"[...] All diese Diskurse bauen auf der Idee eines Staatsvolks auf, das ethnisch über Generationen homogen bleibt. Volkszugehörigkeit bleibt darin eine Frage der Abstammung. Das allerdings sah das Bundesverfassungsgericht in jenem Urteil von 1987, auf das sich auch die Identitären berufen, anders. Seinerzeit musste das höchste deutsche Gericht über den Fall eines DDR-Flüchtlings befinden, dem von bundesdeutschen Behörden die Anerkennung als deutscher Staatsbürger verweigert worden war – worauf eigentlich alle DDR-Staatsangehörigen ein Recht hatten. Er erhielt die Staatsbürgerschaft deshalb nicht, weil sein Vater Italiener und er selbst erst nachträglich von der DDR eingebürgert worden war. Das Verfassungsgericht stellte fest, dass die ethnische Herkunft für die Zugehörigkeit zum deutschen Staatsvolk unerheblich ist."
11. Januar 2024
Das rechte Narrativ, rechte Verschwörungsideologie: Coudenhove-Kalergi-Plan - "Der große Austausch", "Umvolkung, Bevölkerungsaustausch, Volkstod" - Rechtsextremismus, Rassismus, Identitäre Bewegung, AfD, Neue Rechte - hierauf, auf diese Verschwörungsideologie gründet sich die Forderung nach "Remigration" der IB, siehe Martin Sellner.
"(...) Mit Ähnlichkeiten zur nationalsozialistischen Propaganda entstand Jahrzehnte später eine Verschwörungstheorie, der sogenannte „Kalergi-Plan“.[20] Dabei handelt es sich um eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschwörungstheorie,[21] die besagt, dass es ein Komplott zur Vermischung der weißen Europäer mit anderen „Rassen“ durch Einwanderung gäbe, das von Coudenhove-Kalergi entwickelt und von aristokratischen Gesellschaftskreisen gefördert worden sei.[22] Sie wird am häufigsten mit europäischen Gruppen und Parteien in Verbindung gebracht, hat sich aber auch auf die nordamerikanische Politik ausgebreitet.[23] Erfinder der Verschwörungstheorie war der österreichische Neonazi Gerd Honsik, der 2005 das Buch Kalergi-Plan veröffentlichte.[24]
Die Legende vom Kalergi-Plan erzählt vom „Großen Austausch“, nach dem globalistische Eliten absichtsvoll die europäische Zivilisation durch Förderung von Masseneinwanderung von Arabern, Schwarzafrikanern und Asiaten zersetzen würden. (...)"
"(...) Großer Austausch (französisch Grand Remplacement; englisch Great Replacement) ist ein politischer Kampfbegriff der Neuen Rechten, mit dem Einwanderung von Nichtweißen und Muslimen auf eine angebliche Verschwörung mit dem Ziel zurückgeführt wird, die weißen Mehrheitsbevölkerungen in westlichen Staaten zu ersetzen. Er schließt an im Rechtsextremismus und Rechtspopulismus übliche Ausdrücke wie Bevölkerungsaustausch, Umvolkung, Überfremdung, Volkstod oder Volksmord an und beschwört wie diese einen Untergang der Weißen oder einen Genozid an ihnen. Als Urheber des angeblichen Plans werden etwa „die Globalisten“, „die Eliten“, „die Privatwirtschaft“, „die Juden“, „Multikulturalisten“ oder supranationale Organisationen wie die Europäische Union oder die Vereinten Nationen genannt. Dies gilt als rassistische und antisemitische Verschwörungstheorie.
Der französische Autor Renaud Camus machte sie 2011 mit seinem Werk Le grand remplacement bekannt. Die Identitäre Bewegung übernahm und verbreitete sie in Europa und in Nordamerika. Medien der Alt-Right und Fox News verbreiteten sie im ganzen englischsprachigen Raum. Etwa seit dem Jahr 2000 rechtfertigen Rechtsterroristen ihre Mordanschläge häufig mit dieser Vorstellung.
Der „Große Austausch“ ist Kern der neurechten Ideologie und eng mit deren Konzept des Ethnopluralismus verbunden: Mit dem Anspruch, die Vielfalt und Eigenart verschiedener Kulturen zu bewahren, wird deren „Vermischung“ durch den Multikulturalismus abgelehnt. Dabei ersetzt der Begriff Kultur den der Rasse, wird aber wie im biologistischen Rassismus als ethnisch homogenes, in sich stabiles völkisches Kollektiv verstanden, dem sich das Individuum und die Menschenrechte unterzuordnen hätten. Die Kulturen sollen demnach zwar gleichgestellt sein, doch die Gleichstellung von als fremd wahrgenommenen Menschen innerhalb der eigenen Kultur wird abgelehnt. Folglich wird der durch Zuwanderung mitbeeinflusste demografische Wandel negativ als „großer Austausch“ der einheimischen durch angeblich fremde Kulturen aufgefasst.[1] Diese Theorie steht in der Tradition der nationalsozialistischen Ideologie der Volksgemeinschaft und stellt mit oder ohne Rassentheorie ein kollektives „Wir“ gegen ein „sie“, die als „die Anderen“ einem für das eigene Gemeinwesen bedrohlichen, fremden Block zugeordnet und so ausgegrenzt werden.
Die geforderte kulturelle und ethnische Homogenität läuft auf Ablehnung jeder Integration von Zugewanderten, ihre Abschiebung gemäß der rechtsextremen Parole „Ausländer raus“ und eine Politik der Rassentrennung hinaus. Schon das bloße Dasein von Migranten in der eigenen Gesellschaft soll die These vom Großen Austausch beweisen.[3] Der Ausdruck dient im ganzen heutigen internationalen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zur Mobilisierung und wird als nicht hinterfragbares Faktum ausgegeben. Er findet Zustimmung erheblicher Bevölkerungsteile, die Zuwanderung nichtweißer Nichteuropäer als Strategie zur Abschaffung des eigenen Volkes und Plan ansehen, Muslime zur Mehrheit werden zu lassen. Diese Behauptung wird auch als Bevölkerungsaustausch, Umvolkung oder Islamisierung bezeichnet, von Renaud Camus ebenso wie von der Identitären Bewegung, die sich auf sein Werk beruft, und vom Demonstrationsbündnis Pegida. Schon dessen Name „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ behauptet eine Bedrohung des eigenen Kulturraums durch Muslime.
Die 2012 entstandene Identitäre Bewegung erneuerte mit der Austauschtheorie kaum verändert den Mythos des „Volkstodes“, der aus dem Nationalsozialismus stammt.[6] Sie bevorzugt den Ausdruck gegenüber älteren Bezeichnungen, um sich von früheren rechtsextremen Kampagnen abzusetzen und ihren modernisierten völkischen Nationalismus gesellschaftlich anschlussfähig zu machen.[7] Dazu verharmlosen sich die Identitären, pflegen aber zugleich eine Kampf- und Kriegsrhetorik gegen eine angeblich „erzwungene Rassenmischung“ und verstehen sich als „letzte Generation“, die diese noch abwenden könne. Ihre Sprache zeigt Gewaltbereitschaft, legt Gewalt als einzige Lösung eines fiktiven Problems nahe und legitimiert diese als „Notwehr“.[8]
Damit verbunden sind apokalyptische Endzeit-Erwartungen von einer angeblich drohenden Auslöschung der Weißen[9] oder einem „Untergang des Abendlandes“.[10] Allen Völkern Europas drohe, so eine identitäre Webseite, in der gegenwärtigen „Endphase“ des angeblichen Plans das endgültige „Verschwinden und Ausscheiden aus der Weltgeschichte“. Dadurch würden „wir“ (die weißen Europäer) zu fremdbeherrschten „Heimatlosen“. Eine „gigantische, ‚politisch korrekte‘ Lobby“ verdecke dies, weil sie als „Handlangerin der internationalen globalen Wirtschaft“ davon profitiere. (...)
Von Frankreich aus verbreiteten die dortigen Identitären die Austauschthese von Renaud Camus zu verwandten rechtsextremen Gruppen in Europa und Nordamerika. Dort verbreiteten auch Konservative sie trotz davon motivierten Terroranschlägen weiter. Sie ist auch in den osteuropäischen Visegrad-Staaten und in Russland verbreitet.
Im Endzeitroman Le Camp Des Saints von 1973 beschrieb Jean Raspail eine „Invasion“ von hunderttausenden „schwarzen und braunen“ Indern, die Frankreich kampflos aufnimmt und so Europas Untergang einläutet. Die Neuauflage von 2011 fand ein rechtes Publikum in Frankreich. (...)
Der SPD-Politiker Thilo Sarrazin griff in seiner Publikation Deutschland schafft sich ab (2010) die Idee einer völkischen Demografie auf. Er gilt als Wegbereiter für die Partei Alternative für Deutschland (AfD), deren Vertreter in der Tradition der nationalsozialistischen Rassenlehre öffentlich von Bevölkerungsaustausch, Umvolkung und vom „afrikanischen Ausbreitungstyp“ reden. (...)
Ab 2013 führte die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) Kampagnen gegen Zuwanderung durch, um vor allem Jugendliche zu gewinnen. Sie sollten sich ihre Identität „zurückholen“; andernfalls sei Europas „Selbstabschaffung“ nicht aufzuhalten. 2015 besetzte die IBD mehrere Parteigebäude der SPD und zeigte dabei ein Transparent mit der Parole „Stoppt den großen Austausch – Geburtenrückgang – Masseneinwanderung“. Solche Aktionen folgten auch 2016 und 2017.[44]
2016 erschien im rechtsextremen Verlag Antaios das Buch von Renaud Camus auf Deutsch unter dem Titel Revolte gegen den Großen Austausch. Übersetzer war Martin Lichtmesz, Herausgeber Götz Kubitschek. Zudem propagierte Martin Sellner, Leiter der Identitären in Österreich mit Kontakten zur deutschen Neuen Rechten, die Austauschtheorie über das Internet im deutschsprachigen Raum.[5] Er behauptet, der Große Austausch stehe „als wahres Problem hinter allen Randphänomenen und Friktionen“ und umfasse „alle anderen Themen (von Fragen der Globalisierung über den Schuldkult und die Gender-Ideologie bis zur Dekadenz und dem Multikulti-Projekt), indem er deren unweigerliches Endziel benennt“. Das sei „der ethnokulturelle Kollaps, das Verschwinden der europäischen Völkerfamilie“.[45] Ebenfalls 2016 veröffentlichte der Pegida-Redner Akif Pirinçci seine Schrift Umvolkung: wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden.[46] Das AfD-nahe Querfront-Magazin Compact von Jürgen Elsässer behauptete einen „7-Punkte-Plan für den Volksaustausch“ von George Soros. (...)
Beim „Flügel“-Jahrestreffen im Juni 2018 behauptete Gauland, die damalige Bundesregierung unter Angela Merkel wolle „den Bevölkerungsaustausch unumkehrbar machen. Wir sollen als Volk und als Nation allmählich absterben“ und „für die Einwanderer arbeiten, damit die in Ruhe Kinder in die Welt setzen und den Bevölkerungsaustausch vollenden können“.[50] Björn Höcke behauptete in seinem Buch Nie zweimal in denselben Fluss (2018), der „Volkstod durch Bevölkerungstod“ stehe bevor. Er gilt für das Institute for Strategic Dialogue (ISD London) als ein Hauptverbreiter der Verschwörungstheorie unter europäischen Politikern.[51] Vom im Gange befindlichen Bevölkerungsaustausch sprachen auch die AfD-Politiker Beatrix von Storch, Hans-Thomas Tillschneider, Dennis Augustin, Petr Bystron,[52] Alice Weidel,[53] Karsten Hilse,[54] Christina Baum,[55] Maximilian Krah,[56] der ehemalige AfD-Politiker und Co-Vorsitzende Jörg Meuthen[57] und der frühere AfD-Abgeordnete Wolfgang Gedeon.[58] Der frühere „Flügel“-Vertreter Andreas Kalbitz sprach vom „Genozid am deutschen Volk“.[59] Der AfD-nahe Rapper Chris Ares rappte, man sehe den Großen Austausch „in jeder gottverdammten Stadt“, und kündigte einen „Heldenkampf“ zur „Reconquista der Heimat“ an.[60] Auch die Webseite des „Königreichs Deutschland“, das zur Reichsbürgerbewegung gehört, beschrieb das angebliche Vorhaben. (...)
Die deutsche Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) rechtfertigte ihre rassistische NSU-Mordserie an neun Migranten (2000 bis 2006) auch mit Geburtenraten von Muslimen und als Teil eines internationalen Rassenkrieges in Form des „führerlosen Widerstands“. In ihrem Umfeld war das Motiv des „Volkstodes“ bekannt. Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) verbreitete es parallel zur NSU-Mordserie.[85]
Anders Behring Breivik begründete seine Anschläge in Norwegen 2011 (77 Tote) als Abwehrkampf gegen eine drohende Landnahme des Islam, des „Kulturmarxismus“ und Multikulturalismus. Er bezog sich dabei oft auf den neurechten Blogger Fjordman, nicht jedoch auf nationalsozialistische Ideologie.[86] 2012 forderte Breivik die inhaftierte Beate Zschäpe per Brief auf, die Tatmotive des NSU, „den Multikulturalismus und die Islamisierung Deutschlands zu stoppen“, in ihrem Strafprozess offensiv zu propagieren. (...)
Der deutsche Neonazi Stephan Ernst ermordete am 1./2. Juni 2019 den Politiker Walter Lübcke aus rassistischem Hass, um ihn für seine Flüchtlingspolitik zu bestrafen. Sein Helfer Markus H. besaß das Buch „Umvolkung“ des Pegidaredners Akif Pirinçci und hatte den Namen Walter Lübcke darin unterstrichen.[94] Stephan Balliet, der Täter von Halle, erklärte in seinem Rechtfertigungstext, er sehe sich als Teil eines „weißen“ Kampfes gegen einen von Juden gesteuerten Bevölkerungsaustausch durch Migranten und Muslime.[95] Er bekräftigte dies auch in seinem Strafprozess.[96] Tobias Rathjen rechtfertigte seinen rassistischen Anschlag in Hanau 2020 (neun Getötete) zuvor im Internet unter anderem mit der Wahnidee einer Auslöschung der „weißen Rasse“. (...)
Manfred Dworschak bezeichnet in der Zeitschrift Der Spiegel den „Großen Austausch“ als „irre Mär“, die „praktisch das ganze rechtsextreme Spektrum ergriffen“ habe. Die darin enthaltene Annahme, „die Eliten“ würden den Austausch absichtsvoll betreiben, um eine willige „Sklavenrasse“ zu züchten, vergleicht er mit der Behauptung Adolf Hitlers in dessen Pamphlet „Mein Kampf“, „die Juden“ hätten „den Neger an den Rhein“ gebracht. Hinter beiden Verschwörungstheorien stecke, so Dworschak, das Ziel, die Verhältnisse möglichst apokalyptisch darzustellen. Mit diesem „Herumfackeln mit dem Ausnahmezustand“ lasse sich immer Gewalt legitimieren.[105] (...)"
"Renaud Camus (* 10. August 1946 in Chamalières, Département Puy-de-Dôme) ist ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Politiker. Er wird insbesondere wegen seiner Ideologie des „Großen Austauschs“ oder „Umvolkung“ als einer der Vordenker des rechtsextremen Rassemblement National angesehen. (...) Sein Buch Le grand remplacement (deutsch etwa Der große [Bevölkerungs]-Austausch) wurde in Frankreich wie im deutschsprachigen Raum[3] innerhalb rechtsradikaler Strömungen stark rezipiert. Insbesondere die völkisch-nationalistische Identitäre Bewegung beruft sich wesentlich auf die Ideologie des „Großen Austauschs“, der zufolge die französische (bzw. deutsche oder österreichische) Regierung eine „Auflösung“ des Volkes plane und betreibe. (...) Ins Deutsche übersetzt wurde es von Martin Lichtmesz, dem österreichischen Übersetzer der Neuen Rechten, und es erschien im Verlag Antaios des Vordenkers der Neuen Rechten in Deutschland Götz Kubitschek, in dessen Umfeld die Identitäre Bewegung massiv beworben wurde.[3] Im April 2014 verurteilte ein Pariser Gericht Camus wegen Anstachelung zu Hass und Gewalt zu einer Geldstrafe über 4000 Euro, weil er muslimische Einwanderer als Teil einer „Eroberung Frankreichs“ bezeichnet hatte.[5] Nachdem der Rechtsterrorist Brenton Tarrant 2019 in Neuseeland einen Anschlag auf zwei Moscheen verübt und sich dabei auf die vermeintliche Gefahr eines „Großen Austauschs“ berufen hatte, reagierte Camus mit den Worten: „Tödlich sind die Kugeln, nicht die Ideen.“
arte Doku aus 2024 - "White Power: Europas Rechtsextreme" - White Power, White Supremacy, Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Antimuslimismus, Pegida, IB ("Identitäre Bewegung"), Martin Sellner, Neo-Nazis, Neue Rechte, Götz Kubitschek, AfD - Konservatismus, Autoritarismus, Faschismus war und ist von jeher rechts.
