31. März 2025
Warum befasse ich mich - wieder, erneut, wie schon vor zwei Jahren - so intensiv mit ADHS und ASS (Autismusspektrumstörung):
Weil ich aus gravierenden Gründen vermute, dass mehrere Menschen in meinem "näheren Umfeld" von ADHS und/oder ASS betroffen sind.
Diese Menschen sind meine Tochter, deren biologischer Vater und meine biologische Mutter - möglicherweise auch ich selbst.
-
09. September 2025
Warum befasse ich mich auch mit Sucht, insbes. Alkoholabhängigkeit?
Weil ich fast lebenslang in meinem engsten Umfeld - Familie, Freunde, Partner, Kindesväter - mit alkoholsüchtigen, kranken Menschen "zu tun, Umgang hatte", selbst aber keinen Tropfen Alkohol trinke (tatsächlich: nie), nicht süchtig war oder bin.
Aber ich war und bin eben: Tochter, (Ex-) Partnerin, Freundin solcher alkoholsüchtiger, suchtkranker Menschen - und ich bin Mutter ... .
Und es belastet all das eben nicht nur die Betroffenen, Süchtigen, sondern auch gravierend, intensiv ihr Umfeld, ihre "Angehörigen" ... .
-
Sehr wichtiges Video von Svenja Diederichs über "10 Fehlannahmen über Autisten", über vermeintliche Ausschlusskriterien bzgl. Autismus. Das sollten wirklich alle Diagnostiker sehen, hören, verstehen und in die Diagnostik einbeziehen! Svenja Diederichs hat zweifelsohne fundierte Kenntnis und umfassende Erfahrung von und mit Autismus.
Svenja Diederichs, Autismussupport - "Autismus ist KEINE Verhaltensstörung oder Krankheit" - Kann mich nur wiederholen: Es ist so wichtig, dass diese Informationen möglichst viele Menschen erhalten, ganz besonders Diagnostiker, Ärzte, diverse Therapeuten, Lehrer, Erzieherinnen (Schule, Kita) sowie Personal, Sachbearbeiter in Behörden, Institutionen, Ämtern, Krankenkassen, Pflegeheimen, Seniorenheimen.
Autismussupport Svenja Diederichs - "Warum ALLE Psychotherapeuten Autismus-Fachkenntnisse brauchen!"
13.12.2025
Kommentar von mir zum youtube-Video "Warum alle Psychotherapeuten Autismus-Fachkenntnisse brauchen!" von Svenja Diederichs, Kanal Autismussupport, nachfolgend einkopiert.
Und auch das ist ein unverzichtbares Video, Information!
In dieser Situation befinden wir uns seit zwei Jahren: Meine Tochter erhält nur die typischen Komorbiditäten (Depression, Angst- und Zwangsstörung, Anpassungsstörung, Soziale Phobie, UEMF) diagnostiziert, dass und welche ihrer "Besonderheiten", Beeinträchtigungen, Symptome, Belastungen, Verhaltensweisen schon seit ihrer Kindheit bestehen, sich inzwischen nur verändert oder auch verschlimmert haben und sie manches jetzt nur "besser verbergen" oder zeitweise unterdrücken kann und dass sehr vieles von all dem auch bei ihrem biologischen Vater seit dessen Kindheit und bis heute vorhanden ist (mit bei ihm noch weiteren gravierenden Begleiterkrankungen: Sucht/Substanzabhängigkeit und zwei vollzogene Suizidversuche): wird bisher von allen Personen, "Diagnostikern" - Kinder- und Jugendpsychiaterin und Psychotherapeuten in Klinikambulanzen: im Rahmen der dort durchgeführten Diagnostik - vollumfänglich übergangen.
Ich habe inzwischen den Eindruck, man w i l l Autismus (Autismusspektrumstörung) und/oder ADHS, Neurodivergenz gegenwärtig schlicht nicht (mehr) diagnostizieren. Vielleicht, weil auch Psychotherapeuten und Psychiater es für eine "Modediagnose" halten oder auch, weil es nicht heilbar ist und die üblichen Behandlungs-, Therapieformen - Psychopharmaka, Verhaltenstherapie, Psychotherapie und/oder vollstationärer Aufenthalt in Psychiatrie - den Betroffenen zumeist n i c h t helfen, sie eher noch zusätzlich belasten bis auch beschädigen.
Ärzte (Psychiater) und Psychotherapeuten möchten offenbar nur das "diagnostizieren", das sich auch lukrativ "behandeln" lässt, bspw. mit sogenannten Antidepressiva (SSRI-Wiederaufnahmehemmer), Psychotherapie und/oder vollstationärer Unterbringung in Psychiatrie.
-
14.12.2025
Was mich so wütend macht, ist, dass mit der Not, Verzweiflung, dem Leid, den Krankheiten von Menschen ein Geschäft gemacht, Profit daraus gezogen wird und dass zu diesem Zweck oft ausgelieferten Hilfesuchenden, Patienten Angst gemacht wird, sie manipuliert, belogen werden: damit sie´s mitvollziehen.
Und gerade die Kenntnislosigkeit, Arglosigkeit, Naivität, der Mangel an Erfahrung von/bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, aber auch bei im Alter fortgeschrittenen Menschen, Patienten, deren Vertrauen gegenüber Ärzten wird absichtsvoll missbraucht. Für: compliance. Für Profit.
Das läuft dem Berufsethos von Ärzten meiner Überzeugung nach völlig zuwider.
Verantwortung? Mitgefühl? Integrität? Ethik?
Medizin Gesundheitssystem, Profit, Kapitalismus - Regierungspolitik
Wobei mich am meisten abstößt, dass dieses Verhalten, siehe oben genannt, als "Hilfe, Unterstützung, Behandlung, Therapie", als Wohltat (!) dargestellt und so "angeboten", verkauft! wird, obwohl es oft zusätzlich belastend, schlimmstenfalls auch beschädigend ist.
-
13.12.2025
Autismussupport Svenja Diederichs, youtube-Video - "Warum Autimsus oft spät diagnostiziert wird"
Auch hier kann ich alles im Video Gesagte (leider) nur bestätigen.
Es werden immer noch falsche bzw. keine oder zu spät richtige Diagnosen gestellt, viele neurodivergente Menschen als solche von "Diagnostikern" nicht erkannt, ja, gerade Mädchen und Frauen.
Deshalb nochmal:
Autismus und/oder ADHS, Neurodivergenz bekommt man nicht im Lebensverlauf, ist keine psychische Erkrankung, sondern genetisch bedingt, angeboren.
Immer noch wird nicht sorgfältig oder falsch bzw. gar nicht "diagnostiziert".
Neurodivergenz - Autismus (Autismusspektrumstörung, ASS) und/oder ADHS - ist immer schon in der Kindheit des jeweils "betroffenen" Menschen vorhanden, zeigt sich aber unterschiedlich "deutlich" - gerade bei Mädchen und Frauen oft weniger offensichtlich. Wird deshalb oft nicht frühzeitig erkannt.
Ich bin inzwischen übrigens überzeugt, dass es sehr viel mehr neurodivergente Menschen weltweit gibt, als wir bisher wissen.
Denn es ist evolutionär bedingt, wie ich vermute - eine genetische Variation, Vielfalt, die evolutionsbiologisch für/bei Menschen wohl vorteilhaft war bzw. ist.
-
04. Januar 2026
Autismus, Autismusspektrumstörung, ADHS, Neurodivergenz - offenbar "ganz normal" ;), wohl schon seit langem, vielleicht schon immer bei Menschen vorhanden, vorkommend oder sich aus Gründen entwickelt habend.
Nichts, das man "wegtherapieren", medizinisch, psychiatrisch therapieren, "behandeln" kann!
Das heißt: Man kann autistische, neurodivergente Menschen, siehe auch ADHS, nicht durch Therapie, Medizin, Psychiatrie, Psychotherapie, Psychopharmaka, "Antidepressiva", Verhaltenstherapie, Reha ... lukrativ ;) "heilen" bzw. für Arbeit, Job, Wirtschaft funktional, funktionalisierbar machen.
Autistische, neurodivergente Menschen brauchen - wie alle anderen Menschen auch - ihnen entsprechende, gute, wohltuende, bedürfnisorientierte, entlastende, unterstützende Lebensumstände, Umgebung: ohne Druck, Zwang, Strafe, Paternalismus, Autoritarismus.
-
20.12.2025
Es wird auf social media, bspw. bei bluesky, von einigen Autisten kritisiert, dass "neurotypische" Menschen sagen "Wir sind alle ein wenig autistisch."
Ja, es gibt durchaus auch bei sogenannt neurotypischen Menschen Verhaltensweisen, Reaktionen ..., die es auch bei Autisten gibt, allerdings zumeist seltener oder weniger intensiv ausgeprägt.
Mal sehen, wo wir in 5 bis 10 Jahren sind:
Wie gesagt, ich denke, es gab "immer schon" Autisten, "neurodivergente" Menschen, nur hat man das früher anders genannt, eingeordnet, ging damit anders um.
Und ich denke, es gibt auch gegenwärtig weit mehr "neurodivergente" Menschen als bisher bekannt ist. Eben weil es ein Spektrum ist.
Meiner auf persönlicher Beobachtung, Erfahrung und Reflexion basierenden Überzeugung nach sind die Übergänge zwischen "neurotypisch" und "neurodivergent" - wie wir es so heute, bisher noch bezeichnen - fließend.
Siehe dazu auch Barry M. Prizant, im verlinkten youtube-Video, von Svenja Diederichs zitiert.
Barry M. Prizant, der es ähnlich formuliert wie ich oben:
"Neurodivergenz", wie wir es heute noch nennen - Autismus, ADHS - ist gemäß ihm auch keine Störung, sondern eine, Zitat:
""Autismus ist keine Krankheit, keine Störung oder gar beklagenswerte Beeinträchtigung, sondern eine besondere, ungewöhnliche, eigentümliche Ausprägung des Menschseins."
Diese Quintessenz seiner wissenschaftlichen Arbeit legt der renommierte Autismus-Forscher Barry M. Prizant seinem Buch als Kernthese zugrunde und erarbeitet so eine andere Sichtweise auf das Phänomen Autismus. Gewöhnlich wird Autismus über Defizite charakterisiert, z. B. stark eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit oder zwanghafte Verhaltensmuster. Therapien konzentrieren sich daher häufig darauf, die Betroffenen von diesen "Symptomen" zu befreien.
Der Autor geht einen ganz neuen Weg. Wenn wir Menschen mit Autismus helfen wollen, müssen wir unsere Einstellungen und unser Verhalten ändern, anstatt sogenannte Auffälligkeiten "wegtherapieren" zu wollen. Autistische Verhaltensweisen sind nicht als krankhaft einzustufen, sondern als spezifische Ausprägungen innerhalb eines breiten Spektrums an menschlichen Verhaltensformen. Man sollte persönliche Stärken von Menschen mit Autismus ausbauen und Unterstützung anbieten, anstatt sie eindämmen zu wollen. Nur so können diese Menschen Lebensqualität erfahren, ohne dass die für sie wichtigen Entwicklungsprozesse gestört werden. (...)"
https://www.vakverlag.de/31177-einzigartig-anders-und-ganz-normal.html
-
Barry M. Prizant - "Einzigartig anders - und ganz normal"
/https%3A%2F%2Fbarryprizant.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2022%2F07%2FUH2-Hi-Res-cover.jpeg)
Dr. Barry M. Prizant
Welcome to the website of Barry Prizant! Here, you will find helpful resources, videos, and information about Barry and his work. More About Barry "Uniquely Human is brilliant. A revolution." Steve
https://barryprizant.com/
Barry M. Prizant über Autismus, Autismusspektrumstörung, Neurodivergenz - "Uniquely Human", via Talks at Google, 26.08.2015 So wichtig, was er sagt, wie er darüber informiert. Traurig, dass wir 10 Jahre später noch immer unangemessen damit umgehen ... .
04. Januar 2026
Kommentar, Stellungnahme zum youtube-Video vom 25.06.2023 von Dr. Weigel - "ADHS Anzeichen: Habe ich wirklich eine Störung? 5 typische Anzeichen und was es für Sie bedeutet!"
Dr. Weigel, leider ist vieles in Ihrem Video von Ihnen Genannte falsch, mit Verweis auf das ICD-11, seit 2022 in Kraft getreten:
1. ADHS ist - wie Autismus, Autismusspektrumstörung, wir nennen es bisher auch Neurodivergenz - keine Verhaltensstörung, keine "neurologische Erkankung", auch keine psychische Störung oder Erkrankung, es ist nicht im Lebenslauf erworben, sondern genetisch bedingt: angeboren.
2. Deshalb ist Neurodivergenz - ADHS, Autismus - nicht "wegtherapierbar", nicht "heilbar". Auch nicht durch Methylphenidat und/oder Antidepressiva oder Verhaltenstherapie, Psychotherapie.
3. Neurodivergenz als solche ist auch nicht behandlungsbedürftig. Hierzu sei auch auf Barry M. Prizant verwiesen.
4. Neurodivergenz hat es wahrscheinlich immer schon gegeben bzw. sich aus Gründen evolutionär entwickelt - die Übergänge zwischen "neurotypisch" und "neurodivergent" sind fließend.
5. Es gibt nach meiner Überzeugung, aufgrund meines bisherigen Wissens, meiner Beobachtung und Erfahrung sehr wahrscheinlich weltweit noch deutlich mehr neurodivergente Menschen als wir bisher wissen.
Zu diversen Belastungen und Komorbiditäten - wie bspw. Ängste, Zwänge, Depression, Sucht, Substanzabhängigkeit - kommt es bei neurodivergenten Menschen vor allem aufgrund ihrer Umgebung, sie belastenden Lebensumstände, belastenden bzw. überlastenden Anforderungen, die man insbesondere in Schule und Job, Erwerbstätigkeit, aber auch durch Bürokratie und Jobcenter an sie stellt: Druck, Zwang, Kontrolle, Strafe, Paternalismus, Autoritarismus - mit den bekannten Folgen: Armut, Existenzunsicherheit, Entzug der Existenzgrundlage, siehe wiederholt vollzogene (Total-) Sanktionen durch Jobcenter, sowohl in Hartz IV als auch im "Bürgergeld" als auch in der "neuen Grundsicherung" der gegenwärtigen Regierung: CDU, SPD, Koalition.
Neurodivergente Menschen brauchen, wie alle anderen Menschen auch, entsprechend entlastende, bedürfnisorientierte, für sie "passende" Lebensumstände - sie können und wollen nicht von Regierenden und/oder Medizinern, Therapeuten, Gesundheitssystem, Wirtschaft als Objekte, als Menschenmaterial für Wirtschaftsprofite, Wirtschaftswachstum, Kapitalismus, durch Erwerbstätigkeit, Lohnarbeit, als Lohnarbeiter funktionalisierbar gemacht, instrumentalisiert werden.
Wir müssen demgemäß die politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Verhältnisse an den unterschiedlichen Menschen, an Subjekten, ihren natürlich menschlichen (!) Bedürfnissen, Einschränkungen, Grenzen und Möglichkeiten ausrichten, ihnen "anpassen", nicht Menschen als Objekte be-/misshandeln, sie funktionalisierbar, instrumentalisierbar und gewinnbringend ausschlachtbar machen. Menschenwürde, Menschenrechte, Werte, Ethik, Prosozialität, Vernunft, Mitgefühl, Reife.
