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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Globale Migration - Über (nicht nur aktuell, sondern generell) katastrophale Verhältnisse und deren ebenso globale Folgen

 
Ja, es ist zu einer Katastrophe ausgewachsen. Sie wäre vermeidbar gewesen: beizeiten.
Man hatte sich anders entschieden, vor Zeiten ... .
Nun sieht man sich mit den Konsequenzen konfrontiert. Und reagiert nur reflexartig - mit Abwehr, weiterer Gewalt, unmenschlich, unbesonnen - weiterhin kurzsichtig und verantwortungslos.
 
Wer den Wind sät ... erntet den Sturm. So ist es.
 
Und nun? - Die Welt zu Gast bei Freunden? Ha. Ha.
 
"Die Welt" bleibt nun mal nicht draußen, vor dem Zaun. Auch nicht mit Waffengewalt und noch so hartnäckiger Ignoranz.
 
28.07.2017
 
Schauen wir uns nochmal an, wie das 2015 genau war ...

Frau Merkel, ohne sie in Schutz nehmen zu wollen, hat im Übrigen nichts je im Alleingang entschieden. Nichts. Aber mann hängt sich an ihr persönlich auf, weil sie eine Frau ist - weil sie als Frau das Staatsoberhaupt ist. D a s geht etlichen rechtskonservativen, ohnehin rechtsextremistischen Männern ums Verrecken nicht runter.
 
Was hättest Du als politisch Verantwortlicher getan? - Wie würdest Du Fluchtursachen beheben? - Durch Mauern, Zäune, Grenz"schutz" wird dies niemals, schon gar nicht dauerhaft gelingen können bzw. wird diverse Aufstände, Gewalt (Terror ...) und vor allem Menschen, die in Leid, Elend, Not sterben, nach sich ziehen.
 
Flüchtende vermeidet man alleine dadurch tatsächlich, indem man Fluchtursachen angemessen behebt. Und ja, hier gäbe es etliche Möglichkeiten und diese längst, insbesondere Präventivmaßnahmen.
 
Schluss mit lukrativen Rüstungsexporten in Schurkenstaaten.
Schluss mit Abkommen mit Despoten.
Schluss mit unfairen, ausbeutenden Handelsabkommen - gerade mit Afrika, Schluss also mit der Fortsetzung des Kolonialismus´.
Es gibt durchaus Alternativen, siehe bspw. faire Handelsabkommen, das "Altnerative Handelsmandat", das attac ausgearbeitet hat.

Schluss mit dem Unterstützen, Ermöglichen von Stellvertreterkriegen. Schluss mit: America/Germany/Ungarn/Polen/China/Russland first. Denn genau das ist das eigentliche Problem.
 
Schluss: mit globalem Neoliberalismus, mit Unterwerfung, Unterdrückung, Ausbeutung - für nur je eigene Profitsteigerung, Vorteile, Wirtschaftswachstumssteigerung, Privilegien einiger vergleichsweise Weniger zu Lasten ungezählter Vieler.

Schluss mit Ideologie, mit patriarchalen, androzentrischen Religionen - stattdessen: globale Säkularisierung. Exakt diese ist im sogen. "christlichen Abendland" mit der Aufklärung einhergegangen - wenngleich nach wie vor noch nicht überall angekommen: im rechtskonservativen, selbstgerechten "christlichen Abendland".

Schluss: mit dem autoritären Patriarchat. Denn genau dieses hat all diese Probleme erst hervorgebracht: Schwarze Pädagogik - Druck, Zwang, Konkurrenz, Kampf, Kontrolle, Härte, Kälte, Strafe, Dressur, Ausbeutung, Gewalt - Neoliberalismus (siehe auch das Hartz 4-System).

In den wenigen, noch heute bestehenden sogen. Matriarchaten gibt es keine Gewalt. Stattdessen: funktionierende Kooperation.
Siehe bedürfnisorientierte Gemeinwohlökonomie, Wirtschaft der Fürsorge, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonen, Mitgefühl.
Nachlesbar bei bspw. Erich Fromm, Arno Gruen, Martha Nussbaum ("Gerechtigkeit braucht Liebe") ... .
 
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Landraub - Trailer

 
Wie erträgt (?) man all die globalen Ungerechtigkeiten (und dabei stellt der Landraub bekanntermaßen nur eine unter vielen dar), das einhergehende Leid von Individuen - so vielen ... ? Durch Ignoranz, Verdrängen, Gleichgültigkeit, Abwehr, Abschottung oder indem man sich am Ende gar auf "Gott" beruft, der "die Dinge für Menschen nicht nachvollziehbar, aber richtig lenkt"? - Wie gesagt: So widerwärtig leicht machen es sich selbst nicht wenige Zeitgenossen - privilegierte, solche, denen es im Grunde doch sehr gut geht: materiell, finanziell, existenziell.
Sie fühlen sich nicht zuständig, nicht verantwortlich; sie sehen ihre häufig gerade n i c h t durch "Leistung", Arbeit erworbenen/erhaltenen Privilegien nicht als Glück an, sondern (im Grunde fatalistisch) als "göttliche Fügung"/gottgegeben oder als eben doch ihre vorgebliche Leistung oder einfach als ihr "naturgegebenes Recht": als Weisse, als "überlegene Rasse", als "Herrenmenschen". Es so erbärmlich, so u n r e i f, dieser selbstschonende Selbstbetrug.
 