"Martin Michael Sellner (* 8. Jänner 1989 in Wien) ist ein österreichischer rechtsextremer Aktivist und Autor. Von 2015 bis 2023 war er Sprecher der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ). Er ist auch als Akteur der Neuen Rechten in Deutschland bekannt. (...) Sellner wuchs als Sohn eines Homöopathen[1] und einer Englischlehrerin in Baden bei Wien auf.[2] Als Jugendlicher schloss er sich der Neonazi-Szene an.[3] Sein Mentor war der verurteilte Holocaustleugner Gottfried Küssel. (...) Sellner schreibt Götz Kubitschek zu, wegweisend für seine politischen Aktivitäten zu sein. Bis zu seiner Begegnung mit Kubitschek im Jahr 2012 anlässlich eines Kongresses der französischen Identitären, hatte er eine Karriere im rechtsextremen Milieu durchlaufen und war ab Mitte der 2000er Jahre in einem neonationalsozialistischen Umfeld aktiv. So kam er u. a. mit dem österreichischen Rechtsextremisten Gottfried Küssel in Kontakt.[14] Sellner fiel im Jahre 2006 polizeilich auf, als er gemeinsam mit einer anderen Person Hakenkreuz-Aufkleber an die Synagoge im niederösterreichischen Baden anbrachte. Auch Sticker mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift „Legalisiert es“ sowie Aufkleber mit einem Wappen und den Buchstaben AJ (für „Arische Jugend“) wurden verwendet. Der Mittäter gab später in einer Vernehmung an, man habe „irgendetwas machen“ wollen, als man von der Verurteilung des britischen Holocaustleugners David Irving gehört habe. (...) Am 12. Dezember 2012 gründete er als Student der Philosophie und Rechtswissenschaften zusammen Patrick Lenart die Identitäre Bewegung Österreichs (IBÖ).[20] Er wirkte unter Rückgriff auf Alain de Benoist, Armin Mohler und Renaud Camus laut Steven Schäller an der allgemeinen metapolitischen Ausrichtung der Identitären mit sowie „der konkreten Ausgestaltung der Begriffe des Ethnopluralismus, der Identität und der Heimat“ und trug dazu bei die ideologischen Feindbilder der IBÖ zu umreißen. Der „Große Austausch“ wurde unter seiner Leitung zum Gegenstand einer Kampagne der IBÖ.[21] Seit 2015 ist er im vom Verleger Götz Kubitschek initiierten rechtsextremen Institut für Staatspolitik und als Autor im dazugehörigen Hausverlag Antaios aktiv, wo er im Sommer 2023 zuletzt das Buch Regime Change von rechts. Eine strategische Skizze veröffentlichte. (...) Bis Anfang 2023[24] war Sellner Co-Chef[25] der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreich und war 2017 maßgeblich an deren Aktion Defend Europe beteiligt.[26] Ferner ist er Mitbegründer des rechten Trollservers Infokrieg und war bei dessen Nachfolger Reconquista Germanica prominentes Mitglied. (...) Nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch im Jahre 2019 wurden Vorwürfe der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung gegen Sellner und die Identitären erhoben, da Sellner am 5. Jänner 2018 von dem australischen Rechtsterroristen Brenton Tarrant eine Spende in Höhe von rund 1500 Euro erhalten hatte. (...) Im Mai 2019 wurde bekannt, dass Sellner mit dem späteren Massenmörder Brenton Tarrant von Jänner bis mindestens Juli 2018 Mailkontakt hatte und sie sich gegenseitig zu einem Besuch in ihre Länder einluden. Sellner hatte Tarrant nach Wien zu einer direkten Begegnung eingeladen und ihm Aufnahme bei Identitären angeboten. Tarrant hatte Sellner als Verbündeten in einem internationalen Netzwerk angeredet: „Es wird ein langer Weg bis zum Sieg sein …“ Sellner warb für seinen YouTube-Kanal, den Tarrant als „fantastisch“ lobte. Einen Tag nach Sellners letzter Mail im Juli 2018 buchte Tarrant eine Reise nach Österreich und einen Mietwagen dafür. Sellner löschte diesen E-Mail-Austausch im März 2019 Stunden vor der Hausdurchsuchung, doch die Ermittler fanden Screenshots davon auf seinem Laptop. Darum stufte Österreichs Verfassungsschutz Sellner als „dringend tatverdächtig“ ein, „Mitglied eines bis dato nicht näher verifizierbaren international agierenden terroristischen Netzwerks zu sein“. (...)"
"(...) Bereits im Nationalsozialismus war es die völkische Begründung für die Bevölkerungspolitik sowie »Rassenhygiene« der NS-Ideologie – rechtsextreme Gruppierungen beziehen sich auch nach 1945 noch auf den Begriff des »Volkstods«. Sie stellen die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur als rassistische Apokalypse dar. Dahinter steckt die für die rechtsextreme Ideologie zentrale Konstruktion der »Volksgemeinschaft«. (...)
Mit dem Bild eines angeblich »schleichenden Volkstods« versuchen die Kampagnen der Rechtsextremen den Kern völkischen Denkens »alltagstauglich« aufzuarbeiten. Im Zentrum der Propaganda wird versucht, die freie und demokratische Grundordnung anzugreifen. Das politische System der Bundesrepublik sei verantwortlich für eine Entwicklung von Gesellschaft als »Zweckverband ohne Gemeinschaftswerte« sowie für die »Gefahr des Volkstods«. Zuwanderung wird in dem rassistischen Konzept der »Volksgemeinschaft« zur drohenden »Überfremdung« – Migrantinnen und Migranten werden Rechte und Teilhabe an der Gesellschaft abgesprochen. Rechtsextreme imaginieren einen »Austausch« der deutschen Bevölkerung durch »Fremde« – forciert durch ein bewusstes Interesse der »etablierten Politik«. In dieser Verschwörungstheorie inszeniert sich die rechte Szene gleichzeitig als durch das »System« verfolgte Gruppe, die als einzige die Interessen der »Deutschen« vertrete und den Mut habe, die »Wahrheit« auszusprechen. (...)
Wie so oft wird hier versucht zu suggerieren, dass grundsätzlich eine Gefahr von Asylsuchenden und ihren Familien – einschließlich deren Kindern – ausginge. Ängste werden auf Grundlage rassistischer Behauptungen geschürt. (...)"
"(...) Das heißt: Eine Politik der Leitkultur orientiert sich zunächst an Maßstäben, die die eigene kulturelle Identität für erhaltenswert erachtet und alle politischen Maßnahmen, die dem Erhalt und der Pflege dieses kulturellen Rahmens dienen, danach ausrichtet.
Dazu könnte die Festlegung einer staatlichen Schutzverpflichtung zur nationalen und kulturellen Identität gehören. Diese zieht ihre Substanz allerdings nicht aus der leeren Floskel der „Diversität“ und „Vielfalt“, sondern aus dem historischen Bewusstsein als gewachsenes Volk mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte in der Mitte des europäischen Kontinents und einer abendländischen Traditionslinie. Hierfür bräuchte es einerseits neue geschichtspolitische Schwerpunkte, eine Abkehr vom schuldpolitischen Diskurs (...)"
Identitäre Bewegung Deutschland, screenshots vom 13.01.2024
12., 13. und 15. Januar 2024
Wenn mir das bitte jemand seriös, fakten-, realitätsbasiert beantworten möchte:
Was ist für wen weshalb seit wann d a s "deutsche Volk"? Wer ist diesem weshalb zugehörig, worauf gründet sich das: ab/seit wann? Wer ist nach welcher und wessen Definition weshalb deutsch?
Was genau ist denn für die Identitären, IB, weshalb "deutsch", was ist "das deutsche Volk", worauf gründen sie diese Setzung genau?
Was meinen sie mit "nationaler Identität"?
Welche "abendländische Traditionslinie": wessen? Worin äußert sich das wie?
Wer oder was sind denn "d i e Deutschen", "das deutsche Volk": wo, seit wann ist das was genau? Welche welche Fakten, historische Realität zieht die IB dafür heran? Keine, exakt.
Sie phantasieren und konstruieren sich was zusammen: wie sie es gerne hätten, wie sie es illusionieren.
Wer fühlt sich denn auf welcher Basis weshalb als "deutsch" oder "europäisch", einem deutschen oder europäischen "Volk" zugehörig oder gar einer Nation: mit strategisch, kriegsbasiert gezogenen und immer wieder auch so, deshalb veränderten Grenzen? Identität?
Identität und gleichermaßen Heimat gründen sich auf direkte persönliche Herkunft: biologische Eltern, Genetik, Verhaltensgenetik, auf Sozialisation und regionale! Kultur, Umgebung, Einflüsse, Gepflogenheiten etc.. Nicht auf Nationalität.
Heimat ist grundsätzlich r e g i o n a l und persönlich, individuell, niemals national.
Nationalismus, Patriotismus, Staat, Volk hat nichts mit Heimat und nichts mit Identität zu tun.
Kultur ist nicht dasselbe wie Religion.
Ideologie ist nicht Identität.
Wieviele erheblich! unterschiedlichen Kulturen, Sprachen, Dialekte, Gepflogenheiten, Bräuche gibt es denn in Europa und auch je Land, Nation, auch in Deutschland?
Was ist daran wie "e i n gewachsenes Volk" mit welcher "abendländischen Tradition"?
Und deshalb, d.h. auf w e l c h e r historischen, wissenschaftlich fundierten, faktenbasierten, ethischen Grundlage, Legitimationsbasis: ? wollen IB, M. Sellner, Neue Rechte, Werteunion und AfD wieder zurück zum Abstammungsprinzip aus dem Jahr 1913 und Menschen, die deutsche Staatsbürger sind, "ausbürgern": Remigration und Deportation?
Hinter der Angst vor "Überfremdung" steht Konservatismus, Xenophobie, Neophobie, patriarchal-autoritärer Germanenkult, Rassismus, Rechtsextremismus, Autoritarismus. Endete bekanntlich bereits in Faschismus.
Ich habe einen spanischen, katalanischen biologischen Vater und eine deutsche biologische Mutter, meine sozialen Eltern, Pflegeeltern, waren Deutsche.
Ich fühle mich weder deutsch noch spanisch. Meine Heimat ist regional, nicht national.
Ich bin in Deutschland (Baden-Württemberg) geboren und aufgewachsen (v.a. in Heidelberg/Umgebung), meine "Muttersprache" ist Deutsch.
Ich habe meinen spanischen (katalanischen) Vater und Spanien leider nie je gesehen, seine Sprache bis heute leider nicht sprechen gelernt.
Wohin will die AfD und IB Menschen wie mich auf welcher Legitimationsgrundlage abschieben, "ausbürgern", "remigrieren", deportieren?
Martin Sellner, Identitäre Bewegung - eindeutiger, unmissverständlicher, selbst demonstrierter Rechtsextremismus, Rassismus. Von wegen "Ethnopluralismus".
-
"Nach Art. 3 GG wie nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist es verboten, mit der „ethnischen Herkunft“ eines Menschen Rechtsfolgen zu verbinden."
"(...) „Das ganze Leben der Germanen besteht aus Jagden und aus den Bemühungen um das Kriegswesen; von klein auf bemühen sie sich um Arbeit und Abhärtung. Jenen, die am längsten ohne sexuellen Kontakt bleiben, bringen sie das größte Lob entgegen: Sie glauben, dass dadurch der Körperbau und die Kräfte gefördert und die Muskeln gestärkt werden.“ Cäsar, Vom Gallischen Krieg, ca. 50 vor Christus. (...)
„Wenn man überhaupt wüsste, wer genau die Germanen sind, würde es schon leichter fallen. Aber es handelt sich hier um eine Fremdzuschreibung, die sich dann sukzessive in der Neuzeit etabliert hat. Wir haben es hier mit ganz unterschiedlichen Völkerschaften und Völkergruppen zu tun, die in dem Raum leben, in dem wir uns befinden, also im deutschen Raum.“ Uwe Puschner, Professor für Neuere Geschichte an der FU Berlin, 2020 nach Christus. (...)
Cäsars Schilderungen war von politischen Interessen bestimmt. Ähnliches gilt auch für den Geschichtsschreiber Tacitus, der „Germania“ ein ganzes Buch widmete: „Tacitus brauchte die Germanen, um einen Spiegel für das, was er als römische Dekadenz und Verdorbenheit diagnostiziert hat, zu erschaffen und musste dementsprechend die Germanen als das nicht Römische konstruieren.“ (...)
Was wissen wir wirklich über die Germanen?
„Was wir wissen ist, dass es germanische Sprachen gegeben hat, dass sich bestimmte Leute, die ein Idiom gesprochen haben, das wir heute als germanisch beschreiben würden, vermutlich auch untereinander verstanden haben.“
Die Germanen siedelten in einem Gebiet, das im Westen durch den Rhein, im Süden durch die Donau und im Norden durch den Ozean begrenzt war. Nach Osten allerdings erstreckte sich der Siedlungsraum weit in die Steppe hinein und verlor sich, wie es Mischa Meier nennt, „in einer diffusen Märchenwelt“. Und trotz sprachlicher Gemeinsamkeiten, weiß der Althistoriker „dass es offensichtlich kein germanisches Zusammengehörigkeitsgefühl gegeben hat. Es gibt keine stichhaltigen Belege dafür, dass in der Antike jemand gesagt hat, wir müssen zusammenhalten, weil wir doch alle Germanen sind.“
Auch über gemeinsame Sitten, Religion oder Kultur ist wenig bekannt.
„In der älteren Forschung hat man gern Zeugnisse aus allen möglichen Regionen und Epochen herangezogen. Und man hat dann mit isländischer Saga-Literatur versucht, eine germanische Religion zu rekonstruieren. Das ist methodisch alles nicht haltbar. Und das gilt auch für die Archäologie. Wenn man etwa sagt, es gibt den Typus des Wohnstallhauses, in denen Menschen mit ihrem Nutzvieh zusammengelebt haben, dann bedeutet das eher, dass das für diese Region ein typischer Haustyp ist, der aber auch von ganz anderen Gruppen benutzt werden konnte. Also man kann das nicht ethnisch fassen.“ (...)
Angetrieben durch die Wiederentdeckung der „Germania“ des Tacitus begann man sich seit dem Humanismus verstärkt für die Vorfahren zu interessieren. Als dann im 18. Jahrhundert Ideen von nationaler Identität aufkamen, fragten sich die Deutschen mehr und mehr, ob es ein einendes Moment angesichts des Flickenteppichs unzähliger deutscher Kleinstaaten geben könnte. Uwe Puschner:
„Insbesondere im 18. Jahrhundert, als dann diese Gedanken von Nation und Nationalismus aufkommen und man danach fragte, woher kommen wir eigentlich, wie können wir uns beschreiben und dann die Germanen in den Vordergrund traten. Zunächst mal in der Sprache und Kultur wurde diese Verbindung hergestellt und man hatte sozusagen einen Ursprungsmythos.“
Als dann Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts große Teile Europas besetzt hatte, erwachte in den Deutschen ein neues, universales, vom Hass auf die Besatzer getriebenes Nationalbewusstsein. Erinnerungen wurden wach, an die Zeit als die Römer Germanien besetzt hatten.
„Europa ruft in diesem Augenblick: Ist kein Hermann da? – kein neuer Hermann, der die neuen Adler vor sich in die Flucht jagt? Auf, Deutsche! Euer Hermann muss sich finden.“ hieß es in einem „Aufruf an die Deutschen“ im Jahr 1813. So wie Arminius – auch bekannt als Hermann der Cherusker – 9 nach Christus die germanischen Stämme geeint und die Römer aus Germanien vertrieben hatte, so müssten auch jetzt die Franzosen in ihre Schranken gewiesen werden.
„Dann haben die Germanen natürlich eine gewisse Vorbildfunktion erfüllt, weil man in ihnen die Bezwinger Roms gesehen hat. Und wenn man sich selbst als die Nachkommen der Germanen sieht, dann sieht man die Franzosen als die Nachkommen der Römer und dann sind die Germanen eben auch die Bezwinger der Franzosen.“
Zwar war es eine europäische Koalition, die Napoleon 1813 schließlich besiegte. Aber die national gesinnten Deutschen verglichen die Leipziger Völkerschlacht mit einer zweiten Hermannsschlacht.
