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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Karfreitag - alle Jahre wieder?

 
19. Februar, 01. Juli, 08. Dezember 2023 und 29., 30. März 2024
 
Hört doch bitte endlich mit eurem bräsigen, hohlen Gequatsche von "Demut" auf.
Was habt ihr bloß immer mit eurer Demut?
Rhetorische Frage. Ursache ist internalisierter Autoritarismus, inkl. Unterwerfungsbedürfnis und Führersehnsucht - Gottes-Wahn, Religion, Ideologie.
 
Wenn ihr Demut - von wem auch immer - wollt, geht in die Kirche und kriecht kollektiv devot-masochistisch vor euren illusionierten, phantasierten "Gott" hin, ihr unreifen Kinder.
 
Persönlich halte ich nichts von religiös-verbrämter "Demut", präferiere stattdessen Selbstreflexion, Mitgefühl, (Streben nach) Urteils-, Erkenntnisfähigkeit und Persönlichkeitsreife.
 
Das ist wie mit dem gleich stupiden Geseiere vom Bösen - "das Böse". Es gibt nicht "das Böse", "das Gute". Es gibt Menschen. Menschen schaffen sich Moral und Ethik. Menschen agieren, verhalten sich, haben Persönlichkeiten ... .
 
Ja: Es gibt destruktive, nekrophile, sadistische, antisoziale (siehe bspw. pathologischen Narzissmus, antisoziale PKST, "dunkle Triade") Menschen, aber deshalb ist nicht "der Mensch" grundsätzlich oder mehrheitlich destruktiv, sadistisch, antisozial, "böse", schlecht.
 
Es sind Menschen, die agieren, die glauben, fühlen, denken, Vorstellungen haben, geprägt, oft auch seit Kindheit beschädigt sind: psychisch-emotional. Autoritarismus, patriarchale, religiöse Vorstellungen, auch Esoterik, Manichäismus, Gut-Böse-Dichotomie: nach wie vor verbreitet.
Menschen schreiben dann entsprechende Geschichten, Romane, malen "entsprechende" Bilder ... .
 
Auch die Bibel, insbes., aber keineswegs nur das Alte Testament sowie eigentlich alle monotheistischen, patriarchal-autoritären Religionen belegen das eindrucksvoll. ;)
Bibel, Bibelgeschichten - von Menschen, merheitlich Männern gemacht, verbreitet, auf Basis ihrer entsprechenden, persönlichen und kollektiven Urteils-, Erkenntnis-, Reflexionsunfähigkeit, psychisch-emotionalen und sozialen Unreife, gemäß ihrer Zeit, Weltanschauung, Ideologie: Patriarchat.
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Rache, Vergeltung, Strafe, Konkurrenz, Übervorteilung, Macht,  Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt, Krieg - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen. Menschenwürde.
 
Wer nicht ehrlich, wahrhaftig, aus innerem, echten Bedürfnis heraus um Verzeihung bitten kann - für von ihm wissentlich verursachtes Leid - drückt damit nicht Macht, Stärke, gar Würde aus, sondern Selbstgerechtigkeit, Selbstbetrug - Scham, Feigheit, Schwäche.
Unreife.

 
Macht, Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen -> Kompensationsverhalten, Selbstbetrug, Angst, Feigheit, Schwäche, Unreife. Liebesunfähigkeit:
 
Wer nicht ehrlich, wahrhaftig, von Herzen um Verzeihung bitten kann, kann nicht lieben.
Wer nicht zugewandt, bedürfnisorientiert geben kann, kann nicht lieben.
Wer nicht eigene Defizite, Unzulänglichkeiten, Fehlverhalten zugeben, wiedergutmachen will, kann, kann nicht lieben.
 
Menschen brauchen zeitlebens, im und zum Leben Menschen - nicht "Götter".
Nur wo Menschen keinen wohltuenden Zugang, Umgang, Bindung, Beziehung mit anderen Menschen (mehr) haben, leben können oder dürfen, klammern sie sich an "Gott" - ein Hirngespinst, eine Krücke, eine Lüge.
 
Ein reflektierter, sozial, emotional und intellektuell reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe. Aktives Lieben.
 
Philosophie, statt Ideologie.
Persönlichkeitsentfaltung und -reifung, statt Dressur, Abrichtung, Indoktrinierung, Instrumentalisierung, Knechtung, Ausbeutung.
Intrinsisch motivierte, statt religiös/ideologisch oktroyierte Moral - Mitgefühl.
 
