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Lebenskunst für Laien

Sabeth schreibt Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Die KI und der Mensch

 
01. Dezember 2025
 
KI - keine Intelligenz 
 
KI - Wissen, Wissensanhäufung, Rechenvorgänge, maschinelle, technologische, elektronische Abläufe sind nicht, gründen sich nicht auf Erkenntnis, schon gar nicht Wahrheit, Wirklichkeit, bringen all das auch nicht selbständig hervor. Kein Bewusstsein.
 
Wissen ist nicht dasselbe wie Erkenntnis, Reife.
 
Wahrheit und Wirklichkeit bilden Maschinen, Programme nicht ab, lassen sich nicht rein nur berechnen, dafür bedarf es der Erkenntnis.
KI gelangt nicht selbständig - da ohne Leib, Leiblichkeit, ohne Gefühle, ohne eigenes Bewusstsein - zu Erkenntnis.
 
Was ist weshalb wie Erkenntnis:
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher (Lebens-) Erfahrung und gründlicher, ergründender Reflexion über selbige.
 
Vieles Gelesene erfasst, begreift, durchdringt ein Mensch kognitiv, intellektuell, auch körperlich, sozial und emotional überhaupt erst dann, wenn er über einen umfangreichen Erfahrungsfundus verfügt und diese Erfahrungen reflektiert hat.
Seine Leiblichkeit ist dafür unabdingbar. Siehe dazu u.a. Antonio Damasio. 
 
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Die KI, künstliche Intelligenz, und der Mensch
 
KI - GPT 3 - Replika - Xenobots ...
 
Künstliche Intelligenz ist steril, tot, eben weil ohne biologischen, lebendigen Organismus, ohne leibliche Erfahrungen, persönliche, individuelle Lebenserfahrungen, Prägungen.
 
KI kann zwischenmenschlichen Umgang, Beziehungen, Bindungen, kann Menschen nicht ersetzen.
Eine KI ist kein Freund, Partner, Gefährte, sondern ein Konstrukt, ein Imitat, eine Illusion, Täuschung, keine authentische Person, keine durch Lebenserfahrungen, Umwelteinflüsse, Interaktionen etc. gewordene, geprägte, sukzessive gewachsene Persönlichkeit.
 
Menschen brauchen für ihre je persönliche Entwicklung, Entfaltung und Reifung nicht ausschließlich positiven, d.h. kritiklosen, eindimensionalen Zuspruch, Zustimmung, Bestätigung, solche nur vermeintlich, nur vordergründig positiv erscheinende Reaktion, Rückmeldung.
Sie brauchen auch Reibung, Widerstand, Differenz. Den Anderen, das gleichermaßen physische, reale, lebendige, leibliche Du als authentisches, reales, leibliches Gegenüber, durch das sie auch in Frage gestellt, herausgefordert, aufgefordert und zu Selbsterkenntnis und prosozialem, fairen Verhalten - Mitgefühl, Fürsorge, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Verbindlichkeit, Verantwortung etc. - angeregt werden.
Das Gegenüber, das Du, den Anderen als eigene, individuelle, als differente Persönlichkeit mit anderen, eigenen, subjektiven Erlebnissen, Erfahrungen, Erinnerungen und erst und nur daraus resultierenden Gedanken, Ideen, Inspiration, Fragen, Zweifeln, Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen, Verhaltensweisen.
 
Die soziale, zwischenmenschliche Interaktion, Begegnung und Beziehung, auch Bindung, ist für menschliche Entwicklung, Entfaltung und Reifung unerlässlich, sie ist keine eingleisige Angelegenheit. Auch Tiere, bspw. Haustiere, können diese nicht ersetzen, allenfalls ergänzen.
 
Eine bloße Imitation oder Kopie der eigenen Person oder gar eine - nur scheinbar - idealisierte Phantasie des eigenen Selbst, eine Projektion, eine virtuelle oder anderweitig künstliche, leblose "Gestalt" ist für diese Entwicklung und Reifung nicht nur nicht ausreichend, sondern Reifung sowie Selbstreflexion, Selbstkritik, Selbsterkenntnis sogar hemmend, verhindernd.
Durch ein nur artifizielles, programmiertes, nicht-lebendiges, leibloses Gegenüber wird vieles, das für Selbstreflexion, Selbstfindung, Identitätsbildung und Persönlichkeitsreifung erforderlich ist, gerade nicht angestoßen, angeregt, ausgelöst.
 
Es wäre deshalb besonders gefährlich, schädigend, KI, entsprechende Roboter, Maschinen, Scheinexistenzen Kindern als eben nur vermeintliche, vorgebliche Begleiter vorzusetzen, sie ihnen auszusetzen.
 
Der Mensch ist gerade aufgrund seiner Leiblichkeit - mit Verweis auf Maurice Merleau-Ponty und Antonio Damasio - ein Mensch: mit all den (potentiellen) menschlichen physischen, psychisch-emotionalen, mentalen, intellektuellen, sozialen Fähigkeiten, Stärken, Schwächen, Eigenheiten, Möglichkeiten sowie auch Schwächen, Begrenzungen, Bedürftigkeit, Verletzlichkeit (inklusive Krankheiten, Altern) und: seiner Sterblichkeit.
 
Eine KI, ein Roboter kann bspw. kein authentisches, organisches Mitgefühl haben, empfinden, da sie/er keinen physischen und psychischen, keinen leiblichen Schmerz, kein Leid kennt, keine solche Schmerzerfahrung und Schmerz-, Leiderinnerung hat.
Prosoziales Verhalten basiert aber - nicht nur bei Menschen, auch bei anderen Primaten, Tieren - auf diesem angeborenen Mitgefühl.
 
Ein Roboter ähnelt auch physisch, seiner Gestalt, Erscheinung und seinem haptischen Eindruck nach nicht einem Menschen, denn der Roboter hat nicht Muskeln, Gewebe, Haut, Körperwärme, er schwitzt, friert, lacht, weint nicht. Er hat keine je individuelle Stimme, siehe auch Gesang.
Er kann nicht nonverbal, über Blicke, persönliche Mimik, Gestik, Stimme, Tonfall, Timbre kommunizieren - er kann darüber keine Gefühle, Stimmungen, Befindlichkeit, Erwartungen, Aufforderungen ausdrücken. Er kann nicht flirten.
 
Eine KI ist nicht organisch, kein Lebewesen, sie hat nicht nur keinen Leib, sie i s t kein Leib, kein leibliches Wesen.
 
Eine KI kennt, erlebt, erfährt keine Freude, Melancholie, Trauer, Wut, Angst, Skepsis, keine Begeisterung, keine Leidenschaft, kein Begehren, nicht Selbstzweifel, nicht Sinnsuche, kein Leid und keine Liebe.
Eine KI kann nicht lieben, kann Liebe und menschliche, lebendige, leibliche Bezugspersonen, Beziehung, Bindung, Berührung, Zärtlichkeit, Intimität nicht ersetzen, nicht geben, nicht gemeinsam erleben lassen.
 
Genau all das aber macht den Menschen, neben seinem Verstand, Intellekt, zum Menschen, zu einem Lebewesen, Subjekt, zu einer je individuellen, nicht austauschbaren Persönlichkeit.
 
Ohne Schmerz-, Leiderfahrung und -erinnerung, ohne auch Reflexion darüber, ohne angeborenes Mitgefühl keine intrinsisch motivierte Moral, kein entsprechendes moralisches, prosoziales Verhalten und keine rationale, auf dieser emotionalen Urbasis gründende Ethik.
 
Eine KI müsste einen physischen, biologisch-organischen Leib haben, mit diesem und durch nur diesen sie all diese unentbehrlichen menschlichen Erfahrungen machen, all die Eindrücke, Gefühle, Gedanken, Ideen, Fragen, Erinnerungen, all die physischen, psychisch-emotionalen und mentalen Seins-, Bewusstseinszustände und Empfindungen haben, erleben könnte.
 
