29. Dezember 2025
Tod, Verlust, Trauer
Täglich erleiden Menschen das - weltweit. Krankheit, Leid, Schmerz, Tod, Verlust.
Wenn es im nahen Umfeld passiert oder man persönlich betroffen ist, ist es besonders schwer ... .
Vielleicht kann die Anteilnahme anderer doch etwas Trost geben.
Als ich nahestehende Menschen durch deren Tod "verloren" habe, wollte ich im ersten Moment, dass "die ganze Welt" sie gekannt, wertgeschätzt und betrauert hätte.
Der Tod, Verlust, Schmerz, das Leid anderer kann uns, wenn wir selbst betroffen sind, kein Trost, kein Halt sein, aber vielleicht hilft es doch ein wenig, zu wissen, dass man damit nicht ganz alleine ist - dass man nicht der einzige Mensch ist, dem das widerfährt, dass andere "verstehen" ... .
Allen, die damit konfrontiert sind - Tod, Verlust, Trauer, Leid - wünsche ich, dass sie vertraute Menschen als Beistand haben. Zum Reden. Zum Weinen. Zum Verzweifeltsein können, "dürfen". Zum Gehaltenwerden - ganz basal, körperlich: Halt - in der eigenen Haltlosigkeit.
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24. Juli 2025
Ich kann dein Leid nicht "teilen", nicht tragen, dir nicht abnehmen, es nicht auslöschen.
Ich kann es nicht heilen.
Kann nur mit dir weinen.
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08. August 2026
An wievielen Tagen (oder Stunden?, nur Momenten?) in der Woche, im Monat, im Jahr fühlst du dich vital, lebendig, lebensfroh, zuversichtlich?
An wievielen Tagen wertgeschätzt, geliebt - von wem?
Welche dir persönlich bekannten Menschen wertschätzt und liebst du (aktives Lieben, Erich Fromm)?
Hast du seit deiner Geburt, Kindheit Wurzeln, ein tragendes, haltendes (!) Fundament?
Falls ja: Wer oder was bildet dieses Fundament, deine Wurzeln?
Falls nein: Wie kommst du in deinem Leben wurzellos, haltlos gut (?) - ohne Selbstbetrug ("Gott", Glaube, Religion, Drogen, Alkohol ...) zurecht?
Wenn du nicht "gut zurechtkommst", in deinem Leben, wenn du kein tragendes Fundament, keine Wurzeln (inkl. Urvertrauen und dadurch Selbstvertrauen), keine Möglichkeit/Umstände für Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Resilienz hast: wie erträgst du das täglich - ohne Pillen, Drogen, Alkohol, "Gott"?
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19. Oktober 2025
Nach deinem Tod ...
Wenn du einmal gestorben sein wirst, wer wird um dich trauern?
Wer wird dich wie lange vermissen?
Wem wirst du wert gewesen sein?
Wem, welchen Menschen wirst du tatsächlich Wohl, Gutes getan haben?
Wieviele und welche Widerfahrnisse wirst du erfahren, durchlitten und sie wie bewältigt oder darunter welchen Schaden genommen haben?
Wer wird dir in welchen Notsituationen wie lange stärkend, stützend zur Seite gestanden, wer wird dich geliebt und wird dich jemand verachtet haben?
Wen wirst du aktiv geliebt haben? Metta, Karuna.
Wie oft, wie lange wirst du dich um Versöhnung, Frieden, Freundschaft mit dir bekannten Menschen aktiv und engagiert bemüht haben?
Was wirst du aus welchen Gründen mit welchen Folgen bereut haben - und was weshalb nicht?
Was wirst du dir zeitlebens intensiv gewünscht, für dich und/oder andere "erhofft", dich darum persönlich langandauernd, aber vergeblich bemüht haben?
Welche deiner Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte, Träume werden sich wodurch und welche deiner Befürchtungen werden sich mit jeweils welchen Folgen erfüllt haben?
