verfasst am 28. August und 02. September 2025
Wer ist weshalb ein "Totalverweigerer"?
Ein Mensch, der sich nicht in Niedriglohn, Maloche oder bullshitjob als Menschenmaterial für Wirtschaft, für den Wohlstand, Reichtum Vermögender objektifizieren, ausbeuten, beschädigen lassen will? Kapitalismus.
Ich habe vollstes Verständnis für Menschen, die sich nicht in Drecksjobs, Maloche, Niedriglohn, Ein-Euro-Jobs, sinnlose, zusätzlich belastende MAT (Maßnahmen bei einem Träger) pressen, knechten, verheizen lassen wollen. Menschenwürde, Art. 1 GG.
Menschen sind keine Objekte! Kein Menschenmaterial für Wirtschaftswachstum, Kapitalismuserhalt, Wohlstand: nur vergleichsweise Weniger. Regierung, CDU, Konservatismus, Ausbeutung, zementierte Armut.
Wer sind die tatsächlichen, antisozialen Sozialschmarotzer: die leistungslose Einkommen haben, die von Steuergeldern leben ... .
Siehe Zufall der Geburt, Erbe, Aktien, Kapitalerträge, Superreiche, Steuerflucht, Steuergeschenke ... - von wegen "Arbeit, Fleiß, Leistung, Anstand, Wohlstand".
Checkt ihr echt nicht, dass etliche vermögende Menschen ihren "Wohlstand" nicht durch Arbeit, Leistung, Erwerbstätigkeit erlangt haben?: Leistungslose Einkommen.
Und dass etliche Menschen auf dieser Welt täglich arbeiten, malochen!, aber nicht mal ihre Existenz sichern können!?
Warum lässt die nicht-vermögende, mittellose, arme Mehrheit? der working poor - oder ist das gar nicht die Mehrheit der Lohnarbeit Leistenden in Deutschland? ;) - sich immer noch indoktrinieren, dressieren, instrumentalisieren, ausbeuten, verheizen?
Nochmal: Arbeit ist nicht dasselbe wie kapitalistisch ausbeutbare Lohnarbeit, siehe bspw. Sorge-Arbeit, Care, Ehrenamt, jede Menge mentale, intellektuelle, soziale, handwerkliche, künstlerische ... Arbeit.
Gemeinwohl statt Kapitalismus, Ausbeutung.
Sinnvolle, unentbehrliche, konstruktive Arbeit für das eigene und das Gemeinwohl: ja. Etliche bisherige Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit entspricht dem jedoch nicht, ist selbst- und/oder fremdschädigende Maloche oder überflüssiger bullshitjob.
Dass jeder nach je persönlichen Möglichkeiten, Umständen, Fähigkeiten, Stärken, Interessen, auch ggf. vorhandenen Einschränkungen seinen Teil für das tatsächliche, echte Gemeinwohl beiträgt, Arbeit: keine Frage. Aber kein kapitalistisches Funktionalisierbar-, Verwertbarmachen von Menschen.
Eigenverantwortung ist nicht dasselbe wie Gehorsam, Knechtung, Menschen zu ausbeutbarem, verheizbarem Menschenmaterial zu objektifizieren - nicht für deren Wohlstand, sondern für Erhalt des Kapitalismus, des Reichtumgs der Vermögenden.
Im Grundgesetz ist verankert, dass die Menschenwürde unantastbar, zu achten und zu schützen ist: Art. 1 GG.
Mit Art. 12 GG ist Arbeitszwang verboten.
Art. 20 Abs. 1 GG schreibt den demokratischen und sozialen "Bundesstaat" fest.
Art. 14 Abs. 2 GG: Eigentum verpflichtet.
Kein Mensch sollte sich, seinen Selbstwert, seine Identität, gar seine "Daseinsberechtigung" auf Art, Umfang der von ihm getätigten Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit und/oder Höhe des Einkommens, Vermögens oder auf Titel, Posten, Macht gründen.
Die Würde des Menschen, sein Existenzrecht sind nicht an wirtschaftlich, kapitalistisch, politisch, ideologisch ausbeutbare Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit, nicht an Funktionalität, Nützlichkeit, Verwertbarkeit, Zweckmäßigkeit, Gehorsam eines Menschen gebunden - ein Mensch ist kein dressierbares, funktionalisierbares, instrumentalisierbares Objekt, kein Mittel zum Zweck, keine Maschine, sondern Subjekt, Individuum, Persönlichkeit.
Im Kapitalismus sowie Neoliberalismus geht es nicht und ging es noch nie je um Gemeinwohl - das war nie das Ziel, sondern Kapitalakkumulation, Wohlstand, Reichtum nur bestimmter, weltweit vergleichsweise weniger Menschen: zu Lasten zahlreicher anderer.
Es geht darum, den Erwerbsarbeitsfetisch aufrechtzuerhalten, da nur so der globale Kapitalismus, die infame Ausbeutungsmaschinerie aufrechterhalten werden kann, das Märchen von den Leistungsträgern, die indoktrinierte Leistungsideologie, die systematische Ausbeutung der vielen Malochenden, working poor und Bullshitjobber - zum Vorteil der vergleichsweise wenigen Vermögenden, Superreichen, Kapitalisten, des global kapitalistischen, destruktiven, menschenverachtenden, Menschen verheizenden Systems.
Kapitalismus ist Konservatismus ist Patriarchat ist Ausbeutung, zementierte Armut und Gewalt.
Mit dem Menschenwürdeprinzip - Grundgesetz, universellen Menschenrechten, Demokratie - unvereinbar.
Menschen brauchen nicht eine Erwerbstätigkeit um ihrer selbst willen - weil ihnen eingebläut wurde und wird, sie seien sonst kein "vollständiger Mensch", nicht wertvoll, sondern würden krank, depressiv etc..
Menschen werden nicht krank, weil sie keine "Arbeit" haben, sondern weil sie mittellos, in Armut befindlich und infolgedessen! ausgegrenzt, oft chronisch krank, auch substanzabhängig (Sucht), schlecht ernährt, nicht mobil, sozial isoliert, einsam sind.
Was ist das für eine beschissene Welt, in der Menschen sichere Existenz haben, frei von Armut sind, Lebensqualität erlangen, nicht durch einen guten Charakter und gemeinwohlförderliche Arbeit, sondern indem sie andere übervorteilen, knechten, ausbeuten, lügen, betrügen, zerstören.
Wir brauchen dringend und längst global ein völlig anderes, ein wohltuendes, nicht destruktives Wirtschaftssystem. Gemeinwohl, GWÖ, Gemeinwohlökonomie statt Kapitalismus.
Es sind zahlreiche alleinerziehende Frauen, Mütter, häusliche Pflege Leistende, Sorge-Arbeit-Leistende im "Bürgergeld", sie leisten für Gesellschaft, Gemeinschaft, Gemeinwohl unverzichtbare Arbeit: ohne Einkommen. Sie brauchen ein existenzsicheres Sorge-Gehalt, mindestens ein BGE.
Von all diesen - mehrheitlich - Sorge-Arbeit leistenden Frauen dürfte keine einzige im strafbewehrten, Menschen kriminalisierenden "Bürgergeld"-Vollzug, siehe Sanktionen, sein! Sie haben, leisten alle längst gemeinwohlförderliche, wichtige Arbeit, sie sind nicht arbeitslos!
Und dann kommen vermögende, patriarchal-autoritäre, kinderlose und/oder verheiratete Männer, die in ihrem Leben noch nie je Sorge-Arbeit geleistet haben, und diffamieren dich als "Arbeitsverweigerer" und entziehen dir die basalste Existenzgrundlage. Vollsanktion.