-
"(...) Die Heritabilität wird geschätzt aus Zwillingsstudien mit bis zu 80 % angegeben. (...)"
"(...) Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine Neuroentwicklungsstörung mit hoher Erblichkeit, deren genetische Grundlage aus Tausenden von Varianten besteht. Die meisten dieser Varianten erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer ADHS-Diagnose jedoch nur geringfügig. Eine internationale Studie zeigt nun, dass auch sogenannte „high-effect genetic variants“, also seltene, stark wirkende genetische Varianten, eine wichtige Rolle spielen. Verantwortlich dafür waren Forschende der Universität Aarhus (Dänemark); weitere Beteiligte waren das Broad Institute of MIT und Harvard (USA), die Radboud Universiteit (Niederlande) und das Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. (...)"
27. März 2025
Wie geht man mit einer falschen Diagnose, Ausschlussdiagnose um, die sich auf eine fehlerhafte Diagnostik gründet?
Was macht man, wenn ADHS-Diagnostik zwar durchgeführt wurde, aber falsch bzw. unzureichend, wenn die Diagnose auf ein einziges Testergebnis gestützt wird, was nicht leitlinienkonform ist?
Konkret: Es wurde bei einer mir nahestehenden volljährigen Person als Diagnostik ein einziges Gespräch (zum Vorstellungsgrund), daneben nur der ADHS-SB und der WURS-K sowie ein TOVA-Test durchgeführt, keine weiteren üblicherweise eingesetzten Fragebögen, auch keine zur Fremd-, Angehörigen-, Elternbeurteilung etc..
Im Arzt-, Befundbericht ist mitgeteilt:
"Das retrospektive Selbstbeurteilungsinstrument WURS-k mit dem Ergebnis von 36 Punktn (bei einem kritischen Wert von 30) weist auf eine Aufmerksamkeits- bzw. Hyperaktivitätsstörung in der Kindheit hin."
und:
"Der ADHS-SB weist mit 29 Punkten (bei einem kritischen Wert von 15) auf eine Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter hin."
Aber:
"Weiterhin finden sich eigenanamnetisch Hinweise für das Vorliegen einer einfachen Aufmerksamkeitsstörung, die jedoch durch die Ergebnisse der TOVA-Testung nicht objektiviert werden konnten."
Die Diagnosestellung wurde somit alleinig, ausschließlich auf das TOVA-Testergebnis gestützt. - Wozu wurde dann aber ADHS-SB und WURS-K überhaupt durchgeführt, wenn die Ergebnisse dieser beiden "Tests", Fragebögen, deren Auswertung, Ergebnisse bei der Diagnosestellung vollumfänglich übergangen wurden?
Auch die bestehende familiäre Vorbelastung wurde vollständig übergangen, ignoriert.
Diese Vorgehensweise ist meines Wissens nicht seriös, nicht der üblichen Routinediagnostik, nicht der S3-Leitlinie (AWMF) entsprechend.
Die Diagnosestellung darf sich nicht auf einen einzelnen Test, ein einziges Testergebnis - in diesem Falle TOVA - gründen.
Dies haben wir gegenüber der die Diagnostik durchgeführt habenden Person auch mitgeteilt und um Wiederholung bzw. erneute vollständige, korrekte ADHS-Diagnostik bzw. um Einbeziehen der Ergebnisse des ADHS-SB und WURS-K, also um Korrigierung der Diagnose gebeten, dies wurde jedoch nicht vorgenommen, es wurde lediglich ein zweites persönliches Befundgespräch angeboten, jedoch hatte bereits ein Befundgespräch telefonisch stattgefunden: bevor der schriftliche Befund vorlag, von dessen genauem Inhalt - siehe o.gen. Diagnostik und Diagnosestellung, Begründung der ADHS-Ausschlussdiagnose - wir daher zum Zeitpunkt des Telefonats keine Kenntnis hatten.
Ein weiteres Gespräch würde an der fehlerhaften Ausschlussdiagnose nichts ändern.
Es müsste stattdessen "nachträglich" das Ergebnis des ADHS-SB und WURS-K einbezogen werden, der Befundbericht entsprechend geändert werden oder es müsste eine neue vollständige, umfassende ADHS-Diagnostik durchgeführt werden. Beides wurde vonseiten der die Testung durchgeführt habenden Person abgelehnt.
Was macht man in einem solchen Fall, an wen kann man sich wenden, wenn die Diagnostik nicht korrekt durchgeführt wurde, die Ausschlussdiagnose auf nur den TOVA-Test gestützt, damit begründet wird?
Die ADHS-Testung wurde im Februar 2025 von einer Psychologin (nicht Psychiaterin, nicht Neurologin, also keiner Ärztin) in einer Klinik-Ambulanz durchgeführt.
-
25. März 2025
ADHS Spektrumstörung, Autismus, Autismusspektrumstörung und andere psychische Erkrankungen, Beeinträchtigungen, Störungen - Warum ist die Diagnosestellung, richtige Diagnostik und Diagnose wichtig:
Von - m.E. seit mehreren Jahren bereits kontinuierlich zunehmender - psychischer Pathologisierung halte ich nichts, aber wie bei physischen Erkrankungen, Störungen, Beschwerden so gilt auch für psychische: nur wenn man die Ursache kennt, kann man angemessen behandeln, wenn und soweit möglich und wenn man seine Beschwerden, Beeinträchtigungen, Schwierigkeiten, "Besonderheiten", Auffälligkeiten etc. durch eine richtige Diagnose vor allem selbst besser oder überhaupt erstmals einordnen, verstehen kann, kann man damit besser umgehen.
Man hat dann ggf. auch weniger Selbstzweifel, Selbstwertproblematik, Ängste, Unsicherheiten, Depressionen, weniger sozialen Rückzug, Isolation und/oder tätigt weniger schädigendes Kompensationsverhalten, wie bspw. Sucht, Substanzabhängigkeit und anderes selbstverletzendes Verhalten.
Außerdem ist es auch für die Umwelt, andere Menschen, Sozialkontakte, Familie, Freunde, Partner, Kinder sowie Arbeitgeber wichtig zu wissen, wie das jeweilige Verhalten einzuordnen ist, wie man mit Besonderheiten, Beschwerden, Einschränkungen angemessen umgeht und auch, was (Verhalten, Tätigkeiten ...) man von "neurodivergenten, neurodiversen" Menschen in welchem Kontext, setting, welcher Situation, Umgebung wie erwarten kann, ohne sie zu belasten oder zu beschädigen, und was weshalb ggf. nicht.
Siehe z.B. "schwieriges, auffälliges, abweichendes" Sozialverhalten, antisoziales Verhalten, siehe auch Schwierigkeiten im Erkennen, Verstehen, Aufnehmen, Verarbeiten, Wiedergeben, Organisieren, Strukturieren, Planen, bei Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Vernunft u.v.a.m..
ADHS ist zumeist eine Komorbidität von FASD, Fetales Alkoholsyndrom, Alkoholembryopathie ... .
Aber es liegt bei ADHS auch ein erhöhtes Risiko für Substanzabhängigkeit, Sucht vor.
-
26. März 2025
Es stellt ein gravierendes Problem dar, wenn bzgl. "neurologischen, neuronalen Entwicklungsstörungen" wie Autismus, Autismusspektrumstörung (ASS) und ADHS keine oder eine falsche Diagnose gestellt wird: aufgrund der Folgen, die sich daraus ergeben, u.a. fehlende oder falsche Therapie.
Durch eine nicht, zu spät oder falsch gestellte Diagnose können Menschen zusätzlich erheblichen Schaden nehmen, weil ihnen vieles selbst unverständlich bleibt, ihnen nicht angemessen geholfen wird, sie weiterhin vielfach stark belastet und sich selbst überlassen bleiben.
Es kann dann - wenn bspw. ADHS nicht oder erst sehr spät im Lebensverlauf bei Erwachsenen diagnostiziert wird - und kommt wohl faktisch auch häufig zu Substanzabhängigkeit, Sucht, insbes. bzgl. Alkohol, Nikotin, Cannabis, mit wiederum entsprechend schädigenden Folgen.
Gibt es eine Art seriöse Übersicht, Information über neurologische und psychische Störungen, Erkrankungen, Behinderungen, die mit einem Mangel an oder Einschränkungen bei kognitiver und/oder affektiver Empathie, Mitgefühl einhergehen?
Bspw. Autismus, ASS, ADHS, Narzissmus (narzisstische, antisoziale PKST) ... .
-
Der manipulierte, der ausgeschlachtete Patient. Medizin, Gesundheitssystem, Profit, Kapitalismus und Folgen ...
Autismussupport Svenja Diederichs - "Schau das bevor du den Eltern autistischer Kinder die Schuld gibst!"
13. Dezember 2025
Mein Kommentar zum youtube-Video von Autismussupport Svenja Diederichs - "Schau das, bevor du den Eltern autistischer Kinder die Schuld gibst" nachfolgend einkopiert:
DANKE für dieses so wichtige Video: Information, Aufklärung! Es sollten wirklich zahlreiche Menschen, insbes. Verantwortliche in Schulen, bei Jugendämtern, in diversen Beratungsstellen ... sehen, hören und sich dafür öffnen.
Ich kann fast alles so, wie es in diesem Video genannt und beschrieben wird bestätigen, denn wir hatten das hier tatsächlich (fast) alles:
Mobbing in der Grundschule, zwei Absentismusverfahren, weil meine Tochter nicht mehr in die Schule gehen wollte/konnte, weil sie auch das frühe Aufstehen schon im Vorschulalter stark körperlich belastete, zweimal deshalb auch Gefährdungsmeldung an das Jugendamt und Androhung des Einschaltens des Familiengerichtes (zwecks Sorgerechtsentzugs) vonseiten der Schule - einer Grundschule und später einer Stadtteilschule (als Tochter schon 17 war) - da mir, der Mutter, unterstellt wurde, ich würde meine Tochter vorsätzlich vom Schulbesuch abhalten.
In der Stadtteilschule wurde nur noch digital "gelernt", mit Tablets, ohne Hefte, Schulbücher - damit kam meine Tochter nicht zurecht, wir hatten die Schule beide mehrfach, über Monate darum gebeten, meine Tochter "analog" lernen zu lassen, es wurde nicht ernstgenommen und gab "kaum" Unterstützung vonseiten der Schule, der Schulserver u.a.m. musste genutzt werden, es wurde das digitale Lernen oktroyiert.
Das Jugendamt stellte beide Male keine Kindeswohlgefährdung oder -schädigung fest, trotzdem ist solches Vorgehen von Schulen, Schulleitern ... massiv repressiv, übergriffig, völlig unangemessen, da es Familien - Kinder und Eltern - nur noch zusätzlich belastet, da es auch gezielt um Druckausüben und Machtdemonstration bzw. Gehorsam, Folgsamkeit erzwingen geht: das Kind soll mit allen Mitteln wieder zum Schulbesuch gebracht werden - siehe Schulpflicht, auch Schulzwang in Deutschland - eigenes Thema.
Die "Rettung", Entlastung für meine Tochter war der Besuch einer Privatschule, einer demokratischen Schule, Reformschule, von denen es in Deutschland bisher leider nur sehr wenige gibt und die leider eben privat finanziert werden müssen, was mittellosen Familien zumeist nicht möglich ist - in staatlicher Schule hat sie keinerlei Unterstützung erhalten.
Aber seit meine Tochter die Schulpflicht (altersbasiert) erfüllt hat, ist jetzt wieder der ganze gesellschaftliche bzw. politische Druck vorhanden und massiv zusätzlich belastend, siehe Erwerbs-, Lohnarbeitspflicht und/oder Ausbildungspflicht im sanktionsbewehrten "Bürgergeld"bezug, Auflagen des Jobcenters, materielle Armut ... .
Eine Grundschullehrerin hat bspw. ihre Buntstifte, die meine Tochter nach Farben in ihr Mäppchen einsortierte, alle wieder herausgenommen und sie durcheinander eingesteckt. Auch war meine Tochter schon in ihrer Kindheit in allem sehr langsam, brauchte deutlich mehr Zeit als andere Kinder, bspw. für das Essen, zum Anziehen u.v.a.m..
Es gab und gibt seit ihrer frühen Kindheit noch zahlreiche weitere "Besonderheiten und Eigenheiten" - wie ich es früher immer so nannte, weil ich meine Tochter in ihrer Kindheit nicht pathologisieren und nicht stigmatisieren (lassen) wollte, aber es hat sich vieles eben n i c h t "ausgewachsen", nur verändert, anderes hat sich verschlimmert und einiges (Symptome, Beschwerden, Einschränkungen, Verhaltensweisen, Belastungen) kam seit der (späten) Pubertät neu hinzu.
Wir haben bisher jedoch leider immer noch keine - richtige - Diagnose - nur die typischen Komorbiditäten (Depression, Angst-, Zwangsstörung, Soziale Phobie, Anpassungsstörung, UEMF/Dyspraxie, Entwicklungsverzögerung) bisher durch eine Kinder- und Jugendpsychiaterin diagnostiziert, denn diese Komorbiditäten "können" bzw. sollen, wollen von Ärzten ambulant, aber auch in Kliniken stationär mit sogen. Antidepressiva "behandelt" werden. Nicht hilfreich, ganz im Gegenteil. Eigenes Thema: Antidepressiva aus der SSRI-Gruppe ... .
Im Kindergarten wurde meine Tochter ein Mal zum Essen einer Mahlzeit gezwungen, sie durfte nicht aufstehen, musste den gesamten Nachmittag alleine am Tisch sitzen bleiben, während die anderen Kinder spielten, weil sie auch nicht "probieren" wollte - obwohl ich den Erzieherinnen bei der Anmeldung ausdrücklich gesagt hatte, dass meine Tochter nur sehr selektiv isst ("picky eater" nannte unsere Kinderärztin das damals).
In der Grundschule hat meiner Tochter keine der beiden Grundschullehrerinnen irgendwie beigestanden, obwohl sie auch von mir über das Mobbing und die Ausgrenzung meiner Tochter durch die anderen Kinder informiert waren.
Es ist auch meine langjährige Erfahrung, dass Eltern, Mütter von Schulen, Jugendämtern, Familiengerichten, aber auch Ärzten und Kliniken nicht ernstgenommen oder für inkompetent, unfähig gehalten werden, dies offenbar umso mehr, wenn die "Eltern" alleinerziehende, nicht-vermögende Mütter sind.
Ich stimme auch allem zu, das in diesem Video über vertraute Umgebung, Rituale, Bezugspersonen und Psychiatrieaufenthalte gesagt wird.
Sowie auch all dem, das sich an Symptomen bei betroffenen Kindern und Jugendlichen durch Überlastung, Überforderung und entsprechende körperliche und/oder emotionale Reaktionen, Folgen zeigt, bspw. intensive physische und psychische Erschöpfung.
Ja, man kämpft als Eltern, hier/ich als Mutter Jahre lang alleine für den bedürfnisorientierten, respektvollen, wohltuenden, nicht-paternalistischen Umgang anderer mit dem Kind: an allen Fronten. Aber man bekommt zumeist nur zusätzliche Knüppel zwischen die Beine geworfen, Hindernisse in den Weg gestellt, zusätzliche Belastungen aufgeladen - statt Unterstützung, Entlastung, Beistand, statt Regenerationsmöglichkeiten, Stärkung.
