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Lebenskunst für Laien

Sabeth schreibt Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Selbstoptimierung - Bodytracking, Biohacking, Coaching, Psychotainment, Lohas ...

 
Selbstoptimierung - Bodytracking, Biohacking, Coaching, Psychotainment, Lohas, NLP ...
 
... Gesundheit, Freude, Gelassenheit, Verantwortung, Bewusstheit, Reife oder: Leistungs- und Konformitätsdruck, Optimierungszwang, Datenabgreifen, "nachhaltiger" Konsumismus, Ersatzreligion - Selbstbetrug der Bessergestellten?
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12. Dezember 2025
 
Auf social media, vor allem facebook, Instagram und Tik Tok, posten Leute zumeist nur gestellte Szenen oder nur das und sich selbst, wenn und was aufgebrezelt, aufpoliert, inszeniert ist - Urlaub, "Erfolg" usw. - als gäbe es keinen Alltag, kein Altern, keine Krankheiten, keine Armut ... . 
Schluss mit fake! Schluss mit gestellten, geschönten Bildern von nur der vermeintlichen "Glanzseite".
 
Zeigt das Leben wie es tatsächlich ist: mit allen Herausforderungen, alltäglichen Bedürfnissen, auch vermeintlichen Banalitäten und auch die Belastungen - ohne etwas zu schönen, sondern ganz real, authentisch.
Macht das alle so! Hört auf, euch als/wie Objekte zu inszenieren.
 
Menschen sind keine Puppen, sondern aus Fleisch und Blut - bedürftig, verletzlich.
Menschen sind nicht lebenslang jung, gesund, vital, "schön und erfolgreich" - sie werden auch krank, altern, haben mit Belastungen und Widerfahrnissen ... zu kämpfen und all das hinterlässt auch sichtbare Spuren. 
Menschen sind Persönlichkeiten und leibliche Wesen - sie sollten sich nicht selbst objektifizieren und nur aufpolierte Orte, Szenen oder sich selbst als "glamouröse Stars" zeigen, die sie offenbar alle gerne wären. ? Kompensationsverhalten, Unreife. 
 
Nein, man muss auch nicht ins andere Extrem verfallen und nur noch das Elend, das Grauen des Lebens, das Leiden und Sterben voyeuristisch zur Schau stellen. 
Mir geht es einfach um Authentizität, Wahrhaftigkeit, Realität, Ehrlichkeit. Statt narzisstische Selbstdarstellerei.
 
Es ist scheissegal, wieviele Likes ihr von Fremden oder Bekannten habt! 
Es ist völlig unwichtig, ob ihr es beruflich "zu was gebracht habt".
Wichtig ist nicht, was ihr habt, sondern w e r euch wert ist und wem ihr es seid: als Subjekt, Persönlichkeit, nicht als Objekt. 
 
Nochmal:
Der Wert eines Menschenlebens bemisst sich nicht nach akademischen Titeln, Einkommenshöhe, Vermögensumfang, Narzissmusgrad (besetzten Machtpositionen), Ruhm, wirtschaftlicher Funktionalität und Verwertbarkeit. - Würde.
 
Wissen, erfassen, erkennen so viele Menschen wirklich nicht, was Freude - nicht nur Spaß - was Erfülltsein, was Liebe ist?
Die Jungen müssen es zumeist erst noch lernen. 
Aber die Alten ... ? 
 
Nachfolgendes habe ich ursprünglich verfasst am 15.08.2024
 
Kapitalismus, Reichtum, Konsumismus, Kompensationsverhalten - Haben statt Sein 

Ein psychisch-emotional gesunder, vernünftiger, reflektierter, reifer Mensch strebt grundsätzlich nicht nach Macht, (finanziellem, materiellen) Reichtum, Karriere, Posten, sondern hat ganz andere Werte, Ideale, Ziele, Verhaltensweisen:
 
Psychisch gesunde Menschen erfahren Freude, Lebenszufriedenheit, Erfüllung, Sinn, Halt, Verbundensein nicht durch passiven Konsum von (übermäßigem) Essen, Alkohol, Cannabis, Drogen, Produkten, Prestigeobjekten, sondern durch Beziehung zu mehreren! Menschen, idealerweise unterschiedlichen Alters und Geschlechts (Frauen und Männer). 

Solche stabilen Beziehungen, Freundschaft, Liebe, Bindung, Verbundensein, Zugehörigkeit, Gemeinschaft kann auch kein Selbstgespräch mit "Gott", einem Hirngespinst, ersetzen.
 
Erich Fromm - aus "Die Kunst des Liebens" zitiert:
"Liebe ist die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben. Wo diese tätige Sorge fehlt, ist auch keine Liebe vorhanden."
"Impotenz ist die Unfähigkeit, Liebe zu erzeugen."
 
