von 21 Jahren suizidiert.

Beide Suizide haben mich nachvollziehbarerweise sehr "mitgenommen, aus der Bahn geworfen". Zusätzlich zu meinen eigenen bestehenden, auch biographischen (Vor-) Belastungen, prekären Lebenssituation ... .

Vielleicht, laienpsychologisch betrachtet, waren die möglicherweise unbewusst doch gewollten Kinder der Versuch, mich selbst "im Leben zu halten" - eine wichtige, existenzielle, dauerhafte Aufgabe zu haben: für andere nahestehende Menschen, Kinder, Schutzbefohlene, da sein, Verantwortung tragen, sie umsorgen zu müssen - um mich nicht selbst auch "aufzugeben" ... .
Es kann natürlich auch einfach nur Zufall sein, ich bin keine Fatalistin oder Esoterikerin, aber irgendwann ist mir das mal aufgefallen.
 
-
Randläufige Anmerkung an die Küchenpsychologen, durch deren Unterstellungen, Projektionen und Diffamierungsversuche ich immer wieder via social media und e-mails, Privatnachrichten belästigt werde:
 
Ich hatte einen sehr gutmütigen, ruhigen, heiteren, verantwortungsvollen, pflichtbewussten, bescheidenen und absolut gewaltlosen sozialen (Pflege-) Vater, der mit mir in meinem Zimmer spielte, mit mir schwimmen und radfahren ging und im Urlaub mit mir in den Bergen wanderte.
Er hat kein einziges Mal mit mir geschimpft, er wurde nie laut und er war eines sicher nicht: autoritär, patriarchal.
 
Meine langjährigen Pflegeeltern (in der wichtigsten und längsten Zeit meiner Kindheit) waren meine sozialen Eltern.
 
Gelitten habe ich allerdings unter meinen beiden Müttern: meiner sozialen Pflegemutter - die auch gelegentlich "handgreiflich" und sehr autoritär gewesen ist - und psychisch-emotional massiv, bis in körperliche Krankheit hinein, durch meine biologische Mutter.
 
Wenn mir jemand mein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen - in der Pubertät - tatsächlich gewaltsam, durch Psychoterror, psychische Gewalt, genommen hat, dann war das zweifelsohne meine biologische Mutter.
 
Und nein, sie hat mich dafür bis heute nie je um Verzeihung gebeten, geschweigedenn irgendeine Wiedergutmachung geleistet oder wenigstens angeboten - auch meinen beiden Kindern gegenüber: nicht(s).
 
 
Dennoch ist es unabdingbar für Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung auch seine biologischen Eltern - sowohl die biologische Mutter als auch den biologischen Vater - kennen zu können, ganz gleich, wie gute, liebevolle soziale Eltern man hat(te).
Wer keine Wurzeln hat, kann nicht stehenbleiben, keinen Halt finden, nicht ankommen.

Einem Kind seine familiären Wurzeln zu nehmen, ist, als stieße man es ins kalte, tiefe Wasser - ohne Schwimmhilfe, ohne sichtbares Ufer.

Identitätsbildung, Persönlichkeitsentwicklung.
 
-
10. April 2024
 
Was habt ihr - als Erwachsene fortgeschrittenen Alters - so alles noch nie gemacht, erlebt ..., das wohl zahlreiche andere Menschen (mehr oder weniger häufig) tun, erleben, unternehmen, nutzen, konsumieren ... ?
 
Ich, 50-jährig, habe noch nie:

- in einem Flugzeug gesessen, bin noch nie damit geflogen
- eine Schiffsreise unternommen
- andere Kontinente bereist (habe bisher auch nur zwei andere europäische Länder gesehen)
- eine Sauna "besucht", genutzt
- Sushi gegessen
- einen Rausch gehabt, war nie betrunken
- whatsapp gehabt, genutzt
- Netflix gehabt, genutzt
- einen Führerschein und/oder ein Auto besessen
- geheiratet
- eine Silvesterrakete oder Böller, Feuerwerk gezündet
- Urlaub mit meinen Kindern gemacht
- ein Haus, eine Wohnung, Immobilie(n) besessen
 
Zugegeben, das meiste des oben Genannten habe ich vor allem deshalb noch nie gemacht, genutzt, besessen, weil ich es nie tun, nutzen, besitzen wollte/will, manches war und ist aber auch aus finanziellen Gründen, armutsbedingt nicht, nie möglich.
 
Ich habe außerdem noch nie:

- meinen leiblichen, biologischen Vater gesehen, kennengelernt, gilt so auch für meinen Halbbruder
- Großeltern gehabt, weder väterlicher- noch mütterlicherseits
 
-
update 07. Februar 2022
 
Wie geht eine Gesellschaft mit ihren Alten, Sterbenden, Kranken, Versehrten, Kindern, Fremden um?
 
Wir: lagern sie sämtlich in Einrichtungen zur Fremd"betruung" aus - bequem, kalt, schäbig. Um "frei", ohne Ballast, der Lohnarbeit frönen zu können, uns unter diese Knute zu beugen.
 
Wohl wissend, aber zumeist, alltäglich verdrängend, dass wir alle einmal Kinder waren, krank, alt werden und dass nichts im Leben eines jeden Menschen so gewiss ist wie der Tod - nicht nur sein eigener.
Wie barbarisch kann Mensch sein: wenn sein Mitgefühl betäubt ist.
 
So lange es Kapitalismus, Neoliberalismus gibt, so lange Menschen über Erwerbsarbeit systematisch ausgebeutet werden können und andere infolgedessen ihren zumeist ererbten Reichtum mehren, so lange wird es Armut geben.
 
