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Lebenskunst für Laien

Sabeth schreibt Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Minimalismus, Trends, Ratgeber, Coaching und ähnlicher Nonsens

 
09. Dezember 2025
 
Minimalismus - Beschränkung auf das Wesentliche?, Überwinden von Bequemlichkeit, Komfort, Entwickeln von Mut, Kreativität, praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Genügsamkeit - Selbstfindung?
So ganz alleine wohnen, auch im Alter? 
Leben im Tiny House, Camper, Van ... 
 
Immer noch, immer wieder beeindruckt es mich, dass, wie und mit wie wenig Menschen, sogar in fortgeschrittenem Alter, offenbar gut leben können.
Wie bspw. Anne Donath in ihrem Tiny House: seit 30 (?!) Jahren, siehe unten verlinktes youtube-Video.
Aber den ganzen Winter ohne Strom, ohne Lampen in der Dunkelheit ... ?
Anne verbringt die Winter allerdings öfter in Griechenland. 
 
Stelle auch immer wieder fest, dass das, das mich am meisten abhält, die sehr spärlichen "sanitären Anlagen" sind. Keine "richtige" Toilette und Dusche, keine Waschmaschine.
Aber das viele Holz im Raum und die großen Fenster sind natürlich wunderschön!
 
Für mich kommt allerdings ein Tiny House oder ein Leben im Van, Camper, Wohnmobil schon deshalb nicht in Frage, weil ich kein Geld für die Anschaffung habe - null Ersparnisse oder Vermögen. Also wirklich nichts, auch kein verkaufbares Auto oder Ähnliches.
 
Sehr beeindruckt bin ich auch von Irene, die im Alter von 61 Jahren "ausgestiegen" bzw. neu aufgebrochen ist: im Minicamper, in dem sie alles sehr funktional und perfekt passend selbst gemacht, gebaut hat. 
 
Bei ca. Min. 17:30 des unten verlinkten youtube-Videos (Kanal "Peace Love & Om") sagt Irene: 
"Ich hab´ vorher immer nur für alle anderen gesorgt."
Sie hat zwei Kinder (20- und 21-jährig?).

Meine Kinder sind 32 und 19 Jahre alt. Ich bin 52. Auch mein Leben besteht seit 32 Jahren nonstop vor allem in Sorge-Arbeit, da alleinerziehend.
Auch ich bin seit ca. ein, zwei Jahren an dem Punkt, dass ich denke, mich frage, ob, wann und wie vielleicht doch auch mein eigenes Leben irgendwann noch "anfängt", von mir gelebt werden kann - ohne ständiges Umsorgen anderer Menschen. ?
Aber wie: in materieller Armut?
 
Irene sagt, sie habe erst lernen müssen, herauszufinden, was ihre eigenen, eigentlichen, echten Bedürfnisse sind. 
Ich denke, ich kenne meine Bedürfnisse durchaus und was mir vor allem fehlt, ist auch genau das: Mobilität und Bezugspersonen, aber eben auch Gesundheit, Vitalität, körperliche Kraft.
 
Mein Bedürfnis oder Wunsch ist es nicht, "durch die Welt zu reisen, die Welt zu sehen" - es sind eher ganz bestimmte Orte, an die ich gerne noch mehrmals zurückgekehrt wäre - die "Kraftorte" meiner Kindheit: Berge, Alpen, Schweiz, Österreich und sehr gerne hätte ich auch den Ort meiner väterlichen "Wurzel" kennengelernt: Spanien, Katalonien - Barcelona
Ich denke, das entspricht mir möglicherweise körperlich mehr: das Licht, die Farben, die Sonne, Wärme, vielleicht auch die Kultur, die Geselligkeit der Menschen, die Sprache, die Ernährung ... .
Selbstverständlich habe ich mich immer wieder mal gefragt, was ich "für ein Mensch geworden wäre", wie es mir heute ginge, was ich heute täte, wie ich heute lebte, hätte ich meinen Vater "gehabt", hätte ich auch in Spanien aufwachsen, als Kind dort in den Ferien beim Vater sein können ... .
Aber all solche Gedanken sind bekanntlich müßig, sinnlos, vergeblich. Es war nicht so - es ist heute, wie es aus Gründen ist. Aus Gründen, auf die ich durchaus nicht allzu viel Einfluss hatte, als Kind, dann als früh alleinerziehend Mutter gewordene Frau und mittellos, weil ledig mit Kindern.
 
Ja, ich würde nun sehr gerne selbst "neu aufbrechen", etwas Neues, anderes beginnen, ausprobieren, kennenlernen, mir zutrauen, mich nach 32 Jahren endlich nur um mich selbst kümmern, nur für mich selbst Verantwortung tragen.
Aber es ist gegenwärtig nicht möglich, denn dazu müsste zunächst meine 19-jährige Tochter "gut versorgt", "auf einem guten eigenen Weg sein". Danach sieht es augenblicklich nach wie vor nicht ansatzweise aus. Aus Gründen. 
Ich kann einfach immer noch nicht "nur für mich alleine überlegen" ... . 
Und etliches ist ohne Geld nicht möglich.
All diese Menschen, Frauen, die im Tiny House oder Camper "neu angefangen" haben, hatten ja zumindest dafür etwas Startkapital, um diese Dinge anschaffen, kaufen zu können. 

So zu leben, traue ich mir außerdem schon aufgrund meiner gesundheitlichen Beschwerden ... "bisher" nicht zu.
Was machen diese Frauen, wenn sie chronisch krank werden? 
Wenn sie der Hilfe anderer Menschen bedürfen und dann wohl auch anderer Räumlichkeiten zum Wohnen ... ? 
Gibt es alte, chronisch kranke Menschen, die im Van, Camper oder Tiny House alleine leben??
 
Und ich frage mich auch, ob man dauerhaft so alleine wirklich "glücklich", zufrieden, erfüllt sein, leben kann?
Denn wer bspw. im Camper alleine lebt und reist, ist in dieser Zeit sicher auch viel alleine bzw. hat keine vertrauten Menschen um sich. Beziehungen, Bezugspersonen.
 
Es mag eine Zeit lang angenehm, vielleicht auch entlastend, befreiend sein, mal nur für und mit sich selbst, alleine zu sein, zu leben, aber all die schönen sowie auch die beschwerlichen Erlebnisse, Momente, Eindrücke nie mit jemandem gemeinsam erfahren zu können, ist auch traurig, finde ich.
 
Nur wenige Menschen sind "echte Einsiedler, Eremiten, Einzelgänger" und die es sind, sind zumeist beziehungsunfähig, beziehungsgestört, bspw. antisoziale Narzissten, Machtmenschen oder Verbitterte. 
Menschen lebten von jeher in Gemeinschaften - nicht alleine.
Deshalb sind ja auch Ehe und Kleinfamilie völlig unangemessen, nicht wohltuend. 
Und drum hätte ich seit Jahren schon sehr gerne Zugang zu alternativen Wohnprojekten - selbstverwaltet, selbstgestaltet, konsentbasiert, generationenübergreifend, gemeinschaftlich. Cohousing. 
Zu teuer. Auch das.
 
"Minimalismus" ... Auch Henry David Thoreau lebte nur zwei Jahre "im Wald" ... . "Walden" 
 
Nessa sorgt mit ihrem Informations- und Aufklärungsvideo zu Tiny Houses für etwas mehr Bodenhaftung, Realitätssinn, siehe unten verlinktes youtube-Video "Nach fünf Jahren im Tiny House: Alles nur Hype?"
 