Um das klarzustellen:
Die weltweit von Frauen (angeborenes, biologisches Geschlecht) ohne Einkommen geleistete unentbehrliche Sorge-Arbeit, Care, ist tausendmal wichtiger für das Gemeinwohl als die Tätigkeit von Bundestagsabgeordneten, MdB.
Hält die Mehrheit d a s für gut, richtig? :Arbeitszwang, Maloche, Ausbeutung?
Bürgergeld, also Existenzminimum, das mit Strafe, Sanktionen belegt ist - Gehorsam erzwingen, Dressur - Arbeitszwang, sukzessive Vernichtung mittelloser Menschen.
Deutlicher: Was muss das für eine beschissene, schädigende Drecksarbeit, Maloche, Knechtung sein, dass man Menschen mit Gewalt, Strafe, Sanktionen, Kürzung des Existenzminimums! - als "Abschreckung" oder vollzogen - dazu zwingen muss.
Ja sicher fungiert das Bürgergeld als Druckmittel: um Gehorsam zu erzwingen. Wird euphemisiert als "Edukation", workfare und "Anreize setzen" bezeichnet.
Ja sicher kann durch Strafe niemals je konstruktives, prosoziales Verhalten erwirkt werden. Nur Unterwerfung, Ausbeutung, Angst.
Man muss verstehen, dass Niedriglohntätigkeiten nicht ohne Hartz IV, Bürgergeld, Sanktionen möglich sind. Absicht ist genau das: Angst, Druck erzeugen, d a m i t Menschen solche "Arbeit" annehmen: zu miserabelsten Konditionen.
Es ging bei der Agenda 2010 von Anfang an genau darum: solche systematische staatliche Ausbeutung zu ermöglichen und sie gesetzlich, SGB II, "Sozialgesetzbuch", zu legitimieren, einen Niedriglohnsektor zu schaffen und durch Sanktionen Menschen zu dressieren.
Und wie also ginge die vielzitierte Mehrheit mit dem "Totalverweigerer" Bartleby um?
Ihr würdet ihn also auch drangsalieren, bedrohen, schikanieren, ihm Gewalt antun, ihm die Existenzgrundlage entziehen: ihn sukzessive ermorden? Bürgergeld, Sanktionen, Armut ... .
Ist es also doch so, dass die hart indoktrinierte, dressierte, abgerichtete Mehrheit dumm und/oder egoman, ignorant, bequem, feige, konformistisch, opportunistisch ist? Geht es vielen immer noch zu gut? Oder schon viel zu schlecht?
Was ist mit dir, Elsbeth, bist du nur Rädelsführerin mit großer Klappe oder was tust, worunter leidest du selbst, welchen Preis zahlst du seit wievielen Jahren für welchen gewaltfrei geleisteten, gelebten politischen Widerstand?
Was mich betrifft: Ich vollziehe es nicht mit - und ich zahle dafür, wie alle anderen Widerständigen von jeher, einen hohen Preis: Armut, Ausgrenzung - mit allen bekannten Begleiterscheinungen und Folgen.
Und ich bin nicht und war deshalb auch nie Ehemagd.
Nein, das hat nichts mit Masochismus, Märtyrtertum, Heldenkult zu tun, sondern schlicht mit Integrität, Selbstwert, Würde und Verstand, Vernunft, Erkenntnis.
Wo ich seit drei Jahrzehnten "Federn gelassen" habe - weil der Staat, Regierungen gerade auch mittellose, überzeugt ledige, unfreiwillig alleinerziehende Frauen, Mütter, Sorge-Arbeit Leistende beschädigt, misshandelt - Armut ... :
Jobcenter, Gerichte/Justiz, Schule (Tochter), Jugendamt (Sohn), Bank, Ärzte ... .
Und wie schon etliche Male geschrieben: Es reicht nicht, nur über Arbeit, Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit zu sprechen und die Herkunft, Biographie, Lebensumstände, Belastungen von Menschen systematisch, vorsätzlich zu übergehen, zu missachten. Regierungen
Wie verhält es sich mit der unbezahlt, ohne Einkommen von wievielen Männern seit wann wie viele Jahre für wieviele Menschen täglich alleine!, ledig, mittellos geleisteten Sorge-Arbeit? Neben welcher und wieviel getätigter Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit?
Wieviele Menschen, Männer haben ihr Studium - neben welchen Jobs, Lohnarbeit - allein alleinerziehend (ohne jegliche familiäre Unterstützung), mit "daneben" unbezahlt geleisteter "häuslicher" Sorge-Arbeit absolviert und beendet?
Und ist euch allen völlig egal, dass ihr nur dieses eine Leben habt und lebenslang in Maloche, unbezahlter Sorge-Arbeit (inkl. häuslicher Pflege, klar!), in materieller Armut vegetiert und krepiert - ausgebeutet und objektifiziert als Menschenmaterial?!
Ist euch das alles egal - weil ihr davon (noch) nicht betroffen seid, weil es euch (noch) zu gut geht?
Oder weil es euch schon viel zu lange extrem schlecht geht und ihr keinen Widerstand mehr leisten könnt?
Arbeit, Ausbeutung ... Staat. Macht. Gewalt.
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"Bürgergeld, Grundsicherung", Sanktionen: Strafe, Gewalt, Arbeitszwang - Bartleby, der "Totalverweigerer". Sein Ende dürfte bekannt sein und auch dessen Gründe. Kennen CDU, SPD, FDP, Grüne (Hartz IV!) und AfD diesen Roman von Herman Melville? Haben sie das Menschenwürdeprinzip, Art. 1 GG, verstanden?
Meine Tochter und ich waren im Februar/März 2024 vollsanktioniert, im "Bürgergeld". Grund: vorgebliche Verletzung der Mitwirkungspflicht und "Meldeversäumnis".
02.09.2025
Herkunft, "Startbedingungen", sozioökonomische Verhältnisse, Lebensumstände, Biographie, Widerfahrnisse:
Auch ich kämpfe seit Jahren alleine gegen die vielfache Beschädigung, die Gesellschaft, Staat, Regierungen an mittellosen, oft seit Kindheit vielfach belasteten, versehrten Menschen tätigen.
Das ruiniert deine physische und psychische Gesundheit, Integrität, Resilienz.
Es ist schon "belastend" ... genug, keine Eltern, keine Pflegeeltern (mehr), keine Wurzeln, keine familiäre Unterstützung, Beistand, Rückhalt zu haben, drei Jahrzehnte zwei Kindern alleine zu geben: Fürsorge, Verantwortung, Verzichte, Entbehrungen für sie leistend, ohne jemals von irgendwoher, irgendwem dafür Wertschätzung, geschweigedenn monetäre Honorierung, Entlohnung, Einkommen, ein Sorge-Gehalt zu bekommen, stattdessen von Staat, Regierung, Gesellschaft, Behörden, Bürokratie, Justiz, Jobcenter, Jugendamt noch zusätzlich immer und immer wieder belastet, beschädigt, zermürbt, sukzessive v e r n i c h t e t zu werden: physisch, psychisch, sozial - existenziell. Total.
Denn man gilt Gesellschaft, Mehrheit, Staat, Regierung als Ballastexistenz - als, Zitat "Schmarotzer, Pack".
