18.11.2024
Zu oben verlinktem ZEIT-online-Video, Interview vom 13.11.2024 mit Gregor Gysi zu Neuwahlen etc.
Da gilt es einiges richtigzustellen, Gregor Gysi:
1. Es dürfte, sollte Parteien und Fraktionen gerade nicht darum gehen, Zitat "wen wir erreichen, wen wir gewinnen und wen wir verlieren", sondern darum, was welche Menschen aus welchen Gründen für Interessen, Sorgen, Nöte, Absichten, Ziele haben und wie diese jeweils durch welche tatsächlichen, nicht nur selbsternannten "Repräsentanten" (siehe "repräsentative Demokratie") wie gut, verlässlich und gemeinwohlförderlich (!) umgesetzt werden. Um das Gemeinwohl scheint es jedoch "Berufspolitikern", MdB und insbes. Regierenden grundsätzlich nicht und nirgendwo in kapitalistischen Staaten, globalem Kapitalismus zu gehen.
Es geht stattdessen um Profite, Macht, Herrschen, Übervorteilen - siehe gerade bzgl. Land, Raum, geostrategischen Interessen, Rohstoffen, also auch Außenpolitik - es geht um die Interessen und Gewinne, die Ziele multinationaler Großkonzerne, es geht um Banken (-rettung), Geld, Militär, Krieg und der Bevölkerung wird dies mittels Manipulation, Propaganda, Indoktrinierung zugemutet, andressiert. - Das ist die Kurzfassung. ;)
2. Nein, wenn man mit Regierungen unzufrieden ist, ist das nicht im Geringsten eine Rechtfertigung, Begründung dafür, eine nachweislich rechtsextremistische, antidemokratische, christlich fundamentalistische, neoliberale, patriarchal-autoritäre Partei, die AfD, zu wählen. Das hat nichts mit "Protest" oder "Abgehängt-, Benachteiligtsein" zu tun, sondern mit den Einstellungen, der autoritären Prägung leider zahlreicher, nach wie vor faktisch sehr konservativer, horizontverengter Menschen. Deren Rassismus bestand schon lange, bevor sie AfD wählten, er ist nur durch die AfD, Pegida, Neue Rechte, Ein Prozent, Identitäre Bewegung ... "salonfähig" geworden - Antidemokraten, AfD, mit engen Verknüpfungen zu Neo-Nazis sind im Bundestag. In Deutschland.
3. Wir haben seit 30 Jahren (!) ein braunes Problem in Ostdeutschland, der ehemaligen DDR, siehe die Anschläge auf Asylantenheime in den 1990er Jahren, siehe den NSU ... . Niemand setzt sich mit der autoritären Prägung und narzisstischen Selbstwertproblematik (!) dieser Menschen auseinander, die m.E. für ihr "Eingestelltsein", vor allem aber für ihre Gefühligkeiten ursächlich ist.
Und ja, es gibt Rechtsextremisten und Neo-Nazis auch in Westdeutschland, aber siehe auch hier die Kontinuiäten über Generationen hinweg, vor allem in bestimmten Regionen wie bspw. Hessen, Rheinland-Pfalz und Franken. Gibt dazu übrigens einen guten Artikel der ZEIT vom 25. Februar 2019 - "Wo die NSDAP erfolgreich war, ist es heute die AfD", siehe dazu Davide Cantoni.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-02/afd-waehler-rechtsextremismus-nsdap-gemeinden-milieu/komplettansicht
4. Es gibt zahlreiche benachteiligte, versehrte, mittellose Menschen, die ebenfalls mit Regierungen aus Gründen massiv unzufrieden sind, sich nicht ansatzweise gesehen, gehört, gemeint, vertreten erleben, die aber n i c h t AfD wählen, weil sie nicht rechtsextremistisch sind. So bspw. mittellose, ledige, alleinerziehende Frauen, Mütter, die unentbehrliche Sorge-Arbeit unbezahlt leisten, somit systematisch ausgebeutet werden, siehe Frauenarmut, Kinderarmut, Altersarmut, weil sogen. Reproduktionsarbeit in Androkratie, Patriarchat, Kapitalismus als Arbeit, Leistung weder anerkannt noch monetär wertgeschätzt wird: Sorge-Gehalt, nicht "Herdprämie", das schließt auch häusliche Pflege durch Angehörige ein: Sorge-Arbeit, die für das Gemeinwohl unverzichtbare Arbeit, Leistung ist. Statt Fremdbetreuung: Auslagerung von Kindern, alten, kranken, behinderten, sterbenden Menschen in Einrichtungen, damit die Leute weiterhin Lohnarbeit für den Wohlstand Vermögender, für das global destruktive Wirtschaftswachstum leisten. Eigenes Thema: Postwachstum, Postkapitalismus ... .
