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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Gott, Religion(en), (Mono-) Theismus, Kirche(n), Glaube(n), Transzendenz, Metaphysik, Mystik vs. Spiritualität, Realismus, Philosophie, evolutionärer Humanismus

 
03. Juli 2024
 
Kein "Gott", kein Held, keine illusionierten, konstruierten Hirngespinste, kein Glaube, Aberglaube, Religion, Ideologie geben mir "Hoffung", Zuversicht, sondern couragierte, gewissenhafte, integre, ehrliche, mitfühlende, solidarische Menschen.
 
Charakterstärke, Reife (Persönlichkeitsreife) hat nichts mit Sturheit, Starrsinn, Trotz, Stolz, Macht - stets kompensatorischem, narzisstischen Streben nach Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen (aufgrund von Selbstwertproblematik, Minderwertigkeitskomplexen), nichts mit Empathielosigkeit, Rache, Strafe zu tun.
 
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update 13. Oktober 2020
 
Warum glauben Menschen - weltweit und immer noch, nicht nur trotz, sondern wegen Aufklärung, Wissenschaft, Vernunft - an "Gott", an ein "übergeordnets, metaphysisches Prinzip", also an eine bloße Vorstellung, ein Konstrukt, Phantasma, eine Illusion, ein Hirngespinst?
 
Der - infantile, unreife - Glaube an ein vermeintlich existentes, bestehendes übergeordnetes, metaphysisches Prinzip, einen "Gott", Götter, Wesen, Energie oder Ähnliches, basiert auf nichts anderem als dem Wunsch nach Halt, Trost, Sicherheit, Orientierung, Geborgenheit, Getragensein, Verbundensein, Einssein, Aufgehen, Verschmelzen (siehe "ozeanisches Gefühl"), Sinnhaftigkeit, d.h. auf der Unfähigkeit, Inkompetenz des jeweiligen gläubigen Individuums, mit der Conditio humana, mit Kontingenz, fehlender Teleologie und Sinnhaftigkeit, mit Komplexität, Ambivalenz, Widersprüchlichkeit, Absurdität, Unübersichtlichkeit, Ungewissheit, Unsicherheit, Angst und dem Tod, der - gerade auch eigenen - Sterblichkeit, Vergänglichkeit, d.h. dem Wissen, Bewusstsein hierüber angemessen, d.h. reif, vernünftig umzugehen.
 
Solcher Glaube, solches Denken, Fühlen und Sich-Verhalten basiert also auf Infantilität bzw. emotionaler, sozialer, intellektueller Unreife in Folge entsprechender frühkindlicher Prägung (auch: Beschädigung, bis hin zu Traumatisierung), gestörter, unsicherer, instabiler Bindung - mit hinreichend bekannten Folgen -  und/oder religiöser "Sozialisation" bis Indoktrination (durch Eltern, Familie, Gesellschaft, Kultur) in der Kindheit.
 
Typisch hierfür ist Welt-, Realitäts- und Selbstflucht (siehe auch sogen. "innere Emigration", Verbitterung), der selbstschonende, sanfte Selbstbetrug - nicht selten zu Lasten, zum Schaden anderer - und die Unfähigkeit, selbst aktiv zu lieben: andere, reale Menschen, Lebewesen im "Hier und Jetzt", im eigenen Leben, durch eigenes, entsprechend prosoziales, gewissenhaftes, verantwortungsvolles, rücksichtsvolles, zugewandtes, fürsorgliches, gebendes Verhalten - auf Basis von Mitgefühl und Bindungs-, Beziehungsfähigkeit.
 
Siehe hierzu unten verlinkte Quellen, bspw. Boris Cyrulnik, aber auch Erich Fromm, Arno Gruen, Alice Miller, Gabor Maté ... .
 
Da es gläubigen Menschen hieran aus oben bereits genannten Gründen häufig mangelt und/oder sie aus anderen Gründen - wie bspw. Alter, Krankheit, Gefangenschaft, Armut - einsam, sozial isoliert sind, Menschen aber als soziale Wesen, Primaten das Gemeinsamsein, Verbundensein mit anderen existenziell brauchen, hängen sie sich, um nicht zu verzweifeln, kompensatorisch an einen Ersatz, Stellvertreter, ein Surrogat, eine Illusion, Vorstellung, ein Konstrukt: "Gott".
 
Und innerhalb ihres jeweiligen Glaubenssystems erfahren sie auf diese Weise unter Umständen sogar gelegentlich, vorübergehend oberflächliche Zugehörigkeit, Gemeinsamsein, eine Art Verstanden- und Verbundensein. Dies hat allerdings oben bereits erwähnten "Preis" und ist nicht annähernd gleichsetzbar mit erfahrener und selbst gegebener Liebe, aktivem Lieben (siehe bei Erich Fromm nachlesbar) von "diesseitigen", gegenwärtigen, realen Menschen, Lebewesen und es ist nicht annähernd so heilsam und erfüllend wie solche Liebe.
 
Religiöser Glaube, inklusive Mystik, ist ein Ersatz für solche entbehrte Liebe, Bindung, Beziehung, ist Flucht vor und Verdrängung von der eigenen, persönlichen Liebesunfähigkeit sowie Angst, Unreife und Verzweiflung.
 
In Kurzfassung:
Glaube, Religion, Ideologie hat kaum etwas mit Verstand, Vernunft, Erkenntnis, Reflexion zu tun, sondern eine Menge mit Gefühlen, mit emotionalen Bedürfnissen, mit intellektueller, oft auch sozialer und emotionaler Unreife, mit Mangel an Liebe, Verbundensein.
 
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update 30. März 2024
 
Wozu ein Hirngespinst, ein menschengemachtes Konstrukt "Gott", wenn all das - Verantwortung, Fürsorge, Liebe, Mitgefühl, Solidarität, Kooperation, Prosozialität, Freiheit von Herrschaft und Unterwerfung - viel besser ohne "Gott", Religion/Ideologie, Glaube lebbar ist?
 
Leute, religiös und/oder esoterisch gläubige Menschen äußern mir gegenüber immer wieder, bspw. auf social media (im Internet), es gäbe "etwas, das größer ist".
 
Dazu folgende Fragen:
Wie kommst du darauf, es verhielte sich, wie von dir geäußert? Welche Evidenz gibt es dafür, dass es "etwas" gäbe, das "größer" ist - "größer" als wer oder was? Und wodurch zeigt sich das: in Realität? Welche "mystische Dimension": die nicht von Menschen konstruiert ist?
 
Was ist die "Alternative" zu religiös-ideologischem Glauben, Indoktriniertsein, zu "Gott", einer vermeintlich "übergeordneten Instanz", zu Religion/Ideologie:
Philosophie, Vernunft, Prosozialität, Liebesfähigkeit - a k t i v e s Lieben (siehe Erich Fromm "Die Kunst des Liebens"), statt Glaube, Religion, Ideologie, "Gott" - menschliches Konstrukt, Hirngespinst, Phantasma, Krücke, Macht- und Unterwerfungsmittel.
 
Kein Mensch sollte seine Identität auf Religion, Ideologie, Glaube, Aberglaube, Esoterik, Gottes-Wahn gründen, sondern auf intrinsische Moral, Integrität, Prosozialität, Erkenntnis, Vernunft, Reife, Liebesfähigkeit.
Ich wünsche mir eine gottlose Welt.
Philosophie statt Ideologie.
 
Reife, intellektuelle, soziale, emotionale Persönlichkeitsreife - je persönliche und "kollektive": gilt es zu fördern, zu stärken, zu ermöglichen, statt sie autoritär zu unterdrücken, zu behindern, durch Ideologie, inkl. Religion, zu torpedieren, untergraben.
 
Dann wird von Gläubigen oft geäußert, "das Universum" und alles, das "der Mensch" nicht begreife, sei Beweis dafür, dass es "Gott" oder "etwas Höheres" gäbe.
 
Dazu folgende Fragen:
Du meinst, nur weil Mensch etwas "nicht begreifen kann" bzw. noch nicht oder ggf. auch nie rational oder emotional erfasst, sei das der "Beweis" dafür, dass es "Gott" gibt? Wie kommst du darauf? Wie, womit begründest du dies - mit welchen Tatsachen, welcher Realität, Evidenz?
 
Sodann wird geäußert, "das Wesen eines Baumes, einer Pflanze" sei etwas anderes, als deren Namen und Aussehen zu kennen und es gehe um "den wesentlichen Zugang zum Leben". Auch dies wird jedoch nicht näher ausgeführt oder begründet, belegt.
 
Dazu folgende Fragen:
Welches "Wesen eines Baumes"? Was für ein "Wesen" hat denn ein Baum, eine Pflanze?
Welcher "wesentliche Zugang zum Leben" wessen und wer legt das auf welcher Fakten-, Vernunft-, Legitimationsgrundlage wie für wen fest?
 
Daraufhin werden von Gläubigen "schamanische" und "mystische Erfahrungen" eingeworfen.
Keine Frage: Menschen können zweifelsohne abergläubisch, esoterisch sein, "denken", d.h. solche Vorstellungen haben, sich entsprechend verhalten: wenn/weil sie es so wollen, aber das bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass sie dies sein müssen - sie können stattdessen Leben und Welt auch rational, vernünftig, wissenschaftlich betrachten, erforschen, erfassen.
 
Was Mystik anbetrifft, siehe dazu meine Argumentation und Quellensammlung im entsprechenden blog-Eintrag, unten verlinkt.
 
Äußerung der Gläubigen - hier nur e i n Beispiel zitiert (inklusive im Original vorhandender, von mir übernommener orthographischer Fehler):
"wer anfängt sich da zu hinterfragen und wirklich nachschaut kann sehen und erfahren, dass unsere Beziehung zum Leben etwas sehr lebendiges ist. In meiner Erfahrungswelt kommuniziere ich ständig und ununterbrochen mit dem Leben und es antwortet auf hoch intelligente Weise (...)"
 
Hierzu meine folgenden Fragen:
Wer sollte wo, Zitat "wirklich nachschauen"?
Was heißt "wirklich nachschauen" - wie geht das, was ist das genau, was macht man - wer: alle oder jeder für sich unterschiedlich? - das wie genau, mit welchem "Ergebnis", das nicht Illusion, Konstrukt, Phantasma, Wunschdenken ist?
 
Wie, worin zeigt sich und wie definierst du deine, Zitat "Erfahrungswelt", in der du auf welche Weise genau "mit dem Leben kommunizierst"?
Wer oder was ist "das Leben", wer definiert das wie, auf welcher faktischen und/oder empirischen Basis?
Was meint diesbzgl. "kommunizieren"?
 
Wie, wodurch, womit "antwortet" "das Leben" dir, Zitat: "auf hochintelligente Weise" - wie, worin äußert sich das genau und wie kommst du darauf, dass "das Leben" dir "antwortet" und es nicht deine rein subjektiven Interpretationen sind, sondern Tatsache, Realität?
 
Deutlicher: Woher w e i ß t ;) du, was gibt dir die Gewissheit, dass du dir all das nicht einfach nur selbst ausdenkst, vorstellst, wünschst, sondern es tatsächlich so - real, tatsächlich vorhanden, gegeben, evident, somit auch nachweisbar - ist?
 
Und wenn es nicht rational erfassbar, nachweisbar, valide und empirisch evident ist, worin unterscheidet sich deine rein subjektive "Erfahrung" dann von bloßer Einbildung, Illusion, Phantasma, Wunschdenken, also: religiös-ideologischem Glauben und Selbstbetrug?
 
Zum vermeintlichen Dialog mit "Gott" oder einem von Menschen phantasierten, illusionierten "Höheren", einer "Energie", einer "übergeordneten Instanz": Es ist kein Dialog, es ist Monolog, Selbstgespräch. Denn:
 
Einen "Gott" - der mir nur so, nur das vermeintlich "antwortet, zeigt, spiegelt, offenbart", das sich in nur meiner persönlichen, subjektiven Vorstellung über ihn befindet, oft auch: das mir über "Gott" erzählt, beigebracht, indoktriniert wurde - kann ich mir nach meinen ureigenen Wünschen, auch Ängsten ... denken, formen, vorstellen, gestalten und vermeintlich "erleben, erfahren".
 
Alles abstrakt, alles nur in Subjekthaftigkeit, Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Eskapismus gebettet. Bequem, angenehm, selbstschonend - auch dann, wenn es Zweifel(n) gibt.

Denn mir fehlt hierbei die Herausforderung, das unmittelbare, konkrete Angesprochen-, Herausgefordert-, Gefragt-, Gemeintsein durch ein leibhaftiges, leibliches, lebendiges, sinnlich wahrnehmbares, erfahrbares, existierendes Gegenüber: ein Lebewesen, demgegenüber ich mich verhalte und das sich zu mir verhält, demgegenüber ich v e r a n t w o r t l i ch bin in meinem Tun, Verhalten.
 