Welche Erfahrungen, Gedanken, Gefühle, Einsichten, Erkenntnisse, Irrtümer und welche Menschen werden dich wie und wie lange geprägt, beeinflusst haben?
Wen wirst du selbst wie geprägt, beeinflusst, gestärkt oder in die Irre geführt, gar wissentlich, absichtsvoll, mit welchen Folgen beschädigt haben?
Wie wird die Spur aussehen, die du unweigerlich, durch dein bloßes Existierthaben, hinterlässt - wird sie blass, kaum wahrnehmbar oder tief eingeprägt, wird sie regenerierbar, fruchtbar oder eine Schneise der Verwüstung sein?
Wie lange wird sie für wieviele Menschen sichtbar, dabei hilfreich oder belastend sein?
Wirst du bewusst, achtsam, reflektiert, reif, mitfühlend, liebend, fürsorglich, prosozial, couragiert, integer, verantwortungsvoll gewesen, geworden sein, dich darum aktiv bemüht, dich entsprechend verhalten haben?
Und wieviele Jahre - oder nur Monate, Tage, Momente? - deines Lebens wirst du so - für dich und andere wohltuend, erfüllt - gelebt haben?
Wirst du die Herausforderung, die Zumutung des - menschlichen, bewussten, reflektierten, aktiven - Lebens, des Geworfenseins, inklusive Absurdität, Sterblichkeit, Leiblichkeit, Verletzlichkeit, Bedürftigkeit, Ungewissheit, Unwägbarkeit, fehlender Sicherheit, Zufall (Kontingenz, fehlende Teleologie, fehlende grundsätzliche Sinnhaftigkeit), Widerfahrnissen, Risiken, Schmerz, Leid, Not, Verlust, Trauer, Wut, Angst, Verzweiflung, Freude, Vergänglichkeit ... bewusst angenommen und einen Weg, damit nicht selbst- und nicht fremdschädigend, reif umzugehen, gesucht, vielleicht sogar gefunden haben?
Oder wirst du unter der Lebenslast zusammengebrochen sein?
Wirst du widerständig rebelliert, revoltiert oder resigniert, kapituliert, dich verkrochen, abgekapselt, aufgegeben oder dich aktiv mit "Mensch und Welt" verbunden haben?
Wieviele Jahre deines Lebens wirst du resilient gewesen sein und wieviele Jahre wirst du selbstbestimmt, selbstwirksam gelebt haben (können)?
Welche Krücken - "Gott", Glaube, Religion/Ideologie, Esoterik, Drogen, Sucht, Selbst- und Weltflucht, Selbstbetrug - wirst du wie lange benutzt, dich darauf gestützt, ausgeruht, damit (nur selbst) geschont und warum wirst du sie - vermeintlich - gebraucht haben?
Wirst du dir solche Fragen vor deinem Tod je - wann, wie oft, mit welchen Folgen? - gestellt haben und falls nicht: Warum wirst du so tumb, stupide, oberflächlich, unbewusst (wie ein Tier), unreflektiert, emotional verpanzert, so feige, schwach oder tatsächlich schlecht, böse, destruktiv gewesen sein?
Welcher Mensch, welche Persönlichkeit wirst du gewesen sein?
Und entspricht diese Realität deinen Vorstellungen von dir, deinem Selbstbild, deiner Selbstwahrnehmung, deiner Selbstgewissheit?
Wenn du ein ehrliches, authentisches, realitätsgetreues Selbstportrait von dir anfertigen könntest - wie schön oder hässlich, wie interessant, ansprechend, freundlich oder abstoßend wäre es - für wen, weshalb ... ?
Und bist du mit deiner Hinterlassenschaft zufrieden, im Reinen - konntest du in Frieden mit dir selbst und anderen leben und sterben?