Ein programmierter Zellhaufen, siehe Xenobots, ist kein Mensch, keine Persönlichkeit.
 
Leben: ist, gibt es nur "analog" - leiblich, Leiblichkeit, Sinnlichkeit, Authentizität, inklusive Widerfahrnissen, Zufällen, Unsicherheit, Ungewissheit(en), Verletzlichkeit, Bedürftigkeit, Sterblichkeit.
Anderenfalls hat es mit Leben, mit Menschsein, der Conditio humana nichts (mehr) zu tun.
 
Fazit:
Der Mensch ist nicht beliebig, schon gar nicht vollständig, nicht grenzenlos imitier-, kopier-, vermeintlich optimierbar, nicht als Mensch ersetzbar.
 
KI ist vor allem ein Mittel, Instrument zur Ausübung von Kontrolle, auch Macht, Herrschaft, zu vermeintlicher "Optimierung", Effizienzsteigerung, ein Mittel des Funktionalisierbarmachens, Instrumentalisierens, Ausbeutens und für mannigfaltige Manipulation.
 
Der Mensch ist ein Lebewesen, ein Subjekt, Individuum, eine Persönlichkeit - kein Objekt, Gebrauchs-, Nützlichkeits-, Verwertbarkeitsgegenstand, keine Verfügungsmasse für wen oder was, zu welchem und wessen Zwecken, Absichten, Motiven, Zielen, Hybris, Allmachts-, Unsterblichkeitsphantasien auch immer.
 
Mensch wird durch KI nicht "besser", nur wenn/weil er ggf. weniger verletzlich, bedürftig, verwundbar wird, weniger schnell altert, leichter funktionalisier- und ausbeutbar zu machen ist. 
Der Mensch ist ein Mensch - keine Maschine, kein Objekt, kein Gegenstand, Gebrauchsgerät, kein Zweckerfüllungsmittel. Mit Verweis auf die Menschenwürde.
 
Die Intention scheint aber gerade das "Überwinden"wollen des Menschseins - mit all seiner Leiblichkeit, Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Sterblichkeit, Fragilität, Kontingenz - zu sein. Größenwahn, Allmachtsphantasien.
 
KI - eine Frage nicht (nur) der Machbarkeit, sondern der Ethik.
Die KI sollte der - menschlichen - Ethik folgen, nicht die Ethik der KI.
 
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04. April 2023
 
Für mich bleibt es dabei: Die Intention scheint das "Überwinden"wollen des Menschseins - mit all seiner Leiblichkeit, Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Sterblichkeit, Fragilität, Kontingenz - zu sein. Größenwahn, Allmachtsphantasien.
Siehe dazu bspw. Klaus Schwab: WEF, "Great Reset" - in seinem Buch "Die Vierte Industrielle Revolution". Geneditierung, Genomeditierung, genome editing, trans, Transhumanismus, Transgender ... .
 
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04. April 2023
 
Genomeditierung, genome editing: Crispr-Cas 9 hat "nur" den Anfang gemacht.
 
Ethik wird, wie so oft, ignoriert. Siehe bereits die staatlich propagierte Transideologie.
Ziel scheint zu sein: das Abschaffen biologischen Geschlechts, natürlicher Fortpflanzung. Transhumanismus, KI
 
Ein Satz zur Schlussbemerkung der unten verlinkten arte-Doku "Wird es eine neue `Spezies Mensch´ geben?":
"(...) dass die Evolution weitergeht, ob wir wollen oder nicht."
Korrektur:
(...) dass die Evolution "weitergeht", mit der Frage: w i e wir, Menschen, wollen oder nicht.
 
Huxley, zur Erinnerung:
"Von der extrauterinen Befruchtung der Eizellen über die Aufzucht bis zur Ausbildung hunderter identischer Klone werden die Menschen durch ein komplexes System der Manipulationen dazu gebracht, „ihre unentrinnbare Bestimmung“ zu akzeptieren und „zu lieben, was man tun muss“:[12] Tiefere emotionale Bindungen zwischen zwei oder mehr Personen sind tabu: „Schließlich gehört jeder jedem“ und „heute ist jeder glücklich“[13] – und wenn das mal nicht der Fall ist, dann hat man den freien Zugang zur stark dosierbaren Glücksdroge Soma, die einen ohne Kopfschmerzen morgens zur Arbeit gehen lässt."
 
 
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14. Februar 2026
 
Kommentar zur sechsteiligen Doku-Reihe von arte (F, 2024) - "Silicon fucking Valley"
 
Kapitalismus, Plattformkapitalismus, GAFAM, Big Five, Big Tech, Big Data, Ungleichheit, Ausbeutung, Armut, Wettbewerb, Konkurrenz, Gier, Macht, Ruhm, Milliardäre - es ist antisozial, es ist destruktiv. 
 
Zu Teil 1, den Anfängen des Silicon Valley - des Plattformkapitalismus, Big Tech, Big Data,
Frederick Terman - "Universität und Unternehmen zusammenbringen", Stanford ... 
Wie war das gleich mit unabhängiger Forschung und Drittmittelfinanzierung ... ? ;)

Habe mir alle sechs Teile dieser Doku angesehen und frage mich: Warum können wohltuende, konstruktive Ideen, Konzepte, Innovationen, Technologien ... nicht so angeboten werden, dass Kosten gedeckt sind, aber kein Profit erzielt wird, sondern das Ergebnis der Gemeinschaft, dem Gemeinwohl - je regional und überregional - zugute kommt?
Warum nicht Gemeinwohlökonomie, Commons, Allmende, ökologische Landwirtschaft, Architektur, Städtebau, cohousing, Verkehr, Kooperation, Solidarität, Prosozialität, Postwachstum, Postkapitalismus, Soziokratie (Konsent- statt Mehrheitsprinzip)?
Die Konzepte für all das gibt es längst und es ist regional auch bereits angewandt, in Praxis umgesetzt, gelebt.
 
Warum aus allem nur je eigenen Profit herausschlagen und sich dem bequemen Selbstbetrug hingeben - auf Kosten, zu Lasten anderer Menschen, schmerz-, leidfähiger, bedürtiger, verletzlicher Lebewesen: bis hin zu deren Vernichtung und der Zerstörung des Planeten?
 
Ist die Mehrheit der Menschen tatsächlich so egoman/selbstsüchtig, bequem, gierig, geldgeil, ignorant, unwissend, stupide, tumb, empathielos, unvernünftig, unreif - stets kompensatorisch, narzisstisch nach Macht, Ruhm, Vermögen strebend? 
 
Machen Drohnen, Smartphones, KI, apps, Videospiele, selbstfahrende Autos, Smart Glasses, Massenüberwachung, Kriegstechnologie, Waffen, Militär u.a.m. die Welt, die Menschen, das menschliche (!) Leben tatsächlich besser: wohltuender, konstruktiver, gerechter, freier, demokratischer, friedvoller, sozialer, reifer?
 
Könnten wir nicht auf etliches dessen ohne Einbußen des Wohlbefindens verzichten - wäre es nicht für Mensch, Gemeinschaften (ich spreche bewusst nicht von Staaten, Nationen), für Ökosystem, Natur, Planet besser, wir täten genau das: freiwilligen Verzicht auf Überflüssiges, Krankmachendes, Destruktives, Antisoziales leisten, sofern wir dazu in der Lage (also nicht mittellos, arm) sind?
Ist es tatsächlich nur eine Minderheit, die d a s als sinnvoll, erfüllend, wohltuend, erstrebenswert, vernünftig ansieht, erkennt und sich, soweit möglich, entsprechend verhält: integer, fair, prosozial, empathisch, kreativ, couragiert, selbstkritisch, humorvoll, solidarisch, reflektiert, vernünftig, besonnen, liebesfähig, also: intellektuell, sozial und emotional reif. ?
Sollten wir nicht eben dies zumindest anstreben und unseren Kindern, nachfolgenden Generationen vermitteln, es ihnen vor allem vorleben? 
 