Mit einem abstrakten, erdachten, konstruierten "Gott" gibt es keinen echten, tatsächlichen Dialog - es kann stets nur der Monolog mit sich selbst sein und bleiben. Man bleibt völlig auf sich selbst zurückgeworfen, in sich selbst verhaftet - es gibt gerade k e i n Überschreiten, Transzendieren, weder des Ego noch des Selbst, ohnehin nicht der Leiblichkeit, Bedürftigkeit, schon gar kein Reifen.
 
Es ist selbstschonender Selbstbetrug - Selbstflucht, Weltflucht, das Verweigern von Beziehung und Verantwortung, von aktivem Sich-Zuwenden zum und Einlassen auf den anderen: andere Lebewesen - im Hier und Jetzt.
 
"Glaube, Liebe, Hoffnung"
 
Freundschaft, Bindung, Beziehung, Verbundensein, Liebe: gibt es nur im "Diesseits" - im Leben eines Menschen, solange er leiblich, physisch lebt, existiert - und nur mit anderen leiblich existierenden Lebewesen, vor allem: Menschen.
 
Menschen brauchen zeitlebens, im und zum Leben Menschen - nicht "Götter".
Nur wo Menschen keinen wohltuenden Zugang, Umgang, Bindung, Beziehung mit anderen Menschen (mehr) haben, leben können oder dürfen, klammern sie sich an "Gott" - ein Hirngespinst, eine Krücke, eine Lüge.
 
Ein reflektierter, reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe.
 
Gläubige beantworten solche Fragen und Kritik zumeist nicht, sie fahren stattdessen einfach mit ihren haltlosen Behauptungen, Projektionen und Unterstellungen, mit ihrem selbstschonenden Selbstbetrug fort, siehe bspw. dieses Zitat:
 
"Du vermischst da zwei Sachen. Das eine ist Religion oder das religiöse Dogma, getragen durch die religiösen Institutionen - das andere ist gelebte Spiritualität. Ersteres präsentiert ein Bild an das du blind glauben musst, zweiteres bietet eine lebendige Beziehung, die sich entwickelt. Jeder Mensche hat ein Bild von "Gott" in Form von Gedanken und Glaubensmustern über das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Atheisten leugnen das gerne sind aber dennoch stark davon betroffen, was man daran sieht, dass sie nicht wirklich loslassen können sondern dieses Bild im Außen ständig bekämpfen müssen. Die Alternative zu diesem blinden Kampf ist nicht der blinde Glaube der Religion sondern eine lebendige Beziehung, die immer wieder hinterfragt und zwar sich selbst und die eigene Beziehung zu Gott/dem Leben."
 
Meine Replik hierauf:
Auch das sind deine subjektiven Interpretationen, die viel über dich selbst aussagen, keineswegs das über andere, das du diesen unterstellst. Wenn man etwas rational, argumentativ und faktenbasiert widerlegt, ist das Kritik, Diskussion, nicht "blinder Kampf".
 
Was den "Kampf" anbetrifft - ich kann nicht für andere sprechen, aber worum es mir geht, ist zweifelsohne das Überwinden von Autoritarismus, Verknechtung, Religion, Ideologie, selbstverschuldeter Unmündigkeit, Indoktrination, Sadismus, Masochismus - Unreife.
 
Gläubige Menschen selbst sind es, die gegen Rationalität und Reife, Reifung "kämpfen" bzw. sich dem - aus bereits genannten Gründen - verweigern. Indoktriniertsein, Selbstbetrug, intellektuelle, soziale, emotionale Unreife.
 
Reaktion der gläubigen Person:
"Etwas geht nicht weg nur weil man es ignoriert oder dagegen kämpft."
 
Meine Replik hierauf:
Es kann nicht "etwas" "nicht weggehen", das es nicht gibt bzw. das nur durch Glauben, aber nicht real "existiert", denn Glaube versetzt bekanntlich Berge.
Wer sich aufgrund intellektueller, sozialer und emotionaler Unreife selbst betrügt, tut das, aus bereits genannten Gründen, zumeist sehr hartnäckig. ;)
 
Auch bzgl. "Spiritualität" sitzt du einer Selbsttäuschung auf, denn was du unter, Zitat "gelebter Spiritualität" verstehst, siehe deine bisherigen Äußerungen in dieser Unterhaltung, ist augenfällig erheblich religiös-ideologisch geprägt.
 
Wie kommst du darauf, jeder Mensch habe, Zitat "ein Bild von `Gott´ (...)"?
Du sonderst unablässig nur haltlose Behauptungen bar jeglicher Faktenbelege ab - es sind sämtlich deine persönlichen Interpretationen, Projektionen und Unterstellungen.
 
Gläubige Person:
"Du wolltest wissen womit ich diese mystische Dimension des Lebens begründe. Seit Anbeginn der Menschheit finden wir Wege Zugang dazu zu finden und die befinden sich außerhalb unserer normalen Alltagswahrnehmung und begründen sich auch(!) auf das was wir schwer fassen können."
 
Meine Replik:
Wieder äußerst du eine Behauptung ohne Faktenbeleg. Dass und warum Menschen früher an "Götter" glaubten, ist bekannt: Sie konnten sich bspw. etliche Phänomene, auch gerade Naturereignisse, die ihr Leben gefährdeten, nicht erklären - es mangelte ihnen schlicht an Wissen.
 
Du "beantwortest" die Frage im Übrigen nur vermeintlich, da du dich mit deiner "Antwort" wiederum auf genau das beziehst, das du nicht rational, fakten, evidenzbasiert, realitätsbezogen beantworten, erklären, belegen, beweisen kannst, aber eben dieses nur Erfundene, Phantasierte abermals als "Antwort" heranziehst. Das nennt man Zirkelschluss.
 
Wir wissen übrigens auch, dass dieser menschliche, irrationale Glaube lange Zeit mit sehr viel Gewalt, Brutalität, Rache, Folter, Sadismus, Mord - siehe bspw. Menschenopfer in patriarchalen Kulturen, Hexenverbrennungen: Femizid, Religionskriege u.a.m. einherging.
 
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01. Juli, 08. Dezember 2023 und 29., 30. März 2024
 
Hört doch bitte endlich mit eurem bräsigen, hohlen Gequatsche von "Demut" auf.
Was habt ihr bloß immer mit eurer Demut?
Rhetorische Frage. Ursache ist internalisierter Autoritarismus, inkl. Unterwerfungsbedürfnis und Führersehnsucht - Gottes-Wahn, Religion, Ideologie.
 
Wenn ihr Demut - von wem auch immer - wollt, geht in die Kirche und kriecht kollektiv devot-masochistisch vor euren illusionierten, phantasierten "Gott" hin, ihr unreifen Kinder.
 
Persönlich halte ich nichts von religiös-verbrämter "Demut", präferiere stattdessen Selbstreflexion, Mitgefühl, (Streben nach) Urteils-, Erkenntnisfähigkeit und Persönlichkeitsreife.
 
Das ist wie mit dem gleich stupiden Geseiere vom Bösen - "das Böse". Es gibt nicht "das Böse", "das Gute". Es gibt Menschen. Menschen schaffen sich Moral und Ethik. Menschen agieren, verhalten sich, haben Persönlichkeiten ... .
 
Ja: Es gibt destruktive, nekrophile, sadistische, antisoziale (siehe bspw. pathologischen Narzissmus, antisoziale PKST, "dunkle Triade") Menschen, aber deshalb ist nicht "der Mensch" grundsätzlich oder mehrheitlich destruktiv, sadistisch, antisozial, "böse", schlecht.
 
Es sind Menschen, die agieren, die glauben, fühlen, denken, Vorstellungen haben, geprägt, oft auch seit Kindheit beschädigt sind: psychisch-emotional. Autoritarismus, patriarchale, religiöse Vorstellungen, auch Esoterik, Manichäismus, Gut-Böse-Dichotomie: nach wie vor verbreitet.
Menschen schreiben dann entsprechende Geschichten, Romane, malen "entsprechende" Bilder ... .
 
Auch die Bibel, insbes., aber keineswegs nur das Alte Testament sowie eigentlich alle monotheistischen, patriarchal-autoritären Religionen belegen das eindrucksvoll. ;)
Bibel, Bibelgeschichten - von Menschen, merheitlich Männern gemacht, verbreitet, auf Basis ihrer entsprechenden, persönlichen und kollektiven Urteils-, Erkenntnis-, Reflexionsunfähigkeit, psychisch-emotionalen und sozialen Unreife, gemäß ihrer Zeit, Weltanschauung, Ideologie: Patriarchat.
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Rache, Vergeltung, Strafe, Konkurrenz, Übervorteilung, Macht,  Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt, Krieg - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen. Menschenwürde.
 
Wer nicht ehrlich, wahrhaftig, aus innerem, echten Bedürfnis heraus um Verzeihung bitten kann - für von ihm wissentlich verursachtes Leid - drückt damit nicht Macht, Stärke, gar Würde aus, sondern Selbstgerechtigkeit, Selbstbetrug - Scham, Feigheit, Schwäche.
Unreife.

 
Macht, Kontrolle, Herrschen, Unterwerfen -> Kompensationsverhalten, Selbstbetrug, Angst, Feigheit, Schwäche, Unreife. Liebesunfähigkeit:
 
Wer nicht ehrlich, wahrhaftig, von Herzen um Verzeihung bitten kann, kann nicht lieben.
Wer nicht zugewandt, bedürfnisorientiert geben kann, kann nicht lieben.
Wer nicht eigene Defizite, Unzulänglichkeiten, Fehlverhalten zugeben, wiedergutmachen will, kann, kann nicht lieben.
 
Menschen brauchen zeitlebens, im und zum Leben Menschen - nicht "Götter".
Nur wo Menschen
keinen wohltuenden Zugang, Umgang, Bindung, Beziehung mit anderen Menschen (mehr) haben, leben können oder dürfen, klammern sie sich an "Gott" - ein Hirngespinst, eine Krücke, eine Lüge.
 
Ein reflektierter, sozial, emotional und intellektuell reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe. Aktives Lieben.
 
Philosophie, statt Ideologie.
Persönlichkeitsentfaltung und -reifung, statt Dressur, Abrichtung, Indoktrinierung, Instrumentalisierung, Knechtung, Ausbeutung.
Intrinsisch motivierte, statt religiös/ideologisch oktroyierte Moral - Mitgefühl.
 
Anarchismus ist keine Ideologie, sondern Philosophie bzw. Lebenspraxis, die sich auf Gemeinwohl, Grundrechte, universelle Menschenrechte, Solidarität, Kooperation, Selbstbestimmung, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Freiheit von Herrschaft, Unterwerfung, Autoritarismus, Gewalt gründet.

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Moralisch zu rechtfertigen hat ein jeder Mensch sein Verhalten nicht vor einem "Gott", einem "metaphysischen Prinzip", Konstrukt, Phantasma, auch nicht vor einem Gericht, einer wandelbaren Justiz, sondern vor sich selbst und mehr noch: vor dem Anderen
 
- mit, neben, durch den er lebt, dem er begegnet, der ihm widerfährt, mit dem er konfrontiert, von dem er herausgefordert, berührt, getragen, gehalten, verletzt, in Staunen versetzt und auf sich selbst zurückgeworfen ist - der ihm auf dem Weg seiner Selbsterkenntnis und sozialen, emotionalen, intellektuellen Reifung unverzichtbar nur sein kann.
Auch dann, wenn dies (immer wieder auch) schmerzhaft ist.
 
Wer einen "Gott", eine "übergeordnete Instanz", ein "metaphysisches Prinzip", Konstrukt braucht, will, proklamiert, um sich moralisch, d.h. fair, prosozial zu verhalten, offenbart damit seinen je persönlichen Mangel, Defizit an Mitgefühl und intellektueller, emotionaler Reife.
 
"Das moralische Gesetz in mir", wie Kant es formuliert, ist nichts anderes als intrinsische - nicht: ideologisch, religiös oktroyierte - Moral, als die Urbasis jeglicher (rationalen) Ethik: das jedem Menschen wie auch anderen Primaten angeborene Mitgefühl.
 
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Das sogenannte "Böse" zeigt sich generell darin, dass und dann, wenn
 
das einem jeden Menschen angeborene, genetisch angelegte Mitgefühl mit dem anderen, mit anderen Lebewesen (nicht nur Menschen) taub, blind, stumm geworden ist. 
 
Es gibt nicht "das Böse", "das Gute". Es gibt Menschen.
Menschen schaffen sich Moral und Ethik.
Menschen agieren, verhalten sich, haben Charaktere, Persönlichkeiten ... .
 
Ja: Es gibt destruktive, nekrophile, sadistische, antisoziale (siehe bspw. pathologischen Narzissmus, antisoziale PKST, "dunkle Triade") Menschen, aber deshalb ist nicht "der Mensch" grundsätzlich oder mehrheitlich destruktiv, sadistisch, antisozial, "böse", schlecht.
 
Weit verbreitet, zugrundeliegend ist vor allem der Gut-Böse-Dualismus - siehe Manichäismus, Gnosis - der sich bis heute in Religionen, Ideologien, Mythen, Geschichten, bspw. "Herr der Ringe", "Star Wars", "Harry Potter" sowieso der Bibel findet.
 