Nessa lebt nun nicht mehr im Tiny House - aber sie hat und nutzt es noch.
Sie hat mecfs. Aber wie schön, als erwachsene, junge Frau noch Eltern und auch Freunde zu haben, nicht - mit Kind(ern) - in Armut vegetieren zu müssen, chronisch krank, ohne Perspektive, ohne Eltern ... .
 
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01. Februar 2026
 
Kommentar zum youtube-Video (vom 30.03.2025) der br Sendung vom 15.03.2025 "Zwischen Spessart und Karwendel" - "Naturverbundenheit: Die 90-jährige `Waldfrau´ Britta"
 
Habe ein paar Fragen zur "Waldfrau":
Woher kommen welche Lebensmittel? Kauft sie diese selbst ein, falls ja, wo, wie weit sind die Läden entfernt, wie transportiert sie Lebensmittel über welche Entfernung wie oft zu ihrem Haus im Wald? Zu Fuß, alles selbst tragend über diese Entfernung?
Wie heizt sie das Haus, nur mit Holz? Wer hackt das Holz - sie selbst? Wo lagert sie es? Oder werden ihr Lebensmittel und Holz sowie andere erforderliche Dinge gebracht? Von wem, wie oft? 
Ist das Haus an Wasser und Abwasser angeschlossen, gibt es sanitäre Anlagen, gibt es eine Küche, einen Herd, ein Telefon?
Wie weit entfernt wohnen andere Menschen? 
Hat sie Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern? Leben diese in der Nähe oder weiter entfernt? 
Also: Ist die 90-Jährige in ihrem Waldhaus völlig auf sich allein gestellt oder hat sie Unterstützung - von den Kindern oder anderen Menschen? 
Was, wenn sie mal krank ist - Grippe mit hohem Fieber ... oder Lungenentzündung oder ein Sturz, ggf. mit Oberschenkelhalsbruch ... - kann sie dann Hilfe rufen und falls ja, wie?
Sie ist ja eine Frau und hat drei oder vier (?) Kinder bekommen - hat sie da keine typischen körperlichen Beeinträchtigungen wie diese oft auch schon deutlich jüngere und sportliche Frauen nach Geburten, Gebärthaben haben, bspw. Gebärmuttersenkung, Zystozele, Rektozele, Prolaps mit stark einschränkenden, belastenden Beschwerden?
Warum hat sie schon mit 18 geheiratet? Und wovon hat sie in all den Jahrzehnten früher gelebt - vom Geld ihrer Ehemänner? Oder war sie erwerbstätig - falls ja, wie lange, wie, in welchen Bereichen, mit welchem Einkommen? Erhält sie eine Rente?
Denn der Hund kostet ja auch Geld.
Es wäre halt angemessen, solche Lebensweisen nicht allzu romantisiert, sondern realistisch darzustellen, d.h. auch mit allen Herausforderungen, ggf. Belastungen, Beschwernissen, Konsequenzen ... - den Alltag, nicht nur wenige schöngefärbte Ausschnitte daraus.
 
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Nachfolgendes habe ich ursprünglich verfasst am 21. Juni 2025
 
Da ich gerade wieder eine Ausmistphase habe, um mehr Raum, Luft, Leichtigkeit zu schaffen, suchte ich u.a. nach multifunktionalen Möbeln. Kam dabei (wieder) auf Tiny Houses, weiß nicht, ob ich das dauerhaft aushalten würde, aber es beeindruckt mich schon.
 
Dass man so viele Kosten für Energie ... spart, ist sehr reizvoll. Aber sich in einem so kleinen Raum, überdies mit mehreren Menschen längerfristig aufhalten zu müssen, stelle ich mir auf Dauer sehr "herausfordernd" ;) vor.
Schon bisschen wie eine aufgehübschte Zelle im Knast.
 
Man hat auf so engem Raum keine Möglichkeit, mal ein paar Schritte "frei" zu gehen - dafür muss man nach draußen. Für junge, gesunde Menschen, die noch viel draußen unterwegs sein können, mag das gehen. 
Auch Intimsphäre hat man da "kaum". Und keinen Raum für Sport.
Bücher oder Brettspiele haben TinyHouse-Bewohner natürlich auch nicht, außer vielleicht ein, zwei im Miniformat. 😄
 
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01. September 2025
 
... und es fasziniert mich irgendwie doch immer noch, das Leben im Tiny House.
Sehr mutig und in gewisser Weise vorbildhaft finde ich Christine, die mit 67 in einem solchen Haus lebt, siehe unten verlinktes youtube-Video (von "Peace, Love & Om").
Ja, sie wird wohl relativ gesund sein, denke ich. ?
 
Auch Gudrun ist nicht mehr ganz so jung und lebt in einem Tiny House, zuvor in einer 4 1/2-Zimmer-Wohnung.
Und sie hat Brettspiele! 😊
Siehe youtube-Video des swr "Reduziertes Wohnen im Tiny House, ard roomtour".
 
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29. November 2025
 
Minimalismus, Trends, Ratgeber"literatur", "Coaching" und ähnlicher Nonsens 

Auch hier sind "Ratgeber", Ratgeber"literatur", diverse empfohlene Methoden Nonsens, gerade nicht hilfreich.
Von wegen "3 gute Methoden" via utopia.

Siehe Methode 1, "eat the frog first":
"Du wählst aus deinen allerliebsten Besitztümern wenigstens eines aus, auf das du künftig verzichten kannst. Wirf es nicht weg, sondern verschenke oder verkaufe es."

Sachen, an denen ich "hänge", sind solche, die ich mehr oder weniger täglich benötige und/oder es sind Dinge, die für mich einen unersetzlichen ideellen Wert haben, bspw. die wenigen Dinge, "Spielsachen" aus meiner Kindheit, Fotos von mir wichtigen Menschen und mir selbst als Kind, junger Mensch, Briefe, Tagebücher, Musik, Hörbücher, die ich gerade dann sehr schätze, wenn es mir - leider häufig - körperlich "nicht gut geht", wenn ich krank bin ... . Dann sind Musik und Hörbücher mir oft sehr hilfreich (beruhigende, entspannende, stärkende Wirkung) und ich möchte sie auch ohne Internet, digitale Endgeräte anhören können.
 
Methode 2, "KonMari-Methode, behalte, was dich glücklich macht":
"Bei der von ihr entwickelten KonMari-Methode geht es im Prinzip darum, nur die Dinge zu behalten, die dir Freude bereiten."

Auch das ist Unsinn, denn ein Schraubenzieher oder ein Fieberthermomether bereiten mir keine Freude, auch benutze ich sie - üblicherweise und zum Glück - nicht täglich oder mehrmals wöchentlich, idealerweise auch nicht mehrmals im Monat ... . 
Dennoch brauche ich von Zeit zu Zeit Werkzeug, Schere, Fieberhermometer, Pflaster, Putzlappen, Putzmittel, Kuchenform u.a.m., obwohl mich all diese Dinge und was man üblicherweise mit ihnen tut, nicht glücklich machen, mir zumeist auch nur "selten" ;) Freude bereiten. Aber es muss eben geputzt werden und andere Arbeiten im Haushalt fallen regelmäßig oder gelegentlich immer wieder an.
 
Wem was aus welchen Gründen wie oft "Freude bereitet" oder was einen Menschen weshalb wie "glücklich macht", schon das ist für sich genommen diskussionswürdig bzw. dies gerade nicht - es ist eine Sache des Individuums, der Persönlichkeit, seiner Biographie, Umstände u.a.m..
 