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11.04. und 28.04. 2025
 
Die Würde des Menschen, Menschenwürde, gründet sich nicht auf kapitalistisch ausbeutbare Arbeit, Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit, Gehorsam, Konformismus, Opportunismus, Geiz, Gier, Antisozialität, nicht auf Vermögen, Reichtum, Macht, Titel, Ruhm.
Die Menschenwürde gründet sich auf universelle Menschenrechte, bestimmte Werte - moralisches Fundament, Moral, Ethik - insbes. wiederum auf die Artikel der Menschenrechtecharta, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.
 
Das heißt: Einem jeden geborenen (!) Menschen kommt Würde einfach und allein deshalb zu, weil er ein existierender, geborener Mensch, ein lebenslang bedürftiges, verletzliches, sterbliches, schmerzfähiges, mit Bewusstsein belegtes Lebewesen ist.
 
Sollte mich oder sich selbst ernsthaft jemand - erwachsene Person - fragen, worauf "denn dann" man seinen Selbstwert, sein Selbstverständnis gründen soll: auf einen guten Charakter.
Sein, statt Haben, aktives Lieben, entsprechendes prosoziales Verhalten, Taten.
 
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02. Januar 2023
 
Ratgeber"literatur", Coaching, NLP, Selbst"optimierung", Selbstobjektifizierung, Zwangs-, Zweckoptimismus - Selbstbetrug
 
Das Leben, mit all seinen Ambivalenzen, Widersprüchen, Widerfahrnissen, lässt sich nicht als Art "eigenes" Projekt durchorganisieren, planen, abhandeln, vollziehen.
 
Der Mensch ist keine von wem auch immer bloß "richtig" zu programmierende, funktionalisierbar, ausschlachtbar zu machende Maschine, kein effizientes, zu optimierendes Gerät, Objekt, das nach eigenem oder fremdem Willen für bestimmte Zwecke nutzbar, verwertbar, darauf reduzierbar zu machen ist, verdinglicht werden darf. - Menschenwürde, Ethik.
 
Der Mensch, das Leben ist kein persönliches oder fremdes "Werkstück", an dem zur scheinbaren "Optimierung", etwaig für wirtschaftliche, kapitalistische oder soziale Funktionalität, Effizienz, herumgefeilt, der/das nach Plänen vom Reißbrett zurechtgebogen oder als Art Modelliermasse, nach Rezept in die jeweils gewünschte Form gepresst werden kann.
 
Mensch lernt, erfasst, erkennt (inklusive Selbsterkenntnis), begreift, durchdringt, reift, wenn überhaupt, nur "von innen heraus", organisch, leiblich: infolge je persönlich, individuell, subjektiv gelebten Lebens, leiblich gemachter Erfahrungen, (wiederholt) durchlittener Widerfahrnisse, bewältigter oder auch gerade nicht bewältigter Herausforderungen, Krisen, Geworfenseins, Zweifelns, Fragens, Suchens und der gründlichen, bewussten, ehrlichen, couragierten Reflexion über all das.
Ohne Krücken. Ohne "Sicherheitsleine". Ohne selbstschonenden, bequemen, vorübergehend behaglichen Selbstbetrug.
 
Es gibt - leider offenbar zahlreiche - Menschen, Zeitgenossen, die das nie erfassen, begreifen, durchdringen (können).
Mit Philosophie wissen sie nichts "anzufangen", sie wissen zumeist nicht einmal, was Philosophie ist.
Und nicht einmal wenigstens in fortgeschrittenem Alter, mit mehr Lebenserfahrung (als in jungen Jahren, in Kindheit, Jugend, Adoleszenz, mit 20, 30, vlt. auch noch 40 Jahren) - wenigstens ab 50 Jahre aufwärts - reflektieren sie.
 
Verbreiteter Missstand scheint überdies zu sein, dass Menschen zwar ggf. lesen, auch belesen sind, das Gelesene aber "trotzdem" nicht intellektuell erfassen und reflektieren können.
 
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27.10.2025
 
Über das Coaching-Unwesen, zu sogenanntem Coaching und stets nur selbsternannten "Coaches"
 
Es ist die billige, perfide Manipulation, Suggestion, Gehirnwäsche, die unter dem Deckmantel, dem Vorwand der vorgeblichen "Hilfe, Unterstützung, Beratung, Begleitung" kostenpflichtig!, für die "Coaches" also lukrativ, den Betroffenen, Bedürftigen, oft Verzweifelten "angeboten" wird, die mich an sogenanntem Coaching grundsätzlich anwidert, abstößt. 
 
Ein "Coach" ist eben gerade k e i n qualifizierter, ausgebildeter Psychologe, Psychiater, Arzt, Therapeut und auch kein (studierter, akademischer, ausgebildeter) Philosoph.
Ist ähnlich wie mit Heilpraktikern. 
 