Es sind Menschen, die agieren, die glauben, fühlen, denken, Vorstellungen haben, geprägt, oft auch seit Kindheit beschädigt sind: psychisch-emotional. Autoritarismus, patriarchale, religiöse Vorstellungen, auch Esoterik, Manichäismus, Gut-Böse-Dichotomie: deshalb nach wie vor verbreitet.
Menschen schreiben dann entsprechende Geschichten, Romane, malen "entsprechende" Bilder ... . Auch die Bibel, insbesondere das Alte Testament sowie eigentlich alle monotheistischen, patriarchal-autoritären Religionen belegen das eindrucksvoll. ;)
 
Bibel, Bibelgeschichten - von Menschen, merheitlich Männern gemacht, verbreitet, auf Basis ihrer entsprechenden persönlichen und kollektiven Urteils-, Erkenntnis-, Reflexionsfähigket, psychisch-emotionalen (Un-) Reife, gemäß ihrer Zeit, Weltanschauung, Ideologie: Patriarchat.
 
Und immer ging und geht es im global nach wie vor bestehenden Patriarchat um Rache, Vergeltung, Strafe, Konkurrenz, Übervorteilung, Macht, Unterwerfung, Ausbeutung, Gewalt, Krieg - statt um Kooperation, Solidarisieren, Gemeinwohl: für a l l e Menschen auf dieser Erde. Menschenrechte, Menschenwürde.
 
Keine Überzeugung, keine Ideologie und kein Befehlsgehorsam kann ein intaktes Mitgefühl, dessen natürliche Vehemenz, Intensität, ignorieren, übergehen.

Erst dann, wenn das Mitgefühl, die basale, intrinsische Moral, die auf emotionellem, affektiven Mitfühlen beruht, erheblich betäubt, beschädigt ist - und das zumeist seit der Kindheit bereits - kann "das Böse" wirken; und keine religiös, keine ideologisch oktroyierte Moral, auch keine ausschließlich vernunftbasierte Ethik vermag dem dann noch vollständig oder angemessen Einhalt zu gebieten.

Die intrinsisch motivierte - im Gegensatz zur religiös, ideologisch oktroyierten - Moral, das angeborene Mitgefühl ist essentielle Voraussetzung, ist basale Grundlage jeglicher rationalen Ethik.
Einer Ethik, einer Moral ohne Mitgefühl sind inhärenterweise Tür und Tor zu Missbrauch und Pervertierung geöffnet.
 
"Das Böse" ist, gründet sich auf einen ausgeprägten Mangel an oder das gänzliche Fehlen von Mitgefühl. Siehe antisoziale Persönlichkeitsstörungen, narzisstische PKST, maligner Narzissmus, Sadismus, Psychopathie.
 
Der Urgrund jeder authentischen, wahrhaftigen, "praktizierten, angewandten", gelebten Moral und rationaler Ethik ist Mitgefühl (nicht gleichbedeutend mit Empathie). Nicht: Religion, Glaube, "Gott", Religion, Justiz, Gesetze, Regeln, Dogmen.
 
Keine Moral, keine Ethik, keine Liebe, keine Versöhnung, kein Frieden ohne Mitgefühl.
 
Kein Mensch wird ohne Mitgefühl, kein Mensch wird "böse" geboren.
 
Aber ein Täter, auch wenn er "bloßer" Befehlsempfänger, Vollstrecker ist, weiß immer, dass er ein Täter ist - auch wenn er dies vor sich selbst und/oder gegenüber anderen zu leugnen versucht (siehe selbstschonender, kompensatorischer Selbstbetrug), es sei denn, er ist ein Psychopath. Doch auch als Psychopath wird ein Mensch nicht geboren.
 
Mehrheitlich werden Menschen "böse", antisozial, gewalttätig, wenn, d.h. nachdem sie zuvor selbst intensiv, langandauernd und/oder wiederholt psychisch-emotional, sozial, physisch, existenziell beschädigt wurden. Siehe hierzu die neurobiologischen Hintergründe und Erkenntnisse zu Aggression und Gewalt (auch Radikalisierung) - das Überschreiten der Schmerzgrenze eines Individuums und dessen Folgen.

Sozialisation, "Erziehung", Schwarze Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Entzug von Zuwendung und Zuneigung, Strafe, Dressur, absichtsvolles Schmerzzufügen, also psychisch-emotionale und/oder physische Gewalt) sowie diverse Ideologien, Indoktrinierung verstärken, befördern dies.

Das rechtfertigt oder entschuldigt "böse" (Gewalt-) Taten nicht, es erklärt jedoch, wie und warum es zu diesen kommt und es zeigt die Wichtigkeit, die Unverzichtbarkeit von angemessener Prävention auf.
 
Diese Prävention beginnt allerdings nicht erst mit und besteht nicht in sogenannter "Resozialisierung" und/oder diversen Therapien, "Integrations-, Wiedereingliederungsmaßnahmen" (inklusive bürokratischer und/oder finanzieller Vorgänge, Hürden).
 
Erforderlich ist stattdessen grundsätzlich der bedürfnisorientierte, respektvolle, prosoziale, feinfühlige, mitfühlende, nicht-paternalistisch fürsorgliche, wertschätzende Umgang mit Menschen, insbesondere mit Kindern.
Voraussetzung hierfür wiederum sind entsprechend angemessene, diesen Umgang ermöglichende und unterstützende Lebensverhältnisse von/für Menschen, Eltern, Familien, Bezugspersonen, Gemeinschaften, folglich entsprechende Politik.
 
Belastend und beschädigend wirken sich nachweislich bspw. materielle Armut, Ausgrenzung und patriarchal-autoritäre, repressive Verhältnisse, inklusive solcher Religionen, Ideologien, auch die patriarchale Ehe und Kleinfamilie aus sowie häufig wechselnde oder auch fehlende mehrere Bezugspersonen (nicht Betreuungspersonal) unterschiedlichen Alters und Geschlechts für sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene, Eltern, Sorgende: eine tragende, gewaltfreie Gemeinschaft, wie sie bspw. in Matriarchaten (matrilinear, matrifokal) lebenden Kulturen üblich war und ist.
 
Hiervon sind wir augenfällig noch immer viel zu weit entfernt - je national, ohnehin global. Im Kapitalismus sind solche erforderlichen, zuträglichen, gemeinwohlförderlichen, Gemeinwohl schaffenden und erhaltenden Verhältnisse offensichtlich nicht zu erwirken und nicht zu erhalten - das Gegenteil ist, weltweit täglich wahrnehmbar, der Fall.
 
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Ein mitfühlender Mensch kann grundsätzlich - aufgrund des ihm angeborenen, intakten Mitgefühls (siehe auch Spiegelneuronen, Neurobiologie, Neurowissenschaften, Primatologie) - selbst nicht ertragen, wenn ein anderes schmerzfähiges Lebewesen leidet, sein unmittelbarer Impuls ist, das Leid des anderen Lebewesens bedürfnisorientiert möglichst zu beenden oder es wenigstens abzumildern. Er leidet selbst, wenn, weil andere leiden.
 
Nur Sadisten und Psychopathen fügen anderen schmerzfähigen Lebewesen absichtsvoll Schmerz, Leid, Qualen zu und ergötzen sich daran, empfinden psychische und/oder auch physische Befriedigung hierdurch.
 
Leider sind zahlreiche Menschen von frühester Kindheit an in ihrer angeborenen Fähigkeit mitzufühlen massiv beschädigt - mit lebenslang wirksamen Folgen.

Schwarze Pädagogik fängt nicht erst bei körperlicher Misshandlung an, kennzeichnend ist viel mehr vor allem psychisch-emotionale Gewalt: Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Strafe, Dressur, absichtsvolles, vorsätzliches Schmerzzufügen (Strafe), somit Sadismus.
Solche Misshandlung hat ein beschädigtes Mitgefühl zur Folge, führt außerdem zumeist zu Angst, Abwehr, erhöhtem Sicherheitsbedürfnis, Trotz, Verweigerung, Aggression, siehe global verbreiteten Konservatismus, aber auch zu Depression, diversen weiteren psychischen Störungen, Erkrankungen, bis hin zu physischer Gewalt. Opfer werden häufig zu Tätern, jeder Täter war/ist selbst Opfer, kein Mensch wird als (Gewalt-) Täter, "böse" geboren.
 
Ich empfehle zur Lektüre daher immer wieder Arno Gruen und Erich Fromm.
 
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update 10. August 2020
 
Nach meinem Verständnis von Liebe beinhaltet diese Verbundensein - ganz elementar, siehe Erich Fromm.
 
Bedingungslose Liebe gibt es - wenn - nur von den Eltern für Kinder.
 
Selbstverständlich impliziert Liebe auch Bedürfnisse nach Nähe, Verbundenheit, Gemeinsamsein, Vertrautheit ... . Beziehung. Deshalb kann Mensch "Götter" nicht lieben.
 
Ein "Gott", ein sogen. metaphysisches Prinzip, menschliches Konstrukt also - weshalb Gott, Götter von jeher anthropomorph dargestellt, attributiert, charakterisiert sind - kann nicht (Menschen, "seine Schöpfung", was auch immer) lieben und nicht geliebt werden, da Liebe, das Lieben, nicht nur eine mentale, intellektuelle, rationale Haltung oder ein Gefühl, eine Empfindung intensiver Zuneigung, sondern vor allem eine Aktivität, aktives menschliches Tun, Agieren in bestimmter Weise ist:
 
Aktives Lieben bedeutet, sich einem oder mehreren anderen - geliebten - Lebewesen im Diesseits, im Hier und Jetzt, während des eigenen, persönlichen leiblichen Existierens, Lebens, in bestimmter, bewusster Weise zuzuwenden, zu verhalten. Hierzu sei abermals auf Erich Fromms Definition von Liebe, d.h. nicht nur Geliebtwerden (-wollen), sondern aktivem Lieben, verwiesen, siehe in "Die Kunst des Liebens" von ihm erläutert.
 
In Kurzfassung:
Aktives Lieben drückt sich aus in, durch bedürfnisorientierte, nicht-paternalistische Fürsorge, Achtung, Freiheit, Verantwortung, Erkenntnis - Verbundensein.
 
Erich Fromm:
"Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.
Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, dass man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen."
 
Einem phantasierten, halluzinierten, konstruierten, abstrakten, leiblosen "Gott", einer bloßen Idee, einem Konstrukt gegenüber kann ein Mensch nicht fürsorglich, verantwortlich, gebend agieren - verbunden sein. Es fehlt hierfür die für Beziehung, für Bindung, Liebe entscheidende, unabdingbare Grundvoraussetzung: das gerade leiblich existierende (oder einmal existiert habende), persönlich gekannte, erlebte Gegenüber - der Andere, das Du - mit dem man real, tatsächlich interagiert hat, mit dem man konfrontiert, von dem man herausgefordert, dem man gegenübergestellt war bzw. ist, gegenüber dem man sich während eigener Lebenszeit - als jeweils soziale, leibliche, bedürftige, verletzliche Wesen, Menschen - persönlich verhält.
Hierzu sei insbesondere auf Emmanuel Lévinas verwiesen.
 
Eben dies macht Beziehung aus. Keine Beziehung, keine Bindung ohne immer wieder auch mögliche, erfahrene leibliche Nähe, Sozialkontakt, Austausch, Erfahrung, Interaktion und: (nicht-sexuelle) Berührung.
 
Solche Beziehung, Bindung, Berührung ist für alle Menschen lebenslang unentbehrlich, eben weil Menschen soziale Wesen sind. Sie brauchen solche wohltuende Berührung, Halt, Gehaltensein, Nähe, Beziehung, Bindung, Verbundensein für ihr physisches und psychisches Wohlbefinden, für Entwicklung, Persönlichkeitsreifung, Selbstreflexion, (Selbst-) Erkenntnis, für Lernen, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Resilienz und ganz besonders auch für Genesung und Heilung.
 
Gerade wenn und weil Menschen solche stabile Bindung, wohltuende, tragende Beziehung und Berührung, Gehalten-, Getragensein nicht, insbesondere nicht in der prägenden Phase ihrer Kindheit, oder nur unzureichend erfahren haben - tatsächlich geliebt zu werden von den Hauptbezugspersonen (zumeist den Eltern) - sind sie selbst häufig nicht liebesfähig, nicht beziehungsfähig, suchen dann ersatzweise, kompensatorisch Trost, Halt, Zuflucht, Ausweg bei "Gott", in Glaube, Aberglaube, Esoterik oder auch Drogen, Sucht.
 
Um sich ihr Ungeliebtsein sowie ihre eigene Liebesunfähigkeit nicht eingestehen, sich damit - zwecks Bewältigung, Heilung - nicht auseinandersetzen zu müssen, da dies mit Schmerz, Leid verbunden, überdies zumeist ein langwieriger Erkenntnis- und Reifungsprozess wäre, und weil sie oft auch autoritär geprägt sind, überhöhen solche Menschen das "Geistige", Rationale, Intellektuelle, werten alles Leibliche, Physische, Sinnliche, Emotionale, gerade auch Genussvolle als schlecht, verdorben, schmutzig, primitiv, schwach, falsch, teuflisch ab - siehe Kirche, Religion, Patriarchat.
 