Und nochmal:
Ich rauche nicht (seit ca. 20 Jahren nicht mehr, davor auch nur wenige Jahre). Ich saufe nicht. Ich kiffe nicht. Ich fresse nicht. Ich kann fast nichts mehr essen, wegen Krankheit und Armut, habe keinerlei Sozialkontakte, soziokulturelle Teilhabe.
Ich vegetiere nur.
Aber du darfst als Ballastexistenz nicht einmal wenigstens selbstbestimmt sterben. Wenn du das nur noch "willst", musst du dir selbst Gewalt, Leid antun. Suizid, Freitod, Sterbehilfe, BVerfG-Urteil vs. Gesundheitsminister, Regierungen, Regierende.
Eigenverantwortung und so ...
Menschen werden ohne jeglichen eigenen "Verdienst, Leistung" und ebenso ohne eigenes Verschulden in Armut oder Reichtum geboren - in reiche oder arme Familien, Länder, politische, gesellschaftliche, sozioökonomische Verhältnisse - mit jeweils entsprechenden Folgen.
Armut ist ein Gefängnis - lebenslänglich.
Armut zerstört Selbstwert, Selbstbestimmung, Resilienz, Zuversicht - Persönlichkeiten, Menschen.
Armut ist tödliche Gewalt.
Arbeit und Bildung schützen nicht vor Armut.
Ist es nicht auffallend, dass weltweit mehrheitlich Frauen unentbehrliche Sorge-Arbeit, Care leisten, diese immer mehr ausgelagert und nur dann entlohnt wird: Fremdbetreuung, Kita, Pflegeheim ..., aber Männer die Regeln machen - Politik, Gesetze, Macht, Regierungen ... .
Sozialstaat, Sozialstaatsabbau, Kapitalismus, Neoliberalismus, Wirtschaftsliberalismus - Konservatismus, Antisozialität.
Kein Geld, um Armut zu beheben, jede Menge Geld verfügbar für Rüstung, Militär, Krieg, Superreiche.
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06. September 2025
Bürgergeld
- ist Armut, Ausgrenzung, Beschämung
- ist strafbewehrt: Sanktionen, um Gehorsam zu erzwingen, Arbeitszwang
- ist ein Druckmittel, um das Lohnarbeitsdogma, Erwerbsarbeitsfetisch, Niedriglohnsektor, Ausbeutung durch Arbeit zu erhalten.
Staat. Macht. Gewalt.
Arbeit für das eigene und das Gemeinwohl ist nicht dasselbe wie kapitalistisch ausbeutbare Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit inklusive Maloche, Drecksarbeit und künstlich geschaffener bullshitjobs.
David Graeber lesen.
Wenn Arbeit sinnvoll, konstruktiv, nicht schädigend ist, gesellschaftlich und monetär angemessen wertgeschätzt wird und Menschen sie gemäß ihrer je persönlichen Stärken, Fähigkeiten, Interessen, Möglichkeiten und Grenzen (!) tun können, muss man sie nicht dazu zwingen.
Begreift die Mehrheit der "Werktätigen", der Arbeiter, Lohnarbeiter all das tatsächlich nicht? Lassen sie sich deshalb gegen Menschen im Bürgergeld-Vollzug aufhetzen, lässt die Arbeiterklasse sich so billig von Regierungen, Regierenden spalten?! :
Wäre das Bürgergeld, also Hartz IV, das sogenannte Existenzminimum tatsächlich bzgl. Höhe und Art menschenwürdig gemäß Grundgesetz, Menschenwürdegrundsatz, somit auch sanktionsfrei, gäbe es kein Druckmittel, keine Möglichkeit zur Knechtung mehr. Lohnabstandsgebot
"Wert der Arbeit", Lohnarbeitsdogma, Erwerbsarbeitsfetisch ...
Arbeit schützt nicht vor Armut.
Bildung schützt nicht vor Armut.
Armut vererbt sich genauso wie Reichtum.
Kapitalismus zerstört Gemeinwohl.
Der Mensch arbeitet, um zu leben. Er lebt nicht, um zu arbeiten.
Arbeit, Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit ist oft selbst- und fremdschädigend, Gemeinwohl schädigend, sinnlos, entfremdend, auch künstlich geschaffen: bullshitjobs. Um Kapitalismus zu erhalten.
Hört endlich auf, über Arbeit zu sprechen, als habe sie mit Menschen: Subjekten, Individuen, Persönlichkeiten mit Körper, Gefühlen, Bedürfnissen, einer Herkunft und Biographie (!) nichts zu tun.
Hört auf, diesen destruktiven Dreck mitzuvollziehen!
Redet nicht nur über Arbeit, als sei sie von leiblichen, bedürftigen, verletzlichen, sterblichen Menschen, Subjekten losgelöst, als seien Menschen benutzbare, funktionale, instrumentalisierbare Objekte.
Menschen sind keine Maschinen, Roboter!
Ist es in Zeiten von X, TikTok, Instagram - also narzisstischer, oberflächlicher Selbstinszenierung und kürzester Aufmerksamkeitsspanne, null Konzentrationsfähigkeit - bereits zu viel erwartet, mal eine Doku zu gucken?
David Graeber hören, lesen!
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Basic Income UK - "David Graeber on basic income" - David Graeber über Arbeit, Wert (Wert der Arbeit ...), Finanzwirtschaft, Bürokratie, Verwaltung (paperwork), Regierungen, das BGE ... "The thing that people in power fear the most is a population that has basic security and time." David Graeber 🖤❤️
vpro - "Bullshitjobs: Vom wahren Sinn der Arbeit" - Der wunderschöne, liebenswerte David Graeber im Gespräch über Arbeit, bullshitjobs, Burnout, Boreout, Depression, Sinn, Gefühle, Effizienz, Produktivität, Ungleichheit, Gewalt, Brutalität des Systems, Kapitalismus, Regierungen, Demokratie ... "So Mr. Graeber, are you a terrorist?" "No, I´m a theorist. Some people think it´s more or less the same." "Wir leben in einem unglaublich brutalen System." David Graeber
arte kurzgefasst - "Arbeit, Lohn, Profit" - Ist die Mehrheit bzgl. Arbeit, Lohnarbeitsdogma, Erwerbsarbeitsfetisch tatsächlich - durch Regierungen, staatliche Schule, Familie und Medien - so hart indoktriniert, dass sie das nicht erfassen können?
3sat - "André Gorz und der Wert der Arbeit" - André Gorz zu Kapitalismus, Konsumismus, Arbeit, Ausbeutung, Wert, Entfremdung ... Destruktivität. Armut, Gewalt und unbefriedigte immaterielle Bedürfnisse, Kompensationsverhalten, Unvernunft, Unreife.
"(...) Die Entzauberung des Wachstums als Heils- und Glückspender trifft vor allem jene, deren Zukunftsentwürfe allein auf die Zuwachsraten des Bruttosozialprodukts gründeten. Immer nachdrücklicher fordern die Gewerkschaften Beschäftigungsprogramme, immer törichter werden die Argumente, mit denen die Sicherung der Arbeitsplätze begründet wird.
»Wir sind an einem Punkt angelangt«, umreißt der französische Philosoph Andre Gorz die Situation, »wo es im offiziellen Sprachgebrauch nicht mehr heißt, die Arbeit schafft Produkte, sondern die Produktion schafft Arbeit.«
Wie recht Gorz hat, zeigte sich gerade erst wieder auf dem Konvent der SPD. Die Sozialdemokraten machten die Floskel »Arbeit schaffen« zum Parteitagsmotto.
In der Antike galt jeder, der durch Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen mußte, als beklagenswert. Nur die vom Erwerbszwang unabhängige Tätigkeit sahen die gebildeten Griechen als menschenwürdig an. (...)