Jeder kann sich als "Coach" - Trainer, Lebenstrainer?! wtf! - selbst bezeichnen, selbst "zertifizieren", seine "Dienste" kostenpflichtig, dabei ohne jegliche seriöse Grundlage, Qualifikation anbieten:
 
Es gibt keine objektiven Wirksamkeitsnachweise von "Coaching", keine wissenschaftsbasierten Methoden, keine Qualifikations-, Qualitätsnachweise, keine Qualitätskriterien, keine staatlich anerkannte Ausbildung - der Scharlatanerie, inklusive etlichen Fehldiagnosen, Falscheinschätzungen, Laien-, Küchenpsychologie mit entsprechenden Folgen, sind somit Tür und Tor weit geöffnet. 
Geh´ mir bloß weg mit "Coaching" und selbsternannten "Coaches"!
 
Und nein, ein "Coach" ist auch keine Bezugsperson, nicht dein Freund. 
Einen Freund bezahlst du üblicherweise ;) nicht mit Geld für seine Freundschaft, seinen Beistand, Rückhalt, seine tatkräftige und/oder soziale, emotionale Hilfe, Unterstützung, seine Wertschätzung, Zuneigung. 
 
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24. November 2025
 
Womit man mich garantiert sofort vergrault, sind solche Titel, gleich ob bei Büchern, Artikeln, Videos:
"Was du über ... wissen musst", "Was du unbedingt/auf keinen Fall brauchst" usw.. 
Habe eine ausgeprägte Aversion gegen sogen. "Ratgeberliteratur" und Coaching.
 
Nein, das ist keine rein/nur persönliche Sache, nach dem Motto: dann kauf´, lies es einfach nicht. 
Was zugrunde liegt, ist eine Art Pädagogisieren, auch eine gewisse eigene Anmaßung, andere "belehren" oder anleiten zu können. 
 
Bin 52, weiß, wie ich mich worüber seriös informieren kann, was ich brauche und/oder will, was mir weshalb gefällt und was aus welchen Gründen nicht, was mir wohltut und was nicht etc.. 

Aber das ist das generelle Problem:
Dass offenbar nicht wenige "Erwachsene" wie Kinder behandelt werden (wollen), sich wie unreife Kinder benehmen, sich "Führung", Anleitung wünschen, vermeintliche Umwege verhindern, vermeintliche Abkürzungen bzgl. Erfahrungen und Reifung nehmen wollen, zu müssen meinen.
 
Es ist eine Sache, ob ich Menschen qualitativ gute, seriöse, fakten-, realitätsbasierte, fundierte, unabhängige Informationen anbiete - siehe Sach-, Fachbücher, Dokumentationen ... - etwas völlig anderes sind hingegen "Ratgeber", Ratgeber"literatur", Coaching, siehe oben: blog-Eintrag vom 27.10.2025.
 
Und es sind solche "Ratgeber", bspw. Bücher, Autoren und/oder sogen. Coaches auch keine (Form von) Unterstützung, denn sie pauschalisieren üblicherweise, lassen vieles Wichtige, Individuelle (Umstände, Anlage usw.) außen vor, sind nicht bedürfnisorientiert, oft nicht mal qualifiziert.
Es sind Leute, die sich - zumeist ohne entsprechende seriöse Qualifizierung, Fach-, Sachkenntnis, ohne Qualitätskontrollen im jeweiligen Bereich! - anmaßen, anderen etwas vorgeblich Hilfreiches vermitteln, sie anleiten, "begleiten" zu können.
 
Vor allem unterscheidet sich sogen. Coaching, auch "Ratgeberliteratur" von tatsächlich gerne, ehrlich, persönlich bedürfnisorientiert, empathisch gegebener oder angebotener Unterstützung durch die Profitorientierung, Profitabsicht - Kosten, Bezahlung, Geld.
 
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28. November 2025
 
Coaching hat übrigens auch nichts mit Philosophie, Philosophieren zu tun - weit entfernt davon! 
 
Philosophie, "Philosophieren" ist das Fragen (!) nach und zu dem Sein des Menschen, nach "der Welt", nach Wissen, Wahrheit, Wirklichkeit, Erkenntnis, Bewusstsein, Sprache und Denken, Zweifel(n), Ergründen, Vernunft, Ethik, (Willens-) Freiheit, Würde ... .
 
Philosophie ist, gibt keine (einfachen) Antworten, liefert keine Anleitungen, keine Patentrezepte, keine mundgerechten, leicht verdaulichen Happen, ist und will nicht Anleitung, Führung, Erziehung, Dressur, Indoktrinierung (sein). 
Ist nicht "Lebenshilfe, Seelsorge". 
Eher Hebamme.
 
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02. Dezember 2025
 
Je unreifer ein Mensch ist - siehe insbes. Konservative - umso eher, mehr wünscht, will, braucht er "Führung", Anleitung - dass andere ihm Struktur vorgeben, ihm sagen, was er wie tun soll - ihm Verantwortung abnehmen. 
Vermeintliche, trügerische "Sicherheit". Bequemlichkeit. Feigheit. Unreife.
 
Und ja: Neurodivergente Menschen, siehe ASS (Autismusspektrumstörung) und/oder ADHS, haben aus Gründen auch oft Schwierigkeiten mit Ordnen bzw. mit Strukturieren, Planen, Organisation ... .
 