Einen "Gott" - der mir nur so, nur das (vermeintlich) "antwortet, zeigt, spiegelt, offenbart", das sich in nur meiner persönlichen, subjektiven Vorstellung über ihn befindet (oft auch: das mir über "Gott" erzählt, beigebracht, indoktriniert wurde) - kann ich mir nach meinen ureigenen Wünschen (auch Ängsten ...) denken, formen, vorstellen, gestalten und vermeintlich "erleben, erfahren". Alles abstrakt, alles nur in Subjekthaftigkeit, Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Eskapismus gebettet. Bequem, angenehm, selbstschonend - auch dann, wenn es Zweifel(n) gibt.
 
Denn mir fehlt hierbei die Herausforderung, das unmittelbare, konkrete Angesprochen-, Herausgefordert-, Gefragt-, Gemeintsein durch ein leibhaftiges, leibliches, lebendiges, sinnlich wahrnehmbares, erfahrbares, existierendes Gegenüber - ein Lebewesen, demgegenüber ich mich verhalte und das sich zu mir verhält, demgegenüber ich v e r a n t w o r t l i ch bin - in meinem Tun, Verhalten.
 
Mit einem abstrakten, erdachten, konstruierten "Gott" gibt es keinen echten, tatsächlichen Dialog - es kann stets nur der Monolog mit sich selbst sein und bleiben. Man bleibt völlig auf sich selbst zurückgeworfen, in sich selbst verhaftet - es gibt gerade kein Überschreiten, Transzendieren (weder des Ego noch des Selbst, ohnehin nicht der Leiblichkeit, Bedürftigkeit), schon gar kein Reifen.

Es ist selbstschonender Selbstbetrug - Selbstflucht, Weltflucht, das Verweigern von Beziehung und Verantwortung, von aktivem Sich-Zuwenden zum und Einlassen auf den anderen: andere Lebewesen - im Hier und Jetzt.
 
Bestimmte Menschen wollen Liebe als etwas irgendwie "Reines", Abstraktes sehen - abseits jeglicher Menschlichkeit, Leiblichkeit, Bedürftigkeit.
Das ist üblicherweise ihrem Bedürfnis, jedenfalls Wunsch nach Übersichtlichkeit, Ordnung, Kontrolle und Sicherheit geschuldet. Auch wenn ihnen selbst das zumeist nicht so bewusst sein mag.
 
Liebe ist deshalb schmerzhaft, weil geliebte Menschen einen am intensivsten verletzen können und weil der Verlust schmerzt, auch deren Leid (psychisches oder physisches).
Liebe ist kein paradiesischer Zustand permanenter Harmonie.
 
Natürlich vermisst man einen geliebten Menschen, gleich, ob das ein Partner, Kind, Freund/in oder wer immer ist. Selbstverständlich sehnt man sich nach dessen Nähe, nach Gemeinsamsein. Auch wenn Sehnsucht, Verlust, Vermissen schmerzhaft sind.
Natürlich erwartet man etwas, eben weil man in Beziehung zu geliebten Menschen ist, sonst würde man sie auch nicht vermissen können - bspw. nach deren Tod.
Selbstverständlich impliziert Liebe u.a. auch Sehnsucht nach Gemeinsamsein, Verbundensein. Selbstverständlich schmerzt deshalb der Verlust, Tod eines geliebten Menschen oder auch Tieres.
 
Denn wir sind Menschen und als solche lebenslang bedürftig.
Und was wir beim aktiven Lieben (!) erfahren, ist genau das: Verbundensein. Und das beinhaltet Sehnsucht, Schmerz, auch Trauer, Wut, bedürfnisorientierte Fürsorge, Verantwortung, Freiheit, Erkenntnis (des Selbst und des Anderen), Herausforderung, Reifung ... .
 
Deshalb ist es so wichtig, nicht von etwa irgendwie abstrakter Liebe zu sprechen, sondern vom aktiven Lieben - von einer Haltung und einem Sich-Verhalten gegenüber dem geliebten Lebewesen. Und dieses lässt sich ja durchaus benennen, dieses Verhalten.
 
Liebe ist nie abstrakt, sondern immer konkret, bezüglich - siehe Beziehung, Bindung, Interagieren, Verbundensein.
 
Mag sein, dass nicht wenige Menschen ihren Partner als Besitz, Eigentum betrachten, das aber ist nicht Liebe.
Das Problem kommt aus der "bürgerlichen Liebe", der patriarchalen Ehe (-Institution), dem romantisch Verklärten und dem Verwechseln von Liebe mit Verliebtsein, weil es Romane, Filme gleichsetzen, so darstellen und weil Monogamie nicht dauerhaft funktioniert.
 
Lieben hat mit Geben, Zuwenden, Zuneigung, Intimität und Intensität zu tun, nicht mit Besitzanspruch, nicht mit (serieller) Monogamie. Und Liebe wird nicht weniger, sondern "mehr", wenn man sie teilt, gibt.
Dabei geht es allerdings entscheidend um das Wie bzw. darum, ob es jeweils Liebe oder nur Benutzen, Konsumieren, Ausbeuten ist.
Aber durchaus erwartet man etwas, sonst ist es keine Verbundenheit, Vertrautheit, keine Beziehung: zum Anderen als Anderen. Und wir sind alle nicht perfekt.
 
Erich Fromm hat Liebe bzw. aktives Lieben so viel klarer, strukturierter, verständlicher erklärt, "definiert", so in seinem Klassiker "Die Kunst des Liebens".
 
So auch Emmanuel Lévinas - über den Anderen, die eigene Haltung zu ihm, das persönliche (Sich-) Verhalten ihm gegenüber: Ethik, Verantwortung, Liebe.
 
Basaler Urgrund für sowohl Lieben, Liebesfähigkeit, als auch intrinsische Moral (statt religiös, ideologisch oktroyierter) ist das jedem Menschen wie auch anderen Primaten angeborene Mitgefühl.
 
Übrigens: das erkannt zu haben, bedeutet nicht zwangsläufig, es auch vollständig bereits leben zu können. Es ist ein Weg - letztlich ein lebenslanger.
Unabdingbar ist dafür (das Erlangen, jedenfalls Anstreben von) Reife. Klingt banal, pauschal, ist es in Lebenspraxis aber nicht.
 
Ein reflektierter, reifer, liebesfähiger Mensch hat kein Bedürfnis nach einer - von Menschen! konstruierten, illusionierten - "übergeordneten Instanz", sondern nach Selbstbestimmt- und Verbundensein, nach Gefährten in seinem einzigen, "diesseitigen", realen Leben. Liebe.
 
Solche für jeden Menschen lebenslang wichtige, unentbehrliche, heilende Bindung, Beziehung, leibliche Nähe, Wärme, wohltuende, nicht-sexuelle Berührung, Halt, Gehaltensein, Verbundensein gibt, gewährt, schenkt kein (halluzinierter, phantasierter) "Gott", auch keine Droge und kein Buch.
 
Die "höchste Form" der Liebe ist nicht Liebe zu "Gott", denn das ist Illusion, Selbstbetrug, Monolog.
Die herausforderndste, "schwerste" Form von Liebe, aktivem Lieben, ist die sogenannte Feindesliebe. Auch diese ist nur dem möglich, der grundsätzlich lieben kann: Lebewesen.
 
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Übrigens: Solche für jeden Menschen lebenslang wichtige, unentbehrliche, heilende Bindung, Beziehung, leibliche Nähe, Wärme, Berührung, Halt, Gehaltensein, Verbundensein gibt, gewährt, schenkt kein (halluzinierter, phantasierter) "Gott", auch keine Droge und kein Buch.
 
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29. Oktober 2023
 
Wer sich über staatlich, medial, ideologisch "betreutes Denken" echauffiert, zugleich aber religiösem Glauben, "Gott", "Transzendenz", Religion, also Ideologie anhängt, verhaftet bleibt, freiwillig unterwirft, offenbart (auch) damit seine intellektuelle und emotionale Unreife.
 
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07. Januar 2024
 
Aus oben verlinkter NDR Kultur-Sendung "Glaubenssachen" vom 17.09.2023 - "Blicke halten die Welt zusammen", von Mathias Greffrath, zitiert und stellenweise von mir kommentiert:

 
"Der liebe Gott sieht alles."
 
"Allein, eine autonome Menschheit war im Schöpfungsplan nicht vorgesehen."
 
Selbstredend nicht: In einer patriarchal-autoritären, auf Hierarchie, Macht, Herrschen, Unterwerfen, Ausbeuten, auf Strafe, Rache, Vergeltung, Dressur, Autoritarismus und Gewalt basierenden Religion, Ideologie ist Autonomie "Teufelszeug" - schlecht, verdorben, "böse".
Deshalb unbedingt zu unterbinden, zu bekämpfen, auszumerzen.
 
Der Mensch wird innerhalb eines solchen patriarchal-autoritären, schwarzpädagogischen Glaubenssystems für Autonomie, Autonomiebestrebungen von Anfang an, insbesondere in der Kindheit bereits, bestraft.
Autonomie muss in einem solchen System, um es erhalten zu können, im Keim erstickt werden. Psychische und/oder auch physische Gewalt, Unterdrückung, Gehorsam erzwingen, gefügig machen, unterwerfen, instrumentalisieren.
 
"Kain verbirgt sich vor dem Blick Gottes, den niemand, so heißt es in der Bibel, ansehen darf: `Kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.´"
 
- " 20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht."
https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose33,20 -
 
Natürlich nicht, denn wie soll ein - psychisch gesunder, vernünftiger, reflektierter, reifer - Mensch ein von (anderen) Menschen wahnhaft erdachtes, phantasiertes, illusioniertes Konstrukt, ein Hirngespinst, eine Wahnvorstellung real sehen, sinnlich, optisch wahrnehmen können.
 
Aber um die Illusion, Ideologie, Indoktrinierung, das hierdurch geschaffene und nur auf diese Weise auch konsolidierbare, zumeist gewaltgeprägte, nicht selten sadistische Hierarchie-, Macht-, Herrschafts-, Unterwerfungs-, Ausbeutungsverhältnis, inklusive aller bekannten Begleiterscheinungen und Folgen, aufrechterhalten zu können, muss sich seitens der Täter eines psychologischen Tricks, der Manipulation und Indoktrination bedient werden, also ist "Gott" für Menschen per Willkürakt, religiöser/ideologischer Setzung schlicht nicht sichtbar, nicht zu sehen - weil "der allmächtige Gott", in okkulter Manier, auf abstruse Weise vorgeblich so "groß, über-, nichtmenschlich, einzig" ist, über allem bzw. außerhalb von allem Menschlichen, somit auch Leiblichen, "Diesseitigen", Realen, Konkreten, jenseits von Physik, Materie, Verstand, Vernunft und Empirie steht.
Ein billiger, schäbiger Taschenspielertrick und der Gottes-Wahn, die autoritäre, wahnsinnige Religion/Ideologie eben.
 
Zugleich das auf - via Prägung, Erziehung, Dressur - internalisiertem Autoritarismus basierende, pathologische Bedürfnis von in dieser Weise - autoritär - geprägten, beschädigten, unreifen Menschen, sich einem "Führer, Lehrer, Vater, Herrn" gehorsam, devot zu unterwerfen, zu beugen, sich selbst zu verknechten, den sie als allmächtig vorstellen wollen, u m sich das Gefühl von "Erhabenheit", vor allem aber von Schutz, Sicherheit, Geborgenheit, Getragensein, Führung, Orientierung zumindest vorgaukeln zu können.
 
Solche Menschen sind in der magischen Phase hängengeblieben, sie ertragen aufgrund ihrer intellektuellen, mehr noch ihrer sozialen und emotionalen Unreife die "Entzauberung der Welt" durch Aufklärung, Wissenschaft, Vernunft nicht. Sie klammern sich auch als Erwachsene noch wie kleine Kinder an Illusionen, Phantasien, Märchen, Mythen, "Magie".
Eskapismus, selbstschonender Selbstbetrug und die Weigerung oder Unfähigkeit, zu reifen, somit auch: persönlich Verantwortung zu tragen.
 
"Ein paar Jahrhunderte lang noch stützte die Kirche in ihren populären Varianten gegen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse den Glauben ans himmlische Reich über den Wolken, an die Himmelstür, an die göttliche Bilanzrechnung. Und mit diesem Glauben die feudalen Verhältnisse von Unterordnung und Ausbeutung."
 
Aber: Der Mensch kann bewusst, willentlich vom Gewohnten, Althergebrachten abweichen, eingefahrene Wege verlassen, seine Scheuklappen und Fesseln selbst couragiert ablegen, vermeintlich "Normales", Normen hinterfragen, kritisieren, modifizieren, auch überwinden und neu anfangen, anders als bisher vorgehen, denken, fühlen, erkennen, sich verhalten, agieren. Dies gerade aufgrund bestimmter gemachter Erfahrungen, aufgrund von Verstand, Vernunft, Einsichten, Wissen, Verstehen, Erkennen und Reflektieren. Reife.
 
"Beziehung ist das eigentlich Wirkliche."
 