Es gibt nur immer noch mehr Druck, Kontrolle, Zwang, Vorgaben, Auflagen und Strafen - Beschädigung. Aber sogar und gerade das wird von offiziellen Stellen, Institutionen als "Hilfe, Unterstützung" bezeichnet.
Bin für dieses informative, wichtige Video deshalb sehr dankbar!
-
update 02. Dezember 2025
Neurodivergenz, ADHS, Autismus, Autismusspektrumstörung
Es gibt inzwischen so einige Informationen, Artikel, youtube Kanäle zu und von Betroffenen sowie betroffene Kinder und deren Eltern, aber ich finde so gut wie nichts über autistische Eltern und Kinder autistischer Eltern.
Gibt es dazu Untersuchungen, Forschung: Ob und ggf. welche Probleme es in der "Erziehung", im Umgang autistischer Eltern, Mütter, Väter, mit ihren Kindern - häufig - gibt?
Gibt es Wissen, Daten, Information dazu, wie oft Kinder autistischer Eltern in Adoption oder Pflege gegeben werden?
Da autistische Menschen und Menschen mit ADHS, neurodivergente Menschen häufig Probleme mit Planen, Strukturieren haben, leicht(er)/schneller, ggf. öfter in Überforderungs-, Überlastungssituationen geraten können und eine "spezielle Art Empathie" haben, da auch mehrere Komorbiditäten wie Depression, Angst- und Zwangsstörungen, Soziale Phobie, vor allem aber auch Sucht, Substanzabhängigkeit bei neurodivergenten Menschen häufig vorhanden bzw. sie dafür anfälliger sind, wird auch das den bedürfnisorientierten! Umgang, Alltag mit Kindern sicher erschweren.
Noch erheblich herausfordernder bzw. belastender wird es für neurodivergente, insbes. autistische Menschen sein, wenn sie alleinerziehend, ohne familiäre oder anderweitige soziale Unterstützung und mittellos sind.
Was weiß man über solche Konstellationen, Situationen, Umstände, Familien: ?
Gibt es auch Forschung, Ergebnisse dazu, ob und wie häufig Neurodivergenz, Autismus eine oder mehrere Generationen überspringt?
Es können bspw. nur manche, nicht alle Kinder und die Großeltern (Großmutter oder Großvater mütterlicher- oder väterlicherseits) autistisch sein, nicht aber die Eltern.
Oben gestellte Frage noch einmal anders, deutlicher formuliert:
Wieviele Kinder, die in Adoption oder Pflege (Dauer-, Langzeit-, Vollzeitpflege, zu Pflegeeltern) gegeben wurden und werden, haben autistische, neurodivergente Eltern?
Hat man das eruiert? Wer, seit wann, wo?
Falls nicht, warum nicht?
-
30. März 2025
Wer unterstützt, entlastet Eltern, alleinerziehende, ledige, mittellose Mütter, die selbst kein ADHS und/oder ASS haben (aber der Kindesvater) mit von ADHS und/oder ASS betroffenen Kindern?
Mit effektiver, wohltuender Unterstützung und Entlastung meine ich nicht "Erziehungsratgeber, Erziehungstips, Tips zur Alltagsstrukturierung", Fremdbetreuung etc..
Ich meine damit: weitere verlässliche, vertraute Bezugspersonen unterschiedlichen Alters und Geschlechts - siehe bspw. durch gefördertes cohousing - für Mutter und Kind(er), Beheben der materiellen Armut und all ihrer einhergehenden massiven Belastungen, Entbehrungen, Kämpfe ... .
Ich meine damit Anerkennung, Wertschätzung für die von diesen Frauen, alleinerziehenden, ledigen, mittellosen Müttern in/trotz Armut, da ohne Einkommen geleistete Arbeit: Sorge-Arbeit.
Ich meine damit ein gesellschaftliches Bewusstsein für die vielfachen, ausgeprägten Belastungen und Beschädigungen, die diese Frauen, Mütter von Gesellschaft und Regierungen verursacht bekommen.
Stichworte: "Bürgergeld", Hartz IV, Sanktionen, Armut, Ausgrenzung, fehlender Zugang zu Mobilität, soziokultureller Teilhabe, zu lange Wartezeiten für Diagnosen, falsche, fehlerhafte oder zu spät oder nicht gestellte Diagnosen bei den Kindern, unangemessene oder fehlende wohltuende Therapie für die Kinder, Jugendlichen, Adoleszenten u.v.a.m..
-
Neurodivergenz und mecfs, ME/CFS
br Lebenslinien - "Leben mit ADHS: Ein langer Weg zur Diagnose"
27. März 2025
Zur oben verlinkten br Lebenslinien Dokumentation "Leben mit ADHS: Ein langer Weg zur Diagnose"
Bei Heinz kommen gleich mehrere mir aus eigener Erfahrung bekannte Umstände zusammen:
Er war Pflegekind, hat bereits im Kleinkindalter eine Trennung von der Herkunftsfamilie (biologische Eltern) erfahren, wurde dann mehrfach "hin- und hergereicht".
Ähnlich bei mir, ich hatte allerdings keine Heimaufenthalte, "nur" mehrere Pflegeeltern (schon seit dem Säuglingsalter) und zwei Internatsaufenthalte im Jugendalter und kenne, wie Heinz, meinen biologischen, spanischen Vater nicht, kenne aber meine biologische Mutter.
Meine biologische Mutter ist selbst adoptiert, Adoptivkind gewesen, kennt ihre leibliche Mutter nicht, hat von ihrem biologischen Vater erst erfahren, als er schon verstorben war - bis dahin kannte sie ihn nur als ihren "Onkel" - und hat mit ihren Adoptiveltern sehr negative, belastende, beschädigende Erfahrungen gemacht, von denen sie mir immer wieder berichtete.
Der leibliche Vater meiner Mutter war Alkoholiker.
Meine leibliche Mutter, die mich im Alter von 30 Jahren zur Welt brachte, war sehr wahrscheinlich selbst völlig überfordert mit dem Muttersein, nicht nur mit dem Alleinerziehendsein, da sie wohl selbst eine "neurologische Störung" wie ADHS und/oder eine Autismusspektrumsstörung hat und/oder ggf. weitere psychische Störungen oder Erkrankungen bei ihr vorliegen.
Meine Mutter war viele Jahre Alkoholikerin, allerdings auf "gepflegte, kultivierte" Art.
Ich bin nicht bei/mit ihr aufgewachsen, habe nur wenige Jahre mit ihr zusammengelebt. Sie hat mich mehrfach "weggegeben" - zu verschiedenen Pflegeeltern und in zwei Internate.
Meine Mutter hat ein "Messie-Syndrom" bzw. sammelt, hortet Gegenstände schon seit vielen Jahren, auch schon zu Zeiten, als sie noch deutlich jünger war.
Auch ich, 51-jährig, versuchte vor wenigen Jahren, mit Ende 40, noch Informationen aus meiner Pflegekindakte beim damals zuständigen Jugendamt zu erhalten, mir wurde von dort jedoch mitgeteilt, Pflegekinderakten würden nach 10 Jahren vernichtet, während Akten zu Adoptionsfällen gemäß gesetzlicher Regelgung 100 Jahre aufbewahrt werden müssen. Es gibt deshalb leider keine Akten beim Jugendamt mehr zu meiner Person ... .
Pflegekinder sind Adoptierten gegenüber rechtlich deutlich schlechtergestellt.
Die weiteren Parallelen betreffen den biologischen Vater meiner Tochter, der ebenfalls Adoptivkind ist, seine leiblichen Eltern (und ca. 7 leibliche Geschwister) nicht kennt, seit dreißig Jahren stark substanzabhängig ist - Alkohol, Cannabis, Nikotin - und zwei Suizidversuche mit bleibenden Schäden "überlebt" ... hat.
Bis heute hat er keine ADHS-Diagnose, ich bin aus zahlreichen Gründen jedoch sicher, dass er ADHS hat und dass ihm die Diagnose helfen würde und ihn vor viel Schädigendem ggf. bewahrt hätte, hätte er die Diagnose schon in seiner Jugend erhalten.
Bei ihm ist nur bekannt, dass er FASD hat. Dies erfuhr ich durch Zufall - ich stieß damals auf einen Artikel in der ZEIT über FASD und sich anschließender eigener Recherche erst, als ich mit meiner - und seiner - Tochter schwanger war.
ADHS geht sehr häufig mit FASD einher bzw. umgekehrt: viele von FASD Betroffene haben - neben weiteren Symptomen, Beschwerden, Störungen - ADHS.
Und viele von ADHS Betroffene sind substanzabhängig, vor allem alkoholabhängig.
Meine Tochter zeigt seit ihrer Kindheit zahlreiche ähnliche körperliche, psychisch-emotionale, soziale, verhaltensbezogene "Besonderheiten", Beeinträchtigungen, Symptome, Beschwerden wie ihr biologischer Vater, der diese auch bereits seit seiner Kindheit hatte, die ich hier jedoch aus Gründen des Privatsphäre-, Intimsphäreschutzes meiner Tochter nicht sämtlich detailliert nennen möchte.
Bei ihrem Vater ging ich lange Zeit davon aus, seine Symptome, Defizite, Beschwerden seien Folge vor allem seines Alkoholismus und seines FASD, aber siehe die Tatsache, dass ADHS bei FASD-Betroffenen sehr häufig auftritt.
Bei meiner Tochter nahm ich in deren Kindheit an, sie habe einfach "Besonderheiten", diese seien Ausdruck ihrer Persönlichkeit und einiges würde sich mit der Zeit noch entwickeln, Kinder seien verschieden in ihrer Entwicklung, ihrem Entwicklungstempo, jedes Kind habe außerdem eine eigene, individuelle Persönlichkeit, ein angelegtes, je eigenes, persönliches Wesen, Naturell, das es schon "mit auf die Welt bringt". Kein Mensch kommt als "unbeschriebenes Blatt" zur Welt.
Die Symptome meiner Tochter waren während ihrer Kindheit nie so stark ausgeprägt, dass ich sie für "pathologisch" hielt und ich wollte sie auch keinesfalls pathologisieren oder stigmatisieren (lassen).
Ihre "Besonderheiten", Symptome, Beschwerden ... wuchsen sich jedoch nicht aus, sondern wurden mit der Pubertät schlimmer, neue "Auffälligkeiten" und Beschwerden kamen hinzu, andere veränderten sich und es gibt seit ca. fünf Jahren, seit ca. 2020 für uns beide zahlreiche weitere stark belastende persönliche, familiäre, sozioökonomische, schulische, politische, gesundheitliche Umstände, Vorkommnisse, Widerfahrnisse ... .
Es ging alles noch relativ gut, so lange meine Tochter noch nicht in der Schule (Grundschule) war, ab da wurden die Belastungen jedoch stärker, weil die Anforderungen von außen, von anderen kontinuierlich stiegen und sie dem "nicht gewachsen war". Sie war dann u.a. mit Ausgrenzung und Mobbing sowie später einem Absentismusverfahren und Bußgeld wegen unterstellter Schulpflichtverletzung konfrontiert sowie mit weiteren Belastungen, auch Beschwerden körperlicher Art.
Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen meiner Tochter, deren Vater und meiner Mutter ist deren erhöhtes Schlafbedürfnis, sie sind alle "Eulen, Nachtmenschen, Langschläfer" (siehe Chronotypus, Chronobiologie).
Meine Tochter war dies schon als Kleinkind - im Gegensatz zu meinem Sohn und mir.
Meine Tochter reagiert auch schon seit vielen Jahren auf auch ihr angenehme Freizeitaktivitäten mit einer ausgeprägten körperlichen Erschöpfung, die man ihr dann auch deutlich ansieht - sie ist dann immer sehr blass, hat Augenringe, obwohl kein Schlaf- oder Nahrungsdefizit vorliegt.
Bisher ging ich davon aus, Ursache dieser Erschöpfungszustände sei - wie bei mir - ein Mangel an Vitalstoffen, bspw. Eisenmangel, Vitamin D-Mangel und Mangel an B-Vitaminen, was auch zutrifft, schulmedizinisch bei uns beiden bestätigt wurde.
Inzwischen denke ich jedoch, es sind bei meiner Tochter diese Vitalstoffmangelzustände nicht der alleinige Grund für ihre Erschöpfungszustände.
Meine Tochter hatte in ihrer Kindheit, im Alter zwischen 2 und 10 Jahren regelmäßig, mehrmals jährlich acetonämisches/ketonämisches Erbrechen.
Uns konnte von keinem Kinderarzt und in keiner Klinik - es gab deswegen vier Klinik-/Notfallaufenthalte wegen erforderlicher Infusionsgabe, nach der sich die Symptome auch jedes Mal innerhalb weniger Stunden drastisch besserten bzw. vollständig verschwunden waren: nur durch die Infusionen mit NaCL, einmal zusätzlich mit Glucose - die Ursache des ketonämischen Erbrechens genannt werden, es hieß stets, manche Kinder hätten dies, man kenne die Ursache nicht, es wachse sich meist mit der Pubertät aus.
Später hieß es von ärztlicher Seite, das ketonämische Erbrechen zeige sich bei Kindern als Vorstufe zu Migräne, sei eine Art "kindliche Migräne", meine Tochter hat jedoch auch heute keine Migräne, auch nicht ihr Vater, ihr Bruder oder ich.
Zusätzlich sprach meine Tochter in ihrer Kindheit immer wieder von "Anstrengungsbauchweh", dies vor allem beim Geigenunterricht und Geigeüben zu Hause, wenn sie sich also konzentrieren, fokussieren und längere Zeit stehen musste.
Sie hatte sich die Geige selbst als Musikinstrument ausgesucht, wollte unbedingt Geige spielen lernen, sie wurde nicht dazu gezwungen oder gedrängt.
Eine Art "Schonzeit" gab es in den Jahren, in denen meine Tochter eine Privatschule, eine Demokratische Schule, besuchen konnte, in dieser Zeit ging es ihr gut, deutlich besser als in den staatlichen Schulen zuvor, sie hatte dort auch gute Sozialkontakte, fühlte sich wohl.
Dies veränderte sich negativ, als sie diese Schule (altersbedingt) verlassen musste und im Anschluss den nächsthöheren Schulabschluss an einer staatlichen Schule anstrebte, deshalb wieder eine staatliche Schule besuchte - ab da ging es ihr wieder deutlich und zunehmend schlechter, Pubertät und die Corona-Zeit kamen hinzu sowie unsere intensiv belastende Situation in materieller Armut, ohne weitere Bezugspersonen, Familie, ohne Unterstützung, Beistand, Rückhalt, Entlastung durch bspw. Kindesvater oder Großeltern, sowie durch meine eigenen chronischen körperlichen Erkrankungen und der Verschlechterung meines gesundheitlichen, körperlichen Zustands mit einhergehend erheblichen, auch armutsbedingten Einschränkungen.
Mein Sohn, der 13 Jahre älter ist als meine Tochter und einen anderen biologischen Vater hat als sie, zeigt diese Symptome, "Besonderheiten" und Beschwerden nicht, weder in der Kindheit noch später, auch ich hatte und habe sie nicht.
Aber auch mit meinem Sohn war ich seit dessen Geburt allein alleinerziehend und armutsbelastet.
