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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Über die Faszination, die Anziehungskraft

 
Über den "Zauber", die Faszination, die Anziehungskraft
 
 
Was einen Menschen wirklich "liebenswert" macht, was einen anzieht, zu ihm hinzieht, ist nicht, dass bzw. ob er dem gerade gängigen "Schönheitsideal" entspricht, ist somit keine genormte, oberflächliche, rein äußerliche Attraktivität, auch nicht, was, wieviel er wie dynamisch und sogenannt erfolgreich ggf. "leistet", ist also nicht sein sozialer Status, sein Prestige, sein Besitz, auch nicht sein möglicherweise geschliffener Intellekt oder seine "höhere Bildung", fundierte Ausbildung oder ein akademischer Grad, so wenig wie der seiner Beliebtheit, eine hohe Anzahl oberflächlicher "Freunde" – der eigentliche Magnet:
 
ist das je individuelle, spezifische, in dieser Weise, dieser Manifestation einzigartige Wesen eines Menschen – der gesamte Komplex seines ihm eigenen wie eigentümlichen Fühlens, Denkens, Wollens, Hoffens, Zweifelns, Erkennens, Fragens, Erlebens, Handelns und Sich-Ausdrückens (meint hier nicht nur verbalen (Selbst-) Ausdruck) und Auftretens. Sein individuelles So-Sein.
 
Wobei es aber nicht die erworbene Persönlichkeitsfassade ist – denn diese ist tatsächlich gerade nicht spezifisch, nicht einzigartig, sondern replizierbar, imitierbar, austauschbar – sondern es ist der ureigene, wirklich individuelle "Wesenskern" eines Menschen - wie dieser sich entwickelt hat, wie er (so spezifisch) mit seiner Umwelt interagiert, auf das Außen reagiert, wie er dadurch  - durch Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen, auch Widerfahrnisse und via Reflexion "abgeleiteten" Handelns und Eingestelltseins – geformt, "modelliert" wurde und dessenthalben auch stets in Wandlung begriffen ist.
 
Das macht einen Menschen einmalig, unverwechselbar, unbeliebig – besonders.
Wenngleich sich letztlich alles im Laufe der Zeit, der Äonen, wiederholt, sich folglich auch die Menschen-"Typen" wiederholen, ähneln. Dies jedoch ist eine andere Geschichte (… und soll ein ander Mal erzählt werden – frei nach Michael Ende ;) ).
 
Der Zugang zum, das "Andocken" am Anderen, vollzieht sich nicht über den Verstand, das Denken, Reflektieren, Kategorisieren, sondern ganz basal: überwiegend un- bzw. (zunächst) vorbewusst über das Gefühl, über Emotion.
 
Daher fällt es nicht selten so schwer, näher zu benennen, warum, "wofür", "weswegen" man jemanden liebt oder sich zuvorderst hingezogen fühlt, starke Anziehung und (später) Zuneigung empfindet.
Es ist diese unbewusste Komponente, die – eigentlich – den Ausschlag gibt, die einen antreibt, zum Anderen hintreibt … .
 
Dabei kommt es jedoch erheblich auf den eigenen Blick, die ebenso individuelle, je eigene Interpretation des Anderen, seines Wesens, seines Verhaltens, Denkens, Fühlens und Handelns, seiner Persönlichkeit an – auf also die des "Betrachtenden", Wahrnehmenden, Erkennenden.
 
Der Andere wird – für "mich" (für sein Gegenüber) – immer nur die Person sein können, die ich in ihm wahrzunehmen, zu entdecken, zu erkennen – zu: deuten vermag. – Ich kann den anderen Menschen (jeden) – genau wie "die Welt" – zwangsläufig ja nur aus mir selbst heraus sehen, erkennen, interpretieren und in mir reflektieren.
 
So wird der Andere unvermeidbar immer auch reduziert und festgelegt, und kann nie wirklich vollständig, sowieso nicht objektiv/neutral, erfasst werden.
 
Es hängt also auch und gerade von meiner eigenen Persönlichkeit (meinem Wesen, s.o.) und nicht zuletzt: meinem Wohlwollen, meiner Bereitschaft, Erkenntnis-, Reflexions- und Interpretationsfähigkeit, vor allem aber: von meiner eigenen, spezifischen (mir allerdings oft unbewussten) emotionalen Verfasstheit und Grundstruktur ab, ob und wie stark der Andere bei mir einschlägt, mich beeindruckt, anzieht, in seinen Bann zieht.
 
Trivial. Im Grunde. Tatsächlich. ;)
 
Ohne ein Du, das es sieht und erkennt, spiegelt und erfasst …, bleibt das Ich im Vakuum seines Selbst eingeschlossen.
 
 
Es ist letztendlich also gerade keine Willensentscheidung, ob ich mich angesprochen, hingezogen … fühle oder nicht. – Entscheiden kann ich allenfalls und erst im zweiten Schritt/Moment, ob ich dem nachgebe, das zulassen will oder nicht. Und selbst hierbei bin ich so willensfrei, indeterminiert, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag, nicht.
 
Kann ich mich doch auch auf Anhieb und auf unerklärliche Weise zu einer Person hingezogen fühlen, welche mir gänzlich unbekannt ist.
Dennoch spricht mich etwas am/im Anderen unmittelbar, d.h. vorbewusst, an, macht ihn für mich interessant, macht mich auf ihn neugierig – ohne, dass ich in jedem Falle sofort sagen, bezeichnen könnte, warum ich mich zu dieser Person hingezogen, von ihr angezogen fühle.
 
Auf einer Ebene, die dem Verstand nicht (genauso schnell) zugänglich ist, spüre, "weiß" ich intuitiv, unwillkürlich, dass wir (dieser andere Mensch und ich) etwas teilen, dass es eine (wie auch immer geartete) Verbindung zwischen uns gibt, obgleich ich sie nicht (unmittelbar) erfassen, beschreiben kann.
 
Dies allerdings wird manches Mal ignoriert, unterdrückt, vom Verstand/der "Vernunft" zensiert, überdeckt, verworfen. – Nicht immer zu unserem "Wohl" … .
 
 
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