"Im Zeitalter der Milliarden Bilder, die unsere Blicke verkleben, von Selfie und TikTok und Facebook, die sie in Schablonen pressen oder in die falsche Unendlichkeit von Traumklischees. Und damit das verhindern, womit alles Neue beginnt: mit Blickkontakt.
Nicht mit Klicks und Likes."
 
https://www.ndr.de/kultur/epg/Sehen-und-gesehen-werden,sendung1372948.html

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27. Oktober 2023
 
Elsbeth, du schreibst so oft über Unreife, was ist denn nach deinem Dafürhalten Reife, Persönlichkeitsreife? :
 
Erkenntnis-, Urteils-, Reflexions- und Selbstreflexionsfähigkeit, Vernunft, Empathie, Mitgefühl, Authentizität, Integrität, (Zivil-) Courage, Rückgrat, Prosozialität, Liebesfähigkeit.
 
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05. November 2023
 
Was habt ihr Konservativen, religiös Gläubigen, Gottgläubigen, Unreflektierten bloß immer mit eurer Demut?
 
Rhetorische Frage.
Grund, Ursache: internalisierter Autoritarismus, inkl. Unterwerfungsbedürfnis und Führersehnsucht - Gottes-Wahn, Religion.
 
Wenn ihr Demut - von wem auch immer - wollt, geht in die Kirche und kriecht kollektiv devot-masochistisch vor euren illusionierten, phantasierten "Gott" hin, ihr unreifen Kinder.
 
Persönlich halte ich nichts von religiös-verbrämter "Demut", präferiere stattdessen Selbstreflexion, Mitgefühl, (Streben nach) Urteils-, Erkenntnisfähigkeit und Persönlichkeitsreife.
 
Philosophie, statt Ideologie.
Persönlichkeitsentfaltung und -reifung, statt Dressur, Abrichtung, Indoktrinierung, Instrumentalisierung, Knechtung, Ausbeutung.
Intrinsisch motivierte, statt religiös/ideologisch oktroyierte Moral - Mitgefühl.
Soziokratie: Konsentprinzip, statt Demokratie (Mehrheitsprinzip, bei der es immer benachteiligte, diskriminierte, belastete Minderheiten geben wird, nur kann).
 
Das ist wie mit dem gleich stupiden Gequatsche vom Bösen - "das Böse", siehe oben.
Aber es wird auch dies endlos wiedergekäut. Der Blödsinn von "dem Bösen".
 
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07. November 2023
 
SRF Kultur, Sternstunden - "Gott beweisen", siehe oben verlinkte Sendung vom 12.03.2023
 
Katholischer Theologe Hans-Dieter Mutschler: "Aber was fang´ ich denn mit einem Gott an, dem´s so schlecht geht wie mir, der nicht imstande ist, uns zu erlösen? (...) Dann kann man Gott gleich abschaffen."
 
Ja Himmelherrgottsakramentnochmal: Wovon um alles in der Welt soll "der" Mensch, "die Menschheit" denn weshalb "erlöst" werden? Von der "Erbsünde": die patriarchal-autoritäre, sadistisch-masochistische Männer sich zusammenphantasiert haben?! Für Macht, Kontrolle, Unterwerfung.
 
Mutschler: "Der Pferdefuß des Atheisten ist die Gerechtigkeit für die Opfer der Geschichte." Welche Gerechtigkeit: wenn die Opfer tot sind: ? Statt Wiedergutmachung zu deren Lebzeiten. Und warum wurde wer weshalb wessen Opfer? Antwort: Männergewalt, Religion/en, Ideologie, Krieg, Patriarchat.
 
Was in der Sendung als "spirituelle Musikalität" bezeichnet wird, ist letztlich eine Mischung aus kindlich-naivem Staunen und Romantik sowie dem Wunsch des unreifen Menschen, Halt, Orientierung, Trost, Schutz, Sinn durch einen "Beschützer" zu erhalten. Unreife.
 
Zum Leid: Es ist eine Sache, dass der Mensch lebenslang bedürftig, verletzlich, sterblich ist - jeden einzelnen Tag. Dass er Widerfahrnissen ausgesetzt ist. Conditio humana.
Eine andere ist vermeidbares, auf Unreife basierendes menschengemachtes Leid: Gewalt, Mord, Krieg, Armut.
 
Mutschler: "Wer oder was Gott ist, wissen wir nicht. (...) dass unser Gehirn der Fragestellung nicht gewachsen ist."
Es ist das Gehirn, die Idee, Vorstellung, der Glaube von Menschen, das überhaupt nur einen "Gott", eine "metaphysische, übergeordnete Instanz" konstruiert!
 
Eben deshalb ist "Gott" in sämtlichen monotheistischen, abrahamitischen, patriarchal-autoritären Religionen anthropomorph vorgestellt, beschrieben und überdies männlich attributiert - Vater, Sohn, "Heiliger Geist" ... . Patriarchat.
 
Dann fragt Hans-Dieter Mutschler Philipp Hübl, Zitat "Was ist mit Hitler, Stalin, Pol Pot? Also diesen Fortschrittsglauben können wir vergessen."
Nochmal: Waren das Frauen? Nein, es waren, sind weltweit autoritäre, zumeist selbst seit Kindheit beschädigte Männer. Autoritarismus.
Und genau diesen Autoritarismus, diese psychische Gewalt, diese Indoktrinierung, Dressur, Unterwerfung, Beschädigung gerade von Kindern setzen genau diese patriarchalen Religionen/Ideologien permanent fort! TEUFELskreis. ;)
 
Und "wir"? wissen durchaus auch längst und sehr genau, warum das so weltweit nach wie vor getätigt wird.
Wer gehorsame, folg-, fügsame, funktionale Untertanen, Knechte, Sklaven, Arbeiter, Soldaten, abrichtbare Objekte, Menschenmaterial will, muss Menschen selbstredend Empfindsamkeit, Mitgefühl, Autonomiestreben austreiben - zumeist mittels psychischer, oft auch physischer Gewalt.
 
Die Astrophysikerin in der Sendung: "Die größten Katastrophen hat der Mensch verursacht."
Nein. Nicht "der Mensch", sondern: der patriarchal-autoritäre Mann. Und so nach wie vor.
Das Problem ist nicht "der Mensch", sondern das Patriarchat. Toxische Männlichkeit.
 
Selbstredend gibt es auch religiös, ideologisch indoktrinierte Frauen. Ändert aber nichts am Kernproblem: Religion/en, Ideologie, Patriarchat, Staat, Krieg, Gewalt - globale Männergewalt.
 
Astrophysikerin Kathrin Altwegg: "Die Naturwissenschaften brauchen kein Warum. Der Mensch braucht das Warum, wir fragen nach dem Warum."
Der Mensch kann, darf, soll gerne nach "dem" Warum fragen, bloß n i c h t: Antwort(en) dogmatisch, religiös, ideologisch setzen. Philosophie statt Ideologie.
 
Übrigens: Es gibt auch keine Naturwissenschaften, Wissenschaft ohne "den", die Menschen.
 
Nein, Herr Mutschler, dass sich die Welt uns so darstellt, wie wir Menschen! sie mit unserem Bewusstsein (nur) wahrnehmen, erfahren, erkennen, ist kein "Mysterium", kein "Hinweis" auf "Gott".
Anschaulicher formuliert: Nur weil wir Natur, Blumen, Bäume, Tiere als beeindruckend, schön ... empfinden (!) und nur weil die Welt, das Universum komplex und vielfältig ist, ist das kein "Hinweis" auf/für das Vorhandensein einer "übergeordneten Instanz", "Gott".
 
Es geht bei der vermeintlichen Frage nach "dem Warum" um die Sinnfrage, Frage nach dem Sinn, Grund "der Welt", des, deren Seins, Existierens, So-Seins, des Menschen ... - und das ist mitnichten eine theologische, sondern eine philosophische Frage, Betrachtung, Erörterung.
 
Vor allem aber müssen wir solche Fragen nicht beantworten (können), auch wenn wir uns Antwort(en) wünschen. Es gilt m.E. stattdessen, zu akzeptieren, dass Mensch nicht (zu jeder Zeit) alles weiß, wissen kann oder (je) wissen (können) wird und dass es keine Teleologie gibt.
 
Nur weil "der" Mensch sich bisher noch nicht oder nie je erklären, beantworten, wissen kann, warum das Universum wie entstanden ist, warum sich alles so entwickelt hat wie es jetzt ist, warum es etwas gibt und nicht nichts, muss er sich deshalb nicht an "Gott", Krücke klammern.
Nur weil "der" Mensch bedürftig, verletzlich, sterblich ist, sich geworfen, ggf. auch ausgeliefert fühlt, leidet, verzweifelt, nach Sinn, Halt, Trost, Antwort sucht, dies wünscht, mit Komplexität, Veränderung, Ungewissheit, Zufall! überfordert ist, gibt es deshalb nicht "Gott".
 
Es sei nochmals auf David Hume, Humes Gesetz, Sein-Sollen-Dichotomie verwiesen.
Nur weil die Welt, der Mensch existiert und komplex, teilweise unverständlich ist etc., folgt daraus nicht, dass es deshalb einen "Gott", eine metaphysische "übergeordnete Instanz" gibt/geben muss.
 
Drum auch nochmal zu "Tapferkeit", Charakterstärke, Persönlichkeitsreife:
Tapferkeit zeigt sich nicht im Kämpfen mit Waffen, in Kriegen.
Unabdingbar ist sie fürs Durchstehen, Ertragen, Durchleiden, Bewältigen all der unzähligen unzumutbaren Vorkommnisse, Widerfahrnisse, Umstände, Verhältnisse im einzigen, kleinen Leben eines (bewussten) Menschen.
Dies insbesondere dann, wenn dieser Mensch sich an keine Krücken hängt, klammert: Drogen, Sucht, Religion, Glaube, "Gott", Esoterik, Aberglaube - Selbstflucht, Selbstbetrug. Wenn er alles stattdessen wach, bewusst, nüchtern erfährt, erleidet, erträgt. Immer wieder. Lebenslang.
Nein, man muss deshalb kein Masochist oder Märtyrer sein oder dazu werden (wollen). Nur der Mensch, als einziges Lebewesen auf diesem Planeten, kann sich selbst, selbstbestimmt, den eigenen Tod geben. Das: erfordert eine immense Stärke. Freitod.
 
Was ist Lebenskunst?
Einen Sinn, seinen Platz, Gefährten zu finden?
Eine Spur zu hinterlassen, (sich) anderen zu geben, nicht zu verzweifeln, Zweifel auszuhalten, Fragen zu stellen, ohne Antwort zu erwarten?
Zu reifen, dabei nie zu "Vollkommenheit": um Mensch zu bleiben?
Lieben?
 
Zurück zur oben verlinkten SRFKultur-Sendung, Dorothea Franck, die mit Buddhismus sympathisiert: "Es geht um Erfahrungen (...) man findet die Göttlichkeit in sich (...), eine unendliche Potenzialität (...) ein Weg der Praxis".
 
Mit Verlaub: für Persönlichkeitsreifung bedarf es keiner "übergeordneten Instanz", keiner Religion, Ideologie, auch nicht zwingend eines "Lehrers", Gurus, "spirituellen Führers", sondern der persönlichen Motivation, Urteils-, Erkenntnis-, Reflexionsfähigkeit, Intelligenz.
 
Und wer bzgl. dessen nach Anregung für persönliche Horizontweitung sucht, hat in (akademischer, wissenschaftlicher) Philosophie einen umfangreichen, vielschichtigen, erkenntnisförderlichen Fundus. :)
 
Gegen Ende der Sendung zitiert die Moderatorin Martin Luther King. - "Der Glaube als Ressource und Vertrauen, dass Leben und Leiden einen Sinn haben."
Siehe oben: sind wir wieder bei der Sinnfrage. Empfehle abermals Philosophie. Und Liebe - aktives Lieben.
 
Kathrin Altwegg: "Dass Gott Leid zulässt, das wissen wir. Aber dass wir aufgefangen werden, wissen wir eigentlich auch."
Woher wissen "wir" das denn? Woher "weiß" Frau Kathrin Altwegg das?
Sie redet es sich ein, wie alle Gläubigen. Sie wünscht es, hofft darauf. Selbstbetrug.
 
Der Selbstbetrug dient bekanntlich der - vordergründigen - je eigenen! Selbstschonung. Exakt. Kein Zeichen für, Ausdruck von Reife, Stärke - ganz das Gegenteil dessen.
 
Was Philipp Hübl als "ozeanisches Erhabenheitsgefühl" bezeichnet, als "besondere ästhetische Erfahrung", nenne ich dem Menschen offenbar angeborene "natürliche", nicht-religiöse, nicht-ideologische, ideologiefreie Spiritualität.
 
Hans-Dieter Mutschler am Ende der Sendung: "Das Schöne ist eine Eigenschaft der Natur."
Nein, "das Schöne", Schönheit ist ebenfalls eine menschliche, von Menschen vorgenommene Einordnung, Zuschreibung, siehe auch hierzu wiederum Philosophie - Ästhetik.
Natur ist nicht personal.
 