In keiner der beiden Schwangerschaften habe ich geraucht und/oder Alkohol getrunken, gekifft oder andere gefährliche, schädigende Substanzen konsumiert, auch keinerlei Medikamente, dies auch nicht zu Anfang der Schwangerschaften, bevor ich wusste, dass ich schwanger war.
Ich trank zu dieser Zeit (wie auch jetzt, seit Jahren krankheitsbedingt wieder) nicht einmal Kaffee oder schwarzen Tee.
Ich trinke grundsätzlich nie Alkohol, auch nicht zu "besonderen Anlässen", habe nur in meiner Jugend kurzzeitig (ca. vier Jahre) geraucht (Zigaretten), war lebenslang kein einziges Mal betrunken, habe seit meiner Kindheit, bis zur Schwangerschaft mit meiner Tochter regelmäßig Sport gemacht, mich im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten gesund ernährt, war nie übergewichtig, habe auch keine anderen Substanzen, Drogen, Tabletten, auch keine Kopfschmerztabletten oder Ähnliches konsumiert.
Ich gehe inzwischen aufgrund all dessen davon aus, dass die "Besonderheiten" meiner Tochter genetisch bedingt sind, sie diese von ihrem biologischen Vater "geerbt" hat, weil er sehr ähnliche Symptome, Beschwerden etc. seit seiner Kindheit bereits hat. Er hat sie sehr wahrscheinlich wiederum von seinen leiblichen Eltern oder einem Elternteil geerbt.
Leider wurde das oben Genannte bei der Diagnostik, Diagnosestellung meiner Tochter vollumfänglich unberücksichtigt, außenvorgelassen, nicht in die Diagnostik, Diagnosestellung einbezogen.
Siehe dazu den oben stehenden Text "Wie geht man mit einer falschen Diagnose, Ausschlussdiagnose um, die sich auf eine fehlerhafte Diagnostik gründet?"
Zurück zu Heinz:
Es ist nachvollziehbar, dass er auf das verantwortungslose, lieblose Verhalten seiner Pflegeeltern bzw. die Überforderung und Abweisung seiner Pflegemutter und die schwere, schädigende Kindesmisshandlung seiner leiblichen Eltern mit Wut, Traurigkeit, Unverständnis reagiert.
Aber es ist anzunehmen, dass auch seine biologischen Eltern, insbesondere seine leibliche Mutter ihrerseits sehr wahrscheinlich stark "beeinträchtigt" war: "neurodivergent", dass sie selbst auch ADHS hatte und/oder zusätzlich noch weitere psychische Erkrankungen oder Störungen.
Es zeigt sich ein Mal mehr, wie wichtig es ist, die Ursachen von Symptomen, Beschwerden, Störungen, Erkrankungen zu kennen, um erst dann angemessen damit umgehen und ggf. beizeiten wichtige Hilfe erhalten zu können.
Deshalb sind zeitnahe und vor allem richtige Diagnosen unabdingbar. Auch dann, wenn physische und/oder neurologische und/oder psychische Störungen, Erkrankungen, Behinderungen angeboren und nicht heilbar, sondern ggf. nur symptomatisch behandelbar sind.
-
Meine Mutter ist wahrscheinlich Autistin und hochsensibel, wie ich heute aus Gründen vermute.
swr wissen, 24.04.2024 - "Der lange Weg zur Diagnose - ADHS bei Erwachsenen"
arte re 2022 - "ADHS bei Erwachsenen"
ADHS im Erwachsenenalter
"ADHS im Erwachsenenalter
von Dr. Astrid Neuy-Bartmann
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) im Erwachsenenalter, ein Krankheitsbild, bisher bei uns kaum bekannt und im Allgemeinen unterschätzt, hat eine ganz erhebliche Bedeutung. Schätzungsweise sind etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland betroffen, ohne die geringste Ahnung davon zu haben. Das Tragische dabei ist, dass die Krankheit relativ gut und mit großen Erfolgen behandelt werden kann, wenn sie erkannt wird.
Es ist nur wenig bekannt, dass Chaos, ständige Stimmungsschwankungen, Jähzorn, Impulsivität, Beziehungsunfähigkeit und auch Suchterkrankungen die Symptome einer ADHS sein können und diese sich wie ein roter Faden durch das gesamte Leben ziehen. Unerkannt gleicht die ADHS einem Phantom, das in alle Lebensbereiche hineinspukt, beträchtlichen Schaden hinterlassen und Beziehungen zerstören kann.
So entwickelt sich nicht selten eine Chronologie des Scheiterns.
Es gibt zur Zeit kein Störungsbild in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, das so kontrovers diskutiert wird, wie die ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung). Früher sprach man von »hyperaktiv« oder »hyperkinetisch«. Während sich die Fachärzte weitgehend darüber einig sind, dass es sich hier um eine Neurotransmitterstörung des Dopaminrezeptors handelt und das Krankheitsbild zu einem hohen Prozentsatz genetisch bedingt ist (bis zu 81%), wird dies insbesondere von pädagogischer und psychologischer Seite häufig noch in Frage gestellt und als Modediagnose verteufelt. Immer wieder wird der Vorwurf der Psychiatrisierung von Kindern erhoben und dass lebhafte Kinder durch Medikamente ruhig gestellt werden sollen. Dies führt zu einer polemisierenden Diskussion, die oft adäquate Behandlung verhindert, was für die Betroffenen nicht selten mit erheblichem Leid verbunden ist und mit dem Rätsel, warum sie immer wieder scheitern.
Erschwerend kommt hinzu, dass eine ADHS sehr häufig auftritt. Im Kindesalter stellt sie die häufigste seelische Störung dar, und man geht davon aus, dass 5 - 7% der Kinder betroffen sind.
Die bisherige Lehrmeinung, dass sich diese Störung im Erwachsenenalter auswächst, wird seit einigen Jahren widerlegt - insbesondere durch amerikanische Studien. Deutlich wird, dass 30 - 50% der von einer ADHS betroffenen Kinder auch später im Erwachsenenalter deutliche Symptome zeigen, die sie in ihrer Lebensgestaltung erheblich beinträchtigen. Allerdings erfolgt meist ein Symptomshift, d.h., dass sich die ursprünglichen Symptome der ADHS im Kindesalter verändern.
Im Erwachsenenalter zeigt sich dann nicht selten ein komplexes Krankheitsbild, das durchaus das gesamte Spektrum der Psychiatrie erfassen kann.
Wender-Utah-Kriterien
Angelehnt an die Diagnostik der Kinder wurden von Wender die »Wender-Utah-Kriterien%laquo; aufgestellt und von der WHO authorisiert.
Aufmerksamkeitsstörung
Die Betroffenen können den Scheinwerfer ihrer Aufmerksamkeit nicht lange auf etwas richten. Der Scheinwerfer der Aufmerksamkeit ist bildlich gesprochen auf einem wackeligen Kugelgelenk montiert, und bei der kleinsten Ablenkung bewegt sich dieser Scheinwerfer in Richtung des neuen Reizes. Das führt zu einer enormen Ablenkbarkeit, Vergesslichkeit, Sprunghaftigkeit und Zerstreutheit, die bei Kindern zu erheblichen Schulproblemen und bei Erwachsenen zu Arbeitsstörungen führen können. Sie vergessen sehr viel, machen Flüchtigkeitsfehler, sind vertrödelt, und die meisten Betroffenen bleiben so trotz guter Intelligenz weit unter ihren Möglichkeiten. Es werden deutlich schlechtere Schulabschlüsse erzielt, als dies mit ihrer Intelligenz möglich gewesen wäre. Manchmal wird nicht einmal ein Schulabschluss erreicht, was die Lebenskarriere maßgeblich beeinträchtigt. Es fällt den Betroffenen weiterhin schwer gezielt Wissen abzurufen, und so bringen sie inkonstante Leistungen. Erstaunlich ist aber, dass sich ADHS-ler ganz hervorragend auf etwas konzentrieren können, das sie sehr interessiert. Hier können sie Höchstleistungen erbringen, und man fragt sich oft, wieso manche Dinge so brillant bewältigt werden, einfache, uninteressante Dinge jedoch nicht. Hier schwanken sie nicht selten zwischen Null-Bock-Haltung und work-aholic.
Motorische Hyperaktivität
Während die Kinder besonders bei ADHS noch die klassischen Zappelphilippe sind, nicht stillsitzen, wild sind und sich nicht an Regeln halten können, zeigt sich die Symptomatik bei Erwachsenen diskreter. Sie haben gelernt sich besser zu beherrschen, aber sie behalten ihre innere Unruhe; ihr Getriebensein, das Gefühl wie unter Strom zu stehen und nicht abschalten zu können. Man bemerkt es nur noch an dem Wippen der Füße, den Fingern, die ständig in Bewegung sind und an irgend etwas herumspielen und dass man selbst etwas unruhig neben ihnen wird. Sie können nicht warten, müssen oft herumlaufen, weil sie sitzen und Ruhe nicht aushalten.
Verträumt, abwesend
Es gibt noch eine Sonderform, die wenig bekannt, aber trotzdem bedeutend ist. Besonders bei Mädchen zeigt sich diese Form der ADHS, nämlich die des unaufmerksamen Typs. Die Betroffenen wirken verträumt, abwesend, uninteressiert. Sie bekommen häufig etwas nicht mit, sind eher unauffällig, neigen dazu sich schnell zurückzuziehen und zu resignieren. Sie haben im späteren Lebensalter ein hohes Risiko für Depression und Ängste.
Affektlabilität, Impulsivität
Hiermit ist gemeint, dass die Betroffenen ständig eine emotionale Achterbahn fahren von »himmelhochjauchzend« bis »zu Tode betrübt«. Sie leben quasi dauernd im Extremen. Auf kleinste äußere Begebenheiten reagieren sie emotional heftig, häufig auch überzogen. Da geht gerade die Welt unter, weil eine relativ harmlose Bemerkung eines Mitmenschen eine tiefe Kränkung verursacht, dann funktioniert der MP3-Player nicht, weil man vergessen hat die Batterien aufzuladen und schon fliegt er gegen die Wand. Wenn dann aber eine liebe Freundin anruft, ist die Welt wieder in Ordnung. Diese extrem schnellen Stimmungswechsel machen den Betroffenen, aber auch ihren Mitmenschen sehr zu schaffen.
Die Impulsivität ist ein weiteres Problem. ADHS-ler handeln blitzschnell aus dem Bauch heraus, überschießend. »Erst gemacht, dann gedacht …«. Es tut ihnen oft hinterher leid, dass sie wieder so extrem reagiert haben, aber sie bekommen in diesem Augenblick nicht ihre so heftigen Gefühle unter Kontrolle. Es sind die alten »HB-Männchen«, die »Hitzeblitze«, aber auch die Menschen mit den zwei Gesichtern, von denen man alles haben kann, wenn sie gut gelaunt sind, die aber völlig ausrasten, wenn sie unter Stress kommen und gnadenlos ihre Gefühle in die Welt schleudern, wenn ihnen danach ist. Ich nenne sie »Mimosen mit Holzkeulen bewaffnet«. Sie sind für sich selbst hyperempfindlich, aber überhaupt nicht zimperlich damit, sofort zuzuschlagen, wenn sie sich angegriffen fühlen. Es ist ein extremes Gefühlsleben, nicht selten im Ausnahmezustand. »Schwarz – Weiß« und es gibt nichts dazwischen. Die Mitte wird so nur selten gefunden und Frustrationen und Niederlagen werden schwer ausgehalten. Sie fangen schnell begeistert etwas an und bei der kleinsten Schwierigkeit verlieren sie die Lust. Dies führt oft dazu, dass sie immer wieder neue Jobs anfangen oder auch in Beziehungen schnell aufgeben, wenn es schwierig wird.
Chaos, Desorganisation
Sie können schwer Ordnung halten, weil sie keine innere Struktur haben. Alles erscheint gleich wichtig und so können sie nichts wegwerfen, was durchaus auch bis zu einem Messie-Dasein führen kann. Das Chaos um sie herum gleicht ihrem inneren Chaos, sie finden wichtige Sachen in ihren Unordnungshaufen nicht, und sie haben keinen Überblick in ihrem Leben. Bei Frauen sind es die »Chaosprinzessinnen«, bei Männern die »zerstreuten Professoren«, denen man einfach alles hinterher tragen muss.
Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in der Schule und mit Mitmenschen
Bei all den oben aufgeführten Problemen ist es verständlich, dass es hier zu erheblichen Problemen kommt. Oft fühlen sich die Betroffenen gemobbt, weil sie mit ihrer Impulsivität und Stimmungsschwankungen anecken und die inkonstanten Leistungen führen zu erheblichen Problemen am Arbeitsplatz. Nicht selten erkranken auch die Partner und Angehörigen an Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen, denn es ist sehr belastend, mit den täglichen Stimmungsschwankungen und dem Chaos umzugehen.
Es zeigt sich eine Vervierfachung der Scheidungsrate, wenn ein Familienmitglied von ADHS betroffen ist. Erschwert wird dies noch durch die hohe Erblichkeit, so dass oft noch ein Elternteil, ggf. auch beide Eltern, zusätzlich betroffen sind, was die Probleme potenziert. In solchen ADHS-Chaos-Familien kann es in Stresssituationen auch zu körperlichen Auseinandersetzungen kommen. Alleinerziehende gelangen sehr schnell an ihre Belastungsgrenze.
Schnelle Erschöpfbarkeit und Lustlosigkeit
Das Durchhaltevermögen und die Selbstmotivation sind stark eingeschränkt, was zu schneller Resignation und Mutlosigkeit führt. ADHS-ler besitzen einen riesigen »inneren Schweinehund«, den sie nur sehr schwer für Aufgaben überwinden können, die sie nicht interessieren.
Daraus resultieren erhebliche Selbstzweifel und ein mangelndes Selbstbewusstsein. In den meisten Biographien der betroffenen Patienten zeigen sich eine Ansammlung von traumatischen Erfahrungen. Oft sind schon die Familien sehr problematisch und die Kinder haben früh die Erfahrung gemacht, dass sie nicht lernen konnten, vergesslich waren und in der Schule schlechten Noten hatten. Waren sie auch noch hyperaktiv, haben sie meist Ablehnung von anderen erfahren und sind in eine Außenseiterposition geraten. Die bisherige Lebenserfahrung in der Kindheit war dann: »Ich bin dumm und werde abgelehnt«. Das ist keine gute Voraussetzung für die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls. (...)
Die Diagnose und die Kenntnisse über ADHS sind wichtig, weil herkömmliche Therapien, besonders psychoanalytische und aufdeckende Therapien bei ADHS nicht wirkungsvoll sind. Häufig handelt es sich bei den Patienten auch um so genannte Therapieversager, denn sie haben schon eine Odyssee von Behandlungen hinter sich. Weder Antidepressiva, noch Neuroleptika haben ihnen wirklich gegen Depressionen, quälende Unruhe, Chaos und Konzentrationsstörungen helfen können. Vielleicht haben sie das Krankheitsbild sogar verschlimmert, weil der Patient noch ein paar Baustellen mehr hat, aber immer noch keinen Überblick und keine Struktur im Leben. Notwendig ist ein Therapiekonzept, das auf die Problematik und die besonderen Probleme der ADHS abgestimmt ist.