Anarchismus ist keine Ideologie, sondern Philosophie bzw. Lebenspraxis, die sich auf Gemeinwohl, Grundrechte, universelle Menschenrechte, Solidarität, Kooperation, Selbstbestimmung, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Freiheit von Herrschaft, Unterwerfung, Autoritarismus, Gewalt gründet.
 
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Karfreitag, Folter, Martyrium, Masochismus, Sadismus, Autoritarismus, Patriarchat, Jesus, Christentum, Religion, Glaube, Gott, Selbstbetrug, Krücke, Unreife - nicht: Liebe, Mitgefühl, Stärke, Reife.
 
Ungeliebte glauben eher an Gott. Und niemanden überrascht das. Liebesunfähigkeit.
 
Tanzverbot
Gibt´s am Karfreitag eigentlich auch ein Fick-Verbot?
Kein Sex am Karfreitag?
Auch kein Porno-Konsum, kein Frauen-Konsum: Freier, Prostitution, k e i n Drogenkonsum: Zigaretten, Alkohol, Cannabis, Koks ... für gläubige Christen, Gottgläubige?
Lachverbot?
 
Also einen Tag im Jahr einen auf abstinent, keusch, brav, artig, "gut" machen - und den Rest des Jahres verbal, sozial, privat ... dem inneren antisozialen, ignoranten, liebesunfähigen, autoritären Schwein die Zügel lassen?
Gott: Ist das ein verlogener Dreck. Selbstbetrug.
 
Die Christen, Gott-Gläubigen und ihre Güte, Nächstenliebe, "Barmherzigkeit":
Vor ihrem Jesus, "Gott" knien, krabbeln, kriechen sie, gegen Versehrte, Benachteiligte treten sie: aggressiv, gewaltvoll, vernichtend.
Nach oben buckeln, nach unten treten. Glaube, Religion.
 
Etwas Gutes hat der Karfreitag ja:
Die "Gott"-gläubigen Rechtskonservativen und Rechtsextremisten halten aufgrund ihres selbst auferlegten Schweigegelübdes wenigstens einen Tag im Jahr die Klappe. Güte - Mitgefühl, Geben, Liebe, Versöhnlichkeit - leben sie das ganze Jahr nicht.
 
Religiöser Glaube, also Ideologie, Glaube an einen "Gott", eine "übergeordnete, metaphysische Instanz", ist gleichermaßen Selbstbetrug wie Selbstverknechtung.
Freiwillige Knechtschaft. Unreife.
 
Es ist der internalisierte Autoritarismus bei nach wie vor zu vielen Menschen das Kernproblem. Sie wollen, suchen, was ihnen seit Kindheit vertraut ist. Das gibt ihnen Orientierung, Halt. Sie reflektieren das zumeist nicht, es ist ihnen nicht bewusst.
 
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07. April 2023
 
Hier, siehe unten verlinktes Foto, facebook-Kommentar von "Alfred Tutein", sehen wird das übrigens deutlich demonstriert:
Wer selbst nicht verzweifeln will, flüchtet sich selbstschonend, egoman in Glauben, zu "Gott".
Um es für nur sich selbst vermeintlich leichter, erträglicher zu machen.
Alfred Tutein, Zitat: "Glauben oder Verzweiflung".
 
Was solchen unreifen Menschen nicht einmal in den Sinn kommt, ist, was es als "Alternative" zu Verzweiflung oder Selbstbetrug (Glaube, Religion, "Gott") im "Diesseits" gibt, geboten ist: Liebe. Aktives Lieben. Inklusive Verantwortung und Fürsorge. Basierend auf Mitgefühl.
 
Solche Menschen kommen auf den Gedanken, im "Hier und Jetzt" aktiv! zu lieben - mit abermaligem Verweis auf Erich Fromm: was weshalb Liebe(n) ist - deshalb nicht, weil sie selbst ungeliebt und ihrerseits liebesunfähig sind.
 
Es gibt btw auch keine "historische" Teleologie - geschichtliche, politische, gesellschaftliche Geschehnisse folgen keinem Plan, haben kein Ziel.
 