Ähnlich wie mit der "KonMari"-Methode, nach Marie Kondo, die "Ordnungsberaterin" ist - da sind wir im Grunde wieder beim "Coaching" - verhält es sich mit Methode 3, der "Korb-, Kartonmethode":
"Alles, was du besitzt, räumst du in die Umzugskartons. (...) In den nächsten Tagen lebst du nur aus den Kartons. Alles, was du in der Zeit benötigst, darf wieder zurück ins Regal oder deinen Schrank. Alles andere kommt weg."

Siehe, was ich dazu schon unter Methode 2 schrieb:
Es gibt Dinge, Gegenstände im Haushalt, die man nicht täglich, einige auch nicht wöchentlich oder nicht mal monatlich benutzt, aber man braucht sie eben doch immer wieder, bspw. Werkzeug, medizinische Dinge (Fieberthermometer, Verbandszeug, bestimmte Medikamente).
 
Und es gibt bei mir bspw. auch Brettspiele, die ich nicht jeden Monat, jede Woche oder gar täglich spiele, die ich aber doch sehr gerne gelegentlich oder auch öfter spiele(n) (würde) - bspw. diverse Partyspiele, Spiele, bei denen man mehr als zwei Personen braucht u.a.m..
 
Dann auch dieser plumpe Ratschlag:
"Und bevor du etwas Neues kaufst: Leihe, tausche, repariere. Eine Bohrmaschine, die du dir ausborgen kannst, besitzt sicher irgendjemand in deiner Nachbarschaft. Im Gegenzug könnt ihr euch deinen Rasenmäher teilen."

Es ist leider oft nicht möglich, Dinge zu leihen oder zu tauschen, geschweigedenn sie zu reparieren. 
Viele Menschen haben kaum bis keinen Kontakt zu ihren Wohnungsnachbarn in Mietshäusern, insbes. in Großstädten oder man versteht sich mit den Nachbarn nicht oder sie haben selbst das Benötigte nicht.
 
Fast mein ganzes bisheriges Leben habe ich ohnehin das meiste nicht neu, sondern gebraucht gekauft: Kleidung für die Kinder und mich, Schuhe, Spielzeug, Möbel, Fahrräder (vor allem für die Kinder je Alter/Größe passende), Bücher, CDs, Brettspiele, Bettwäsche, Lampen, Teppiche, Taschen ... .
Menschen, die mittellos sind, sind zwangsläufig, gezwungenermaßen oft "Minimalisten".
Sie konsumieren vieles nur selten bzw. gar nicht oder nur gebraucht (secondhand).
Sie nutzen keine Flugzeuge, Autos, machen keine Fernreisen, Kreuzfahrten, gehen selten bis nie ins Restaurant, Café, Konzert ... .
 
Was ich - ein Mal mehr, genau ;) - sagen will:
Mir geht dieser ganze, stets pauschalisierende, oberflächliche, unterkomplexe, pseudo, nur scheinbar wohlmeinende "Berater-, Ratgeber-", "Coaching-" und "Trend"kram extrem auf den Zeiger. Leute machen damit Geld. 
 
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https://utopia.de/ratgeber/minimalismus-3-gute-methoden-fuer-den-einstieg-2_28954/
26. November 2025
 
"Minimalismus" - Tips von "Weniger = Mehr" youtube Kanal, siehe unten verlinktes Video 
Danach bin ich schon immer Minimalistin.

Ich habe
- noch nie einen (Mode-) Trend mitgemacht
- kaufe immer mit Einkaufszettel ein
- keine Kundenkarten
- keine Fonds, Investmentfonds
- kein streaming, pay-TV
 
- unsere Handys (Smartphones, Tochter und meins) sind, wie auch fast alle unsere Klamotten und einige unserer Möbel secondhand (gebraucht), meistens ausgeschaltet, sowieso immer über Nacht
- habe und nutze kein whatsapp oder Ähnliches (Messenger)
- habe und nutze "kaum" bis kein Makeup
- wir haben keine Hausrat- und seit langem auch keine Haftpflichtversicherung mehr, weil für unsere Verhältnisse viel zu teuer
- wir haben keinerlei finanzielle Rücklagen, Ersparnisse, schon gar kein Vermögen.
 
- Kinderbasteleien, Kindersachen der "eigenen" Kinder "aussortieren", wegwerfen: schwierig!
Denn es geht dabei ja auch um die Kinder, die später vielleicht mal froh sind, wenn es noch Dinge aus ihrer Kindheit gibt. 
Meine Kinder sind 32 und 19 Jahre alt und ihre Sachen immer noch in meinem Keller.
 
- Menschen aussortieren, quasi abwerfen, "die einem nicht guttun": auch schwierig.
Denn die Frage ist, warum und wer einem "nicht gut tut", was genau damit gemeint ist. Intoleranz? Konfliktscheue? Selbstgerechtigkeit? Feigheit? Bequemlichkeit? Kritikunfähigkeit? Selbstbetrug? ...
 
Im Übrigen lebe ich fast immer schon, seit meinem 19. Lebensjahr, mit mindestens einem Kind in gemeinsamem Haushalt: jeder hat ein Zimmer.
In einer Zwei- bzw. zeitweise zu dritt Drei-Zimmerwohnung ist ohnehin "wenig" bis kein Platz zum Horten.
 
Ja, habe gerade dieses Jahr im Sommer relativ viel "aussortiert, ausgemistet", mich von überflüssigen Dingen getrennt, sie verschenkt, verkauft oder auch (zu) Altes, Defektes weggeworfen, siehe unten die blog-Einträge zum Ausmisten ... .
 
Was man mir einzig noch vorwerfen kann, ist der Keller, da muss ich nochmal ´ran - dann das vierte oder fünfte Mal. Sind alte Uni-Sachen, einiges von den beiden Kindern (Schulsachen etc.) und vor allem jede Menge Behördenkram, Aktenordner im Keller. 
Und die Brettspielsammlung. Die bleibt aber. :) Nein, nicht im Keller, sondern in der Wohnung. 
 
Zum Thema "nichts auf Vorrat kaufen":
Da ich aus gesundheitlichen Gründen oft die Wohnung nicht verlassen kann, muss ich Dinge auf Vorrat kaufen. Vor allem sind das "Kosmetika" (Duschgel, Seife, Toilettenpapier, Damenbinden ...), Putzmittel und ein paar haltbare Lebensmittel, aber keine, d.h. null Konserven.
 
Meine sämtlichen Kosmetik-, Körperpflege-, Gesichtspflege-, Hygieneartikel (Seife, Duschgel, Shampoo, Cremes) und Putzmittel sind seit vielen Jahren Bioprodukte (Sonett, Ecover, Sodasan, Alverde, Santé, Weleda vor allem). 
So auch die Lebensmittel: Anbauverbände-Bio. 
Unser Luxus.
 
Was ich seit etlichen Jahren gar nicht konsumiere, esse, trinke:
- Limonaden (Cola, Fanta etc.)
- Säfte (außer selbstgepressten O-Saft, Grapefruitsaft ab und zu)
- Industrie"lebensmittel", Fertiggerichte, Knabberzeug, Chips, Industriekekse usw.
 
Nein, das mache ich nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil es mir gesundheitlich schlecht bis sehr schlecht geht, wenn ich das Zeug esse oder trinke, weil es mir alles schon lange nicht mehr schmeckt, weil es krank und fett macht und kaum bis keine Vitalstoffe enthält. Es ist Dreck.
 
Was ich einzig schade finde, ist, dass ich seit vielen Jahren keinen Kaffee mehr trinken kann, vertrage ihn nicht, egal wie, sowieso nicht mit Milch und/oder Zucker, früher auch immer schwarz getrunken, aber auch Bio-Kaffee geht leider nicht (mehr).
 