Hierzu gibt es verhaltenstherapeutische Programme, z. B. von PD. Bernd Heßlinger (Universitätsklinik Freiburg). Im Vordergrund steht hier die Problematik der Selbstorganisation und der Selbstkontrolle. Es geht um die Vermittlung von konkreten Gebrauchsanweisungen und Problemlösestrategien, sowie den Umgang mit den spezifischen Problemen. Oft ist es für die Patienten schon ungemein entlastend, dass dieses Phantom einen Namen hat, nämlich ADHS. ADHS-Patienten können so die Erfahrung machen, dass sie nicht alleine betroffen sind. Das ADHS-Modul von Freiburg bietet auch den großen Vorteil, dass es nicht in Einzeltherapie vermittelt wird, sondern in einer Gruppe mit anderen von ADHS Betroffenen. Der Erfahrungsaustausch entlastet die Patienten, die ja viele schmerzhafte Erfahrungen damit gemacht haben, dass sie anders sind und abgelehnt wurden.
Es hilft auch ungemein sich mit seiner Vergangenheit zu versöhnen: »Ich hatte es schwer mit ADHS und meine Eltern auch ...« Und so werden manche heftigen Entgleisungen von allen Beteiligten im Nachhinein versteh- und verzeihbarer. (...)
Im Erwachsenenalter zeigen sich Krankheiten der Erwachsenenpsychiatrie, die ohne Kenntnisse der ADHS sich nicht einfach erschließen lassen und oft fehlbehandelt werden. Es genügt nicht, nur die Sucht oder die Depression zu behandeln, weil damit eben nicht das gesamte Spektrum der ADHS erfasst werden kann, sondern nur die Spitze des Eisberges, der aus dem Wasser ragt. Unter der Wasseroberfläche aber zeigt sich die ADHS als Phantom, das unbedingt bei der Therapieplanung mit berücksichtigt werden sollte. Häufige Fehldiagnosen sind Borderlinestörungen oder manisch-depressive Erkrankungen.
Es handelt sich bei ADHS immer um eine Störung, die schon in der Kindheit vorhanden war. Man muss dies genau erfragen. Es gibt keine erworbene ADHS. Natürlich zeigt jeder Mensch Symptome einer ADHS, aber es geht darum, dass man dieses komplexe Syndrom zu großen Teilen und auch im ganzen Verlauf des Lebens erfüllt und es dadurch zu erheblichen Beeinträchtigungen kommt. Wichtig erscheint noch, dass Mütter bzw. Eltern keine Schuld haben und es sich nicht um einen Erziehungsfehler handelt. Oft haben Eltern allerdings auch eine ADHS, und so fällt es ihnen besonders schwer den Kindern Struktur zu geben, klar und konsequent zu erziehen. (...)"
https://adhs-deutschland.de/adhs-erwachsene/adhs-im-erwachsenenalter
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
-
"Mädchen und Frauen mit ADHS"
"(...) Die Erblichkeit von ADHS wird auf etwa 60-80% geschätzt, was darauf hindeutet, dass genetische Faktoren eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der Störung spielen [1] [4] [5]. Studien zeigen, dass sowohl häufige als auch seltene genetische Varianten zur genetischen Architektur von ADHS beitragen [1] [10]. (...)"
Ärzteblatt - "ADHS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen"
Ärztezeitung - "Die Sucht liegt in den Genen" - Hier nochmal zu vererbter, erblich bedingter Sucht - Gene, Adoptions-, Zwillingsstudien.
Es wird kaum überraschen, dass und wie auch Narzissmus (narzisstische, antisoziale Persönlichkeitsstärung) und Sucht zusammenhängen. Leere. Macht. Sucht. - Selbstwertproblematik, Minderwertigkeitskomplexe, Kompensationsverhalten.
ADHS und Komorbiditäten, u.a. erhöhte Anfälligkeit für Alkoholismus, Alkoholabhängigkeit - adhs-deutschland
Komorbiditäten, Begleiterkrankungen bei und Erscheinungsformen von ADHS im Kindes- und im Erwachsenenalter: Angststörung, Zwangsstörung, Depression, Sucht, Schlafstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Arbeits- und Beziehungskonflikte ...
"(...) Je genauer die Lebensläufe der ADHS-Patienten wissenschaftlich untersucht werden, desto deutlicher wird es, dass es im Laufe der Entwicklung und im Erwachsenenalter zu einem sogenannten Symptomshift kommt, was bedeutet, dass die Symptome sich im Laufe des Lebens verändern und dann eben nicht mehr der Zusammenhang mit ADHS erkannt wird.
Im Kindesalter sind die Begleiterkrankungen gut erforscht. So haben die folgenden Erkrankungen ein gehäuftes Auftreten im Zusammenhang mit ADHS:
Leserechtschreibstörung bis zu 30% der Fälle
Rechenstörung bis zu 30% der Fälle
Ticsyndrom (Tourette) 10 - 20%
Autismusspektrumstörung in 10-15% der Fälle
Zwänge
hohe Unfallrate (durch unüberlegtes Handeln)
Störung des Sozialverhaltens und oppositionelle Verhaltensweisen
(und daraus resultierend eine höhere Rate von Straffälligkeit und Schulabbrüchen)
Schlafstörungen
Im Erwachsenenalter zeigt sich dann der Symptomwandel:
Bis zu 50 % der erwachsenen ADHS-Betroffene entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Angststörung und/ oder Depressionen. Hier müssen sowohl die Ängste und Depressionen wie auch das ADHS behandelt werden. Oft werden im Erwachsenenalter nur diese sogenannten Begleiterkrankungen festgestellt und das darunterliegende ADHS nicht erkannt. Das hat zur Folge, dass die ADHS Symptome weiter unbehandelt bleiben und eventuell auch die Angststörung und Depression nicht zufriedenstellend behandelt werden kann.
Zwangsstörungen: Bei Auftreten von Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen wird das ADHS sehr häufig übersehen, weil die Betroffenen ja gerade äußerst genau und perfektionistisch sind. Es ist aber kein Widerspruch, dass Zwang und Chaos bei ADHS nebeneinanderstehen kann. Es kann auch sein, dass ADHS-Betroffene im Chaos versinken und dann versuchen perfektionistisch aufzuräumen bis sie wieder von ihrem eigenen Chaos eingeholt werden. Die aktuelle Erklärung dafür ist, dass ADHS-Betroffene auf Grund ihrer leidvollen Erfahrung mit ihrer Vergesslichkeit und ihren Flüchtigkeitsfehlern kompensatorisch übergenau sind und sie sich ständig kontrollieren müssen. Dadurch werden sie sehr umständlich, zäh und langsam, was ihnen erneut Stress verursacht.
Psychosomatische Symptome oder Somatisierungsstörungen, auch körperliche Erkrankungen, die eine seelische Ursache haben, treten gehäuft bei der ADHS auf. Diese können sich im Zusammenhang mit einer Depression entwickeln oder auch neben anderen Symptomen stehen.
Aber auch rein körperliche Erkrankungen treten bei ADHS gehäuft auf. ADHS-Betroffene leiden doppelt so häufig unter Bluthochdruck und dreimal so häufig unter Typ 2 Diabetes. Der Bluthochdruck wird auch häufiger entgleisen, wenn sich Wutanfälle und Impulsivität häufen oder auch ein Diabetes ist schlechter einstellbar, wenn die Stimmungen ständig schwanken. Noch dazu schaffen ADHS-Betroffene es oft auch nicht ihre Medikation zuverlässig einzunehmen, die sie benötigen und damit haben sie einen schlechteren Krankheitsverlauf. Darüber hinaus gibt es auch Erkrankungen, die häufiger in Verbindung mit ADHS vorkommen, ohne dass es bisher eine Erklärung dafür gibt. Hier sind z. B. die Allergien, Schuppenflechte, Reizdarmsyndrom, entzündliche Darmerkrankungen und Nahrungsmittelallergien zu nennen. Auch Fibromyalgie ist häufiger, ebenso wie Migräne. Auch sind alle Formen der Essstörungen bei ADHS häufiger mit Ausnahme der Magersucht. Besonders Adipositas (Übergewicht) ist bei ADHS dreimal häufiger anzutreffen als in der Normalbevölkerung.
Schlafstörungen, Unfähigkeit sich zu entspannen, Restless Leg Syndrom. Wie bei den Kindern auch, findet man im Erwachsenenalter häufiger Ein- oder auch Durchschlafstörungen. Weiterhin fällt es Betroffenen oft schwer abzuschalten, Ruhe zu finden und sich zu erholen. Sie bleiben angespannt, nervös, gereizt und explosiv, selbst wenn ihre Umwelt Erholung und Muße zulassen würde. Eine neue Erkenntnis besagt, dass 25% der Erwachsenen, die an einem Restless Leg Syndrom leiden auch von einer ADHS betroffen sind.
Suchtentwicklung: 20-30% der Suchtpatienten haben eine unerkannte ADHS und betreiben ihren Suchtmittelmissbrauch als gescheiterte Selbstbehandlung. (vgl. Heßlinger, Freiburg; Huss, Berlin). Es zeigt sich oft auch ein erheblicher Nikotinmissbrauch, weil Nikotin auch am Dopamintransporter angreift und so das ursächliche Dopamindefizit korrigiert wird. Bei ADHS-Patienten beginnt die Sucht häufig auch früher und der Substanzmissbrauch ist ausgeprägter. Weiterhin zeigen sich vermehrt alle Formen der Sucht: Esssucht, Kaufsucht, Kleptomanie, Spielsucht, Computersucht, Internetsucht usw. Der ADHS-Patient hat meist zeitlebens ein Problem damit etwas maßvoll zu tun und die eigene Mitte zu finden.
Es zeigt sich auch eine vermehrte Unfallgefährdung, denn 5 % der erwachsenen ADHS-Betroffene verunfallen tödlich oder aber beenden ihr Leben mit Suizid. Der Suizid ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Nicht alle ADHS-Patienten sind vorher depressiv, sondern es kann wegen der hohen Impulsivität und der heftigen Reaktionen und Gefühlsschwankungen in Krisensituationen zu Suiziden bzw. zu Suizidversuchen kommen.
Persönlichkeitsstörungen: Als Risikofaktor oder aber resultierend aus den Erfahrungen in der Kindheit und der Herkunftsfamilie treten häufiger Persönlichkeitsstörungen auf. Hier ist die emotional-instabile Persönlichkeit zu nennen (Borderlinestörung), die enorme Überschneidungen mit der ADHS aufweist. Zurzeit wird diskutiert, ob nicht ein großer Anteil der Borderlinestörungen des impulsiven Typs unerkannte ADHS-Betroffene sind und als solche behandelt werden sollten (hier kommt es immer darauf an nachzuweisen, dass diese Symptome schon in der Kindheit bestanden haben). Es zeigt sich auch noch ein gehäuftes Vorliegen von antisozialen Persönlichkeitsstörungen, die ein höheres Risiko haben später dissozial zu werden. Auch narzisstische Persönlichkeitsstörungen werden häufiger beobachtet.
Erhebliche Probleme haben ADHS-Betroffene meist auch in den folgenden Bereichen:
Nicht selten kann es zu Arbeits- und Beziehungskonflikten kommen, dies auf Grund der hohen Impulsivität, der mangelnden Kritikfähigkeit, der Zerstreutheit und der Weigerung von vielen ADHS-Betroffenen Dinge zu tun, die keinen Spaß machen bzw. zuverlässig Verantwortung zu übernehmen und sich den Pflichten des Lebens zu stellen. Die Scheidungsrate ist deutlich erhöht.
Auch in den Familien kann es nicht selten zu schweren Auseinandersetzungen bis hin zu körperlicher Gewalt kommen. Da die ADHS auf Grund der hohen Erblichkeit oft bei mehreren Familienmitgliedern vorhanden ist, kann sich dort ein hochexplosives Konfliktpotential zeigen. Ferner kann es zu Kindesmisshandlungen kommen, insbesondere wenn die Eltern ebenfalls von ADHS betroffen sind, das Kind über Tage oder Wochen schreit und die Eltern um den Schlaf bringt. Hier kann es zu Überforderungssituationen von Seiten der Eltern kommen, die dann das Kind schütteln oder schlagen, obwohl sie normalerweise nicht gewalttätig sind. z. B. Alleinerziehende, die nur wenig Unterstützungssysteme haben, können in solchen Situationen an ihre eigene Belastungsgrenze kommen. Es kann zu plötzlichen Suizidhandlungen kommen oder aber zu unkontrollierten Gefühlsausbrüchen gegenüber dem eigenen Kind, bis hin zu Misshandlungen. ADHS-Betroffene sind nicht gewalttätig, aber unter Stress können sie die Kontrolle verlieren und dann impulsiv und kopflos handeln.
Manchmal sind die Betroffenen auch sehr verschuldet, weil sie keinen Überblick über ihre Finanzen haben und sich keinen Plan machen können.
Wir finden die ADHS gehäuft auch unter den Langzeitarbeitslosen, denn ADHS-Betroffene haben oft einen schlechteren Schulabschluss, als es ihrer Intelligenz entsprechen würde. Nicht selten haben sie sogar überhaupt keinen Schulabschluss, was sie nur schwer vermittelbar macht. Auch haben manche ADHS-Betroffene nur wenig Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz. Sie geben schnell auf, lassen sich schnell entmutigen, und mit ihrer Hypersensibilität fühlen sie sich häufig sehr schnell ungerecht behandelt. Es gelingt ihnen oft auch nicht Misserfolge wegzustecken und Niederlagen als Chancen zu begreifen. Stattdessen resignieren sie, zeigen sich beleidigt und ziehen sich zurück.
Auch neigen manche Betroffene dazu riskant Auto zu fahren oder riskante Sportarten zu betreiben, weil sie immer nach dem ultimativen Kick und nach Abwechslung suchen. Es sind die Menschen, die mit 200 km/h auf die Stoßstange des Vordermanns auffahren, weil dieser nicht rechtzeitig Platz macht.
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Probleme in den folgenden Bereichen zeigen:
Selbstorganisation
Zeitmanagement
Finanzmanagement
Beziehungsgestaltung
Arbeitsorganisation
Teamfähigkeit
Kindererziehung
Straßenverkehr
Es ist sehr wichtig, eine ADHS zu erkennen und sowohl die ADHS als auch Begleiterkrankungen zu behandeln. Gerade die Symptome der ADHS erfordern eine fundierte Kenntnis des Krankheitsbildes, Behandlungserfahrung und Wissen über das Auftreten der Begleitstörungen. Es ist notwendig eine störungsspezifische Behandlung der ADHS durchzuführen, die auf die besondere Problematik der ADHS abgestimmt ist.
Der Erfolg oder Misserfolg bei der Behandlung dieser Krankheitsbilder hängt von der richtigen Diagnosestellung und einer leitliniengerechten Behandlung ab. Dies gilt für die medikamentöse ebenso wie für die psychotherapeutische Behandlung. So wissen wir heute, dass die Symptome der ADHS mit dem Wirkstoff Methylphenidat und Dexamphetamin sehr gut zu behandeln sind und diese ist auch nach den Leitlinien für ADHS immer empfohlen, wenn die Diagnose zweifelsfrei gestellt wurde. Oft müssen sowohl die Komorbiditäten, wie auch die ADHS gesondert behandelt werden."
https://www.adhs-deutschland.de/begleitstoerungen/die-begleiterkrankungen-bei-adhs-assoziierte-stoerungen-oder-komorbiditaeten
Von ADHS-Betroffene sind häufiger und schwerer als Nichtbetroffene substanzabhängig, dies betrifft vor allem Alkohol und Nikotin.
