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Sabeth schreibt - Lebenskunst für Laien

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus - non serviam.

Über den freien Willen, Willensfreiheit, Verantwortung ...

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15. November 2025
 
Kommentar zur arte 42 Doku (D, 2025) - "Wie frei entscheiden wir wirklich?"
 
Hm, schade, leider keine neuen Informationen, Erkenntnisse in dieser Doku. Einige Anmerkungen dazu:
Selbstverständlich gibt es - für aufgeklärte, informierte, vernünftige Menschen - keine "Gedankenwelt ohne Gehirn", keine Erinnerungen, keine Entscheidungen, kein Selbst-, Menschen-, Weltbild, keine Gefühle, kein Bewusstsein ohne Gehirn und ohne den gesamten Leib, ohne materielle, physische Grundlage.
 
Es gibt keine "übergeordnete metaphysische Instanz" ("Gott, Energie" ...), keine Teleologie (in) der Natur, Welt, aber Kontingenz und somit auch Unvorhersehbares, Widerfahrnisse (mit Verweis auf Wilhelm Kamlah). 
Leider wird bzgl. der von Menschen getroffenen Entscheidungen im Zusammenhang mit solchen erlebten, nicht selten auch erlittenen Widerfahrnissen nichts gesagt. Oder sind sämtliche Widerfahrnisse, Vorkommnisse, Umstände und Gegebenheiten auch "vorherbestimmt"? Durch wen oder was und auf welche Weise? Demnach wäre auch das Anthropozän usw. "vorherbestimmt" (gewesen) - seit wann, wie, durch wen?
Das ist selbstredend Unsinn und religiöser Glaube ist, wie Aberglaube, Esoterik, Fatalismus irrational, basiert nicht auf Realem, Realität, nicht auf empirischer Evidenz, nicht auf Wissenschaftlichkeit, sondern auf Prägung, Sozialisierung, Indoktrinierung (von Ideologie, Religion) und/oder Illusion, Selbstbetrug, intellektueller, sozialer, emotionaler Unreife. 
 
Leider wurde in der Doku nicht auf Zwillingsstudien Bezug genommen, siehe eineiige Zwillinge, die in unterschiedlichen, teilweise auch weit voneinander entfernten Gegenden, Ländern aufwachsen (bei Adoptivfamilien), aber trotzdem sehr ähnlichen Geschmack und Lebensverlauf haben, ähnliche Vorlieben, Abneigungen, ähnliche Berufs- und Partnerwahl, also sehr ähnliche Entscheidungen völlig unabhängig voneinander, auch ohne einander persönlich zu kennen, getroffen haben bzw. treffen. Hier scheinen Gene eine erhebliche Rolle zu spielen - weit mehr, als in den vergangenen Jahrzehnten angenommen und verbreitet wurde. Siehe auch Verhaltensgenetik sowie auch vererbte Neurodivergenz u.a.m..
 
Ich bezweifle nicht, dass Umwelteinflüsse, das Milieu und eben auch Widerfahrnisse, dass Krisen, Traumata, Erschütterungen Menschen nicht ebenfalls erheblich beeinflussen, prägen können, aber auch damit gehen unterschiedliche Menschen unterschiedlich um, siehe bspw. Resilienz. 
 
Ja, insgesamt hätte die Doku mehr, tiefer auf Bewusstsein, das Unbewusste, auf den Begriff des Selbst, des Ich, der Identitätsbildung, Identitätsgefühl, Persönlichkeitsentwicklung, gerade im Zusammenhang mit Leiblichkeit, Gefühlen, siehe dazu auch Antonio Damasio, aus neurowissenschaftlicher, philosophischer, soziologischer, anthropoloigischer, interdisziplinärer Perspektive sowie auf genetische Dispositionen eingehen dürfen, das zumindest hätte ich mir gewünscht, eine wissenschaftlich fundiertere Dokumentation, Betrachtungsweise dieses Themenspektrums - vielleicht gibt es das ja zukünftig/zeitnah in einem anderen, ausführlicheren Format als arte 42? 
 
Zu Moral und Verantwortung - siehe hierzu intrinsisch motivierte, auf (kognitiver und affektiver) Empathie, Menschen und anderen Tieren angeborenem Mitgefühl basierendem, fairen, prosozialen Verhalten, statt ideologisch, religiös oktroyierter "Moral" (Dogmen, Ge- und Verbote), mit Verweis auf Frans de Waal - hätte ich mir auch umfassendere Information gewünscht.
 