„Also eine neuerliche Befreiung von Fremdherrschaft, wie sie Arminius/Hermann 9 nach Christus bereits ins Werk gesetzt hat, das habe sich nun 1813 wiederholt. Und dann nimmt diese Dynamik der Germanenideologie des 19. Jahrhunderts, die dann bis ins 20. Jahrhundert reicht, ihre Anfänge.“
Germanenkult wird zunehmend mit völkischen Ideen durchsetzt
Das 19. Jahrhundert feierte die Germanen – oder was man darunter verstand. Siegfried, Wotan, aufrechte blonde Recken, oft – archäologisch nicht haltbar – in Rüstung und mit Flügelhelm – wurden in Gemälden, in Gedichten und Romanen, Bühnenstücken und Opern verewigt. Mit der Errichtung des Hermannsdenkmals im Teutoburger Wald wurde Arminius als deutscher Nationalheld gefeiert. Und zunehmend wurde der Mythos um die Germanen völkisch-rassisch ausgedeutet. Die Rede war von der Existenz einer germanischen, nordischen Rasse, die anderen Völkern und Kulturen überlegen sei. Uwe Puschner:
„Groß gewachsen, blond, blauäugig, dieser Längstschädel spielt eine zentrale Rolle und das Ganze ist auch verbunden im Zeitalter des Imperialismus mit einem Herrschaftsanspruch, der schon den Germanen zugeschrieben wurde und den man sich auch selbst als den Nachkommen von Germanen zuschreibt.“
„Der Reinhaltung der Rasse messen wir eine besonders hohe Bedeutung bei. Ungeeignete Blutmischung führt zum Verfall. Unserem Volk muss der germanische Charakter erhalten bleiben.“ hieß es in einer Broschüre des völkischen „Deutschbundes“ in den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Rassenhygiene war denn auch für die Nationalsozialisten die zentrale Aufgabe aller Politik.
„Deutlich wird, dass es Anhänger dieser Germanenideologie und dieser Germanenmythos gab, hier sind Heinrich Himmler, Alfred Rosenberg zu nennen. Aber es gibt auch Skeptiker, zu denen Hitler und Goebbels zu zählen sind. Nichtsdestotrotz, wenn man sich dann das Schrifttum oder die Propaganda ansieht, da schwirrt es nur so von Germanen und Germanenideologie.“
Das Germanenbild heutiger Rechtsextremer
Auch heute noch gibt es diesen Kult ums Germanische in neonazistischen Gruppen, wie etwa bei der RechtsRock-Band „Die Lunikoff-Verschwörung“. „Wotan mit uns, niemand über uns, Heil dem Herr der Heere“ heißt es bei der NPD-nahen Band.
„Denn was uns bahnt zu Sieg und Schlacht / hat Gott ja selber angefacht, Wotan, allein dir Ehre.“
In den Nischen des Rechtsrock lebt die Verherrlichung von „Germanenblut“, von „Kampf“ und dem „Herrn der Heere“ weiter. Vielen Rechten gilt das allerdings heute als „Muff der NS-Nostalgie“, so der Rechtsextremismus-Experte und Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen, Karl Banghard. Und trotzdem sei für die extreme Rechte der Bezug aufs germanische Erbe auch heute unabdingbar:
„Als ein Verständnis von Deutsch aus der Urzeit heraus. Dort lassen die langen Zeiträume uns glauben, dass das Deutschsein quasi naturgesetzliche Gültigkeit hat. Und das ist eine extrem rechte Kernüberzeugung.“
Allerdings habe sich das Germanenbild der sogenannten „Neuen Rechten“ gewandelt: sie wenden sich ab von dem Klischee der martialischen Krieger und hin zu den Germanen als einem „fröhlichen Volk, freundlich und offen, mit einem hoch entwickelten Ehrbegriff, in Ehe einander verbunden und treu.“ Karl Banghard:
„In den 70er Jahren wollten sich einige Rechte lösen vom Muff der NS-Nostalgie. Dazu erfanden sie neue Erzählungen. Jetzt gings nicht mehr um arische Zuchtbullen, sondern um unterdrückte Ethnien, die eine organische Demokratie hatten und deren Frauen nicht unterdrückt waren. Bedrohte Völker eben, diese Erzählung war sehr zukunftsträchtig.“
Varusschlacht als Blaupause für aktuelle Konflikte
In der Erzählung der Neuen Rechten gilt es dann, das Erbe dieses „sympathischen Völkchens“ zu schützen. So schlägt es zum Beispiel die sogenannte „Identitäre Bewegung“ mit ihrem Konzept des „Ethnopluralismus“ vor. Den Identitären zufolge gibt es geschlossene, ethnisch homogene Kulturen, die von äußeren fremden Einflüssen reingehalten werden müssen.
„Ein wesentlicher Kern der Identitären ist die Geschichtsempathie. Es geht um ein Überzeitliches, mit langer Geschichte angereichertes Verständnis von Volk. Prinz Eugen ist dabei für die Österreicher da, Karl Martell für die Franzosen und unter anderem Arminius für die Deutschen.“
Wie Karl Banghard erläutert, kann zum Beispiel Arminius und die Varusschlacht in der aktuellen Netflix-Serie „Barbaren“ auch heute noch als Blaupause für aktuelle Konflikte dienen, indem man „die Erzählelemente der Varusschlacht notorisch auf das Hier und Jetzt bezieht. Wenn man sich z.B. die Kommentare zur Netflix-Serie Barbaren anschaut, da werden Römer mit Flüchtlingen identifiziert, Widersacher von Arminius mit Linken und so weiter.“
Nun gibt es in vielen Völkern Ursprungsmythen, die von der gemeinsamen Herkunft eines Volkes von legendären Vorfahren erzählen und damit zur nationalen Identität beitragen. Oft sind solche mythischen Erzählungen heroische Ausschmückungen der historischen Wirklichkeit. In Deutschland trug der Mythos von den ‚unvermischten‘, freiheitsliebenden, kämpferischen Germanen allerdings zu einem der finstersten Kapitel der deutschen Geschichte bei. Insofern, so Mischa Meier, ist es Aufgabe der Historiker, entmythisierende Arbeit zu leisten:
„Das ist die Gegenreaktion in der Forschung. In Fachkreisen ist das ja längst bekannt, dass man mit der ‚Germania‘ zu fragen, was die Deutschen sind, nichts anfangen kann. Das Problem ist nur, dass sich die Identifikation der Deutschen mit den Germanen in Deutschland sehr tief ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt hat. Und deswegen gibt es auch heute noch verbreitet die Vorstellung, dass die Germanen die unmittelbaren Vorfahren der Deutschen seien. Ich würde sagen, dass man Vorfahren eines Volkes nicht bestimmen kann, weil dafür müssten sie ein Volk als eine feste Einheit definieren, das sie über Stammbäume bis in die Vorzeit zurückverfolgen können, das geht ja nicht. Völker sind ja viel fluidere Gebilde als man sich das im 19. Jahrhundert vorgestellt hat.“"
Erst waren es Römer, dann Franzosen, dann (mehrfach) Juden, jetzt sind es Muslime, die den komplexbeladenen, unreifen Rassisten und Rechtsextremisten, Menschenfeinden, Antidemokraten, den Feinden der offenen, freiheitlichen, humanistischen Gesellschaft, den reaktionären Autoritären als Sündenbock, als Feindbild herhalten, die sie vertreiben, bekämpfen oder sogar vernichten zu müssen meinen. #NieWieder.
-
11. Januar 2024
Keine Frage: Es sind immer konservative, patriarchal-autoritäre Männer: weltweit, die in dieser Weise denken, sprechen, agieren: autoritär, nationalistisch, oft gewaltvoll, Menschen belastend, beschädigend, ausbeutend, kapitalistisch, neoliberal, menschenfeindlich. "Remigration".
13. Januar 2024
Ja, so weit ist es bereits gekommen: CDU, CSU, FDP, SPD knicken ein, biedern sich Rechtsextremisten, der AfD, an. Aber haben SPD, CDU, FDP deutschen Staatsbürgern das "Deutschsein", die Staatbürgerschaft abgesprochen, wollen sie sie ihnen entziehen, wie es die IB, Identitäre Bewegung, will? : "Remigration", Deportation.
Wie sonst soll oder kann es benannt werden, das Ziel der Identitären Bewegung (IB, siehe u.a. Martin Sellner) ist: Als deutsch soll nur gelten, wer es gemäß des Abstammungsprinzips ist - ethnische Herkunft: Eltern, "Blutrecht". Bei allen anderen soll "Remigration" vollzogen werden.
Und wie soll man es anders als Deportation bezeichnen, was M. Sellner, IB, will, vorstellt, plant, beabsichtigt: Alle, die nach seiner Definition als "nicht deutsch" gelten nach Afrika verbringen. ?
Was anderes ist das als eben dies: Vertreibung, Massendeportation deutscher Staatsbürger, sich überdies auf eine rechtsextremistische, völkische, rassistische Verschwörungsideologie vom "großen Austausch, Umvolkung, Volkstod" gründend: Kalergi-Plan, IB, Neue Rechte, AfD.
Die Identitäre Bewegung, IB, benutzt diesen Begriff seit Jahren bereits: "Großer Austausch", auch "Bevölkerungsaustausch, Okkupation, Reconquista" sowie "Umvolkung", so auch die AfD.
-
Identitäre Bewegung Deutschland, "Großer Austausch", screenshot vom 13. Januar 2024
"Berlin, 5. April 2017. Zum Thema Familiennachzug erklärt der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland: (...) Der Bevölkerungsaustausch in Deutschland läuft auf Hochtouren. Die deutschfeindlichen Grünen wollen ihn noch beschleunigen.“"
"(...) Heute wird der Begriff in Kontinuität völkischer Denkmuster von rechtsextremen und rechtspopulistischen Gruppierungen genutzt, um den Multikulturalismus zu diffamieren und den wachsenden Anteil von Nicht-Deutschstämmigen – also sowohl Ausländern als auch Deutschen mit Migrationshintergrund – als angebliches Problem darzustellen. Umvolkung ist in diesem Kontext die Kurzformel für eine Verschwörungserzählung, nach der nicht näher definierte „Eliten“ die „autochthone Bevölkerung“ durch angeblich gefügigere Menschen aus anderen Kulturkreisen ersetzen wollen. (...)
In dieser Definition wurde die Bezeichnung Umvolkung von rechtsextremen, neurechten und rechtspopulistischen Gruppen und Personen aufgegriffen und als Kurzformel für eine in ihren Kreisen weit verbreitete Verschwörungserzählung genutzt. Danach gebe es eine gezielte Überfremdung Deutschlands und Europas durch zu viele Einwanderer und deren angeblich höhere Geburtenrate sowie durch angeblich zu viele Einbürgerungen.[11] Die Idee hat sich in der extremen Rechten der Weimarer Republik, in der Gewinnung von Lebensraum im Nationalsozialismus fortgesetzt und findet heute wieder Eingang in die Sprache der AfD. Unter anderem verbreitet der AfD-Politiker Alexander Gauland die Verschwörungserzählung: „Es ist der Versuch, das deutsche Volk allmählich zu ersetzen durch eine aus allen Teilen dieser Erde herbeigekommene Bevölkerung.“[12]
Im Grundsatzprogramm der AfD heißt es dazu, dass die Asylpolitik und deren massenhafter Missbrauch „zu einer rasanten, unaufhaltsamen Besiedlung Europas, insbesondere Deutschlands, durch Menschen aus anderen Kulturen und Weltteilen“ führt.[13]
Im Zusammenhang mit dem von der UNO beschlossenen Migrationspakt behaupten rechte Politiker, dass die UNO damit eine Umvolkung erreichen wolle. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel warnte vor einem geplanten „Umsiedlungsprogramm, das in Europa keinen Stein mehr auf dem anderen lässt!“[14] Der rechtspopulistische Autor Akif Pirinçci behauptete in seinem 2016 vom rechten Antaios Verlag veröffentlichten Buch Umvolkung: Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden: „Der Humanismus à la weltfremder Willkommenskultur ist die erste Lügenfassade, die eingerissen werden muss, wenn wir uns als Deutsche behaupten und nicht in Kauf nehmen wollen, dass wir in einem orientalischen Basar aufgehen und schließlich als Land und Volk von der Erdoberfläche verschwinden!“[15]
Das Landesamt für Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen stellt 2018 fest:
„Derzeit verwenden den Begriff Rechtsextremisten, um ihre fremdenfeindlichen Positionen zu verbreiten. Sie wollen den Eindruck erwecken, dass durch Einwanderung eine ethnisch homogene Bevölkerungsgruppe durch eine andere ethnisch homogene Bevölkerungsgruppe vertrieben würde.“[16] (...)
Von Umvolkung sprechen auch AfD-Bundestagsabgeordnete, wie z. B. Heiko Heßenkemper, der Sprecher der Landesgruppe Sachsen. Sie reden von einem „Bevölkerungsaustausch“, für den die UN und deutsche Regierungsorgane angeblich werben. Das sind deutliche Merkmale für extremistische Einstellungen. Der Extremismusforscher Steffen Kailitz urteilt im August 2018, der Verfassungsschutz blendet den bedeutendsten Teil der Identitären Bewegung aus, nämlich einen AfD-Flügel in Sachsen, der diese Begriffe propagiere. Bei diesem völkisch-nationalen Flügel ist laut Kailitz „eindeutig die Grenze zum Rechtsextremismus überschritten“.[23] Eine Arbeitsgruppe um den AfD-Bundestagsabgeordneten Roland Hartwig, die Empfehlungen erarbeiten sollte, wie die AfD eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz vermeiden könne, riet, im öffentlichen Sprachgebrauch künftig auf „‚extremistische Reizwörter‘ wie ‚Umvolkung‘, ‚Überfremdung‘, ‚Volkstod‘ oder ‚Umerziehung‘“ zu verzichten.[24] (...)"
"Die Blut-und-Boden-Ideologie ist eine agrarpolitische Ideologie, welche die Einheit eines rassisch definierten Volkskörpers mit seinem Siedlungsgebiet postuliert. (...)
„Blut und Boden“ war ein zentrales Schlagwort der nationalsozialistischen Ideologie. Auf die völkische Ideologie der Artamanen und die Schriften Walther Darrés zurückgehend, wurden die Vorstellungen der Blut-und-Boden-Ideologie vor allem von Adolf Hitler, Heinrich Himmler und Baldur von Schirach aufgenommen und bestimmten die nationalsozialistische Agrarpolitik." (...)"
https://de.wikipedia.org/wiki/Blut-und-Boden-Ideologie
"Abstammungsprinzip bezeichnet das Prinzip, nach dem ein Staat seine Staatsbürgerschaft an Kinder verleiht, deren Eltern (oder mindestens ein Elternteil) selbst Staatsbürger dieses Staates sind. Es wird auch Ius sanguinis (auch Jus sanguinis und vereinzelt ius sanguis; lateinisch ius sanguinis ‚Recht des Blutes‘, auch als Blutrecht bezeichnet; vgl. Blutsverwandtschaft) genannt. (...) Lange war die Weitergabe der Staatsangehörigkeit allein auf den Vater beschränkt. (...)"
13. Januar 2024
Wie die rechte Verschwörungsideologie von "Umvolkung, Bevölkerungsaustausch, Volkstod, Islamisierung, Okkupation" bei bestimmten Menschen seit Jahren bereits verfängt, siehe bspw. Pegida, siehe AfD-Wähler.
Siehe was mir aktuell im Internet, auf social media (twitter / X) von einer Frau vorgehalten wurde - im Kommentar enthaltene Rechtschreibfehler, siehe Zitat, habe ich nicht korrigiert:
"Ixh habe mich bis 2015 eigentlich sehr sicher gefühlt. Wen du ernsthaft die Männer aus westlich sozialisierten Kulturen mit Männern aus islamisch oder archaisch sozialisierten Kulturen gleichsetzt, dann leidest du an einer Wahrnehmungsstörung. Anders kann man das nicht nennen…"
Meine Replik darauf:
Wenn du bisher keine Erfahrung mit Gewalt, "häuslicher" Gewalt, auch Vergewaltigung in Beziehung, Ehe gemacht hast, informiere die darüber.
Deutsche Männer tätigen Gewalt im Verborgenen: ohne Zeugen, ohne Beweise. Deshalb ohne Verurteilungen.
Und ja: Das Problem sind nicht Migranten, sondern gewalttätige Männer. Weltweit.
Jeden dritten Tag wird eine Frau von einem Mann getötet: in Deutschland. Zumeist ist es der Partner, Ex-Partner, Ehemann. Femizid.
Auch ich will keine "Islamisierung", bin aber nicht gegen Migration, sondern eben gegen Religion/Ideologie, die fast immer patriarchal-autoritär ist. Und Gewalt tätigen weltweit mehrheitlich solche Männer. D a s ist das global zu behebende Problem.