Universitätsklinikum Freiburg, Dr. T. Fangmeier, Berlin 28.10.2017 - "ADHS und/oder Autismus - Autismus und/oder ADHS - Gemeinsamkeiten, Unterschiede"
move-autismus - "Autismus-Spektrum-Störung - Komorbidität und andere Krankheiten"
Springer - "Umschriebene Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen" - UEMF
medelxi - "Dyspraxie" und Autismus, ADHS ...
Dyspraxie
Wenn Kinder Probleme bei der Koordination von Bewegungen haben, kann eine Dyspraxie vorliegen. Dabei handelt es sich um eine lebenslängliche Störung beim Erlernen von Bewegungsabläufen. Die Ursa...
https://medlexi.de/Dyspraxie
medlexi - "Dyspraxie"
Springer - "Dyspraxie" - UEMF
Antidepressiva (SSRI) helfen nachweislich nicht, haben allenfalls einen Placebo-Effekt sowie erhebliche Nebenwirkungen und "Absetzproblematik" ... .
S2k Praxisleitlinie Intelligenzminderung, AWMF-Register Nr. 028-042
ADHS und Mangel an Empathie, adhs-weg, screenshot vom 26.03.2025
19.08.2025
Kommentar zum youtube-Video von "The Wild Mind Society" - "Neurodivergenz und toxische Menschen"
Das klingt für mich widersprüchlich zu meinen Kenntnissen über neurodivergente Menschen. Seit Jahren befasse ich mich aus Gründen mit malignem Narzissmus (antisozialer, narzisstischer Persönlichkeitsstörung), auch Psychopathie, "dunkler Triade", Sadismus bzw. Sadomasochismus (siehe dazu die Definition von Erich Fromm) und toxischer Männlichkeit: stets kompensatorischem Streben nach Macht, Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen, "Erfolg, Sieg", Autoritarismus, einhergehend oft: innere Leere und Sucht sowie auch mit Manipulation, DARVO, grooming, gaslighting, victim blaming, also psychischer Gewalt und Vergewaltigung in Beziehung sowie seit einger Zeit auch mit ADHS, Autismusspektrumstörung, Neurodivergenz.
Es ist eigentlich eher das Gegenteil dessen bekannt, das Sie in diesem Video äußern: bei neurodivergenten Menschen besteht oft ein Mangel an kognitiver und/oder affektiver Empathie. Es gibt dazu seriöse Quellen.
Sie sind oft sehr sensibel, was sie selbst betrifft, reagieren aber nicht "zwangsläufig" empathisch, mitfühlend, bedürfnisorientiert fürsorglich gegenüber anderen.
Empathie und Mitgefühl sind auch nicht dasselbe.
Ein Mensch, der andere manipulieren will, muss bis zu einem gewissen Grad empathisch sein, um manipulieren, verletzen zu "können", er hat aber kein zugewandtes Mitgefühl, leidet nicht selbst unter dem Leid anderer.
Der Mangel an Empathie und Mitgefühl erklärt auch einige der Schwierigkeiten, die neurodivergente Menschen im Sozialverhalten haben - sie nehmen vieles anders wahr als "neurotypische" Menschen, manches auch gar nicht und/oder verstehen es nicht oder interpretieren es anders. Deshalb sind neurodivergente Menschen auch häufig eher Einzelgänger, eben weil es oft zu erheblichen Problemen in Beziehungen bzw. zwischenmenschlichen Kontakten kommt.
Für wohltuende, tragfähige Beziehung, für Freundschaft und Liebe (aktives Lieben, siehe wiederum Erich Fromm) sind Empathie und Mitgefühl, siehe auch Theory of Mind und Intersubjektivität, jedoch unentbehrlich.
Der Mangel an Mitgefühl wiederum ist auch typisches Merkmal von Narzissten (antisoziale, narzisstische PKST) sowie Psychopathen, Sadisten. Nein, ich setze neurodivergente Menschen nicht mit Narzissten oder Sadisten gleich, denn Narzissten, Psychopathen und Sadisten geht es vor allem um Macht.
Aber es trifft nicht zu, dass neurodivergente Menschen besonders mitfühlend wären.
Wenn man aber ein empathischer und mitfühlender Mensch ist, wird man tatsächlich häufiger, leichter Opfer von Narzissten, weil man auch mit dem Täter - von psychsicher und/oder zumeist früher oder später auch physischer, nicht selten auch sexualisierter Gewalt, Vergewaltigung (in Beziehung) - noch Mitgefühl hat.
Inzwischen weiß man, dass ADHS und/oder ASS (Autismusspektrumstörung) erblich, angeboren ist, also oft auch andere Menschen in der Familie, bspw. Eltern oder Großeltern oder Geschwister, Kinder betroffen sind. Siehe dazu bspw. Zwillings-, Adoptionsstudien.
Und so erklärt sich dann auch, warum es hier zu Schwierigkeiten in Familien, in Beziehungen kommen kann: gerade wenn/weil es diesen Menschen an Mitgefühl - kognitiver und/oder affektiver Empathie (Boris Cyrulnik nennt es Subjekt- und Objektempathie) - mangelt, denn Folge dessen kann sein und ist es möglicherweise auch häufig, dass neurodivergente Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht oder nur unzureichend erkennen und erfüllen können, was schwerwiegende Folgen für die betroffenen Kinder haben kann, insbes. wenn diese noch im Kleinkind- und Grundschulalter sind, siehe frühkindliche Bindung ... .
-
ADHS Deutschland - Grundlagen zu Diagnose, Therapie und Begleiterkrankungen, adhs-deutschland
/https%3A%2F%2Fmedlexi.de%2Fimages%2FMessie-Syndrom.jpg)
Messie-Syndrom
Patienten mit Messie-Syndrom leben in absolutem Chaos. Die Ursache für das Chaos sind Zwangsstörungen mit meist neurotischer Angst vor dem Loslassen. Die Behandlung erfolgt kombiniert medikament...
https://medlexi.de/Messie-Syndrom
"(...) Die Ursache für das Messie-Syndrom ist in der engeren Definition eine Zwangsstörung. In vielen Fällen liegt der Ursprung des Chaos zum Beispiel in der aktiven Anhäufung von Gegenständen, wobei die Anhäufung eine psychologische Funktion erfüllt. In der breiter gefassten Definition kann dem Messie-Syndrom auch bloßes Unvermögen zugrunde liegen, im persönlichen Umfeld für Struktur oder Ordnung zu sorgen. Dieser Zusammenhang muss wiederum nicht zwingend mit einer Zwangsstörung verbunden sein. Das Ordnungsunvermögen kann ebenso gut Erkrankungen wie ADHS begleiten und damit an mangelnder Aufmerksamkeitsfähigkeit liegen. ADHS-Kranke gehen oft mehrere Projekte gleichzeitig an, können sie schließlich nicht zielführend bewältigen und verzetteln sich. Chaos und ein Verlust des Überblicks sind die Folge. (...)"
22. und 23. Juli 2025
Kommentar zum youtube-Video von "Joseph DeChangeman" - "Radikales Ausmisten"
Viele Menschen scheinen damit Probleme zu haben: Gegenstände loslassen, ausmisten, weggeben (verschenken, verkaufen, wegwerfen).
Dabei handelt es sich allerdings nicht immer oder mehrheitlich um "gelernte Muster, Vorgelebtes, übernommenes Chaos der Eltern", wie du in deinem Video mehrmals wiederholst, sondern offenbar spielt da auch eine genetische Anlage eine Rolle.
Um es anschaulicher zu machen: Habe eine Mutter und Tochter, die einander leider nie kennengelernt haben, beide sind das, das man allgemeinhin als Messies bezeichnet.
Gleiches gilt für den Vater meiner Tochter, bei dem sie allerdings auch nicht aufgewachsen ist.
Mein Sohn, der einen anderen biologischen Vater hat als meine Tochter, und ich haben keine solchen "Messie-Tendenzen".
Mir fällt Ausmisten nicht schwer, mache es regelmäßig und dann zumeist auch radikal, habe auch schon viele Bücher weggeworfen (weil sie nicht mehr verschenkbar waren, da stark vergilbt oder mit zahlreichen "Randnotizen" ;) versehen).
Setze mir allerdings auch nicht das Ziel, nur maximal 100 oder gar 50 Dinge behalten zu dürfen, man hat ja nicht nur Kleidung, Bücher, Kleinkram, sondern auch Kochutensilien, Geschirr, Bettwäsche, Handtücher, Putzzubehör, Kosmetika, manche Leute haben Bastel- oder Malsachen, Stifte, Brettspiele, die sie regelmäßig benutzen, Schmuck u.a.m.. Habe auch in diesen Bereichen schon mehrfach aussortiert, reduziert.
Halte persönlich allerdings nichts davon, allen Papier-, Bürokratiekram zu digitalisieren, drum muss ich da einiges leider nach wie vor in Papierform aufbewahren, idealerweise im Keller - der aber sehr klein ist und in dem ich leider nicht nur meine eigenen Sachen aufbewahren muss, sondern auch noch einiges von beiden Kindern.
Schwierig ist es, wenn man über Jahre mit Menschen in einer Wohnung zusammenlebt, die diesbzgl. das Gegenteil von einem selbst sind, bei mir bspw. schon genannte Tochter - wenn diese Menschen sich eigentlich von absolut nichts trennen können/wollen, auch nicht alten, kaputten Sachen, Kinderspielzeug u.a.m..
Und wenn solche Menschen trotzdem Neues anschaffen, aber nichts aussortieren - Platzproblem, Ordnungsproblem, bei manchen Messies ist es irgendwann auch ein Hygieneproblem usw..
Jedenfalls meinen Kindern wurde also "Chaos", Unordnung, pathologisches Horten, Messietum nicht vorgelebt oder "anerzogen", aber Mutter, Tochter und Vater von Tochter zeigen solche Messie-Tendenzen, Sohn und ich nicht. Das erklärt sich für mich durch genetische Faktoren.
Bekannt ist inzwischen auch, dass "Messietum" häufig auch mit ADHS und/oder Autismus - beides neuronale Entwicklungsstörungen - einhergeht, die wiederum beide genetisch bedingt, erblich, anbeboren sind, nicht "vorgelebt" oder "anerzogen".
Wenn solches Anhäufen von Gegenständen, pathologisches Horten, Messietum - nicht zu verwechseln mit Sammeln, auch wenn es Ähnlichkeiten gibt - in Familien gehäuft auftritt, so ist dies wahrscheinlich auf erbliche Faktoren zurückzuführen, wobei es durchaus auch noch andere (psychische) Ursachen, Hintergründe für das Messiesyndrom geben kann, bspw. bei älteren, dementen oder traumatisierten Menschen.
Meinen eigenen familiären Hintergrund würde ich als "wurzellos", ohne Wurzeln bezeichnen, ohne das an dieser Stelle vertiefen zu wollen, man könnte also meinen, dass solche Menschen sich deshalb kompensatorisch besonders an Dingen "festhalten", das trifft in bspw. meinem Fall aber nicht zu. Denke wie gesagt, dass genetische Faktoren eine große Rolle spielen.
Aber auch ich habe sicher immer noch zu viele Dinge. Und klar gibt es auch bei mir Gegenstände, die "nicht notwendig" sind, aber einen ideellen, einen Erinnerungswert für mich haben - sehr wenige Dinge aus meiner Kindheit, eben weil es keine Wurzeln ... gibt.
-
ADHS - "Klassifikation von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen in der ICD-11"
ADHS ICD-10 Code, Hyperkinetische Störungen F90.-
/https%3A%2F%2Fadhs-deutschland.de%2Fsites%2Fdefault%2Ffiles%2Fstyles%2Fheader_landingpage%2Fpublic%2F2022-07%2Flp_diagnose.jpg%3Fh%3Da6f82ae8%26itok%3D_qWQnxNP)
Diagnose
Eine gesicherte Diagnose ist die Grundvoraussetzung für sinnvolle Therapiemaßnahmen. Die Diagnostik der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) orientiert sich nach internationale...
https://adhs-deutschland.de/node/2
Diagnose, adhs-deutschland
Leitlinien zu Diagnostik und Therapie von ADHS, S3-Leitlinien, AWMF
ADHS Diagnosemethoden, adxs.org
ADHS Diagnostik, adhs-kompakt de
ADHS, Grundlagen zu Diagnostik, Therapie, Ursachen und Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), Quelle: adhs-deutschland flyer pdf, screenshot vom 26.03.2025
ADHS diagnostische Verfahren, adhs-weg de
ADHS Diagnostik, Verfahren, zentrales-adhs-netz de
ADHS Diagnostik bei Erwachsenen, adhs.info
ADHS-Diagnose bei Erwachsenen, gemeinsam-adhs-begegnen de
ADHS, Fehleranfälligkeit der Diagnostik bei Erwachsenen, adhs-weg
ADHS bei Frauen, Diagnose ..., Akzente Nr. 113, Dr. Jana Engel
adhsautismus de Bundesverband e.V.
psychologeek, Riccardo Frink, 27.02.2024 - "Die Wahrheit hinter Autismus und ADHS" - "AuDHS" - zum Verhältnis von ADHS und Autismusspektrumstörung, Neurodivergenz ... .
ADHS und Autismusspektrumstörung, thieme-connect
12. Januar 2026
"Die kommende WHO-Klassifikation psychischer Störungen ICD-11 war seit dem 01.01.2022 grundsätzlich einsetzbar, lag aber bisher nur in einer Entwicklungsfassung („frozen version“) in Englisch vor. Wohl aus lizenzrechtlichen Gründen war diese bisher jedoch nicht nutzbar, aus denselben Gründen aktuell auch noch nicht die mittlerweile deutsche Entwurfsfassung der ICD-11 des BfArM (2024): (...)
Nach derzeitigem Kenntnisstand bedarf es neben lizenzrechtlichem Regelungsbedarf auch noch gewissen Abstimmungsprozessen von Fachgesellschaften bis die ICD-11 verbindlich in Kraft treten kann. Wann dies sein wird, ist derzeit leider noch unklar.
Eine zeitnahe Anpassung an den „state of science“ ist aber dringend erforderlich, weil die aktuell noch geltende WHO-Klassifikation psychischer Störungen nach ICD-10 den sich in den letzten Jahren schnell fortschreitenden Erkenntnisstand zur Spezifik und Heterogenität von Autismus-Spektrum-Störungen nicht mehr abbildet. Dies führt, da der Stereotyp zum Autismus immer noch das Denken und Diagnostizieren bestimmt, zu fachlichen Missverständnissen und für die Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung zu lebenspraktischen Problemen und Nachteilen (zum Beispiel Thema: gesellschaftliche und berufliche Teilhabe). (...)"
https://move-autismus.de/autismus-spektrum-stoerung-nach-icd-11/
Demgemäß wird die Autismus-Diagnostik gegenwärtig, Januar 2026, also noch immer nicht nach ICD-11, sondern immer noch nach ICD-10 durchgeführt? Mit entsprechenden Folgen für Betroffene.
Die "S3 Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Diagnostik" ist also seit 2021 und nach wie vor nur "in Bearbeitung"?