Sehr sympathische Frau übrigens: Meredith Whittaker. :)
 
By the way: Die Tech- sowie auch andere Milliardäre und alle, die opportunistisch an ihnen hängen, von ihnen profitieren, sind keine prosozialen Idealisten, keine Wohltäter und Philanthrokapitalismus hat mit Philanthropie, Altruismus und Gemeinwohl nicht das Mindeste zu tun, führt nicht dazu, fördert das nicht. 
 
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15.02.2026
 
Zur dreiteiligen arte Doku - "Die Unbeugsamen im Silicon Valley - The Last Town, Teil 1"

Alles wie immer: Die reichen, weißen Herren - hier die Chefs der GAFAM - kommen, breiten sich aus, verdrängen die armen Einheimischen: wie seit eh und je skrupellos, antisozial, verlogen, heuchlerisch.
 
Schreiben Leute unters Video sinngemäß: "Die sollen gefälligst Englisch statt Spanisch sprechen!"
Ja, schon pervers: Erst kommen Europäer, Spanier ... und kolonialisieren und missionieren amerikanische Ureinwohner, Native Americans und dann fordern die (weiteren) weißen Einwanderer, die Nachkommen der Kolonialmächte, die vertriebenen, misshandelten, vielfach benachteiligten, ausgebeuteten Nachkommen der Ureinwohner sollen jetzt gefälligst Englisch sprechen - also immer die Sprache der jeweiligen Kolonialherren, Imperialmacht, Invasoren. - Wie ignorant kann man sein.
 
Ein anderer Kommentierthabender moniert, dass jemand im Video eine apple watch trägt.
Er meint also, nur weil man arm ist, darf man die Technologie, Geräte nicht nutzen?
Vieles - hardware und software, Produkte der verbreiteten Marken/Monopole (GAFAM) - lässt sich heute nicht mehr boykottieren, anderenfalls ist man ´raus aus der Gesellschaft bzw. hat noch weitere etliche Nachteile gegenüber den anderen.
Und: woher weiß er, ob die Uhr (?) ein Geschenk war oder gebraucht gekauft wurde?
 
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29.10.2025
 
Kommentar zum youtube-Video, arte (D, 2024) - "Therapie per KI?"
 
1. Ursache für Depression können - als Begleiterkrankung, Komorbidität - u.a. auch Eisenmangel, ADHS, Autismusspektrumstörung sowie Intelligenzminderung sein.
 
2. Gemäß cep (Council for evidence-based Psychiatry) ist Pharmakotherapie nicht hilfreich, allenfalls Symptombehandlung, niemals jedoch heilend, das gilt somit auch und gerade für sogen. Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI, die überdies häufig erhebliche Nebenwirkungen, inkl. suizidalem Verhalten bei Therapiebeginn, Dosiserhöhung oder Präparatwechsel, sowie eine schwerwiegende "Absetzproblematik", faktisch Suchtwirkung, haben.
Die "Wirksamkeit" von sogen. Antidepressiva, die leider inzwischen auch bei Angst- und Zwangsstörungen - also breit gestreut - eingesetzt werden, basiert einzig auf dem Placeboeffekt - auch wenn Ulrich Hegerl permanent das Gegenteil verlautbart, propagiert. Aus bekannten Gründen. ;)
 
3. Selbstverständlich ist bei einer Psychotherapie das Wichtigste das Verhältnis zwischen jeweiligem Therapeut und Patient, denn Heilung vollzieht sich, wie Lernen, vor allem über Beziehung, inkl. natürlich Vertrauen. 
Entscheidend ist dabei immer Empathie und Mitgefühl (kognitive und emotionale Empathie), die jeweilige Persönlichkeit, Erfahrung und Persönlichkeitsreife des Therapeuten. Es kann oft vorkommen, dass Therapeut und Patient nicht "zueinander passen". Da hilft auch die vermeintlich geeignete Therapieform, -methode nicht. 
Deshalb wirkt Therapie dann nicht - wenn Therapeuten bspw. eben diese Schubladen verwenden, ihre Theorie abspulen, das Patienten auch sehr deutlich merken, sich dann überhaupt nicht verstanden, nicht richtig wahrgenommen, nicht gesehen fühlen - es faktisch dann auch nicht werden. 
Und klar ist ein ausgerechnet narzisstischer Therapeut grundsätzlich fatal. 
 
4. Eine KI hat keine Empathie, kein Mitgefühl, denn sie ist programmiert, gefüttert - von Menschen. Sie ist kein Mensch, nicht lebendig, nicht: l e i b l i c h. Sie hat, ist keine Persönlichkeit mit Lebenserfahrung. Sie ist nicht personal.
 
Eine KI weiß nicht, hat keine Erfahrung damit, was bzw. wie Leiblichkeit, Schmerz, Leid, Freude, Trauer, Wut, Leidenschaft, Verzweiflung, Verlust, Trauer ist, was Gefühle sind, wie sie sich anfühlen: psychisch und physisch. 
Eine KI ist eine Maschine - tot. Kein Lebewesen.
Alles, was sie "macht", ist Menschen zu kopieren, den ihr von Menschen gegebenen input auszuwerfen, zu reproduzieren, mehr oder weniger modifiziert, situativ angepasst. 
Es ist fake, eigentlich Betrug an Menschen. 
 
5. Worüber man sich klar sein sollte: Eine KI, eine tote Maschine kann zwischenmenschliche Beziehungen nicht ersetzen, sie ist nicht Freund, Partner, Vertrauter, Therapeut, sie kann es nicht sein, eben weil sie kein Mensch, sondern eine Maschine ist. 
 
6. Was leider bisher noch immer in Psychotherapie zu kurz bzw. kaum bis gar nicht vorkommt, ist wohltuende, nicht-sexuelle Berührung: Menschen körperlich direkt, ganz basal Halt geben - durch Umarmen, Halten. Empathisch, bedürfnisorientiert, respektvoll. Das ist selbstverständlich nur möglich, wenn eine Vertrauensbasis zugrundeliegt, das oben schon genannte Verhältnis zwischen Therapeut und Patient. Dabei ist gerade wohltuende körperliche Nähe, Berührung, Halt für Menschen lebenslang wichtig - ganz besonders aber für Kinder, kranke, besonders bedürftige, verletzliche, belastete, auch trauernde, generell für haltlose Menschen. 
 
7. Sport kann gerade gegen Depression sehr gut helfen, nachweislich. Manchen Menschen kann auch Tier- oder Musiktherapie, Kunsttherapie helfen - bei all dem ist der Körper eingebunden, einbezogen, denn der Mensch ist l e i b l i c h. 
 
8. Und ja, Beziehung, Beziehungsfähigkeit erfordert natürlich wechselseitige bzw. je eigene Empathiefähigkeit, auch Selbstkritik, Selbstreflexionsfähigkeit, deshalb ist eine nach eigenen Vorstellungen, Erwartungen, Bedürfnissen selbst gebastelte KI ein Trugbild, eine Illusion - gerade kein Freund, keine Beziehung, keine Bezugsperson. Die KI erwartet nichts von einem, widerspricht nicht, kritisiert nicht. Ähnlich verhält es sich auch mit Tieren, weshalb es diese Menschen gibt, die dann besser mit Tieren, Haustieren, als mit Menschen zurechtkommen - auch das Tier kritisiert den Menschen nicht, widerspricht ihm nicht, stellt ihn nicht infrage, u r t e i l t nicht über ihn. 
Es hat also immer auch mit einer zugrundeliegenden Selbstwertproblematik zu tun. 
 
9. Was zumindest mich betrifft, so möchte ich definitiv keine KI, keine tote, leblose, leiblose, seelenlose Maschine als Therapeuten, Arzt, Freund, Partner, auch nicht in der Pflege. 
 