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19.10.2025
 
Kommentar zum youtube Video, arte 42 (D, 2025) - "Optimieren wir uns in den Wahnsinn?"
 
Es ist mir nicht nachvollziehbar, warum so viele Menschen so leicht indoktrinierbar und instrumentalisierbar, so leicht dressierbar sind, warum sie - stets kompensatorisch - nach "Erfolg, Sieg, Ruhm, Macht", Vermögen, Titeln, Posten streben, warum sie sich offenbar kaum je oder nie in ihrem Leben eigenständig nach der Sinnhaftigkeit ihres Tuns fragen, warum sie so vieles unreflektiert, widerstandslos, angepasst, konformistisch, tumb mitvollziehen, im Hamsterrad bleiben, sich selbst verknechten, sich objektifizieren, somit entmenschlichen, entwürdigen lassen, statt etliches, das destruktiv - selbst- und/oder fremdschädigend - ist, zu verweigern und nach wohltuenden, erfüllenden "Alternativen" zu suchen, das überhaupt selbständig erkennen zu können und zu wollen.
Mit Verweis auf Arno Gruen ("Der Verrat am Selbst Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau"), Erich Fromm ("Haben oder Sein"), David Graeber. 
 
Was, wenn man solchen Menschen ihre Titel, Posten, Vermögen, das, das sie für Erfolg halten, nimmt oder es ihnen verlustig geht - was, wer bleibt dann von ihnen übrig: welche Persönlichkeit?
 
Das Leben ist lebenslang Risiko, unberechenbar, unwägbar, ungewiss, Wagnis, Herausforderung, nicht selten auch Zumutung. 
 
Eine ganz andere Sache ist es, freiwillig persönliche Grenzen - physische und/der mentale - ausloten zu wollen, um sich selbst besser "kennenzulernen", um zu verstehen, warum man welche Grenzen individuell oder auch generell als Mensch aus welchen Gründen mit welchen Folgen hat - Leiblichkeit, Gehirn, Bewusstsein, Verletzlichkeit, Bedürftigkeit, Gesundheit, Wohlbefinden, Entwicklungs-, Reifungs-, (Selbst-) Erkenntnisprozess durch gemachte Erfahrungen und Reflexion derselben - Reife, Persönlichkeitsreife. 
Und nein, dafür brauchen Menschen keinen Staat, keine Regierungen. 
 
Etwas anderes ist auch "Lebenskunst". Und Liebe, Verbundensein, Erfülltsein. Je eigenes Thema. 
 
Und anzumerken ist auch, dass es bei Neurodivergenz, insbes. bei Autismus nicht selten einhergehend Perfektionismus, auch Zwänge gibt. 
 
(...)
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Nachtrag 20.10.2025
 
Meine Kritik richtet sich selbstredend nicht gegen sportliche Aktivität, gesunde, wohltuende, stärkende Bewegung (idealerweise in der Natur, an frischer Luft, ohne Lärm), gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, Regeneration, Sozialkontakte u.a.m. - nicht also gegen Aktivsein für das eigene Wohlbefinden und das anderer, nicht gegen vernünftiges, wohltuendes Verhalten, sondern gegen diesen toxischen Kontroll- und Optimierungszwang, Perfektionismus, das kapitalistische Leistungsdogma, das Streben nach "Erfolg" etc. als grundsätzlichem Kompensationsverhalten, gegen Oberflächlichkeit, Instrumentalisierbarkeit, gegen das unreflektierte, unhinterfragte Mitvollziehen von so vielem, das überflüssig, belastend bis schädigend, faktisch gerade keine Hilfe ist. 

Deshalb an dieser Stelle auch der Verweis auf Immanuel Kant - "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung" ("Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen", deine selbstverschuldete Unmündigkeit ... abzulegen) und Étienne de la Boétie - "Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen" - zumindest bestimmter, dabei leider nicht weniger - unreifer - Menschen.
 
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03. August 2025
 
Zur arte Doku (CH, 2020) "Happy Pills: Tabletten fürs Glück"
 
Wo soll man da anfangen ... 

1. Offensichtlich macht Reichtum, Vermögen nicht "glücklich", nicht lebenszufrieden, siehe den ersten Mann in der Doku: Er hat offenbar ein eigenes Haus, ein Auto, die Möglichkeit, in schöne Natur zu gelangen (Berge), sich dort aufhalten zu können, er hat auch eine Partnerin und Haustiere, wahrscheinlich auch einen Job - offenbar reicht das aber nicht nur ihm nicht.
 
