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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Selbstoptimierung - Bodytracking, Biohacking, Coaching, Psychotainment, Lohas ...

 
Selbstoptimierung - Bodytracking, Biohacking, Coaching, Psychotainment, Lohas, NLP ...
 
... Gesundheit, Freude, Gelassenheit, Verantwortung, Bewusstheit, Reife oder: Leistungs- und Konformitätsdruck, Optimierungszwang, Datenabgreifen, "nachhaltiger" Konsumismus, Ersatzreligion - Selbstbetrug der Bessergestellten?
02. Januar 2023
 
Ratgeber"literatur", Coaching, NLP, Selbst"optimierung", Selbstobjektifizierung, Zwangs-, Zweckoptimismus - Selbstbetrug
 
Das Leben, mit all seinen Ambivalenzen, Widersprüchen, Widerfahrnissen, lässt sich nicht als Art "eigenes" Projekt durchorganisieren, planen, abhandeln, vollziehen.
 
Der Mensch ist keine von wem auch immer bloß "richtig" zu programmierende, funktionalisierbar, ausschlachtbar zu machende Maschine, kein effizientes, zu optimierendes Gerät, Objekt, das nach eigenem oder fremdem Willen für bestimmte Zwecke nutzbar, verwertbar, darauf reduzierbar zu machen ist, verdinglicht werden darf. - Menschenwürde, Ethik.
 
Der Mensch, das Leben ist kein persönliches oder fremdes "Werkstück", an dem zur scheinbaren "Optimierung", etwaig für wirtschaftliche, kapitalistische oder soziale Funktionalität, Effizienz, herumgefeilt, der/das nach Plänen vom Reißbrett zurechtgebogen oder als Art Modelliermasse, nach Rezept in die jeweils gewünschte Form gepresst werden kann.
 
Mensch lernt, erfasst, erkennt (inklusive Selbsterkenntnis), begreift, durchdringt, reift, wenn überhaupt, nur "von innen heraus", organisch, leiblich: infolge je persönlich, individuell, subjektiv gelebten Lebens, leiblich gemachter Erfahrungen, (wiederholt) durchlittener Widerfahrnisse, bewältigter oder auch gerade nicht bewältigter Herausforderungen, Krisen, Geworfenseins, Zweifelns, Fragens, Suchens und der gründlichen, bewussten, ehrlichen, couragierten Reflexion über all das.
Ohne Krücken. Ohne "Sicherheitsleine". Ohne selbstschonenden, bequemen, vorübergehend behaglichen Selbstbetrug.
 
Es gibt - leider offenbar zahlreiche - Menschen, Zeitgenossen, die das nie erfassen, begreifen, durchdringen (können).
Mit Philosophie wissen sie nichts "anzufangen", sie wissen zumeist nicht einmal, was Philosophie ist.
Und nicht einmal wenigstens in fortgeschrittenem Alter, mit mehr Lebenserfahrung (als in jungen Jahren, in Kindheit, Jugend, Adoleszenz, mit 20, 30, vlt. auch noch 40 Jahren) - wenigstens ab 50 Jahre aufwärts - reflektieren sie.
 
Verbreiteter Missstand scheint überdies zu sein, dass Menschen zwar ggf. lesen, auch belesen sind, das Gelesene aber "trotzdem" nicht intellektuell erfassen und reflektieren können.
 
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11. Juni 2023
 
Conditio humana
 
Menschsein: lebenslang bedürftig, verletzlich, fragil, sterblich sein. Jeden einzelnen Tag. Wissentlich.
Die Absurdität des (menschlichen, des Mensch-) Seins. Schöne Grüße von Albert Camus.
 
Die Kontingenz. Das Geworfensein. All das nicht selbstverschuldete Leid, Elend.
Immer und immer wieder, weiter ... . All die Ungerechtigkeit. Die Sinnsuche.
Ohne Glauben: ohne Netz und Boden. Wach, bewusst.
 
Leiblichkeit. Kontingenz. Zufall. Widerfahrnisse. Verstand, Vernunft, Erkenntnis-, Reflexionsfähigkeit, Verantwortung. Mitgefühl. Liebe.
 