Eine KI kennt, fühlt auch Liebe nicht, kann nicht lieben. Und das "Verhältnis" zu einer KI ist auch niemals Liebe, denn Liebe ist immer konkret, nicht abstrakt und bezieht sich immer auf Lebendiges, Leibliches, auf Lebewesen - nicht auf tote Materie, nicht auf Illusionen, Phantasien, Hirngespinste, menschengemachte Konstrukte, inkl. "Gott" - nicht auf Selbstbetrug, sondern hat überwiegend mit Geben zu tun, nicht vorrangig mit Nehmen. 
Einer entsprechend programmierten KI muss und kann man nichts geben: fürsorglich, empathisch, verantwortungsvoll, bedürfnisorientiert - sie hat keine echten, schon gar keine leiblichen Bedürfnisse, denn die KI hat keinen Leib, keine Seele, ist kein Lebewesen, ist kein Mensch. KI weiß deshalb auch nicht was Vergänglichkeit, Sterblichkeit, Sterben, Tod ist, hat damit keine Erfahrungen. 
 
10. Aber klar, so wie Menschen sich in Bezug auf menschengemachte "Götter" freiwillig (!) selbst betrügen, "Götter", "Gott" - wie auch Drogen - als Krücken nutzen, so tun bestimmte Menschen das heute eben mit KI. Es ist Selbstbetrug. Es basiert auf intellektueller, sozialer und emotionaler Unreife.
 
11. Ja: Zum Menschsein gehört auch, Menschsein ist auch, gerade nicht "perfekt", nicht "optimal", nicht optimiert, kein "Gott", kein "Held" zu sein, sondern lebenslang je persönlich bedürftig, verletzlich, sterblich, "fehlbar". 
Aber auf all dem basiert eben auch Kunst, Kreativität, Philosophie, Wissenschaft u.a.m..
 
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07., 08.10.2025
 
Nachfolgend einkopiert mein Kommentar zur arte Doku - "KI: Der Tod des Internets"

Die Überschwemmung mit Müll durch KI und fake facts ist lästig bis eine Zumutung, keine Frage. Das schwerwiegendere Problem ist aber, dass so viele Menschen so vieles unkritisch glauben, nicht hinterfragen, nicht recherchieren, dass sie so leicht manipulierbar, indoktrinierbar, instrumentalisierbar sind. Es ist nicht nur ein Mangel an "Medienkompetenz", sondern an Skepsis bzw. Urteilsfähigkeit. Erschreckenderweise scheint das nicht nur auf Kinder und Jugendliche, sondern auch auf Erwachsene zuzutreffen. 

Das weitere grundsätzliche Problem ist, dass einige Menschen "das schnelle Geld machen" wollen, dass es nicht wenigen Menschen offenbar ganz basal an Moral, Werten, Integrität, Prosozialität, Persönlichkeitsreife mangelt - nicht nur der KI.
Dass Menschen nun sogar auch durch einen solchen Schwachsinn völlig überflüssigerweise zu Schaden kommen, ist Folge dessen.

Die Ökonomisierung, Kapitalisierung von allem und die Digitalisierung nahezu sämtlicher Lebensbereiche sind aggressiv und destruktiv, aber so lange möglich, als eine Mehrheit es zulässt und mitvollzieht - aus Bequemlichkeit, Arglosigkeit, Konformismus oder für eigenen Profit.

Menschen sollten sich das eigene Denken, menschliche Vernunft und Verantwortung, Ethik nicht aus den Händen nehmen lassen.
Lasst doch einfach die bost mit bots "kommunizieren". :) 
Es gibt keine Intelligenz bzw. keine Erkenntnis, keine Reife ohne Erlebnisse, Erfahrungen, Gefühle, Leiblichkeit - ohne Leben. KI lebt nicht, ist kein Lebewesen, hat keinen Leib, keine Gefühle, Empfindungen, kennt kein Leid, kein Mitgefühl, keine Leidenschaft, keine Verantwortung, Ethik, ist nicht kreativ, selbstsändig schöpferisch ... . KI ist tot.
 
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25. September 2025
 
Zu oben verlinktem swr kultur Beitrag vom 13.09.2025 - "Lange Texte lesen und verstehen - wofür brauchen wir das noch?"

Klar, in nicht allzu ferner Zeit ist die Mehrheit unfähig, zu lesen, selbständig zu denken - gibt ja KI, chatGPT, Instagram (Bildchen posten), TikTok, X ... : nur noch Oberfläche.
 
Warum soll ich mir für Zeit-, Aufwandsersparnis nicht Texte, Inhalte von einer KI zusammenfassen lassen: 
Weil ich den Text, Sachverhalt dann nicht selbst, persönlich (!) - als Mensch, Person, Individuum, Persönlichkeit mit Erfahrung, Kenntnissen, Urteilsfähigkeit - erfasst habe.
 
Na und? Was ist das Problem dabei, Else?
Dass du dann eben nicht selbständig gedacht, dich mit Text, Inhalt, formulierten Gedanken, Erkenntnissen, Konzepten, Gefühlen ... anderer auseinandergesetzt, nicht dein Gehirn benutzt hast. Es baut ab, wie so auch ungenutzte Muskeln.
 
Und offensichtlich zeigt sich das bereits jetzt in gravierendem Ausmaß, siehe oben verlinktes Gespräch im swr mit Christian Dawidowski. 
Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch Erwachsene sind täglich zu viel, zu lange online - statt zu lesen, Sport zu machen u.a.m..
 
Ja und? Ich versteh´ dein Problem echt nich, Else. Reicht doch, wenn Menschen KI und digitale Endgeräte benutzen können! Wozu noch umständlich lange Texte lesen, erfassen, durchdenken, wozu selbständig denken, Else?! Gar die Mehrheit in einer Demokratie?? 
Total überflüssig!
 
Hääh?! Samma Else, dafür gibt es doch Experten!!!
Und denen kann man ja wohl vertrauen und die haben Ahnung und deshalb Recht, weil sie nämmich Experten sind, jawoll!
Du bist nicht auf der Höhe der Zeit, Else.
 
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Nachfolgendes habe ich ursprünglich verfasst am 21. September 2025
 
Es geht darum, selbständig denken, sich sorgfältig informieren, differenzieren zu können, wissen zu wollen, urteilsfähig zu sein, Verhältnisse, Nachrichten, Behauptungen zu hinterfragen, sich nicht auf "Experten" zu verlassen, zu prüfen, ob, wann, wie eine Quelle seriös ist und auch dies selbständig beurteilen zu können.
 
Hört doch auf, euch als erwachsene? Menschen aufgrund eurer Angst, Orientierungs-, Haltlosigkeit, Naivität, Untertanenmentalität an vermeintliche Experten, an also irgendwelche "Autoritäten", Führer zu klammern. 

Dazu - Expertokratie vs. Demokratie - nochmal Alexander Bogner, Gespräch im Deutschlandfunk Kultur, Sendung Sein und Streit vom 16.05.2021 - "Gefährdet die Macht des Wissens die Demokratie?"
 
https://www.deutschlandfunkkultur.de/kritik-der-expertokratie-gefaehrdet-die-macht-des-wissens-100.html
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24. Dezember 2022
 
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher (Lebens-) Erfahrung und gründlicher, ergründender Reflexion über selbige. 
 
Vieles Gelesene erfasst, begreift, durchdringt ein Mensch kognitiv, intellektuell, auch körperlich, sozial und emotional überhaupt erst dann, wenn er über einen umfangreichen Erfahrungsfundus verfügt und diese Erfahrungen reflektiert hat.
Wenn er (Persönlichkeits-) Reife, umfassendes Bewusstsein, sogenannte Lebensweisheit erlangt hat.
Seine Leiblichkeit ist dafür unabdingbar.
 
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29. und 30. August 2025
 
Kommentar zum youtube-Video vom 08.08.2025 von Meet Your Mentor, Gespräch mit Gerald Hüther - "Die neue Realität: Wir sind bald überflüssig - Was kommt nach uns?"
 