Was ihm fehlt, ist, nach seiner eigenen Aussage, Selbstwertgefühl. Er hat "Depression, Ängste", Suizidgedanken - wie so viele Menschen, gerade auch solche, die materiell keinen Mangel leiden, materiell kaum etwas entbehren, nicht in Armut vegetieren müssen. Meistens sind diese Menschen beziehungs-, bindungslos, unzufrieden mit ihrem Job und/oder in ihrer Beziehung, sie haben nichts, wofür sie sich begeistern und aktiv engagieren können/wollen: im Sinne und zum Wohle anderer Menschen, Lebewesen - anderen Gutes tun und dadurch, durch das bedürfnisorienterte, empathische, mitfühlende Geben, prosoziales Verhalten, letztlich: aktives Lieben (siehe gemäß Erich Fromm), Sinn, Wert, Halt, Verbundensein zu erleben.
Sie bräuchten eine solche Herausforderung, "Aufgabe", der sie sich aktiv, engagiert, ausdauernd widmen, zuwenden können und wollen und das zu nicht nur ihrem eigenen Wohlergehen führt, sondern gerade auch dem anderer. 
 
Oft fehlt es solchen Menschen auch an ausreichend wohltuender Bewegung, Sport, an einer guten Körperwahrnehmung, einem angenehmen Bezug zu und Gefühl in ihrem Körper, auch dann, wenn sie (noch) nicht physisch krank oder alt, gebrechlich sind. 
 
2. Der zweite, ältere Mann hat immerhin selbst erkannt, dass Besitz, Eigentum nicht lebenszufrieden macht, nicht emotional, sozial und intellektuell erfüllt, sondern dass dafür wohltuende zwischenmenschliche Beziehungen - Freundschaft, Liebe - unentbehrlich, essentiell sind und dass Menschen heute, Zitat "Sklaven der Wirtschaft" sind. Richtig: Es geht im global destruktiven Kapitalismus ums Haben, um "Erfolg, Sieg", Macht, Herrschen, Ausbeuten, Übervorteilen, Konkurrieren, um "Ruhm", Posten, Titel, Eigentum, Statussymbole, schillernde Fassade - nicht ums authentische, bewusste, reife Sein. Auch hier abermals der Verweis auf Erich Fromms Klassiker "Haben oder Sein" sowie auch auf Arno Gruen "Verrat am Selbst - Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau" und andere Bücher beider. 
 
3. Die körperlich schwer arbeitenden, mittellosen schwarzen Menschen - in dieser Doku bspw. in Niger - suchen wiederum Pillen gegen die ihnen auferlegte Belastung durch Arbeit, Maloche, infolge derer sie stark körperlich - nicht "nur" psychisch-emotional - erschöpft, entkräftet, verbraucht sind und starke körperliche Schmerzen durch die Arbeit haben. Eine ganz andere Situation also als die der privilegierten, vermögenden, trotzdem oder gerade deswegen depressiven europäischen Menschen, hier gezeigten Männer.
 
4. Dass man als - wo auch immer auf der Welt - schwer arbeitender, trotzdem mittellos, arm, ausgebeutet und ausgegrenzt bleibender Mensch, der etliche Entbehrungen zumeist lebenslang zu erleiden hat, auch depressiv, psychisch erschöpft und lebensmüde werden kann, weil man als Mensch via Arbeit als Objekt benutzt, misshandelt wird, ständig, täglich über Jahre oder lebenslang zahlreiche physische, psychische und soziale Bedürfnisse und Belastungen unterdrücken muss, sie nicht befriedigen oder entfernen kann, dass das physisches und psychisches L e i d zur Folge hat, dürfte offensichtlich sein und ebenso, dass man solche massiv belastenden Lebensumstände nicht mit Pillen, "Medikamenten", Drogen wohltuend "therapieren", überwinden, geschweigedenn heilen kann, sondern es bei der Pillennummer nur darum geht, dass Menschen als Objekte weiterhin funktionieren, funktional bleiben - wie eine Maschine. So, als seien sie keine Menschen, als hätten sie keinen Körper, keine Bedürfnisse, Schmerzen, Gefühle. Gilt so auch für die meiste "Arbeit" - Maloche und/oder bullshitjobs - in Industrieländern.
 
Und andere - Pharmaindustrie, "Therapeuten", Ärzte, Kliniken, Psychiater - verdienen an diesem Leid von Menschen, an dieser destruktiven "Behandlung", die allenfalls vorübergehend Symptome lindert, zumeist aber schwere Nebenwirkungen hat und niemals h e i l t. Kapitalismus: toxisch. Tödlich. 
 
5. Siehe auch die "Selbstoptimierung"sversuche, -methoden, -ideologie, Leistungsideologie, Coaching, Bodytracking, NLP, Psychotainment ... in westlichen Industrieländern - Menschen machen sich dadurch selbst zum funktionalen Objekt. Es geht dabei ums Funktionieren - wie eine Maschine. Nicht um Erkenntnis inkl. Selbsterkenntnis, Persönlichkeitsreife (erlangen), Zufriedenheit, inneren Frieden und Freude.
Aber so viele - unreife - Menschen lassen sich leider manipulieren, indoktrinieren, instrumentalisieren. 
 
