Über den Erwerbsarbeitsfetisch und seine Hintergründe, über Arbeit, Ausbeutung, Leistungsideologie, Sorge-Arbeit, bedürfnisorientiertes Gemeinwohl, Muße, einen zeitgemäßen Arbeitsbegriff und Folgen dessen - Bewusstseinswandel, Systemwechsel
14. Juli 2019
Geschrieben von Sabeth und von
Overblog
11. April 2025
Die Würde des Menschen, Menschenwürde, gründet sich nicht auf kapitalistisch ausbeutbare Arbeit, Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit, Gehorsam, Konformismus, Opportunismus, Geiz, Gier, Antisozialität, nicht auf Vermögen, Reichtum, Macht, Titel, Ruhm.
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24. Januar 2025
Kein Mensch sollte sich, seinen Selbstwert, seine Identität, gar seine "Daseinsberechtigung" auf Art, Umfang der von ihm getätigten Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit und/oder Höhe des Einkommens, Vermögens oder auf Titel, Posten, Macht gründen.
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15. August 2024
Arm: wer seinen Selbstwert auf Nation, Privateigentum, vermeintliche "Leistung", auf eine "eigene" Ehefrau, auf "eigene" Kinder, auf Vermögen, Titel, Haus, Auto, Macht, "Ruhm", Religion, Ideologie, also Selbstbetrug gründet.
Kapitalismus, Patriarchat
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09. August 2024
Der Mensch, das Leben ist kein "Werkstück", an dem zur scheinbaren "Optimierung", etwaig für wirtschaftliche, kapitalistische oder soziale Funktionalität, Effizienz, herumgefeilt, nach Plänen vom Reißbrett zurechtgebogen oder als Modelliermasse in die jeweils gewünschte Form gepresst werden kann.
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Ein Mensch ist nicht nur oder erst dann existenzberechtigt oder "wertvoll", wenn er kapitalistisch, wirtschaftlich ausbeutbare Lohnarbeit tätigt, funktional, nützlich, benutzbar, knechtbar ist.
Menschenwürde.
Grundgesetz. Menschenrechte. Ethik.
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11. April 2025
Grundsätzliches:
Nein, es reicht eben nicht, nur über Arbeit zu sprechen, mit Arbeit nur kapitalistisch ausbeutbare Lohnarbeit zu meinen und die gesamten Lebensumstände und Biographie eines Menschen auszublenden, zu übergehen. Denn auch das ist mitunter: Leistung.
Die Biographie ohne eigenes Verschulden mittelloser, zumeist seit Kindheit, Jugend, oft von Geburt an vielfach belasteter, benachteiligter, auch beschädigter Menschen wird nie berücksichtigt. Armut.
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Über den Erwerbsarbeitsfetisch und seine Hintergründe, über Arbeit, Ausbeutung, Leistungsideologie, Sorge-Arbeit, bedürfnisorientiertes Gemeinwohl, Muße einen zeitgemäßen Arbeitsbegriff und Folgen dessen - Bewusstseinswandel, Systemwechsel
Nicht nur, aber gerade auch auf social media-Plattformen lässt sich immer wieder und leider nach wie vor beobachten, wie Menschen sich mittels ihrer Erwerbstätigkeit, d.h. ihres bloßen Erwerbstätigseins und dessen Intensität, Umfanges - siehe bspw. Sätze wie "Ich habe mein Leben lang viel, lange und gerne gearbeitet.", "Ich kann mir ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen, mir würde dann etwas Wichtiges fehlen." und ähnliche Äußerungen - selbst aufzuwerten, auch rechtfertigen zu versuchen bemüht sind, dabei mit Arbeit zumeist ausschließlich Erwerbstätigkeit, Lohnarbeit meinend.