Erst die puritanische Arbeitsmoral verwandelte die Arbeit von einer Verbannung in eine Tugend. Ein Leben ohne Arbeit galt fürderhin als unmoralisch und schmarotzerhaft. »Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quell«, dichtete zum Beispiel Johann Gottfried Herder.
Andere Kulturvölker blieben da ganz anderer Meinung. Als die Europäer die Neue Welt eroberten, trafen sie dort ein Volk, in dessen Sprache das Wort »arbeiten« überhaupt nicht vorkam. Später setzten die Indianer das Wörtchen »fast« vor den Begriff »sterben« und meinten damit arbeiten.
Die modernen Industriegesellschaften blieben dagegen durch das puritanische Arbeitsethos geprägt. Nur wer einen Beruf hat, gilt als seriöses Mitglied der Erwerbsgesellschaft. Wer keine Arbeit hat, wird als minderwertig angesehen. »Die Arbeit«, meinte DGB-Chef Heinz Oskar Vetter, »ist ein Wert an sich.«
Es ist bezeichnend, daß zumeist jene die Arbeit verklären, die einen attraktiven Arbeitsplatz besitzen. Denn Selbsterfüllung und Selbstverwirklichung, von Hegel als Ideal der Arbeit postuliert, finden nur die wenigsten Menschen in ihrer Erwerbsarbeit.
Die Mehrheit erlebt die Arbeit in der Industriegesellschaft wohl eher so, wie sie der Chemie-Gewerkschafter Werner Vitt beschreibt: »Ich kenne viele«, so Vitt, »die unter dem Druck der schnell voranschreitenden Technologisierung ihre Gesundheit ruinieren, ihre Arbeitskollegen durch erhöhte Leistungen auszustechen suchen, ihre soziale Umwelt durch Unzufriedenheit, Nervosität und Ungerechtigkeit in einer Weise belasten, daß sogar freundschaftliche und verwandtschaftliche Bande zerbrechen.«
Die Realität der Arbeitswelt spiegelt sich in den Zahlen der Rentenversicherung. Jeder zweite Arbeiter und jeder dritte Angestellte muß wegen Invalidität vor Erreichen der Altersgrenze aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Jeder sechste Arbeiter und jeder zehnte Angestellte wird vor dem 50. Lebensjahr arbeitsunfähig.
Was also heißt da Recht auf Arbeit? Selbst wenn sich unter diesen Frühinvaliden einige Drückeberger verstecken, so bestätigen die Zahlen nur, daß viel Arbeit nicht unbedingt Voraussetzung für ein erfülltes Leben ist.
Doch es wird immer schwerer für die Ideologen der Arbeitsgesellschaft. Sieben Prozent Wachstum wären nötig, um die Arbeitslosigkeit auf Null zu bringen. Und solche Zuwachsraten sind blanke Illusion. (...)
Mehr Erfolg als die Modelle, die alle Arbeitnehmer in einheitliche Zeit-Schablonen pressen, versprechen Lösungen, die den Menschen mehr individuelle Möglichkeiten bei der Wahl ihrer Arbeitszeiten eröffnen. Berechnungen der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit haben ergeben, daß es theoretisch keine Arbeitslosigkeit mehr gäbe, wenn jeder nur so viele Arbeitsstunden leisten müßte, wie er wirklich für seinen Lebensunterhalt wünscht.
Modelle, die den einzelnen Arbeitnehmern mehr »Zeitsouveränität« verschaffen und ihnen erlauben, Arbeit und Freizeit besser zu mischen, gibt es zuhauf: Teilzeitarbeit und Jobsharing, Langzeiturlaub und gleitender Ausstieg aus dem Arbeitsleben.
Der Abschied von den konventionellen Zeitnormen mildert nicht nur die Arbeitslosigkeit; er könnte auch die Qualität der Arbeit grundlegend verändern. Erst die extrem arbeitsteilige Industriegesellschaft hat die Arbeit zu dem gemacht, was sie heute ist: eine aus anderen Lebenszusammenhängen herausgelöste Tätigkeit.
Erfindergeist, Technik und Energieeinsatz haben den Menschen soviel Arbeit abgenommen, daß sie sich erlauben können, statt fremdbestimmter Arbeit wieder mehr Arbeit für sich selbst zu leisten. Denn weniger Erwerbstätigkeit, das muß beileibe nicht nur mehr Muße oder Langeweile und schon gar nicht mehr Zeit zum einfallslosen Konsumieren heißen. Im Gegenteil: Weniger Arbeit in der Geldwirtschaft schafft Freiräume für Arbeit, die nicht zerstückelt ist, die der einzelne gern verrichtet, die ihm persönlich nützt. Diese Art von Arbeit schafft zwar kein Einkommen und wird daher nicht in die Statistik des Bruttosozialprodukts aufgenommen, aber sie stiftet zumeist mehr Nutzen und Lebensfreude als ein paar Geldscheine oder das, was man dafür kaufen kann.
Die Neuaufteilung der Arbeit müßte nicht einmal mit Einkommenseinbußen verbunden sein. Es reichte schon, wenn der Produktivitätsfortschritt, der bisher zur Steigerung der Kaufkraft verwendet wurde, in Zukunft für die Verminderung der Arbeitszeit genutzt würde.
Daß dies die Politiker dazu zwingen würde, das auf stetig steigende Einnahmen ausgelegte Sozialsystem zu reformieren, wäre kein Nachteil. Die auf totalen Schutz zielenden staatlichen Zwangsversicherungen sind immer weniger in der Lage, die sozialen Schäden auszugleichen, die durch die Arbeitsgesellschaft verursacht werden. Der wachsenden Zukunftsangst, der zunehmenden Vereinsamung und dem Mangel an menschlicher Wärme stehen die Sozialbürokratien hilflos gegenüber.
Eine Gesellschaft, die von den alten Arbeitsformen Abschied nimmt, könnte zwar den Sozialstaat herkömmlicher Art nicht mehr bezahlen. Sie böte dafür aber eine bessere Lösung an: Soziale Dienstleistungen wie Kindererziehung, Altenpflege und Krankenbetreuung könnten in die kleinen Netze der Familie, des Freundeskreises oder der Nachbarschaft zurückverlagert werden. Denn für solche Tätigkeiten hätten die Menschen dann mehr Zeit.
Zukunftsentwürfen dieser Art haftet ein Hauch Realitätsferne und Utopie an. Doch die Wirklichkeit zeigt, daß immer mehr Menschen - nicht nur jugendliche Aussteiger - nach neuen Arbeits- und Lebensnormen suchen.
Noch nie zuvor haben sich so viele in Selbsthilfegruppen und Kleingenossenschaften, in Interessengruppen und Bürgerinitiativen zusammengeschlossen. Und was sonst demonstrieren die vielen Wohngemeinschaften als den Versuch, verlorengegangene Familienbande durch neue Beziehungen zu ersetzen?
Die Abkehr von den ökonomischen Werten der Arbeit und des Habens hin zu den humanen Werten des Seins oder, in eine gängigere Formel gefaßt, von industriellen zu nachindustriellen Wertvorstellungen läßt sich auch an einer Fülle von Meinungsumfragen ablesen. Der Berliner Politologe Richard Löwenthal irrt, wenn er glaubt, der Bewußtseinswandel betreffe nur eine kleine Minderheit.
Was also hindert Arbeitgeber und Gewerkschaften, die Arbeit zum Nutzen aller umzuverteilen und neu zu ordnen?