Und nein, es gibt hier auch keine Soja-, Hafer-, Reis-, Mandel- oder irgendeine andere "Pflanzenmilch". 
Auch das vertrage ich nicht und/oder es schmeckt mir nicht, ist industriell verarbeitet, nicht natürlich, naturbelassen. 
Drum gibt´s hier auch keine Margarine, sondern Butter.
 
Und nein, ich kann jeglichen Vollkornkram nicht ab, gibt hier deshalb auch keinen Frischkornbrei, keine Getreide- oder Grünkernbratlinge, keinen Tofu, Seitan, kein geschrotetes Getreide, keine Sprossen, keine Algen oder sonst irgendetwas in dieser Art. 
Nur helle Brotsorten, bio. :)
 
Und klar: Kein Alkohol, null, nie, zu keinem "Anlass", keinen Tropfen, auch nicht "nur zum Anstoßen". 
Zu viele alkoholkranke Menschen in meinem Umfeld seit vielen Jahren ... . Finde Alkohol widerlich. 
Kiffe nicht, rauche nicht, werfe keine Tabletten ein, auch keine Schmerzmittel - noch nie.
 
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https://youtu.be/Xh69ItFmIqM?si=eafyRU2RBe18lz_n
 
05.09.2025
 
Was hast du denn inzwischen so alles ausgemistet, wovon dich getrennt, Elsbeth?
 
Neben Klamotten, Schuhen, Bettwäsche, Handtüchern, Büchern, Magazinen (alte Hefe Geo, Spektrum der Wissenschaft, Spiegel), CDs, Kassetten, Kinderspielzeug, Lampen und Geschirr - vieles davon gebraucht gekauft - auch Dinge, die ich tatsächlich über die Jahre mal neu angeschafft, aber nie oder nur ein Mal benutzt habe, bspw. Waffeleisen, Römertopf, Wok, Bügeleisen, elektrische Zitruspresse, Keksdosen, Ballkissen, Putzeimer, Holzkisten und Kästchen, Kerzenständer, Bodenvase und auch einige Brettspiele. 
 
Außerdem Möbel, die ich seit 20 und mehr Jahren bereits in Gebrauch und damals schon für die Kinder und mich secondhand gekauft hatte, bspw. Tische, Stühle, Betten, Kommode, ein Nachtschränkchen, ein kleines Sofa, meine beiden Holzregale (Bücherregale).  
 
Vieles habe ich über den Müll entsorgt, einiges verschenkt oder verkauft. 
Es gibt jetzt etwas mehr Platz in unserer Zwei-Zimmer-Wohnung, vor allem in meinem Zimmer. :)
Meiner Tochter fällt es eher schwer, etwas auszusortieren, sich von Dingen zu trennen - eigenes Thema. 
 
Im Grunde haben wir immer noch viel zu viele Sachen und das auch in unserem sehr kleinen Keller, den ich in den vergangenen Jahren zwar auch schon mehrmals ausgeräumt habe, aber es lagert dort immer noch zu vieles, vor allem zahlreiche Bilderbücher und Schulzeug der Kinder sowie jede Menge Aktenordner mit Behörden-, Papierkram, alten Dokumenten, Bescheiden, Mietverträgen etc.. 
Selbst wenn man mittellos ist, häufen sich über die Jahrzehnte viele Dinge, zumeist Secondhandsachen und Behördenkram an, eben auch von den Kindern. 
 
Inzwischen bin ich aufgrund meiner gesundheitlichen Situation allerdings schon froh, wenn ich es mal wieder geschafft habe, die Fenster und den Balkon zu putzen und vor allem Lebensmittel einzukaufen, weiß deshalb noch nicht, wann ich den Keller nochmal bearbeiten kann. 
 
Die Wohnung müsste eigentlich auch seit Jahren bereits renoviert werden - daran ist aus körperlichen und finanziellen Gründen jedoch absolut gar nicht zu denken: das umzusetzen.
Habe weder Führerschein noch Auto, auch keinen Baumarkt in der Nähe, kann schwere Farbeimer etc. nicht im ÖPNV durch mehrere Stadtteile, mit mehrmaligem Umsteigen transportieren, Renovierungsmaterial auch nicht finanzieren und schaffe es rein körperlich nicht, die Renovierungsarbeiten alleine durchzuführen.
Nein, meine Tochter kann mir da aus Gründen nicht wirklich helfen ... . 
 
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update 06.10.2025
 
Jetzt ist auch mein Kleiderschrank weg, verschenkt. :) 
Wo bewahrst du denn jetzt deine Klamotten auf, Elsbeth?
In fünf stapelbaren Kleiderboxen verschiedener Größen (keine Plastikkisten, eher Textilgewebe, dezente Farbe), auf einer Kleiderstange/Kleiderständer, ein paar Shirts und Tops auch in einer Kommodenschublade. 

Damit sind die großen, schweren Möbel aus meinem Zimmer entfernt, also vor allem die hohen Holzregale und der Kleiderschrank - und das gefällt mir so viel besser. 
Es hat etwas von Leichtigkeit, schafft mehr Licht, Luft, Raum. Auch wenn´s für andere ggf. nach Provisorium aussieht oder als sei man kurz vorm Umzug.
 
Ja, eigentlich entspricht mir das auch am ehesten: dass man am besten alles, das man so hat und braucht, innerhalb kurzer Zeit einfach zusammenpacken und sich anderswo, wo es einem gut gefällt (!), freiwillig niederlassen kann. Schön wäre das. Aber trotzdem mit fließend Kalt- und Warmwasser und Heizung. ;)
Bin nicht der Campertyp und Tiny House wär´ mir wohl zu anstrengend, unkomfortabel, eng, außerdem zu teuer, bin aber irgendwie doch "nomadisch veranlagt", da ich festgestellt habe, dass ich nach spätestens 10 Jahren immer wieder den starken Impuls hatte und noch immer habe, "anderswo hinzuziehen" - nicht ganz weit weg, nicht auf andere Kontinente, aber doch ein Orts-, Umgebungswechsel.
 
Gegenwärtig würde ich nach wie vor am liebsten und sofort in meine Heimat, Heidelberg (Stadt, nicht Umland) ziehen, ist leider aus finanziellen Gründen unmöglich.
Wäre ich noch 20 oder 30 Jahre jünger, hätte ich sehr gerne auch mal ein, zwei Jahre in Spanien, Barcelona bspw. (Stadt meines Vaters), und in der Schweiz (Wallis, Alpen, Berge) gelebt, das aber nur ohne Kind/er, was nicht möglich war, da ich ja mit 19 schon das erste Mal Mutter geworden bin.
Sehr schöne Gegenden, Landschaften gibt es natürlich auch in Frankreich, Portugal, Italien, Österreich. Für mich alles leider völlig unerreichbar. 
Aber Heidelberg ... habe die Hoffnung (Illusion?) noch nicht ganz aufgegeben. 
 
update 01. August 2026
 
Wir, Tochter und ich, haben die Kellerausräumaktion nun endgültig erfolgreich beendet - die letzten Jahre immer wieder mal ausgemistet, letztes Jahr auch die gesamte Wohnung.
Kürzlich habe ich nun alle Uni-Ordner (Texte aus Seminaren ...) und meine sämtlichen Tagebücher im Müll entsorgt.
 
Meinem Sohn hatte ich das, das er von seinen (Kinder-) Sachen noch haben wollte - vor allem seine Bücher - kürzlich bereits per Post/Paket gesandt. 
Jetzt lagern im Keller vor allem noch Sachen meiner Tochter, die sie aufbewahren möchte (Kinderspielzeug, Bilderbücher, Winterkleidung).
 