Ich bin auch gegen Islamismus, politischen Islam, grundsätzlich gegen j e d e patriarchal-autoritäre, gewaltgeprägte zumeist also monotheistische, abrahamitische Religion, die immer Ideologie ist.
Christentum, Judentum, Islam, aber auch Hinduismus. Für Säkularismus.
Dann wurde eingeworfen, Zitat:
"Und steinigen, köpfen in der Öffentlichkeit ist hier auch nicht üblich."
All das gründet sich auf patriarchal-autoritäre Religionen/Ideologien und ist fast immer Männergewalt.
Siehe auch Prostitution bzw. Freier und Porno: "bezahlte" Vergewaltigung, katholische Kirche, Evangelikale ... .
Friendly reminder: Ablasshandel, Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Frauenhass, Femizid, "Ketzerei", Folter, Mord, Inquisition, Kirche, Gewalt, christliche Sekten, Evangelikale, sexueller "Missbrauch": Vergewaltigung, Kindesmisshandlung in der katholischen Kirche, Priester als Täter - Gewalt, Destruktivität.
Religion, Monotheismus, Patriarchat.
Religion, Ideologie, Konservatismus, Autoritarismus, religiöser, ideologischer Fundamentalismus, Fanatismus, Patriarchat, Männergewalt - weltweit ist d a s das Problem.
Es sind zwei Seiten derselben Medaille: ob es sich um patriarchal-autoritäre Männer mit Migrationshintergrund, Migranten, oder um deutsche, "biodeutsche" Männer, Rechtsextremisten, vorgeblich "Rechtskonservative, Patrioten" handelt. Autoritarismus. Kompensationsverhalten. Unreife.
Und nach wie vor verhalten sich sogenannte, selbsternannte "Lebensschützer", Abtreibungsgegner, Christen, christliche Fundamentalisten, vor allem Katholiken, Evangelikale Frauen gegenüber patriarchal-autoritär, missachten das Selbstbestimmungsrecht der Frau bzgl. Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch.
Siehe außerdem die massive, auch tödliche Gewalt gegen Frauen in katholischen Ländern, in Lateinamerika, aber auch in Indien ... : global ist es patriarchal-autoritäre Männergewalt. Toxische Männlichkeit.
Und da haben wir über Frauen verachtenden Porno, Pornographie, Prostitution bzw. Freier, Freiertum, über also "bezahlte" Vergewaltigung - da kein sexueller Konsens zugrundeliegt! - noch gar nicht gesprochen. Männergewalt. Von "westlichen, aufgeklärten", auch deutschen, "biodeutschen" Männern getätigt.
Siehe außerdem häusliche Gewalt, Vergewaltigung in Beziehung, Ehe - denn mehrheitlich wird Vergewaltigung von den Opfern bekannten Tätern, Männern, getätigt, nicht von Fremden. Im Verborgenen: ohne Zeugen, ohne Beweise.
Siehe Femizid in Deutschland.
Immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Konkurrenz, Übervorteilung, Macht, Herrschen, Unterwerfen, Ausbeutung, Gewalt - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen auf dieser Erde.
Menschenrechte, Menschenwürde.
Problem ist die jeweilige patriarchal-autoritäre Religion/Ideologie.
Und wie auch in bspw. Deutschland, im "Westen" vonstatten gegangene "Aufklärung", Säkularisierung, maßgeblich übrigens durch Linksintellektuelle vorangetrieben, bedarf es deshalb global der Säkularisierung. Nicht der Verhinderung von Migration, die es gab/gibt, wohl seit es Menschen gibt.
Auch Kolonisierung und Imperialismus der/durch Europäer, siehe auch Afrika, Amerika, Indien ist typisch patriarchal-autoritär. Das ist nicht dasselbe wie Migration.
Männer tätigen weltweit täglich Gewalt gegen Frauen und andere Männer. Patriarchal-autoritäre, unreife Männer. Männergewalt.
Säkularisierung und Überwinden von Autoritarismus und Patriarchat - global, dabei je regional. Darum müsste es gehen: aufgeklärten, gebildeten, vernünftigen, reflektierten, reifen Menschen.
Schließlich wurde mir entgegnet:
"Sorry, aber ich kann dich nicht mehr ernst nehmen. Was denkst du was langfristig durch die islamische Migration passiert? Wie werden sozusagen auch kolonialisiert. Demographie…. Und wenn du gerne in einem islamischen Land leben willst, bitte, wandere aus. Ich will es hier nicht."
Ich antwortete:
Wie kommst du darauf? Welche Anhaltspunkte oder Faktenbelege hast du dafür?
Tatsachen zu Migration, Deutschland betreffend:
Ich verstehe das so richtig? : Von 1,5 Millionen zugewanderten Personen (Nettozuwanderung) im Jahr 2022 waren 1,1 Millionen Zuzüge von Menschen aus der Ukraine.
Und 1,2 Millionen Fortzüge.
"(...) "Die Gründe, den Ort des Lebensmittelpunkts zu wechseln, sind vielfältig. Neben der Migration aus beruflichen, familiären und Bildungszwecken ist die Flucht vor angedrohter oder erlebter Verfolgung und Gewalt (Schutzsuchende) ein verbreitetes Motiv.
Aufgrund der Freizügigkeit bei der Wahl des Wohnortes innerhalb der EU stellen Ausländerinnen und Ausländer aus EU-Staaten eine große Gruppe dar. (...)"
Quelle:
Aus welchen zehn Staaten die meisten Menschen 2022 nach Deutschland kamen:
Türkei, Ukraine, Syrien, Rumänien, Polen, Italien, Kroatien, Bulgarien, Afghanistan, Griechenland.
In dieser Reihenfolge nach Zahlen (in Tausend).
Siehe bei destatis.de unter "Grafiken":
-
"41 Prozent aller Zugewanderten seien 2022 aus der Ukraine gekommen. (...) Nach der Ukraine als Herkunftsland folgten mit großem Abstand Rumänien (8 Prozent), Polen (4 Prozent) und die Türkei (3 Prozent)."
Demographie und Migranten, Migration, Zuwanderer: "Nadja MilewskiDie Geburtenrate von Einwanderinnen der zweiten Generation hat sich in Deutschland der von Einheimischen weitgehend angepasst. … Entkräftet werden damit zwei Thesen, die in der Einwanderungsdebatte immer wieder vorgebracht werden. Zum einen, dass Einwanderer wegen einer höheren Geburtenrate den Bevölkerungsrückgang längerfristig aufhalten könnten. Zum anderen, dass sie die Deutschen auf lange Sicht zur Minderheit machen würden." Von wegen "Umvolkung, Bevölkerungsaustausch".
"(...) Die größte Pervertierung erlebte der Rassismus schließlich in Nazi Deutschland. Antrittsrede des preußischen Justizministers Hanns Kerrl im März 1933. „Was aus weißer Haut ist, das ist gleichartigen Blutes, das kann miteinander sich mischen. Aber hüte dich, übertritt nicht die göttliche Ordnung, geh nicht hinüber ins andere Gebiet, ins gelbe, ins schwarze. Sonst begehst du Sünde.“ (...)"
16. Januar 2024
Da von bestimmten Menschen immer wieder behauptet wird, asiatische Männer seien weniger gewalttätig, insbesondere auch gegen Frauen, asiatische Männer tätigten weniger sexualisierte Gewalt, auch Vergewaltigung als bspw. "arabische, muslimische" Männer - hierzu nachfolgender Realitätsabgleich:
"(...) Das Ergebnis: Gut jeder vierte Mann in diesen Ländern hat eigenen Auskünften zufolge schon mindestens einmal seine Partnerin oder eine andere Frau vergewaltigt. Die befragten Männer gaben an, dass es sich in vielen Fällen um Vergewaltigungen innerhalb einer bestehenden Partnerschaft handelte. Jeder zehnte Mann aber gab auch zu, schon einmal eine Frau vergewaltigt zu haben, die nicht seine Partnerin war. Fast die Hälfte jener, die sexuelle Gewalt anwendeten, bekannte sich zudem als Mehrfachtäter – zwölf Prozent dieser Männer hatten bereits zwischen vier und zehn Frauen vergewaltigt. (...)
Ein Grund dafür, warum so viele Männer freimütig Auskunft über ihre Taten gaben, liegt vermutlich im Studiendesign: Das Wort Vergewaltigung kam darin nämlich nicht vor. Stattdessen wurden die Männer unter anderem gefragt, ob sie schon einmal eine Frau zum Sex gezwungen hatten, wenn sie nicht wollte oder aber unter so starkem Alkohol- oder Drogenkonsum stand, dass sie nicht mehr einwilligen konnte.
Diese brisanten Fragen beantworteten die Männer allein, indem sie ihre Angaben mit einem Aufnahmegerät aufzeichneten. Ihnen wurde zudem zugesichert, dass ihre Angaben anonymisiert gespeichert und sie ihrer Antworten wegen daher nicht behelligt werden würden. (...)
So landeten in Sri Lanka nur zwei Prozent der Täter im Gefängnis. Im belasteten Papua-Neuguinea waren es hingegen die Hälfte der Täter, die zumindest vorübergehend polizeilich verwahrt wurden. Zu den Gründen für die Vergewaltigung befragt gaben die Männer zu 73 Prozent an, ein Anrecht auf Sex zu haben, wenn ihnen danach sei. Fast 60 Prozent sagten, die Tat habe ihrer Unterhaltung gedient oder ihnen sei langweilig gewesen.
Rund 40 Prozent gaben an, sie seien einfach wütend gewesen oder hätten die Frau mit der Vergewaltigung bestrafen wollen. Und 27 Prozent antworteten, dass Alkohol,- oder Drogenkonsum sie zu der Vergewaltigung verleitet, oder zumindest eine Rolle bei dem Entschluss gespielt habe. Die Daten der UN-Studie sind wichtig – denn bislang gibt es nur sehr wenige Untersuchungen, die sexuelle Gewalt so umfassend dokumentiert haben. Die einzige Studie, die sich Vergewaltigung bislang mit einer repräsentativen Stichprobe angesehen hat, stammt aus Südafrika.
Die Wissenschaftler dort fanden heraus, dass rund 37 Prozent der Männer schon einmal eine Partnerin oder eine andere Frau vergewaltigt haben – Zahlen, die in etwa mit denen aus Papua-Neuguinea vergleichbar sind. Die Forscher dieser Studie hatten bereits bestimmte Risikofaktoren herausgearbeitet, die Vergewaltigungen begünstigen. Dazu zählen vor allem selbst erfahrene körperliche oder sexuelle Misshandlungen oder Vernachlässigung in der Kindheit der Täter, Persönlichkeitsstörungen, die Mitgliedschaft in einer Gang oder ein Umfeld, das Aggression und Gewalt unterstützt. Dazu kommen Drogenmissbrauch sowie Männlichkeitsideale, die eine kontrollierend dominante und eher ausschweifende Sexualität von Männern fördern. (...)"
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
-
Quellensammlung, Belege: weltweit täglich von Männern gegen Frauen und Mädchen getätigte Gewalt.
15. Januar 2024
Männergewalt. Männerproblem. Global. Patriarchat, Autoritarismus, Religion/Ideologie.
"(...) Bei Männern im Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenalter sind in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten die höchsten Kriminalitätsraten zu beobachten."
Meine Rede: je patriarchal-autoritärer, religiös-ideologischer, umso gewaltvoller, umso frauenfeindlicher.
"Darüber hinaus wird darauf verwiesen, dass die Herkunft aus stärker patriarchalisch geprägten Gesellschaften mit geringer entwickeltem staatlichem Gewaltmonopol gewaltsames Verhalten von Männern zusätzlich begünstigen kann. (...)
Gleichwohl ist erkennbar, dass Vorstellungen männlicher Dominanz, die in manchen Zuwanderergruppen weiter verbreitet sind als in der Gesamtbevölkerung, gewaltsames Verhalten in bestimmten Situationen zusätzlich begünstigen können."
Je patriarchal-autoritärer, je intensiver religiös/ideologisch geprägt/indoktriniert, umso mehr Unterdrückung, Gewalt, insbes. gegen Frauen. Männergewalt, Männerproblem: global. Toxische Männlichkeit.
"Die Gesamtentwicklung etwa bei Kapitaldelikten war in den letzten 20 Jahren deutlich rückläufig. So wurden insgesamt zuletzt rund ein Drittel weniger Fälle eines vollendeten Tötungsdeliktes (Mord und Totschlag) registriert als zur Jahrtausendwende (Schaubild 6). (...)"
Vergewaltigung, Sexualdelikte:
"Bei alledem ist zu bedenken, dass die Mehrzahl der Sexualdelikte nicht überfallartig durch einen fremden Täter geschehen, sondern im sozialen Nahbereich verübt werden und – bei Einheimischen wie bei Flüchtlingen – im häuslichen/privaten Umfeld bzw. wohl auch in Gemeinschaftsunterkünften ein vergleichsweise großes Dunkelfeld besteht. (...)"
Exakt: Die meisten Täter von Vergewaltigung sind keine fremden Männer, sondern dem Opfer bekannt. Vergewaltigung wird mehrheitlich im Verborgenen getätigt: ohne Zeugen, ohne Beweise.
Ich wiederhole:
Das Problem ist nicht Migration.
Das Problem ist nicht Kultur, auch nicht "Überfremdung".
Das Problem sind patriarchal-autoritäre Religionen/Ideologien und ebensolche Vorstellungen von Männlichkeit, toxische Männlichkeit, Männergewalt, Patriarchat, Autoritarismus.
Und nein, Patriarchatskritik ist nicht "Männerhass".
Quelle der zitierten Textpassagen:
https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/dossier-innere-sicherheit/301624/migration-und-kriminalitaet-erfahrungen-und-neuere-entwicklungen/
-
10. Januar 2024
Wenn sich das alles tatsächlich so wie von Correctiv berichtet zugetragen hat, siehe insbes. die Äußerungen und Pläne des Martin Sellner, IB, zu "Remigration" ..., kann ich dazu nur sagen: Ich bin entsetzt. Von wegen Demokratie, fdGO, Grundrechte Grundgesetz und AfD ... .
"(...) Im Grunde laufen die Gedankenspiele an diesem Tag alle auf eines hinaus: Menschen sollen aus Deutschland verdrängt werden können, wenn sie die vermeintlich falsche Hautfarbe oder Herkunft haben – und aus Sicht von Menschen wie Sellner nicht ausreichend „assimiliert“ sind. Selbst dann, wenn sie deutsche Staatsbürger sind. Das wäre ein Angriff auf das Grundgesetz – auf das Staatsbürgerrecht und auf den Gleichheitsgrundsatz.
Für Sellner ist das kein Hindernis. Er antwortet: Man müsse einen „hohen Anpassungsdruck“ auf die Menschen ausüben, zum Beispiel über „maßgeschneiderte Gesetze“.
Aus diesem Grund argumentiere die AfD auch nicht mehr gegen die doppelte Staatsbürgerschaft. „Denn dann kann man die deutsche wieder wegnehmen, sie haben immer noch eine.“ So wie Huy es ausdrückt, sollen Zuwanderer mit einem deutschen Pass in eine Falle gelockt werden. (...)
Im Raum ist auch der AfD-Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund.
Es solle in Sachsen-Anhalt „für dieses Klientel möglichst unattraktiv sein zu leben“ (...)
Anders die Aussagen auf dem Treffen: Zumindest die dort vertretenen Politikerinnen und Politiker der AfD bekennen sich hier, unbeobachtet von außen, frei zu völkischen Idealen; es lassen sich keine wesentlichen Unterschiede zu den Positionen extremistischer rechter Ideologen feststellen. (...)
Eine Idee ist dabei auch ein „Musterstaat“ in Nordafrika. Sellner erklärt, in solch einem Gebiet könnten bis zu zwei Millionen Menschen leben. Dann habe man einen Ort, wo man Leute „hinbewegen“ könne. Dort gebe es die Möglichkeit für Ausbildungen und Sport.
Und alle, die sich für Geflüchtete einsetzten, könnten auch dorthin. Was Sellner entwirft, erinnert an eine alte Idee: 1940 planten die Nationalsozialisten, vier Millionen Juden auf die Insel Madagaskar zu deportieren.
Unklar ist, ob Sellner die historische Parallele im Kopf hat. Womöglich ist es auch Zufall, dass die Organisatoren gerade diese Villa für ihr konspiratives Treffen gewählt haben: Knapp acht Kilometer entfernt von dem Hotel steht das Haus der Wannseekonferenz, auf der die Nazis die systematische Vernichtung der Juden koordinierten. (...)