Leute lassen sich versklaven - durch "Medikamente", Pillen, Drogen, vermeintlichen "Erfolg". Sie versklaven sich selbst, statt sich solchen destruktiven, belastenden, beschädigenden Verhältnissen, Ideologien, Politik zu widersetzen. 
 
6. Beten hilft da übrigens auch nicht. ;) Keine - überdies patriarchal-autoritäre, misogyne, gewaltgeprägte, Machtverhältnisse zementierende Religion/Ideologie, siehe insbes. Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus. Kein von Menschen konstruierter, phantasierter "Gott", ein Hirngespinst und gleichfalls nur eine Krücke - wie Drogen, wie Psychopharmaka, wie sogen. Antidepressiva.
 
Schon unter den anderen arte Dokus zu Depression und Antidepressiva ... schrieb ich, dass Menschen artgerecht leben können/dürfen müssen, dass sie gute Lebensverhältnisse brauchen: ausreichend verfügbare gesunde Nahrung, ausreichend regelmäßige Bewegung, idealerweise in der Natur, ausreichend Entspannung, Regeneration, Muße und stabile, wohltuende Beziehungen: Freundschaft, Liebe, Verbundensein.
 
7. Siehe dann auch die entsetzliche, unreflektierte Mutter und entsetzliche, auf Leistung und "Erfolg" trimmende Highschool. Das Mädchen, das etliche Schminkutensilien hat, im Unterricht gelangweilt, desinteressiert, vermeintlich "cool", zugleich nervös, leider nur primitiv mit offenem Mund Kaugummi kaut. Siehe ihre übergewichtige Trainerin. 
Am Ende der Doku wird das Mädchen, werden die Kinder, Jugendlichen auch noch mit dem Gott-Quatsch indoktriniert. "Erfolg" - in Gottes Namen. Es ist eine Form psychischer Gewalt. Religion/Ideologie eben: belastend, schädigend, destruktiv, machtbasiert, ausbeutend. Krank. 
 
8. Es geht immer nur darum, was andere wollen, wie andere einen bewerten, nicht darum, was man selbst tatsächlich gerne tut, will, gut kann oder lernen, kennenlernen, womit man sich weshalb wie beschäftigen möchte und womit weshalb nicht. 
Leute verstehen, wissen offenbar nicht, was echte Freude, was Lebenszufriedenheit, Liebe, Reife, Heilung ist. 
Andere Menschen, irgendwelche Dinge oder eben Pillen, Drogen, "Medikamente" sollen ihnen das möglichst schnell und bequem be-/verschaffen: Wohlgefühl. 
Sie gehen nicht fürsorglich, wertschätzend, wohltuend, verantwortungsvoll mit sich selbst um - sie lernen gar nicht, dass und warum das wichtig ist und "wie es geht", worauf es dabei ankommt, was hierfür tatsächlich erforderlich und hilfreich ist und was zusätzlich belastet, aufhält, hindert oder sogar beschädigt.
 
9. Und wie krank ist das denn bitte: Schwule Männer in Israel (?) werfen Pillen ein, statt Kondome zu nutzen, um sich vor AIDS vermeintlich zu schützen? Der Typ sagt ernsthaft, er hält Kondome für veraltet, stattdessen werde man Medikamente haben, Zitat "die uns schützen und heilen", "die Leute werden Spaß haben, Sex haben und viel glücklicher sein". Frage mal eben: Gibt es für solche Typen nur "Sex"? Wie oberflächlich, liebesunfähig muss mann sein, wenn man Sex mit "Glücklichsein" gleichsetzt, verwechselt? 
Und sie machen Sport - oder was sie dafür halten - und rauchen dann aber und werfen Pillen ein. 
Frage nochmal: Wie dumm muss mann folglich - und selbstdemonstrierterweise - sein? 
Außerdem sagt er, es werde immer einfacher "Kinder zu bekommen", wenn man homosexueller Mann ist - also durch "Leihmutterschaft", indem man wiederum - meist mittellose - Frauen als Objekte benutzt, entmenschlicht, misshandelt, wie so auch in Prostitution. 
Verantwortung, Empathie, Mitgefühl, Fürsorglichkeit, Liebesfähigkeit und Reife kennen, haben, leben solche Typen offensichtlich nicht. 
 
10. Und dann die Frauen in Peru, im Amazonasgebiet - Teenagerschwangerschaften: Frauen, die die nebenwirkungsintensive Antibabypille einwerfen oder Hormonspritze anwenden sollen, weil Männer auch dort verantwortungslos "Sex haben", Frauen penetrieren - wie oft auch vergewaltigen: kein konsensualer Sex. ? 
Übrigens funktioniert - ohne Vergewaltigung - nfp Sensiplan durchaus sehr gut, wenn man es richtig anwendet. 
Und wie üblich, so kommt auch hier ein Mann zu der alleinerziehenden Frau, Mutter und erzählt ihr was über Gott, Jesus, fordert sie auf, in die Kirche zu kommen - statt Männer aufzuklären, zur Verantwortung zu ziehen und mit Frauen wertschätzend, statt gewaltvoll, patriarchal, misogyn, ausbeutend umzugehen. 
 