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IDENTITÄT - Wer bin ich? Über Adoptierte, Pflegekinder, Samenspende, Babyklappen, anonyme Geburt, Wurzeln - Lebenskunst für Laien
28. und 29. April 2026 Einige Anmerkungen zu Adoption, Adoptierten, deren "Rechten", biologischer Herkunft, Genen, Nachkommen, Identitätsbildung, Persönlichkeitsentwicklung, Biographiearbeit ...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2015/07/identitat-wer-bin-ich-uber-das-selbst-ich-bewusstsein-u-a-auch-uber-adoptierte-u-pflegekinder-samenspende-babyklappen-anonyme-geburt
Identität, Herkunft, fehlende biologische und soziale Eltern, Fundament, Wurzeln, Wurzellosigkeit, Adoptierte, Pflegekinder, Waisen ...
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Verletzlichkeit, Schmerz, Trauma, emotionale Bedürftigkeit, Empfindsamkeit - Lebenskunst für Laien
Verletzlichkeit, Schmerz, Trauma, emotionale Bedürftigkeit, Empfindsamkei t Das Problem mit der Heilung von Verletzungen, Traumata , Beschädigungen aus der Kindheit - durch Beziehung , Berührung...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2021/08/verletzlichkeit-schmerz-trauma-emotionale-bedurftigkeit-empfindsamkeit.html
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Über die Wohlfühllüge, die Wohlfühl-Ideologie, den oktroyierten Zwang zum Glück (-lichseinSOLLEN) - Lebenskunst für Laien
02. Januar 2023 Ratgeber"literatur", Coaching, NLP, Selbst"optimierung", Selbstobjektifizierung, Zwangs-, Zweckoptimismus - Selbstbetrug Das Leben, mit all seinen Ambivalenzen, Widersprüchen ...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2016/07/laurie-penny-uber-die-wohlfuhl-luge-die-wohlfuhl-ideologie-welche-absichten-dahinterstehen-was-damit-erreicht-werden-will-und-wird.h
Zweck-, Zwangsoptimismus, Konsumismus, Ablenkung, Verdrängung - Selbstbetrug. Schwäche. Unreife.
02.07.2026
Kontingenz erfahren. Kontingenz ertragen? Kontingenz bewältigen?
Als Mensch: mit einem Gehirn, Bewusstsein, das unwillkürlich nach Ursache, Grund, Bedeutung, Sinn sucht. - Gutes Gelingen! ;)
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Alles hinnehmen, alles annehmen, wenn, nur weil es vorkommt, geschieht, unabänderlich, unvermeidlich ist?
Sich in das "Gegebene", Widerfahren(d)e, Zufällige, Ungewisse, Unbegreifliche, Unerträgliche demütig fügen? Widerstandslosigkeit, Ergebenheit als Glück? Als Sinn? "Weisheit"?
Gewiss nicht. :)
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Loslassen, den Widerstand aufgeben, nachgeben, biegsam, "weich", "anpassungsfähig" werden, sich einflechten, ergeben?
Nicht grundsätzlich, aber umstände-, situations- oder auch persönlichkeitsbedingt.
Passivität, Resignation ist schon der halbe Tod.
"Resistance is existance."
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2015/07/albert-camus-mensch-sein-hier-und-jetzt-ganz-oder-gar-nicht-frei-auch-von-selbstbetrug-und-schonung-wahrhaftig-human-istisch-diessei
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Wann aktiv Widerstand leisten, wann nachgeben, zulassen, akzeptieren?
Wann, wenn es jeweils vernünftig, also auch moralisch geboten ist (Gewissen, Erkenntnisfähigkeit, Mitgefühl, Verantwortung, Liebesfähigkeit) - nicht, weil es opportun, bequem, oktroyiert, andressiert, vermeintlich sicher ist.
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Alter ist, wenn Perspektive, Horizont eng werden, bis schließlich Nichts, das Nicht-Mehr einzig übrig "bleibt", das letztlich auch vergeht - "im" Tod, der Nicht-Existenz, des Nicht-Mehr-Existierens des Bewusstseins, des Leibes, des Seins des (jeweiligen) Menschen.
Erinnerung bleibt - vorübergehend.
