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Lebenskunst für Laien

Sabeth schreibt Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Über die Postwachstumsgesellschaft, Postwachstum, Postkapitalismus

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Es gibt kein "grünes Wachstum".
 
"Grünes Wachstum" ist entweder Selbstbetrug oder Propaganda, Indoktrinierung - zum Erhalt des nachweislich, augenfällig global destruktiven Kapitalismus´.
 
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Aktualisierung am 29. Februar 2020
 
Im Radio, bspw. auf Sendern wie dem Deutschlandfunk und anderen öffentlich rechtlichen (swr2, hr2, wdr3, dlf kultur) sowie auch immer wieder mal im TV ist zu hören, man solle wegen des Klimawandels, zur besseren Ökobilanz ..., für die Agrarwende, für das Tierwohl, für fairen Handel, soziale (Verteilungs-) Gerechtigkeit, zur Nachhaltigkeit, gegen Ausbeutung und Zerstörung von Menschen, Tieren, Ökosystem, Biodiversität durch bspw. auch Rohstoffraub, landgrabbing, outsourcing, Kriege ... anders, bewusster konsumieren.
 
Es heißt da immer wieder, man solle bspw.
 
- weniger fliegen, weniger Flugreisen, Fernreisen und Kurzstreckenflüge tätigen
 
- weniger Fleisch essen (und Milchprodukte und Fisch)
 
- weniger Auto fahren, stattdessen mehr Rad fahren und den ÖPNV sowie die Bahn nutzen
 
- keine unnötigen, überflüssigen Käufe tätigen, insbesondere keine "Billigtextilien", nicht kompensatorisch konsumieren
 
- Kunststoff einsparen, meiden, auf alternative Materialien zurückgreifen (Glas, Stoff, Holz, Metall bspw.)
 
- Kapselkaffee(automaten) und Einweg-, Wegwerfmaterial nicht nutzen, siehe die gesamte unsägliche ToGo-Unkultur
 
- Ökostrom nutzen
 
- weniger Ski fahren und Kreuzfahrten machen
 
- qualitativ hochwertige, regionale, saisonale, fair gehandelte, somit idealerweise Bio-Lebensmittel (aus echtem ökologisch-dynamischen Anbau, siehe Bio der Anbauverbände, nicht EU-"Bio") kaufen, idealerweise auch andere nachhaltig hergestellte Produkte wie Kleidung, Möbel, Kinderspielzeug, Hausrat und/oder statt dies zu kaufen, es teilen, tauschen, leihen, secondhand erwerben oder auch schenken, spenden
 
und so weiter.
 
Ich frage mich dann jedes Mal:
 
Haben Menschen, die Zivilbevölkerung in Deutschland?, in Europa?, in den Industrienationen? mehrheitlich? tatsächlich Jahrzehnte lang überwiegend so ignorant, egoman, horizontverengt gelebt, konsumiert, sich verhalten?
 
Ist es weltweit? wirklich nur eine Minderheit von Menschen, Individuen, Persönlichkeiten, Gemeinschaften, die Solidarität, Kooperation, Mitgefühl und Verantwortung überzeugt leben, internalisiert haben, sich aus intrinsischer (nicht ideologisch, religiös oktroyierter) Moral heraus entsprechend prosozial, integer, gewissenhaft, verantwortungsvoll, solidarisch, mitfühlend, fair, bedürfnisorientiert fürsorglich verhalten w o l l e n und dies auch tatsächlich tun?
 
Heute spricht man im Zusammenhang mit all dem Genannten von freiwilligem Verzicht, der mehr Genuss, Zeit, Muße, Zufriedenheit bringt, von Suffizienz, Postwachstum, Konvivialismus, Gemeinwohlökonomie.
 
Ich frage mich dann jedes Mal, ob in solchen Sendungen all diese Menschen, die sich längst so prosozial und solidarisch, altruistisch, so verantwortungsvoll, integer, reflektiert, reif verhalten, offenbar nie gemeint sind - eben w e i l sie eine Minderheit darstellen?
 