Zitat Gerald Hüther bei ca. Min. 26:56: "Wo Menschen zusammenhalten, sind sie nicht mehr regierbar." 
Ja, daran mangelt es offensichtlich leider: an Gemeinsinn, Kooperation, Solidarität. Und es überwiegen Konformismus, Opportunismus, Angst, Besorgnis, Bequemlichkeit, Egozentrismus, Mangel an Urteils-, Differenzierungs-, Reflexionsfähigkeit und Mitgefühl. 
 
Anderen offen, unvoreingenommen zu begegnen, sich auch fremden Menschen gegenüber bedürftig, verletzlich zu zeigen, ihnen v e r t r a u e n zu können, zu wollen - die unentbehrliche Basis aller wohltuenden zwischenmenschlichen Beziehungen - setzt allerdings voraus, dass diese anderen Menschen über intakte Empathie und mehr noch Mitgefühl (ist nicht dasselbe, siehe kognitive und affektive Empathie, Boris Cyrulnik nennt es "Subjekt- und Objektempathie") verfügen. Auch daran scheint es zahlreichen Menschen erheblich zu mangeln. Wer narzisstisch, kompensatorisch Macht ausüben und Kontrolle über andere erlangen/behalten, wer über andere herrschen, sie ausbeuten, objektifizieren, somit entwürdigen will, wird solches offene, vertrauenswürdige Entgegenkommen skrupellos ausnutzen - das sehen wir im Grunde global täglich: überall, wo es Hierarchie gibt, ganz besonders bzgl. Regierungen, Regierenden, aber auch bei generell allen Menschen, die - stets kompensatorisch - nach Macht, "Sieg, Herrschen, Erfolg" streben, also auch in toxischen Beziehungen, siehe psychische Gewalt, siehe antisoziale, narzisstische Persönlichkeitsstörung, siehe Psychopathen.
 
Allerdings gibt es auch Defizite bzgl. kognitiver und/oder affektiver Empathie, Mitgefühl und entsprechend einhergehendem prosozialen, zugewandten, bedürfnisorientiert (nicht-paternalistisch) fürsorglichen Verhalten bei neurodivergenten Menschen, siehe bspw. ADHS und ASS (Autismusspektrumstörung). 
 
Empathie ist Einfühlungsvermögen, Mitgefühl ist die "Fähigkeit", durch das Leid anderer eigenen Schmerz, eigenes Leid zu empfinden, zu fühlen - dies zuzulassen und "auszuhalten". Es ist die Urbasis für intrinsisch motivierte Moral - statt religiös/ideologisch oktroyierter Moral. Und nur/erst dann, wenn ein Mensch tatsächlich, "echt" mitfühlt, eigenen Schmerz empfindet, wenn andere leiden, wird er auch den Impuls haben, diesen anderen helfen, ihr Leid nach je eigenen und situativen Möglichkeiten abmildern oder, ggf. und auch mit Hilfe noch weiterer Menschen und Hilfsmittel etc., es beheben zu wollen, sich entsprechend aktiv, empathisch, zugewandt, wohltuend, fürsorglich, verantwortungsvoll zu verhalten, zu agieren. 
 
Schon Arno Gruen schrieb über die Wichtigkeit des Mitgefühls - "Mitgefühl kann Kriege verhindern und beenden."
Wie wir längst wissen, ist Mitgefühl Menschen und auch anderen Primaten angeboren, siehe dazu bspw. Frans de Waal (Verhaltensforscher, Primatologe): "Der gute Affe". Oder auch Joachim Bauer. 
 
Aber durch unsere Art zu leben, zu arbeiten, zu wohnen, zu "lernen" (siehe staatliche Schulen), auch wie wir mit besonders bedürftigen, verletztlichen Menschen umgehen - Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, alte, kranke, behinderte, sterbende Menschen, die sämtlich in diverse Einrichtungen, in Fremdbetreuung ausgelagert werden - durch auch Kapitalismus, der u.a. Gier, Geiz, Neid, Missgunst, Misstrauen, Egomanie/Selbstsucht, Konkurrenz, Kampf (statt Kooperation) "fördert" - wird das angeborene Mitgefühl, auch eine gewisse Feinfühligkeit für andere und für Situationen, bei etlichen Menschen offenbar massiv beschädigt, reduziert, "abtrainiert", abgestumpft. 
 
Und ja: aktives Lieben, siehe dazu Erich Fromm, ist vor allem bedürfnisorientiertes, zugewandtes, herzliches Geben. Nicht Kalkül, Berechnung, Tauschgeschäft, nicht Verliebtsein, sexuelle Leidenschaft, serielle "Monogamie" (der Partner ist weder physisch noch sexuell noch mental noch emotional das Eigentum des anderen Partners).
Liebe gemäß Erich Fromm und wie auch ich sie "definiere", erfahre, lebe: Erkenntnis, Achtung (Wertschätzung), Fürsorge, Verantwortung, Freiheit - Verbundensein. Ich nenne es auch Gefährtensein. 
Die Beziehungen zu verschiedenen Menschen unterscheiden sich - bspw. ob man Kinder, Eltern, Partner, Freunde liebt, aber nicht die Liebe - es ist entweder Liebe oder es ist nicht Liebe, die einen mit diesen Menschen verbindet. Es hat also immer mit Bindung, Beziehung, auch Austausch, Interaktion zu tun. Liebe ist immer konkret, nicht abstrakt. Eigenes Thema. ;)
 
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30.08.2025 
 
Nachtrag, Ergänzung - nachfolgender Text findet sich in meinem blog-Eintrag zum analogen :) Brettspiel, hier einkopiert:
 
Zur unter dem Video von einigen Kommentierthabenden genannten "digitalen Abstinenz" - dafür bedarf es allerdings gut zugänglicher, flächendeckender "Alternativangebote" offline, im realen Leben, jeweils vor Ort - "offene Begegnungsstätten", nicht Vereine, Mitgliedschaft, kostenpflichtige Veranstaltungen:

Mir würden "Projekte" in möglichst allen Gemeinden und Stadtteilen gefallen, die selbstverwaltet bzw. selbstgestaltet und selbstorganisiert sind. Dazu muss man Menschen finden, die darauf auch Lust haben und das leisten können, bspw. neben Broterwerbsjob, Familie ..., man könnte sich aber absprechen, was Anwesenheitszeiten angeht, je mehr Leute mitmachen, umso leichter wird es für alle. Also non profit, klar, man müsste nur gucken, wie, woher die Kohle für die laufenden Ausgaben kommt (Raummiete, Strom, Reinigungsarbeiten, anfallende Reparaturen ...).
 
Vielleicht ginge das durch Spenden, crowdfunding. Zum Starten wäre allerdings erforderlich, dass Kommune und/oder Land oder "sogar" Bund dafür Geld locker machen, um solche offenen Begegnungsräume zu ermöglichen, also bspw. geeignete Räume idealerweise kostenfrei zur Verfügung stellen.
Wenn Leute da zusammenkommen, wäre vieles sicher in DIY, Eigenregie zu machen möglich - einige sind handwerklich begabt, andere können sich handarbeitstechnisch, kreativ, künstlerisch einbringen.
 
Es sollte generationenübergreifend sein, so dass auch Jung und Alt zusammenkommen, sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen, bspw. eben Handarbeiten oder auch Kunsthandwerk, Handwerkliches, kann auch eine Art Repaircafé sein, für Reparaturen aller Art, außerdem könnten Ausstellungen, Konzerte, gemeinsame Pflanz-, Gartenarbeiten, Sprachkurse (Tandem bspw.) u.v.a.m. dort angeboten werden.
Menschen auch unterschiedlicher Herkunft, Kulturen könnten sich hier "begegnen", kennenlernen, austauschen, etwas Konstruktives miteinander tun, voneinander lernen ... .
 