"Geschichte" hätte, basierend auf wiederum nur menschlicher Perspektive, menschlichen Entscheidungen, Verhaltensweisen, menschlichem Wahrnehmen, Einordnen und Agieren sowie ungezählten Zufällen (die es gab, die anders hätten geartet sein, auftreten können) auch anders verlaufen können.
Es hat demgemäß nichts mit einem, Zitat Alfred Tutein: "Wunder" zu tun, dass die Dinge sich entwickelt haben, wie wir sie heute sehen, einordnen, auch dies wiederum auf Basis dessen, das wir nur bisherig/vorläufig wissen, verstehen, erkennen (können). Etliches wissen wir (noch) nicht, täuschten uns bereits mehrfach über bisher vermeintlich Gewusstes, Gewisses oder entdecken, erkennen erst Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte später Relevantes, mit der Folge, dass unsere Einordnungen, Beurteilungen und Bewertungen sich entsprechend ändern. Siehe Falsifikation: Alles bisherige (menschliche) Wissen ist bekanntlich ein stets nur vorläufiges.
 
Nur weil die Dinge jetzt (für uns Menschen) sind, wie sie sind bzw. wie sie uns Menschen bisher erscheinen, für uns bisher, vorläufig erkennbar sind, folgt daraus nicht, dass alles aufgrunddessen auch nur genau so, etwaig zwangsläufig, hat verlaufen und zu dem von nur uns so wahrgenommenen, interpretierten "Heute" hat führen müssen.
 
Zumindest und jedenfalls wer Philosophie studiert hat, sollte schon mal von der Sein-Sollen-Dichotomie, dem Sein-Sollen-Fehlschluss, siehe Humes Gesetz (David Hume), gehört haben.
 
Aber es ist natürlich absolut typisch, im Grunde unvermeidlich und obligatorisch für Religiöse, Gott-Gläubige, letztlich alles auf "Metaphysik", auf eben ein "übergeordnetes metaphysisches Prinzip/Instanz/Ordnung" zurückführen zu wollen.
Denn mit Realität, Komplexität, Veränderung(en), mit Unsicherheit, Ungewissheit, Widersprüchlichkeit, Ambivalenz und Kontingenz, Geworfensein, der Conditio humana also sind diese Menschen massiv überfordert. Eben deshalb klammern sie sich wie kleine, unreife Kinder und geradezu verzweifelt Halt, Trost, Sicherheit, Schutz, Geborgenheit und Sinn suchend an einen "Gott" - wie/als an einen "Lenker, Führer, Beschützer, Vater". Sich damit offensichtlich, unzweifelhaft selbst betrügend - um es n u r sich selbst vermeintlich leichter, erträglicher zu machen.
Zugleich unterwerfen sie sich diesem "Gott" - ebenfalls wie kleine, unreife, unerfahrene, wie dressierte Kinder, die zu bedingungslosem Gehorsam und ebensolcher Gefolgschaft schwarzpädagogisch, autoritär "erzogen", abgerichtet wurden.
 
Alle vordergründige, oberflächliche Eloquenz - Philosophaster-, Schwätzertum, Polemik - vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass solche religiösen, gottgläubigen Menschen - unabhängig auch ihres bereits fortgeschrittenen Alters - sozial, emotional sowie auch intellektuell defizitär, unreif sind.
Sie bleiben wie Klein- bzw. Vorschulkinder einem "magischen Denken", der "magischen Phase" verhaftet - lebenslang. Siehe auch Aberglaube und Esoterik. Sie sind klassische Romantiker. Nicht Intellektuelle.
 
Menschen, die sich in religiösen, also ideologischen (!) Glauben - zu "Gott", einer "übergeordneten, metaphysischen Instanz" oder was auch immer - flüchten, versuchen sich durch Selbstbetrug zu schonen: vor Reifung und auch (oft schmerzhafter) Heilung.
 
Erich Fromm - aus "Die Kunst des Liebens" zitiert:
"Liebe ist die tätige Sorge für das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben. Wo diese tätige Sorge fehlt, ist auch keine Liebe vorhanden."
 
"Impotenz ist die Unfähigkeit, Liebe zu erzeugen."
 
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Alfred Tutein via facebook, sein Kommentar vom 05. April 2023 in seinem Profil (unter seinem Beitrag vom 01.04.2023)

Alfred Tutein via facebook, sein Kommentar vom 05. April 2023 in seinem Profil (unter seinem Beitrag vom 01.04.2023)

14. Dezember 2022
 
Liebe, Beziehung, Bindung, Berührung, Verbundensein Warum man, Mensch, "Gott" nicht lieben kann und warum "Gott" keine(n) Menschen liebt:
 
Nach meinem Verständnis von Liebe beinhaltet diese Verbundensein - ganz elementar, siehe Erich Fromm.
Bedingungslose Liebe gibt es - wenn - nur von den Eltern für Kinder.
 