Und ja: Es lassen sich veränderte Verhaltensweisen gerade nicht durch nur reines Appellieren an den Verstand (via Regeln, Ge- und Verbote, Dogmen, Gesetze, Pflicht-, Verantwortungsgefühl) erreichen - ohne Gefühle sind Menschen nicht zu berühren, nicht zu begeistern, nicht zu b e w e g e n.

Wie ich schon mehrfach anmerkte:
 
Die Urbasis jeglicher Moral, d.h. jeglichen prosozialen, kooperativen, fairen Verhaltens - und deren theoretischem, rationalisierten Überbau, der Ethik - ist das Mitgefühl.
 
Nur intrinsische Moral ist dauerhaft, da freiwillig, also gerade nicht idelogisch/religiös oktroyiert, lebbar.
Unabhängig von Kultur, ethnischem Hintergrund, Religion, Tradition, Geschlecht, Zeit, Ort, Alter.
 
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Landgrabbing und die Folgen - arte "Mit offenen Karten". Im Grunde ist das nichts anderes als das Fortsetzen des Kolonialismus´ und (einhergehend): Besitzstandswahrung sowie Handelsimperialismus.

Wie gesagt: Wer Mauern und Zäune baut, Stellvertreterkriege führt, unterstützt, Waffen, Militärtechnik und -wissen liefert und daran lukrativ verdient, Profite für sich selbst herausschlägt, wer "Entwicklungshilfe" auch nur so betreibt, dass sie ebenfalls für nur eigene Unternehmen einträglich ist und jene, denen vorgeblich "geholfen" werden soll, damit nur noch zusätzlich schwächt, schädigt, wer maximal unfaire Handelsabkommen trifft - wer also auf politischer und wirtschaftlicher Ebene alles dafür tut, dass es Menschen in sogenannten "Entwicklungsländern" weiterhin unerträglich, untragbar schlecht geht, sie in Not, Leid, Elend und Verzweiflung (daraus resultierend: Wut, Aggression, Gewalt) treibt (siehe das Überschreiten der Schmerzgrenze), der enttarnt damit demonstrativ die eigene Gesinnung, den eigenen "Charakter": seine ureigene, abstoßende Niedertracht, seine Selbstsucht, Ignoranz, Gleichgültigkeit, Herz- und Morallosigkeit.

Wer Flüchtende vermeiden will, kann nur Fluchtursachen angemessen, tatsächlich beheben. Und muss genau dies vorab folglich auch wollen.
 
"[...] Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs von vergangener Woche hat dies bestätigt: Dublin gilt auch in Krisenzeiten – es sei denn, Drittstaaten erklären sich freiwillig dazu bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Was sie in den allermeisten Fällen nicht tun. So entlarvt das Dublin-Abkommen wie kein anderer Vertrag die nationalen Egoismen der EU-Staaten. Das Misstrauen ist so groß und die Solidarität so klein, dass die Mitgliedsstaaten eher bereit sind, Zäune zu bauen und Schützenpanzer aufzufahren – wie Österreich am Brenner –, als nach gerechten Lösungen zu suchen.
Europas tonangebende Politiker um Angela Merkel und Emmanuel Macron werden es tunlichst vermeiden, den Beschluss der Italiener zu kritisieren. Tatsächlich scheint im europäischen Superwahljahr nichts so unsexy wie eine ernsthafte, menschliche Auseinandersetzung mit den Flüchtenden, die über das Meer kommen. Die Folge davon ist Realitätsverlust im politischen Diskurs. Er ist bewusst herbeigeführt. Dieser Diskurs ist so zynisch, dass Freiwillige, die Menschen retten, zu Schuldigen gemacht werden. Man will den Bürgern weismachen, dass sich Schlepperei bekämpfen lässt, indem man einen Export-Stopp für Schlauchboote verhängt. Und ihnen vorgaukeln, dass es im Rahmen des Möglichen wäre, im bürgerkriegsgeschüttelten Libyen menschenwürdige Flüchtlingslager einzurichten. [...]

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz und der deutsche Innenminister Thomas de Maizière beschuldigen NROs, sie würden mit Schleppern in Libyen kooperieren, ohne dafür je Beweise geliefert zu haben. Politiker aus allen Parteien spulen wieder und wieder die „Fluchtursachen bekämpfen“-Phrase ab – was in der Wagenburgmentalität der allermeisten so viel bedeutet wie: die Festung Europa uneinnehmbar machen. Kaum einer, der die Absicht hat, das Leben der Menschen in Afrika wirklich zu verbessern. [...]"
 
Quelle des zitierten Textes: freitag.de - "Das Ende der Party"
 

arte "Mit offenen Karten" - Afrika

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