Ganz einfach: Die Frage nach der Organisation und dem Stellenwert fremdverrichteter Arbeit ist zugleich auch die Frage nach der Herrschaft über die Menschen. Je weniger Bedeutung die Arbeit bekommt, desto mehr schwindet auch die Macht von Arbeitgebern und Gewerkschaften.
Der britische Ökonom Denis Pym trifft den Punkt, wenn er feststellt: »Wir sind alle Sklaven der Arbeit und ihrer Institutionen - Arbeitgeber, Gewerkschaften und Regierung -, nicht weniger, als die Menschen im Mittelalter Sklaven der Kirche, des Adels und der Sitten waren.«
Der Arbeitsgesellschaft, hat Hannah Arendt vor 20 Jahren vorausgesehen, geht allmählich die Arbeit aus. Schaden muß das nicht."
https://www.spiegel.de/wirtschaft/wir-sind-alle-sklaven-der-arbeit-a-90290b08-0002-0001-0000-000014348362
Spiegel, 02.05.1982, 18/1982, Stephan Burgdorff - "Wir sind alle Sklaven der Arbeit"
verfasst am 15.08. und 17.08.2024
Regierungen haben Menschen eingetrichtert, indoktriniert, moralisiert, es gebe ein "Recht auf Arbeit" und kapitalistisch ausbeutbare Erwerbstätigkeit (fürs Wirtschaftswachstum), die häufig nicht einmal ihre Existenz sichert, diene dem Gemeinwohl und persönlichen Wohlstand.
Zu viele Menschen glauben das, waren, sind, bleiben gehorsame Untertanen, finden sich mit den Gnadenbrosamen ab, die ihr Job abwirft oder sind auf ihren Wohlstands-, Vermögens-, Privilegienerhalt bedacht, der vorgeblich auf persönlicher Leistung beruht.
Und so ist der "Produktionsfaktor Arbeit" - neben Maschinen, inkl. zunehmender Digitalisierung, nicht nur Industrialisierung - der Mensch bzw. ist er über Erwerbsarbeit bequem ausbeutbar, wenn, weil und so lange er auf ein Erwerbseinkommen zur Existenzsicherung angewiesen ist. Kapitalismus.
So ist das in der kapitalistischen Welt: Menschen stellen sich ausschließlich oder vorrangig als das vor, das sie beruflich tun, welchen Job sie haben - nicht als die Persönlichkeit, die sie s i n d.
Sie definieren sich vor allem über ihren Beruf, Job und ihr Vermögen, Eigentum - nicht über ihr Selbst, ihren Charakter.
Haben statt Sein, mit Verweis auf Erich Fromm.
Übrigens: Für die wenigsten Menschen weltweit, aber auch hierzulande, Deutschland, dürfte ihr Job, ihr "Broterwerb", ihr "Beruf" auch eine/ihre "Berufung" sein. Die meisten machen einen Job, um Geld für Existenzsicherung zu erhalten, nicht weil sie durch den Job Sinn ... erleben.
Warum lässt die artige, angepasste, gehorsame, untertänige, konformistische, opportunistische Mehrheit sich dressieren, ausbeuten, knechten?
Weil sie es schon als Kinder, in Kita, Familie, Medien und Schule indoktriniert kriegen. Inkl. Ehe, Kleinfamilie. Kapitalismus ist Patriarchat.
Wann überwinden wir den Erwerbsarbeitsfetisch, wonach nur jene Menschen als "wertvoll und zufrieden" gelten, die möglichst lange möglichst viel malochen, lebenslang in Drecksjobs ausgebeutet, verheizt werden oder bullshitjobs machen, die nicht zum Gemeinwohl beitragen?
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zdf aspekte, David Graeber - "Bullshitjobs Vom wahren Sinn der Arbeit" - Zitat aus der Sendung: "Versicherungen, Callcenter, Banken, Verwaltungen, Kanzleien - die entstandene Liste sinnloser, überflüssiger Jobs ist endlos und keinesfalls auf den öffentlichen Dienst beschränkt." Boreout, Burnout, Depression ... "Managerfeudalismus"
The Real News Network - "5 Types of Bullshit Jobs with David Graeber" David Graeber - 5 types of bullshitjobs: Flunkies, Goons, Duct Tapers, Box Tickers, Task Masters.
jacobin - "David Graeber über `Bullshit-Jobs´" - "Das Konzept habe ich der feministischen Theorie entliehen. Ich glaube, das ist sehr wichtig, weil die traditionelle Idee von Arbeit sehr theologisch und patriarchal ist." David Graeber - Sorge-Arbeit, Care, Frauen, Ausbeutung, Kapitalismus, Patriarchat, bullshitjobs.
David Graeber über Schulden, Geld, Tauschhandel, Markt, Märkte, Militär, Steuern, Staat, Gewalt, Macht, Herrschaft ... .
31. August 2025
Sollte jemand fragen, was Menschen tun sollen, die "arbeitslos", erwerbslos werden, auch durch Digitalisierung, KI - nach je persönlichen Möglichkeiten, Umständen: sinnvolle, wichtige, konstruktive Arbeit, Tätigkeit für das Gemeinwohl erbringen, inkl. Sorge-Arbeit.
Und selbstverständlich brauchen wir dafür unter anderem auch ein BGE, emanzipatorisches Grundeinkommen.
Insgesamt müssten - ohne global kapitalistisches System, destruktiven Kapitalismus - Menschen weniger arbeiten: Lohnarbeit, und sie hätten mehr Zeit für Beziehungen, Muße, Persönlichkeitsentwicklung, Lernen, Austausch, politische Mitgestaltung ... .
Und klar, erforderlich ist auch Reichtum umverteilen, umfairteilen. Gemeinwohl statt Reichtum und Armut. Global.
Stichwort leistungslose Einkommen, Kapitalerträge, Erbe, Zufall der Geburt ... .
Es ist nicht "Arbeit, Leistung, Fleiß, Anstand", auch nicht Bildung, die zu Wohlstand, Vermögen führen.
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Selbstoptimierung - Bodytracking, Biohacking, Coaching, Psychotainment, Lohas ... - Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien
Selbstoptimierung - Bodytracking, Biohacking, Coaching, Psychotainment, Lohas, NLP ... ... Gesundheit, Freude, Gelassenheit, Verantwortung, Bewusstheit, Reife oder: Leistungs- und Konformitätsdruck
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2023/06/selbstoptimierung-bodytracking-biohacking-coaching-psychotainment-lohas.html
Leistung, Selbstoptimierung, Coaching ...
verfasst am 11. Mai 2025
Nein, es reicht nicht, nur über Arbeit zu sprechen, mit Arbeit nur kapitalistisch ausbeutbare Lohnarbeit zu meinen und die gesamten Lebensumstände und Biographie eines Menschen auszublenden, zu übergehen. Denn auch das ist mitunter: Leistung - Lebensleistung.
Diese biographischen, nicht selbstverschuldeten Belastungen, Benachteiligungen, Beschädigungen und das diesbezüglich von solchen Menschen bereits Durchlittene, Ertragene, Bewältigte, wird von Jobcentern, der Bundesagentur für Arbeit, von Regierenden nicht ansatzweise berücksichtigt, es wird vollständig ignoriert, absichtsvoll übergangen, außenvorgelassen oder behauptet, durch "Coaching" und Lohnarbeit, durch sogenannte "Förderung" seien diese oft schwerwiegenden Folgen solcher Belastungen, Beschädigungen ... zu beheben. Das ist nachweislich nicht der Fall.