Selbstverständlich impliziert Liebe auch Bedürfnisse nach Nähe, Verbundenheit, Gemeinsamsein, Vertrautheit ... . Beziehung. Deshalb kann Mensch "Götter" nicht lieben.
 
Ein "Gott", ein sogen. metaphysisches Prinzip, menschliches Konstrukt also - weshalb Gott, Götter von jeher anthropomorph dargestellt, attributiert, charakterisiert sind - kann nicht (Menschen, "seine Schöpfung", was auch immer) lieben und nicht geliebt werden, da Liebe, das Lieben, nicht nur eine mentale, intellektuelle, rationale Haltung oder ein Gefühl, eine Empfindung intensiver Zuneigung, sondern vor allem eine Aktivität, aktives menschliches Tun, Agieren in bestimmter Weise ist:
 
Aktives Lieben bedeutet, sich einem oder mehreren anderen - geliebten - Lebewesen im Diesseits, im Hier und Jetzt, während des eigenen, persönlichen leiblichen Existierens, Lebens, in bestimmter, bewusster Weise zuzuwenden, zu verhalten. Hierzu sei abermals auf Erich Fromms Definition von Liebe, d.h. nicht nur Geliebtwerden (-wollen), sondern aktivem Lieben, verwiesen, siehe in "Die Kunst des Liebens" von ihm erläutert.
 
In Kurzfassung:
Aktives Lieben drückt sich aus in, durch bedürfnisorientierte, nicht-paternalistische Fürsorge, Achtung, Freiheit, Verantwortung, Erkenntnis - Verbundensein.
 
Erich Fromm:
"Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.
Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, dass man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen."
 
Einem phantasierten, halluzinierten, konstruierten, abstrakten, leiblosen "Gott", einer bloßen Idee, einem Konstrukt gegenüber kann ein Mensch nicht fürsorglich, verantwortlich, gebend agieren - verbunden sein. Es fehlt hierfür die für Beziehung, für Bindung, Liebe entscheidende, unabdingbare Grundvoraussetzung: das gerade leiblich existierende (oder einmal existiert habende), persönlich gekannte, erlebte Gegenüber - der Andere, das Du - mit dem man real, tatsächlich interagiert hat, mit dem man konfrontiert, von dem man herausgefordert, dem man gegenübergestellt war bzw. ist, gegenüber dem man sich während eigener Lebenszeit - als jeweils soziale, leibliche, bedürftige, verletzliche Wesen, Menschen - persönlich verhält.
Hierzu sei insbesondere auf Emmanuel Lévinas verwiesen.
 
Eben dies macht Beziehung aus. Keine Beziehung, keine Bindung ohne immer wieder auch mögliche, erfahrene leibliche Nähe, Sozialkontakt, Austausch, Erfahrung, Interaktion und: (nicht-sexuelle) Berührung.
 
Solche Beziehung, Bindung, Berührung ist für alle Menschen lebenslang unentbehrlich, eben weil Menschen soziale Wesen sind. Sie brauchen solche wohltuende Berührung, Halt, Gehaltensein, Nähe, Beziehung, Bindung, Verbundensein für ihr physisches und psychisches Wohlbefinden, für Entwicklung, Persönlichkeitsreifung, Selbstreflexion, (Selbst-) Erkenntnis, für Lernen, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Resilienz und ganz besonders auch für Genesung und Heilung.
 
Gerade wenn und weil Menschen solche stabile Bindung, wohltuende, tragende Beziehung und Berührung, Gehalten-, Getragensein nicht, insbesondere nicht in der prägenden Phase ihrer Kindheit, oder nur unzureichend erfahren haben - tatsächlich geliebt zu werden von den Hauptbezugspersonen (zumeist den Eltern) - sind sie selbst häufig nicht liebesfähig, nicht beziehungsfähig, suchen dann ersatzweise, kompensatorisch Trost, Halt, Zuflucht, Ausweg bei "Gott", in Glaube, Aberglaube, Esoterik oder auch Drogen, Sucht.
 
Um sich ihr Ungeliebtsein sowie ihre eigene Liebesunfähigkeit nicht eingestehen, sich damit - zwecks Bewältigung, Heilung - nicht auseinandersetzen zu müssen, da dies mit Schmerz, Leid verbunden, überdies zumeist ein langwieriger Erkenntnis- und Reifungsprozess wäre, und weil sie oft auch autoritär geprägt sind, überhöhen solche Menschen das "Geistige", Rationale, Intellektuelle, werten alles Leibliche, Physische, Sinnliche, Emotionale, gerade auch Genussvolle als schlecht, verdorben, schmutzig, primitiv, schwach, falsch, teuflisch ab - siehe Kirche, Religion, Patriarchat.
 