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Ist die einzige Art, die Kontingenz, die Absurdität des menschlichen, je individuellen, persönlichen Lebens, Existierens, Bewusstseins oberflächlich einigermaßen ertragen zu können, die Flucht in den Selbstbetrug - in Glaube und/oder Verdrängung, Drogen, banale Alltagsgeschäftigkeit?
So billig?
Das Bewusstsein also betäuben, abschwächen, ablenken, um nicht Schmerz, Leid, (innere) Not, Haltlosigkeit, Verzweiflung, Trauer fühlen zu müssen?
Was hält wer weshalb wie lange aus, wie lange hält wer stand - bewusst, ohne Gewalt, ohne zu brechen: wie, womit, wodurch?
Erkenntnis, Reife, Liebe.
Zu erwähnen eigentlich unnötig, vielleicht aber doch randläufig anzumerken:
Auch (narzisstische) Selbstüberhöhung, Hybris, Größenwahn, Macht, Allmachtsphantasien, Heroismus, vermeintliche "Erhabenheit" und Märtyrtertum sind Formen des vordergründig angenehmen Selbstbetrugs - Kompensation, Unreife.
Heiterkeit zu bewahren - oder sie (erst, noch) zu erlangen (statt Bitterkeit), scheint sowohl Herausforderung als auch Gebot und Wohltat zu sein, insbesondere ganz am Ende des Lebens eines (bewussten) Menschen.
Echte Heiterkeit setzt Verzeihen, Leichtigkeit, inneren Frieden voraus.
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Was ist Lebenskunst?
Einen Sinn, seinen Platz, Gefährten zu finden?
Eine Spur zu hinterlassen, (sich) anderen zu geben, nicht zu verzweifeln, Zweifel auszuhalten, Fragen zu stellen, ohne Antwort zu erwarten?
Zu reifen - dabei nie zu "Vollkommenheit": um Mensch zu bleiben?
Lieben?
Verlust ertragen (lernen).
Selbst zu entscheiden, wann (es) genug ist - Leben war.
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Lebenskunst
Ist das Leben, "gut" - nicht fremd- und selbstschädigend, wohltuend, sinnerfüllt, mit Freude - zu leben eine Kunst?
Eine Aufgabe, Herausforderung?
Eine Zumutung?
Für wen, wann, wo, unter welchen Umständen jeweils?
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Tapferkeit
... zeigt sich nicht im Kämpfen mit Waffen, in Kriegen.
Unabdingbar ist sie fürs Durchstehen, Ertragen, Durchleiden, Bewältigen all der unzähligen unzumutbaren Vorkommnisse, Widerfahrnisse, Umstände, Verhältnisse im einzigen, kleinen Leben eines (bewussten) Menschen.
Dies insbesondere dann, wenn dieser Mensch sich an keine Krücken hängt, klammert:
Drogen, Sucht, Religion, Glaube, "Gott", Esoterik, Aberglaube - Selbstflucht, Selbstbetrug.
Wenn er alles stattdessen wach, bewusst, nüchtern erfährt, erleidet, erträgt. Immer wieder. Lebenslang.
Und selbstverständlich: zeitigt das keineswegs "schöne" Folgen, hinterlässt all das Spuren. Wahrnehmbar, irreversibel eingraviert. Im Körper, in der Psyche, im Leib, in der Persönlichkeit eines solchen Menschen.
Nein, man muss deshalb kein Masochist oder Märtyrer sein oder dazu werden (wollen). Nur der Mensch, als einziges Lebewesen auf diesem Planeten, kann sich selbst, selbstbestimmt, den eigenen Tod geben. Das: erfordert eine immense Stärke.
Freitod
Was ich mit Tapferkeit meine, ist also etwas wie emotionale Stärke, eher: emotionale Reife, sich auf Mitgefühl, Liebesfähigkeit, (Selbst-) Erkenntnis, Urteils-, Reflexionsfähigkeit gründend, für die es wiederum der Lebenserfahrung und intellektueller Reife bedarf.
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"Um das Herz und den Verstand eines Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt."