Menschen brauchen nicht irgendeine Lohnarbeit, egal zu welchen Konditionen, nicht Arbeit als Selbstzweck, nicht Maloche, Drecksjobs, Niedriglohn, Ausbeutung oder bullshitjobs für ihr Wohlergehen, psychisches und physisches Wohlbefinden, sondern eine sichere materielle Existenzgrundlage sowie Wertschätzung, soziokulturelle Teilhabe, Zugehörigkeit, Angenommensein als Mensch, Persönlichkeit, nicht als Lohnarbeitsknecht, als nützliches Objekt, als gehorsamer Knecht, Untertan.
Erst dann, w e n n Menschen diese Voraussetzungen, dieses menschenwürdige Fundament haben, können sie auf dieser Basis auch je individuell, gemäß ihrer persönlichen Interessen, Fähigkeiten, Stärken, Lebensumstände und ggf. Einschränkungen leistungsfähig sein oder werden - nicht umgekehrt.
Anderenfalls werden sie früher oder später - je nach Art, Dauer und Intensität der Belastungen durch die jeweilige Lohnarbeit und/oder Armut - physisch und/oder psychisch krank.
Wie praktisch für Neoliberale, Kapitalisten, Regierende, dann zusätzlich zu dieser menschenverachtenden Ausbeutung und Knechtung das Rentenalter heraufzusetzen, das solche geschundenen Lohnarbeiter aufgrund ihrer Erkrankungen, Beschädigungen nicht erreichen oder kurz danach versterben. Verheiztes Menschenmaterial.
Diese vermögenden und superreichen Menschen sind weltweit nach wie vor mehrheitlich patriarchal-autoritäre, narzisstische, antisoziale, zumeist konservative Männer - und die Erben, die Ehefrauen, Witwen, Kinder dieser Männer.
Und diese Männer haben lebenslang mehrheitlich selbst n i c h t Arbeit für das Gemeinwohl geleistet, sondern mit ihren Tätigkeiten, inkl. nicht selten vollzogener Korruption, getätigten strafbaren Handlungen und leistungslosem Einkommen das Gemeinwohl gravierend geschädigt. Wenn man Menschen als "Sozialschmarotzer" bezeichnen will, dann diese Menschen.
Jeder Mensch, der solche Ausbeutung, Knechtung, Beschädigung durch stark belastende oder auch beschädigende Lohnarbeit, entsprechende Arbeitsverhältnisse, durch Arbeitszwang, Drecksarbeit, Maloche, Niedriglohn sowie auch durch "geförderte Beschäftigung" und "Coaching" ablehnt, der also "verweigert", sich ausbeuten, knechten, dressieren, beschädigen zu lassen, ist ein intelligenter und integrer Mensch - kein Konformist, Opportunist, Duckmäuser, Masochist, nicht indoktriniert, nicht abgerichtet wie ein Hund.
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Carsten Linnemann, CDU - "Totalverweigerer"
Rechts - AfD, CDU, CSU, FDP, BSW - sind die Wähler für Kürzen und Streichen des Bürgergelds, Vollsanktionierung: Entzug des Existenzminimums, der Existenzgrundlage. Arbeitszwang. Gehorsam erzwingen. Zugrunde liegt dem Missgunst, Vorurteile, Unkenntnis, Antisozialität.
Bärbel Bas, Bundesarbeitsministerin, SPD will mehr Sanktionen bei nicht wahrgenommenen Meldeterminen und hetzt, spaltet ebenfalls, wie Klingbeil, siehe "Menschen, die morgens aufstehen" - Faule vs. Fleißige.
Klar will Bärbel Bas mehr Sanktionen bei Meldeterminen, "Meldeversäumnissen", denn dort gibt es seit etlichen Jahren - aus Gründen - die meisten Sanktionen, also am ehesten "was zu holen".
Lars Klingbeil, SPD - Hetze, Spaltung, "Faule vs. Fleißige"
Hat Lars Klingbeil, SPD, oder Jens Spahn oder Friedrich Merz, CDU oder irgendjemand sonst in der Regierung diese Frage faktenbasiert beantwortet und Belege geliefert? "Totalverweigerer"
zdf heute vom 26.08.2025 - "Ist der Sozialstaat wirklich zu teuer?"
07.09.2025
Zu t-online "Bürgergeldprotokolle - Prekärer geht´s nicht", vom 31.08.2025
Es ist wichtig, dass viel mehr Leute im strafbewehrten Bürgergeld-Vollzug ihre Situation, Lebensumstände, Sorgen, Belastungen, Nöte offenlegen. Schämen müssten sich jene, die ihnen das zumuten, zufügen: Regierende. Nicht die nicht-vermögenden, mittellosen Menschen, die Menschen in materieller Armut.
Auch der hier genannte "Totalverweigerer" will sich schlicht nicht als Objekt für Wirtschaft, für Wohlstand und Vermögen anderer ausbeuten, als Menschenmaterial verheizen lassen. Menschenwürde.
Sinnvolle Arbeit für das eigene und das Gemeinwohl ist nicht dasselbe wie kapitalistisch ausbeutbare Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit inkl. Maloche, Drecksarbeit und bullshitjobs.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_100698670/buergergeld-merz-wuerde-nicht-gefallen-was-ich-mache-.html
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"Deutschland hat 500 Superreiche mehr", tagesschau, 24.06.2025 Das müssen die Leute sein, für die Friedrich Merz, CDU, Union, Regierung Politik macht. Drum mittellosen Menschen im Bürgergeld-Vollzug das Existenzminimum kürzen: Sanktionen. Armut.
oxiblog - Ungleichheit, Produktivität ... Mythen und Fakten, Teil V
oxiblog - Ungleichheit, Leistung, "leistungsgerecht" ... Mythen und Fakten, Teil VI
oxiblog - Erbschaften, leistungslose Einkommen ... Mythen und Fakten, Teil VII
oxiblog - Chancengleichheit ... Mythen zur sozialen Lage, Teil VIII
Spiegel - "Chancenungleichheit: Bildung ist keine Wunderwaffe gegen Armut", Christoph Butterwegge
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Ideen, Ansätze zur Überwindung des neoliberalen, unsozialen Systems, seiner Ausprägungen, seiner Folgen - Kapitalismus, Sozialabbau, Primat des Wirtschaftswachstums, Ausbeutung, Hass, Abwehr, Spaltung, Ignoranz, Negativismus - Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien
Aktualisierung am 28. Dezember 2018 Selbstverständich ist es möglich und machbar, realisierbar: das Bewältigen des global destruktiven Kapitalismus´ und das Einsetzen der Gemeinwohlökonomie, d...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2016/08/ideen-ansatze-zur-uberwindung-des-neoliberalen-unsozialen-systems-seiner-auspragungen-seiner-folgen-kapitalismus-sozialabbau-primat
"(...) Beispielsweise in dem gelobten Beschäftigungsland Großbritannien ist überhaupt nur noch ein Drittel der erwerbsfähigen Bevölkerung im klassischen Sinn vollbeschäftigt (in Deutschland sind es immerhin noch über 60 Prozent). Noch vor 20 Jahren waren es in beiden Ländern über 80 Prozent. Was als Heilmittel gilt - die Flexibilisierung der Erwerbsarbeit - , hat die Krankheit Arbeitslosigkeit verdeckt und verschleppt, aber nicht geheilt. Im Gegenteil, alles wächst: die Arbeitslosigkeit und die neue Unübersichtlichkeit von Teilzeitarbeit, ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse und die noch stille Arbeitsreserve. Mit anderen Worten: Das Volumen der Erwerbsarbeit schwindet rapide. Wir laufen auf einen Kapitalismus ohne Arbeit zu - und zwar in allen nachindustriellen Ländern der Welt.