Idealerweise ist das Ganze auch barrierefrei und man versorgt sich halt selbst mit Nahrung, Getränken oder Leute bringen etwas mit, kochen, backen, essen zusammen.
An unterschiedlichen Tagen unterschiedliche Angebote, da man nicht alles für die gesamte Woche wird abdecken können, aber gibt ja auch Kinder, Jugendliche und Rentner, die mithelfen können. So würden alle gemeinsam etwas Konstruktives, Sinnvolles für das Gemeinwohl aktiv tun. :)
Klar muss es da auch technisch sicher sein und man braucht sanitäre Anlagen. Aber wenn die staatliche Bürokratie-, Auflagenkeule zuschlägt, werden solche Projekte leider schon im Keim erstickt - das dürfte das zentrale Problem sein, neben dem Finden geeigneter, zentral gelegener Räume.
 
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02. Januar 2023
 
Ratgeber"literatur", Coaching, NLP, Selbst"optimierung", Selbstobjektifizierung, Zwangs-, Zweckoptimismus - Selbstbetrug
 
Das Leben, mit all seinen Ambivalenzen, Widersprüchen, Widerfahrnissen, lässt sich nicht als Art "eigenes" Projekt durchorganisieren, planen, abhandeln, vollziehen.
 
Der Mensch ist keine von wem auch immer bloß "richtig" zu programmierende, funktionalisierbar, ausschlachtbar zu machende Maschine, kein effizientes, zu optimierendes Gerät, Objekt, das nach eigenem oder fremdem Willen für bestimmte Zwecke nutzbar, verwertbar, darauf reduzierbar zu machen ist, verdinglicht werden darf. - Menschenwürde, Ethik.
 
Der Mensch, das Leben ist kein persönliches oder fremdes "Werkstück", an dem zur scheinbaren "Optimierung", etwaig für wirtschaftliche, kapitalistische oder soziale Funktionalität, Effizienz, herumgefeilt, der/das nach Plänen vom Reißbrett zurechtgebogen oder als Art Modelliermasse, nach Rezept in die jeweils gewünschte Form gepresst werden kann.
 
Mensch lernt, erfasst, erkennt (inklusive Selbsterkenntnis), begreift, durchdringt, reift, wenn überhaupt, nur "von innen heraus", organisch, leiblich: infolge je persönlich, individuell, subjektiv gelebten Lebens, leiblich gemachter Erfahrungen, (wiederholt) durchlittener Widerfahrnisse, bewältigter oder auch gerade nicht bewältigter Herausforderungen, Krisen, Geworfenseins, Zweifelns, Fragens, Suchens und der gründlichen, bewussten, ehrlichen, couragierten Reflexion über all das.
Ohne Krücken. Ohne "Sicherheitsleine". Ohne selbstschonenden, bequemen, vorübergehend behaglichen Selbstbetrug.
 
Es gibt - leider offenbar zahlreiche - Menschen, Zeitgenossen, die das nie erfassen, begreifen, durchdringen (können).
Mit Philosophie wissen sie nichts "anzufangen", sie wissen zumeist nicht einmal, was Philosophie ist.
Und nicht einmal wenigstens in fortgeschrittenem Alter, mit mehr Lebenserfahrung (als in jungen Jahren, in Kindheit, Jugend, Adoleszenz, mit 20, 30, vlt. auch noch 40 Jahren) - wenigstens ab 50 Jahre aufwärts - reflektieren sie.
 
Verbreiteter Missstand scheint überdies zu sein, dass Menschen zwar ggf. lesen, auch belesen sind, das Gelesene aber "trotzdem" nicht intellektuell erfassen und reflektieren können.
 
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07. Januar 2024
 
Aus oben verlinkter NDR Kultur-Sendung "Glaubenssachen" vom 17.09.2023 - "Blicke halten die Welt zusammen", von Mathias Greffrath, zitiert und stellenweise von mir kommentiert:
 
"Der liebe Gott sieht alles."
 
"Allein, eine autonome Menschheit war im Schöpfungsplan nicht vorgesehen."
 
Selbstredend nicht: In einer patriarchal-autoritären, auf Hierarchie, Macht, Herrschen, Unterwerfen, Ausbeuten, auf Strafe, Rache, Vergeltung, Dressur, Autoritarismus und Gewalt basierenden Religion, Ideologie ist Autonomie "Teufelszeug" - schlecht, verdorben, "böse".
Deshalb unbedingt zu unterbinden, zu bekämpfen, auszumerzen.
 
Der Mensch wird innerhalb eines solchen patriarchal-autoritären, schwarzpädagogischen Glaubenssystems für Autonomie, Autonomiebestrebungen von Anfang an, insbesondere in der Kindheit bereits, bestraft.
Autonomie muss in einem solchen System, um es erhalten zu können, im Keim erstickt werden. Psychische und/oder auch physische Gewalt, Unterdrückung, Gehorsam erzwingen, gefügig machen, unterwerfen, instrumentalisieren.
 
"Kain verbirgt sich vor dem Blick Gottes, den niemand, so heißt es in der Bibel, ansehen darf: `Kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.´"
 
- " 20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht."
 
Natürlich nicht, denn wie soll ein - psychisch gesunder, vernünftiger, reflektierter, reifer - Mensch ein von (anderen) Menschen wahnhaft erdachtes, phantasiertes, illusioniertes Konstrukt, ein Hirngespinst, eine Wahnvorstellung real sehen, sinnlich, optisch wahrnehmen können.
 
Aber um die Illusion, Ideologie, Indoktrinierung, das hierdurch geschaffene und nur auf diese Weise auch konsolidierbare, zumeist gewaltgeprägte, nicht selten sadistische Hierarchie-, Macht-, Herrschafts-, Unterwerfungs-, Ausbeutungsverhältnis, inklusive aller bekannten Begleiterscheinungen und Folgen, aufrechterhalten zu können, muss sich seitens der Täter eines psychologischen Tricks, der Manipulation und Indoktrination bedient werden, also ist "Gott" für Menschen per Willkürakt, religiöser/ideologischer Setzung schlicht nicht sichtbar, nicht zu sehen - weil "der allmächtige Gott", in okkulter Manier, auf abstruse Weise vorgeblich so "groß, über-, nichtmenschlich, einzig" ist, über allem bzw. außerhalb von allem Menschlichen, somit auch Leiblichen, "Diesseitigen", Realen, Konkreten, jenseits von Physik, Materie, Verstand, Vernunft und Empirie steht.
Ein billiger, schäbiger Taschenspielertrick und der Gottes-Wahn, die autoritäre, wahnsinnige Religion/Ideologie eben.
 
Zugleich das auf - via Prägung, Erziehung, Dressur - internalisiertem Autoritarismus basierende, pathologische Bedürfnis von in dieser Weise - autoritär - geprägten, beschädigten, unreifen Menschen, sich einem "Führer, Lehrer, Vater, Herrn" gehorsam, devot zu unterwerfen, zu beugen, sich selbst zu verknechten, den sie als allmächtig vorstellen wollen, u m sich das Gefühl von "Erhabenheit", vor allem aber von Schutz, Sicherheit, Geborgenheit, Getragensein, Führung, Orientierung zumindest vorgaukeln zu können.
 
Solche Menschen sind in der magischen Phase hängengeblieben, sie ertragen aufgrund ihrer intellektuellen, mehr noch ihrer sozialen und emotionalen Unreife die "Entzauberung der Welt" durch Aufklärung, Wissenschaft, Vernunft nicht. Sie klammern sich auch als Erwachsene noch wie kleine Kinder an Illusionen, Phantasien, Märchen, Mythen, "Magie".
Eskapismus, selbstschonender Selbstbetrug und die Weigerung oder Unfähigkeit, zu reifen, somit auch: persönlich Verantwortung zu tragen.
 
"Ein paar Jahrhunderte lang noch stützte die Kirche in ihren populären Varianten gegen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse den Glauben ans himmlische Reich über den Wolken, an die Himmelstür, an die göttliche Bilanzrechnung. Und mit diesem Glauben die feudalen Verhältnisse von Unterordnung und Ausbeutung."
 