Einen "Gott" - der mir nur so, nur das (vermeintlich) "antwortet, zeigt, spiegelt, offenbart", das sich in nur meiner persönlichen, subjektiven Vorstellung über ihn befindet (oft auch: das mir über "Gott" erzählt, beigebracht, indoktriniert wurde) - kann ich mir nach meinen ureigenen Wünschen (auch Ängsten ...) denken, formen, vorstellen, gestalten und vermeintlich "erleben, erfahren". Alles abstrakt, alles nur in Subjekthaftigkeit, Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Eskapismus gebettet. Bequem, angenehm, selbstschonend - auch dann, wenn es Zweifel(n) gibt.
 
Denn mir fehlt hierbei die Herausforderung, das unmittelbare, konkrete Angesprochen-, Herausgefordert-, Gefragt-, Gemeintsein durch ein leibhaftiges, leibliches, lebendiges, sinnlich wahrnehmbares, erfahrbares, existierendes Gegenüber - ein Lebewesen, demgegenüber ich mich verhalte und das sich zu mir verhält, demgegenüber ich v e r a n t w o r t l i ch bin - in meinem Tun, Verhalten.
 
Mit einem abstrakten, erdachten, konstruierten "Gott" gibt es keinen echten, tatsächlichen Dialog - es kann stets nur der Monolog mit sich selbst sein und bleiben. Man bleibt völlig auf sich selbst zurückgeworfen, in sich selbst verhaftet - es gibt gerade kein Überschreiten, Transzendieren (weder des Ego noch des Selbst, ohnehin nicht der Leiblichkeit, Bedürftigkeit), schon gar kein Reifen.

Es ist selbstschonender Selbstbetrug - Selbstflucht, Weltflucht, das Verweigern von Beziehung und Verantwortung, von aktivem Sich-Zuwenden zum und Einlassen auf den anderen: andere Lebewesen - im Hier und Jetzt.
 
Bestimmte Menschen wollen Liebe als etwas irgendwie "Reines", Abstraktes sehen - abseits jeglicher Menschlichkeit, Leiblichkeit, Bedürftigkeit.
Das ist üblicherweise ihrem Bedürfnis, jedenfalls Wunsch nach Übersichtlichkeit, Ordnung, Kontrolle und Sicherheit geschuldet. Auch wenn ihnen selbst das zumeist nicht so bewusst sein mag.
 
Liebe ist deshalb schmerzhaft, weil geliebte Menschen einen am intensivsten verletzen können und weil der Verlust schmerzt, auch deren Leid (psychisches oder physisches).
Liebe ist kein paradiesischer Zustand permanenter Harmonie.
 
Natürlich vermisst man einen geliebten Menschen, gleich, ob das ein Partner, Kind, Freund/in oder wer immer ist. Selbstverständlich sehnt man sich nach dessen Nähe, nach Gemeinsamsein. Auch wenn Sehnsucht, Verlust, Vermissen schmerzhaft sind.
Natürlich erwartet man etwas, eben weil man in Beziehung zu geliebten Menschen ist, sonst würde man sie auch nicht vermissen können - bspw. nach deren Tod.
Selbstverständlich impliziert Liebe u.a. auch Sehnsucht nach Gemeinsamsein, Verbundensein. Selbstverständlich schmerzt deshalb der Verlust, Tod eines geliebten Menschen oder auch Tieres.
 
Denn wir sind Menschen und als solche lebenslang bedürftig.
Und was wir beim aktiven Lieben (!) erfahren, ist genau das: Verbundensein. Und das beinhaltet Sehnsucht, Schmerz, auch Trauer, Wut, bedürfnisorientierte Fürsorge, Verantwortung, Freiheit, Erkenntnis (des Selbst und des Anderen), Herausforderung, Reifung ... .
 
Deshalb ist es so wichtig, nicht von etwa irgendwie abstrakter Liebe zu sprechen, sondern vom aktiven Lieben - von einer Haltung und einem Sich-Verhalten gegenüber dem geliebten Lebewesen. Und dieses lässt sich ja durchaus benennen, dieses Verhalten.
 
Liebe ist nie abstrakt, sondern immer konkret, bezüglich - siehe Beziehung, Bindung, Interagieren, Verbundensein.
 