Wie tief die Indoktrinierung sitzt, wie wirkmächtig sie längst ist und welchen Zweck sie erfüllt - Privilegiengenerierung und -erhalt einiger vergleichsweise Weniger, insbesondere Kontrolle, Instrumentalisierung, Unterwerfung, Ausbeutung für das vorgeblich erforderliche, unverzichtbare "Wirtschaftswachstum", keineswegs jedoch damit zwangsläufig bzw. tatsächlich einhergehender Wohlstand, noch weniger Identitätsstiftung, Sinn, Genuss, Erfülltsein, stattdessen vielmehr Kompensation und Verdrängung, Ablenkung, Betäubung - ist lange schon bekannt, jedenfalls in bestimmten Kreisen, bei auf bestimmte Weise denkenden, zumeist politisch linksliberal/-progressiv eingestellten, reflektierten, ohnehin bei anarchistisch eingestellten (und so lebenden) Menschen.
Es hat diese vermeintliche Selbstlegitimation, Existenz- und Teilhabelegitimation, die ebenso nur vermeintliche Selbstaufwertung, Selbstbestätigung tatsächlich und eigentlich unmittelbar erkenntlich nichts mit Bewusstheit, Reflektiertheit zu tun, sie ist Folge intensiven, langjährigen, vielgestaltigen Indoktriniertwordenseins, siehe entsprechende patriarchal-kapitalistische (Arbeits-, Wirtschafts-, Familien-, Sozial-) Politik, patriarchale Religionen, Verstärkung, Resonanz durch Medien und uralt bekannte Slogans, Propaganda - bis hin zum infamen, pervertierten, menschenverachtenden, Menschen vernichtenden "Arbeit macht frei." der ebenfalls durch und durch patriarchalen, destruktiven NS-Ideologie.
Es kommt solchen Menschen, die sich mittels ihres Lohnarbeitssklaventums,ihres kapitalistisch ausbeutbaren Erwerbstätigseinsselbst aufzuwerten versuchen, die sich tatsächlich vollumfänglich unbewusst und widerstandslos gehorsam dem Lohnarbeitsdiktat, dem Instrumentalisiert-, Ausgebeutet-, Verheiztwerden unterwerfen, sich selbst verknechten l a s s e n und das obendrein als Wert, als Leistung, gar als Erfordernis interpretieren - weil ihnen hierfür gelegentlich ein paar Gnadenbrösel hingeworfen werden, als "Belohnung" für ihr Untertanentum, um sie bei der Stange, unter Kontrolle zu halten und weil man ihnen anderenfalls zur Strafe ihre materielle Existenzgrundlage, Selbstwirksamkeit, ihr Selbstwertgefühl und ihre Würdesystematisch sukzessive entzieht, siehe Dressur (heute perfide euphemisiert als Edukation und "Aktivierung, Förderung" bezeichnet) - es kommt solchen gehorsamen, indoktrinierten, unbewussten Knechten nicht für Momente in den Sinn, dass es nicht ihre Erwerbstätigkeit, ihr bloßes Erwerbstätigsein und/oder dessen Umfang, Dauer ist, das Identität und Sinn stiftet, das mit Freude und Zufriedenheit erfüllt, das tatsächlich angemessen zum bedürfnisorientierten und bedarfsgerechten, sozial gerechten Gemeinwohl beiträgt, das ihre Persönlichkeitsentwicklung, (Selbst-) Erkenntnis und ihren Reifeprozess anregt, unterstützt, fördert, sondern dass sie ihren Selbstwert und ihre ethische "Selbstlegitimation" und Sinnfindung stattdessen ausihrer je individuellenPersönlichkeit, ihrem Charakter, ihrem prosozialen, verantwortungsvollen Verhalten, Tun, Tätigsein aus ihrem Mitgefühl und ihrerIntegrität, aus Solidarität, Loyalität undLiebesfähigkeit sowie "Schaffenskraft", schöpferischem, intellektuellen, künstlerischen, handwerklichen, teilenden, gebenden Tätigsein und Interagieren mit anderen Menschen (siehe Kooperation ...) beziehen, dies jedenfalls sollten.