Jedenfalls erlebte ich Philipp Hübl in diesem Gespräch als sehr entspannt, unaufgeregt, gelassen, freundlich, zugewandt, argumentativ souverän und humorvoll.
 
Und ja: Menschenrechte, Würde, Ethik gründen sich nicht auf Religion/Ideologie.
Aufklärung. Mitgefühl.
Mitgefühl als angeborener basaler "Urgrund" von/für Moral, prosoziales Verhalten - emotionaler Impuls: Leid, Schmerz anderer schmerzfähiger Lebewesen zu vermeiden oder zu mildern, ggf. zu beheben (so möglich).
Ethik: die rationale, deskriptive Metaebene.
 
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17. September 2023
 
Der Gottes-Wahn
 
Glaube, Religion, Ideologie - Gehorsam, Unterwerfung, Macht, Kontrolle, Herrschen, Sadismus, Masochismus, Selbstverknechtung, Kompensationsverhalten, Gewalt, Zerstörung, Vernichtung. Internalisierter Autoritarismus.
Die Unfähigkeit, persönlich, als Mensch zu lieben.
Totale Unreife.
 
Wird es nie aufhören: dass Menschen all ihre Rachsucht, all ihre persönlichen Niederheiten, ihre Schwäche, Unreife, ihren Hass, ihre Unfähigkeit zu lieben, ihre Feigheit und ihre persönliche Verantwortung auf ein Hirngespinst übertragen?
 
Von Freiheit schwafeln, schwätzen, schwallen und im selben Atemzug wie ein Wurm, wie ein abgerichteter Hund vor seinen "Gott" hinkriechen. Erbärmlicher Selbstbetrug.
 
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09. Oktober 2023
 
Der politische Tolstoi: gegen Krieg, Staat.
 
Es gibt keinen "christlichen Anarchismus".
Und wenn "Gott Liebe ist" - wozu dann "Gott"?
Aber ja: Liebe ist nie abstrakt, sondern immer konkret. Das weiß man auch ohne Tolstoi. Lebenserfahrung und Reflexion.
 
Kein Gott. Kein Herr. Keine freiwillige Knechtschaft, Unterwerfung.
Keine "Demut". Sondern Mitgefühl, "Güte", Geben, Lieben: Achtung, Erkenntnis, Fürsorge, Verantwortung, Freiheit - Verbundensein. Beziehung. Berührung. Menschsein.
 
Der Mensch, das Leben des Menschen, das Menschsein als solches, die Conditio humana ist kein am Reißbrett entwerfbares, formbares, konstruierbares Projekt, Objekt.
Statt euch unreif an Ideologien, Religion, "Gott", "Erfolg, Macht" zu klammern: versucht es mit Philosophie.
 
Ich wiederhole es nochmal - mit Verweis auf Erich Fromm, Arno Gruen, Ludwig Feuerbach ... : Glaube, "Gott" ist Aberglaube, ist Wahn, ist Ideologie, ist internalisierter Autoritarismus, ist soziale, emotionale und intellektuelle Unreife.
 
 
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Eine Anmerkung zur Religionsfreiheit
 
Die, d.h. jede Religion - ihre theoretische (Glaubens-) Grundlage, ihre Ge- und Verbote, ihre (Glaubens-) Überzeugungen, ihre Auslegungsformen und ihre Anwendungs-, Ausübungspraxis - findet grundsätzlich und ausnahmslos dort ihre Grenze, wo sie wissentlich, wahrnehmbar, erkennbar oder gar vorsätzlich gegen Grundrechte, gegen universelle Menschenrechte verstößt, diese missachtet, verletzt.
 
Dies gilt im Übrigen auch für jegliche politische oder auch wirtschaftliche Ideologie, Staatsform, für jede Art der Regierung, Legislative, Exekutive, Justiz und dies auch dann, wenn diese universellen Menschenrechte staatlich, kulturell, religiös, institutionell und/oder persönlich als solche nicht anerkannt werden.
 
Denn wer wissentlich gegen die universellen Menschenrechte verstößt, sie missachtet, nicht anerkennt, sie verletzt, missachtet damit das Menschenwürdeprinzip.
 
Die universellen Menschenrechte stellen somit die letzte bzw. erste ethische Instanz dar, an der es sich prinzipiell auszurichten, die es zu respektieren gilt.
 
Hiergegen lässt sich vernünftig nicht argumentieren, es lässt sich allenfalls innerhalb eines geschlossenen Moral-, Religions-, Ideologiesystems dagegen vorgehen, was eben hierdurch jedoch offenlegt, dass es ihm gerade aufgrund dieser Geschlossenheit, dieses Sich-Abschottens, des Verweigerns von Veränderung, Entwicklung von Gesellschaften, Gemeinschaften, Kulturen, Religionen und Individuen und des Rückwärtsgewandtseins, der Unbeweglichkeit, Starre, an Vernunft, Erkenntnis-, Reflexions- und Entwicklungs-, Reifungsfähigkeit gerade deutlich erkennbar mangelt.
 
Das ist mitnichten Ausdruck von Authentizität oder Ursprünglichkeit, gar Radikalität, es ist Ausdruck von intellektueller, psychisch-emotionaler und sozialer (je persönlicher und/oder kollektiver) Unreife.
 
Es fehlt einem solchen System somit an sowohl der intellektuellen, vernunftbasierten, rationalen als auch an der prosozialen und ethischen Legitimationsgrundlage.
 
Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass Kinder auch Menschen sind, dass für sie somit die Menschenrechte uneingeschränkte Gültigkeit haben müssen, nur können und auch Kinder infolgedessen nirgendwo auf der Welt als Eigentum ihrer biologischen und/oder sozialen Eltern oder sonstiger Erwachsener, anderer Menschen gelten können.
 
Eine Religion, Ideologie oder Regierungsform, Institution etc., die die universellen Menschenrechte - damit das Menschenwürdeprinzip - übergeht, weist sich damit selbst als eine Menschen verachtende, Menschen schädigende Religion, Ideologie aus und entbehrt somit der, d.h. jeglicher ethischen Legitimationsgrundlage, Existenzberechtigung.
 
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29. März 2023
 
Siehe auch Evangelikale, orthodoxes Judentum, Katholizismus, Kreationismus, diverse Sekten. Es ist unfassbar, unerträglich, w i e massiv wieviele Menschen auch heute noch in solcher Weise geradezu gehirngewaschen sind. Religion, Ideologie, Demagogie, Indoktrinierung, Mentizid.
 
Selbstverständlich gilt das auch für "den" Islam - wie für jede andere patriarchal-autoritäre, dogmatische Religion, Ideologie. Nochmal Michael Schmidt-Salomon: "Passt der Islam zu westlichen Werten?"
 
 
"(...) Religionssoziologen wundert dies nicht, denn sie wissen: Die Götter und ihre jeweiligen Gebote waren stets nur so klug bzw. so beschränkt wie die Menschen, als deren Phantasiegebilde sie im jeweiligen historischen Kontext entstanden. (...)
Es ist also kein Wunder, dass die Quellentexte des Islam weit unter dem ethischen Mindeststandard jeder modernen, aufgeklärten Gesellschaft stehen. Dies gilt in ähnlicher Weise aber auch für die Quellentexte des Christentums.
Was etwa die Diskriminierung Andersdenkender betrifft, steht die Bibel dem Koran in nichts nach. (...)
 
Aufklärung (...) Freiwillig hätten sich die Kirchen nicht zu Demokratie, zu Menschenrechten, zur Gleichberechtigung bekannt, all das musste ihnen in einem harten Emanzipationskampf abgerungen werden. (...)
 
Lassen wir uns also nicht durch blumige Formulierungen aufs Glatteis führen. Es ist eben kein Zufall, dass in Staaten, in denen der Islam tonangebend ist, die Menschenrechtslage so verheerend aussieht. Wir sollten deshalb noch entschiedener als bisher dafür eintreten, dass Menschenrechtsverletzungen auf gar keinen Fall zu tolerieren sind – auch wenn sie mit noch so „heiligen“ Werten begründet werden. (...)"
 
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Per Olov Enquist - "Der Besuch des Leibarztes", siehe die entsprechenden Seiten im Buch, insbes. die zitierten Passagen aus der Bibel: Jesaja 34 ... . Der strafende, rachsüchtige, grausame "Gott" - wie Menschen sich ihren "Gott" denken, vorstellen, konstruieren - projizieren.Per Olov Enquist - "Der Besuch des Leibarztes", siehe die entsprechenden Seiten im Buch, insbes. die zitierten Passagen aus der Bibel: Jesaja 34 ... . Der strafende, rachsüchtige, grausame "Gott" - wie Menschen sich ihren "Gott" denken, vorstellen, konstruieren - projizieren.Per Olov Enquist - "Der Besuch des Leibarztes", siehe die entsprechenden Seiten im Buch, insbes. die zitierten Passagen aus der Bibel: Jesaja 34 ... . Der strafende, rachsüchtige, grausame "Gott" - wie Menschen sich ihren "Gott" denken, vorstellen, konstruieren - projizieren.
Per Olov Enquist - "Der Besuch des Leibarztes", siehe die entsprechenden Seiten im Buch, insbes. die zitierten Passagen aus der Bibel: Jesaja 34 ... . Der strafende, rachsüchtige, grausame "Gott" - wie Menschen sich ihren "Gott" denken, vorstellen, konstruieren - projizieren.Per Olov Enquist - "Der Besuch des Leibarztes", siehe die entsprechenden Seiten im Buch, insbes. die zitierten Passagen aus der Bibel: Jesaja 34 ... . Der strafende, rachsüchtige, grausame "Gott" - wie Menschen sich ihren "Gott" denken, vorstellen, konstruieren - projizieren.

Per Olov Enquist - "Der Besuch des Leibarztes", siehe die entsprechenden Seiten im Buch, insbes. die zitierten Passagen aus der Bibel: Jesaja 34 ... . Der strafende, rachsüchtige, grausame "Gott" - wie Menschen sich ihren "Gott" denken, vorstellen, konstruieren - projizieren.

Aus oben verlinkter Quelle - "David Hume - Vater der modernen Philosophie" - zitiert:
 
"Da sich der religiöse Mensch fast nur noch auf das eigene Seelenheil konzentriert, werde dem Egoismus Tür und Tor geöffnet. Wo eine solche Einstellung gefördert wird, gelingt es ihr ohne Schwierigkeit, sich all den allgemeinen Geboten der Liebe und der Wohltätigkeit zu entziehen. (...)
 
Religion ist seiner Ansicht nach nur etwas für ängstliche, unsichere Menschen, die sich nicht trauen, ihren eigenen Verstand zu benutzen und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
Mit Gebeten und Ritualen versuchen sie, eine unbekannte Gottheit gnädig zu stimmen, was häufig Fanatismus, Aberglaube und Intoleranz zur Folge hat. Religion macht Menschen zahm und unterwürfig, ist der Obrigkeit angenehm (...).
 
Da sie die Macht Einzelner gefährden können, sind selbständig denkende Menschen in klerikalen Strukturen unerwünscht. Hume sieht deshalb in der Religion auch ein entscheidendes Hindernis für die politische Freiheit."
 
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21. Februar 2023
 
Siehe demgegenüber die religiöse, patriarchal-autoritär-gewaltsame Leib-, Lust-, Genussfeindlichkeit, das Abwerten alles Leiblichen, Sinnlichen, auch Sexuellen (Frau, Mutter, Leben gebären können ...), das kompensatorische Überhöhen von Verstand, Vernunft, "Geist".
 
Mir geht es nicht etwa um eine Herabsetzung menschlichen Intellekts, sondern um Offenlegen diverser ideologischer, somit insbes. auch jahrtausendelang getätigter religiöser Manipulation, Indoktrinierung, Instrumantalisierung - zum Zwecke von Macht, Herrschaft, Unterwerfung, Ausbeutung ... .
 
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02. Mai 2023
 
Je aufgeklärter, informierter, reflektierter, also: intellektuell, emotional und sozial reifer ein Mensch ist und insbesondere, wenn er nicht schon in seiner Kindheit religiös/ideologisch indoktriniert wurde, umso "weniger" gläubig wird er sein, ist er üblicherweise.
 
Ja, für Kinder ist die "magische Phase" Teil ihrer Entwicklung, Erwachsene sollten das "magische Denken" überwunden haben.
 
Religion ist Ideologie.
 
Und nein, man kann sich nicht nur auf ausschließlich eigene Wahrnehmung und vermeintlich "spirituelle Erfahrung" verlassen, denn ohne Einbettung in Kontext, Hintergründe, Wissen, Umstände ... kann man sich diesbzgl. bekanntlich erheblich täuschen.
 
Früher als "Erscheinungen, mystische Erfahrungen, prophetische Visionen" Bezeichnetes und so Kolportiertes war nicht selten krankheits- und/oder substanzbedingte Halluzination, Anfälle.
Siehe am Beispiel Epilepsie, der "heiligen Krankheit" oder auch "Heiligenkrankheit".
 