Was Strafe betrifft: moralische Verurteilung, auch Ächtung ist nicht dasselbe wie Strafe, Strafjustiz.
Strafe ist ohnehin nicht hilfreich, denn es geht beim Strafen um Gehorsam, Unterwerfung erzwingen durch Gewalt, Schmerz, Leid, es geht um Dressur, um Machtdemonstration, oft auch um Rache/Vergeltung, nicht selten auch um Sadismus. 
Strafe und insbesondere Gewalt, Gefängnishaft gleicht keinen Schaden aus, macht keine Verletzung wieder gut, beugt keinem Schaden, keiner Gewalttat vor, hilft keinem Opfer, "bessert" keinen Täter, wirkt weder präventiv noch abschreckend. 
Konstruktiv und erforderlich ist stattdessen angemessene, effektive Prävention (auch durch sozialpolitische Entscheidungen, gesellschaftliche, strukturelle, sozioökonomische, nicht nur familiäre Umstände) und ebenso angemessene Wiedergutmachung (die immer ein Prozess zwischen Täter und Opfer, idealerweise begleitet ist, keine einmalige oder Einzelhandlung), siehe Täter-Opfer-Ausgleich, Restorative Justice.
 
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S
Auch hier finde ich das "Wie" wieder .... polemisch: "Desweiteren ist es gerade nicht an den Frauen, Männer (wieder mal =/ ) "mütterlich" zu umsorgen, zu pampern, sich zu kümmern (um deren - der Männer - Entwicklung, Horizontöffnung, Ausbildung von selbstkritischer Betrachtung und Introspektion ...)." wozu? Auch das mit der "Schritt-für-Schritt-Anleitung/Hebrauchsanweisung". Habe ich das geschrieben, das das nötig ist? Warum verstehen wir uns denn immer so "miss"? Wo siehst Du denn Trotz bei mir? Und ja, wenn die ersten beiden Sätze auf einer Website so daher kommen, was erwarte ich vom Rest? Der erste Satz beginnt gleich mit "Sie zwingen uns, eine offensichtliche Tatsache wieder hervorzuheben: Die Geschlechterdifferenz gibt es! Ich schreibe mir diese Worte auf die Fahne, aber wir sollten Missverständnisse vermeiden. <br /> Dieses Sie klingt wie: "unsere elenden Feinde und Widersacher."<br /> Was würdest Du denn von einer "Chauviewebsite" denken, die Frauen schon auf der ersten Seite runtermacht? Andere Analogie. Eine Website von Juden, die offenkundig das Verhältnis zu den Palästinensern thematisiert - und Palästinenser als Terroristen brandmarkt. Sollen die Palästinenser Hurra schreien? <br /> ...<br /> Auch wenn die Website offenbar von Mönnern nichtbgekesen werden soll (geht ja um Beziehungen unter Frauen), dann ist das in Richtung Männer wenig versöhnlich. <br /> ... <br /> Gut, ich werde noch mal tiefer einsteigen in die Website. <br /> Vielleicht geht es dennoch ohne Polemik - wenigstens zwischen uns :-)
K
Stefan, ich lese das in der Tat ganz anders, nämlich wie folgt: Wenn auf der ersten Seite (von bzw - weiterdenken) von der Geschlechterdifferenz die Rede ist, so nicht deshalb, um Männer damit (wodurch überhaupt genau: mit diesem Satz?) zu "diskreditieren", sondern um eine Tatsache zu betonen, die dieser Tage gerne eher gegenteilig betrachtet, behauptet, gesetzt wird - dass es sich eigentlich ja um Menschen handle und das Geschlecht vernachlässigbar sei, dass es eigentlich kaum bis keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gebe bzw. wenn, diese im Grunde fast alle "gemacht" (worden) seien (Erziehung/Sozialisation, gesellschaftliche Normen, Kultur, Religion ...). - Dem wird hier m.A.n. also zunächst einmal (einleitend) widersprochen - eben mit diesem einen Satz. :) Und was ich zuvor über deine Haltung schrieb: Du hast kritisiert, dass auf dieser Seite keine Lösungen angeboten würden (und das, obwohl du also kaum bis gar nichts auf der Seite gelesen hast), du schreibst, es müssten die Frauen doch auf die Männer aber ganz anders zugehen und mit ihnen anders, d.h. zugewandter, "wohlwollender", nachsichtiger umgehen - wenn sich die Dinge zum Besseren wenden sollen. Genau diese Haltung mein(t)e und kritisier(t)e ich - siehe in meinem vorherigen Kommentar zum Thema. - Die Veränderungen, die es gab, haben Frauen sich (für "ihre Geschlechtsgenossinnen" und nachfolgende