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Lebenskunst für Laien

Sabeth schreibt Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Liebscher und Bracht - Kritik

 
04. Januar 2026
 
Stellungnahme, Kritik, Kommentar zu unten verlinktem youtube-Video (vom 11.11.2023) von Sturfdoc Dr. Christian Behrendt - "Liebscher und Bracht in Quarks. Ist die Kritik gerechtfertigt? Faktencheck vom Orthopäden"
 
Das Problem ist schon das offenbar nach wie vor in Medizin, Schulmedizin, bei Ärzten, in Kliniken verbreitete mechanistische Menschenbild.
Siehe der Vergleich des Dr. Christian Behrendt bei ca. Min. 19:12: "Stell´ dir vor, dein Autoreifen ist geplatzt, du bist mit der Felge schon über die Straße gefahren, die Felge ist völlig verbeult (...)"
Der menschliche Körper ist aber gerade kein Auto, keine Maschine, kein Gegenstand, den man durch Apparate, invasive Eingriffe und/oder Medikation, Pharmakotherapie "reparieren" kann oder sollte.
 
Heilung ist nicht dasselbe wie Reparatur eines leblosen, defekten Gegenstandes, Apparates. Menschen sind Lebewesen, keine funktionalen Apparate, Maschinen.
Gesundheit, Wohlbefinden, Vitalität sind nicht nur das Fehlen, die Abwesenheit von Krankheit, sondern umfassen immer den ganzen Menschen: seinen Körper, seine Psyche, Gefühle, Gedanken, Lebensumstände, seine Leiblichkeit (mit Verweis auf Maurice Merleau-Ponty und Antonio Damasio).
 
Heilung vollzieht sich immer nur ganzheitlich, nicht punktuell, nicht isoliert, steril, nicht nur oberflächlich und ist ein zumeist länger andauernder Prozess.
Auch die Einstellung des Patienten, das "mindset" spielt hier eine Rolle. Siehe bspw. auch Placebo- und Nocebo-Effekt.
Nein, mit Esoterik hat das nichts zu tun.
Und Heilung vollzieht sich, wie Lernen, über Beziehung, also auch über Vertrauen (-können), Gefühle wie Geborgensein, Getragensein, Verbundensein.
 
Schulmedizin ist überwiegend invasive Apparatemedizin-, "Reparaturmedizin" und Pharmakotherapie, die gerade bei chronischen Erkrankungen allenfalls vorübergehende, nie dauerhafte Symptomlinderung bringen - dies jedoch mit oft einhergehenden, auch schweren Nebenwirkungen - aber nicht heilen. 
 
Sogenannte Zivilisationskrankheiten, "Volkskrankheiten" sind eben dies: chronische Erkrankungen, die sich nicht nur auf genetische Veranlagung, sondern erheblich auf den Lebensstil, das Verhalten von Menschen gründen, daraus resultieren - siehe die Hauptfaktoren:
- (ungesunde) Ernährung
- (mangelnde oder einseitige, überlastende, schädigende) Bewegung
- (mangelnde) Entspannung (Schlaf, Regeneration, Erholung, innere Ruhe, Ausgeglichenheit, Freisein von chronischem Stress, von physischer und/oder psychisch-emotionaler, langandauernder Überlastung ...)
 
Ja, hier ist vor allem angemessene PRÄVENTION erforderlich: frühzeitig und eigentlich lebenslang. Das ist vielen Menschen aber mit ihren Lebensumständen - insbes. Arbeit, Erwerbstätigkeit, Familie, Armut ... - oft nicht gut oder auch gar nicht regelmäßig, dauerhaft vereinbar. 
 
Zu Liebscher & Bracht:
Es ist völliger Unsinn von "Schlacken" zu sprechen, "die man aus dem Gewebe herauspresst". Das hat mit Faszientherapie und allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Faszien (Bindegewebe) nichts zu tun bzw. widerspricht diesen Erkenntnissen vollständig. Es wird bei Faszienbehandlung, Faszientraining, auch bei Massage nichts, keine "Schlacken" "aus dem Gewebe herausgepresst".
Aber ja: Faszien sind ein eigenes, komplexes, sehr wichtiges Thema - ja, siehe u.a. Dehnung, Bewegung, Massage ... . 
 