Zum vermeintlich nicht bestehenden Unterschied zwischen Realismus und Glaube, Esoterik, Religion, Ideologie:
 
Der Gläubige meint, zu wissen bzw. zu erkennen, erkannt zu haben, der Realist ist sich der Vorläufigkeit, Falsifizierbarkeit seines bisherigen Wissens stets bewusst.
 
Der Gläubige glaubt! nicht an Zufall, Kontingenz, sondern klammert sich an "Fügung, Schicksal, Vorsehung", darin Orientierung, Halt, Sinn, Trost suchend und: persönliche Verantwortung abgeben wollend, zu dürfen meinend. Stichwort Ethik.
 
Religion, Glaube sind für ein "Wertefundament", geschweigedenn Ethik vollumfänglich entbehrlich und Glaube, Religion, Aberglaube, Esoterik sind nicht dasselbe wie Spiritualität.
Aber Religion ist immer Ideologie. Mit und ohne "Gott".
 
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Angemessene, gebotene Kritik. Mir jedoch noch nicht ehrlich genug. Die grundsätzliche Frage muss doch lauten - nicht nur:
 
Warum glauben Menschen heute noch an einen patriarchalen, alttestamentarischen, "männlichen" (Vater-) Gott - in sämtlichen drei monotheistischen Buchreligionen (und eben hierin liegt bekanntermaßen bereits die Antwort auf die vorausgegangene Frage), sondern gefragt bzw. beantwortet werden muss:
 
Warum glauben Menschen überhaupt an anthropomorphe, oft auch androzentrische "Götter", an vermeintlich "übergeordnete Instanzen", die sie selbst - nach ihrem (Eben-) Bild, nach ihrer Phantasie, ihren auch nützlichen Vorstellungen, ihren Absichten, Zielen - geschaffen, erdacht haben?

Weil: Man mittels dessen andere Menschen (in nicht geringer Zahl) kontrollieren, manipulieren, instrumentalisieren, unterwerfen, ausbeuten kann.

Und weil außerdem etliche Menschen tatsächlich vor allem Schutz, Sicherheit, so etwas wie doch Gewissheit, Antworten, Geborgensein, vor allem Trost und Halt suchen. In augenfällig sehr kindlicher, infantiler, intellektuell wie emotional unreifer Manier.

Wenn es Dinge, Geschehnisse, Widerfahrnisse, Phänomene im Leben von Menschen - immer wieder und nach wie vor - gibt, die sie sich nicht erklären, die sie nicht rational und/oder emotional erfassen, verstehen, bewältigen, nicht einmal beeinflussen können (oder zu können meinen), wenn Menschen den Eindruck haben, ausgeliefert zu sein (bspw. auch diversen ungerechten Verhältnissen, Geschehnissen, Beschädigungen von "Mächtigen"), wenn sie sich mit Willkür, mit Not, Leid, Schmerz (auch psychisch-emotionalem), mit Tod, Verlust, Zweifeln, Unsicherheiten, Unwägbarkeiten und Sinnlosigkeit bzw. Sinnsuche konfrontiert sehen, dann suchen sie nicht selten Orientierung, Trost und Halt, gehen den einfachen, unterkomplexen, unreifen Weg.
 
Denn eben dies gibt ihnen zumindest das Gefühl von Schutz, Halt, von "Sinn und Ordnung", von "Richtigkeit", auch wenn ihnen persönlich diese nicht wirklich ;) nachvollziehbar ist.
 
Sie können die, d.h. ihre je eigene, persönliche Verantwortung ein Stück weit und vermeintlich "legitim" abgeben, denn "Gott" weiß es nun einmal besser als sie, seine Wege sind "unergründlich" und er "wird es schon richten".

Es ist letztlich nichts anderes als Selbstbetrug - aus Schwäche, auch aus Angst, aus Bequemlichkeit und sogar aus Ignoranz.
Bei verschiedenen Menschen, Gläubigen jeweils unterschiedlich vorhanden oder gewichtet.
 
Es ist so viel anstrengender, unbequemer, herausfordernder, o h n e einen solchen "Beschützer, Wissenden, Ordnenden, Vater" sein Leben mit all seinen Herausforderungen, Widerfahrnissen, Belastungen, Unsicherheiten, Zufällen ... bewältigen zu müssen bzw. zu wollen, zu können.
Es ist sehr wahrscheinlich auch schmerzhafter.
 
Denn es wirft einen weit intensiver auf sich selbst zurück, siehe die unabdingbare Fähigkeit und das Unausweichlichsein von Selbstkritik, Selbstreflexion, Persönlichkeitsreife, Charakterstärke.
Es erfordert, dass wir uns je selbst angemessen, in gebotener Weise moralisch, ethisch richtig/gut (fair, rücksichtsvoll, überlegt, vernünftig, mitfühlend, prosozial) verhalten müssen bzw. wollen - und es dann auch tun, statt es nur bei leichten, bequemen Worten, Verlautbarungen, bloßen Lippenbekenntnissen zu belassen.
 
Es erfordert Charakterstärke - Empathie, Mitgefühl, Verletzlichkeit, sich verletzlich und bedürftig zeigen können, Integrität, Disziplin, Mäßigung, Sorgfalt, Wissbegier, Neugier, Offenheit, Zugewandtheit, Selbstkritik, Güte, Liebesfähigkeit. Und ja, das ist häufig durchaus anstrengend.

Aber es bedarf für solches Verhalten, Tun, Leben gerade keines "Gottes", keiner "übergeordneten Instanz", sondern einzig des "moralischen Gesetzes in uns" selbst - das ganz basal auf Empathie bzw. auf Mitfgefühl beruht, darin seinen Ursprung hat: intrinsisch motivierte Moral, entsprechendes Fühlen und Verhalten, Agieren.
 
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"[...] Den angeborenen Hang zum Spirituellen bestätigt die moderne Hirnforschung. Eineiige Zwillinge, die ja genetisch identisch sind, zeigen nach einer Studie der Universität von Minnesota ein sehr ähnliches Maß an Spiritualität, auch wenn sie in völlig verschiedenen Lebensumständen aufwachsen, der eine etwa als verheirateter Arzt in einer liberalen Großstadt, der andere als Junggeselle in einem Fischerdorf.

Den Grad der Spiritualität „misst“ man mit dem TCI-Test des amerikanischen Psychologen Robert Cloninger. Dabei muss ein umfangreicher Fragenkatalog beantwortet werden, der das spirituelle Potenzial eines Menschen ausloten soll. Zwei Beispiele:„Fühlen Sie sich mitunter als Teil von etwas ohne Grenzen in Raum und Zeit?“ Oder:„Sind Sie fasziniert von den zahlreichen Aspekten im Leben, die wissenschaftlich nicht erklärt werden können?“

Wer sich seiner angeborenen Neigung zum Göttlichen hingibt, kann in der Tat Erfahrungen machen, die das Alltagserleben weit übersteigen. Der Neurologe Andrew Newberg untersuchte das Hirn meditierender buddhistischer Mönche im Kernspintomografen und kam zum Ergebnis: Je mehr sich Menschen in die Meditation versenken, umso mehr fährt der Scheitellappen des Gehirns, der Emotionen und Orientierung unter Kontrolle hält, seine Aktivitäten zurück – es kommt zu einer „Entgrenzung des Ichs“. Der Meditierende kann tatsächlich den Eindruck haben, dass er eins wird mit der übernatürlichen Macht, die er herbeisehnt.

Alle Religionen kennen dieses Phänomen. Für die christlichen Mystiker war es die „unio mystica“, die Vereinigung mit Gott. Dieses mystische Erlebnis ist jedoch ein sehr individueller Vorgang und kein Beweis für ein generelles „Gottes-Modul“ in unserem Kopf. Denn die Gehirnströme, die diesen Zustand herbeirufen, erzeugen eine bunte Palette emotionaler Reize. Sie erleuchten Esoteriker, denen überirdische Einhörner zu Hilfe kommen, und treten genauso beim sehr irdischen Orgasmus oder beim Durchleiden starker Schmerzen auf.


Aus wissenschaftlicher Sicht ist das spirituelle Erleben des Menschen also nicht gleich Religion. Der Mensch füllt es nur gern mit Religion aus. Dabei ist es für die religiöse Praxis fast nebensächlich, ob der Mensch sich Gott nach seinem Bild und Gleichnis schuf oder ob es umgekehrt war. Ob Gott „nichts anderes ist als das in die Unendlichkeit des Himmels projizierte Wesen des Menschen“, wie Ludwig Feuerbach, Stammvater des Atheismus, zu wissen glaubte. Oder ob nach christlicher – aber auch jüdischer und islamischer – Überzeugung „jeder von Geburt an einen göttlichen Funken in sich trägt, den es zu bewahren gilt“.

Die Menschen glauben, weil sie glauben wollen. Die Frage nach dem großen Warum treibt sie um.

„Religion ist Verzweiflung am Weltzweck“, meinte 1835 der aufklärerische Publizist Karl Ferdinand Gutzkow. Auch heute noch wollen die meisten nicht akzeptieren, dass die Zusammenhänge der Weltläufte ihr Verständnis überfordern und dass Grund und Zweck menschlichen Daseins nichts weiter ist als die Erhaltung der Art Homo sapiens im darwinschen Sinn. Sie sehnen sich nach einem „kohärenten Deutungsmuster“, wie der protestantische Theologe und Religionshistoriker Friedrich Wilhelm Graf diesen verbindlichen Lebenskompass nennt. Doch die Sinnfrage verfolgt sie natürlich nicht Tag und Nacht. Für die Lebenspraxis der meisten Gläubigen ist genauso bedeutend und prägend, dass sie sich in ihrer Religion aufgehoben und erhoben fühlen. [...]

Bei vielen religiösen Menschen war die Familie die Wiege ihres Glaubens. Sie erlebten eine geborgene Kindheit in einer christlichen Umwelt, an die sie sich gern zurückerinnern. Und weil Gott schon immer dabei war, blieb er ein Leben lang dabei als Teil des Wohlfühlpakets aus Jugendtagen.

„Ich hatte eine beschirmte und glückliche Kindheit. Es gab tatsächlich einen lieben Gott, aber auch einen strengen, der alles sieht. Es gab Schutzengel, die auf mich aufpassten. Es gab Gut und Böse, es gab die Madonna, die der Schlange den Kopf zertritt“, erinnert sich Matussek. „Dieser Kinderglaube hat ein Reservoir angelegt wie einen unterirdischen See. Der mochte im Laufe des Lebens teilweise verschüttet werden, doch er war stets da.“ [...]

Aufklärung und Naturwissenschaften ha­ben seit dem 18. Jahrhundert den einstigen Ge­wissheiten der christlichen Religionen schwer zugesetzt. Angesichts etwa der historisch­-kriti­schen Analyse der Bibeltexte oder der erdrücken­den Beweislast der Evolutionstheorie halten nur noch fundamentalistische Randgruppen an dem Buchstabenglauben fest, die Heilige Schrift sei in weiten Teilen Gottes direkte Offenbarung. Auch wenn ihr Verstand Einwände macht, bleiben sie bei ihren traditionellen Glaubensgewissheiten, um in einer immer unübersichtlicheren Welt fes­ten Grund unter den Füßen zu haben.

„Sie fürchten, dass das ganze Gebäude zusam­menfällt, wenn ein Stein herausbricht“, sagt Mar­tin Urban, Pastorensohn, Plasmaphysiker und Wissenschaftsautor. „Intellektuell unredlich“, nennt er diese Haltung. „Wenn ein Kind einmal gesehen hat, dass ein falscher Bart, Umhang und Kapuze aus einem Mann einen Weihnachts­mann machen, ist es ja auch vorbei mit dem Kin­derglauben – so betrüblich das sein mag.“

Die meisten religiösen Menschen fühlen sich heute allerdings eher zu einem wenig definier­ten, vielleicht sogar nur möglichen Gott hin­gezogen, den sie aber als transzendenten Halt nicht aus ihrem Leben streichen wollen. [...]

„In so einsamen Momenten gibt es noch jemanden, der da ist und immer ansprechbar.“ [...]

Friedrich Wilhelm Graf hat in einem Essay für die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine faszinierende Deutung des fundamentalistischen Gläubigen geliefert, der die Wiederkunft des frühmittelalterlichen islamischen Kalifats mit dem Sprengstoffgürtel herbeibomben will: „Der Fromme, der sich unmittelbar zu seinem Gott weiß, meint Gottes Willen ungleich besser zu kennen als die vielen anderen.“ Er fühle sich als legitimes Werkzeug eines Allmächtigen, an dessen Allmacht er geradezu teilhat. „Wenn die gegebene, durch diffuse Vieldeutigkeit, Widersprüche und bleibendes Elend geprägte Welt als eine verderbte Gegenwelt zur wahren, gottgewollten Ordnung erlitten wird, entsteht für ihn der Zwang, die Welt, so wie sie leider ist, auf die ideale und ursprüngliche Ordnung Gottes hin zu überwinden (...) Die hier und jetzt noch geltenden Ordnungen entfalten für ihn keinerlei Bindungskraft mehr, gelten sie doch als falsche, sündhafte, aufzuhebende Regelwerke, die souverän zu ignorieren nur mutige Glaubenstat sind.“ [...]