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-018
https://www.autismus.de/was-ist-autismus/diagnostik.html
-
move-autismus.de - Die Autismus Diagnostik erfolgt in Deutschland noch nicht nach ICD-11 - screenshot vom 12.01.2026.
Die S3-Leitlinie "Autismusspektrumstörung, Diagnostik" ist seit 2021 und nach wie vor "in Bearbeitung" - screenshot vom 12. Januar 2026.
Ärzteblatt, 2023 - "Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter"
"(...) Das Spektrum autistischer Erkrankungen reicht vom frühkindlichen Autismus mit fehlender Sprachentwicklung und geistiger Behinderung bis hin zum Asperger-Syndrom. Untersuchungen deuten darauf hin, dass der klinischen Vielfalt der sogenannten Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) eine mindestens ebenso breite Streuung genetischer Ursachen zugrunde liegt. Obwohl Autismus innerhalb einer Familie meist nicht den klassischen Vererbungsmustern folgt, haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass die Erblichkeit der ASS bei bis zu 90 Prozent liegt. (---)"
S3-Leitlinie Autismusspektrumstörung
neurolaunch - "Can Autism skip a generation?"
arte Dokumentation aus 2024 - "Autismus - Das rätselhafte Spektrum"
03. April 2024
Zu oben verlinkter arte Doku - "Autismus - Das rätselhafte Spektrum" nochmals folgende Fragen:
Wer oder was stärkt eigentlich die Eltern von neurodivergenten Kindern, Jugendlichen, die mit diesen Kindern häufig über viele Jahre erhebliche "Herausforderungen" ... zu bewältigen haben? Schon der Weg zur - richtigen - Diagnose ist oft ein langer, sehr beschwerlicher, kräftezehrender, nervenaufreibender.
In solchen Dokumentationen zu ASS und/oder ADHS kommen nie mittellose Familien vor oder gar mittellose, ledige Alleinerziehende (dies sind nach wie vor mehrheitlich Frauen), also Menschen, die schon durch die materielle Armut vielfach stark belastet und benachteiligt sind.
Wer stärkt diese fürsorglichen, verantwortungsvollen Frauen, Mütter, die nicht nur unentbehrliche Sorge-Arbeit ohne Einkommen leisten, sondern überdies beeinträchtige oder auch chronisch (physisch) kranke, behinderte Kinder "haben" - wer unterstützt, entlastet diese ledigen, mittellosen, alleinerziehenden Frauen, Mütter, die nicht über familiäre Unterstützung verfügen, konkret, im Alltag wie, womit: wohltuend, bedürfnisorientiert, wer ermöglicht ihnen wie, wodurch, selbst regelmäßig physisch und psychisch regenerieren zu können, um nur so dauerhaft die Kraft, Energie für die Fürsorge und Verantwortung anderer aufbringen zu können?
Nein, Fremdbetreuung, gelegentliche Kuren, Reha-Aufenthalte und/oder weitere Therapien sind hier nicht tatsächlich, auch nicht langfristig hilfreich, nicht wirklich wohltuend; erforderlich wäre grundsätzlich ein regional je vorhandenes Netz von mehreren vertrauten Bezugspersonen, familiäre Strukturen auch unter Menschen, die nicht blutsverwandt miteinander sind, aber miteinander wohnen, leben, siehe bspw. cohousing. Damit die Fürsorge und Verantwortung für ein Kind oder mehrere Kinder nicht auf nur zwei Schultern (einer Person) lastet: über Jahre ... .
Denn Kinder zu umsorgen, ins Leben zu begleiten, Sorge-Arbeit zu leisten ist kein "Privatvergnügen", deshalb gibt es bspw. auch staatliche Schulen inkl. Schulpflicht und - zumindest auf dem Papier - Art. 6 Abs. 4 Grundgesetz:
"Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft."
-
Nico, InsideAut, 16.10.2023 - "Könntest du autistisch sein? 32 häufige Anzeichen für Autismus"
31. März 2025
Zum oben verlinkten Video "Könntest du autistisch sein? 32 häufige Anzeichen für Autismus" von Nico, InsideAut:
Mir fällt immer wieder auf, dass einiges, das Symptome oder Merkmale bei von Autismus betroffenen Menschen sind, auch bei "neurotypischen" Menschen, jedenfalls mir, vorkommt, dass es häufig eine Sache der Intensität, Ausprägung oder Häufigkeit des jeweiligen Symptoms ist, die "neurotypische" von "neurodivergenten" Menschen unterscheiden.
Zugleich gibt es jedoch auch durchaus zahlreiche Symptome, die bei autistischen Menschen auftreten, die bei "neurotypischen" Menschen, zumindest bei mir, gar nicht vorhanden sind.
So mag ich bspw. auch keine Menschenansammlungen (auch im ÖPNV), Massenveranstaltungen, keinen Lärm, keine intensiven Gerüche, keinen Smalltalk und ich möchte auch keinen Körperkontakt mit mir fremden Menschen, keine Umarmungen, (Wangen-) Küsse oder Ähnliches von Fremden oder von Menschen, die ich nur oberflächlich kenne.
Auch mag ich bestimmte Stoffe, Materialien nicht, insbes. Synthetikkleidung oder "kratzende Strickpullis" sowie solche Socken, Mützen und Strumpfhosen, aber da dürfte es einige Menschen geben, die das ebenfalls und auch in der Kindheit bereits nicht mochten. ;)
Habe bei mir allerdings festgestellt, dass sich diese Abneigungen eher mit fortschreitendem Alter entwickelt haben und ich in jungen Jahren damit weniger oder keine Probleme hatte. Denke, das hat bei mir auch mit Stress, langjähriger Überlastung, ggf. auch mit den Wechseljahren zu tun.
Die Sache mit der Empathie ist eine wichtige, schwierige, denn es "reicht" oft eben nicht "nur" kognitive Empathie (Einfühlungsvermögen), sondern erforderlich ist je nach Situation durchaus gerade auch affektive Empathie: Mitgefühl und entsprechendes, angemessenes Verhalten, wie bspw. praktische, tatkräftige Hilfe, aber gerade auch emotionales Verständnis, emotionale Anteilnahme, Zuwendung.
Ein Mensch, der bspw. trauert oder verzweifelt ist, ist oft in vielerlei Hinsicht, phasenweise auch vollständig haltlos - beim "Handhalten", bei herzlicher, zärtlicher, feinfühliger, unaufdringlicher (!), nicht -sexueller Umarmung, Berührung geht es genau darum: jemandem nonverbal, direkt, auf kürzestem und einfachstem Weg zunächst einmal ganz physisch "beizustehen", im wörtlichen Sinne: Halt zu geben, Nähe, Wärme, Beistand, Rückhalt: emotional und körperlich.
So macht man es üblicher-, richtigerweise auch mit Kindern und Erwachsenen:
Wenn sie sich verletzt haben oder traurig sind, wenn sie physischen und/oder psychischen Schmerz leiden, klärt man sie nicht als erstes rational über den zugrundeliegenden Sachverhalt, die Ursache etc. auf, sondern man nimmt sie spontan auf den Arm, in den Arm, man streichelt, beruhigt sie, gibt damit unmittelbar physische Nähe, Halt, Verständnis, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Sicherheit. Man tut ihnen leiblich wohl.
So auch bei Kranken und Sterbenden.
Säuglinge und Kleinkinder sind für ihre gute, gesunde Entwicklung ohnehin essentiell auf körperliche Nähe, Wärme, Zärtlichkeit, Zuwendung, Berührung, Feinfühligkeit, Geborgenheit, auf Empathie und Mitgefühl der Bezugspersonen angewiesen.
Siehe dazu auch den Zusammenhang von Heilung und Beziehung sowie Heilung und wohltuender Berührung. Eigenes, umfassendes Thema.
Um Autismus, Autismusspektrumstörung besser verstehen, einordnen oder "erkennen" zu können, ist das Video von Nico durchaus hilfreich.
Sehe es durchaus so, dass es einige Gemeinsamkeiten, Parallelen zwischen ASS und ADHS gibt, dass sich ADHS und ASS gerade nicht gegenseitig ausschließen. Es sind beides neuronale, neurologische Entwicklungsstörungen, es liegt bei beiden "Neurodivergenz" zugrunde, möglicherweise noch anderes, bisher Unbekanntes.
-
Siehe zu Autismus, Autismusspektrumstörung, ASS und ADHS auch dieses Video von Nico, InsideAut, vom 15.06.2020.
Nico, InsideAut, 11.07.2022 - "Bist du einfach nur faul? Wie exekutive Dysfunktion den Alltag erschwert"
Autismus ASS - Probleme im Sozialverhalten und bei Kommunikation, autismus-verstehen de, screenshot vom 26.03.2025
Autismus, ASS und Schwierigkeiten bzgl. Sozialverhalten und Kommunikation
Autismus ASS und Mangel an kognitiver Empathie, mpg, Max-Planck-Gesellschaft, screenshot vom 26.03.2025
Autismus und Komorbiditäten
Autismusspektrumstörung und zwanghaftes Verhalten, Zwangsstörung, Zwangshandlungen, Zwangsgedanken, researchgate net, screenshot vom 26.03.2025
Eltern, 13.08.2025, Nathalie Birkholz - "Picky Eater: Was hinter wählerischem Essverhalten bei Kindern steckt"
11. September 2025
Nicht jedes Kind, das "picky eater" ist, ist davon betroffen, aber es kann durchaus ein Hinweis auf Hypersensibilität/Hochsensibilität und/oder ASS, Autismusspektrumstörung sein, vor allem, wenn noch weitere "Besonderheiten", Symptome seit der (frühen) Kindheit vorhanden, aber dann vielleicht noch nicht ganz offensichtlich, klar sind.
Meine Tochter war vom 2. bis ca. 13., 14. Lebensjahr picky eater. Im Gegensatz zu ihrem Halbbruder, der einen anderen biologischen Vater hat, aber in Gemeinsamkeit mit ihrem biologischen Vater.
Bei Tochter bestand vom 2. bis 10. Lebensjahr außerdem ketonämisches Erbrechen.
Nachfolgendes habe ich ursprünglich verfasst am 29. August 2025:
Meine Tochter war davon betroffen: ketonämisches (acetonämisches) Erbrechen mehrmals jedes Jahr, mit 4 Klinikaufenthalten, Notaufnahme, erforderliche Infusion - im Alter von 2 bis 10 Jahren.
Die Ursache ist medizinisch bis heute ungeklärt: warum manche Kinder das haben.
Ärzte sagten uns, es wachse sich mit der Pubertät meistens aus, so war es dann erleichternderweise auch bei meiner Tochter.
Nein, es waren nicht Magen-Darm-Infektionen. Nein, es war keine "kindliche Migräne". Nein, es waren keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Bei ketonämischen Erbrechen sind im Blut und Urin Ketonkörper nachweisbar.
Auch stilles Wasser hat sie nicht bei sich behalten.
Uns wurde geraten, stilles Wasser löffelweise zu geben und Traubenzucker in sehr kleinen Stückchen zu lutschen, damit die Glucose über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. Hat leider einige Male nicht geholfen - drum Notaufnahme. Es waren Infusionen mit NaCl erforderlich.
Warum teile ich das hier mit:
Weil ich bis damals noch nie davon gehört hatte und deshalb andere Eltern darüber informieren möchte, damit sie bei unstillbarem Erbrechen bei Kindern auch an ketonämisches Erbrechen denken und sich angemessen verhalten können.
-
freiburger-nachrichten, Franziska Bobillier - "Picky Eating: Autisten können selbst als Erwachsene bei kindlichen Geschmacksvorlieben bleiben"
move-autismus - "ASS - dysfunktionales Essverhalten und Essstörungen"
Quarks, Video vom 21.05.2022 - "Autismus: Alle Fragen erlaubt!" - Hannah und Frederik geben Antworten.
Quarks, Video vom 27.10.2024 - "Autismus - Diagnose mit 35 - Hannah und ihr neues Leben", siehe auch hier, dass und warum Frauen seltener diagnostiziert werden.
br Sternstunden (09.12.2022) - "Die Gefahr von Alkohol in der Schwangerschaft: Kinder mit FASD"
12. September 2025
Kommentar zum youtube-Video des BR, Sternstunden (vom 09.12.2022) - "Die Gefahr von Alkohol in der Schwangerschaft: Kinder mit FASD"
Und mein Wunsch wäre, endlich über die neuesten Erkenntnisse aufzuklären: dass sich auch der Alkoholismus, Alkoholsucht des biologischen Vaters - über dessen Sperma - schädigend auf das Ungeborene auswirkt - genetische und epigenetische Wirkmechanismen.
Quellen dazu kann ich hier unter dem Video (Kommentarfunktion) leider nicht verlinken, es gibt aber mehrere, auch aktuelle Studien dazu, insbes. Zwillings-, Adoptionsstudien, die bestätigen, dass Kinder typische Symptome, Beschwerden, "Besonderheiten" haben können, obwohl die biologische Mutter in der Schwangerschaft keinen Tropfen Alkohol getrunken, auch keine Medikamente genommen, sich gesund ernährt hat, keine Infektionen während der Schwangerschaft hatte, die biologische Mutter auch nicht rauchte oder andere Drogen konsumierte, nicht übergewichtig war, keine chronischen Erkrankungen hatte - aber der biologische Vater bereits vor Entstehen der Schwangerschaft alkoholsüchtig war.
Viel mehr informiert werden müsste auch darüber, dass und wie häufig Substanzabhängigkeit, insbes. bzgl. Alkohol, Nikotin und Cannabis, mit ADHS und Autismusspektrumstörung einhergeht, denn Substanzabhängigkeiten sind eine von weiteren häufig auftretenden Komorbiditäten bei ADHS und ASS.
Es müsste also weit mehr untersucht werden, wieviele alkoholkranke Menschen möglicherweise ADHS und/oder ASS "haben" bzw. neurodivergent sind. Ich bin sicher, auch unter obdachlosen Menschen werden viele von ADHS und/oder Autismus oder FASD betroffen sein. Noch immer wird das jedoch nicht systematisch untersucht und noch immer wird auch bei Suizidversuchen, suizidalem Verhalten nicht von behandelnden Ärzten, in Kliniken (Psychiatrien) untersucht, ob die betroffene Person neben Depression und Alkoholismus ggf. auch ADHS haben oder Autist sein könnte. Obwohl auch hier bereits bekannt ist, dass beide neuronalen Entwicklungsstörungen mit erhöhtem Suizidrisiko, auch vollzogenen Suiziden einhergehen.
So lange Menschen nicht wissen, dass/ob sie bspw. neurodivergent sind oder FASD haben, werden ihnen nicht die erforderlichen Hilfen, Unterstützung etc. angeboten oder vermittelt - sie bleiben sich selbst überlassen und werden durch die Substanzabhängigkeit über Jahre und Jahrzehnte auch physisch chronisch krank und/oder suizidieren sich.
Der Weg zur Diagnose FASD, ADHS und/oder ASS ist aber auch heute noch immer ein zumeist sehr langer - dauert mehrere Jahre und einige Betroffene erfahren es aus o.gen. Gründen nie, halten sich dann für "falsch, dumm, Versager", ziehen sich zurück, vereinsamen, werden/bleiben süchtig, werden körperlich krank oder vollziehen Suizid. All dem könnte man vorbeugen, wenn es ausreichend Diagnostik und entsprechende Anlaufstellen - ohne jahrelange Wartelisten für Diagnostik - gäbe.