Stattdessen diskreditieren solche Menschen andere, die sich diesem völlig pervertierten Arbeitsbegriff und Lohnarbeitsdiktat/Erwerbsarbeitsfetisch nicht unterwerfen, selbstgerecht, ignorant und unreflektiert oder auch absichtsvoll manipulativ als "arbeitsscheu", als "Sozialschmarotzer, Nichtsnutze, Faulpelze, Pack, Parasiten, Asoziale, Ballastexistenzen" u.a.m. - nach wie vor. Aus bereits genannten Gründen.
Auf diese Weise tragen sie je persönlich aktiv zum Erhalt der bestehenden globalen wie je regionalen politischen, gesellschaftlichen Missstände bei, sie lassen ich als Marionetten missbrauchen, sie geben sich dem willfährig hin.
Sie hinterfragen ihr Tun, ihre Überzeugungen aus Gründen der bequemen Selbstschonung nicht und reagieren aggressiv, attackierend, mindestens abwehrend auf andere, die ihnen solches Hinterfragtwerden "zumuten", da sie sich hierdurch ihrer Selbstgewissheit, ihres Selbst- und Weltverständnisses, ihres positiven Selbstbildes und "Lebensentwurfs" beraubt und persönlich angegriffen, herabgesetzt fühlen. Sie sind nicht in der Lage, solche berechtigte Kritik zuzulassen und sich damit konstruktiv, selbstkritisch auseinanderzusetzen.
Sie sind nicht (mehr) befähigt, sich aus ihrer durchaus zum Teil selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien, sich ihrer eigenen Urteilsfähigkeit zu "bedienen" (kleine Anlehnung an Kant).
Bei ihnen hatte die Indoktrinierung, die Konditionierung vollen, um nicht zu sagen totalen Erfolg.
Dem gilt es durch angemessene, fundierte, seriöse , verständliche, leicht zugängliche Information, Aufklärung sowie durch aktives Vorleben, bereits in Praxis umgesetzte Positivbeispiele, realisierte Utopie und insbesondere durch Prävention - insbesondere in Kindheit und Jugend, man denke hier an Familie, Elternhaus, Bezugspersonen und Schule, in welcher Kinder vorsätzlich, gezielt bereits auf Leistung, Konkurrenz/Kampf und Instrumentalisierbarkeit, Verfüg- und Verwertbarkeit, Funktionalität als spätere Erwerbstätige getrimmt, auf Spur gebracht werden - entgegenzuwirken.
Wenn man Kinder im Kleinkind- oder Grundschulalter fragt, was sie später einmal werden, machen, sein wollen, antworten sie üblicherweise mit dem Nennen eines Berufs, einer Berufsbezeichnung - als sei das der ganze, mehr oder weniger einzige, jedenfalls vorrangige Sinn und "Zweck" ihres gesamten, d.h. generell des menschlichen Lebens, Daseins.
Was stattdessen im Vordergrund stehen, worum es gehen und was wie vermittelt werden müsste, ist als Anregung nachfolgend verlinkten Texten, auch jenen zahlreichen im blog-Eintrag über Arbeit verlinkten, zu entnehmen.
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Wann hören wir damit auf, Menschen, Individuen, Persönlichkeiten nur und sofort danach zu be- und zu verurteilen, welchen Schul-, Bildungsabschluss, akademischen Titel, berufliche (Führungs-) Position - als Erwerbstätige - und/oder welches Vermögen sie haben?
Wann fangen wir damit an, die ausbeuterische, destruktive, kapitalistische, kompensatorische Leistungs- und Konsumgesellschaft zu überwinden und Menschen anhand ihres Charakters, ihrer Persönlichkeit und ihres Handelns, Verhaltens, Tätigseinsim Sinne des tatsächlichen, bedürfnisorientierten Gemeinwohls zu beurteilen, wertzuschätzen - für also prosoziales Verhalten, Courage, Rückgrat, Integrität, Wahrhaftigkeit, Authentizität, Fürsorglichkeit, Teilen, Geben, Kooperieren, Solidarität, für Reflektiertsein, Mitgefühl, Reife?
Vielleicht mal wieder Erich Fromm lesen:
"Haben oder Sein"
"Anatomie der menschlichen Destruktivität"
"Die Kunst des Liebens".
Der Wert eines Menschenlebens bemisst sich nicht nach akademischen Titeln, Einkommenshöhe, Vermögensumfang, Narzissmusgrad (besetzten Machtpositionen), Ruhm, wirtschaftlicher Funktionalität und Verwertbarkeit.
Gérard Mordillat und Bertrand Rothé befragten 21 Wissenschaftler aus Europa, den USA, China und Afrika über grundlegende Konzepte der Wirtschaft - um die Welt zu verstehen, in der wir leben. In ...
Eine Welt ohne Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Unterdrückung, eine Gesellschaft, in der die Freiheit aller Einzelnen die Bedingung der Freiheit aller ist, ein Fortschritt, der allen Mobilität ...
Wie geht eine Gesellschaft mit ihren Alten, Sterbenden, Kranken, Versehrten, Kindern, Fremden um?
Wir: lagern sie sämtlich in Einrichtungen zur Fremd"betruung" aus - bequem, kalt, schäbig. Um "frei", ohne Ballast, der Lohnarbeit frönen zu können, uns unter diese Knute zu beugen.
Wohl wissend, aber zumeist, alltäglich verdrängend, dass wir alle einmal Kinder waren, krank, alt werden und dass nichts im Leben eines jeden Menschen so gewiss ist wie der Tod - nicht nur sein eigener.
Wie barbarisch kann Mensch sein: wenn sein Mitgefühl betäubt ist.
So lange es Kapitalismus, Neoliberalismus gibt, so lange Menschen über Erwerbsarbeit systematischausgebeutet werden können und andere infolgedessen ihren zumeist ererbten Reichtum mehren, so lange wird es Armut geben.
Was ist ein Bullshit Job und wer hat so einen? Glauben Sie, dass Ihre Arbeit keinen Sinn hat? Dann ist es wahrscheinlich, dass Sie einen Bullshit Job haben, ...
Nachfolgende Zitate sind oben verlinktem Video - "Bullshit Jobs: Vom wahren Sinn der Arbeit", VPRO Dokumentation - entnommen.
"So Mr. Graeber, are you a terrorist?"
"No, I´m a theorist. Some people think it´s more or less the same."
"Wir leben in einem unglaublich brutalen System."
David Graeber
"Irgendwann kommen sie zu dem Schluss, dass es nicht wirklich funktioniert. Dann wird daran gearbeitet, sinnlose Erklärungen dafür zu finden, warum es nicht funktioniert hat, wobei das eigentlich an der schlechten Planung lag."
bullshitjob Bundesregierung
"Es ist eine kafkaeske Situation, kombiniert mit Neusprech von Orwell."
"Es scheint mit, als ob die Wirtschaft in ihrer heutigen Form wirklich immer nutzloser wird."
David Graeber
"Die öffentliche Bürokratie ähnelt immer mehr der der Geschäftswelt. Doch die private verschmilzt auch immer mehr mit der öffentlichen."
David Graeber
Und das auch in Bezug auf Regierungen und Unternehmen, siehe PPP, ÖPP - Public Private Partnerships. Mit fatalen Folgen.
"Große internationale Unternehmen ähneln einer Regierung viel mehr als es kleine und mittelständische Unternehmen tun. Das sind eigentlich Unternehmensbürokratien. (...)
Große Unternehmen zahlen kaum Steuern. (...)
Die Dinge müssen wirklich schlecht laufen, bevor so ein Unternehmen untergeht. Sie können einfach weitermachen und den Status quo erhalten."
David Graeber:
"Sie wollen einfache Arbeiter entlassen, aber im Büro mehr Leute einstellen. (...)
Ich nenne es Führungs-Feudalismus. (...) dass zumindest bei klassischem Feudalismus die Leute ihre eigene Arbeit regeln konnten (...). Heute haben nur Leute das Sagen, die keine Ahnung haben. Man hat Manager auf allen Ebenen. Man sieht das überall."
"Ein Social Media Manager, der noch weitere Führungspositionen innehatte, ließ sich zum Fräser umschulen."
Ich verstehe das gut: Sinnvolle, erfüllende Arbeit fürs Gemeinwohl. Keine bullshitjobs mehr machen wollen, diesem Mist den Rücken kehren. Integrität. Charakter.
Berater, Coaches:bullshitjobs. DANKE. Meine Rede so lange schon.
"Unternehmensprofite werden dafür genutzt, neue Abteilungen mit Referenten, Managern und Beratern aus dem Boden zu stampfen. Warum wird das Geld nicht dafür genutzt, die Arbeiter besser zu bezahlen?"
David Graeber:
"Linke Parteien (...), die eine Basis der Arbeiterklasse hatten, trafen die bewusste Entscheidung, die Arbeiterklasse als Hauptunterstützer abzuservieren und sich die Unterstützung der Fach- und Führungskräfte zu sichern. Ärzte, Anwälte, Krankenhausleitung, Bürokraten ... . Solche Menschen machten den Kern linker Parteien aus. Die Menschen wählen immer häufiger rechts, weil sie sich darüber ärgern."
David Graeber:
"Jemand wie Macron ist ein klassischer Politiker der Mitte. Er repräsentiert die Führungskräfte und die Finanzwelt. (...) Es sind Technokraten, die denken, alles sollte von Experten gelöst werden. Die glauben nicht an Demokratie und halten die meisten für dumm."
Siehe WEF - World Economic Forum, Klaus Schwab, Great Reset ... .
"Diese Klassen werden als die vernünftige Linke beschrieben. Doch tatsächlich repräsentieren sie eine schreckliche Fusion der Demokratie und dem Markt."
David Graeber
"Den direkten politischen Kampf führen die Pflegeklassen. Es sind die Leute der Arbeiterklasse, die direkt damit zu tun haben, sich um andere Leute zu kümmern. Und die Verwaltung macht ihnen das Leben zur Hölle."
Gilt auch für "häusliche" Sorge-Arbeit und Hartz IV, Jobcenter.
"Was ist wertvolle Arbeit? Wie wird das bestimmt?"
Und: von wem? ;)
"Ist es nicht Zeit, viel genauer danach zu schauen, welche Arbeit einen Mehrwert für die Gesellschaft hat und welche Jobs Werte zerstören?"
Gemeinwohl, Sorge-Arbeit ...
Es ist mir nicht nachvollziehbar, dass "professionelle" Sorge-Arbeit, Care, so hoch bewertet wird: dass wir Kinder, Alte, Kranke, Sterbende auslagern, in Einrichtungen zusammenstecken und fremdbetreuen lassen.
Statt uns alle gemeinsam zu kümmern: mit Zeit und Raum. cohousing
Ja: Dafür brauchen Menschen Zeit, Muße, also weniger Erwerbstätigkeit, stattdessen mehr Arbeit fürs tatsächlicheGemeinwohl, Wohlbefinden: aller.
Wer schon lange arbeitslos ist, findet nur schwer wieder einen Job. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist groß. Für die Menschen hinter der Statistik bedeutet der Jobverlust viel mehr, als weniger
arte, re - "Zurück in den Job - Wege aus der Arbeitslosigkeit"
update 16.07.2022
Oben verlinkte arte-Doku "Zurück in den Job - Wege aus der Arbeitslosigkeit" veranschaulicht nochmals deutlich, wie intensiv indoktriniert Menschen, die vielzitierte Mehrheit, augenfällig ist, siehe das Mantra vom "Wert der Arbeit", womit stets ausschließlich kapitalistisch ausbeutbare Erwerbstätigkeit gemeint ist. Nicht Arbeit. Denn Arbeit und Erwerbstätigkeit sind keineswegs dasselbe, obschon diese Gleichsetzung nach wie vor permanent manipulativ getätigt wird - aus Gründen.
Es kann keinen abstoßenderen Hohn, Heuchelei geben als solche "öffentlich geförderten Beschäftigkungsverhältnisse", denn es ist und bleibt workfare und all jene, die solche "Arbeit" vermitteln, propagieren und daran ihrerseits verdienen, tätigen bullshitjobs.
Denn es geht dabei darum, Menschen - profitabel für andere, wie bspw. die Unternehmer, "Arbeitgeber", Weiterbildungseinrichtungen, Maßnahmenträger - in künstlich geschaffene "Arbeitsplätze" zu bringen. Und dies durch Manipulation, Indoktrinierung, Konditionierung, Dressur - unter Strafandrohung: Sanktionen, Entzug von (dem ohnehin schon viel zu wenigen) Geld und/oder Belohnungsköder: geringfügig mehr Geld oder auch nur das Etikett "wertvoll, weil erwerbstätig".
Von wegen "freiwillig, selbstbestimmt", geschweigedenn fair, respektvoll, sinnvoll, reflektiert.
Es geht folglich mitnichten um das tatsächliche Gemeinwohl aller, um dafür Erforderliches.
Dieses ließe sich längst schon völlig anders gestalten, organisieren - unter erheblicher Verkürzung der Erwerbstätigkeit, Lohnarbeit.
Siehe bspw. Gemeinwohlökonomie, Selbstverwaltung, solidarische Landwirtschaft, cohousing, emanzipatorisches BGE, existenzsicherndes Sorge-Gehalt für geleistete, unentbehrliche, unersetzliche "häusliche" Sorge-Arbeit, statt Auslagerung von Kindern, Alten, Kranken, Sterbenden ... in Fremdbetreuung, die wiederum kapitalistisch nutzbar, ausbeutbar ist, wodurch Menschen abermals funktionalisierbar gemacht werden - ihre Bedürfnisse, Grenzen, Schmerzen, Leid und ihre Würde missachtend, mit Füßen tretend.
Es geht darum, den Erwerbsarbeitsfetisch aufrechtzuerhalten, da nur so der globale Kapitalismus, die infame Ausbeutungsmaschinerie aufrechterhalten werden kann, das Märchen von den Leistungsträgern, die indoktrinierte Leistungsideologie, die systematische Ausbeutung der vielen Malochenden, working poor und Bullshitjobber - zum Vorteil der vergleichsweise wenigen Vermögenden, Superreichen, Kapitalisten, des global kapitalistischen, destruktiven, menschenverachtenden, Menschen verheizenden Systems.
Menschen brauchen nicht eine Erwerbstätigkeit um ihrer selbst willen - weil ihnen eingebläut wurde und wird, sie seien sonst kein "vollständiger Mensch", nicht wertvoll, sondern würden krank, depressiv etc..
Menschen werden nicht (psychisch) krank, wenn/weil sie keine Erwerbstätigkeit haben, sondern weil sie kein Einkommen haben, weil sie unbemittelt, materiell arm und infolgedessen ausgegrenzt sind, herabgesetzt, bemitleidet, verachtet, entwertet, entwürdigt und vielfach sozial, physisch, psychisch, emotional, existenziell belastet und beschädigt, letztlich und faktisch sukzessive vernichtet werden.
Menschen brauchen Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, soziokulturelle Teilhabe, Mitentscheidungs-, Mitgestaltungsmöglichkeiten, Wertschätzung, Sozialkontakte, Beziehungen, bisher auch noch ein Einkommen, eine Existenzsicherung, also ausreichend Geld und die Möglichkeit, sich je persönlich so in die Gemeinschaft durch entsprechendes Tätigsein einbringen zu können, wie es ihren je persönlichen Interessen, Stärken, Fähigkeiten und auch Einschränkungen, Abneigungen, Grenzen jeweils entspricht: so, dass sie selbst dieses Tätigsein als tatsächlich sinnvoll für die Gemeinschaft, das Gemeinwohl und auch für sich selbst erleben - nicht für einen kapitalistisch Menschen als Material ausbeutenden Staat, Regierungen, inklusive Behörden, Jobcenter, "Arbeitsvermittler", diverser "Agenturen", entsprechender diverser Einrichtungen und Gesetze, mittels derer die Menschen lediglich funktionalisierbar, instrumentalisierbar, verfügbar gemacht werden: wie Gegenstände, Objekte, zeitlich getaktet, durchstrukturiert, bürokratisch verwaltet, künstlich "beschäftigt" - lebenslang verheizt.
Aus oben verlinkter arte-Doku: "Dass Menschen wieder zum Arzt gehen. Menschen aus ihrer Isolation holen. Soziale, gesundheitliche Probleme, Schicksalsschläge."
Und euch fällt dazu ernsthaft?! nichts anderes ein, als Menschen mittels Erwerbstätigkeit, "Beschäftigungstherapie" wieder f u n k t i o n a l, nicht: gesund, genesen, geheilt, resilient zu machen?
Ihr könnt oder wollt euch tatsächlich nicht ansatzweise vorstellen und auf den Weg bringen, dass Menschen zuerst tatsächlich wieder physisch und psychisch gesund, geheilt, stabil, vital, lebensbejahend, sozial integriert werden, hierfür respektvoll, bedürfnisorientiert, menschenwürdig Möglichkeiten, Räume, Unterstützung, Geld erhalten, dass und w i e sich das also völlig anders als über kapitalistisch ausbeutbare Erwerbstätigkeit, paternalistisches Drücken in selbige erwirken ließe und Menschen erst danach, erst hierdurch, erst infolge des Genesens, Geheilt-, gesellschaftlich, sozial Integriertwerdens dann ggf. auch wieder (erwerbs-) arbeitsfähig, "leistungsfähig" sind und es nur so auch längerfristig sein und bleiben können?
Ihr drückt die Leute stattdessen mit allen Mitteln, um jeden Preis in Erwerbstätigkeit, sie mit sozialer, gesellschaftlicher "Integration", Teilhabe ködernd.
Nochmal: Das ist perfide, infam, abstoßend. Abgefucked.
Nachwort zur vierten Druck-Auflage (2019) Das Manifest gegen die Arbeit zwanzig Jahre später Gruppe Krisis: Manifest gegen die Arbeit 1. Die Herrschaft der toten Arbeit Ein Leichnam beherrscht die...
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arte, Maud Simonet - "Was, wenn wir alle unbezahlt arbeiten würden?" - Herausragende arte-Doku zur kapitalistischen Aneignung und Institutionalisierung unentgeltlich geleisteter Arbeit, Hausarbeit, Sorge-Arbeit, Reproduktionsarbeit, Ehrenamt, Freiwilligendienste, PPP, Ausbeutung, Zwangsarbeit für Unbemittelte, Arme.
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arte-Doku vom 11.05.2022 - Frau, Ehe, Kleinfamilie - Sorge-Arbeit, systematische Ausbeutung, Patriarchat. Das ganze Leben: verschenkt an andere. Gratis. Ohne Anerkennung, ohne Wertschätzung, ohne Selbstbestimmung. regretting motherhood. Zum Heulen.
Thomas, ein Akademiker in den Dreißigern, sucht beim Arbeitsamt nach einem Job. Doch die Wartezeit schraubt sich in absurde Höhen und scheint kein Ende zu nehmen. Er ist gezwungen, sich zwischen ...
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Aktualisierung am 13. Januar 2019 Es handelt sich bei Sorge-Arbeit gerade nicht um sogenannte "Privatangelegenheit". Das Private ist politisch, wie wir lange schon wissen. Und eben die Erwerbsarbeit
Im zweiten Teil der Deutschlandfunk-Sendereihe über die aktuelle Brauchbarkeit von "Das Kapital": ein Essay des Soziologen Wolfgang Streeck über die "ursprüngliche Akkumulation" und die Gewalt i...
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"Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht. Über das Herstellen von Untertanen" von Ernst Alexander Rauter Ernst Alexander Rauter (* 27. April 1929 in Klagenfurt; † 8. März 2006 in München) war ...
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Vorab eine wichtige Kritik an den bestehenden Strukturen, Missverhältnissen in Schule, Bildung. Aktualisierung am 18. März 2019 # FridaysForFuture # Schulstreik # Schülerstreik Fragen sich ...
Die Idee klingt geradezu revolutionär: Jeden Monat ein sicheres Grundeinkommen in Höhe des Existenzminimums - für jeden, ob mit Job oder ohne. Finnland probiert das schon aus, und auch die neue ...
"Die Sozialleistung wird so zur Belohnung für ein marktkonformes Verhalten. [...] Mit Hartz IV haben Elemente des Strafrechts ins Sozialrecht Einzug gehalten. [...]" Heribert Prantl - Exakt das ist
Aktualisierung am 26. April 2019 Was mich am meisten anwidert ist das kapitalistische, patriarchale Leistungs-, Funktionalitäts-, Verwertungsdogma. Als gäbe es nicht Wichtigeres, Essentielles im ...
Soziologe Hans-Albert Wulf zum Nichtstun Müßiggänger gesellschaftlich zu ächten hat eine lange Tradition. Der Mensch soll Abscheu vor staatlicher Hilfe entwickeln. Heute mehr denn je. taz: Herr...
Über den aktuell gebotenen Bewusstseinswandel Gysi bei Precht Danke für dieses großartige Gespräch - in dem es endlich um das ging, das aktuell geboten ist: ein Bewusstseinswandel . Besonders ...
„Tatsächlich hat der arbeitende Mensch heute nicht mehr die Muße, sein Leben Tag für Tag wirklich sinnvoll zu gestalten. Wahrhaft menschliche Beziehungen zu seinen Mitmenschen kann er sich nicht leisten; es würde den Marktwert seiner Arbeit herabsetzen. Es fehlt ihm an Zeit, etwas anderes zu sein als eine Maschine.“
„Von Anbeginn an war die Freiheit des Unternehmens keineswegs ein Segen. Als die Freiheit zu arbeiten oder zu verhungern bedeutete sie für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Plackerei, Unsicherheit und Angst. Wäre das Individuum nicht mehr gezwungen, sich auf dem Markt als freies ökonomisches Subjekt zu bewähren, so wäre das Verschwinden dieser Art von Freiheit eine der größten Errungenschaften der Zivilisation.“
„Der chronisch Verbitterte bemerkte seine Krankheit nur einmal in der Woche: am Sonntagnachmittag. Dann, wenn weder seine Arbeit noch die Routine ihm halfen, die Symptome zu lindern, bemerkte er, daß irgend etwas nicht stimmte. Denn der Frieden dieser Nachmittage war die reinste Hölle, die Zeit verging nicht, und er war ständig gereizt. Doch dann wurde es wieder Montag, und der Verbitterte vergaß seine Symptome, auch wenn er schimpfte, daß er niemals Zeit hätte, sich auszuruhen, und sich darüber beklagte, daß die Wochenenden immer so schnell vergingen.“
„Wir dürfen nicht hoffen, eine bessere Welt zu erbauen, ehe nicht die Individuen besser werden. In diesem Sinn soll jeder von uns an seiner eigenen Vervollkommnung arbeiten, indem er auf sich nimmt, was ihm im Lebensganzen der Menschheit an Verantwortlichkeit zukommt, und sich seiner Pflicht bewusst bleibt, denen zu helfen, denen er am ehesten nützlich sein kann.“
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