Sollte aber hinter dem großen Fragezeichen im Universum kein Gott, sondern eine ganz in­nerweltliche Erklärung stehen, die nur unserem beschränkten Gehirn übernatürlich scheint?

Atheisten halten es für religiösen Hochmut zu glauben, nur weil „der Krone der Schöpfung“ ein Phänomen unerklärlich sei, müsse es etwas Übernatürliches sein. Der britische Biologe J. B. S. Haldane sagt über die begrenzte Erkennt­nisfähigkeit des menschlichen Gehirns: „Ich habe den Verdacht, dass das Universum nicht nur seltsamer ist, als wir annehmen, sondern seltsamer, als wir annehmen können.“ [...]"
 
https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/religion-warum-glaubt-der-mensch
 
Und um Blaise Pascal diesbezüglich zu widerlegen -

"[...] Nach Blaise Pascal, dem scharf­sinnigen französischen Theologen aus dem 17. Jahrhundert, ist trotz aller Zweifel der Glau­be an Gott der sicherste Weg. Gibt es Gott nicht, meinte Pascal, hat der Glaube an ihn nicht ge­schadet. Gibt es ihn, war es richtig, an ihn zu glauben. „Was für ein theologischer Taschen­spielertrick“, sagt lächelnd Pastor Claussen."

Der Glaube - an "Gott", ein "übergeordnetes Prinzip" ... hat Menschen durch die Jahrtausende hindurch nachweislich sehr wohl und intensiv geschadet, bis hin zu Mord, Vernichtung, auch Völkermorden, Femizid, Kriegen.

Was uns statt des Glaubens hilft, was zuträglich, wohltuend, prosozial ist, ist je persönliches aktives Lieben, Liebesfähigkeit - auf Basis von Mitgefühl - und Vernunft (inkl. Ethik).
19. Mai 2023
 
"Die Causa Jeanne d´Arc - Verurteilungsprozess, Rehabilitationsprozess, Berichterstattung nach Akten und Protokollen", swr/rbb 2023, 6 Teile
 
Mit tödlicher Gewalt versuchten diese in all ihrer Hässlichkeit, Abscheulichkeit, Erbärmlichkeit unbeschreibbaren Männer, "Richter", Kleriker, Inquisitoren eine 19-Jährige, ein Mädchen noch, zu Gehorsam zu zwingen, zu unterwerfen. Sie gewissenlos misshandelnd. Misogynie.
 
Keine "Aufarbeitung", kein Revisionsprozess, kein Erklären zur "Märtyrerin" kann, könnte, würde auch nur annähernd dieses an so unerträglich vielen Frauen von Männern getätigte Verbrechen: Folter, Mord durch den Scheiterhaufen: Verbrennen bei lebendigem Leib, wiedergutmachen.
 
"Seht hier vor Euch die Scharfrichter, die nur auf unseren Befehl warten und bereit sind, Euch zu foltern, um Euch auf diese Weise auf den Weg und zur Erkenntnis der Wahrheit zurückzuführen, damit Ihr das Heil Eurer Seele und Eures Leibes erlangt, (...)"
Bischof Cauchon
 
"Jeder Gefangene hat das Recht, zu fliehen."
Jeanne d´Arc
 
Bin mir nicht sicher, ob wirklich jedem die revolutionäre Kraft, die tiefgreifende, umwälzende Bedeutung dieses Satzes, dieser Aussage tatsächlich in vollem Umfang (sofort) erkenntlich ist.
 
Strafe, Gefängnis, Freiheitsentzug, Sanktionen (Hartz IV, Bürgergeld, Arbeitszwang), Gehorsam erzwingen, vermeintlich Macht demonstrieren, unterwerfen wollen, Rache, Vergeltung, Beschädigung, Desktruktivität.
Staat. Macht. Gewalt.
 
Menschenwürde? Ethik?
Zum Quarks & Co. - Video "Was wir über den Glauben wissen" einige Anmerkungen:
 
1. Die Anlage zu Spiritualität ist im Menschen also vorhanden, siehe wissenschaftliche Ergebnisse. Nicht aber damit zwangsläufig zu Religiösität.
 
Noch einmal: Ja, es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen Spiritualität und Religiösität. Spiritualität kommt, anders als Religiösität, Religion(en), ohne Gottesvorstellung, -annahme aus, ohne Dogmatik, ohne Hierarchien, ohne den Gut-Böse- sowie den Leib-Seele-Dualismus.
 
2. Warum religiöse Menschen mehr Kinder haben: Im Video wird leider überhaupt nicht darauf eingegangen, dass gerade bei den genannten Gläubigen d u r c h deren religöse Vorschriften es zu weniger Möglichkeiten das Enstehen von Kindern zu vermeiden kommt - bspw. deshalb, weil weniger gut/umfassend oder überhaupt (angemessen) sexuell aufgeklärt wird oder auch, weil Verhütung(smittel) nicht angewandt werden darf und auch, weil Abtreibung nicht möglich ist, jedenfalls nicht legal, ohne Gefahr (für Leib und Leben der Schwangeren, der Frau).
 
3. Warum religiöse Menschen häufig gesünder und weniger depressiv sind: Siehe die Macht der Autosuggestion. Daher ja auch der Placebo-Effekt oder eben auch der Nocebo-Effekt. - Es hängt also alles daran, was Menschen sich selbst sagen, "einreden", welche Überzeugungen und Erwartungen oder auch Ängste und Zweifel sie haben (wollen, aushalten können - oder eben nicht).

Überdies sind religiöse Menschen häufig in eine soziale Gemeinschft eingebunden - und wir wissen heute, dass regelmäßige soziale Kontakte, dass emotionale (!) Zuwendung, Aufmerksamkeit, dass sozialer Austausch, gegenseitige Unterstützung, Gespräche - dass also Beziehung tatsächlich für die Gesundheit ebenso (und nicht etwa weniger) wichtig, essentiell ist wie eine gesunde Lebensweise: Ernährung, Bewegung, Entspannung, Ruhe, Muße, Regeneration, Vermeiden von Genuss- und Umweltgiften bzw. schädlichen Umwelteinflüssen.
 
4. Und schließlich sehen wir veranschaulicht, dass es tatsächlich und nach wie vor (im Grunde beinahe zwangsläufig) eben genau das ist, das Menschen glauben lässt: die Suche, der Wunsch nach Halt (sich gehalten fühlen, geborgen), Trost und "Sinn" (-haftigkeit). - Und das eben insbesondere: aufgrund der menschlichen Erkenntnis, des menschlichen Wissens um die auch eigene Endlichkeit, Vergänglichkeit - den Tod also.
 
Weil "der" Mensch genau damit nach wie vor so seine Schwierigkeiten hat - weniger rational als viel mehr emotional - nämlich immer dann, wenn ein nahestehender Mensch verstirbt. Verlust, Trauer ... . Also wiederum die Folge: Suche nach Halt, Trost, nach Sinn, Antworten, Orientierung - der Wunsch nach dem Gefühl, dass "alles seine Ordnung und (s)einen Sinn" hat; das findet sich so simplifiziert, reduziert, bequem nur für den, der gläubig ist. Und das tragende Fundament ist hierfür nach wie vor überwiegend Religion. Insbesondere die (mono-) theistischen Religionen.
 
5. Interessant allerdings auch, wie sich aus einer ursprünglich als weiblich gedachten "Urkraft" die patriarchalen, monotheistischen drei Buchreligionen entwickelten: mit dem Wandel der Lebensform der Menschen, mit dem Beginn des Sesshaftwerdens, des Auftretens größerer Gesellschaften, mit der damit einhergehenden Notwendigkeit (?) des Verwaltens, Organisierens derselben bzw. auf welche Weise das geschehen ist; denn dass es auch ganz anders geht, möglich ist, zeigen die wenigen noch heute bestehenden sogenannten "Matriarchate".
 
6. Der vordergründige Vorteil ist der, dass der Glaube dazu dienen kann, aber nicht muss, siehe u.a. auch im Video erläutert, dass es Menschen je persönlich insgesamt "besser gehen kann", aber nicht notwendigerweise muss, es ist auch das genaue Gegenteil anzutreffen, wenn wir an Hexenverbrennungen, Ablasshandel, Kreuzzüge etc. denken, sehen wir das deutlich veranschaulicht, nicht zuletzt auch durch die Unterdrückung von Sexualität und insbesondere von Frauen durch/innerhalb von Religionen - nicht nur in Christentum, insbesondere im Katholizismus, orthodoxem Judentum und Islam, sondern auch bspw. im Hinduismus.
Der Preis ist allerdings ein hoher, denn letztlich ist es nichts anderes als Selbstbetrug, Illusion, Auto-Suggestion.
 
Und der Preis ist auch, dass anderes massiv unterdrückt und vernichtet wurde und wird, dass Wissen geleugnet wird, dass es nicht akzeptiert wird, dass Menschen mittels Glaube bzw. Religionen/Ideologien massiv manipulierbar, lenkbar, instrumentalisierbar, ausbeutbar, versklavbar sind, dass sie massiv in Angst versetzt und auch dadurch sehr leicht instrumentalisiert werden können und werden.
 
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Gott, Religion(en), (Mono-) Theismus, Kirche(n), Glaube(n), Transzendenz, Metaphysik, Mystik vs. Spiritualität, Realismus, Philosophie, evolutionärer Humanismus
"[...] In Deutschland haben Ex-Muslime eine politische Plattform: den Zentralrat der Ex-Muslime. Dessen Motto "Wir haben abgeschworen!" spielt auf den Stern-Titel "Wir haben abgetrieben!" von 1971 an. Die Ex-Muslime brechen auch ein Tabu, indem sie ihre Abkehr vom Glauben öffentlich machen. Religion werde häufig als ein fester Bestandteil der Kultur sogenannter muslimischer Länder wahrgenommen. Das wollen die Ex-Muslime widerlegen.
 
Mina Ahadi sagt: "Ich behaupte zum Beispiel, dass es im Iran eine große antireligiöse Bewegung gibt. Die Menschen haben sehr viel Erfahrung mit dieser Religion und auch dem politischem Islam gehabt. Es wird nicht sehr viel berichtet über diese Bewegung, aber wir haben jetzt, Gott sei Dank, sehr viele Kommunikationsmöglichkeiten und es gibt sehr viele Webseiten, zum Beispiel Humanisten oder Atheisten im Iran, oder Agnostiker im Iran mit 100.000 likes. Sie schreiben über Richard Dawkins und es wird sehr viel über Michael Schmidt-Salomon oder andere Leute geschrieben. Das finde ich sehr gut und ich finde auch sehr gut, wenn die deutsche Öffentlichkeit diese Bewegung im Iran, im Irak und in anderen sogenannten islamischen Ländern sieht."
 
Der Verein Zentralrat der Ex-Muslime e.V. will laut Satzung, die allgemeinen Menschrechte und den Säkularismus durchsetzen, die Völkerverständigung fördern und – wie es wörtlich heißt - vernunftgeleitetes Denken ohne Rücksicht auf Traditionen unterstützen.
 
Ahadi:"Wir sind der Meinung, Säkularismus ist die Antwort und wir brauchen einen säkularen Staat. Wir verteidigen eine moderne Kultur, wir verteidigen ein modernes Leben in Deutschland. Wir verteidigen Frauenrechte, Menschenrechte, freie Meinungsäußerungen und wir sind gegen islamische Organisationen."

Plädoyer für Säkularismus und Humanismus
 
Die islamischen Verbände ignorierten den Zentralrat der Ex-Muslime, erzählt Mina Ahadi. Wir haben beim Zentralrat der Muslime angefragt, eine Stellungnahme war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Von anderer Seite bekomme sie viele Reaktionen. Mina Ahadi erzählt von Zuspruch und Anerkennung, aber auch davon, dass sie wegen ihrer umstrittenen Positionen das Etikett "Islamhasser" trage. Nach der Gründung des Zentralrats für Ex-Muslime lebte sie lange Zeit unter Polizeischutz und bekommt immer noch anonyme Morddrohungen.
 
"Meine Position war und ist immer: Wir reden über eine politische Bewegung und nicht nur über eine Religion", sagt sie. "Ich rede über den politischen Islam und das ist unmenschlich, das ist barbarisch, das ist terroristisch. Was die Religionen betrifft, aus meiner Sicht sind alle Religionen frauenfeindlich und gehören der Vergangenheit an und alle Religionen sollten ein Thema sein für eine Aufklärungsarbeit."
 
Mit der anti-islamischen Position der AfD möchte sich Mina Ahadi nicht gemein machen. In einem offenen Brief an Frauke Petry schreibt sie zum Beispiel, dass die AfD mit ihrem traditionell-patriarchalischen Familienbild, ihrer Ablehnung einer fortschrittlichen Sexualerziehung und ihrer rückständigen Haltung zu Menschenrechten und Wissenschaft den gleichen fundamentalistischen Traum wie die Islamisten träume. [...]"
 
Und exakt so verhält es sich.
 
Quelle der zitierten Passagen: Deutschlandfunk - "Aus meiner Sicht sind alle Religionen frauenfeindlich"

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