Mag sein, dass nicht wenige Menschen ihren Partner als Besitz, Eigentum betrachten, das aber ist nicht Liebe.
Das Problem kommt aus der "bürgerlichen Liebe", der patriarchalen Ehe (-Institution), dem romantisch Verklärten und dem Verwechseln von Liebe mit Verliebtsein, weil es Romane, Filme gleichsetzen, so darstellen und weil Monogamie nicht dauerhaft funktioniert.
 
Lieben hat mit Geben, Zuwenden, Zuneigung, Intimität und Intensität zu tun, nicht mit Besitzanspruch, nicht mit (serieller) Monogamie. Und Liebe wird nicht weniger, sondern "mehr", wenn man sie teilt, gibt.
Dabei geht es allerdings entscheidend um das Wie bzw. darum, ob es jeweils Liebe oder nur Benutzen, Konsumieren, Ausbeuten ist.
Aber durchaus erwartet man etwas, sonst ist es keine Verbundenheit, Vertrautheit, keine Beziehung: zum Anderen als Anderen. Und wir sind alle nicht perfekt.
 
Erich Fromm hat Liebe bzw. aktives Lieben so viel klarer, strukturierter, verständlicher erklärt, "definiert", so in seinem Klassiker "Die Kunst des Liebens".
 
So auch Emmanuel Lévinas - über den Anderen, die eigene Haltung zu ihm, das persönliche (Sich-) Verhalten ihm gegenüber: Ethik, Verantwortung, Liebe.
 
Basaler Urgrund für sowohl Lieben, Liebesfähigkeit, als auch intrinsische Moral (statt religiös, ideologisch oktroyierter) ist das jedem Menschen wie auch anderen Primaten angeborene Mitgefühl.
 
Übrigens: das erkannt zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig, es auch vollständig bereits leben zu können. Es ist ein Weg - letztlich ein lebenslanger.
Unabdingbar ist dafür (das Erlangen, jedenfalls Anstreben von) Reife. Klingt banal, pauschal, ist es in Lebenspraxis aber nicht.
 
Ein reflektierter, reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe.
 
Solche für jeden Menschen lebenslang wichtige, unentbehrliche, heilende Bindung, Beziehung, leibliche Nähe, Wärme, Berührung, Halt, Gehaltensein, Verbundensein gibt, gewährt, schenkt kein (halluzinierter, phantasierter) "Gott", auch keine Droge und kein Buch.
 
Die "höchste Form" der Liebe ist nicht Liebe zu "Gott", denn das ist Illusion, Selbstbetrug, Monolog.
Die herausforderndste, "schwerste" Form von Liebe, aktivem Lieben, ist die sogenannte Feindesliebe. Auch diese ist nur dem möglich, der grundsätzlich lieben kann: Lebewesen.
 
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21. Februar 2023
 
Siehe demgegenüber die religiöse, patriarchal-autoritär-gewaltsame Leib-, Lust-, Genussfeindlichkeit, das Abwerten alles Leiblichen, Sinnlichen, auch Sexuellen (Frau, Mutter, Leben gebären können ...), das kompensatorische Überhöhen von Verstand, Vernunft, "Geist".
 
Mir geht es nicht etwa um eine Herabsetzung menschlichen Intellekts, sondern um Offenlegen diverser ideologischer, somit insbes. auch jahrtausendelang getätigter religiöser Manipulation, Indoktrinierung, Instrumantalisierung - zum Zwecke von Macht, Herrschaft, Unterwerfung, Ausbeutung ... .
 
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Warum glauben Menschen - weltweit und immer noch, nicht nur trotz, sondern wegen Aufklärung, Wissenschaft, Vernunft - an "Gott", an ein "übergeordnets, metaphysisches Prinzip", also an eine bloße Vorstellung, ein Konstrukt, Phantasma, eine Illusion, ein Hirngespinst?
 
Der - infantile, unreife - Glaube an ein vermeintlich existentes, bestehendes übergeordnetes, metaphysisches Prinzip, einen "Gott", Götter, Wesen, Energie oder Ähnliches, basiert auf nichts anderem als dem Wunsch nach Halt, Trost, Sicherheit, Orientierung, Geborgenheit, Getragensein, Verbundensein, Einssein, Aufgehen, Verschmelzen (siehe "ozeanisches Gefühl"), Sinnhaftigkeit, d.h. auf der Unfähigkeit, Inkompetenz des jeweiligen gläubigen Individuums, mit der Conditio humana, mit Kontingenz, fehlender Teleologie und Sinnhaftigkeit, mit Komplexität, Ambivalenz, Widersprüchlichkeit, Absurdität, Unübersichtlichkeit, Ungewissheit, Unsicherheit, Angst und dem Tod, der - gerade auch eigenen - Sterblichkeit, Vergänglichkeit, d.h. dem Wissen, Bewusstsein hierüber angemessen, d.h. reif, vernünftig umzugehen.
 