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02. Juli 2026
 
Kommentar zu Scobel, youtube, 04.06.2026 - "Warum plötzlich Millionen Bücher im Müll landen"
 
Ja, ich habe auch schon Bücher weggeworfen, nicht nur (andere) verschenkt - weil ich sie schlecht fand oder weil sie secondhand gekauft und mit der Zeit sehr abgenutzt (nachgedunkelt, Lagerspuren, Lesespuren ...) waren. 
 
Sicher ist zu unterscheiden, wer aus welchen Gründen welche Art Bücher liest und aufbewahrt, siehe eben bspw. schon aus beruflichen Gründen, im/wegen Studium, außerdem, ob es sich um Sach-, Fachliteratur oder Bellestristik, Lyrik, Bildbände, Bilder-, Kinderbücher, Lexika, Atlanten oder doch zeitüberdauernde Klassiker (bspw. Literatur, Philosophie) ... handelt. 
 
Selbstredend hat es auch mit je persönlichen Erlebnissen, Erfahrungen, Lebensphasen, Erinnerungen, Gefühlen zu tun - welche Bücher einen wie ausgeprägten Eindruck gemacht, Einfluss genommen, Erkenntnisse angestoßen, beschleunigt oder bestätigt haben. 
 
Und die persönlichen "Randnotizen" ;) sind im Grunde auch nur für einen selbst interessant, wenn man das jeweilige, damit versehene Buch nach vielen Jahren dann doch nochmal in die Hand nimmt, bspw., weil man aussortiert, umzieht. 
Wir sind eben nicht alle Newton - für unsere Anmerkungen, Fragen, Unterstreichungen in unseren Büchern dürfte sich kaum jemand interessieren.
 
Zitat "demokratisierende Wirkung in Schulbibliotheken" oder Schulen? Ja: davon kann man tatsächlich nur träumen. Staatliche Schule vermittelt weder Allgemeinbildung, noch mehrere Jahre erinnertes "Wissen", noch fördert sie Persönlichkeitsentfaltung, Herzens- und Charakterbildung, "kritisches Denken", Urteils-, Erkenntnis-, Reflexionsfähigkeit, Mitgefühl, prosoziales Verhalten, Kooperation, Solidarität, Integrität, Zivilcourage, Rückgrat oder Medienkompetenz - nichts von all dem. Eigenes Thema, ja. 
 
Selbstverständlich sind aus verschiedenen Gründen Bücher, ist das Lesen und die Haptik, der sinnliche Eindruck von Büchern, komplexen analogen, gedruckten Texten, seriösen, validen Quellen, auch Erzählungen, Romanen, Lyrik unentbehrlich, unersetzlich.
Gilt auch für das Schreiben mit der Hand - statt des bloßen Tippens oder Wischens auf Tastatur oder Bildschirm. 
 
Selbstversändlich ist die je persönliche, subjektive Auseinandersetzung mit dem Inhalt, der Eindruck, das Denken, die Vorstellung, die Gefühle, Assoziationen, Fragen, Ambivalenzen, Widersprüche, die ausgelöst, angeregt oder vertieft werden, je nach Medium jeweils anders sich auswirkend - also durch Buch, Hörbuch, Film, Video oder auch Bild, Tanz-, Theaterdarbietung. 
 
Das Leben und der Mensch sind leiblich, organisch, "analog" - nicht virtuell, artifiziell, keine Cyborgs. Wider den menschenfeindlichen Transhumanismus.
KI - Keine Intelligenz. :) 
 
Bücher kann man trotzdem wegwerfen, man muss und kann nicht alle behalten, aufbewahren, lagern.
Wie aber verhält es sich mit Tagebüchern? - Habe meine (bin 52) gerade vor wenigen Tagen im Müll entsorgt. Meine 20-jährige Tochter hätte sie gerne gelesen, mein 33-jähriger Sohn nicht. Ich habe sie beiden erspart. ;)
 
By the way ...
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher (Lebens-) Erfahrung und gründlicher, ergründender Reflexion über selbige. 
Vieles Gelesene erfasst, begreift, durchdringt ein Mensch kognitiv, intellektuell, auch körperlich, sozial und emotional überhaupt erst dann, wenn er über einen umfangreichen Erfahrungsfundus verfügt und diese Erfahrungen reflektiert hat.
Wenn er (Persönlichkeits-) Reife, umfassendes Bewusstsein, sogenannte Lebensweisheit erlangt hat.
Seine Leiblichkeit ist dafür unabdingbar.
 
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05. Januar 2026
 
Kommentar zum youtube-Video vom 19.08.2025 von Laura Larson Organizing - "Ich habe KonMari vs. Minimalismus vs. Death Cleaning ausprobiert – ÜBERRASCHENDES Ergebnis!"
 
Hier dann auch nochmal, denn es gibt bereits unzählige ähliche "Aussortier-, Ausmist-, Aufräumvideos", Ratschläge, "Methoden", sogenannte Ratgeber"literatur" und diverses "Coaching":
 
1. Zu KonMari, aber auch Minimalismus: Man kann nicht nur das aufbewahren, das einem "Freude" bereitet, denn man benötigt unregelmäßig, aber doch immer wieder einfach auch nützliche Dinge wie Werkzeug, Medizinisches (Verbandmaterialien, Fieberthermometer etc.), Körperpflege-, Damenhygiene- und Putzmittel, Schreib-, Druckerpapier, Briefumschläge, Aktenordner, Nähutensilien (Nadeln, Garn) etc.. 
Man kann das alles reduzieren, aber nicht vollständig aus dem Haushalt entfernen, weil man es braucht, auch wenn es einem keine "Freude bereitet".
Jedenfalls mir bereitet Zähneputzen, Fensterputzen etc., anfallende Reparaturen, Ausbesserungsarbeiten keine Freude, es muss einfach gemacht werden und dafür braucht man die entsprechenden Gegenstände: nicht jeden Tag, aber doch immer wieder. Und nein, vieles kann man bisher leider nicht leihen oder tauschen, vieles ist dadurch nicht genau dann verfügbar, wenn/wann man es benötigt.

Wer chronisch krank und infolgedessen bspw. nur eingeschränkt mobil ist, muss außerdem bestimmte Dinge - wie z.B. haltbare Lebensmittel, Körperpflege- und Putzmittel, erforderliche Medikamente auf Vorrat kaufen, besorgen und diese Vorräte aufbewahren. 
 
2. Nein, ich digitalisiere n i c h t alle bürokratischen Unterlagen, Dokumente, Nachweise, weder auf nur einem digitalen Speichermedium noch in der "cloud".
Es wäre unverzeihlich dumm, alles nur noch/ausschließlich digital zu archivieren, das wichtige Dokumente, Nachweise sind bspw. die eigene Identität, Biographie, Gesundheit oder Krankheit, Rechtliches etc. betreffend.
Die Technologien ändern sich in immer kürzeren Zeitabständen, manches kann zukünftig oder auch jetzt bereits nicht mehr oder nur noch mit großer Mühe sichtbar, verfügbar gemacht, ausgelesen, ausgedruckt werden, siehe bspw. digitale Endgeräte, Hardware, Speichermedien, die jetzt bereits "überholt" sind (Foto-CDs, CD-Laufwerk bspw.).
Auch besteht sehr häufig die Gefahr des unerwünschten, unerlaubten Fremdzugriffs oder des vollständigen Verlusts bei digitaler Archivierung. Von Stromausfall noch gar nicht gesprochen.
 