Sellner wirft noch einen Kampfbegriff aus dem rechtsextremen Vokabular ein: die sogenannte „ethnische Wahl“. Er habe sich schon die Domain dazu gesichert. Sellner sagt:
„Nicht nur, dass die Fremden hier leben. Sie wählen auch hier.“ „Ethnische Wahl“, das soll heißen, Menschen mit Migrationshintergrund würden vor allem „migrationsfreundliche“ Parteien wählen.
Das bedeutet: Er delegitimiert nicht nur die Wahlen an sich, sondern macht Deutsche zu Fremden im eigenen Land. Laut Definition des Statistischen Bundesamts haben 20,2 Millionen Menschen eine „Einwanderungsgeschichte“, sind also seit 1950 selbst eingewandert oder die Kinder dieser Einwanderer. (...)
Es wird deutlich, wie die Strategien rechtsextremer Akteure und Gruppen ineinandergreifen: Sellner liefert die Ideen, die AfDler greifen sie auf und tragen sie in die Partei. Im Hintergrund kümmern sich andere um die Vernetzung, Vermögende, Mittelständler, bürgerliche Kreise, und immer drehen sich Debatten um eine Frage: Wie lässt sich eine einheitliche völkische Gemeinschaft erreichen? (...)
Es geht nun um die praktischen Details, die nächsten Schritte: Mörig, der sich später auf Fragen der Redaktion hin als „alleiniger Veranstalter“ bezeichnet, spricht von einem Expertengremium, das diesen Plan – die Vertreibung der Menschen mit Migrationshintergrund, auch deutscher Staatsbürger – ausarbeiten soll. Und zwar unter „ethischen, juristischen und logistischen Gesichtspunkten“ – ein rassistischer Plan in legalem Gewand.
Ein Mitglied habe Mörig schon im Sinn: Hans-Georg Maaßen, den früheren Chef des Verfassungsschutzes. Maaßen ist häufiger Thema an diesem Tag. Der Ex-Verfassungsschützer plant nach mehreren Berichten im Januar, die Gründung einer eigenen Partei bekannt zu geben; die Menschen in dem Saal wissen das bereits; sie bringen die neue Gruppierung auf der Tagung mehrfach zur Sprache."
Martin Sellner, IB, rechte "Stimmungsmache", Meinungsmache, Hetze, Propaganda, Agitation:
"In der Runde geht es darum, wie aus der Idee der Remigration eine politische Strategie werden soll. Sellner sagt: Dazu müsse „metapolitische, vorpolitische Macht“ aufgebaut werden, um „das Meinungsklima zu ändern“. Ein aktives Vorfeld müsse die kommende rechte Regierung in Deutschland auch nach der Wahl unterstützen.
Wenn man den Inhalten der Vorträge folgt, heißt das praktisch: Es soll auch Geld fließen. In Influencer-Projekte, in Propaganda, in Aktionsbewegungen und universitäre Projekte. Das ist die eine Seite, der Aufbau einer rechtsextremistischen Gegenöffentlichkeit.
Die andere ist die Schwächung der Demokratie, das heißt: Wahlen anzweifeln, das Verfassungsgericht diskreditieren, andere Meinungen zurückdrängen, öffentlich-rechtliche Medien bekämpfen. (...)
Den Vorschlag, man könne vor den kommenden Wahlen ein Musterschreiben entwickeln, um die Rechtmäßigkeit von Wahlen in Zweifel zu ziehen, hält Vosgerau für denkbar: Je mehr mitmachten, stimmt er zu, umso höher die Erfolgswahrscheinlichkeit. Als er schließt, gibt es Applaus.
In diesem Duktus spricht bei seinem Vortrag an diesem Tag auch Mario Müller, Mitglied der Identitären Bewegung, mehrfach verurteilter Gewalttäter – und aktuell wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AfD-Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt. (...)
Mörig amtierte in den 1970er-Jahren als Bundesführer des „Bundes Heimattreuer Jugend“, eines rechtsextremen Verbandes mit Blut-und-Boden-Ideologie. Deren Abspaltung „Heimattreue deutsche Jugend“ 2009 wurde wegen ihrer Neonazi-Programmatik verboten.
Mörig war es, der die Gäste ausgewählt und das Programm vorgegeben hat. Er war es, der vorab in seinem Brief vom „Masterplan“ schrieb und Spenden von den Eingeladenen erbeten hatte.
Arne Friedrich Mörig will eine Agentur für rechte Influencer aufbauen. Hartwig stellt in Aussicht, dass die AfD die Agentur mitfinanzieren könnte. Das Ziel sei, so Hartwig, Einfluss auf die Wahlen zu nehmen, vor allem bei jungen Leuten:
„Die Generation, die das Blatt wenden muss, steht da.“ Mit diesem Plan sollen also junge Menschen auf Plattformen wie TikTok oder YouTube mit den Inhalten bespielt werden, die als normale politische Thesen wahrgenommen werden sollen."
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
Man nennt das von Sellner und Kumpanen Beabsichtigte Propaganda, Agitation, Demagogie.
-
13. Januar 2024
IB, Identitäre Bewegung, Martin Sellner - "Remigration", Deportation
Wie sonst soll oder kann es benannt werden, das Ziel der Identitären Bewegung (IB, siehe u.a. Martin Sellner) ist: Als deutsch soll nur gelten, wer es gemäß des Abstammungsprinzips ist - ethnische Herkunft: Eltern, "Blutrecht". Bei allen anderen soll Remigration vollzogen werden.
Und wie soll man es anders als Deportation bezeichnen, was M. Sellner, Identitäre Bewegung (IB), will, vorstellt, plant, beabsichtigt: Alle, die nach seiner Definition als "nicht deutsch" gelten nach Afrika verbringen. ?
"Eine Idee ist dabei auch ein „Musterstaat“ in Nordafrika. Sellner erklärt, in solch einem Gebiet könnten bis zu zwei Millionen Menschen leben. Dann habe man einen Ort, wo man Leute „hinbewegen“ könne. Dort gebe es die Möglichkeit für Ausbildungen und Sport.
Und alle, die sich für Geflüchtete einsetzten, könnten auch dorthin.
Was Sellner entwirft, erinnert an eine alte Idee: 1940 planten die Nationalsozialisten, vier Millionen Juden auf die Insel Madagaskar zu deportieren."
Quelle: Correctiv
Was anderes ist das als eben dies: Vertreibung, Massendeportation deutscher Staatsbürger, sich überdies auf eine rechtsextremistische, völkische, rassistische Verschwörungsideologie vom "großen Austausch, Umvolkung, Volkstod" gründend: Kalergi-Plan, IB.
Die Identitäre Bewegung, IB, benutzt diesen Begriff seit Jahren bereits: "Großer Austausch", auch "Bevölkerungsaustausch", "Umvolkung", so auch die AfD.
-
18. Oktober 2018
Die Sehnsucht (?) nach autoritären Systemen, autoritären Führern: weil konservative (!) Menschen (siehe typische Gefühle Konservativer: übersteigerte, irrationale Angst und Ekelgefühle, Neophobie, Xenophobie, Glaube an ein "übergeordnetes Prinzip", Rückwärtsgewandtheit, erhöhtes Sicherheitsbedürfnis etc.) mit Komplexität und Veränderung heillos überfordert sind - daher die erhöhte Anfälligkeit für Reduktionismus, Biologismus, für fake news, Verschwörungstheorien und eben Autoritarismus. Weil sie sich "überflüssig", "abgehängt", übergangen, benachteiligt, nicht wertgeschätzt, nicht zugehörig fühlen.
Minderwertigkeitskomplexe, Selbstwertproblematik, Kompensationsverhalten, Selbstbetrug.
Nein, das liegt nicht an tatsächlichem "Benachteiligtsein", denn dann müssten global sämtliche tatsächlich und zumeist langjährig, oft seit Geburt und lebenslang materiell armen, ausgegrenzten, erheblich benachteiligten, belasteten Menschen ausnahmslos eben dies sein: Rechtsextremisten, Rassisten, Faschisten - was sie nicht sind.
Es ist, ich wiederhole mich, eine Sache des Charakters, der Persönlichkeit, der Prägung, Sozialisation, autoritären "Erziehung", ideologischen, zumeist konservativ patriarchal-religiösen Indoktrinierung, der Identitätsbildung, Persönlichkeitsentwicklung, somit vor allem der Kindheit. Internalisierter Autoritarismus. Intellektuelle, soziale und emotionale Unreife.
Deshalb immer wieder der Verweis auf Erich Fromm und Arno Gruen.
-
/image%2F1634163%2F20210814%2Fob_9ed1ba_doorknob-371406-1280.jpg)
Autoritarismus, Faschismus, Rassismus, Macht, Konservatismus, Kindheit, Prägung, Erziehung, Männerphantasien - Sabeth schreibt
Ein autoritärer Charakter schlummere in jedem von uns, meint die Publizistin Sieglinde Geisel. Werde dieser erst durch populistische Parolen in großen Teilen der Bevölkerung geweckt, sehe es fü...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2021/08/autoritarismus-faschismus-rassismus-macht-konservatismus-kindheit-pragung-erziehung.html
12. Januar 2024
AfD-Wähler
Es gibt zahlreiche mittellose, "abgehängte", seit etlichen Jahren massiv benachteiligte, ausgegrenzte, vielfach belastete Menschen in Deutschland, siehe #IchbinArmutsbetroffen, die n i c h t AfD wählen, die nicht rechtsextrem sind.
Die AfD ist eine nachweislich rechtsextremistische, rassistische Partei, mit langjährig bestehenden Verflechtungen zur IB, Neuen Rechten und Rechtsterroristen.
Klartext: Man wählt nicht eine nachweislich! rechtsextremistische, antidemokratische Partei - AfD - wenn/weil man "abgehängt", benachteiligt, belastet ist. Man wählt sie, wenn/weil man selbst Rechtsextremist, Rassist ist.
Man wählt nicht eine nachweislich rechtsextremistische, antidemokratische Partei - AfD - wenn/weil man mit der Bundesregierung unzufrieden ist. Man wählt nicht AfD, weil man "abgehängt", benachteiligt ist.
Ich kann es nur nochmals wiederholen: Wer eine rechtsextremistische Partei wählt, ist kein "Protestwähler", er könnte sonst auch andere Klein-, Protest-, auch linke Parteien oder gar nicht wählen.
Unzufriedenheit mit der Bundesregierung macht nicht rechtsextrem, rassistisch, gruppenbezogen menschenfeindlich.
Man wird nicht aufgrund tatsächlicher oder nur gefühlter Benachteiligung Rassist, Rechtsextremist - das entsprechende Menschen- und Weltbild, die Unkenntnis und Vorurteile, die Prägung, "Sozialisation" hatte man schon lange davor: zumeist seit Kindheit/Jugend.
Menschen, die AfD wählen, sind mehrheitlich bis ausnahmslos rechtskonservativ, somit üblicherweise patriarchal-autoritär! eingestellt - Menschenbild, Weltbild, Denken, Fühlen, Verhalten - außerdem neoliberal, häufig auch evangelikal und mehrheitlich männlich, Männer.
Wer eine rechtsextremistische Partei - AfD - wählt, ist Rechtsextremist. Der Rechtsextremismus der AfD lässt sich nicht irgendwie abspalten, geschweigedenn verharmlosen, relativieren, salonfähig machen. Auch wenn die AfD gerade das anstrebt.
Es gibt übrigens keinen "harmloseren", vermeintlich gesellschaftsfähigen, "liberalen, konservativen" oder gar kultivierten, intellektuellen Rechtsextremismus, Rassismus (Neue Rechte, Konservative Revolution, Extremismus der Mitte ...). Solche Verbrämung macht es nur noch infamer.
Die AfD, deren Programm, deren Menschenbild, deren Absichten, Ziele, deren Personal und Wählerschaft zu verharmlosen, ist bereits Teil des - schon bestehenden - Problems. Rechtsruck, Extremismus der Mitte, Rechtsextremismus, Rassismus.
-
Wir sind AfD
Wir sind eine rechtsextreme, rassistische, menschenverachtende Partei und wir sitzen unter anderem im Deutschen Bundestag. In eigener Sache: Ich wurde von der AfD verklagt, die diese Domain für sich
https://das-ist-afd.de/
AfD-Personal, Zitate - unmissverständlich. Rassismus, Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit, Gewaltbereitschaft.
"(...) Insgesamt zeigten die AfD-Wähler laut Studie bei antidemokratischen Einstellungen deutlich höhere Zustimmungswerte als die Anhänger anderer Parteien. 80,6 Prozent der AfD-Wähler gaben demnach an, sich durch „die vielen Muslime“ fremd im eigenen Land zu fühlen. Mehr als 70 Prozent fanden, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. Zudem ist der Umfrage zufolge jeder fünfte AfD-Anhänger bereit zur Anwendung körperlicher Gewalt, um eigene Interessen durchzusetzen. Mehr als die Hälfte der AfD-Wähler findet Ressentiments gegen Juden mindestens teilweise verständlich
Decker erläuterte, jene Bundesbürger, die zwar schon lange extrem rechte Einstellungen teilten – sei es Chauvinismus, Befürwortung einer Diktatur, Antisemitismus oder Ausländerfeindlichkeit – aber bis 2014 SPD oder CDU wählten, stimmten jetzt für eine Partei, die eine Programmatik entsprechend ihrer Einstellung umsetzt. „Sie haben in der AfD eine politische Heimat gefunden“, so der Wissenschaftler. Vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Monate, der Ermordung des hessischen Politikers Walter Lübcke, des Attentats auf die Synagoge in Halle und der anschließenden Morde sowie des jüngsten rassistischen Terroranschlags in Hanau, „ist diese klare Positionierung gegen den demokratischen Zusammenhalt mit Sorge zu betrachten“, sagte Decker. (...)"
-
Götz Kubitschek, Neue Rechte, AfD - Björn Höcke, Alice Weidel, Jörg Meuthen, Hans-Thomas Tillschneider, Erik Lehnert, Harald Weyel.
"(...) Die Wannseekonferenz von 1942 war 1922 nicht prognostizierbar. Wer käme 1922 auch auf die Idee, dass dieser irrationale Wahnsinn einer relativ kleinen Gruppe rechtsextremer Irrläufer tatsächlich ernst gemeint sei?
Der erste Reflex eines Beobachters, der das gruselige Treiben der bayerischen Eingeborenen zu verstehen versucht, besteht selbstverständlich darin, diesen Irrationalismus zu rationalisieren, ihn zu einem bloßen Mittel im politischen Kampf zu erklären, wie es in bürgerlichen Demokratien (Populismus) üblich ist. Dass der Antisemitismus der irrationale Selbstzweck der "Hakenkreuzler" sein könnte, der mittels rationaler Mittel verfolgt wird, war den meisten politischen Beobachtern sehr lange nicht klar.
Zudem wird hier deutlich, dass Hitlers Hakenkreuzler nur Teil einer massiven ideologischen Dynamik waren, mit der sie in Wechselwirkung standen. Ein reaktionärer gesellschaftlicher Prozess bringt die Nazis hervor - und er wird von ihnen zunehmend geprägt. Wie sonst hätte der Antisemitismus als massenwirksames Mobilisierungsmittel wirken können? (...)
Die "nationalsozialistische" Bewegung muss auch als eine ideologische Bewegung, als ein gesellschaftlicher Prozess eines zunehmenden "Ins-Extreme-Treibens" begriffen werden. Sie kommt nicht von "Außen" über Deutschland her, sie wird innerhalb der krisengeschüttelten deutschen Zwischenkriegsgesellschaft ausgebrütet, indem weitverbreitete Ressentiments aufgegriffen werden.
Es ist eine Massenbewegung, deren Erfolg mit einer beständigen ideologischen "Radikalisierung" einhergeht. (...)
Von diesem massenmörderischen Wahnsinn scheint das gegenwärtige Deutschland, wie auch der Großteil seiner politischen Rechten, meilenweit entfernt. Angesichts des historisch einmaligen Zivilisationsbruches, den Nazideutschland beging, verbieten sich eigentlich alle leichtfertigen historischen Gleichsetzungen und die notorischen "Hitlervergleiche". Gegenwärtig terrorisieren keine Braunhemdenhundertschaften bei Fackelaufmärschen Ausländer und Andersdenkende - zumindest nicht massenhaft. Und dennoch ist die aktuelle gesellschaftliche Situation in Deutschland durchaus mit dem Vorfaschismus der späten 20er und frühen 30er Jahre des 20. Jahrhunderts vergleichbar. Eine breite, reaktionäre, ins Rechtsextreme tendierende gesellschaftliche Dynamik hat sich der Bundesrepublik bemächtigt. Eine ideologische Massenbewegung, die sich im Wahn verliert, ist sehr wohl wieder präsent in Deutschland.