Aber: Der Mensch kann bewusst, willentlich vom Gewohnten, Althergebrachten abweichen, eingefahrene Wege verlassen, seine Scheuklappen und Fesseln selbst couragiert ablegen, vermeintlich "Normales", Normen hinterfragen, kritisieren, modifizieren, auch überwinden und neu anfangen, anders als bisher vorgehen, denken, fühlen, erkennen, sich verhalten, agieren. Dies gerade aufgrund bestimmter gemachter Erfahrungen, aufgrund von Verstand, Vernunft, Einsichten, Wissen, Verstehen, Erkennen und Reflektieren. Reife.
 
"Beziehung ist das eigentlich Wirkliche."
 
"Im Zeitalter der Milliarden Bilder, die unsere Blicke verkleben, von Selfie und TikTok und Facebook, die sie in Schablonen pressen oder in die falsche Unendlichkeit von Traumklischees. Und damit das verhindern, womit alles Neue beginnt: mit Blickkontakt.
Nicht mit Klicks und Likes."
 
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24. Dezember 2022
 
Einsicht, Erkenntnis, auch Selbsterkenntnis, basiert nicht vorrangig, gar ausschließlich auf angelesenem, nur theoretischen Wissen (a priori), sondern auf wiederholter, intensiver persönlicher (Lebens-) Erfahrung und gründlicher, ergründender Reflexion über selbige. 
 
Vieles Gelesene erfasst, begreift, durchdringt ein Mensch kognitiv, intellektuell, auch körperlich, sozial und emotional überhaupt erst dann, wenn er über einen umfangreichen Erfahrungsfundus verfügt und diese Erfahrungen reflektiert hat.
Wenn er (Persönlichkeits-) Reife, umfassendes Bewusstsein, sogenannte Lebensweisheit erlangt hat.
Seine Leiblichkeit ist dafür unabdingbar.
 
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update 15. Juni 2023
 
Sicher ist es dem ein und anderen bereits selbst bewusst geworden, dass Menschen durch "das Internet" bzw. digitale Endgeräte, insbes. das überall und allzeit gegenwärtige, genutzte, betriebsbereite Smartphone intensiv ablenken lassen, ihre Aufmerksamkeit und Zeit wird absorbiert.
 
Es haben sicher auch andere längst selbständig erkannt, dass inbesondere das Smartphone - eben weil es überallhin mitgeführt werden kann, inzwischen auch soll, zukünftig: muss - durch ständige oberflächliche Ablenkung bewusstes Wahrnehmen, Muße, Reflexion verhindert und dass Menschen ihre Einsamkeit, soziales Isoliertsein, fehlende Zugehörigkeit, Teilhabe, reale, nicht-virtuelle zwischenmenschliche Beziehungen etc. auch weniger bewusst wahrnehmen, empfinden, erkennen.
 
Durch die permanente passive Berieselung, das passive Konsumieren, das ständige Abgelenktsein, die Aufmerksamkeitsabsorption, den "Belohnungseffekt", die Illusion (!) des Involviertseins, Zugehörigseins, durch die Instantkommunikation via social media ist Menschen ihr tatsächliches Abgetrenntsein, Einsamsein weniger bewusst, oberflächlich weniger schmerzhaft. Faktisch sind und bleiben sie hierdurch trotzdem einsam, sozial isoliert.
 
Was früher ausgeprägter, aber auch heute noch Arbeit, Lohnarbeit war/ist, dann kapitalistischer Konsumismus jeglicher Art (so auch heute nach wie vor), ist jetzt vor allem "das Internet" bzw. das Smartphone - Instagram, twitter, facebook, whatsapp, youtube ... . Brot und Spiele.
 
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, 2FA, die beim Onlinebanking bereits jetzt unumgänglich ist - wiederum via Smartphone - und zukünftig in weiteren Bereichen erst "Angebot", dann Pflicht sein wird. Digitalisierung.
Die 2FA wird inzwischen auch bei ebay, PayPal und ich weiß nicht, wo noch überall eingesetzt, angewandt, d.h.: sie ist unumgänglich. Um die Dienste nutzen zu können, muss sie durchgeführt werden. Nichts geht mehr ohne Smartphone. Smartphonepflicht, Smartphonezwang.
 
Alles nur zu eurer Sicherheit. Ihr freien Bürger. Mit Selbstbestimmung, Datenschutzrechten, Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Mit Bequemlichkeit, Naivität und in Kürze totaler staatlicher Kontrolle, Überwachung. Zu eurem Schutz. ;)
 
Es wird bei all dem übrigens immer mit - vorgeblich gewährter, geschaffener - Sicherheit scheinargumentiert, nicht nur hinsichtlich Bank, Konto, Geld, sondern bekanntlich auch Terror, Krieg, Corona -> zunehmende staatliche Kontrolle, Überwachung, Repression.
 
Was, wenn dein Handy, Smartphone verlorengeht, irreparabel kaputtgeht, defekt ist/wird oder gestohlen wird? : Du musst dir in jedem Fall so schnell als möglich ein neues Smartphone mit jeweils aktueller, erforderlicher software besorgen: kaufen. Wer verdient daran? ;)
 
Hinzu kommt, dass inzwischen zahlreiche Menschen ihr halbes/ganzes Leben in ihrem Smartphone mit sich tragen: private, intime Fotos, Kommunikation (Nachrichten), getätigte Käufe, besuchte Orte, Veranstaltungen, ständiger Verlauf ihres Aufenthaltes, ihrer Tätigkeiten ... .
 
Frage: Checkt ihr es (immer noch?) nicht? Ist es euch egal? Findet ihr es gut?
Macht ihr es halt mit, weil es - vermeintlich - keine Alternative gibt und weil es "doch alle so machen", es "normal" ist?
 
Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich appbasierte Brettspiele, Hybridspiele, analoge (!) Brettspiele, die apps, digitale Endgeräte nutzen oder sogar zum Spielen erforderlich machen/voraussetzen, strikt boykottiere.
Und nein, ich spiele auch keine online-Spiele. Schon schlimm/ätzend genug, dass ich twitter nutze - gibt es eine vergleichbare Plattform: kostenfrei, sicher, deutschsprachig sowie vollständig in user-Hand?
 
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01. Juli 2025
 
Kommentar zum youtube-Video vom 05.06.2025 von Victor & Farzam - "Was digitale Medien mit deinem Gehirn machen - Hirnforscher Prof. Bauer warnt"
 
Großartiges Gespräch, großartiger Mensch: Joachim Bauer. Empfehle sein Buch "Schmerzgrenze Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt" zu r e a k t i v e r Aggression ... . Zu Empathie und Mitgefühl (die nicht gleichbedeutend sind, siehe kognitive und affektive Empathie) verweise ich immer wieder auf Erich Fromm und Arno Gruen sowie Boris Cyrulnik (der von "Subjektempathie" und "Objektempathie" spricht) und natürlich auf je eigene, persönliche Erfahrungen, Reflexion derselben, also Lebenserfahrung, Erkenntnis, Reife. 
 
Ganz wichtig auch der Aspekt der Leiblichkeit, siehe hierzu auch Antonio Damasio und Maurice Merleau-Ponty.
Es scheint, als solle diese natürliche menschliche Leiblichkeit - der Mensch als Säugetier, Primat, Gattung Homo - "abgelegt" werden, da der Mensch aufgrund seiner Leiblichkeit lebenslang täglich bedürftig und verletzlich sowie sterblich ist. Siehe deshalb auch Heroismus und stets kompensatorisches, narzisstisches Streben nach Macht, "Erfolg", Sieg, Herrschen, Kontrolle über andere, siehe Sadismus und Masochismus (auch dazu bspw. Erich Fromm), siehe Allmachtsphantasien wie bspw. Transhumanismus, aber auch sämtliche patriarchal-autoritären Religionen/Ideologien, die üblicherweise den Leib, das Leibliche abwerten, verachten, verteufeln, somit auch stets und sämtlich misogyn sind, man denke bspw. an die Zuschreibung des "niederen Leiblichen" zur Frau, die Leben gebiert ... und das Überhöhen alles "Geistigen", vermeintlich oder tatsächlich Intellektuellen, das dem Mann zugeschrieben wird, so bspw. im Christentum, Katholizismus. Hierzu sei auch Jack Holland - "Misogynie Die Geschichte des Frauenhasses" empfohlen.  
 