3. Zu "Sweadish Death Cleaning": So lange ich selbst existiere, lebe eben auch ich: jeweils "jetzt", d.h. auch man selbst hat zu den eigenen Lebzeiten ein Recht darauf, sich mit den Dingen zu umgeben, die man (im Alltag) braucht und/oder die man aus verschiedenen persönlichen Gründen wertschätzt oder die eigene Geschichte, Biographie, den Lebensverlauf, auch Durchlittenes, Erkämpftes, Ertragenes, Bewältigtes, Erfreuliches dokumentieren: durch Briefe, Fotos, Urkunden, Zeichnungen, Tagebücher etc.. 
 
All das, wie ggf. auch altes, besonderes, seltenes Kinderspielzeug (es müssen ja nicht 100 Teile sein ;) ) oder Bücher, Fotos, Briefe hat für Menschen einen ideellen, einen emotionalen Wert, da es mit ihren Erfahrungen, ihrer Biographie, ihrer Herkunft und mit Beziehungen zu anderen Menschen, auch mit Verlust, Trennungen, Tod, Trauer ... verknüpft ist. Und oft ist gerade d a s je individuell unersetzlich und materiell, finanziell mit nichts aufzuwiegen - es ist Teil der je eigenen Persönlichkeit, es kann überdies für ältere Menschen (Vergesslichkeit, Demenz) auch wichtige Erinnerungshilfe sein.
 
Und gerade die Nachkommen freuen sich vielleicht, wenn sie von Mutter, Vater oder Großeltern, Geschwistern ... Fotos, Briefe, Tagebücher aus deren Kindheit und Jugend finden - es sind ihre direkten Vorfahren, ihre jedenfalls biologischen, oft auch sozialen Wurzeln, sie sind deren Nachkommen und infolgedessen nicht nur, aber erheblich auch genetisch von mindestens ihren biologischen Eltern geprägt. Siehe Zwillings- und Adoptionsstudien, die zeigen, wieviel intensiver Gene sich auswirken, als nach wie vor verbreitet, suggeriert wird - vieles lässt sich gerade nicht durch "Erziehung" beeinflussen, "formen". Eigenes Thema. 
 
4. Selbstverständlich kann man vieles verschenken, spenden, ggf. verkaufen und auch wegwerfen, wenn es sehr alt oder (irreparabel) defekt, sehr unsansehnlich oder wirklich zu viel ist, bspw. auch in vielfacher Ausführung vorhanden. Es geht nicht darum, ausnahmslos alles zu behalten. 
Selbstverständlich ist es auch wichtig und kann es sehr wohltuend sein, Dinge und an sie geknüpfte Vorstellungen, Illusionen, Selbstbetrug loszulassen, sich das vorher einzugestehen, sich damit auseinanderzusetzen. 
Aber möglicherweise verhält es sich auch genau umgekehrt: und die Kinder wollen viele Dinge, auch die der Eltern, aufbewahren, die die Eltern selbst aussortieren möchten.
Und wir wissen heute nicht, ob unsere Kinder oder Enkel oder Partner oder Freunde in 10 oder 20 oder 30 Jahren nicht doch froh darüber sind, dass wir einige alte Dinge, auch Fotos, Briefe etc. n i c h t weggeworfen haben. Auch solche Gedanken, Reflexion, Erkenntnisse gehören zum "Aussortieren" und zur Verantwortung gegenüber den Nachkommen und dem ihnen Hinterlassenen.
 
5. Und dann gibt es bekanntlich auch sogen. Messies, Menschen die nicht Dinge sammeln, sondern "pathologisch" horten, bspw. auch Umverpackungen, verdorbene Lebensmittel, defekte Gegenstände, Kleidung, zahlreiche Küchenutensilien, Spielzeug, Bücher, Nippes, Dekoartikel, Urlaubssouvenirs u.a.m.. 
Hier hilft nicht bloßes Aussortieren, denn zumeist gründet sich dieses "Messiesyndrom" auf bspw. erlittene Traumata (in Kindheit und Jugend) oder auf Ängste, Verlustängste, Unsicherheit, Einsamkeit, soziale Isolation und Deprivation, Depression, Neurodivergenz (ADHS, Autismus) oder Demenz. Diese Menschen brauchen noch ganz andere, bedürfnisorientierte Hilfe, Unterstützung, Lebensumstände - nicht nur "Tips zum Ausmisten, Aufräumen, Aussortieren".
 
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05. Januar 2026
 
Kommentar zum youtube-Video (vom 06.06.2025) von Angela Ludwig - "Aufräumen bei ERSCHÖPFUNG – so schaffst du es trotz Überforderung"
 
Angela Ludwig, "meine Liebe" - dich damit zitierend - du bist nicht "meine Freundin", sondern eine für sicher die meisten, die sich das Video tatsächlich bis zum Schluss angesehen haben, eine wildfremde Person, die ihnen ziemlich anmaßend vorgibt, was und wie sie - als Individuen! - vermeintlich "dürfen": denken, fühlen, tun.
 
Wie du dir schon denken kannst, halte ich - 52-jährig, also auch über einige Lebenspraxis, Lebenserfahrung und Erkenntnis verfügend :) - von solchen laienpsychologischen, stets pauschalisierenden "Coaching"-Ratschlägen aus gravierenden Gründen nichts. Denn:
 
1. Wer so intensiv und langandauernd psychisch, emotional, physisch erschöpft ist - und ja: das sind aus bekannten Gründen mehrheitlich Frauen: angeborenes biologisches Geschlecht Frau - ist sehr wahrscheinlich aufgrund seiner belastenden Lebensumstände, Erfahrungen oder auch aus gesundheitlichen Gründen/krankheitsbedingt erschöpft ... . Siehe bspw. Fibromyalgie, mecfs, Krebs, Anämie und andere chronische Erkrankungen.
Leider sprichst du das an keiner Stelle an. 
 
2. Bei Frauen sind die Gründe für nicht nur, aber gerade auch körperliche, andauernde Erschöpfung, Kraftlosigkeit bekanntlich auch häufig Vitalstoffmangelzustände, insbes. Eisenmangel (bis hin zur Anämie, Blutarmut), oft auch Mangel an Vitamin D und B-Vitaminen, außerdem: ihr Zyklus.
Denn gerade in der zweiten Zyklushälfte, nach dem Eisprung, sind Frauen körperlich und psychisch-emotional oft erschöpfter, energieloser, gereizter, schneller aggressiv oder traurig, müde und auch körperliche, krankheitsbedingte Beschwerden sind in dieser Zyklusphase zumeist ausgeprägter, verschlimmern sich. 
Das erwähnst du in diesem Video mit keinem Satz. 
 
3. Frauen haben nicht nur über Jahrzehnte zyklusbedingt ein unterschiedliches "Energielevel" u.a.m., sondern auch aufgrund der Wechseljahre, "Menopause", die sich über ca. 10 bis 15 Jahre, meist ab dem Alter von 40 oder Mitte 40 bis Anfang/Mitte 50 hinziehen. 
Diese erhebliche "Hormonumstellung" ... beeinträchtigt den gesamten Organismus einer Frau und das je nach ihren persönlichen Lebensumständen (Stichwort materielle Armut), ihrer Konstitution, ggf. vorhandenen chronischen Erkrankungen, weiteren Vorbelastungen und genetischer Disposition: mehr oder weniger intensiv.
Auch diese Tatsache findet in deinem Video keine Erwähnung.
 