Die Wahlerfolge der AfD sind nur Ausdruck dieser reaktionären Dynamik, die in der Mitte der Gesellschaft in Reaktion auf deren krisenhafte Erschütterungen aufkommt. Diese derzeit sich ausformenden rechtsextremen Ideologiesplitter, die keine Kohärenz eines in sich geschlossenen Wahnsystems wie des Nationalsozialismus ausbildeten, sind Teil einer Organisations- und schichtenübergreifenden protofaschistischen Bewegung. Neben offen reaktionären Teilen der Mittelklasse sind auch die "zu kurz gekommenen" Kleinbürger mit einem spezifischen Unterschichten-Rassismus hierin stark vertreten. Seine politische Heimat hat der neue deutsche Protofaschismus, neben der AfD, insbesondere in weiten Teilen der CDU/CSU, der FDP, sowie im geringeren Ausmaß in der "Sarrazinpartei" SPD. Der rechtsextreme Mob und die erzreaktionäre Elite finden hier - mal wieder - im Gemeinsamkeit stiftenden Hass zusammen. Doch selbst in der Linkspartei gibt es Auseinandersetzungen mit einem aufkommenden national-sozialen Flügel, der mit "Patriotismus-Parolen" und Ressentimentproduktion auf Wählerabwanderungen von der Linken zu der AfD reagiert. (...)
Die braune Bewegung - in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wie auch gegenwärtig - muss somit auch als Bewegung analysiert werden. Woher kommt sie? Wohin treibt das Ganze? Der Tendenz zu "Verdinglichung" gesellschaftlicher Prozesse ("was ist"?) muss das Denken in eben diesen Prozessen entgegengesetzt ("was wird"?) werden. Es ist somit nicht entscheidend, was die AfD jetzt gerade "ist", sondern wohin sich die "Bewegung" entwickeln wird, sobald neue Krisenschübe über den Spätkapitalismus hereinbrechen werden, die sich bereits überdeutlich (etwa in Gestalt der italienischen Bankenkrise) abzeichnen. Dies kann durch eine ideologische "Radikalisierung" der AfD geschehen, oder auch durch das Aufkommen neuer rechtsextremer Gruppierungen und Massenbewegungen, die den Prozess des "Ins-Extreme-Treibens" fortsetzen. (...)
Der Prozess der Faschisierung der deutschen Gesellschaft wird ja auch von "mutigen" Tabubrüchen und "klaren Worten" rechter Demagogen begleitet. Und es war der SPD-Politiker und Bundesbank-Hinterbänkler Thilo Sarrazin mitsamt seinem Machwerk "Deutschland schafft sich ab", der sich 2010 im Verlauf der Sarrazin-Debatte tatsächlich durchsetzen und die öffentliche Artikulierung von Ressentiments etablieren konnte. Sarrazin kann getrost als der Urknall der neuen deutschen Rechten bezeichnet werden. Und es ist bezeichnend, dass es die SPD-Führung aus Angst vor Stimmverlusten nicht wagte, Sarrazin aus der Partei zu werfen.
Seit Sarrazin, seit der Etablierung eines ressentimentgeladenen, offen reaktionären Diskurses in der Öffentlichkeit (der zuvor nur am Stammtisch gepflegt wurde), setzte der Prozess der massenwirksamen "Radikalisierung" der rechten und rechtsextremen Ideologie ein, an dessen - vorläufigen - Ende die antisemitischen Ausfälle und Auseinandersetzungen von Stuttgart stehen. Gewissermaßen gibt es kein Halten mehr, nachdem 2010 der Sozialdarwinismus und der antimuslimische Rassismus, die in Sarrazins Bestseller propagiert wurden, sich öffentlich etablieren konnten. Sarrazin kann getrost als einer der Vordenker der AfD bezeichnet werden.
Falls man hier überhaupt noch vom Denken sprechen kann. Die ganze intellektuelle Erbärmlichkeit der neuesten deutschen Rechten, die schlicht eine Biologisierung der Krisenfolgen betreibt, wird gerade an Sarrazin offensichtlich. Seinen politischen Aufstieg erlebte der SPD-Politiker während seiner Amtszeit als Berliner Finanzsenator, als er eine knallharte Sparpolitik mit ungehemmter Hetze und Pöbeleien gegen die Opfer seiner Politik, gegen Arbeitslose und Hartz-IV-Bezieher anreicherte. Sarrazin war somit daran beteiligt, den massiven Verelendungsschub, ja die Ausformung einer breiten Unterschicht in Berlin zu exekutieren, die im Rahmen der Agenda 2010 von Rot-Grün eingeleitet wurde. Hiernach erklärte Sarrazin das von ihm mitgeschaffene Massenelend zu der Folge einer übermäßigen Vermehrung genetisch minderwertiger Menschen, die aufgrund einer jahrzehntelangen "negativen Selektion" durch den deutschen Sozialstaat einsetzte.
Der bundesrepublikanische Sozialstaat habe die natürliche Auslese der Schwächeren, den sozialdarwinistischen "Survival of the Fittest" in der deutschen Population, unmöglich gemacht, weshalb nun die Unterschichten und die Muslime - die, da dümmer, eine höhere Geburtenrate aufweisen sollen - sich wie die Karnickel vermehrten, während die klugen, leistungstragenden Sarrazins dieser Republik kaum noch die Welt mit ihrem Elitennachwuchs beglücken würden. Die Schlussfolgerung Sarrazins aus diesem biologistischen Delirium: Deutschland verblödet, da der Intelligenzdurschnitt der Bevölkerung im Sinken begriffen sei.
Die Krisenursachen werden personifiziert
Dieser unsagbar dumme Gedankenmüll, der die Folgen von Hartz-IV und Agendapolitik in einer sozialdarwinistischen Pseudotheorie biologisiert, stellt aber auch das perfekte Muster für die weitere ideologische Entfaltung der neuen deutschen Rechten dar. Die operiert ja nicht im luftleeren Raum, sondern in einer krisengeschüttelten spätkapitalistischen Gesellschaft. Schon der historische Nationalsozialismus wurde von Krisenideologie angetrieben, die in Wechselwirkung mit den großen Krisenschüben der Zwischenkriegszeit erstarkte (Erster Weltkrieg, gescheiterte Revolution, Hyperinflation, Weltwirtschaftskrise). Und genauso verhält es sich auch aktuell. Die Sarrazindebatte brach kurz nach Ausbruch der Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2007-09 aus, als hysterische Abstiegsängste die deutsche Mittelklasse plagten und sozialdarwinistische Abgrenzungsreflexe gegenüber der anwachsenden Unterschicht um sich griffen. Die Eurokrise ließ den gegen die "faulen Südländer" gerichteten Kulturalismus und Rassismus explodieren, während die Flüchtlingskrise dem Hass auf Muslime und Menschen aus dem arabischen Kulturkreis in der Öffentlichkeit etablierte.
Ein jeder Krisenschub lässt die entsprechenden rechtspopulistischen und rechtsextremen Wahngebilde weiter anschwellen. Der ideologische Reflex ist - wie von Sarrazin etabliert - immer der gleiche: Ein Krisenschub wird immer auf halluzinierte rassische oder kulturelle Minderwertigkeiten der Krisenopfer zurückgeführt. Die Krisenursachen werden so personifiziert. Die Arbeitslosen sind schuld an Verblendung und Arbeitslosigkeit, die Südeuropäer sind schuld an der Eurokrise, die Araber sind schuld an Krieg und Staatszerfall in ihrer Region. Deutschland müsse sich folglich gegenüber diesen Regionen, gegenüber diesen "minderwertigen" Menschengruppen schützen - koste es, was es wolle. Und seien es die letzten zivilisatorischen Mindeststandards. Die rechtsextreme Praxis, die aus solch einer Ideologie letztendlich resultieren muss, ist offensichtlich: Krieg gegen Arbeitslose, gegen Ausländer, gegen "volksfremde" und "parasitäre" Elemente, die das "Gastrecht" missbrauchten.
Und es ist übrigens das historische Verhängnis des rechten Flügels innerhalb der Linken, die Ausbildung und das Anschwellen dieser ideologischen Dynamik in der Bundesrepublik mit einer populistischen Politik befördert zu haben (Mit nationalem Sozialismus gegen die AfD?). Sahra Wagenknechts Bemerkungen über das verwirkte Gastrecht von Flüchtlingen, die Forderungen nach der Abriegelung von Grenzen durch Oskar Lafontaine sowie die Umtriebe eines Dieter Dehm haben zur Verfestigung der rechtsextremen Ideologiemuster in der deutschen Öffentlichkeit beigetragen.
Die dargelegten ideologischen Reflexe zur Personifizierung der Krisenursachen werden so zusätzlich durch "Linke" legitimiert, die an einer kategorialen Kritik des Kapitalismus längst nicht mehr interessiert ist. Die Rechten in der Linken sind somit Teil dieses ideologischen Prozesses, qausi dessen Nachgeburt, ohne selber organisatorisch in eben solchen Parteien oder Zusammenhängen vertreten zu sein. Nochmals: Wagenknecht, Dieter Dehm oder Lafontaine sind keine Nazis, sie müssen selber auch gar nicht zukünftig zu Nazis werden - sie tragen aber zur Etablierung, zur "Radikalisierung" des entsprechenden reaktionären Narrativs bei, zur Verfestigung der protofaschistischen Ideologiesplitter, die sich schon in Millionen von Köpfen ganz gewöhnlicher Bürger finden lassen. (...)
Diese "Montagsdemos" und Mahnwachen, aufbauend auf verkürzter Kapitalismuskritik, bildeten letztendlich aber nur den organisatorisch-praktischen Durchlauferhitzer, von dem dann PEGIDA und die offen faschistische deutsche Rechte profitieren konnte. Die Querfrontstrategie der "Mahnwachen-Bewegung" bildete die Initialzündung für eine offen faschistische Massenbewegung auf Deutschlands Straßen, anstatt der Rechten das Wasser abzugraben. Mitunter sind diese beiden ressentimentgeladenen Protestbewegungen in etlichen Städten tatsächlich ineinander übergegangen, oder die Teile der Anhängerschaft der Montagsdemos sind zu PEGIDA und Co. übergelaufen. Die an den Montagsdemos beteiligten "Linken" fungierten somit als - unfreiwillige - Geburtshelfer einer rechten Massenbewegung.
Wohin treibt das Ganze, diese partei- und strömungsübergreifende reaktionäre Bewegung, die sich zurücksehnt nach der guten alten Zeit, nach den 70er, 50er oder gleich 30er Jahren? Zum einen hat ja Sarrazin in einem einzigen Punkt tatsächlich recht: Deutschland verblödet tatsächlich - im Gefolge der krisenbedingt einsetzenden allgemeinen Verrohung. Der Sozialdarwinist Sarrazin ist der beste Beweis dafür, dass dieser Prozess der Verrohung und schlichten Verdummung auch die Funktionseliten ergriffen hat. Dabei wird inzwischen das Ressentiment mit regelrechter Aggressivität in den öffentlichen Raum hineingetragen. Ausgehend von Sarrazin hat sich eine allgemeine Tendenz etabliert, die eigene Blödheit wie eine Monstranz vor sich zu tragen, Respekt für den menschenverachtenden Wahn zu fordern, den man ausgebrütet hat - und sich sofort unterdrückt zu fühlen, sobald irgendwo noch Widerspruch erschallt. Der SPD-Politiker hat auch hier ein Bespiel geliefert für die Millionen von Trolls, die ihm im ganz persönlich modifizierten Wahn folgten. Die Rechtsverschiebung des öffentlichen Diskurses, die allgemeingesellschaftliche "Verrohung", bilden die Vorstufen zur Barbarei. Dies ist ein breiter gesellschaftlicher Prozess. (...)"
-
AfD geistige Brandstifter, rechte Verschwörungsideologie "großer Austausch, Umvolkung, Volkstod", IB, Neue Rechte - Rechtsextremismus, Rechtsterrorismus
"Ein Rechtsradikaler, der in Hanau in zwei Shisha-Bars geht und ein Dutzend Menschen erschießt. Ein Rechtsradikaler, der in Halle mit seinem Sturmgewehr eine Synagoge stürmen will. Ein Rechtsradikaler, der in Kassel einem Politiker in den Kopf schießt. Drei Taten innerhalb von neun Monaten - dazu eine Gruppe von Rechtsradikalen, die vergangene Woche gerade noch ausgehoben wurde, bevor sie zur Tat schreiten konnte. Auch diese "Gruppe S." mit ihrem Anführer aus Augsburg hatte sich vorgenommen, in Moscheen zu gehen und die Gläubigen beim Gebet zu töten.
So unterschiedlich die Täter von Halle, von Hanau, von Kassel, von Augsburg sind - sie werden angetrieben von der Ideologie, dass es eine Herrenrasse gebe, der allein zustehe, in Deutschland zu leben. Sie sehen Menschen mit dunklerer Haut und schwarzen Haaren als minderwertig an und als Gefahr. Sie schwafeln vom "Volkstod", weil angeblich Familien, die Wurzeln in der Türkei oder Afrika haben, mehr Kinder bekommen als Deutsche und deswegen bald die Übermacht gewinnen könnten. Sie reden von "Bevölkerungsaustausch", den die Regierung angeblich plane: Deutsche gegen Ausländer. Und es ist diesen Leuten vollkommen egal, wie integriert Menschen mit ausländischen Wurzeln hier sind, ob sie als Ärzte arbeiten, Arbeitsplätze schaffen oder Steuern zahlen. Sie betrachten diese Menschen genauso wie die Nationalsozialisten die Juden betrachtet haben: als nicht zugehörig, als unwertes Leben.
Lange haben sich diese Rechtsradikalen nur in ihren Kreisen über ihre kruden Ideen ausgetauscht, haben Verschwörungstheorien gesponnen, sich im Internet gegenseitig aufgehetzt. Nun schreiten sie zur Tat: die einen zielgerichtet, vernetzt und kühl kalkulierend wie die Männer der "Gruppe S." oder der Attentäter von Walter Lübcke in Kassel. Andere allein und emotional gereizt bis zum Äußersten wie der Täter von Halle und - offensichtlich - der Attentäter von Hanau. Oft changieren diese Täter zwischen verwirrtem Reichsbürger, verbohrtem Neonazi und verschmähtem Frauenfeind.
Es sind, wie man jetzt im Fall des Hanauer Attentäters sieht, traurige Gestalten, die sich selbst durch ihre Taten erhöhen, die aus einem Loser einen Herrenmenschen machen wollen. Ob sie verrückt, verwirrt oder verbohrt sind - das ist nur ein gradueller Unterschied. Auch den überzeugten Neonazi Anders Breivik in Norwegen, der generalstabsmäßig vorging und zuvor ein Tausende Seiten umfassendes Pamphlet geschrieben hatte, hielt ein Psychiater-Team für verrückt, das andere Team aber für geistig gesund - nur eben ideologisch verblendet. Im juristischen Sinne sind diese Menschen in den allermeisten Fällen verantwortlich für ihre Taten und schuldfähig. Denn selbst ein Verbohrter weiß, dass man Menschen nicht einfach umbringen darf für seine politischen Ziele.
Die Frage ist, warum sich diese Fälle nun so häufen. Die Antwort ist alles andere als beruhigend: Diese Leute schlagen zu, weil sie sich nicht mehr allein fühlen. Jahrelang erlebten sie sich als einsame Wölfe, ihre abseitigen Ideen wurden von ihren Freunden nicht ernst genommen, ihre Familien versuchten, sie zu beruhigen. Nun aber erleben sie, wie das völkische Gedankengut immer mehr in die Gesellschaft eindringt, wie es gesellschaftsfähig wird. Und sie fühlen sich plötzlich nicht mehr als verrückt, verschroben oder allein, sondern als wichtig: quasi als militärischer Arm einer völkischen Bewegung.
Diese Leute spüren, wie die Stimmung umschlägt. Wie rechtsradikales Gedankengut plötzlich auch in den Parlamenten ertönt: Wenn die nationalsozialistische Schreckensherrschaft mit ihren Millionen Toten nur noch ein "Vogelschiss" der erfolgreichen deutschen Geschichte gewesen sein soll. Wo vom "Denkmal der Schande" die Rede ist, wenn es um das Mahnmal für die Toten des Holocaust geht. Wenn ständig dazu aufgerufen wird, das deutsche Volk müsse sich wehren gegen demokratische Politiker, die es, wahlweise, ausrotten oder verkaufen oder versklaven wollten, und gegen Ausländer, die angeblich die Vorherrschaft in Europa anstreben - dann fühlen sich rechtsradikale Gewalttäter dazu legitimiert, genau das zu tun: sich zu wehren, mit Waffengewalt.