Solcher Glaube, solches Denken, Fühlen und Sich-Verhalten basiert also auf Infantilität bzw. emotionaler, sozialer, intellektueller Unreife in Folge entsprechender frühkindlicher Prägung (auch: Beschädigung, bis hin zu Traumatisierung), gestörter, unsicherer, instabiler Bindung - mit hinreichend bekannten Folgen -  und/oder religiöser "Sozialisation" bis Indoktrination (durch Eltern, Familie, Gesellschaft, Kultur) in der Kindheit.
 
Typisch hierfür ist Welt-, Realitäts- und Selbstflucht (siehe auch sogen. "innere Emigration", Verbitterung), der selbstschonende, sanfte Selbstbetrug - nicht selten zu Lasten, zum Schaden anderer - und die Unfähigkeit, selbst aktiv zu lieben: andere, reale Menschen, Lebewesen im "Hier und Jetzt", im eigenen Leben, durch eigenes, entsprechend prosoziales, gewissenhaftes, verantwortungsvolles, rücksichtsvolles, zugewandtes, fürsorgliches, gebendes Verhalten - auf Basis von Mitgefühl und Bindungs-, Beziehungsfähigkeit.
 
Siehe hierzu unten verlinkte Quellen, bspw. Boris Cyrulnik, aber auch Erich Fromm, Arno Gruen, Alice Miller, Gabor Maté ... .
 
Da es gläubigen Menschen hieran aus oben bereits genannten Gründen häufig mangelt und/oder sie aus anderen Gründen - wie bspw. Alter, Krankheit, Gefangenschaft, Armut - einsam, sozial isoliert sind, Menschen aber als soziale Wesen, Primaten das Gemeinsamsein, Verbundensein mit anderen existenziell brauchen, hängen sie sich, um nicht zu verzweifeln, kompensatorisch an einen Ersatz, Stellvertreter, ein Surrogat, eine Illusion, Vorstellung, ein Konstrukt: "Gott".
 
Und innerhalb ihres jeweiligen Glaubenssystems erfahren sie auf diese Weise unter Umständen sogar gelegentlich, vorübergehend oberflächliche Zugehörigkeit, Gemeinsamsein, eine Art Verstanden- und Verbundensein. Dies hat allerdings oben bereits erwähnten "Preis" und ist nicht annähernd gleichsetzbar mit erfahrener und selbst gegebener Liebe, aktivem Lieben (siehe bei Erich Fromm nachlesbar) von "diesseitigen", gegenwärtigen, realen Menschen, Lebewesen und es ist nicht annähernd so heilsam und erfüllend wie solche Liebe.
 
Religiöser Glaube, inklusive Mystik, ist ein Ersatz für solche entbehrte Liebe, Bindung, Beziehung, ist Flucht vor und Verdrängung von der eigenen, persönlichen Liebesunfähigkeit sowie Angst, Unreife und Verzweiflung.
 
In Kurzfassung:
Glaube, Religion, Ideologie hat kaum etwas mit Verstand, Vernunft, Erkenntnis, Reflexion zu tun, sondern eine Menge mit Gefühlen, mit emotionalen Bedürfnissen, mit intellektueller, oft auch sozialer und emotionaler Unreife, mit Mangel an Liebe, Verbundensein.
 
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29. März 2023
 
Siehe auch Evangelikale, orthodoxes Judentum, Katholizismus, Kreationismus, diverse Sekten. Es ist unfassbar, unerträglich, w i e massiv wieviele Menschen auch heute noch in solcher Weise geradezu gehirngewaschen sind. Religion, Ideologie, Demagogie, Indoktrinierung, Mentizid.
 
Selbstverständlich gilt das auch für "den" Islam - wie für jede andere patriarchal-autoritäre, dogmatische Religion, Ideologie. Nochmal Michael Schmidt-Salomon: "Passt der Islam zu westlichen Werten?"
 