4. Wer beim "Aufräumen" bzw. Aussortieren sogar, Zitat "weint", der sollte sich von diesen Dingen, an denen er aus emotionalen Gründen so intensiv hängt, besser (noch) nicht, vielleicht auch niemals je (bis zum eigenen Tod) trennen. 
 
5. Wie mein Haushalt auszusehen hat, wann ich mich damit wie wohlfühle und wie ich ihn führe, gestalte: ist meine Sache und die der ggf. mit mir in diesem Haushalt Lebenden.
Keine fremde Person hat mir vorzuschreiben, wie mein Boden, Bad, irgendein anderer Raum wann, weshalb, wie auszusehen hat, ob das ein "Kontrollverlust" ist oder nicht. Schon gar nicht gegen Bezahlung. 
 
Nein, das, solche "Beratung", Ratschläge, "Coaching" ist keine je individuell angemessene, bedürfnisorientierte (!), also gerade nicht pauschalisierende, effektive Hilfe, Entlastung, Unterstützung - es ist Anmaßung, Übergriffigkeit, Paternalismus, Gängelei, unterkomplex und je nach Situation, Umständen der jeweiligen Frau: macht es für sie alles noch schlimmer, weil sie statt solcher "Aufräumtips" etwas ganz anderes braucht - oft längst und regelmäßig: Entlastung, Unterstützung, Wertschätzung, Geld, Regenerationsmöglichkeiten (!), Zugang hierzu oder eben auch medizinische Behandlung. 
 
6. Ich bin nicht, war nie und will niemals je eine, dich zitierend: "Heldin" sein. Ich bin ein Mensch, Subjekt, Individuum, eine Persönlichkeit - keine Heldin, keine Masochistin, keine Märtyrerin, keine eierlegende Wollmilchsau, keine Versorgungsmaschine, kein Objekt.
 
7. Sorge-Arbeit, inkl. "Haushaltstätigkeiten", ist für weltweit jede Gemeinschaft und Gesellschaft unentbehrliche, konstruktive, wohltuende Arbeit. Sie wird weltweit von mehrheitlich Frauen unentgeltlich, ohne Einkommen, ohne existenzsicherndes (!) Sorge-Gehalt (keine "Herdprämie") geleistet. Man nennt das systematische Ausbeutung, Patriarchat, Konservatismus, Kapitalismus, inkl. Ehe, Kleinfamilie. Hierzu gerne bei Silvia Federici weiterlesen: Sorge-Arbeit ... .
 
8. Menschen sind auch keine Autos, keine Maschinen, aber wiederholt vergleichst du Frauen mit Autos: leblosen Maschinen. 
 
9. Ich weiß ja nicht, wie´s anderen geht, aber: Zähneputzen gehört nicht, Zitat "zu meiner Identität", es ist auch kein "Ritual, das mich stabilisiert". Für viele erschöpfte Frauen ist schon Körperpflege eine "Herausforderung", eine Belastung - kaum oder zeitweise auch gar nicht zu bewältigen, wie auch bspw. der notwendige Lebensmitteleinkauf nicht mehr oder nur noch an sehr wenigen Tagen körperlich (!) bewältigt werden kann. 
 
10. Ja: Lebenslang müssen Menschen regelmäßig etwas, vieles tun, obwohl sie "keine Lust dazu" haben, gerade nicht "motiviert" sind, es ihnen lästig, es anstrengend, unbequem, mühsam ist, "keinen Spaß macht", sie sich dazu überwinden müssen - weil es gemacht werden muss oder weil es langfristig wohltuend ist, bspw. gesunde Ernährung, Bewegung, Sport. 
 
11. "Hausaufgaben" erledigen Frauen ja gerade schon genug: Hausarbeit, Sorge-Arbeit - zumeist ohne Anerkennung, Wertschätzung anderer: der Gesellschaft, der jeweiligen Regierung und ohne Entlohnung, Einkommen. 
 
12. Ja, du bist nicht die Einzige, die solche oder ähnliche, pauschalisierende, unterkomplexe "Ratgeber-, Coaching-" Videos macht, das macht es allerdings nur schlimmer. 
Menschen sind in unterschiedlichem Alter, in unterschiedlichen Lebensumständen, in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befindlich: je individuell.
Ja, sehr viel hat das - zahlreiche bestehende, bekannte "Misstände" ... - auch mit Regierungspolitik, Gesellschaft, Mehrheitsmeinungen zu tun - eigenes Thema.
 
Gut gemeint (falls das tatsächlich der Antrieb, die Motivation ;) dahinter ist) ist eben nicht zwangsläufig auch gut gemacht. Um auch mal mit ´nem platten Spruch zu reagieren.
 
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29. November 2025
 
Wer tatsächlich, "ernsthaft" etwas über "Minimalismus", über bewusstes, "achtsames", einfaches, genügsames, dabei keineswegs bequemes, aber wohl erfülltes, reiches Leben (von Menschen, als Mensch) wissen, erfahren möchte, dem sei u.a. Henry David Thoreau empfohlen. 
 
Schon Folge 1 der Lesung "Walden" - radio 3 (rbb), gelesen von Günter König - finde ich selbstredend großartig. 
Warum gibt es so viele angepasste, gehorsame, konformistische, feige Untertanen, Duckmäuser, Mitläufer, Opportunisten? 
 
Siehe auch Thoreau - "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat".
 
In Folge 3 der Lesung auf radio 3 (rbb) "Walden - Leben in den Wäldern" von Henry David Thoreau geht es über das, Zitat "Geschwätz" :) der Nachrichten, Zeitungen, Neuigkeiten. Es ist überflüssig, oft belastend. Ballast. 
 
An dieser Stelle sei abermals auf Klassiker von Erich Fromm, bspw. "Haben oder Sein" und Arno Gruen, bspw. "Der Verrat am Selbst Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau" sowie auf Étienne de la Boétie "Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen" und Ernst Alexander Rauter "Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht oder Das Herstellen von Untertanen" sowie auch auf Immanuel Kant "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" verwiesen.
 
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Henry David Thoreau - ziviler Ungehorsam, keine freiwillige Knechtschaft/Selbstverknechtung, keine Untertanenmentalität. Selbstbestimmung, Autonomie - Anarchismus: Reife.

Henry David Thoreau - ziviler Ungehorsam, keine freiwillige Knechtschaft/Selbstverknechtung, keine Untertanenmentalität. Selbstbestimmung, Autonomie - Anarchismus: Reife.

16. Dezember 2025
 
Elsbeth, der aktuelle Trend ;) heißt Maximalismus. Stopf deine Hütte (wieder) so voll wie geht! Bis zum Messietum.
Weil unreife Leute von einem Extrem ins andere fallen und dabei/deshalb nie zufrieden, erfüllt sind - weder im Inneren noch im Außen. 
 
Für mich sind solche vollgestellten Räume mit tausend Dekoartikeln, Kleinkram ... definitiv nichts. Persönliches: ja, gerne, klar. Aber nicht ALLES muss aufbewahrt, gesammelt, gehortet werden. Loslassen (lernen). :) 
Das heißt nicht, Wohnräume nahezu steril, kahl, "tot", leer zu machen, sondern leicht.
 
Ob du lieber ganz viele Sachen, "Erinnerungsstücke", Nippes, "noch Brauchbares" anhäufst oder dich eher "von Ballast befreien" möchtest, hat selbstverständlich mit deinem "Innen" zu tun: deiner Persönlichkeit, deiner Entwicklungsphase, deinen Lebensumständen, Möglichkeiten, Einschränkungen u.a.m..
 