Generationen) erkämpft, errungen. Es wäre jedoch - nicht nur heute, sondern längst schon (seit Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden) an den Männern, sich in anderer Weise zu verhalten - Frauen also nicht zu unterdrücken, zu misshandeln, zu unterwerfen etc. - wie sie es jedoch tun und das mit allerlei Abstrusitäten überdies zu rechtfertigen versuchen (Hysterie der Frau/en, männliche geistige/kognitive u. charakterliche Überlegenheit, weibliche "Schwächlichkeit", Religion(en) etc.) - auch heute noch (siehe die globale katastrophale Situation von Mädchen u. Frauen: noch immer!). - Und auch in unserer Kultur u. Gesellschaft passiert sovieles oft relativ ;) subtil - siehe Sexismus, siehe eben bspw. Prostitution/Freiertum (die Ansicht des Mannes, er dürfe Sex gegen Geld einfach in Anspruch nehmen, es sei nicht verwerflich, sich sexuelle Befriedigung zu kaufen etc. - siehe hierzu die entsprechenden Einträge in meinem blog), Pornographie (bei der - der "gängigen"/weit verbreiteten, mehrheitlich konsumierten und btw nicht nur bei Gewaltpornos! - es um die Unterdrückung, Unterwerfung der Frau geht (siehe hierzu auch die entsprechenden blog-Einträge - an dieser Stelle möchte ich das aus Platzgründen ... nicht vertiefen - es gibt ja bereits einen eigenen Bereich für diese Themen in u.a. auch meinem kleinen blog ;) ). <br /> <br /> An keiner Stelle werden Männer bei bzw - weiterdenken "runtergemacht" - aber bezeichnend ist doch, dass das von offenbar (manchen) Männern, dir z.B. jedenfalls ;), so empfunden, so interpretiert wird. ;) Und den Trotz sehe ich in eben dieser deiner Reaktion: dass du dich sofort angegriffen fühlst, dass du sofort in Abwehrhaltung gehst - und das wie gesagt, obwohl du kaum bis gar nichts (auf der Seite) gelesen hast - dass du es sofort verurteilst/aburteilst, dass du eben gar nicht erst bereit bist, dich darauf einzulassen, sondern schon von vorneherein "Angriff" witterst ... . <br /> Wohingegen du den Artikeln, die von Männern verfasst wurden (mit Ausnahme dessen über Bachofen) positiv angetan bist. <br /> Ja, das entspricht eben leider dem üblichen, verbreiteten Verhaltensmuster noch immer zahlreicher Männer. <br /> Und ebenso die Einstellung, es müssten die Frauen den Männern "Angebote" machen, "Lösungen" aufzeigen/präsentieren (am besten auf dem Silbertablett ;P ) - statt dass Männer sich Gedanken machen, ob und was an ihrem Verhalten möglicherweise wie "unangemessen" sein könnte/kann/ist und dann versuchen, das zu ändern - und Frauen dann bspw. auch direkt fragen, an welchen Stellen sie auf welche Weise Dinge "anders machen" können - und hier hätten bzw. haben Frauen ja nun vielfältige Vorschläge, Hinweise, Anregungen und äußern diese auch. Aber es fängt ja durchaus eben in der Erziehung bereits an und in der Aufgabenverteilung "zu Hause" - wie man selbst geprägt wurde, wie man wiederum mit eigenen Kindern umgeht, was man ihnen vorlebt (welche "Rollen", Rollenmuster) und was aus welchen Gründen auch auf bestimmte Weise nur gelebt werden kann, weil gesellschaftliche/politische, gesetzliche "Rahmenbedingungen" keine Alternativen zulassen (ohne erhebliche Nachteile mit sich zu bringen: solche "Alternativen"- finanzielle, soziale bspw.). Und nach wie vor wird auch Politik überwiegend von Männern gemacht und auch in der Wirtschaft sitzen fast ausnahmslos Männer in Führungspositionen bzw. sind sie Entscheidungs"träger", Entscheider - und so lange das so bleibt - und aus welchen Gründen das noch immer so ist (an der mangelnden Qualifikation der Frauen liegt es bekannterweise ja nicht (mehr) ;) ) - eben darum geht es, eben das gälte es zu "verändern" - hin zu "Gleichberechtigung" - ohne: "Gleichmacherei"!
S