 
"(...) Religionssoziologen wundert dies nicht, denn sie wissen: Die Götter und ihre jeweiligen Gebote waren stets nur so klug bzw. so beschränkt wie die Menschen, als deren Phantasiegebilde sie im jeweiligen historischen Kontext entstanden. (...)
Es ist also kein Wunder, dass die Quellentexte des Islam weit unter dem ethischen Mindeststandard jeder modernen, aufgeklärten Gesellschaft stehen. Dies gilt in ähnlicher Weise aber auch für die Quellentexte des Christentums.
Was etwa die Diskriminierung Andersdenkender betrifft, steht die Bibel dem Koran in nichts nach. (...)
 
Aufklärung (...) Freiwillig hätten sich die Kirchen nicht zu Demokratie, zu Menschenrechten, zur Gleichberechtigung bekannt, all das musste ihnen in einem harten Emanzipationskampf abgerungen werden. (...)
 
Lassen wir uns also nicht durch blumige Formulierungen aufs Glatteis führen. Es ist eben kein Zufall, dass in Staaten, in denen der Islam tonangebend ist, die Menschenrechtslage so verheerend aussieht. Wir sollten deshalb noch entschiedener als bisher dafür eintreten, dass Menschenrechtsverletzungen auf gar keinen Fall zu tolerieren sind – auch wenn sie mit noch so „heiligen“ Werten begründet werden. (...)"
 
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Eine Anmerkung zur Religionsfreiheit
 
Die, d.h. jede Religion - ihre theoretische (Glaubens-) Grundlage, ihre Ge- und Verbote, ihre (Glaubens-) Überzeugungen, ihre Auslegungsformen und ihre Anwendungs-, Ausübungspraxis - findet grundsätzlich und ausnahmslos dort ihre Grenze, wo sie wissentlich, wahrnehmbar, erkennbar oder gar vorsätzlich gegen Grundrechte, gegen universelle Menschenrechte verstößt, diese missachtet, verletzt.
 
Dies gilt im Übrigen auch für jegliche politische oder auch wirtschaftliche Ideologie, Staatsform, für jede Art der Regierung, Legislative, Exekutive, Justiz und dies auch dann, wenn diese universellen Menschenrechte staatlich, kulturell, religiös, institutionell und/oder persönlich als solche nicht anerkannt werden.
 
Denn wer wissentlich gegen die universellen Menschenrechte verstößt, sie missachtet, nicht anerkennt, sie verletzt, missachtet damit das Menschenwürdeprinzip.
 
Die universellen Menschenrechte stellen somit die letzte bzw. erste ethische Instanz dar, an der es sich prinzipiell auszurichten, die es zu respektieren gilt.
 
Hiergegen lässt sich vernünftig nicht argumentieren, es lässt sich allenfalls innerhalb eines geschlossenen Moral-, Religions-, Ideologiesystems dagegen vorgehen, was eben hierdurch jedoch offenlegt, dass es ihm gerade aufgrund dieser Geschlossenheit, dieses Sich-Abschottens, des Verweigerns von Veränderung, Entwicklung von Gesellschaften, Gemeinschaften, Kulturen, Religionen und Individuen und des Rückwärtsgewandtseins, der Unbeweglichkeit, Starre, an Vernunft, Erkenntnis-, Reflexions- und Entwicklungs-, Reifungsfähigkeit gerade deutlich erkennbar mangelt.
 
Das ist mitnichten Ausdruck von Authentizität oder Ursprünglichkeit, gar Radikalität, es ist Ausdruck von intellektueller, psychisch-emotionaler und sozialer (je persönlicher und/oder kollektiver) Unreife.
 
Es fehlt einem solchen System somit an sowohl der intellektuellen, vernunftbasierten, rationalen als auch an der prosozialen und ethischen Legitimationsgrundlage.
 
Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass Kinder auch Menschen sind, dass für sie somit die Menschenrechte uneingeschränkte Gültigkeit haben müssen, nur können und auch Kinder infolgedessen nirgendwo auf der Welt als Eigentum ihrer biologischen und/oder sozialen Eltern oder sonstiger Erwachsener, anderer Menschen gelten können.
 
Eine Religion, Ideologie oder Regierungsform, Institution etc., die die universellen Menschenrechte - damit das Menschenwürdeprinzip - übergeht, weist sich damit selbst als eine Menschen verachtende, Menschen schädigende Religion, Ideologie aus und entbehrt somit der, d.h. jeglicher, ethischen Legitimationsgrundlage, Existenzberechtigung.
 
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Karfreitag - alle Jahre wieder?

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