Khalil Gibran
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Sinn, Ziel des Lebens, Menschsein, Conditio humana, Bewusstsein, Erkenntnis, Reife, Ethik, Verantwortung, Mitgefühl, Liebe, Vergänglichkeit - Kein Mensch ist eine Insel - Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien
27.04.2025 Ein reflektierter Mensch wird sein Leben, spätestens an dessen Ende, nicht als sinnvoll, erfüllt erfahren, wenn er sich vorrangig darum bekümmert, ob er genug Spaß, Geld, Eigentum, M...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2021/04/sinn-ziel-des-lebens-menschsein-conditio-humana-bewusstsein-erkenntnis-reife-ethik-verantwortung-mitgefuhl-liebe-verganglichkeit-kei
"Sinn des Lebens", Sinnhaftigkeit, Sinnsuche, Mensch sein ...
29. Mai 2026
Altern ist Trauern über den unaufhaltsamen, irreversiblen Verlust von Jugend, Vitalität, Attraktivität, Möglichkeiten und Menschen (Gefährten).
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Leiden, Lernen, Reifen - Liebe, Mitgefühl, Bindung, Beziehung, Heilung, Wiedergutmachung, Versöhnung - statt Rache, Vergeltung, Strafe, Gewalt - Lebenskunst für Laien
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher ...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2022/02/leiden-lernen-reifen-liebe-mitgefuhl-bindung-beziehung-heilung-wiedergutmachung-versohnung-statt-rache-vergeltung-strafe-gewalt.html
28. August 2025
... und was heißt denn, amistat:
"what we were is what we are
when we need to let go, we hold on twice as hard"
Wen oder was sollten wir gehen lassen?
Nicht nur Illusionen. Uns selbst.
Altern und sterben ist genau das:
sich, sein Selbst verlieren - "gehen lassen" ...
Letzten Sonntag, am 24. August 2025, hat mich jemand angerufen und sich von mir "verabschiedet".
Eine 84-jährige Frau, die uns, meine Kinder und mich, 31 Jahre lang (auch aus der Ferne) begleitet hat ..., so etwas wie eine Großmutter für sie war.
Sie ist sehr krank ... .
Wie "damit umgehen" (?)
Es ist seltsam, solches "Zusammentreffen" bestimmter Umstände:
Fast genau so lange, 30 Jahre, habe ich meine leibliche, 82-jährige, ebenfalls schwer kranke Mutter nicht mehr gesehen.
Meine Kinder kennen sie nicht. Sie kennt meine Kinder nicht.
Ich kann weder Doris noch meine Mutter besuchen, noch einmal sehen, in den Arm nehmen oder vor Ort unterstützen.
Doris wohnt ca. 600km entfernt, Heidelberg.
Meine Mutter wohnt ca. 800km entfernt, Offenburg.
Abschied war auch von meinen Pflegeeltern nicht möglich.
Lebenskunst?
Und selbst wenn "Abschied" möglich gewesen wäre oder war oder ist - was ändert das?
Am Sterben. Am Leid - dem des Anderen und dem eigenen.
Am Verlust. An der Trauer.
An der ganzen Lebenslast.
Lebenskunst?
Nochmal einen Brief schreiben?
Um was? "zu sagen", mitzuteilen, auszudrücken - das dem sterbenden Menschen doch nicht hilft, nichts an seinem Sterben - und allem das damit einhergeht - ändert, ihm nicht Trost sein kann.
Um es sich selbst damit vermeintlich leichter zu machen?
Du kannst vielleicht nochmal Dank sagen und dass du den sterbenden Menschen "nicht vergisst", an ihn denkst ... - es ändert nichts.
Es gibt Situationen im Leben, da man physisch, leiblich und emotional anwesend, beieinander sein muss. Halt sein. Für den anderen Menschen.
Und wenn der andere Mensch das - bspw. aus Scham oder "Stolz" oder Angst oder weil er dich nicht belasten will - nicht will oder dich nicht will, vor oder bei seinem Sterben, musst du auch damit zurandekommen.
Ja, es ist "natürlich", aber deshalb nicht auch ertragbar.