Wo ich Joachim Bauer einzig widerspreche, ist die Sache mit den Genen, denn u.a. Zwillingsstudien, Adoptionsstudien belegen, dass nicht nur, aber gerade eineiige Zwillinge sich auch dann im Verhalten, Wesen, Persönlichkeit, Geschmack, sogar Lebensverlauf sehr ähnlich sind, wenn sie gerade nicht miteinander und vor allem nicht mit den leiblichen Eltern aufgewachsen sind - sie konnten sich also bestimmtes Verhalten nicht bei den leiblichen Eltern abgucken, ihre sozialen Eltern waren - oft schon kurz nach der Geburt - andere als ihre leiblichen, siehe Adoptierte und Pflegekinder. 
 
Und ja, Autismusspektrumstörung und ADHS sind eben ein weiteres Beispiel dafür, dass solche "neuronalen Entwicklungsstörungen" bzw. Neurodivergenz angeboren sein können/sind und es bei diesen Menschen unter anderem Defizite bei kognitiver und/oder affektiver Empathie gibt, dass typische Komorbiditäten bei diesen Menschen bspw. Angst- und Zwangsstörungen sowie Depression sind und auch eine erhöhte Anfälligkeit für Sucht, inkl. Substanzabhängigkeiten, bspw. Nikotin, Alkohol, Cannabis .... 
Dies eben auch dann, wenn die Kinder bedürfnisorientiert, liebevoll, empathisch umsorgt wurden und sicher gebunden sind. 

Auch stelle ich mit fortschreitendem Alter, entsprechend häufig und wiederholt gemachten Erfahrungen und Beobachtungen fest, dass die Gene offenbar doch weit schwerer wiegen als es in den letzten ca. 10, 20 Jahren behauptet wurde, dies stelle ich durch Beobachtung und Erfahrung meiner eigenen Person - ich war Pflegekind, habe aber offenbar vieles von meinem mir persönlich nicht bekannten biologischen Vater, mit dem ich also nicht aufgewachsen bin, "geerbt" und dies nicht nur äußerlich - sowie mir nahestehender Personen fest, die bspw. Adoptierte sind sowie auch bei meinen eigenen beiden Kindern, die wiederum unterschiedliche biologische Väter haben. 
 
Es gibt zu dieser Zwillings- und Adoptionsforschung gute, seriöse Quellen, Studien, hätte mir gewünscht, Joachim Bauer wäre in diesem Gespräch darauf eingegangen. Ich sage nicht, es sei alles "genetisch bedingt", aber es ist offenbar doch weit mehr als bisher propagiert. Und ja, es gibt Epigenetik und den durchaus gravierenden Einfluss der Umwelt, der "Erziehung", Prägung, der sozioökonomischen Verhältnisse, der politischen und kulturellen Umstände, der im Lebensverlauf gemachten Erfahrungen (bspw. auch Traumata, aber auch gute, stärkende Erfahrungen und Entwicklung), aber es gibt für etliches eben auch eine genetische Disposition und es gibt Verhaltensgenetik. 
 
Gegen die grassierende Einsamkeit bräuchten wir längst etwas wie offene Begegnungsstätten.
Wo in Deutschland: in welchen und wievielen Städten, Dörfern, Gemeinden, Kommunen, Stadtteilen gibt es solche offene, kostenfrei zugänglichen Orte, Räume, Möglichkeiten für Begegnung, Austausch von Menschen: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, alten, kranken, behinderten Menschen, Migranten ... ?
Wo gibt es diese Orte, öffentlichen Räume, "Begegnungsstätten", in denen Menschen sich unverbindlich, kostenfrei aufhalten, austauschen, unterhalten, auch Verschiedenes gemeinsam tun, erleben, erfahren, unternehmen, gestalten können: real, nicht-virtuell, leiblich?
 
Warum gibt es keinen Gemeinsinn, kein Gemeinwohl, keine tatsächliche Kooperation, gelebte Solidarität zwischen Menschen im Alltag:
Weil alle in ihren Wohnungen, Häusern, Kleinfamilien, Jobs hocken, hängen oder sozial isoliert vegetieren. Weil sie kaum öffentlich leicht zugängliche, verfügbare, gemeinschaftlich, selbstverwaltet geschaffene, gestaltete, betriebene Orte, Räume, Möglichkeiten, kaum Zeit, Muße haben, sich auch spontan zu begegnen, auszutauschen, etwas miteinander zu tun: Konstruktives, Wohltuendes.
Und damit meine ich gerade n i c h t Vereinsmeierei und Parteienfilz, sondern allen Menschen offene, zugängliche Räume, Orte, Gelegenheiten, zusammenzukommen, u m mit Offentheit, Empathie und Respekt die Lebensumstände, -hintergründe, Ansichten ... der jeweils anderen Persönlichkeit kennenzulernen ... .
 
WO gibt es wieviele solcher selbstverwalteten, selbstgestalteten offenen, leicht zugänglichen Begegnungsräume, -möglichkeiten für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren? In welchen und wievielen (Klein-) Städten und auf dem Land?
Wer hat die erforderliche Zeit, Muße, Energie und Geld dafür?

 
Nur dann, wenn Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Ansichten, Überzeugungen ... einander regelmäßig! direkt begegnen können und wollen, nur dann kann es echte, gelebte Solidarität und Kooperation geben.
Es bedarf dafür des direkten, je persönlichen Kontakts, der leiblichen, mit allen Sinnen erlebten Begegnung zwischen Menschen, Personen, Persönlichkeiten - nur rein virtuell, gar nur via social media, ohne Blickkontakt, Mimik, Gestik, Stimme, leiblichen Anwesenheit: geht es nicht.
 
Aber statt solche direkten, authentischen, leiblichen Begegnungen, Kontakte, Austausch zu ermöglichen, zu fördern, findet das Gegenteil statt: Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche. HomeOffice, HomeSchooling, social media, Konsum, digitalisierte Verwaltung, digitale Identität.
Leider nach wie vor verbreitet sind Angst, Gehorsam, Konformismus, Opportunismus, Konkurrenz, Vorurteile - statt Courage, Rückgrat, Integrität, Authentizität, Wahrhaftigkeit, Offenheit, Zugewandtheit, Empathie, Mitgefühl, Respekt, Toleranz, Kooperation.
 
Je intensiver und langandauernder ein Mensch, Individuum, gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich, bürokratisch, finanziell, emotional, existenziell - nicht selten auch vielfach - belastet, benachteiligt, übergangen, missachtet, drangsaliert, schikaniert, herabgesetzt, ausgebeutet, ausgegrenzt, also: beschädigt wird, umso weniger ist er willens, bereit, fähig zu Empathie, Mitgefühl, Kooperation, Solidarität.
Er hat schlicht keinerlei Kraft, physische und/oder psychische Ressourcen mehr dafür - sie sind, wie er selbst, erschöpft, entleert. Er müsste längst zunächst selbst wieder "aufgetankt" werden. Statt belastet, beschädigt. Von anderen - bekannten oder fremden - Menschen, von Verwaltung, Behörden, Bürokratie, Justiz, Gesundheitssystem, Krankenkassen, Versicherungen, Banken, Schulen, Erwerbstätigkeit, Vorgesetzten, Arbeitskollegen, Mitbürgern, Regierung ... .
 
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