Diejenigen, die diese Verschwörungstheorien befeuern, die diese Ideologien verbreiten, sollten wissen, was sie tun: Sie leisten dem Terror Vorschub."
-
Mario Müller, IB - wieviele vorgeblich "ehemalige" Neonazis gibt es eigentlich in der Identitären Bewegung und der AfD? Was ist denn an diesen "ehemalig", "abgelegt"? Augenfällig nicht ihr Rassismus, Rechtsextremismus, Autoritarismus, ihre Unreife.
"(...) "Der Neonazi Mario Alexander Müller, ein mehrfach verurteilter Gewalttäter, arbeitet für einen Abgeordneten des Deutschen Bundestags. (...)
Demnach ist Müller seit Juli dieses Jahres als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt angestellt. (...)
Müller ist 33 Jahre alt und seit mehr als 15 Jahren in der rechtsextremen Szene unterwegs. Wiederholt wurde er gewalttätig, landete einige Mal vor Gericht. (...)"
-
AfD, IB, Neue Rechte, Pegida - Björn Höcke, Götz Kubitschek: "Assimilation, Okkupation", Martin Sellner, Zitat: "Festung Europa", "Reconquista", Lutz Bachmann, Hans-Georg Maaßen im O-Ton. 3sat - "Die rechte Wende", Sendung aus 2017.
13. Januar 2024
AfD, IB, Neue Rechte, Pegida - Björn Höcke, Götz Kubitschek: "Assimilation, Okkupation", Martin Sellner, Zitat: "Festung Europa", "Reconquista", Lutz Bachmann, Hans-Georg Maaßen im O-Ton.
3sat - "Die rechte Wende", Sendung aus 2017, siehe oben verlinkt.
Götz Kubitschek - Neue Rechte, Antaios Verlag, IfS, Sezession im Netz - nennt bei ca. Min. 13:50 den Holocaust, den nationalsozialistischen Völkermord, ein, Zitat: "verheerendes Gesellschaftsexperiment".
Götz Kubitschek, Neue Rechte, im oben verlinkten Video - 3sat Sendung "Die rechte Wende" - bei ca. Min. 27:54:
"Wenn Sie´s von einem gläubigen Christen hören wollen: Das deutsche Volk ist ein Entwurf Gottes."
Da ist sie wieder, die patriarchal-autoritäre Religion, Ideologie.
Kubitschek bei ca. Min. 31:00:
"Wenn der Staat ein anderer wäre, aus meiner Sicht normal, wär´ ich Soldat."
Militär, Krieg, Nation - Staat. Macht. Gewalt. Patriarchat, Autoritarismus - Bingo!
Was redet Martin Sellner, IB, bei ca. Min. 19:55 von "durch unsere Straßen gehen" und "Berlin ist unsere Stadt"? Warum ist Berlin Martin Sellners Stadt - lebt er dort?
Sellner ist Österreicher. Nicht Deutscher. Warte, hatten wir das nicht schon mal ... .
Und dann höre und sehe man sich nach dem hassdurchsetzten Gehetze des Akif Pirincci an, wie ab ca. Min. 55:30 Götz Kubitschek, zum wiederholten Mal in diesem Video, Militärjargon anwendet, "Schlachtfeld", zuvor "Kriegsschiffe" etc. und wie er, Kubitschek, sich gebärdet ... .
Götz Kubitschek ist nicht im Ansatz intellektuell, "rechtsintellektuell", siehe im Video, wie schnell die "zivilisierte" Fassade, Attitüde bröckelt, wie hauchdünn der Firnis ist und wie hässlich es dahinter aussieht - Primitivität, Gewalt, Trotz, kompensatorischer Machtwunsch.
Ganz grundsätzlich: Ich verurteile jede Gewalt, Körperverletzung, tätliche Angriffe gegen Personen, Menschen, gleich, wer sie wo tätigt: ob Rechtsextremisten, Rassisten, Nationalisten, Islamisten, Evangelikale, Antifa. Männergewalt, Männerproblem: global. Religion, Patriarchat.
Es sind zwei Seiten derselben Medaille: ob es sich um patriarchal-autoritäre Männer mit Migrationshintergrund, Migranten, oder um deutsche, "biodeutsche" Männer, Rechtsextremisten, vorgeblich "Rechtskonservative, Patrioten" handelt.
Autoritarismus, Konservatismus, Religion, Ideologie, Gewalt, kompensatorisches Streben nach Macht, Herrschen, Unterwerfen. Unreife.
-
Björn Höcke, AfD, und Götz Kubitschek, Neue Rechte, sind bekanntlich schon lange "befreundet" und auch mit Martin Sellner, IB, seit Jahren vernetzt.
"Eine autoritäre Revolte gegen die Aufklärung", Gespräch mit Volker Weiß
"(...) Deutsche Rechtsextremisten grenzen traditionell bestimmte Gruppen als „Andere“, „Fremde“ oder „Volksfeinde“ aus der für sie exklusiv durch Abstammung und Blutsbande verbundenen „Volksgemeinschaft“ aus: darunter Ausländer (besonders türkeistämmige Arbeiter und Migranten), Asylbewerber, Geflüchtete, Juden, Muslime, Menschen dunkler Hautfarbe,[8] Behinderte, Homosexuelle, Obdachlose,[9] Punks und linksgerichtete Jugendliche.[10] Die Volksgemeinschaftsideologie steht ebenso wie die Auswahl der meisten ausgegrenzten und angegriffenen Gruppen in nationalsozialistischer Tradition.[11] Ein Bindeglied und Schwerpunkt rechtsextremer Ideologie ist nach wie vor der Antisemitismus, der sich nach 1945 vor allem als Feindschaft gegen den Staat Israel (Antizionismus) äußert. (...)
AfD-Spitzenvertreter erklärten, die AfD werde „vernünftige“ NPD-Anträge in Landtagen unterstützen. In ihrem Programm fordert die AfD, die Menschenrechte für Zugewanderte mit Auflagen einzuschränken, das im Grundgesetz garantierte Asylrecht aufzuheben und durch ein „Gnadenrecht“ zu ersetzen. Den Gleichstellungsgrundsatz von Artikel 3 des Grundgesetzes stellt sie gegen gesetzliche Angleichungsbemühungen und gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, also gegen die Gleichbehandlung verschiedener sexueller Orientierungen.
Auch die Religionsfreiheit für Muslime und die weltanschauliche Neutralität des Staates will sie einschränken. Damit stellt sie wesentliche Grundprinzipien der deutschen Verfassung in Frage. Demgemäß machen AfD-Abgeordnete und Mitglieder in internen Gruppenchats immer wieder rechtsextreme, rassistische, homophobe, frauenfeindliche, gewaltverherrlichende und volksverhetzende Aussagen, etwa dass ein „schleichender Genozid“ an den Deutschen im Gang sei oder Musliminnen „Frauen in Müllsäcken“ seien." (...)"
https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus_in_der_Bundesrepublik_Deutschland
"(...) § 3 StAG benennt die sechs Arten des Besitzerwerbes:
1. durch Geburt (§ 4 StAG),
2. durch Erklärung, deutscher Staatsangehöriger werden zu wollen, nach § 5 des StAG,
3. durch Annahme als Kind (§ 6 StAG),
4. durch Ausstellung der Bescheinigung gemäß § 15 Absatz 1 oder 2 des Bundesvertriebenengesetzes (§ 7 StAG),
4a. durch Überleitung als Deutscher ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes (§ 40a StAG),
5. für einen Ausländer durch Einbürgerung (§§ 8 bis 16, 40b und 40c StAG).
Die Staatsangehörigkeit erwirbt außerdem kraft Gesetzes, wer seit zwölf Jahren von deutschen Stellen als deutscher Staatsangehöriger behandelt worden ist und dies nicht zu vertreten hat (§ 3 Abs. 2 StAG). (...)
Das reguläre deutsche Staatsangehörigkeitsrecht beruht einerseits auf dem Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) vom 22. Juli 1913[5], welches das Abstammungsprinzip festschrieb. Es war geprägt vom Konzept der Volksnation, das zum Ziel hatte, die Nation und das als ethnisch homogen vorgestellte deutsche Volk in Übereinstimmung zu bringen.[6] Mit Wirkung vom 1. Januar 2000 wurde es in Staatsangehörigkeitsgesetz umbenannt."
"Das Grundgesetz verbietet in Artikel 16 Abs. 1 Satz 1 den Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit, d. h. es gibt in der Bundesrepublik Deutschland keine Ausbürgerung. Unter Entzug werden hierbei nur solche Maßnahmen oder Regelungen verstanden, durch die jemand gegen oder ohne seinen Willen seine Staatsangehörigkeit verliert und diesen Verlust nicht vermeiden kann.[41] Das gilt auch für eine Staatsangehörigkeit, die durch Einbürgerung erworben wurde. (...)
Das Staatsangehörigkeitsrecht des „Dritten Reiches“ war als Instrument der nationalsozialistischen Rassenideologie von großer Bedeutung und zahlreichen Änderungen unterworfen.[65]Einerseits erkannte die NS-Verfolgungspolitik bestimmten Personen die Staatsbürgerschaft ab, insbesondere Juden und Zigeunern als Staatsangehörige nicht „deutschen oder artverwandten Blutes“ blieb das 1935 eingeführte Reichsbürgerrecht verwehrt. Andere Personengruppen wie Volksdeutsche und Deutschstämmige hingegen wurden im Zuge der so genannten Germanisierung und zur Gewinnung von „Lebensraum im Osten“, aber auch in Revision von deutschen Gebietsverlusten in Folge des Versailler Vertrags an Belgien und Frankreich als erwünschter Bevölkerungszuwachs in die deutsche Staatsangehörigkeit einbezogen. (...)
Seit 2007 wird bei Staatsangehörigkeiten von EU-Staaten und der Schweiz generell Mehrstaatigkeit akzeptiert."
Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
/image%2F1634163%2F20230920%2Fob_362a8d_doorknob-371406-1280.jpg)
Rechtsextremismus, Rassismus, Autoritarismus, Konservatismus, Faschismus, Hass, Gewalt - Ursachen, Prävention - Sabeth schreibt
20. September 2023 Rechtsextremismus, Rassismus, Autoritarismus, Konservatismus, Faschismus, Hass, Gewalt - Ursachen, Prävention Das grundsätzliche, eigentlich zu lösende Problem bleibt: Was mac...
https://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2023/09/rechtsextremismus-rassismus-autoritarismus-konservatismus-faschismus-hass-gewalt-ursachen-pravention.html
"(...) Es ist kein Zufall, dass führende Vertreter der AfD aus der evangelikalen Bewegung bzw. dem rechtskatholischen Spektrum stammen. Diese vermeintlichen “Retter des Abendlandes” bekämpfen den lslamismus nicht, um die offene Gesellschaft gegen ihre Feinde zu verteidigen, sondern um den erzreaktionären, illiberalen Normen der christlichen Rechten zum Durchbruch zu verhelfen.
In der öffentlichen Debatte hört man davon wenig …
Aus gutem Grund, denn die Fundamentalisten innerhalb der AfD wissen nur zu gut, dass eine offen christlich-fundamentalistische Partei in Deutschland kaum Wählerstimmen erhalten würde. Nach den Misserfolgen der “Partei bibeltreuer Christen” oder der “Partei der christlichen Mitte” verfolgt die christliche Rechte seit geraumer Zeit eine neue politische Strategie, die darin besteht, die religiösen Hintergründe ihrer Kampagnen zu verschleiern. Sie besetzen zwar noch immer die gleichen “christlichen Kampfgebiete”, etwa den “Schutz der Familie” oder den “Schutz des Lebens”, geben dem Ganzen jedoch einen scheinbar säkularen Anstrich, auf den leider viele hereinfallen. (...)
Wie es scheint, ist die Strategie der Verschleierung der religiösen Hintergründe bestens aufgegangen. Es hat sich offenkundig bewährt, dass die Kampagnen und Netzwerke der christlichen Rechtspopulisten Namen tragen, die ihre ideologische Herkunft auf den ersten Blick nicht verraten, etwa “Zivile Koalition e.V.”, “Initiative Familienschutz” oder “Demo für alle”.
Inhaltlich stehen dahinter die gleichen Denkweisen, mit denen christliche Glaubensstreiter schon seit Jahrzehnten gegen den ach so liberalen Zeitgeist ankämpfen. Neu daran ist nur, dass sie dank der veränderten Kommunikationsstrategie auch außerhalb des rechten christlichen Spektrums Gehör finden. (...)
Vor allem über Beatrix von Storch verfügt die AfD über beste Kontakte zu extrem konservativen katholischen und evangelikalen Netzwerken.
Bemerkenswert ist dabei, wie reibungslos die Zusammenarbeit in diesem Spektrum über alle Konfessionsgrenzen hinweg funktioniert. Offenbar haben sich die Reaktionäre aller Länder im Kampf gegen den liberalen Zeitgeist vereinigt: Russisch-orthodoxe, katholische und evangelikale Ultras verfolgten nahezu die gleiche rückwärtsgewandte Agenda und so ist es letztlich fast egal, ob ihre politischen Gallionsfiguren Donald Trump, Vladimir Putin, Viktor Orbán, Jarosław Kaczyński, Marine Le Pen oder Frauke Petry heißen.
Verbirgt sich hinter der AfD so etwas wie eine deutsche Tea Party-Bewegung?
Es gibt deutliche Parallelen. Wie die amerikanische Tea Party-Bewegung startete die AfD zunächst mit einem wirtschaftsliberalen Programm und entwickelte sich dann mehr und mehr in Richtung des christlichen Rechtspopulismus. Wie die Tea Party hat sich auch die AfD auf das Modell der christlichen Normfamilie eingeschworen und für ein radikales Verbot von Abtreibung und Sterbehilfe stark gemacht.
Normalerweise kann man mit einem solch rigiden “No Sex, No Drugs, No Rock’n Roll!”-Programm in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen, aber bislang haben nur wenige hinter die Fassade dieser Partei geschaut. Ich hoffe, dass sich das allmählich ändern wird. Bei genauerer Betrachtung sollte den allermeisten klar sein, dass die AfD keine “Alternative für Deutschland” ist, sondern allenfalls eine “Alternative für Doofe” bzw. eine “Alternative für Desinformierte”. (...)
Nun ja, ich kann durchaus nachvollziehen, dass Bürgerinnen und Bürger kein allzu großes Vertrauen mehr in die etablierten Parteien haben, die – auch das ist eine wirkungsvolle Halbwahrheit der AfD –an den Interessen der Bevölkerung oft vorbeiregieren. Aus diesem Grund sollte jedoch niemand in die Verlegenheit kommen, ausgerechnet die AfD zu wählen! (...)"
Bayern 2 radioWissen vom 18.12.2023 "Bayern zwischen den Kriegen - Von der Bohème zur Barbarei" - Geschichte wiederholt sich. Aus Gründen, die veränderbar wären: von Menschen. Nicht umgekehrt: nicht "der" Mensch ist das Problem. Rechtsextremismus, Extremismus der Mitte, Bürgertum, Konservatismus, Autoritarismus, Rassismus, Patriarchat - Unreife. AfD ...
Weil ich das unsägliche Geseiere vom "großen Austausch" nicht mehr ertragen kann, Folgendes dazu - Tacheles, ausdrückliche Leseempfehlung (in Kurzfassung: Es geht, wie schon so häufig gesagt, um Neid und Kompensation):
"[...] Ihrem Selbstverständnis als sowohl elitär-avantgardistische wie aktionistische Vorhut der kommenden völkischen Revolution und ihren Vordenkern von der ‚Neuen Rechten‘ folgend, bedienen sie sich dabei gekonnt aus der Mottenkiste linker Aktionsformen. Mittels Flashmobs in Fußgängerzonen, der Besetzung von Straßen und Parteizentralen, der Erstürmung von Theaterbühnen etc. wollen die selbsternannten ‚Conquistadores‘ auf die ‚Einzelfälle‘ aufmerksam machen, die als Teil der großen Verschwörung, des großen Austauschs, entlarvt werden.