Und die ganzen Worte und das ganze Geschwätz über all das ändert auch nichts, hilft niemandem.
Den Sterbenden nicht.
Den Lebenden, "Hinterbliebenen", Zurückbleibenden nicht - die früher oder später in der gleichen "Situation" sind.
Nur ein Hund klammert sich an einen "Gott".
Emmanuel Lévinas - "Du sollst mich in meinem Sterben nicht allein lassen."
Was, w a s soll, was kann ich denn aus der Ferne tun: das hilft, hält, tröstet, wohltut - einem Sterbenden ? ? ?
Vielleicht noch zu erwähnen: Doris hat "zumindest" ein sicheres, eigenes Heim - kein Pflegeheim ... . Und eine sie umsorgende Familie, erwachsene Söhne, Pflege.
Meine Mutter hat all das nicht. Nicht nur, aber auch aufgrund lebenslang währender materieller Armut.
Irgendwann muss es auch immer wieder mal etwas Helles, Lichtes, Tragendes geben - zumindest die Aussicht auf Land, festen Boden, auf Schönes, Gutes, Friedliches, Wohltuendes, auf Freude.
Zuversicht. Ohne Selbstbetrug.
Irgendwann.
Nie.
-
"Und dieser Andere begegnet, wie Levinas' Ausdruck dafür lautet, als "Antlitz" (visage), als Verbot: "Du sollst mich nicht töten", und als Gebot: "Du sollst mich in meinem Sterben nicht alleine lassen"."
ursprünglich verfasst am 24. Juni 2025
Zeraphine - Schreit dein Herz
... war für mich immer "das Christian-Lied"
Christian wäre heute (2025) 43 Jahre alt.
Christian starb im September 2003 im Alter von 21 Jahren durch Suizid.
Ich wohne seit 12 Jahren dort, wo ich Christian zum ersten Mal sah.
Ich bin nicht freiwillig an diesen Ort, in diesen Stadtteil gezogen.
Hier habe ich im Jahr 2013 aber eine Wohnung gefunden.
Warum?
Warum ... ?
Sinnlos.
Es ist längst, es war immer mein eigenes - "das Christian-Lied".
Silke ... wäre am 13. Juni 2025 52 Jahre alt geworden.
Silke, meine Kindheitsfreundin seit der ersten Grundschulklasse, starb im Jahr 1990 im Alter von 17 Jahren durch Suizid.
Der leibliche Vater meiner 19-jährigen Tochter hat zwei Suidzidversuche unternommen - den letzten, im Juli 2014, hat er nur durch viel Glück und intensivmedizinische "Behandlung" überlebt - mit bleibenden Folgen.
Ja, es gibt auch "Silke-Lieder". Sie sind von Cat Sevens.
Ich kann sie nicht hören.
So masochistisch bin ich nicht.
Ich höre sie trotzdem, in meinem Kopf.
Es nützt nichts.
Vielleicht ist Altersdemenz Gnade.
Niemand bringt dir bei, Verlust zu ertragen.
Niemand bringt dir bei, zu altern, zu sterben.
Lieben kann man vielleicht lernen - leben muss man ertragen - sterben und Verlust kann man nicht ertragen lernen.
Ich weiß nicht, wie es meiner 81-jährigen Mutter jetzt geht.
Wir haben keinen Kontakt mehr. Wie all die Jahre davor.
Wir sahen uns zuletzt vor 30 Jahren, 1995.
Ich "komme nicht damit zurecht" ..., meine Mutter 30 Jahre nicht gesehen ... zu haben und vor ihrem oder meinem Tod nicht mehr zu "sehen" ... .
Ich "komme nicht damit zurecht", meinen leiblichen Vater nie gekannt zu haben.
Ich "komme nicht damit zurecht", dass mein 32-jähriger Sohn sich verhält, wie er es tut, seit er 16 war - seiner Schwester und mir gegenüber.
Ich komme nicht zurecht. In diesem Leben.
Psychotherapie oder Pillen: helfen da nicht. Beim Lebenertragen.