Dann gälte es ein Mal mehr, die Ursachen, die zu Ignoranz, Bequemlichkeit, Gier, Geiz, Neid, Verantwortungslosigkeit, Selbstsucht/Egozentrismus, antisozialem, gewaltvollen Verhalten, Selbstbetrug, fehlendem Mitgefühl und all dem daraus resultierenden, typischen, bekannten (selbst-) destruktiven Kompensationsverhalten führen, endlich angemessen zu beheben.
Stichwort Prävention. Hat immer mit Kindheit, Prägung, Sozialisation zu tun, somit auch mit Schule, vermittelten Werten, Idealen, Menschenbild etc..
 
Nein, "der Mensch" ist nicht des Menschen Wolf.
Nein, der Mench ist kein homo oeconomicus.
Nein, "die Moral" ist nicht tot, wenn "Gott" tot ist.
Nein, Macht, Gewalt, Rache, Strafe, Sozialdarwinismus, Biologismus, Hass, Religion(en), Selbstbetrug und "innere Emigration" sind weder zuträglich, wohltuend noch konstruktiv oder geboten.
 
Haben so viele Menschen tatsächlich nie reflektiert, erkannt, dass Sinnfindung, ein erfülltes Leben, Lebenszufriedenheit sich nicht aus Konsumismus, aus Haben, Besitzen, Besitzmehren speisen, sondern aus Teilen, G e b e n, nicht-paternalistisch Fürsorglichsein, Verantwortung tragen - Lieben?
Haben sie diese wohltuende, heilsame Erfahrung des aktiven Liebens - nicht nur des Geliebtwerden(wollens), also wiederum des vorwiegenden Nehmens, statt des Gebens - nie gemacht?
Sind sie emotional so taub, verpanzert, versehrt, dass sie diese Erfahrung nicht machen, nicht kennen k ö n n e n?
 
Die Urbasis jeder Ethik ist das jedem Menschen wie auch anderen Primaten angeborene M i t g e f ü h l.
Dieses gilt es daher zu stärken, zu kultivieren, zu reaktivieren. Global.
 
Statt "Pinzip Hoffung" (Ernst Bloch), "Prinzip Verantwortung" (Hans Jonas), müsste es um das "Prinzip Liebe" gehen:
 
- Erich Fromm ("Die Kunst des Liebens")
- Arno Gruen (Mitgefühl)
- Emmanuel Lévinas (Liebe für den Anderen, Verantwortung gegenüber dem Anderen)
- Martha Nussbaum ("Gerechtigkeit braucht Liebe").
 
Die Kernelemente von Liebe bzw. des aktiven Liebens sind, nach Erich Fromm, eben diese:
Erkenntnis, Achtung, Verantwortung, Fürsorge, Freiheit, Verbundensein.
 
Fragt (psychoanalytisch, nicht mit Sigmund Freud oder C.G. Jung, sondern mit Erich Fromm, Arno Gruen, Alfred Adler, Sandor Ferenczi), warum augenfällig nur so vergleichsweise wenige Menschen liebesfähig sind und wie dem wodurch angemessen abzuhelfen und vorzubeugen ist.
 
Fakt ist: Es gibt diese liebesfähigen, prosozialen, verantwortungsvollen, mitfühlenden, solidarischen, hilfsbereiten, reflektierten Menschen. Nachweislich und glücklicherweise.
Nein, sie sind weder "Engel" noch "Götter", sondern einfach nur reflektierte, vernünftige, reife, liebesfähige, sozial und emotional intakte Persönlichkeiten. Aus Gründen.
 
-
31. Mai 2026
 
by the way
Mit der "Zeitgeist-Bewegung" (TZM) bzw. -Ideologie habe ich nichts zu tun. 

Das ist mir zu technik-, elektronik-, computerbasiert - das Lebewesen Mensch steht darin nur vermeintlich im Zentrum, denn "das Menschliche", insbes. Leib, Leiblichkeit, Psyche, Emotionen, Gefühle werden verdrängt und es steht offenbar eine "Nutzenmaximierung" - vermeintlich zum Wohle des/von Menschen - im Vordergrund.
"Maximaler Nutzen" (wessen, wovon, wofür, wodurch ... ?) ist aber nicht dasselbe wie ethisch fundierte, realitätsbasierte, prosoziale, humane, konstruktive Wohltat, Wohlergehen, Wohlbefinden.
 