NEIN:
Das Leben des Menschen, auch das des jeweiligen Individuums, der jeweiligen Person, Persönlichkeit ist k e i n durchplanbares Projekt. Es lässt sich nicht alles nach eigenen Vorstellungen, Wünschen, Erwartungen, persönlichem Willen im Leben planen, formen, umsetzen, bestimmen.
Der Mensch ist kein Objekt.
Mensch, Menschsein vs. Kapitalismus, Objektifizierung, Entmenschlichung, Entwürdigung.
 
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03. Juli 2024
 
Kein "Gott", kein Held, keine illusionierten, konstruierten Hirngespinste, kein Glaube, Aberglaube, Religion, Ideologie geben mir "Hoffung", Zuversicht, sondern couragierte, gewissenhafte, integre, ehrliche, mitfühlende, solidarische Menschen.
 
Charakterstärke, Reife (Persönlichkeitsreife) hat nichts mit Sturheit, Starrsinn, Trotz, Stolz, Macht - stets kompensatorischem, narzisstischen Streben nach Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen (aufgrund von Selbstwertproblematik, Minderwertigkeitskomplexen), nichts mit Empathielosigkeit, Rache, Strafe zu tun.
 
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27. Oktober 2023
 
Elsbeth, du schreibst so oft über Unreife, was ist denn nach deinem Dafürhalten Reife, Persönlichkeitsreife? :
 
Erkenntnis-, Urteils-, Reflexions- und Selbstreflexionsfähigkeit, Vernunft, Empathie, Mitgefühl, Authentizität, Integrität, (Zivil-) Courage, Rückgrat, Prosozialität, Liebesfähigkeit.
 
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29. Oktober 2023
 
Wer sich über staatlich, medial, ideologisch "betreutes Denken" echauffiert, zugleich aber religiösem Glauben, "Gott", "Transzendenz", Religion, also Ideologie anhängt, verhaftet bleibt, freiwillig unterwirft, offenbart (auch) damit seine intellektuelle und emotionale Unreife.
 
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24. Dezember 2022
 
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher (Lebens-) Erfahrung und gründlicher, ergründender Reflexion über selbige. 
 
Vieles Gelesene erfasst, begreift, durchdringt ein Mensch kognitiv, intellektuell, auch körperlich, sozial und emotional überhaupt erst dann, wenn er über einen umfangreichen Erfahrungsfundus verfügt und diese Erfahrungen reflektiert hat.
Wenn er (Persönlichkeits-) Reife, umfassendes Bewusstsein, sogenannte Lebensweisheit erlangt hat.
Seine Leiblichkeit ist dafür unabdingbar.
 
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Tapferkeit
 
zeigt sich nicht im Kämpfen mit Waffen, in Kriegen.
 
Unabdingbar ist sie fürs Durchstehen, Ertragen, Durchleiden, Bewältigen all der unzähligen unzumutbaren Vorkommnisse, Widerfahrnisse, Umstände, Verhältnisse im einzigen, kleinen Leben eines (bewussten) Menschen.
 
Dies insbesondere dann, wenn dieser Mensch sich an keine Krücken hängt, klammert:
Drogen, Sucht, Religion, Glaube, "Gott", Esoterik, Aberglaube - Selbstflucht, Selbstbetrug.
Wenn er alles stattdessen wach, bewusst, nüchtern erfährt, erleidet, erträgt. Immer wieder. Lebenslang.
 
Und selbstverständlich zeitigt das keineswegs "schöne" Folgen, hinterlässt all das Spuren. Wahrnehmbar, irreversibel eingraviert. Im Körper, in der Psyche, im Leib, in der Persönlichkeit eines solchen Menschen.
 
Nein, man muss deshalb kein Masochist oder Märtyrer sein oder dazu werden (wollen). Nur der Mensch, als einziges Lebewesen auf diesem Planeten, kann sich selbst, selbstbestimmt, den eigenen Tod geben. Das: erfordert eine immense Stärke.
 
Freitod.
 
Was ich mit Tapferkeit meine, ist also etwas wie emotionale Stärke, eher: emotionale Reife, sich auf Mitgefühl, Liebesfähigkeit, (Selbst-) Erkenntnis, Urteils-, Reflexionsfähigkeit gründend, für die es wiederum der Lebenserfahrung und intellektueller Reife bedarf.
 
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