Schließlich auch noch die grauenvolle, künstliche, blinkende, mechanische, überdrehte Welt der kapitalistischen Freizeitbespaßung, "Freizeitparks" - "Mundo Feliz". Ausgerechnet. Als wäre die intakte Natur, Schutz vor Armut, außerdem Selbstbestimmung und stabile Beziehungen - inklusive verantwortungsvoller, empathischer Männer, Väter, nicht nur in Peru ;) - nicht die tatsächliche Grundlage für Glück, Freude, Lebenszufriedenheit, Halt, Sinn.
Ja, wer diese Doku gemacht hat - Arnaud Robert und Paolo Woods - hat sie zweifelsohne sehr gut gemacht. :)
 
11. Zu Suizid und Sterbehilfe, wie bei Louis: Ja, ich halte sehr viel von selbstbestimmtem, sicheren, würdevollen, schmerzfreien Tod bzw. Sterben, nicht nur, aber ganz besonders dann, wenn Menschen unheilbar krank sind. Denn nein, Palliativmedizin hilft nachweislich gerade nicht immer und nicht jeder möchte als Pflegefall sterben und/oder nur noch dahindämmern, bis es - zumeist doch leidvoll - zu Ende ist. 
Und es darf auch nicht sein, dass Menschen, die ihr Leben aus gravierenden Gründen selbst nicht mehr für lebenswert halten, gezwungen sind, es fortzusetzen oder zu brutalen Suizidmethoden zu greifen, die nicht selten schmerzhaft und/oder unsicher sind oder andere belasten, siehe bspw. Schienentod. 
Ja, über Suizid und Sterbehilfe habe ich mir seit vielen Jahren viele Gedanken gemacht. Aus Gründen. Ja, ich habe zwei Menschen durch deren Suizid "verloren". Ausführlich auch dazu im blog, für die Kommentarspalte ist das zu komplex und umfangreich.
 
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01. Januar 2025
 
hr2 kultur, Sven Rohde, Journalist, Coach über "Gefühlserben", siehe oben verlinkt.
Ich weiß, warum ich Coaching für Schwachsinn halte, auch für gefährliche Scharlatanerie.
Auch Sven Rohde ist nicht augebildeter, qualifizierter Psychologe oder Psychotherapeut.
 
Es ist völliger Unsinn, das von ihm erfundene "Gefühlserbe" für diverse Gefühle verantwortlich zu machen. Ja, es gibt Verhaltensgenetik, Epigenetik, aber die reicht gerade nicht nur bis zur Generation der Eltern oder Großeltern - wie weit gehen wir dann wie seriös zurück?
 
Es gibt etliche Auslöser, Ursachen für Gefühle wie Ärger, Wut, Trauer, Freude, Angst, bspw. belastende Lebensumstände, Armut, Krankheit, physische Befindlichkeiten, Unpässlichkeiten, angestaute Emotionen, Ausgrenzung, Übergangenwerden, Missachtung, Herabsetzung, Verlust u.a.m..
 
Die trivialen Beispiele, die in der Sendung genannt werden, zeigen schon auf, w i e unseriös, unwissenschaftlich, herbeiphantasiert, zusammen"psychologisiert, laienpsychologisch seine selbsterfundene Theorie zu "Gefühlserben" ist.
 
Was Menschen nachweislich intensiv prägt, ist ihre genetische Anlage, d.h. was sie vor allem von ihren biologischen Eltern "geerbt" haben, siehe das Aussehen, aber auch Verhaltensgenetik, Wesen, Naturell, genetische Dispositionen auch für Krankheiten etc..
Dann auch ihre Umwelt, frühkindliche Prägung, "Erziehung", Sozialisation.
Das ist bei Menschen je individuell (siehe bspw. sozioökonomische Verhältnisse, Bildungshintergrund usw.), aber je nach Kultur, Region, Zeit, Gesellschaft auch relativ ähnlich.

Es gibt kein "Gefühlserbe" und Coaching ist Müll.
 
Nur weil man ggf. manchmal oder öfter nicht weiß, warum genau man auf diese und jene Weise stark emotional, vielleicht auch unangemessen, übertrieben reagiert, ist dafür weder Grund, Ursache noch Indiz ein "Gefühlserbe", sondern oben bereits Genanntes: Wesen/Naturell, Situation ... .
 
Weitere Ursache für (gehäuft auftretende) "unerklärliche" Gefühlszustände, Emotionen, auch diverse Ängste, Traurigkeit, Aggression ... kann auch ein "unverarbeitetes", nicht geheiltes (insbes. kindliches, frühkindliches) Trauma sein.
Traumaheilung ist "schwierig" ... .
 
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11. Juni 2023
 
Conditio humana
 
Menschsein: lebenslang bedürftig, verletzlich, fragil, sterblich sein. Jeden einzelnen Tag. Wissentlich.
Die Absurdität des (menschlichen, des Mensch-) Seins. Schöne Grüße von Albert Camus.
 