Es müsste im Übrigen viel mehr qualitativ gute Angebote für sowohl ambulant betreutes Wohnen als auch betreute Wohngruppen, Wohngemeinschaften (bspw. auch für Senioren mit auch integrierter Pflege) geben. Das müsste entsprechend finanziell unterstützt, gefördert werden.
Für angemessene Prävention, auch bspw. das Beheben materieller Armut und einhergehenden zahlreichen, bekannten Belastungen und Folgen - wie bspw. Ausgrenzung, wenig Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Resilienz, eine sehr kleine, enge, triste Welt, infolgedessen vieles zu erleben, erfahren, auszuprobieren nicht möglich, dadurch geringes Selbstwertgefühl, soziale Deprivation und Isolation u.a.m. - wäre entsprechende Sozialpolitik (Regierungspolitik) erforderlich.
-
/image%2F1634163%2F20230130%2Fob_2760b8_12417898-860623350714652-5737320415955.png)
Sonderpädagogik, Förderpädagogik, Heilpädagogik, Inklusion, Diagnostik, Diagnosen, Ärzte, Schule, Bildung, Arbeit, Behindertenwerkstätten - Menschenbild - Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien
update 07. Juli 2023 Gestern kam der Bußgeldbescheid der Schulbehörde an. Die Stadtteilschule hat das Bußgeld beantragt, das Verfahren eingeleitet. Das Bußgeld i.H.v. €150,- wird von meiner ...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2023/01/sonderpadagogik-forderpadagogik-heilpadagogik-inklusion-diagnostik-diagnosen-arzte-schule-bildung-arbeit-behindertenwerkstatten-menschenbild.html
In diesem blog-Eintrag ist der Hergang mit der letzten von meiner Tochter besuchten staatlichen Schule dargelegt, offengelegt - siehe Schulpflicht, Schulzwang, Einschalten von Jugendamt und (fast) Familiengericht, Machtdemonstration, Autoritarismus vonseiten der Schule, Bußgeld, fehlender Förderung/Unterstützung meiner Tochter, Zwang, digitale Endgeräte, apps, Schulserver zu benutzen - statt Bücher, Printmedien, wie so von ihr gewünscht ... .
/http%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FEmr5ZzACaj4%2Fhqdefault.jpg)
Alkohol während der Schwangerschaft - Jennys Tochter Sophie hat dadurch das FAS (Fetales Alkoholsyndrom). Der Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft kann beim Kind später zu einer Behinderung ...
https://www.youtube.com/watch?v=Emr5ZzACaj4
wdr, Video vom 09.09.2018 - "Alkoholkinder - Behinderung durch Alkohol in der Schwangerschaft", FASD, Fetales Alkoholsyndrom
01.04.2025
Zu oben verlinktem Video des wdr - "Alkoholkinder - Behinderung durch Alkohol in der Schwangerschaft", zu FASD:
Kinderarzt Prof. Hans-Ludwig Spohr bei ca. Min. 23:22:
"Es wimmeln erwachsene Alkoholsyndrome, die nicht diagnostiziert sind und die landen in der Psychiatrie (...) oder sie wandern in´n Knast."
Oder geraten in die Obdachlosigkeit. Meine Rede seit Jahren.
Und warum wird FASD nach wie vor kaum - richtig oder überhaupt - diagnostiziert:
Weil es nicht lukrativ ausschlachtbar ist, Medizin, Pharmaindustrie und weil Alkohol eine "Volksdroge" ist.
Mit gravierend schädigenden Folgen für nicht nur Alkoholkranke.
Wieviele Alkoholsüchtige, Alkoholiker, Alkoholkranke haben nicht "nur" ADHS, sondern selbst auch FASD?
Und umgekehrt: Wieviele von FASD Betroffene werden selbst zu Alkoholikern?
Alkohol ... .
Ganz ehrlich: Wer würde das so leisten und unter solchen Umständen so lange durchhalten wie Jenny?! Sie kämpft sich doch seit Jahren durch und gegen ihre eigene Vorbelastung tapfer an: mit drei Kindern, wovon zwei FASD haben und sie selbst, Jenny, auch davon betroffen ist, unter FASD seit ihrer Geburt leidet, sich das auch nicht ausgesucht hat, selbst eine offenbar extrem belastende, beschädigende Kindheit hatte.
Auch wenn alle, Jenny und die drei Mädchen, "gesund" wären, wäre es schon eine immense Belastung: alleinerziehend (?!) mit drei Kindern, wahrscheinlich auch mittellos, wie zahlreiche Alleinerziehende es sind, deren Sorge-Arbeit nicht als Arbeit anerkannt, schon gar nicht angemessen und existenzsichernd entlohnt wird: Sorge-Gehalt.
Der Spruch des Jugendamtsachbearbeiters am Schluss: "Halten Se durch." ist unfassbar plump, unempathisch. Sie w i l l es ja und tut es seit Jahren, aber was, wenn s i e nicht mehr kann?! Und doch alles erträgt, durchhält, versucht, darum kämpft, um ihre Töchter "behalten", mit ihnen gemeinsam gut leben zu können - mit einer solch schweren Last!
Warum kann es da nicht mehr, bessere ambulante Hilfen oder spezielle WGs geben? Warum nur Sorgerechtsentzug oder Pflegeeltern?
Hat ihr die Therapie beim Psychiater nicht geholfen, falls nein, warum nicht - darüber erfährt man nichts mehr in der Doku. Hat ihr Methylphenidat geholfen oder nicht?
Die Doku ist aus 2018 - wie geht es Jenny und den Kindern heute?
-
Der Spiegel, 09.02.2019 - "Alkohol während der Schwangerschaft: Das lebenslange Leiden der Kinder"
01.04.2025
FASD, Spiegel-Doku "Alkohol während der Schwangerschaft: Das lebenslange Leiden der Kinder"
"Angies Hirnschädigung wäre zu 100 Prozent vermeidbar gewesen, wenn ihre leibliche Mutter nicht getrunken hätte."
Auch hier frage ich mich bzgl. dieses Schlussatzes:
Wie schlecht ging es aus welchen Gründen Angies leiblicher Mutter?!
-
FASD, kinderaerzte-im-netz de
"(...) Noch deutlicher überlappen sich die funktionellen Auffälligkeiten. Probleme in Sprache, Feinmotorik, Lern- und Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit oder in den räumlich-visuellen Fähigkeiten, – sie alle finden sich sowohl beim FAS als auch bei einer ADHS. Einige Experten sind deshalb der Ansicht, dass hinter der ein oder anderen ADHS-Diagnose ein fetales Alkoholsyndrom steckt. Dr. Peters forderte ausdrücklich dazu auf, beim Vorliegen der einen Diagnose immer auch die Diagnostik der anderen Erkrankung vorzunehmen. (...)
Im Gegensatz zum fetalen Alkoholsyndrom, bei dem die meist irreversiblen Schäden toxisch durch intrauterine Alkoholexposition zustande kommen, ist die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung eine teils genetisch bedingte Neurotransmitterstörung. Aus Studien geht hervor, dass Personen mit ADHS ein deutlich höheres Risiko für Abhängigkeiten tragen, vor allem für Substanzen wie Alkohol. (...)"
https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/fetales-alkoholsyndrom-von-adhs-abgrenzen
Wie oft verbirgt sich hinter ADHS FASD?
FASD und Alkoholismus, Alkoholkonsum des biologischen Vaters
"So hätten zum Beispiel bis zu 75 Prozent der Kinder, die mit einer fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) auf die Welt kommen, einen Alkoholiker als biologischen Vater. FASD könne den Forschern zufolge sogar auftreten, ohne dass die Mutter je Alkohol getrunken habe."
https://www.aponet.de/artikel/lebensstil-des-vaters-beeinflusst-baby-10231
Bild der Wissenschaft, wissenschaft de - "Suchtanfälligkeit vom Vater geerbt?", Artikel vom 30. Mai 2017
Bild der Wissenschaft, wissenschaft de - "Suchtanfällligkeit: vom Vater geerbt?", Artikel vom 30. Mai 2017, screenshot vom 31.08.2025
FASD und der Alkoholismus, Alkoholsucht des biologischen Vaters
15. Mai 2025
Nachfolgend ist mein Kommentar zu oben verlinktem Artikel vom 09. April 2025 von Stephan Schleim - "ADHS-Medikamente für Erwachsene verdreifacht" einkopiert.
"Hallo Herr Schleim,
auch ich bin durch Ihre Artikel über Depression und Antidepressiva auf Sie aufmerksam geworden und teile Ihre diesbezüglich kritische Haltung, stimme auch der Begründung zu: vor allem sind es äußere Faktoren, stark, oft auch langandauernd belastende Lebensumstände und fehlende Selbstwirksamkeit, die u.a. Depression verursachen.
Bei ADHS wie auch ASS (Autismusspektrumstörung), die heute beide als angeborene, erbliche Störungen, Neurodivergenz gelten, sind Depression, Angst- und Zwangsstörungen, auch Suchterkrankungen bekannte, häufige Komorbiditäten.
Wenn durch insbes. Zwillingsstudien nachgewiesen ist, dass trotz auch sehr unterschiedlicher "Erziehung", Sozialisation, sozioökonomischen Verhältnissen, Lebensumfeldern Menschen ADHS und/oder ASS "haben", neurodivergent sind, scheint es sich doch um eine genetische Ursache zu handeln?
So auch, wenn bspw. zwei Kinder im selben Haushalt aufwachsen, es aber "Halbgeschwister" sind, d.h. die biologische Mutter ist dieselbe, der biologische Vater aber ein jeweils anderer und eines der beiden Kinder "hat" ADHS und/oder ASS, so auch dessen biologischer Vater, das andere Kind, mit anderem biologischen Vater, hat es nicht.
Grundsätzlich "entwickelt" man weder ADHS noch ASS im Lebensverlauf, sondern entsprechende, bestimmte Symptome, "Besonderheiten" im Verhalten und der Entwicklung (u.a. motorisch, sozial) sowie spezifische Beschwerden, Verhaltensweisen und Auffälligkeiten, u.a. motorische, kognitive, soziale Entwicklungsverzögerungen, u.a. auch das Ess-, Schlafverhalten betreffend, außerdem ausgeprägtes Prokrastinieren, erhebliche Probleme bei selbständiger Strukturierung (Alltag ...), ausgeprägte Antriebslosigkeit, Trägheit, Passivität, Interesselosigkeit bzw. nur stark eingeschränkte, spezifische Interessen, repetitives Verhalten, mangelnde Fähigkeit, sich verantwortungsvoll sich selbst und anderen gegenüber zu verhalten (bspw. bzgl. Körperpflege, Ernährung, Sozialverhalten, risikoreiches Verhalten im Straßenverkehr etc.), Mangel an kognitiver und/oder emotionaler Empathie, pathologisches Horten bzw. Messie-Syndrom, siehe dazu oben schon genannte weitere, ebenfalls häufig auftretende Komorbiditäten, siehe auch in der Kindheit bereits auftretende weitere, mehrere "Besonderheiten", Auffälligkeiten, die sich in der Pubertät oder Adoleszenz nicht "auswachsen", nur ggf. verändern, siehe dazu auch das erlernte Masking/Camouflaging der Betroffenen, wenn sie der Kindheit entwachsen sind - all das deutet m.E. darauf hin, dass es eine genetische Ursache gibt, insbes., wenn bei leiblichen Eltern und/oder Geschwistern ebenfalls ADHS und/oder ASS vorhanden sind, auch dann also, wenn die leiblichen Verwandten nicht miteinander aufgewachsen sind/leben, sondern bspw. die Kinder in unterschiedlichen Adoptivfamilien, diese Kinder aber jene spezifischen "Auffälligkeiten, Besonderheiten", Symptome, Entwicklungsstörungen, Beschwerden aufweisen wie ihre leiblichen/biologischen Eltern.
Allerdings bin auch ich überzeugt, dass wie bei Depression so auch bei ADHS und ASS Medikamente nicht effektiv, dauerhaft hilfreich, insbes. nicht heilsam, leider häufig jedoch intensiv nebenwirkungsreich sind, sondern Menschen generell wohltuende Lebensverhältnisse benötigen, statt dauerhaft oder auch lebenslang belastende oder sogar beschädigende, dies in Bezug auf insbes. materielle Armut, sichere materielle Existenzgrundlage, gesunde, bedürfnisorientierte Wohnverhältnisse sowie Arbeit, Ernährung, soziokulturelle Teilhabe, Zugehörigkeit, Anerkennung, Wertschätzung, mehrere vertraute Bezugspersonen - statt bezahlten, vermeintlich professionellen Betreuungspersonals, Fremdbetreuung/Auslagerung in diverse Einrichtungen.
Ich denke, an dem soeben Genannten mangelt es zahlreichen Menschen, aufgrund der nach wie vor verbreiteten Lebensformen, gesellschaftlichen Konventionen, regierungspolitischen Vorgaben und einhergehender Einschränkungen, Fremdbestimmungen, siehe bspw. nicht sinnstiftende, nicht gemeinwohlförderliche und/oder nicht existenzsichernd entlohnte Lohnarbeit/Erwerbstätigkeit (inkl. working poor, Maloche und bullshitjobs, mit Verweis auf David Graeber), Ehe und Kleinfamilie, Fremdbetreuung/Auslagerung, Einsamkeit, soziale Isolation, Suchterkrankungen, materielle Armut, diese auch infolge von chronischer physischer und/oder psychischer Krankheit sowie Alter, alters-, krankheitsbedingten erheblichen Einschränkungen bspw. der Mobilität u.a.m..
Ich denke, "Schicksalsschläge", Widerfahrnisse (mit Verweis auf Wilhelm Kamlah) können zwar durchaus traumatisierend sein, auf diese haben wir allerdings zumeist "wenig" bis keinen Einfluss und auch diese wird man mittels Medikamenten nicht bewältigen; anders verhält es sich mit den menschengemachten, oft belastenden bis global nachweislich destruktiven Lebensumständen bspw. bzgl. der Art zu wirtschaften, Handel zu treiben, zu produzieren, zu arbeiten, zu wohnen, zu essen, die Freizeit zu "gestalten", Bewegungsmangel u.a.m.. Hier wäre daher anzusetzen, was mit nicht nur einem "Bewusstseinswandel" in der Bevölkerung einhergehen bzw. dieser vorausgehen müsste, sondern vor allem mit entsprechenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen, der Gestaltung von Gesellschaft, Gemeinschaft, der Art der Arbeit, des Wohnens, der Beziehungen etc..
Konstruktive, wohltuende, prosoziale Konzepte gibt es ja bereits, bspw. bezüglich Architektur, Infrastruktur, Städtebau, siehe außerdem cohousing, Sozioktratie (systemisches Konsensieren, Konsentprinzip, statt Mehrheitsprinzip), Gemeinwohlökonomie, Parecon, Commons/Commoning, Postwachstum (degrowth), Postkapitalismus u.a.m.. Leider weiß die vielzitierte Mehrheit von all dem nichts, erfährt es nicht via Schule und/oder mainstream-Medien, kennt es nicht und/oder hat gerade deshalb, aufgrund von Unkenntnis, Vorbehalte.
Viele Grüße
Sabeth"
-