Roland Liebscher ist weder ausgebildeter Mediziner, kein Arzt, kein Physiotherapeut, sondern Wirtschaftsingenieur und ehemaliger Leiter einer Kampfsportschule - und das merkt man seinen Videos und "Ratschlägen" auch deutlich an, siehe oben schon Genanntes: Der Mensch wird von ihm als reparierbares Objekt, als Apparat gesehen, nicht als ganzheitlicher, lebendiger Organismus, inkl. Psyche, Emotionen, nicht nur persönlich verursachten, aber je persönlich erfahrenen, zu bewältigenden oft intensiv und langanhaltend belastenden Lebensumständen - Stichworte Arbeit, Job, Armut, Industrielebensmittel, Mangel an Muße, Regenerationsmöglichkeit, Einsamkeit, soziale Isolation und Deprivation, Depression, einhergehend wiederum schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, schlechter Schlaf u.a.m.. 

Den "Erfolg", ihre Bekanntheit verdanken Roland Liebscher und Petra Bracht erheblich ihrem Sohn Raoul Bracht. 
 
Was mich betrifft: Ich möchte von Menschen ohne fundierte medizinische Kenntnisse, Qualifikation und Erfahrungen, ohne seriöse, unabhängige Qualitätskontrolle nicht in irgendeiner Weise "behandelt", auch nicht "beraten" oder "angeleitet" werden und auch keine - völlig überteuerten - Produkte von/bei ihnen kaufen, mit denen sie Menschen faktisch für ihren eigenen Profit (den von Liebscher & Bracht), als Kunden benutzen, oft in die Irre führen, eben weil es keine Qualitätsstandards, Qualitätskontrollen, zugrundeliegende medizinische Qualifikation gibt.
 
Weder Roland Liebscher noch Petra Bracht sind entsprechend ausgebildete Fachärzte: keine Orthopäden oder Physiotherapeuten, auch nicht Ostheopaten oder Faszienspezialisten, auch nicht ausgebildet in Akupunktur oder Akupressur. 
Liebscher & Bracht scheinen einfach nur ihr Halbwissen und ihre eigenen Interpretationen zu einer, "ihrer" Methode zusammenzuwursten - eine Art pseudomedizinischer Synkretismus.
Ja, es ist eine Marke, aber aus o.gen. Gründen gerade k e i n e seriöse Therapie, Behandlung, Methode. Für mich ist es Scharlatanerie, Irreführung und Abzocke. 
Nein, diverse medizinische Verbände müssen sich gerade nicht mit Scharlatanerie befassen, sondern sollten Scharlatane, Trittbrettfahrer, Quacksalber kritisieren, als solche "enttarnen". 
 
Sehr offensichtlich steht bei Liebscher & Bracht nicht wissenschaftlich basierte, validierte Therapie, Behandlung, gar Heilung von körperlich belasteten oder erkrankten Menschen im Vordergrund, sondern ihr persönlicher, finanzieller Profit: zu vor allem deren eigenem Vorteil, nicht dem von belasteten, erkrankten, Hilfe, Entlastung suchenden Menschen. 
 
Es kann nicht sein, dass Menschen auf Liebscher & Bracht verwiesen werden, weil in ihrem Land die wissenschaftlich fundierte, standardisierte, validierte, zertifizierte Physiotherapie zu teuer, ihnen deshalb unzugänglich ist - das muss regierungspolitisch entsprechend geändert, behoben werden. 
 
Und ja: Es gibt auch schlechte Physiotherapeuten und Praxen. Gilt so auch für Ärzte. 
Es werden bekanntlich seit Jahren auch zahlreiche invasive, apparative Untersuchungen und Behandlungen, auch OPs angeraten, empfohlen und an Patienten durchgeführt, vollzogen - ambulant und stationär - die nicht tatsächlich hilfreich, lindernd sind, die die Patienten nicht entlasten, die oft weitere Belastungen, auch Schmerzen und weitere Beschwerden zur Folge haben.
Es werden ambulant und stationär invasive Untersuchungen und Behandlungen - gerade an chronisch kranken und/oder im Alter fortgeschrittenen Patienten - angewandt und abgerechnet (!), für die es auch gar keine Indikation gibt/gab, ja kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen und nachweisen. Gleiches gilt auch für stark nebenwirkungsreiche Medikamente, Medikation, Pharmakotherapie, siehe bspw. Schmerzmittel, Antibiotika, sogen. Antidepressiva. 
Und es gibt bekanntlich auch Ärzte, die Phantomdiagnosen erstellen - und abrechnen. 
Und dann wird über zu hohe Ausgaben, Kosten der Krankenkassen lamentiert und Patienten, Versicherten wird wiederum die finanzielle Last aufgebürdet. 
 
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