Die Kontingenz. Das Geworfensein. All das nicht selbstverschuldete Leid, Elend.
Immer und immer wieder, weiter ... . All die Ungerechtigkeit. Die Sinnsuche.
Ohne Glauben: ohne Netz und Boden. Wach, bewusst.
 
Leiblichkeit. Kontingenz. Zufall. Widerfahrnisse. Verstand, Vernunft, Erkenntnis-, Reflexionsfähigkeit, Verantwortung. Mitgefühl. Liebe.
 
NEIN:
Das Leben des Menschen, auch das des jeweiligen Individuums, der jeweiligen Person, Persönlichkeit ist k e i n durchplanbares Projekt. Es lässt sich nicht alles nach eigenen Vorstellungen, Wünschen, Erwartungen, persönlichem Willen im Leben planen, formen, umsetzen, bestimmen.
Der Mensch ist kein Objekt.
Mensch, Menschsein vs. Kapitalismus, Objektifizierung, Entmenschlichung, Entwürdigung.
 
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03. Juli 2024
 
Kein "Gott", kein Held, keine illusionierten, konstruierten Hirngespinste, kein Glaube, Aberglaube, Religion, Ideologie geben mir "Hoffung", Zuversicht, sondern couragierte, gewissenhafte, integre, ehrliche, mitfühlende, solidarische Menschen.
 
Charakterstärke, Reife (Persönlichkeitsreife) hat nichts mit Sturheit, Starrsinn, Trotz, Stolz, Macht - stets kompensatorischem, narzisstischen Streben nach Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen (aufgrund von Selbstwertproblematik, Minderwertigkeitskomplexen), nichts mit Empathielosigkeit, Rache, Strafe zu tun.
 
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27. Oktober 2023
 
Elsbeth, du schreibst so oft über Unreife, was ist denn nach deinem Dafürhalten Reife, Persönlichkeitsreife? :
 
Erkenntnis-, Urteils-, Reflexions- und Selbstreflexionsfähigkeit, Vernunft, Empathie, Mitgefühl, Authentizität, Integrität, (Zivil-) Courage, Rückgrat, Prosozialität, Liebesfähigkeit.
 
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29. Oktober 2023
 
Wer sich über staatlich, medial, ideologisch "betreutes Denken" echauffiert, zugleich aber religiösem Glauben, "Gott", "Transzendenz", Religion, also Ideologie anhängt, verhaftet bleibt, freiwillig unterwirft, offenbart (auch) damit seine intellektuelle und emotionale Unreife.
 
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24. Dezember 2022
 
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher (Lebens-) Erfahrung und gründlicher, ergründender Reflexion über selbige. 
 
Vieles Gelesene erfasst, begreift, durchdringt ein Mensch kognitiv, intellektuell, auch körperlich, sozial und emotional überhaupt erst dann, wenn er über einen umfangreichen Erfahrungsfundus verfügt und diese Erfahrungen reflektiert hat.
Wenn er (Persönlichkeits-) Reife, umfassendes Bewusstsein, sogenannte Lebensweisheit erlangt hat.
Seine Leiblichkeit ist dafür unabdingbar.
 
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Tapferkeit
 
zeigt sich nicht im Kämpfen mit Waffen, in Kriegen.
 
Unabdingbar ist sie fürs Durchstehen, Ertragen, Durchleiden, Bewältigen all der unzähligen unzumutbaren Vorkommnisse, Widerfahrnisse, Umstände, Verhältnisse im einzigen, kleinen Leben eines (bewussten) Menschen.
 
Dies insbesondere dann, wenn dieser Mensch sich an keine Krücken hängt, klammert:
Drogen, Sucht, Religion, Glaube, "Gott", Esoterik, Aberglaube - Selbstflucht, Selbstbetrug.
Wenn er alles stattdessen wach, bewusst, nüchtern erfährt, erleidet, erträgt. Immer wieder. Lebenslang.
 
Und selbstverständlich zeitigt das keineswegs "schöne" Folgen, hinterlässt all das Spuren. Wahrnehmbar, irreversibel eingraviert. Im Körper, in der Psyche, im Leib, in der Persönlichkeit eines solchen Menschen.
 
Nein, man muss deshalb kein Masochist oder Märtyrer sein oder dazu werden (wollen). Nur der Mensch, als einziges Lebewesen auf diesem Planeten, kann sich selbst, selbstbestimmt, den eigenen Tod geben. Das: erfordert eine immense Stärke.
Freitod.
 
Was ich mit Tapferkeit meine, ist also etwas wie emotionale Stärke, eher: emotionale Reife, sich auf Mitgefühl, Liebesfähigkeit, (Selbst-) Erkenntnis, Urteils-, Reflexionsfähigkeit gründend, für die es wiederum der Lebenserfahrung und intellektueller Reife bedarf.
 
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