5. Dass die mainstream-Medien nicht politisch links, oft auch nicht investigativ und neutral sind, stellt man fest, wenn man die Realität und Faktenbelege mit dem von diesen Medien Verbreiteten vergleicht. Siehe dazu u.a. auch die Kritik von Julian Assange an diesen Medien. Es verhält sich aber genau umgekehrt, Gregor Gysi: "Linke Argumente", Überzeugungen, Werte gibt es nicht dann nicht mehr, wenn/weil es keine linke Partei mehr gibt, sondern weil Menschen durch Medien schlecht, unzureichend, einseitig, tendenziös "informiert" werden, vieles nicht oder nur oberflächlich oder tendenziös genannt wird und weil es faktisch global leider nach wie vor sehr viele konservative, also intellektuell, sozial und emotional unreife Menschen gibt, inkl. Religionen/Ideologien, dem Hang zum Autoritarismus, zu vermeintlicher "Sicherheit", zu law&order (Autoritarismus), zu Hierarchien, zur Ablehnung gegenüber Neuem, Fremdem (Neophobie, Xenophobie), ausgeprägter Angst/Ängsten u.a.m..
6. Die SPD ist - schon durch den Seeheimer Kreis - schon längst keine Arbeiterpartei mehr, sie war es im Grunde nie.
7. Die Grünen sind, wie richtig erwähnt wurde, schon lange keine pazifistische, linke Partei mehr - weit entfernt von genuin linken Werten, Überzeugungen, Zielen.
8. Es wird eine frauenfeindliche, homophobe Ideologie, politische Agenda - siehe Frontex, EU-Kommissionspräsidentin U. von der Leyen, CDU - die Transideologie staatlich, per Gesetz - siehe SBG, perfide sogenanntes "Selbstbestimmungsgesetz", das den auf empirischer Evidenz basierenden, faktischen Unterschied zwischen angeborenem biologischen Geschlecht (Sexus) und Zweigeschlechtlichkeit bei Menschen, zweigeschlechtlicher Fortpflanzung übergeht bzw. mit sozial konstruiertem Geschlecht, gender, gleichsetzt - Medien und sogar Schulen sowie Behörden etc. oktroyiert.
9. Es wurden massiv schädigende, restriktive, repressive, unverhältnismäßige Maßnahmen während der Corona-Zeit den Menschen durch Regierungen zugemutet - siehe Maßnahmenfolgeschäden, für die es keine Wiedergutmachung gab/gibt, siehe schwere Impfnebenwirkungen, aber Impfdruck, Impfpropaganda, jetzt schwere Impfnebenwirkungen und Wirkungslosigkeit der Corona-Impfstoffe sowie existenzielle und psychische Beschädigungen - auch von "vulnerablen Menschen": Kindern, Jugendlichen, chronisch Kranken, Pflegebedürftigen, Sterbenden, siehe, welche Folgen die Maßnahmen gerade für sie hatten, Folgen, die bei jenen, die bereits verstorben sind, einsam sterben mussten, grundsätzlich nicht mehr wiedergutzumachen möglich sind.
10. Auch die Begrifflichkeit bzgl. Friedrich Merz ist unpassend: Er will seine Antipathie, Misogynie ausgeglichen sehen, das hat nicht das Mindeste mit "wiedergutmachen", Wiedergutmachung zu tun, die etwas völlig anderes ist: nämlich, einen absichtsvoll anderen zugefügten Schaden aus eigenem Bedürfnis heraus auszugleichen: wiedergutzumachen, siehe Restorative Justice, Täter-Opfer-Ausgleich, Wiedergutmachung statt Strafe etc..
Bei F. Merz geht es also um Animositäten und/oder Vergeltungswünsche, -absichten.
Dass Merz misogyn ist, zeigt sich schon an seiner Ablehnung, Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand anzuerkennen, zu verurteilen sowie an seiner Einstellung bzgl. Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch sowie daran, dass er, wie die gesamte CDU, CSU, FDP, AfD, SPD und Grüne Sorge-Arbeit nicht als Arbeit, Leistung anerkennen. Es ist dies Konservatismus, Androkratie, Patriarchat.
11. Nein, ich möchte nicht regiert werden, ich will keine nur "indirekte", vermeintlich, vorgeblich repräsentative "Demokratie", in der ich nur alle vier Jahre ein Kreuz machen darf und sonst auf Bundesebene (!) absolut nichts mitentscheiden, mitgestalten darf, auch nicht bzgl. Koalitionsbildung u.a.m..
Ich habe völlig andere Vorstellungen von echter, gelebter Demokratie, von Gemeinwohl, idealerweise Soziokratie: Konsent-, statt Mehrheitsprinzip. Denn die Mehrheit, das zeigt die Geschichte sowie die Gegenwart sehr anschaulich, kann unerträglich dumm, einfältig, tumb, unreif und destruktiv sein. Zu a l l e r, auch der Minderheit(en) Schaden.
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