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Lebenskunst für Laien

Sabeth schreibt Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Weihnachten, Silvester, Ostern, Geburtstag ... ein Tag ist wie der andere

 
22. Dezember 2025
 
Weihnachten 2025
Weiß nicht, wie´s bei euch so ist? 

Hier gibt es ja seit drei Jahrzehnten keine Familie, Verwandten, die zu Besuch kommen oder die wir besuchen könnten, auch kein "Festessen", keinen Baum ... . 
Aber seit die Kinder beide "groß" sind (19 und 32), habe ich damit kein Problem mehr. :)
 
Belastend war Weihnachten nur, so lange die Kinder Kinder waren, denn für sie hätte ich gerne Familie, Geselligkeit ... gehabt.
Geschenke gab es trotz Armut immer für sie.
Meine Tochter hat auch immer auf einen Weihnachtsbaum und weihnachtliche Dekoration der Wohnung bestanden, ok, haben wir alles so weit als möglich jahrelang gemacht. 
Essen ist für mich ja schon längerfristig "schwierig" und zu zweit gibt´s sowieso keinen Braten oder mehrgängiges Menu.
Mit den Kids habe ich früher selbstverständlich auch Kekse gebacken.

Mein Sohn hat Weihnachten und Silvester aber viele Jahre bei einem seiner Freunde und dessen Familie verbracht, dort auch gegessen und übernachtet. So hatte wenigstens er ein bisschen Geselligkeit ... . 
Für meine Tochter war das leider nie möglich. 

Aber Silvester hat sie die letzten zwei, drei (?) Jahre bei einer Freundin gefeiert.
 
Jetzt ist es für zumindest mich alles viel entspannter - ich muss nicht mehr "festlich schmücken", keinen Tannenbaum mehr schleppen (schaffe ich körperlich ohnehin nicht mehr), es gibt keinen Geschenkestress, weil Tochter unterm Jahr alles bekommt, was sie so braucht und mag und die großen Wünsche kann ich ihr leider sowieso nicht erfüllen - sowas wie Urlaub, Reisen, Ausflüge, Tapetenwechsel, Abwechslung, neue Eindrücke und Erlebnisse, Führerschein, Auto. 
Aber den ganzen anderen, üblichen Weihnachtszirkus und -stress habe ich jetzt eben nicht mehr. :)
 
Klar wär´ es schön, nicht alleine oder nicht immer nur zu zweit zu sein - auch das gesamte Jahr hindurch und jedes Jahr aus Gründen so. 
Aber aus schon vielfach genannten Gründen ist Mobilität, Sozialkontakte pflegen, neue Freundschaften knüpfen ... hier "kaum" bis gar nicht möglich.
 
Wir sind einfach froh, dass wir nicht hungern, nicht frieren müssen, dass wir Wohnung, Wasser, Heizung, Strom, Nahrung haben, dass wir (zumindest bisher) keine schweren, tödlichen körperlichen Erkrankungen haben, dass wir sehen, gehen, hören ... können und nicht von Bomben (Krieg) bedroht sind.
 
Wir wissen, dass es sehr, sehr, sehr vielen Menschen auf dieser Welt sehr, sehr viel schlechter geht als uns - ohne, dass sie es selbst verursacht oder verschuldet haben: ihr Leid ... . 
Deshalb wissen wir die wesentlichen "Dinge des Lebens" zu schätzen.
 
Und dann bin ich auch jedes Jahr einfach froh, wenn ich es körperlich noch vor den Feiertagen geschafft habe, Lebensmittel einzukaufen. 
Denn das ist hier auch nicht selbstverständlich. Manche Frau kann auch menstruationsbedingt das Haus einfach nicht verlassen, weil Hypermenorrhoe ... .
 
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24.12.2024
 
Ob Weihnachten, Silvester, Ostern, Geburtstag - jeder Tag ist wie der andere.
Man ist froh, wenn man sich körperlich nicht extrem schlecht fühlt und noch eine Wohnung hat. Ihr kennt das.
Grüße deshalb an alle Kranken, Versehrten, Einsamen, Verlassenen, Obdachlosen.
 
Was ich mir gewünscht hätte - seit Jahren bereits:
Mit "meinen Lieben" in geselliger Runde ein paar lustige Brettspiele zu spielen, um auf diese sehr einfache Weise eine angenehme, wohltuende Zeit miteinander zu verbringen.
Aber ihr kennt die Geschichte ja ... .
 
Die Situation ist hier seit Jahren folgende:

Meine Eltern (Pflegeeltern) sind seit Jahren beide tot, sah sie zuletzt mit 16.

Meine biologische Mutter ist ca. 800 km entfernt - schwer krank, pflegebedürftig. Wir haben uns zuletzt vor 30 Jahren (1995) gesehen.
 
Meinen biologischen Vater habe ich lebenslang - in 51 Jahren - noch nie je gesehen, kennengelernt.

Mein 31-jähriger Sohn will zu seiner 18-jährigen Schwester und mir seit ca. 15 Jahren (seit 2009) keinen Kontakt, verweigert diesen auch seiner Schwester.
 
Meine 18-jährige Tochter hockt lieber täglich, vor allem nachts, fast ununterbrochen an ihrem digitalen Endgerät und zieht sich Videos über einen CDU-Politiker (leider kein Witz!) ´rein, statt bspw. mit mir, ihrer Mutter, Kekse zu backen oder Brettspiele zu spielen.
Sorry, aber was anderes, "Aufregenderes" habe ich nicht mehr zu bieten, bin dafür körperlich/gesundheitlich längst zu kaputt, essen geht auch kaum noch, drum gibt´s hier auch nie ein "Festessen".

Der biologische Vater meiner Tochter ist seit Jahrzehnten süchtig (Alkohol, Cannabis) und seit seinem letzten Suizidversuch hat er einen Grad der Behinderung ... .

Um all diese Menschen und noch weitere habe ich mich über Jahre immer wieder eigeninitiativ empathisch, fürsorglich, verantwortungsvoll gekümmert, bemüht.
Leider kam nie irgendetwas von irgendwem zurück.
 
Sowas wie Ausflüge, Urlaube, Reisen, Kultur, Teilhabe, Mobilität gibt es hier seit Jahrzehnten nicht (mehr), jedenfalls für mich zuletzt, als ich ca. 12 Jahre alt war.

Für die seit knapp 32 Jahren ledig, allein alleinerziehend geleistete Sorge-Arbeit gibt es:
Armut als Strafe.
 
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