Drei Mythen schirmen die öffentliche Debatte gegen die Einsicht in diese Lage ab. Erstens: Alles ist sowieso viel zu kompliziert - der Undurchschaubarkeits-Mythos; zweitens: Der bevorstehende Aufschwung der Dienstleistungsgesellschaft wird die Arbeitsgesellschaft retten - der Dienstleistungs-Mythos; drittens: Wir müssen nur die Lohnkosten in den Keller fahren, dann löst sich das Problem der Arbeitslosigkeit in Luft auf - der Kosten-Mythos. (...)
Danach ist über Generationen hinweg der Faktor Arbeit ständig aufgewertet worden. Mitte der siebziger Jahre tritt eine Zäsur ein. Seitdem ist überall ein Schwund der Erwerbsarbeit zu beobachten, entweder direkt durch Arbeitslosigkeit (wie in Deutschland) oder verdeckt durch exponential wachsende »bunte Beschäftigungsformen« (wie in den USA und Großbritannien). Die Nachfrage nach Arbeit sinkt, das Angebot an Arbeit steigt (auch durch Globalisierung). Beide Indikatoren für zunehmende Abnahme der Erwerbsarbeit - Arbeitslosigkeit und Nicht-Normarbeit - stehen auf Alarm.
Es geht längst nicht mehr um die Umverteilung von Arbeit, sondern um die Umverteilung von Arbeitslosigkeit - eben auch verdeckt in den neuen Mischformen von Arbeitslosigkeit und Beschäftigung, weil diese offiziell als »(Voll-)Beschäftigung« gelten (befristete, geringfügige, Teilzeit-Arbeit usw.). Dies gilt gerade auch für die sogenannten Beschäftigungsparadiese USA und Großbritannien, wo diejenigen, die in der Grauzone zwischen Arbeit und Nichtarbeit leben und sich oft mit Hungerlöhnen begnügen müssen, längst die Mehrheit bilden.
So lügen sich viele darüber hinweg, daß mit jeder Krise die Suppe der Arbeitsgesellschaft immer dünner wird; und daß große, wachsende Teile der Bevölkerung sowieso nur noch unsichere »Arbeitsplätzchen« haben, bei denen von (dauerhafter) Existenzsicherung kaum noch die Rede sein kann.
Politiker, Institutionen, auch wir selbst denken in der fiktiven Begriffswelt der Vollbeschäftigung. Sogar Bausparkassen, Versicherungen treffen ihre Abschlüsse in der Annahme, daß Menschen, die »beschäftigt« sind, ein dauerhaftes Einkommen haben. Das sich rapide ausbreitende Weder-Noch - weder arbeitslos noch sicheres Einkommen - paßt nicht in diese Stereotype. (...)
Viele glauben, hoffen und beten, daß die Dienstleistungsgesellschaft uns retten möge vor dem bösen Drachen Arbeitslosigkeit. Das ist der Dienstleistungs-Mythos. Rechnungen und Gegenrechnungen haben ihren Zukunftstest noch vor sich. Gewiß werden neue Arbeitsplätze entstehen. Zunächst aber werden genau umgekehrt - wie der Soziologe Wolfgang Bonß zeigt - die traditional sicheren Beschäftigungskerne im Dienstleistungsbereich einer jetzt erst anlaufenden Automatisierungswelle geopfert. Zum Beispiel Telebanking wird zur Schließung von Filialen im Bankgewerbe führen; die Telekom will mit dem Ausbau ihres Angebotes circa 60 000 Stellen einsparen; ganze Berufsgruppen, etwa Schreibkräfte, können verschwinden. (...)
Wenn der globale Kapitalismus in den hochentwickelten Ländern den Wertekern der Arbeitsgesellschaft auflöst, zerbricht ein historisches Bündnis zwischen Kapitalismus, Sozialstaat und Demokratie. Die Demokratie ist in Europa und den USA als »Arbeits-Demokratie« auf die Welt gekommen - in dem Sinne, daß die Demokratie auf der Beteiligung an Erwerbsarbeit aufruht. Der Citizen mußte so oder so sein Geld verdienen, um die politischen Freiheitsrechte mit Leben zu füllen. Erwerbsarbeit hat stets nicht nur die private, sondern auch die politische Existenz begründet. Es geht also gar nicht »nur« um Millionen Arbeitslose. Es geht auch nicht nur um den Sozialstaat. Oder um die Verhinderung von Armut. Oder um die Ermöglichung von Gerechtigkeit. Es geht um uns alle. Es geht um die politische Freiheit und Demokratie in Europa.
Die westliche Verbindung von Kapitalismus mit politischen, sozialen und ökonomischen Grundrechten ist nicht etwa eine »soziale Wohltat«, die man, wenn es knapp wird, einsparen kann. Der sozial abgepufferte Kapitalismus ist vielmehr als Antwort auf die Erfahrung des Faschismus und die Herausforderung des Kommunismus erkämpft worden. Er ist eine Tat angewandter Aufklärung. Diese beruht auf der Einsicht, nur Menschen, die eine Wohnung und einen sicheren Arbeitsplatz und damit eine materielle Zukunft haben, sind oder werden Bürger, die sich die Demokratie zu eigen und sie lebendig machen. Die einfache Wahrheit lautet: Ohne materielle Sicherheit keine politische Freiheit. Also keine Demokratie, also Bedrohung aller durch neue und alte totalitäre Regime und Ideologien.
Man muß es den neuen Pseudofreien Demokraten oder Freien Pseudodemokraten hinter ihre von historischer Erfahrungslosigkeit tauben Ohren schreiben: Der Markt-Fundamentalismus, dem sie huldigen, ist eine Form demokratischen Analphabetentums. Der Markt trägt seine Rechtfertigung gerade nicht in sich. Diese Wirtschaftsweise ist nur im Wechselspiel mit materieller Sicherheit, sozialen Rechten und Demokratie überlebensfähig. Wer nur auf den Markt setzt, zerstört mit der Demokratie auch diese Wirtschaftsweise.
Niemand stellt den Kapitalismus heute noch in Frage. Wer sollte das auch wagen? Der einzige potente Gegner des Kapitalismus ist - der Nur-noch-Gewinn-Kapitalismus selbst. Hiobsbotschaften am Arbeitsmarkt gelten als Siegesmeldungen an der Wall Street. Das dahinterstehende Kalkül ist einfach. Wenn die Arbeitskosten sinken, steigt der Profit.
Doch auch die Widersprüche des »arbeitslosen Kapitalismus« werden greifbar. Manager von multinationalen Konzernen lagern Verwaltungen nach Südindien aus, aber schicken ihre Kinder auf öffentlich finanzierte, europäische Spitzenuniversitäten. Es kommt ihnen gar nicht in den Sinn, dahin zu ziehen, wo sie die Arbeitsplätze aufbauen und die niedrigen Steuern zahlen. (...)
In der veralteten Welt der Industriegesellschaft dominierten zwei »Arbeitgeber": Kapital und Staat. Beide fallen in Zukunft in dieser Funktion chronisch aus. Der Kapitalismus macht und wird mehr und mehr arbeitslos. (...)