Du musst nicht wie in einer Knastzelle hausen, du darfst ;) persönliche Dinge haben, behalten, sie in deiner Wohnung auch sichtbar sein lassen - individuell "eingerichtet". 
Aber nicht vollgestellt und zugestopft, so dass bspw. Saubermachen, Putzen zur Qual wird - oder gar nicht mehr stattfindet.
 
Wie gesagt: Für mich war "schöner Wohnen", genau wie "meinem Geschmack entsprechende Kleidung" Jahrzehnte lang und bis heute (fast) kein Thema - mir fehlt(e) dafür schlicht das erforderliche Geld, insbes. für qualitativ hochwertige, ökologische Möbel, Klamotten, Haushaltsgeräte ... .
 
Aber ich empfinde zu viele Dinge in einem Haushalt durchaus als Ballast. Man findet oft das jeweils Gesuchte, Gebrauchte nicht (schnell), vor allem hat man wenig(er) Platz, Raum für Luft, Licht, Bewegung, freie Sicht.
Ein vollgestopfter Raum wirkt unruhig. Wilder Farb- und Mustermix ist nicht meins.
 
Manche Menschen bevorzugen eher eine Art Höhle, haben/mögen eher dunkle Wände, Möbel, Stoffe, Farben. 
Für mich soll es bitte hell, sonnig, luftig, natürlich, leicht sein - große, viele Fenster, Naturmaterialien, warme, dezente, unaufdringliche Farben, aber gemütlich, nicht steril, kalt, hart.
 
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27.10.2025
 
Über das Coaching-Unwesen, zu sogenanntem Coaching und stets nur selbsternannten "Coaches"
 
Es ist die billige, perfide Manipulation, Suggestion, Gehirnwäsche, die unter dem Deckmantel, dem Vorwand der vorgeblichen "Hilfe, Unterstützung, Beratung, Begleitung" kostenpflichtig!, für die "Coaches" also lukrativ, den Betroffenen, Bedürftigen, oft Verzweifelten "angeboten" wird, die mich an sogenanntem Coaching grundsätzlich anwidert, abstößt. 
 
Ein "Coach" ist eben gerade k e i n qualifizierter, ausgebildeter Psychologe, Psychiater, Arzt, Therapeut und auch kein (studierter, akademischer, ausgebildeter) Philosoph.
Ist ähnlich wie mit Heilpraktikern. 
 
Jeder kann sich als "Coach" - Trainer, Lebenstrainer?! wtf! - selbst bezeichnen, selbst "zertifizieren", seine "Dienste" kostenpflichtig, dabei ohne jegliche seriöse Grundlage, Qualifikation anbieten:
 
Es gibt keine objektiven Wirksamkeitsnachweise von "Coaching", keine wissenschaftsbasierten Methoden, keine Qualifikations-, Qualitätsnachweise, keine Qualitätskriterien, keine staatlich anerkannte Ausbildung - der Scharlatanerie, inklusive etlichen Fehldiagnosen, Falscheinschätzungen, Laien-, Küchenpsychologie mit entsprechenden Folgen, sind somit Tür und Tor weit geöffnet. 
Geh´ mir bloß weg mit "Coaching" und selbsternannten "Coaches"!
 
Und nein, ein "Coach" ist auch keine Bezugsperson, nicht dein Freund. 
Einen Freund bezahlst du üblicherweise ;) nicht mit Geld für seine Freundschaft, seinen Beistand, Rückhalt, seine tatkräftige und/oder soziale, emotionale Hilfe, Unterstützung, seine Wertschätzung, Zuneigung. 
 
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24. November 2025
 
Womit man mich garantiert sofort vergrault, sind solche Titel, gleich ob bei Büchern, Artikeln, Videos:
"Was du über ... wissen musst", "Was du unbedingt/auf keinen Fall brauchst" usw.. 
Habe eine ausgeprägte Aversion gegen sogen. "Ratgeberliteratur" und Coaching.
 
Nein, das ist keine rein/nur persönliche Sache, nach dem Motto: dann kauf´, lies es einfach nicht. 
Was zugrunde liegt, ist eine Art Pädagogisieren, auch eine gewisse eigene Anmaßung, andere "belehren" oder anleiten zu können. 
 
Bin 52, weiß, wie ich mich worüber seriös informieren kann, was ich brauche und/oder will, was mir weshalb gefällt und was aus welchen Gründen nicht, was mir wohltut und was nicht etc.. 

Aber das ist das generelle Problem:
Dass offenbar nicht wenige "Erwachsene" wie Kinder behandelt werden (wollen), sich wie unreife Kinder benehmen, sich "Führung", Anleitung wünschen, vermeintliche Umwege verhindern, vermeintliche Abkürzungen bzgl. Erfahrungen und Reifung nehmen wollen, zu müssen meinen.
 
Es ist eine Sache, ob ich Menschen qualitativ gute, seriöse, fakten-, realitätsbasierte, fundierte, unabhängige Informationen anbiete - siehe Sach-, Fachbücher, Dokumentationen ... - etwas völlig anderes sind hingegen "Ratgeber", Ratgeber"literatur", Coaching, siehe oben: blog-Eintrag vom 27.10.2025.
 
Und es sind solche "Ratgeber", bspw. Bücher, Autoren und/oder sogen. Coaches auch keine (Form von) Unterstützung, denn sie pauschalisieren üblicherweise, lassen vieles Wichtige, Individuelle (Umstände, Anlage usw.) außen vor, sind nicht bedürfnisorientiert, oft nicht mal qualifiziert.
Es sind Leute, die sich - zumeist ohne entsprechende seriöse Qualifizierung, Fach-, Sachkenntnis, ohne Qualitätskontrollen im jeweiligen Bereich! - anmaßen, anderen etwas vorgeblich Hilfreiches vermitteln, sie anleiten, "begleiten" zu können.
 
Vor allem unterscheidet sich sogen. Coaching, auch "Ratgeberliteratur" von tatsächlich gerne, ehrlich, persönlich bedürfnisorientiert, empathisch gegebener oder angebotener Unterstützung durch die Profitorientierung, Profitabsicht - Kosten, Bezahlung, Geld.
 
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28. November 2025
 
Coaching hat übrigens auch nichts mit Philosophie, Philosophieren zu tun - weit entfernt davon! 
 
Philosophie, "Philosophieren" ist das Fragen (!) nach und zu dem Sein des Menschen, nach "der Welt", nach Wissen, Wahrheit, Wirklichkeit, Erkenntnis, Bewusstsein, Sprache und Denken, Zweifel(n), Ergründen, Vernunft, Ethik, (Willens-) Freiheit, Würde ... .
 
Philosophie ist, gibt keine (einfachen) Antworten, liefert keine Anleitungen, keine Patentrezepte, keine mundgerechten, leicht verdaulichen Happen, ist und will nicht Anleitung, Führung, Erziehung, Dressur, Indoktrinierung (sein). 
Ist nicht "Lebenshilfe, Seelsorge". 
Eher Hebamme.
 
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02. Dezember 2025
 
Je unreifer ein Mensch ist - siehe insbes. Konservative - umso eher, mehr wünscht, will, braucht er "Führung", Anleitung - dass andere ihm Struktur vorgeben, ihm sagen, was er wie tun soll - ihm Verantwortung abnehmen. 
Vermeintliche, trügerische "Sicherheit". Bequemlichkeit. Feigheit. Unreife.
 
Und ja: Neurodivergente Menschen, siehe ASS (Autismusspektrumstörung) und/oder ADHS, haben aus Gründen auch oft Schwierigkeiten mit Ordnen bzw. mit Strukturieren, Planen, Organisation ... .
 
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