Zählt 5 Jobs auf (in Anlehnung an eine twitter-Gepflogenheit) - vier davon wollt ihr nie machen, einige/alle musstet ihr trotzdem machen.
Welche warum (nicht)?
 
- Blumenladenhilfskraft
- Kellnerin (Café, Bistro, Cocktailbar ...)
- "Aushilfe" in Altenpflegeheim, Kiga, Krankenhaus
- Verkäuferin (Bäckerei)
- Sorge-Arbeiterin
 
Ergänzung:
Welchen Job würdet ihr weshalb als euren besten und welchen weshalb als euren schlechtesten bezeichnen?
 
Hier: Sorge-Arbeiterin. Beste bisherige Arbeit, weil sinnvoll, unentbehrlich. Zugleich schlechteste, weil null Bezahlung, Einkommen.
Was würdet ihr g e r n e arbeiten?
 
-
 
Warum soll die von mehrheitlich Frauen, Müttern geleistete Sorge-Arbeit oder die Pflege von Angehörigen weniger wert sein als die bullshitjobs von Investment-Bankern, Beamten in Bürokratie, Verwaltung oder Versicherungsmaklern ... ?
 
Erstere sind für das Gemeinwohl, für weltweit jede Gesellschaft und Gemeinschaft absolut unentbehrlich, unersetzlich, aber nicht - wie Letztere - kapitalistisch ausbeutbar. Und n u r darum geht es bei unserem gängigen Arbeits- und Leistungsbegriff und bei Einkommen.
 
Aktualisierung am 29. April 2019
 
Ein Internat kann - insbesondere im Jugend-, weniger im Kindesalter - ein Ort, ein Quell überreicher Erfahrungen und lebenslang wirksamer Eindrücke, Prägungen sein.
Ich weiß sehr wohl noch heute, wer mich persönlich seinerzeit wie, womit inspirierte ... .
 
Du triffst auf überschaubar begrenztem Raum innerhalb relativ kurzer Zeit auf eine Dichte und Vielfalt von Persönlichkeiten, Verhaltensweisen, Eigenheiten, Geschmäckern, Lebensstilen, je biographischen, "bunten" Hintergründen - auch Belastungen, Beschädigungen - du triffst auf Gleichgesinnte, "Gegenläufige", du wirst damit unausweichlich und mehr oder weniger bewusst konfrontiert, angefixt, mitgerissen - und all das in einer Zeit der höchsten Aufnahmebereitschaft, Vitalität, psychisch-emotionalen und intellektuellen Viskosität, Form-, Prägbarkeit - durch die peer group! - dass es sich zwangsläufig lebenslang eingraviert.
 
Sie sind heute alle nicht mehr die, die sie damals waren - der natürliche, übliche Lauf der Dinge.
Aber die Erinnerung an all diese so unterschiedlichen Persönlichkeiten mit so unterschiedlicher Herkunft, Prägung, Sozialisation, Geschmäckern, Ausdrucksformen ..., die Erfahrung all dessen, als gewesener Teil dessen, ist von besonderem, lebenslangen Wert.
 
Im damaligen Moment als solcher selbstredend nicht erkannt, noch nicht erkennbar gewesen seiend - sondern erst, wie so oft, im Rückblick, im Erzählen der (autobiographischen, je persönlichen, je subjektiven - der: eigenen wie eigentümlichen) Geschichte.
Es erhält seinen Wert bekanntlich gerade durch die darauf folgenden, gefolgt seienden Veränderungen und durch die Endlichkeit - dieser Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen sowie auch durch die je persönliche Vergänglichkeit, insbesondere durch das Altern.
 
Man war so l e b e n d i g ... als junger, vitaler, in alle Richtungen weit offener, aufnahmefähiger, neugieriger, abenteuerlustiger Mensch. Man fühlte sich tatsächlich frei (ohne es faktisch je gewesen zu sein, je sein zu können).
 
Sie: sind es heute nicht mehr. So wenig wie ich es heute mehr bin - die, die wir damals waren.
Was bleibt, sind die gemachten, erinnerten Erfahrungen - der W e r t. Und die bis heute erhalten gebliebene Wirkung: Anregung, Horizontweitung - Dankbarkeit.
 
Es gibt dann bei jedenfalls mir den spontanen Impuls, das Bedürfnis, im Sinne und zum Zwecke der Danksagung, Namen zu nennen - denn du hast die Gesichter, Personen ja bildlich vor dir. Aber es würde dies nicht vermitteln, nicht umfassen, was die je persönlich erfahrene, erhaltene "Essenz" ist, die bis heute nachwirkt.
 
Meine persönliche damalige "familiäre" Situation bedingte es, dass ich in relativ kurzer Zeitspanne fast jedes "Heimfahrtwochenende" in einer anderen Umgebung, bei einer anderen Familie, in einem anderen Mikrokosmos kurzfristig befindlich war - ich übernachtete zu dieser Zeit fast jedes Heimfahrtwochendende woanders und erhielt entsprechende, wenn auch nur kurzfristige, oberflächliche Eindrücke. So war meine Umgebung, waren meine Kontakte auch außerhalb des Internats weitgehend heterogen, vielfältig.
Später dann auch die intensive Trampzeit (Wochenenden, Schulferien) und die vereinzelten Nächte "draußen".
 
Meine Jugend dauerte von meinem 16. bis zu meinem 17. Lebensjahr - davor und danach konnte, durfte ich nicht "jung sein".
Mit 18 war ich das erste Mal schwanger.
 
-

Diese Seite teilen

Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren: