Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Armut, Gesundheit, Krankheit und soziale Faktoren: Bildung schützt nicht vor materieller Armut, Armut erschwert, verhindert den Zugang zu, die Möglichkeit für Bildung, Armut entzieht u.a. die je persönlichen Grundbedingungen hierfür

27. März 2024
 
Ich möchte, dass jeder vermögende Mensch auf dieser Erde wenigstens einen Tag, besser eine Woche oder einen Monat "lebt" wie ein Obdachloser: ohne feste Bleibe, Geld für tägliche Nahrung erbetteln müssend, ohne Schutz vor Wetter, ohne sanitäre Anlagen ... .
 
Nein, mir geht es dabei nicht um "Rache", sondern um Erfahrung, Erkenntnis und Mitgefühl.
Vermögende Menschen sollten die Gefühle von Angst, Not, Verzweiflung, Demütigung, Ausweglosigkeit, Ausgeliefertsein, Wut (reaktive Aggression), Traurigkeit, Verlassenheit erleben. Armut.
 
-
"[...] Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2004 zu den sozialen Determinanten von Gesundheit (2) liefert erste Hinweise auf das komplexe Bild:
„Die kombinierten Erkenntnisse aus Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Neurobiologie und Medizin deuten darauf hin, dass viel vom Verständnis der Wechselwirkungen zwischen materieller Benachteiligung und sozialem Sinn abhängt“, heißt es dort. Und weiter: „Nicht einfach materielle Armut ist gesundheitsschädigend. Der soziale Sinn, der Armut, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und anderen Stigmatisierungen beigemessen wird, ist ebenfalls wichtig. Als soziale Wesen benötigen wir nicht nur gute materielle Bedingungen, sondern von Kindesbeinen an das Gefühl, geschätzt und gemocht zu werden. Wir brauchen Freunde, wir brauchen menschliche Gesellschaften, wir müssen uns nützlich fühlen und wir müssen ein wesentliches Maß an Entscheidungsbefugnissen über eine sinnvolle Arbeit haben. Sonst sind wir deutlich anfälliger für Depressionen, Drogenkonsum, Angst, Feindseligkeit, Hoffnungslosigkeit etc.“
Die Autoren der Studie belegen, wie soziale Ungleichheit, Stress, wie frühe Entbehrungen und Traumata, wie soziale Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit und anderes, alles Dinge, die zuerst und am stärksten für Menschen in den unteren Gesellschaftsebenen tägliche Bedrohungen oder Lebenspraxen sind, zu chronischen Krankheiten führen und das Leben massiv erschweren und verkürzen. Armut tötet also nicht nur – sie behindert auch die Realisierung von Leistung und Potential.
 
Aktuelle Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts (3) bestätigen diese Befunde auch für Deutschland: Frauen und Männer, deren Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze liegen, haben ein im Verhältnis zur höchsten Einkommensgruppe um das 2,4- bzw. 2,7-Fache erhöhtes Mortalitätsrisiko. (Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum bezogen auf 1.000 Individuen einer Population.)
Noch eindrücklicher lesen sich die Befunde, wenn sie auf die mittlere Lebenserwartung bei Geburt bezogen werden, die nach den Periodensterbetafeln für den Zeitraum 1995 bis 2005 für Frauen mit 81,3 Jahren und für Männer mit 75,3 Jahren beziffert werden kann. Die Differenz zwischen der niedrigsten und höchsten Einkommensgruppe beträgt hier, legt man die zuvor ermittelten Mortalitätsunterschiede zugrunde, bei Frauen 8,4 Jahre und bei Männern 10,8 Jahre.
 
Betrachtet man dabei nur die gesunde Lebenserwartung, das heißt jene Lebensjahre, die in sehr gutem oder gutem allgemeinen Gesundheitszustand verbracht werden, macht der Unterschied zwischen der niedrigsten und höchsten Einkommensgruppe sogar 10,2 Lebensjahre bei Frauen und 14,3 Lebensjahre bei Männern aus.
Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen darüber hinaus, dass sich die sozialen Unterschiede in Bezug auf die ferne Lebenserwartung im Zeitverlauf sogar noch vergrößert haben: Zwar ist die Lebenserwartung in allen betrachteten Gruppen gestiegen, die Zugewinne fielen aber in den unteren Einkommens- und Berufsstatusgruppen geringer aus.
Infolgedessen haben die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen zwischen 1995/6 und 2007/8 um 1,7 Jahre und jene zwischen den Berufsstatusgruppen um 0,9 Jahre zugenommen.
 
Die Ergebnisse weiterer Analysen (4) belegen zudem, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus in vielen Bereichen geringere Gesundheitschancen haben. Neben dem allgemeinen Gesundheitszustand lässt sich dieser „negative Zusammenhang“ dabei auch und insbesondere bezüglich der für Bildungschancen und -teilhabe so maßgeblichen psychischen und Verhaltensauffälligkeiten feststellen. Insbesondere bei diesen zeigt sich dabei ein starker Einkommenseffekt, der den Effekt des Bildungsniveaus der Eltern deutlich übersteigt. Armut also, nicht Bildungsherkunft bzw. -mangel erschwert und hindert beim konkurrierenden Kampf um die ohnehin zu wenigen „Plätze an der Sonnenseite des Lebens“, die unsere Gesellschaft aktuell zur Verfügung stellt – auch hier.
 
Vergessen dürfen wir in diesem Kontext aber auch nicht den von der Weltgesundheitsorganisation so hervorgehobenen „sozialen Sinn“. Denn auch unabhängig davon, ob die dem Esel vorgehaltene Möhre namens Bildung diesen nun schneller oder klüger machte oder gar „aufsteigen“ ließe: Ist es nicht gerade dieser „Sinn“, der unserer Gesellschaft und ihren Bildungseinrichtungen mehr und mehr abhanden kommt? Denn wo ist und realisiert er sich denn, insbesondere in Bezug auf das Erleben von Handlungsfähigkeit und eigene Bedeutsamkeit, für all die Haupt- oder Förderschüler, deren gesamte Bildungskarriere primär aus einem „Du wirst eh nie dazugehören“ besteht (5)? Und wo für all die Bachelorstudierenden, die wie Fließbandprodukte immer rascher unter hohem Druck durch unsere Hochschulen geschleust werden? Und wo für all die G8-Schülerinnen und Schüler, die das, was früher noch Bildung hieß, inzwischen oftmals selbst nur noch als Bulimielernen beschreiben, das ihre Interessen und Seelen kaum mehr berührt?
 
Es ist inzwischen wohl evident: Die Lernenden in den Bildungsanstalten unseres Landes werden mehr und mehr ihrer Würde, ihrer Motivation und Begeisterungsfähigkeit beraubt und zunehmend zu Objekten, zu Lernmaschinen und Humankapital-Automaten degradiert. Und all das – das bringt ihnen am Ende ihrer „Bildungskarriere“ dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eben nicht nur nicht den erwarteten sozialen Aufstieg ein. Es bedroht zudem ihre Gesundheit sowie den sozialen Zusammenhalt im Land. Und ist überdies auch Gift für unsere Volkswirtschaft, die von möglichst weitreichender Potentialentwicklung (6) möglichst vieler ihrer Bürgerinnen und Bürger profitiert und lebt.
"[...] Defizite in allen Lebenslagen
Der Mangel an materiellen Ressourcen führe zu einem Mangel an sozialer Bewegungsfreiheit, so Butterwegge: „Armut in Köln ist zwar eine andere als in Kalkutta, Kairo oder Kapstadt. Sie ist aber für die Menschen nicht weniger bedrückend, bedrängend und erniedrigend.“ Im Gegenteil sei sie sogar für viele Betroffene deprimierender, weil die Armen in einer reichen Industrienation von Wohlstand umgeben seien und entsprechend mehr litten. Beschränkungen in ihren Handlungsmöglichkeiten seien die Folge. [...]
 
Ergebnis: Soziale Isolation
Betroffen von Armut waren laut Studie vor allem Alleinerziehende und kinderreiche Familien, deren Haushaltseinkommen zu gering war, um den Unterhalt von Kindern zu bestreiten. „Kinderarmut ist natürlich immer auch Eltern-, vor allem Mütterarmut“, so Butterwegge. „Sie hat damit zu tun, dass es den Familien materiell schlecht geht.“ Das führe nicht nur zu Spannungen innerhalb der Familien, sondern auch und vor allem zu Restriktionen für die Kinder, die in ihrer kognitiven Entwicklung, schulischen Leistungsfähigkeit, psychischen Stabilität und physischen Konstitution gefährdet sind. Geradezu banal, aber in ihrer Tragweite schwerwiegend waren die materiellen Gründe und sozialen Umstände dieser Restriktionen. Genannt sei nur der beschränkte Wohnraum, unter dem viele Familien litten. So verfügten die Kinder aus armen Familien nicht nur über keinen eigenen Platz, um ihre Hausaufgaben zu machen,  zu entsprechend schlechteren schulischen Leistungen führte. Dadurch, dass die Kinder ihre Klassenkameraden nicht zu Geburtstagen oder ähnlichen Anlässen zu sich nach Hause einladen konnten, gerieten sie zudem in soziale Isolation.

Kinder leiden ganz besonders
Ebenso ging es Kindern, deren Eltern sie nicht auf die Klassenfahrten mitschicken konnten. Fehlende Förderung durch Nachhilfeunterricht führte zur häufigeren Nichtversetzung mit den bekannten sozialen Problemen. Da bei vielen Familien das Haushaltsgeld nur bis zur Mitte des Monats reichte, stellten sich bei manchen Kindern auch Ernährungsprobleme ein. „Die meisten Kinder leiden stark unter der Armut. Es fehlen ihnen geeignete Mechanismen, um die Folgen der Armut zu bewältigen“, erklärt Butterwegge. „Somit steigt das Risiko von Verhaltensstörungen und -auffälligkeiten.“ Erstaunlich war die weitgehende Tabuisierung des Themas „Kinderarmut“ an den Schulen. Sowohl die Schulleiter wie auch die Lehrer neigten dazu, offensichtliche Armutssignale eher als individuelle Vernachlässigung der Kinder zu deuten. „Da niemand „arm“ sein will, verdrängt man das Problem oder schiebt es den Eltern in die Schuhe“, so Butterwegge. Statt darin ein gesellschaftliches Phänomen zu sehen, wurde die „Schuld“ bei den Individuen gesucht und gefunden.

Armut der Eltern – Armut der Kinder
Oft bedeutet die Armut in der Kindheit den Anfang einer lebenslangen Karriere als Armer und die soziale „Vererbung“  Armut an die eigenen Kinder. Wie kann man den Kindern helfen aus diesem Teufelskreis zu entkommen? Ist Bildung der Königsweg, um der Armut zu entrinnen? „Das wird in der Öffentlichkeit häufig angenommen“, so Butterwegge. Gerade die derzeitige Diskussion um Bildungsgutscheine gehe wieder in diese Richtung. Eine bessere Bildung allein würde aber seiner Ansicht nach nicht helfen. „Man setzt zu stark auf Bildung. Sie hat in der Öffentlichkeit mehr die Funktion einer Art Beruhigungspille.“ Gerade im Niedriglohnsektor hätten über 80 Prozent der Beschäftigten eine abgeschlossene Berufsausbildung, viele sogar einen Hochschulabschluss.
„Bildung schützt längst nicht mehr vor Armut“, schließt der Politikwissenschaftler daraus. Deswegen sei es sinnlos, Bildung als eine Art Wunderwaffe gegen Armut zu begreifen. „Arme Kinder sollten bessere Bildungschancen haben. Aber auch wenn alle armen Kinder und Jugendlichen besser gebildet wären, würden sie womöglich auf einem höheren intellektuellen Niveau um die weiterhin fehlenden Lehrstellen und Arbeitsplätze konkurrieren.“ Bildung könne zwar in Einzelfällen helfen, dem Schicksal der sich perpetuierenden Armut zu entkommen. Einen gesellschaftlichen Automatismus zialexperte allerdings nicht erkennen: „Armut führt dazu, dass man dumm gemacht wird. Der Kluge wird jedoch nicht automatisch reich.“

Aufgaben der Gesellschaft
Wichtiger als nur im Bildungsbereich allein zu fördern sei es, die Armut an der Wurzel zu bekämpfen und die materiellen Bedingungen zu verbessern. Wohlhabende Menschen hätten die Möglichkeit, sich zu bilden und freier über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Millionen Menschen brauchten mehr Geld, um sich undihre Familien zu ernähren. Sonst könnten sie am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben nicht teilnehmen, so der Kölner Wissenschaftler. Dazu sei eine andere Arbeitsmarktpolitik notwendig und ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn wie in 20 von 27 EU-Staaten. In den skandinavischen Ländern werde die Armutsbekämpfung als gesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen. In Deutschland werde dem betroffenen Individuum die Schuld an seiner Misere selbst angelastet.  Durch ideologische Behauptungen wie „Jeder der will, findet auch einen Arbeitsplatz“ entledigten sich Staat und Gesellschaft ihrer Verantwortung. Diese Ignoranz gegenüber der Problematik setze sich zum Teil in der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Politik fort, so Butterwegge. Es sei heute ausgesprochen schwer, für Forschungsprojekte zum Armutsthema Drittmittel einzuwerben.

Düstere Prognosen
Doch gerade in der heutigen Zeit sei das Thema „Armut“ von überaus großer Bedeutung für die Gesellschaft. Am Horizont täten sich Gefahren für das friedliche Zusammenleben und selbst für die Demokratie auf: „Ich sehe die Gefahr von Parallelweltenher aufziehen, und zwar sowohl bei den Armen wie auch bei den Reichen“, so Butterwegge. Während sich die Reichen wie schon heute in den Vereinigten Staaten in von privaten Sicherheitsdiensten bewachten Luxusquartieren – sogenannten „Gated Communities“ – abschotteten, wüchsen die Kinder von Hartz-IV-Empfängern zunehmend in einer von Lebensmitteltafeln, Sozialkaufhäusern und Kleiderkammern der Wohlfahrtsverbände geprägten Umgebung auf. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden. „Denn das wäre eine Gesellschaft, die inhuman ist, die unsozial ist und die wahrscheinlich eher undemokratisch strukturiert wäre“, so der Wissenschaftler. Eine alleinerziehende Mutter, die von ALG II lebe, könne nicht mehr an den politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen teilnehmen. Insofern sei ein großzügiger und gut ausgestatteter Sozialstaat die Grundvoraussetzung für das Funktionieren unserer Demokratie.

Gibt es denn überhaupt keine Chancen angesichts der wachsenden Armut in Deutschland? „Chancen in dieser Krise sehe ich nur, wenn sich die Gesellschaft bewusst wird, dass sie auseinanderzufallen droht“, schließt Christoph Butterwegge: „Falls die Wohlhabenderen merken, dass der soziale Zusammenhalt auch für sie nötig ist, um friedlich leben zu können, birgt die Krise auch eine Chance in sich.“ "
 
Quelle: portal.uni-koeln.de - "Deutschlands arme Kinder"
"(...) Sie sind es, die nicht nur absolut, sondern auch relativ zu ihrem Einkommen am meisten Geld für Bier, Wein und Schnaps ausgeben, wie der „Alkoholatlas 2022“ des Deutschen Krebsforschungszentrums ausweist.
In keiner Gehaltsklasse ist der Anteil größer als in der von Christian Lindner, Christian Dürr und Markus Herbrand. (...)
 
Ein Langzeitexperiment in den USA – Forscher mehrerer Universitäten und Disziplinen führen es unter dem Titel Baby’s First Years durch – bestätigt dies gerade wieder. In ihrem Versuch stellen sie armutsbetroffenen Familien von der Geburt eines Kindes an jeden Monat 333 Dollar zusätzlich zur Verfügung. Die Eltern können damit tun, was sie wollen, es gibt keine Bedingungen.
 
Als Kontrollgruppe dienen Familien, die lediglich 20 Dollar erhalten. Bereits nach einem Jahr maßen Neurowissenschaftler, wie sehr Kinder der Versuchsgruppe (die mit den 333 Dollar monatlich) von der Gabe profitierten:
Ihre Gehirne entwickelten sich signifikant besser als bei den Kindern in der Kontrollgruppe. An mehr Alkohol und Kippen für die Eltern lag das nicht, und übrigens auch nicht an größeren Glotzen, die sich die Erwachsenen mit den Geld hätten anschaffen können.
Eine erste Auswertung zeigt, dass sie ihr zusätzliches Budget in Dinge wie Kinderspielsachen und Bücher investierten. (...)"
 
update 06.04.2023
 
Beliebteste Studiengänge in Deutschland - an oberster Stelle: BWL.
Philosophie und andere Sozial- und Geisteswissenschaften tauchen da gar nicht erst auf.
 
Lauter wirtschaftskompatible Fachidioten. Null Kenntnis von Ethik, Erkenntnistheorie u.a.m..
 
 
Wie "überraschend", dass es unter den erwerbslosen Akademikern, Stichwort Einkommen - die nicht zwangsläufig Arbeitslose sind! - so viele Geiesteswissenschaftler gibt.
Bildung schützt vor Armut nicht. Vor Unkenntnis, Ignoranz, Hybris btw auch nicht.
 
"(...) Die höchste berufsspezifische Arbeitslosenquote hatten die Naturwissenschaften mit 7,5 Prozent, gefolgt von Mediengestaltung, Werbung und Marketing (6,7 Prozent) sowie Geistes- und Gesellschaftswissenschaften (6,3 Prozent)."
 
update 20. März 2024
 
Armut betrifft, belastet, beschädigt weltweit vor allem Frauen, Mütter, Alleinerziehende. Frauen, die unbezahlt, ohne Einkommen dafür zu erhalten, alleine Sorge-Arbeit, inkl. häusliche Pflege, leisten!
Das ist systematische Ausbeutung von Frauen.
Kinderarmut, Frauenarmut, Mütterarmut, Altersarmut. Patriarchat.

 
Siehe dazu u.a. die zdf-Sendung 37 Grad "Vererbte Armut" vom 27.02.2024.
Seht euch die Wohnverhältnisse an. Seht euch die "Ernährung" der Frauen und ihrer Kinder an.
 
All jene Menschen, mehrheitlich sind es nach wie vor Frauen, die diese unentbehrliche, unersetzliche Sorge-Arbeit leisten, brauchen und verdienen l ä n g s t ein existenzsicherndes Sorge-Gehalt für geleistete Arbeit, monetäre Wertschätzung, Existenzsicherung, Einkommen, statt strafbewehrtes "Bürgergeld", Grundsicherung, zementierte Armut und Ausbeutung.
 
Es sind bekanntlich gerade mittellose, nicht-vermögende, ledige, alleinerziehende Frauen, Mütter, die mit materieller Armut eben dafür bestraft werden: dass sie ledig oder geschieden sind, ich nicht an einen Ehemann binden, von ihm abhängig machen wollen.
 
Dies betrifft auch mich: Frau, zweifache Mutter, überzeugt ledig, unfreiwillig allein alleinerziehend, mittellos, nicht-vermögend, ohne Einkommen Sorge-Arbeit leistend, deshalb im Kapitalismus, vom Patriarchat mit Armut b e s t r a f t. Lebenslang.
 
Zur unten verlinkten zdf-Doku "Vererbte Armut":
 
Warum schaffen einige Kinder ihren Schulabschluss nicht, warum werden sie aggressiv, depressiv, resigniert: Weil sie kaum Bezugspersonen haben, keine Wertschätzung erhalten, ihre Welt klein, karg, trist, voller Sorgen, Belastungen, Ausgrenzung ist.
Woran, worüber können sie sich freuen? Es ist eine Kindheit und Jugend geprägt von Verzicht, Entbehrungen, Belastungen, Traurigkeit, Eintönigkeit. Deshalb entwickeln sie kein Selbstvertrauen, kein Selbstwertgefühl, keine Zuversicht. Täglich spüren sie ihre Ausgrenzung, fühlen sich wertlos!
 
Auch meine beiden Kinder sind ihre gesamte Kindheit hindurch nie verreist, "in Urlaub gewesen", kennen kaum Ausflüge, Geselligkeit: mehrere vertraute Bezugspersonen - es gab/gibt keine fürsorglichen, verantwortungsvollen Väter, keine Großeltern, keine Familie.
 
Als Mutter, als alleinig Fürsorge Leistende und Verantwortung Tragende, hast du all das - zusätzlich zu deinen eigenen finanziellen, existenziellen, gesundheitlichen Belastungen, Sorgen, Nöten und Entbehrungen - zu tragen, abzufedern, "auszugleichen" soweit es irgend geht.
Wer geht je mal bedürfnisorientiert, wohltuend fürsorglich, zärtlich, liebevoll, stärkend, unterstützend mit d i r, der Frau, Mutter, Gebenden, um: in all den Jahren, in bei mir mittlerweile drei Jahrzehnten!?
Jedenfalls kein Mann, "Partner". Auch keine Eltern. Sowieso nicht deine (erwachsenen) Kinder.
 
-

"Die sozialen Determinanten von Gesundheit" - dezidierte Leseempfehlung für diese informative Studie der Weltgesundheitsorganisation

euro.who.int. - Weltgesundheitsorganisation Europa

Zur oben verlinkten Studie -
 
Lauterbach K, Lüngen
M, Stollenwerk B, Gerber A, Klever
-
Deichert G. Zum Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung. Studien zu Gesundheit, Medizin und Gesellschaft 2006; Köln: Ausgabe 01/2006 vom 25.02.2006  -
 
Allein die Balken auf Seite 7 zeigen anschaulich die vorsätzliche, politische gewollte Vernichtung von materiell armen Menschen (Geringverdienern, Erwerbslosen ...) - durch deren höhere Sterblichkeit aufgrund materieller Armut und all ihrer Folgen - auf.

Denn diese materielle Armut wurde politisch absichtsvoll installiert: zuletzt durch die Agenda 2010, Niedriglöhne, Ausbeutung, Hartz 4 und wird ebenso absichtsvoll weiterhin politisch (durch Regierungspolitiker, politisch Verantwortliche) erhalten.
 
-
Materielle Armut macht krank - physisch und psychisch, insbesondere Hartz 4 mit all seinen Schikanen, Repressalien, der Schwarzen Pädagogik, der Strafe, Dressur, des Zwangs (zu Gehorsam, Unterwerfung), mit all den Entbehrungen und Ausgrenzungs-, Schmerzerfahrungen. Täglich. Oft über Jahre.
Ganze Kindheiten werden hierdurch lebenslang irreversibel geprägt, Kinder, Familien, Beziehungen dauerhaft intensiv beschädigt. - Wenn das nicht Vorsatz, Menschenfeindlichkeit, systematische physische wie psychische Vernichtung ist - was ist es dann? "Hilfe"?: Zum schnelleren Altern, Erkranken, Ableben und zum Suizid.
 
"[...] Anders als viele körperliche Behinderungen sind psychische Behinderungen meist weder von Unfällen oder schweren körperlichen Erkrankungen verursacht noch angeboren. Sie entwickeln sich vielmehr im Lebensumfeld. Dass dabei soziale und ökonomische Benachteiligungen eine offenbar wesentliche Rolle spielen, zeigt der überproportionale Anteil der Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien.

Armut „in hohem Maße mit gesundheitlichen Belastungen verbunden“
„Die ,Nebenwirkungen‘ von Hartz IV – Armut, beengtes Wohnen, geringere Bildungschancen, weniger Teilhabe an der Gesellschaft – können die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ beeinflussen“, stellt DGB-Vorstandmitglied Annelie Buntenbach fest. Bereits 2009 kam der Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung einem ähnlichen Befund: Soziale Benachteiligung und Armut seien „in hohem Maße mit gesundheitlichen Belastungen verbunden“. [...]"
 
Quelle der zitierten Textpassage: berliner-zeitung.de - "DGB-Studie: Hartz IV-Kinder leiden vermehrt unter psychischen Behinderungen"
"[...] Der umgekehrte Effekt ist sehr viel weniger signifikant: Ein schlechter oder fehlender Schulabschluss verringert zwar die Erwerbschancen, wirkt sich aber weniger nachteilig auf den Wohlstand einer Person aus, wenn diese vermögend ist oder Kapital besitzt. 
 
Mehr Bildung, weniger Armutsrisiko - was unter günstigen Umständen ohne Zweifel zum individuellen beruflichen Aufstieg taugt, versagt als gesellschaftliches Patentrezept. Denn wenn alle Kinder, was durchaus wünschenswert wäre, mehr Bildungsmöglichkeiten bekämen, würden sie um die wenigen Ausbildungs- und Arbeitsplätze womöglich nur auf einem höheren Niveau, aber nicht mit besseren Chancen konkurrieren. Folglich gäbe es am Ende mehr Taxifahrer mit Abitur und abgeschlossenem Hochschulstudium, aber kaum weniger Armut.
 
Eine bessere (Aus-)Bildung erhöht die Konkurrenzfähigkeit eines Heranwachsenden auf dem Arbeitsmarkt, ohne jedoch die Erwerbslosigkeit und die (Kinder-)Armut als gesellschaftliche Phänomene zu beseitigen.
 
So wichtig mehr Bildungs- und Kulturangebote für Kinder aus sozial benachteiligten "Problemfamilien" sind, so wenig können sie das Armutsproblem lösen. Zwar werden die Armen häufig dumm (gemacht), die Klugen aber deshalb nicht automatisch reich. Zu den Menschen, die mit ihrer Hände Arbeit so wenig verdienen, dass sie sich und ihre Familie kaum ernähren können, gehören keineswegs nur schlecht Ausgebildete. Eine fehlende, schlechte oder falsche Schulbildung kann die Armut potenzieren und im Lebensverlauf zementieren. Sie ist jedoch nicht die Ursache materieller Not. Bildung ist deshalb ein nur begrenzt taugliches Mittel gegen die (Kinder-)Armut, weil sie zwar durch soziale Diskriminierung entstandene Partizipationsdefizite junger Menschen mildert, allerdings nicht verhindern kann, dass jemand materiell arm bleibt.
Ohne Frage, Bildungs-, Erziehungs- und Kultureinrichtungen sind für eine gedeihliche Entwicklung und freie Entfaltung der Persönlichkeit sozial benachteiligter Kinder unentbehrlich, weshalb sie nicht - dem neoliberalen Zeitgeist entsprechend - privatisiert, sondern weiterhin öffentlich finanziert und noch ausgebaut werden sollten. Bildung ist jedoch keine Wunderwaffe im Kampf gegen die Kinderarmut, zumal sie immer mehr zur Ware wird. Studiengebühren, Transportkosten und Schul- oder Büchergeld schrecken gerade die Kinder aus sozial benachteiligten Familien vom Besuch einer weiterführenden Schule beziehungsweise einer Universität ab. [...]
 
Es ist nicht nur politisch unredlich, sondern auch purer Zynismus, den Armen "Bildet euch!" zuzurufen und Erwachsenen wie Kindern beim Hartz-IV-Regelsatz keinen einzigen Cent für Bildung zu gewähren."
 
Quelle: spiegel.de - "Bildung ist keine Wunderwaffe gegen Armut"

Das "Tafelunwesen"

muenchen.verdi.de

"[...] Wenn die Suizide abnehmen, kann das schlicht an besseren Behandlungsmöglichkeiten liegen und entlastet nicht die wirtschaftlichen Verhältnisse. Für eine Gegenprobe sollten die Autoren neueste Zahlen aus Griechenland betrachten ("Es ist kein Geheimnis, dass aufgrund der Krise längst Menschen sterben").
Abseits solcher wissenschaftstheoretischer Scharmützel über Korrelation und Kausalität begehen Dornes und Altmeyer aber einen schwerwiegenden logischen Fehler: Sie scheren viele verschiedene Bedeutung des Begriffs "Depression" über einen Kamm und bringen diese so in einen Zusammenhang, dass sie zu ihrer verneinenden Antwort kommen. [...]
 
Der Autoren-Irrtum besteht in der Annahme, es gäbe so etwas wie eine "echte" Depression und unterschiedliche, mehr oder weniger zutreffende Weisen, ihr Auftreten zu messen. Selbst hartgesottene Biopsychiater leugnen aber nicht, dass die Kriterien psychischer Störungen von Fachleuten am Konferenztisch festgelegt werden und sich auch im regelmäßigen Abstand von zehn bis zwanzig Jahren verändern. Diese Änderungen werden in medizinischen Handbüchern wie dem amerikanischen DSM oder dem internationalen ICD kodifiziert und beeinflussen medizinische Forschung wie Praxis.
Epidemiologen, deren Forschung Dornes und Altmeyer als Belege anführen, verwenden aber eigene Kriterien und Methoden, Stichwort Forschungsfreiheit. Wenn diese keine Zunahme psychischer Störungen feststellen, dann heißt dies aber nicht zwingend, dass es keine Zunahme gibt. Allein die Tatsache, dass Emil Kraepelin, Vorreiter der heutigen wissenschaftlichen Psychiatrie, einst zwei Störungen für hinreichend hielt, die neueste Auflage des DSM aber schon 400 unterscheidet, sollte einen zur Vorsicht mahnen. Die Häufigkeit nur einer psychischen Erkrankung auf die Entwicklung des Kapitalismus zu beziehen ist dann so aussagekräftig, wie die Inflation am Preis nur eines einzigen Produkts festzumachen. [...]
 
Denn selbst wenn die Häufigkeit bestimmter psychischer Symptome in Europa noch so gut gezählt wird, gibt dies wenig Aufschluss über die klinische Signifikanz im Einzelfall. Die Feststellung dieser Epidemiologen, jährlich würden ca. 40 Prozent der europäischen Bevölkerung mindestens einmal an einer psychischer Störung leiden - und dies wohlgemerkt nur auf Grundlage der Untersuchung von 27 der 400 nun schon unterschiedenen Störungen! -, sollte einem zu denken geben.1
Denn offensichtlich kommen ganz viele dieser als psychisch krank gezählten Menschen auch ganz gut ohne medikamentöse oder psychotherapeutische Hilfe zurecht. Deshalb sollte man aber nicht übersehen, dass es umgekehrt Menschen gibt, die von solcher Hilfe deutlich profitieren würden, sie aber aus verschiedensten Gründen nicht in Anspruch nehmen (können). [...]
 
Allerdings widersprechen Teile der von Dornes und Altmeyer zitierten epidemiologischen Studien sogar ihrer Erklärung. So hat sich nämlich das altersabhängige Muster der Häufigkeit bei Gefühlsstörungen einschließlich Depressionen zwischen den großen Erhebungen in Deutschland von 1998 und 2013 umgekehrt: Während damals die Befragten im höheren Alter häufiger betroffen waren, fanden die Forscher bei der neueren Untersuchung in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre mit 10 Prozent eine höheres Aufkommen depressiver Symptomatik als in allen anderen Altersgruppen (6 bis 8 Prozent).2
Diese Unterschiede könnten sehr wohl durch zunehmende Zukunftsunsicherheit oder Leistungsdruck bedingt sein. In dieselbe Richtung weisen Befunde der Techniker-Krankenkasse, die allein für die Jahre 2006 bis 2010, also parallel zur Einführung des Bachelor-Master-Systems, fast eine Verdopplung der verschriebenen Antidepressiva für Studierende und gleichaltrige Nicht-Studierende dokumentieren. Dabei bekommen die Studierenden insgesamt wesentlich mehr Antidepressiva verschrieben. [...]
 
Jenseits der zum Scheitern verurteilten Suche nach der "echten" Depression gibt es jedoch aussagekräftige Gesundheitsdaten, die sich mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen interpretieren lassen. So sind die Zahlen diagnostizierter psychischer Störungen und verschriebener psychopharmakologischer Medikamente insgesamt in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Da es sich dabei um sozial institutionalisierte Akte handelt - ein Arzt oder Psychologe diagnostiziert und behandelt im Rahmen des vorhandenen Abrechnungssystems -, lassen sich diese auch vergleichsweise leicht zählen.
 
Unter dem Stichwort "versorgungsbedingte Verzerrungen" diskutieren Dornes und Altmeyer den Effekt, dass sich in wohlhabenden Städten wie Würzburg mehr Gesundheitsdienstleister niederlassen und dort auch mehr psychische Störungen diagnostiziert werden. Mit der Einführung des marktwirtschaftlichen Modells für das Gesundheitssystem wurden sogar öffentlich-rechtliche Universitätskliniken zu profitorientierten Unternehmen gemacht. Dass diese anschließend die Anzahl ihrer "Kunden" erhöhen wollen oder gar müssen, überrascht nicht. Denn nur mit Kunden kann man Gesundheitsleistungen abrechnen.
Wie man diese Zunahme auch interpretiert, ein soziales Faktum ist, dass sich stets mehr Menschen eine psychologisch-psychiatrische Behandlung angedeihen lassen beziehungsweise dies ihren Kindern auferlegen. Ein Erklärungsansatz hierfür, den die Autoren nicht miteinbeziehen, ist die voranschreitende Medikalisierung und Pharmakologisierung von Lebensproblemen. [...]
 
Ähnliches lässt sich für Angst oder Störungen des Sexuallebens nachweisen. Transhumanisten wie Aubrey de Grey wollen sogar das Altern schlechthin zu einer behandelbaren Erkrankung umdefinieren: Dadurch würde jeder Mensch unausweichlich zum chronischen Dauerpatienten. Durch die Ausdehnung des medizinischen Bereichs auf immer weitere Felder, verdienen eine ganze Reihe von Spezialisten sehr gut mit und es ist sogar dem Bruttoinlandsprodukt zuträglich.
Anstatt nach der "echten" Depression zu fahnden oder sich das epidemiologische Plazet abzuholen, hätten Dornes und Altmeyer einige harte Gesundheitsdaten in Betracht ziehen können, die aus der von ihnen konstatierten Periode der Ausbreitung des Kapitalismus fallen. So ist weithin bekannt, dass die Anzahl verschriebener Antidepressiva oder Medikamente zur Behandlung von Aufmerksamkeitsstörungen seit den 1980er Jahren explodiert ist. [...]
 
Warum so viele Menschen heutzutage auf dieser allgemein auch "Stimulanzien" genannten Mittel angewiesen sind, ist ein soziales Phänomen, das einer Erklärung bedarf. In den USA kam es trotz der drastisch erhöhten Produktionsmenge wiederholt zu Engpässen. Für diejenigen, die die Substanzen nicht nur zum Durchhalten brauchen, sondern sogar körperlich abhängig sind, sind die Folgen nicht einlösbarer Rezepte dramatisch. Wohl deshalb packte die US-Regierung von 2012 auf 2013 noch einmal 32 Tonnen MPH (+ 50 Prozent) und 14 Tonnen AMPH (+ 41 Prozent) drauf.
 
Manche Experten versuchen, die steigenden Verschreibungszahlen auf einen Durchbruch in der Wissenschaft, also der Pharmakologie oder weit gefasst den Neurowissenschaften, zurückzuführen. Diese Erklärung überzeugt jedoch nicht: AMPH ist seit über 100 Jahren bekannt und wird spätestens seit den 1930er Jahren zur Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern (und zur Leistungsoptimierung von Soldaten) eingesetzt, das pharmakologisch ähnliche MPH wurde schon in den 1940er Jahren entdeckt.
 
Pillen zur Leistungsoptimierung…
Zudem haben Medizinanthropologen wie Nicolas Rasmussen von der australischen University of New South Wales festgestellt, dass der heutigen Stimulanzienepidemie bereits eine in den USA der 1950er und 1960er Jahre vorausging.3 Die Substanzen wurden damals offensiv als Mittel zur Leistungssteigerung am Arbeitsplatz und im Haushalt beworben und auch dafür verschrieben, dass Menschen ihre sozialen Rollen erfüllen. Das Verschreibungsniveau von AMPH für das Jahr 1969 wurde, zählt man nun MPH und AMPH zusammen, 2005 wieder überschritten. [...]
 
Darin äußert sich auch eine Doppelmoral der Gesellschaft im Umgang mit Drogen: Konsumieren junge Menschen AMPH - Szenename: Speed - als Spaßdroge, dann kommt die Polizei; neben Geldstrafe und Sozialarbeit drohen Führerscheinentzug, psychiatrische Zwangsbehandlung und/oder Inhaftierung. Verschreiben Ärzte Stimulanzien zum besseren Funktionieren in Schule oder am Arbeitsplatz, dann wird dies "Therapie" genannt. Auch viele Medizin- und Neuroethiker, die auf staatliche oder privatwirtschaftliche Forschungsmittel angewiesen sind, schauen dann weg.
 
…und moralischen Erziehung
Ein einflussreiches Beratergremium des US-Präsidenten legte 2003 in einem öffentlichen Bericht nahe, dass die Mittel Kindern zur Leistungssteigerung, für bessere Chancen im Wettbewerb und zur moralischen Erziehung verschrieben werden: Es gehe darum, sich zu Hause und in der Schule, in Reaktion auf Autorität und im Umgang mit Familien und Freunden sozial angemessen zu verhalten; Stimulanzien für mehr Rücksicht, Aufmerksamkeit, die Ausführung von Aufträgen, das Übernehmen von Verantwortung, den Umgang mit Stress und Enttäuschung sowie das Einüben von Selbstkontrolle.4 Webers protestantischer "Geist des Kapitalismus" lässt grüßen.
Wissenschaftler liefern Klinikern die passende Rechtfertigung für die Verschreibungspraxis: Die Kinder hätten eben eine Gehirnstörung. In den 1960er Jahren nannte man es noch Minimal Brain Disorder (MBD), heute nennt man es Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Der (Trug-) Schluss ist, dass Kinder, die sich nicht so verhalten, wie die Erwachsenen es für normal halten, auch nicht richtig im Gehirn "ticken".
 
Wissenschaftler rechtfertigen Hirneingriffe
Damals wie heute suchen deshalb zahlreiche Pharmakologen und Hirnforscher nach dem biologischen Korrelat dieser Störung; vergebens. Damals wie heute diagnostizierte man die Gehirnstörung komischerweise nicht im Gehirn, sondern durch Gespräche und Verhaltensbeobachtung. Dennoch greift man ins Hirn ein, wo man freilich alles menschliche Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen kann.
 
Auch wenn man sich einen Zeh bricht, dann kann man den Schmerz im Fuß behandeln, wo er entsteht, oder im Gehirn, wo er bewusst wird. Kinder haben keine Chance, die Denkfehler der Erwachsenen, die es ja nur gut mit ihnen meinen, zu durchschauen. Für manche sind die Stimulanzien zweifellos eine wichtige Hilfe; andere bezahlen mit psychischen und physischen Nebenwirkungen, Folgen der Stigmatisierung, der Idee, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, und fehlender Erfahrung von Selbstwirksamkeit einen ungerechtfertigten Preis.
 
Elite-Studierende brauchen Motivationspillen
Scott Vrecko vom Londoner King's College führte mit Studierenden Interviews, die an einem Elite-College in den USA MPH konsumierten. Seine Analysen ergaben, dass die Studierenden damit vor allem Motivationsprobleme beheben und ihr Durchhaltevermögen verbessern wollten.5 Obwohl sie sich bereits in den harten Aufnahmeprüfungen als Top-Performer bewiesen hatten, schien ihnen ihr Studienstoff nicht interessant genug, um ihn ohne Stimulanzien zu bewältigen.
Dies sind anekdotische Befunde, die vorsichtig interpretiert werden müssen. Doch es gibt auch quantitativ erhobene repräsentative Zahlen, die Leistungsdruck und Wettbewerb mit dem Konsumverhalten psychopharmakologischer Substanzen in Zusammenhang bringen.6 Wie schon erwähnt, muss man sich davor hüten, aus Korrelationen vorschnell einen Kausalzusammenhang abzuleiten. Doch solche Daten liefern zumindest Indizien dafür, dass es Interaktionen zwischen Gesellschaftsform, psychischer Gesundheit und pharmakologischem Konsumverhalten gibt.
 
Soziale Verhältnisse können krank machen
Erhärtet sind die sozialen Mechanismen psychischer Störungen schon lange - und zwar durch empirische Daten. In jahrzehntelangen Bemühungen haben Sozial- und Verhaltensforscher zahlreiche Evidenzen dafür zusammengetragen, dass zum Beispiel die Gesundheitsversorgung, sozioökonomischer Status, Partnerschaftssituation, Kinder im Haushalt, Geschlecht, schwierige Lebensereignisse und Alter mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen.7 Auch führende Biopsychiater anerkennen wieder zunehmend Umwelt- und kulturelle Einflüsse, beispielsweise der Schizophrenie oder Depression. [...]
 
Damit will ich nicht abstreiten, dass das vorherrschende Behandlungssystem Vorteile hat. Viele Kunden der Gesundheitsdienstleister sind dankbar dafür, sich beim Experten eine medizinische Entschuldigung für ihr Scheitern abholen zu können: Es ist nicht mein Fehler, ich bin bloß (gehirn-)krank! Durch den Konsum mancher psychopharmakologischer Mittel fühlt man sich einfach besser und macht gesellschaftliches Funktionieren wieder mehr Spaß.
Zudem freuen sich Biopsychiater über den milliardenschweren Geldsegen von Staat und Industrie zur Produktion in der Regel praktisch irrelevanter wissenschaftlicher Publikationen, etwa zur "molekularen Psychiatrie". Als Gegenleistung liefern sie eine Rechtfertigung für den Status quo und stabilisieren somit das vorherrschende System. Psychiatrie ist eben politisch.
 
Kritische Reflexion statt rosaroter Brille
Dennoch, Transparenz, Ehrlichkeit und Authentizität genießen in diesem System keinen hohen Stellenwert. [...]
 
Zusammenfassend lässt sich also feststellen: Die psychologische Unbedenklichkeitserklärung des Kapitalismus von Dornes und Altmeyer greift zu kurz. Im Gegenteil sind soziale, einschließlich wirtschaftliche Faktoren für die psychische Gesundheit gut belegt. Das Gesundheitssystem ist heute selbst als Markt organisiert und seine Akteure haben ein großes Interesse an der Ausdehnung ihrer Dienstleistungen; dazu passen steigende Diagnose-, Behandlungs- und Verschreibungszahlen.
 
Wissenschaftler verdienen eifrig mit und liefern eine inhaltliche Rechtfertigung für das System, vor allem durch die biologische/neurowissenschaftliche Sichtweise, obwohl trotz jahrzehntelanger Forschung keine einzige der 400 Störungen zuverlässig im Gehirn diagnostiziert werden kann. Das Individuum wird in Form von Aufmerksamkeit und/oder Psychopharmaka funktionstüchtig gehalten und erhält obendrein, durch das biologische Modell, eine Entschuldigung angeboten: Psychische Störungen sind dann nichts mehr, wofür irgendjemand verantwortlich gemacht werden müsste, sondern Naturereignisse, die uns überkommen. [...]"
 
Quelle: heise.de - "Kapitalismus und psychische Gesundheit"

Die Themen des Thomé-Newsletter für das Jahr 2017

harald-thome.de

07. Januar 2018
 
Anmerkung zu Punkt 3 auf Seite 3 (Sanktionsregime und BVerfG):

Mir ist bewusst, dass offenbar anwaltlich dokumentierten Fällen mehr Glauben geschenkt wird als solchen, die von Betroffenen ohne anwaltlichen Beistand dokumentiert wurden, da bei Anwälten angenommen wird, sie seien als Außenstehende und juristisch Sachkundige objektiver, die verlässlicheren Quellen.
 
Ich möchte dennoch darauf hinweisen, dass zahlreiche Betroffene und Beschädigte (Menschen im Hartz 4-Vollzug also) sich einen Rechtsanwalt nicht leisten können, da es nicht in allen Bundesländern den Beratungshilfeschein gibt, die ÖRA (in Hamburg und Bremen) eine miserable "Alternative" darstellt und es somit dann schon an der Erstberatungsgebühr scheitert, die sich um die €200,- (inkl. Mehrwertsteuer) bewegt und je nach persönlicher Situation auch nicht in Raten geleistet werden kann, insbesondere dann nicht, wenn zu geringe Leistungen (bspw. für KdU) regelmäßig über Jahre durch Jobcenter gezahlt wurden und/oder Betroffene (zusätzlich) sanktioniert wurden und auf keinerlei private Unterstützung (Geld leihen bei Familie oder Freunden) zurückgreifen können.
 
Vor allem aber möchte ich darauf hinweisen, dass bei den genannten Fällen (die durch Anwälte dokumentiert sein und Tacheles vorgelegt werden sollten, um sie dem BVerfG weiterleiten zu können) es sich nur um die absolute Eskalation der Repressalien, um die Spitze des Eisbergs handelt und dabei all jene bereits ebenfalls massiv und langfristig sich auf Betroffene und ihre Lebenssituation (inklusive die ihrer etwaig vorhandenen Kinder und/oder weiterer Familienangehöriger) negativ auswirkenden Repressionen vonseiten der Jobcenter leider vollumfänglich untergehen.
 
M.E. sollte daher ganz grundsätzlich und viel intensiver durch entsprechend wenigstens geringfügig auf Politik/Regierung Einfluss ausüben könnende Institutionen (wie bspw. Sozialverbände, Gewerkschaften, aber auch bspw. die Kassenärtzliche Vereinigung oder andere Vereine und/oder Verbände, in welchen Ärzte, insbesondere auch Psychotherapeuten organisiert, zusammengeschlossen sind und eigentlich auch die Kirchen) darauf hingewiesen werden, auf welche Weise mit welchen Auswirkungen der Sozialabbau, die in der Bevölkerung damit einhergehend bestehenden und sich verstärkenden Ängste, die materielle Armut (einhergehend mit bekannten Folgen wie bspw. Entbehrungen, schlechterer Ernährung und Gesundheit, Ausgrenzungserfahrungen, fehlender Mobilität und sozio-kultureller Teilhabe, schlechterem Zugang zu Bildung, schnellerem Altern, schnellerem Erkranken (insbesondere chronischem phyisischen), früherem Sterben, sozialer Isolation und infolge all dessen geringerer Leistungsfähigkeit, entstehender Wut, Zunahme von Depression und anderer psychischer Erkrankungen, die auf soziale Faktoren zurückgehen ...) die Gesellschaft, letztlich die Demokratie gravierend beschädigen.

Dass all das Genannte der Fall ist, haben einige engagierte Menschen und Institutionen bereits wiederholt dargelegt (siehe bspw. Gerhard Trabert, Christoph Butterwegge, Stefan Sell, Ulrich Schneider, aktuell auch die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung "Angst im Sozialstaat - Hintergründe und Konsequenzen", außerdem längst auch Anthony Barnes Atkinson und Thomas Piketty sowie David Graeber u.a.).
 
Das Augenmerk sollte m.E. also weit mehr auf den ethischen Aspekt des Sozialabbaus, der sozialen Ungerechtigkeit mit all ihren Folgen, gelenkt werden und nicht nur - sich dem neoliberalen Diktat quasi unterwerfend, jedenfalls assimilierend - auf ausschließlich, jedenfalls bisher vorrangig ökonomischer Basis argumentiert werden.

Es sollte viel deutlicher aufgezeigt werden, dass und warum mittels solcher Repressalien, mittels Schwarzer Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte/Mangel an Mitgefühl, Konkurrenz, Kampf, Strafe - Gewalt also, vorsätzlichem Schmerzzufügen, somit letztendlich: Sadismus), dass mittels solcher Dressur grundsätzlich und nirgendwo je auf der Welt etwas Gutes, Konstruktives erwirkt, schon gar nicht längerfristig erhalten werden kann, sondern dass hierfür ganz andere Mittel erforderlich sind - um bei Menschen freiwilliges Engagement für gesellschaftliche Belange, für das Gemeinwohl, Leistungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Kooperation (!), prosoziales Verhalten zu erwirken.
 
Hierbei ist grundsätzlich außerdem festzustellen, dass keineswegs Erwerbstätigkeit der Generalschlüssel zum "Glück", zu Frieden und Stabilität ist, da etliche Erwerbsarbeit gerade nicht sinnvoll, nicht sinnstiftend, sondern das Individuum und/oder die Gemeinschaft schädigend ist, dass außerdem der Arbeitsbegriff überdacht, angemessen definiert werden muss, denn Arbeit ist nicht ausschließlich Erwerbstätigkeit (man denke an all die weltweit für jede Gesellschaft und Gemeinschaft unentbehrliche Sorge-Arbeit, aber auch an ehrenamtliche Tätigkeiten, an diverse soziale, handwerkliche, geistige, kreative Arbeit, die unverzichtbar ist, aber nicht entlohnt wird).
 
Was Menschen stattdessen brauchen, ist ein menschenwürdiges, existenzsicherndes (damit zwangsläufig sanktionsfreies) Einkommen, außerdem die Möglichkeit, sich auf Basis je individueller, persönlicher (!) Möglichkeiten, Fähigkeiten, Interessen und etwaig vorhandener Einschränkungen (Erkrankungen, physischer und/oder psychischer Beschädigungen etc.) in die Gesellschaft einbringen zu können - hiervon sind wir auch in Deutschland deutlich wahrnehmbar noch immer weit entfernt, denn vor diesem Hintergrund dürfte es all die Instrumentalisierung und Ausbeutung von Menschen (Niedriglöhne, Leiharbeit, Art der Erwerbstätigkeiten, Prekariat, Agenda 2010, Hartz 4 und siehe auch, wie mit alten Menschen, die nicht mehr funktionalisierbar, wirtschaftlich verwertbar sind, umgegangen wird - Stichwort Rente und Pflege ...) nicht mehr geben.
 
Menschen benötigen also für physische und psychische Gesundheit entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse, sie brauchen Freiheiten, Selbstbestimmung, das Gefühl von Selbstwirksamkeit, außerdem Zugehörigkeit, Teilhabe, Respekt, Anerkennung, Wertschätzung - das genaue Gegenteil folglich von Schwarzer Pädagogik.
 
All das hat nichts mit "Sozialromantik" zu tun - ich verweise auf die oben bereits genannten Persönlichkeiten sowie auf Erich Fromm ("Anatomie der menschlichen Destruktivität" z.B.), Arno Gruen (Verrat am Selbst etc., über Schmerz, Mitgefühl ...), Martha Nussbaum ("Gerechtigkeit braucht Liebe") und Pankaj Mishra (zur Globalisierung ...), Joachim Bauer ("Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt"), außerdem auf Attac (Faires Handelsmandat) und die Gemeinwohlökonomie.
 
Es sollten also in die Diskussion um soziale Gerechtigkeit und Ungleichheit, (globale) materielle Armut sowie deren schwerwiegende, negative Folgen auch bzw. weit stärker als bisher interdisziplinär Soziologie, Philosophie, Medizin, Psychologie einbezogen und auf entsprechender Basis argumentiert werden - mit daraus resultierendem Druck auf die Politik, auf unausweichliche, erforderliche Veränderungen, Entscheidungen.
 
Es ist meine Anmerkung keineswegs als Kritik an Tacheles oder gar als persönliche Kritik gegen Harald Thomé und seine unverzichtbare Arbeit zu verstehen, sondern als allgemeine Anmerkung und Kritik gegenüber den bestehenden politischen Missständen und in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch ein paar weitere, Einfluss nehmen könnende Personen mitlesen.

Zu den Fällen, bei welchen Menschen aktiv durch Tacheles geholfen wurde, die sich dann aber nicht kooperativ zeigten (ihren Fall nicht dokumentieren und/oder nicht ans BVerfG weiterleiten lassen wollten) kann ich nichts sagen, möglicherweise war es Scham, die die Leute dazu bewogen hat, nicht öffentlich in Erscheinung zu treten, vielleicht auch Angst oder Depression. Dass man sich immer mehr zurückzieht, ist eine typische Folge, auch der Verlust des Selbstwertgefühls, außerdem die Zunahme von eben Wut, Ängsten - und auch Erkrankungen.

Manche Hilfe kommt in manchen Fällen tatsächlich zu spät, weil die Leute schon so lange so weit draußen (außerhalb der Gesellschaft, außerhalb von Zugehörigkeit, Teilhabe ...) sind, dass sie sich selbst aufgegeben haben und nur mehr ihrem Tod entgegenvegetieren, da ja in Deutschland aktive Sterbehilfe verboten ist und der Suizid noch immer tabuisiert sowie pathologisiert und moralisch verurteilt wird.
 
Nochmal: Ich habe nicht die Arbeit von Tacheles kritisiert, sondern: siehe oben bereits dargelegt.

Meine Position und Überzeugung (die eben u.a. auch auf eigener Erfahrung beruht) ist grundsätzlich, dass sich die Verhältnisse letztlich - mit erforderlicher, notwendiger Reichweite - nur durch politische Veränderungen verbessern lassen, denn durch selbige wurden und werden die Missstände auch verursacht.

Das heißt nicht, dass direkte, unbürokratische, bedürfnisorientierte, schnelle Hilfe nicht erforderlich wäre oder ich ihren Wert schmälern wollte, sondern, dass damit die dringend erforderliche Reichweite gebotener, tatsächlich notwendiger und längst überfälliger Veränderungen letztlich aber nur auf politischer Ebene erreicht, umgesetzt werden kann.
Und hier sehe ich nach wie vor nicht die geringste Bewegung - denn noch immer ist von den wählbaren, d.h. etablierten Parteien Die Linke die einzige, die sich gegen Hartz 4, für angemessene Mindestlöhne, u.a./teilweise auch für ein emanzipatorisches BGE, jedenfalls für eine existenzsichernde, sanktionsfreie Grundsicherung ausspricht - das ist keine Parteiwerbung, sondern leider einfach Fakt.

Und da wir nun auf eine weitere Groko zusteuern und die SPD nicht im Mindesten daran denkt, Hartz 4 abzuschaffen und eine menschenwürdige Existenzsicherung einzuführen, da die SPD nach wie vor neoliberal, nicht sozial und nicht an Gemeinwohl(ökonomie) ausgerichtet ist, wird sich folglich für Millionen Menschen auch in Deutschland nichts verbessern, bleiben sie absolut perspektivlos - staatlich gewollt, verordnet.
Das ist, wogegen meine Kritik sich richtet und wo ich dringend Handlungsbedarf sehe - der nicht erfolgen wird.

Gefragt wäre hier aber gerade die noch gutsituierte Mittelschicht - ihr Solidarisieren wäre erforderlich. Diese wählt aber CDU/CSU, SPD, FDP und AfD oder irgendwelche Splitterparteien. Mit entsprechenden Folgen.
 
-

Angst im Sozialstaat - Hintergründe und Konsequenzen

Friedrich-Ebert-Stiftung

Diesen Post teilen

Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post