Die Identitären fühlen sich als „letzte deutsche Mehrheitsgeneration“, die „Bevölkerungsaustausch und Islamisierung Deutschlands“ noch aufhalten und die „Traditionslinie von Arminius bis Bismarck, von Walther von der Vogelweide bis Goethe, von Leibniz bis Heidegger“ retten könne. Der Volkstod werde durch zwei gegenläufige Prozesse herbeigeführt: Auf der einen Seite sorgten Feminismus, Niedergang der Männlichkeit und der traditionellen Familie für schwindenden Reproduktionswillen des Volkes. Auf der anderen Seite würde Europa von kulturfremden Invasoren überrannt, die durch Überfremdung und Geburtendschihad die ethnokulturelle Identität Europas zersetzten. „Die importierten Einwanderermassen“ seien dabei allerdings „selbst nur Schachfiguren in diesem Prozess“. Die wahren Schuldigen seien, man ahnt es, „[i]nternationale Konzerne, fremde geopolitische Mächte, Multikulti-Parteien und eine vom Selbsthass zerfressene Medien und Kulturszene“. Am Ende stehe statt gewachsener Völker eine „amorphe Masse aus Konsumenten und Arbeitern“, „reif für eine neue Weltordnung und einen Weltstaat“. Obwohl die zitierten Untergangsphantasien klingen, als seien sie aus den Protokollen der Weisen von Zion abgeschrieben, gehört allzu offener Antisemitismus bislang nicht zur Rhetorik. Zwar böten Antisemitismus und Verschwörungsideologien einen passablen Einstieg ins ‚kritische Denken‘. Jedoch – und hier setzt auch die Kritik am Nationalsozialismus an – sei mit der Vernichtung der Juden die verhasste Moderne eben noch nicht abgeschafft. Die Bekämpfung der Moderne einzig im Juden habe es den Antisemiten erlaubt, sich dieser umso mehr zu bedienen. In diesem Sinne sei der Nationalsozialismus gar zu humanistisch gewesen und der Kampf viel umfassender und radikaler zu führen. [...]
In der Tat spielt das Bedrohungsszenario der Islamisierung im identitären und neurechten Denken eine zentrale Rolle. Der Islam erfüllt hier Horror- und Wunschvorstellungen in einem: Zunächst tritt er in seiner Opfergabe eines loyaleren und lebensmüderen Menschenmaterials in Konkurrenz zum bisher lediglich nationalkulturalistisch, und damit im Vergleich zur religiösen Überhöhung des Islams ideologisch defizitär bestimmten deutschen Volkskörper. Umso größer die Panik, denn Ideologie kann auch ohne rassistisch identifizierbare Flüchtlinge einwandern (so sehr deren Diffamierung auch vorangetrieben wird): sie lauert überall, bereit, den nichtsahnenden Deutschen beim Bulgurgenuss hinterrücks zu überfallen, zu blenden und seiner nationalen Identität zu berauben. Ohne negatives Leitbild substanzlos arbeiten die Neurechten sich deswegen am beneideten Feind ab. Alles, was den Deutschen und Europäern abhanden gekommen sei, zeichne die islamische Umma geradezu aus: Ein Aufmarsch der vom Kapital überflüssig gemachten und potentiell Überflüssigen zum autark-produktiven Kollektiv, das in repressiver Egalität gegen die Zumutungen kapitaler Verwertung verschweißt ist. Dass der politische Islam das momentan erfolgreichere faschistische Projekt ist, versetzt den autoritären Charakter in einen Zustand der Abwehr und Bewunderung zugleich. Die Opferbereitschaft, mit der die Islamisten weltweit den Kampf gegen jeden Emanzipationsversuch aufnehmen, dient dem identitären Wahn als Vorbild. Gerade die „Weigerung der Muslime“, sich „zum westlichen Einheitsmenschen machen zu lassen“ sei ihre Stärke. Was die Identitäre Bewegung gerne hätte, die unmittelbare Identität von Individuum und Gemeinschaft, wird der islamischen Kultur als Erfolg unterstellt und dem einzelnen tatsächlichen oder vermeintlichen Moslem als bloßem Exemplar seiner Gattung projektiv geneidet.
Als „willkommene Krise“ und „einzigartige historische Gelegenheit“ firmiert die sogenannte Flüchtlingskrise als Legitimation zum Losschlagen. Als im Februar 2016 identitäre Aktivisten unter dem Motto ‚Wir sind die Grenze‘ symbolisch die Grenze dicht machten, demonstrierten sie dabei nicht nur, dass sie ihrem Anspruch, „revolutionär“ und „staatstragend“ zugleich zu sein, mehr als gerecht werden. Sie zeigten auch, wo die Reise hingehen soll: Während der Islam ‚in seinen Ländern‘ als identitäres Projekt geheiligt wird, sollen auch seine Opfer in noch größerer Zahl als bisher an den Mauern und Zäunen der Festung Europa verrecken.
Das Unvermögen linker und rechter Islamkritik
„Der Islam“, so beginnt Björn Höcke seine Rede auf einer Erfurter AfD-Demonstration, „ist nicht mein Feind, unser größter Feind ist unsere Dekadenz.“ Der Islam habe seine Heimat in einer anderen Welt, nur dort könne er „die uneingeschränkten Entfaltungsmöglichkeiten beanspruchen, die wir ihm gerne zugestehen.“ Nicht der Islam als Herrschaftsideologie sei das Problem, sondern die mit ihm einhergehende Auflösung ethnisch-kultureller Homogenität. Beim Anti-Islam-Kurs der Neuen Rechten handelt es sich nicht um Kritik, sondern um ein Ticket für das eigene ethnopluralistische Ressentiment. So vernünftig das Erschrecken vor einer Religion, die den islamistischen Mörderbanden das ideologische Rüstzeug liefert, so notorisch der rechte Aufschrei als Farce.
Der Islamwissenschaftler Hans-Thomas Tillschneider (AfD) gilt als Beispiel dafür, auf welchen ideologischen Denkgebäuden sich das, was früher Völkerkunde hieß, stützt: „Ich kritisiere den Islam nicht an sich und will ihn weder reformieren noch aufklären. Meine Position ist: Die Deutschen haben ihre Kultur, die Muslime haben ihre Kultur, und das passt nicht zusammen.“ Tillschneider sei gerne im Orient und habe „großen Respekt vor dem Islam“, für sein Studium entschied er sich für Damaskus, weil ihm Kairo „zu verwestlicht war.“ Von der multikulturellen Ideologie lässt sich der Ethnopluralismus nur in der Dimension der voneinander abzugrenzenden Kulturen unterscheiden, denn statt von einer kulturellfragmentierten Gesellschaft, träumt der Ethnopluralist von einer „bunte[n] Welt aus vielen verschiedenen Kulturen“ (Tillschneider), denen er ihren jeweils eigenen territorialen, nationalen Bezugsrahmen zuspricht.
Kultur (früher nannte man es Volkscharakter) wird zur Unabänderlichkeit naturalisiert. „Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch.“ (Adorno). Der Ethnopluralist schreibt dem Muslim eine fixe Identität zu, um die er ihn insgeheim beneidet – ein hasserfüllter Neid, der sich aus einer Regressionssehnsucht nach der eigenen, in der kapitalistischen Vermittlung verlorengegangenen vermeintlichen Ursprünglichkeit speist. Eine Sehnsucht nach Autorität und Heroismus, das Aufgehen des Individuums in der Umma und ein klares Regelwerk, welches das diesseitige Leben nur als Restriktion zu denken erlaubt. Die mit dem Verwertungsinteresse des Kapitals einhergehende Angst des Einzelnen vor der eigenen Überflüssigkeit drängt zur Hypostasierung der substantiellen Identität mit dem Deutschtum, die sich aus der Attribuierung des Muslims als nicht-identisch Fremdem speist. [...]"
Obgleich beklagenswerterweise die Rolle, d.h. die Funktion der Frau in rechter Ideologie gänzlich unerwähnt bleibt, ist auch Nachfolgendes so lesenswert wie/weil scharfsichtig:
"[...] Defizitäre Liebe in der Gemeinschaft der Tüchtigen
Während die Wutbürger von der AfD sich als Verteidiger freiheitlicher Werte gegen den Islam inszenieren, zeigt sich an der Frage nach dem Umgang mit Homosexualität, wohin die Reise geht. Der Freiburger Nachwuchsagitator Andreas Schuhmacher von der Jungen Alternative lässt vielerorts vor johlenden Eltern verkünden, dass die „grünversifften Homo-Linken“ nicht „unsere Kinder“ kriegen. Doch nicht nur dadurch, dass die AfD in ihren Reihen solche versammelt, welche die Wiedereinführung einer gesetzlichen Verfolgung homosexueller Handlungen herbeisehnen, wird deutlich, dass die Feindschaft gegen Homosexuelle wieder zum mehrheitsgesellschaftlichen Projekt zu werden droht. Der Anteil der Menschen, die angeben, es ‚eklig‘ zu finden, wenn sich zwei Männer in der Öffentlichkeit küssen, verdoppelte sich in den letzten zwei Jahren von 20 auf über 40 Prozent.
Während im Islamischen Staat reihenweise homosexuelle Männer von Hochhäusern geworfen werden und im Iran schwule Teenager an deutschen Kränen gehängt werden, entdeckt man hierzulande zeitgleich seine Abscheu vor Islamisten wie vor deren schwulen Opfern und schielt neidisch nach Russland, wo Homosexualität gänzlich aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgt wird. Die Abneigung gegen den Islam ist Erscheinungsform eines projektiven Neids: die Frechdachse vom Orient lassen jenen autoritären Verlockungen freien Lauf, die im postnazistischen Deutschland mal mehr, mal weniger erfolgreich zu Ordnungs- und Produktivitätswahn sublimiert werden: Ausmerzung individueller Lust zugunsten von kollektivistischen Produktivitätsimperativen, Wunsch nach patriarchaler Familienorganisation, projektive Bekämpfung der Moderne im Juden, Bereitschaft zur Vernichtung. Welch ein Affront für das Original! Da die wiedergutgewordenen Deutschen sich noch nicht recht entscheiden können, ob sie nun selbst zu dieser politischen Ökonomie des Wahns zurückkehren oder sie vom souveräneren Standpunkt der Liberalität bekämpfen sollen, tun sie einfach beides. Das Toleranzgeschwafel von der „ökologischen, offenen, antimilitaristischen Post-Auschwitz-Haltung“ (Zeit Online) ist Beweis genug, dass dieser Standpunkt in deutschen Gefilden nie ernsthaft verinnerlicht wurde, impliziert die Duldung der toleranten Mehrheit doch die Möglichkeit, dass ihr wieder die Hutschnur reißt.
Hinter dem rhetorischen Gewand der „Verteidigung freiheitlicher Werte“ verbirgt sich meist das genaue Gegenteil, der Wunsch nach Angleichung an die autoritäre Repression des vermeintlichen Feindes durch den Rückgriff auf Vorstellungen einer traditionellen Familie, welche die legitimen Bahnen der Ausübung von Sexualität wieder volksgemeinschaftlich statt marktförmig-individualistisch bestimmen soll. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der Renaissance des Volkskörpers: der „große Austausch“, der gerne auch als schleichender Genozid am deutschen Volk bezeichnet wird, sei einzig durch ein Wiedererstarken der vermehrungsfreudigen deutschen Familie aufzuhalten, nicht zeugungsfähige, „defizitäre“ Liebesbeziehungen (Matthias Matussek) seien bis zur Unkenntlichkeit rechtlich schlechter zu stellen, wenn nicht gleich aus dem Volkskörper zu tilgen – unter dem wahnwitzigen Motto einer „Willkommenskultur für deutsche Kinder“ (Schuhmacher).
Wenn Pegida-Apologet Prof. Werner Patzelt schwärmt, der Patriot könne in einer „Gemeinschaft der Tüchtigen“ aufgehen, und der antiliberale Liberale Lucke fordert, prominente Homosexuelle sollten ihr Outing bitteschön mit dem Bekenntnis zur Ehe zwischen Mann und Frau als der eigentlich erstrebenswerten Lebensform verbinden, fällt hin und wieder ein Schlaglicht auf diesen Volkskörper, der sich unter dem zur Sicherstellung des Marktgeschehens, wie zur Selbstvergewisserung, dass man mit Auschwitz nichts zu tun habe, notwendigen westlich-demokratischen Schleier zusammenrottet.
Der teilemanzipierte Homosexuelle steht diesem Volkskörper als Ersatzjude bereit: Dem durch Heirats- und Adoptionsverbot vom Aufgehen im verwurzelten Kleinfamilienkollektiv Abgehaltenen wird ebendies als Flexibilitätsvorsprung auf dem Arbeitsmarkt angekreidet und das Glück der nicht an den Zweck der Volksreproduktion gebundenen Sexualität geneidet. So zeigt sich, warum linke Deutsche den Islamismus entweder pathologisieren oder gar als antiimperialistischen Befreiungskampf affirmieren und rechte Deutsche ihn eher wie ein neidischer Bruder bekämpfen: weil „die Tabuisierung der Sexualität, die Zivilisationsmüdigkeit und die Verachtung des Individuums - auch hierzulande Konjunktur haben“ (Ahmad Mansour)."
Quelle: ca-ira.net - "Die Avantgarde des staatstragenden Widerstands", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
"[...] Sozialwissenschaftler und Verfassungsschutzbehörden ordnen die Pro-Bewegung als rechtsextrem und verfassungsfeindlich ein. In Selbstdarstellungen bezeichnet sie sich als rechtspopulistisch, konservativ oder „freiheitlich“ und orientiert an anderen rechtspopulistischen Parteien in Europa wie etwa der FPÖ in Österreich oder dem Vlaams Belang in Belgien, mit denen auch eine offizielle Kooperation besteht. Im Jahre 2012 wurden Teile der Pro-Bewegung auch zum Ziel von Ermittlungen gegen die Neonazi-Kameradschaft „Freundeskreis Rade“. Inhaltlich profiliert sich die Pro-Bewegung hauptsächlich durch das Schüren von Ängsten und Ressentiments gegenüber muslimischen Migranten. Dem schließt sich die Ablehnung der multikulturellen Gesellschaft sowie die Warnung vor einer angeblichen „Islamisierung“ und „Überfremdung“ an. Weitere Schwerpunkte bilden die Forderung nach einer Nulltoleranzpolitik in der Innenpolitik, ein Bekenntnis zum „Christlichen Abendland“ und die Bekämpfung von „Klüngel und Korruption“. [...]"
Faktencheck vs. fake news, fake facts, Verschwörungstheorien der Rechten.
"[...] Er definiert Faschismus als "eine Form des politischen Verhaltens", das durch eine "obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit" bestimmt sei. Dabei gebe eine "massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten auf" und verfolge "mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion". [...]"
Identität - Wer bin ich? - Über das (Selbst-/Ich-) Bewusstsein, u.a. auch über adoptierte u. Pflegekinder, Samenspende, Babyklappen, anonyme Geburt - und Identitätsfindung, Suche nach den (nicht nur "biologischen") Wurzeln ... - Sabeth schreibt
Über die Zusammenhänge zwischen Identität und: Individualität, Zugehörigkeit, Identifikation, Selbstbewusstsein, Selbstkonzept, Selbstwertgefühl, Biographie, Biologie (Genetik), Selbstreflexi...
http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2015/07/identitat-wer-bin-ich-uber-das-selbst-ich-bewusstsein-u-a-auch-uber-adoptierte-u-pflegekinder-samenspende-babyklappen-anonyme-geburt
"[...] Wenig überraschend waren die Neonazis begeistert von einem antisemitischen Staat, der Oppositionelle foltern und töten lässt: »Wir als volksbewusste Europäer sollten mit Syrien gerade deshalb solidarisch sein, da hier gelebt wird, wovon bei uns oftmals nur gesprochen wird«, schwärmte die Partei in ihrem abschließenden Bericht. »Man kämpft gegen den Einzug des Kapitalismus und Zionismus, für Freiheit und den eigenen Sozialismus. Somit sehen wir hier in Syrien Menschen, die uns weltanschaulich näher stehen, als man häufig denkt.« [...]"
Unerträglich - diese Menschen sind unstrittig krank, persönlichkeitsgestört - mindestens. Rassismus und Rechtsextremismus ist grundsätzlich Ausdruck von psychischer Krankheit. Siehe bspw. bei Erich Fromm: autoritärer und nekrophiler Charakter, außerdem Narzissmus der stets mit kompensatorischem Macht-/Kontrollstreben aufgrund geringen Selbstwertgefühls einhergeht.
/https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2Fysut3Dk3tho%2Fhqdefault.jpg)
Erich Fromm über Destruktivität, "das Böse", Sadismus, Macht, Kontrolle, Manipulation, Korruption, Xenophobie, Rassismus, Neophobie, Nekrophilie, Objektifizierung, Gier, Geiz, Pedanterie, Gehorsam, Verzicht, Erziehung, Charakter, Liebe - Sabeth schreibt
Erich Fromm - Anatomie der menschlichen Destruktivität Der konservativ denkende bzw. viel eher: fühlende Mensch - Warum denkt und fühlt er, wie er es tut? Die nachfolgenden Texte bestätigen den...
http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2017/10/erich-fromm-uber-destruktivitat-das-bose-sadismus-macht-kontrolle-manipulation-korruption-xenophobie-rassismus-neophobie-nekrophilie
Kommentiere diesen Post