Das "Zeitgeist"-Ding ist mir schon wieder viel zu religiös-ideologisch, dogmatisch, artifiziell, mechanistisch, leblos - erinnert mich eher an Transhumanismus als an Gemeinwohl, "Basisdemokratie" (bzw. Soziokratie) und Humanismus, von Philosophie ganz zu schweigen. 
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zeitgeist-Bewegung
 
-
13. Juni 2025
 
Kommentar zu oben verlinkter arte Doku (D 2024) - "Wohnungsnot bekämpfen, ohne neu zu bauen?"
 
Es verhält sich hier, Wohnungsnot, Wohnungsbau, nachhaltiges Wohnen, wie mit dem Klimaschutz: Ohne das Beheben von Armut, ohne soziale Gerechtigkeit wird es keinen Gemeinsinn, keine soziale Gerechtigkeit, keine Solidarität, keinen Demokratieerhalt und keinen Klimaschutz geben. 
 
Es bedarf also des Postkapitalismus´, Postwachstums, der Suffizienz, des Konvivialismus, einhergehend der GWÖ (Gemeinwohlökonomie), der Kreislaufwirtschaft, eines anderen Arbeitens, Wohnens, Lebens - siehe jedoch den bisher üblichen Arbeitsbegriff, die verbreitete Definition von Arbeit: Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit.

Arbeit für das Wirtschaftswachstum und den Reichtum Vermögender ist aber nicht wohltuende, sinnvolle, erforderliche Arbeit für das eigene und das Gemeinwohl.
"Häusliche" Sorge-Arbeit - weltweit von mehrheitlich Frauen, insbes. ledigen, alleinerziehenden Müttern und häusliche Pflege Leistenden unbezahlt, ohne Einkommen erbracht - wird als unentbehrliche Arbeit nach wie vor gesellschaftlich, vor allem regierungspolitisch, gesetzlich weder anerkannt noch monetär angemessen wertgeschätzt. 

Etlicher künstlich geschaffener bullshitjobs - mit Verweis auf David Graeber - bedarf es für das Gemeinwohl nicht. 
 
Menschen müssten weniger Lohnarbeit tätigen, stattdessen mehr sinnvolle, notwendige gemeinwohlförderliche Arbeit, Sorge-Arbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten, Nachbarschaftshilfe etc., damit sie mehr, ausreichend Zeit für Muße, Beziehungen, Sozialkontakte, Kreativität und Reflexion, Erkenntnis, Entwicklung, Reifung haben. 
 
Anders wohnen: durch bspw. generationenübergreifendes, selbstorganisiertes, konsentbasiertes, bedürfnisorientiertes, gemeinschaftliches cohousing, nachbarschaftliche Wohnprojekte für Familien, Wahlverwandtschaften, WGs und Einzelpersonen.
 
Insgesamt brauchen wir auch eine andere, zeitgemäße Städteplanung, Infrastruktur und Architektur, bspw. nachhaltige, bewegliche, modifizierbare, modulare Gebäude, Räume, Wände und Möbel, ökologisches Bauen mit schadstofffreien Naturbaustoffen, Bau- und Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen, recyelbar bzw. zum Teil auch aus schadstofffreien recycelten Materialien. 
 
Menschen möchten sicher auch gerne in ländlichen, naturnahen Gebieten leben, wenn sie dort das für Wohlergehen und Lebensqualität Erforderliche zugänglich haben: Lebensmittel, ärztliche Versorgung, offene, barrierefreie, generationenübergreifende, gemeinschaftlich selbstgestaltete, selbstorganisierte Begegnungsräume für realen, nicht-virtuellen Austausch, gemeinsames, wohltuendes Tätigseinkönnen und Lernen: künstlerisch, handwerklich, für Kochen, Backen, Pflanzen/Gärtnern, Musizieren, Sport/Bewegung, Tanz, Brettspiel u.a.m..
Hierfür bedarf es der ausreichend vorhandenen - staatlich geförderten - Räume, die überall in kurzer Zeit, ohne Auto, ohne ÖPNV zu Fuß und mit dem Fahrrad sowie bei Bedarf mit einer Art Seniorentaxi erreichbar sind. 
 
Für all das bedarf es eines entsprechenden Bewusstseins, der Einsicht, Bereitschaft, Solidarität, Kooperation, Prosozialität - der intellektuellen, sozialen und emotionalen Reife.
Leider vermitteln und fördern staatliche Schulen und Regierungen all das (bisher) nicht.
 
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