Beim Sterben.
Mit den Besonderheiten und Belastungen meiner 19-jährigen Tochter: komme ich nicht mehr zurecht.
Ich komme nicht damit zurecht, krank, arm und isoliert in der Kammer dem Tod entgegenzuvegetieren: jeden Tag, jede Woche, jedes einzelne Jahr - seit Jahren.
Meine 19-jährige Tochter hat in ihrer Kindheit - in Armut seit ihrer Geburt - keine Abwechslung erlebt, keine Ausflüge, keine Urlaube. So auch jetzt.
Keine Aussicht auf Verbesserung. Keine Perspektive auf Teilhabe, Freude - Leben.
W i e kommen andere Menschen mit all dem zurecht?
Mit Krankheit, Armut, Leid, Not, Verlust, Trennungen, Entwurzelung, Einsamkeit, Isolation, mit schmerzlichen Erinnerungen, mit Verzweiflung?
Mit dem Leben?
Mit dem Sterben?
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27. Juli 2025
Man ist nicht schuld. Trotzdem hat man "Schuldgefühle". Denn man weiß "danach" ... :
jemand, hat sich in seiner ärgsten Not an dich gewandt. An dich. Sogar wiederholt. Sowohl Silke als auch Christian.
Aber du hast keinen Halt gegeben.
Keinen Trost.
Keinen Raum - zu sein.
"Und dieser Andere begegnet, wie Levinas' Ausdruck dafür lautet, als "Antlitz" (visage), als Verbot: "Du sollst mich nicht töten", und als Gebot: "Du sollst mich in meinem Sterben nicht alleine lassen"."
https://www.deutschlandfunkkultur.de/denken-bis-zum-aeussersten-100.html
Einfach da sein. Mitfühlen. Halt geben - ganz physisch.
In den Arm nehmen. Halten. Jemanden, der haltlos ist.
Silke war dafür zu weit entfernt. Räumlich.
Christian - ich war zu zögerlich ... hilflos.
Auf das Herz hören, nicht auf den Kopf.
- Ich kann dein Leid nicht "teilen", nicht tragen, dir nicht abnehmen, es nicht auslöschen.
Ich kann es nicht heilen.
Kann nur mit dir weinen. -
Mitgefühl ... muss man zulassen, ertragen können - je selbst: das eigene Leid, das man dabei fühlt ... .
Schmerz, Verzweiflung, Haltlosigkeit - eigene. Zulassen. Fühlen.
Das ändert nichts an der existenziellen Einsamkeit eines jeden Menschen.
Aber es hilft dennoch, sich in Leid, Not, Schmerz nicht so völlig verlassen, verloren zu fühlen. Sondern verbunden. Verbundensein - emotionale und räumliche Nähe. Liebe.
Aktives Lieben (Erich Fromm).
"Auch in der Intimität bleibe ich vom Anderen getrennt, sagt Lévinas. Die Tatsache meiner Existenz, meiner Einsamkeit, verschwindet auch nicht in der erotischen Beziehung. Selbst in der Ekstase kann ich mich nur vorübergehend im Anderen verlieren.
Liebe ist kein Verschmelzen zweier Menschen, kein romantisches Ideal, im Gegenteil - Liebe heißt, verletzlich sein, heißt, dem Anderen ausgesetzt sein."
Emmanuel Lévinas - Liebesweisheit
Mitgefühl, Verbundensein,Liebe - Verantwortung, Ethik.
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Philosophie, Ethik, Verantwortung, Liebe
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update 19. Juli 2023 "Leben retten"? Leben erhalten: mit allen Mitteln, um jeden Preis, zu/mit allen Qualen, leidvoll, siehe bspw. verweigerte, verwehrte Sterbehilfe, assistierter Suizid auch bei ...
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03. Juli 2024 Kein "Gott", kein Held, keine illusionierten, konstruierten Hirngespinste, kein Glaube, Aberglaube, Religion, Ideologie geben mir "Hoffung", Zuversicht, sondern couragierte ...
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