Tätiges Mitgefühl: Sie nennen sich »Abgas-Affen«, »Ökobesen« oder die »Toten Dosen«. Aber es ist nicht nur die Angst vor Zerstörung und Zerfall, die sie antreibt, eher die Wut, daß die meisten Menschen nicht darüber nachdenken, was sie tun. Diese aktive Auflehnung gegen die Gleichgültigkeit hat viele Ziele und Gesichter: Arbeit mit Alten und Behinderten, Obdachlosen und Aids-Kranken, Analphabeten und Ausgeschlossenen, Frauenhäusern, Greenpeace, Amnesty International usw. »Öffentliche Arbeit« meint in diesem Sinne einen Zwitter zwischen Politik, Sorge für andere und alltäglicher Kooperation.
Praktische Kritik: Viele Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, Manager, Verwaltungsfachleute usw. wollen ihr berufliches Können einmal anders einsetzen - auf die öffentliche Meinung und Gesetzgebung Einfluß nehmen, Wirtschaftspläne für Selbsthilfegruppen entwerfen, über Steuerflucht aufklären, Schuldner beraten, vertuschte Gefahren aufdecken usw. Warum nicht Preise und Orden für zivilen Widerstand ausloben? (Allerdings sollte man Bürger/innen mit der Vergabe betrauen.) (...)
Aktive Demokratie: Bürgerbeteiligung, Dezentralisierung - in der Verwaltung vieler Städte und Gemeinden ist eine kleine Kulturrevolution ausgebrochen. Sie verspricht nicht nur mehr Wirtschaftlichkeit, sondern auch einen Zugewinn an Demokratie. »Durch diese Bürgerei bilden sich doch nur Nebenparlamente«, schimpft ein Ratsherr. Das ist genau der Punkt: Der Appetit auf Demokratie kommt beim Essen. Freiheit schafft, stärkt, erweitert Freiheit. (...)
Bei diesem Modell einer aktiven Gesellschaft geht es nicht darum, wie immer wieder vorgeschlagen wird, bezahlte durch unbezahlte Arbeit zu ersetzen. Derartige Modelle bleiben letztlich dem Bannkreis der Arbeitsgesellschaft verhaftet. Das ist zu kurz gesprungen: An die Stelle von Arbeit tritt - Arbeit (Hausarbeit, Familienarbeit etc.). (...)
Was den »Werteverfall und die Gleichgültigkeit der Jugendlichen« betrifft, die übrigens schon Platon angeprangert hat, so beruhen diese auch auf einer institutionellen »Engagement-Blockade«. Den Jugendlichen werden Rechte zugestanden - sobald sie sie aber wahrnehmen wollen, werden diese Rechte beschnitten. Bürger-initiativen leiden mehr und mehr unter staatlichen Daumenschrauben. Macht wird nicht wirklich delegiert. Das meint »Engagement-Blockade": Viele engagieren sich schon deswegen nicht, weil sie die Erfahrung gemacht haben, »daß dabei sowieso nichts herausspringt«. (...)
Das Kapital ist beweglich und zwar global, Staaten sind dagegen territorial gebunden. Indem dasselbe Produkt, in verschiedene Herstellungsphasen zerlegt, verstreut über die Länder und Kontinente produziert wird, wird die Lokalisierung des Gewinns immer fragwürdiger und zugleich offen für betriebliche Strategien der Steuerminimierung.
Mit der Internationalisierung der Produktion bieten sich den Unternehmen zwei strategische Vorteile: Es wird eine globale Konkurrenz zwischen teuren und billigen Arbeitskräften hergestellt, und die Steuerkonditionen und Steuerkontrolleure der Staaten können gegeneinander ausgespielt und unterlaufen werden. Man kann in dieser neuen Macht der Unternehmen die gelungene Übertragung marktwirtschaftlicher Gesetze auf den Bereich der Politik sehen. In Wahrheit ist die Situation allerdings sehr viel pikanter. Da die Inanspruchnahme zahlreicher Gemeinschaftsleistungen (teure Universitäten, Krankenhäuser, Verkehrssysteme, Rechtsprechung, Forschungsgelder) nicht an den Ort der Steuererhebung gebunden ist, sind viele Unternehmen in der Lage, die Steuerlast zu minimieren, während sie sich gleichzeitig in Staaten niederlassen, welche die besten Infrastrukturen bieten.
Investitionsort, Produktionsort, Steuerort und Wohnort können voneinander abgekoppelt gewählt werden. Viele Unternehmen nutzen den niedrigen Steuerstandard der armen Staaten und genießen den hohen Lebensstandard der reichen Staaten. Sie zahlen die Steuern, wo es am billigsten ist, und leben, wo es am schönsten ist. Sie werden zu Trittbrettfahrern teurer Infrastrukturleistungen.
Darin liegt erheblicher sozialer Konfliktstoff. Zum einen entstehen Gegensätze zwischen virtuellen und realen Steuerzahlern (noch Beschäftigte, kleinere Unternehmen, die nicht über diese neue Beweglichkeit verfügen und dem konventionellen Zugriff der Steuerbehörden ausgesetzt sind). Diese sind die »Dummen«, die Globalisierungsverlierer.
Zum anderen unterminieren ausgerechnet die Gladiatoren des Wirtschaftswachstums, die von der Politik umworben werden, die Autorität des Staates, indem sie zwar seine Leistungen beanspruchen, aber ihm die Steuern entziehen. Die neuen Virtuosen virtueller Steuern untergraben auf eine legale, aber illegitime Weise das Gemeinwohl, Politik und Staat. Die Lage der neoliberalen Politik, die auf den Markt schwört, ähnelt insofern der suizidalen Ironie jenes Rationalisierers, der seine eigene Entlassung vorbereitet und exekutiert.
Da gibt es nur eine Konsequenz: Diese Springquelle sozialer Ungerechtigkeit muß enttabuisiert und, übrigens im ureigenen Interesse der Politik, selbst zum Gegenstand öffentlicher Debatten gemacht werden. Das Verteilungsproblem gehört auf die Tagesordnung. Die Globalisierungsgewinner müssen neu auf das Gemeinwohl verpflichtet werden. Das System sozialer Sicherheit ist in mancher Hinsicht reformbedürftig. Die Schlußfolgerung heißt aber paradoxerweise: nicht weniger, sondern mehr Geld, aber dieses richtig angelegt und verteilt! (...)
Kann eine solche Jahrhundertreform überhaupt in einem einzigen Land begonnen werden? Wenn die vorgetragene Grunddiagnose stimmt - der Kapitalismus wird und macht arbeitslos -, dann handelt es sich um eine globale Herausforderung, vor der alle hochentwickelten Gesellschaften früher oder später stehen. Dasjenige Land aber, das auf diese Frage zuerst eine praktikable Antwort entwickelt, also den Gefährdungen der Demokratie begegnet, wird langfristig in jeder Hinsicht (auch wirtschaftlich) die Nase vorn haben. (...)"
https://www.spiegel.de/panorama/kapitalismus-ohne-arbeit-a-3f9bbc5b-0002-0001-0000-000008923806
Dieser Spiegel-Artikel ist aus dem Jahr 1996 "Kapitalismus ohne Arbeit" ... und unverändert aktuell, wichtig.
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Sinn, Ziel des Lebens, Menschsein, Conditio humana, Bewusstsein, Erkenntnis, Reife, Ethik, Verantwortung, Mitgefühl, Liebe, Vergänglichkeit - Kein Mensch ist eine Insel - Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien
27.04.2025 Ein reflektierter Mensch wird sein Leben, spätestens an dessen Ende, nicht als sinnvoll, erfüllt erfahren, wenn er sich vorrangig darum bekümmert, ob er genug Spaß, Geld, Eigentum, M...
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