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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Steinbestattung

 
Steinbestattung
 
Es war ein Stein
den ich liebte
denn ich hielt ihn
für beseelt
Doch die kalte, harte Starre
des geliebten Steines
quält
 
nur du selbst
gehst krank zugrunde
an dieser Vergeblichkeit
 
Der Stein
bleibt hart -
liegt taub und tot
jenseits der Zeit
 
Nichts
dringt in ihn ein
Nichts vermag
ihn zu erwärmen
kein Licht
kein Leid
bewegt
sein Sein
berührt
sein schweigend´ Lärmen
 
nur and´re harte Steine
schlagen ihn kantig, wund
stumm sinkt er bloß hinab
auf seinen schwarzen Grund
 
Nichts je
kann einen Stein
erweichen
rings um ihn her
türmen sich Leichen
 
Seine Seele
ist ein Grab.
 
Einst hab´ ich
einen Stein geliebt
ich hielt ihn
für beherzt
Hab´ ihn
in meinem Arm gewiegt
dass seine Kälte
ihn nicht schmerzt
dass seine Härte
ihn nicht quält
Hab´ mich
mit seiner Not vermählt
 
Die Liebe ist
haltlos verweht
 
Es ist sein totes Herz
in dem fortan
ihr Grabstein steht
 
-
 
 
 

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