- Wenn ich solche Textabschnitte lese, wie den in meinem Kommentar: wie soll ich denn da keine "Abwehr" haben? <br /> - Männliche/weibliche Autorenschaft: da bin ich - meine ich - ziemlich reflektiert. So einfach mache ich es mir da nicht. Da ich ja die grundlegenden Probleme zwischen Mannn und Frau auch kritisch sehe, ist es mir egal, ob ein Text von einem Mann oder von einer Frau geschrieben wurde. Meine ich zumindest ;-), weiß jedoch nicht, wie es objektiv ist.<br /> - beziehungsweise ....: was soll den das Ziel dieser Website sein? Es geht - so wie ich das lese - um die Beziehungen der Frauen untereinander. Sonstehts da zumindest. Angeprangert wird die Männerwelt. Und zwar sehr polemisch. Glauben denn diese Frauen, dass sie damit etwas ändern an den Missständen? Soll(te) es nicht darum gehen, Männer zum Nachdenken und Reflektieren zubekommen, was die Rolle "der" Frau angeht? Als (so sehe ich mich zumindest) halbwegs offener reflektierter Mann stößt mich diese Polemik ab. Ich bin auch nicht bereit, da mehr zu lesen. Einfach, weil ich der Meinung bin, den AutorInnen geht es vornehmlich darum, Männern eins auf die Fresse zu geben. Warum? Vermutlich aus Frust, weil sie bisher nichts erreicht haben. Ihrem eigentlichen Ziel einer Gleichstellug keinen Millimeter näher gekommen sind. Ja, meine Vermutung! <br /> Wenn sich Männer - und gerade die in "traditionellen" Rollenbilder verhafteten (um es etwas euphemistisch zu sagen) - den Gedanken der Gleichstellung öffnen sollen, sind solch polemischen Texte alles andere als geeignet, ihren Zielen auch nur einen Millimeter näherzukommen. Da müssen die Autoren sicherlich anders vorgehen. <br /> - "Lösungen": Wenn ich etwas an Missständen ändern möchte (scheint ja bei beziehungsweise so zu sein, oder?), dann muss ich doch a) mit meinen Themen "anschlussfähig" sein. Es müssen mir die "Betroffenen" doch zuhören (wollen). b) wäre es mehr als hilfreich, denn "Betroffenen" Tipps zu geben, das sie konkret in ihrem Umfeld tun können. Das nun vermisse ich vollkommen! Es gibt so viel, was mann in seinem Umfeld tun kann, wenn er denn sensibilisiert ist. In meinen Beratungsprojekten stolpere ich immer wieder über Diskriminierung von Frauen. Die so gewohnheitsmäßig/alltäglich ist, dass es den Männern nicht auffällt - und die Frauen sich das gefallen lassen (müssen), da sie ja in einer überwiegenden Männerwelt klar kommen müssen/wollen. Besagte Männer bekomme ich garantiert nicht mit Inhalten dieser beziehungsweise Seite zum Umdenken. Die betroffenen Frauen im Job finden da - meine ich - wenig bis keine konkrete/ konstruktive Hilfe.<br /> - Und ja, Mag sein, dass ich etwas vorbelastet bin. Ich weiß nicht, ob ich Dir das mal erzählt hatte: ich wollte in meinem BWL Studium in der Vertiefung Personalwesen studieren. Bereits in der ersten Vorlesung hat die ProfessorIn, eine Harcore "Kampfemanze", alle Männer rausgebissen. Heute würde ich die definitiv wegen AGG verklagen. Um Dir gleichen etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ja, ich habe das auch umgekehrt erlebt (hatte vorher zwei Semester Architektur studiert): männliche Profs, die Frauen ziemlich böse schikaniert hatten. Mehrere männliche (!) Sudenten hatten das übrigens angeprangert. <br /> - Mit den "Lösungen" habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Der Text von Schmidt-Salomon (ich weiß nicht, ob ich's jetzt treffe) ist nach vorne gerichtet. Er gibt gute Anregungen zum Weiterdenken. Er ist für mich (!) anregend. Die beziehungsweise Texte finde ich nur aufregend (weil zu aufgeregt) und polemisch. Und das hatbdefinitiv nix mit dem Geschlecht der Autoren zu tun, Illouz inspiriert mich auch. Ja, auch ohne mit "Lösungen" um die Ecke zu kommen.<br /> - Totschweigen: das habe ich ja nun gar nicht gesagt. Es geht mir eben nicht um das "Was", sondern um das "Wie". Also: nicht totschweigen, aber so drüber schreiben, dass es Anschlussfähig wird. Das war mein Punkt. Veränderung von Einstellung und Verhalten bekommt man eben nicht durch Anschreien und Polemisieren hin. Gerade Frauen müssten das wissen :-)
K
Da kommt ziemlich vieles auf einmal. ;) - Zunächst mal geht es eben durchaus um das "Was" nicht nur um das Wie ..., Stefan. Und Seiten wie beziehungsweise - weiterdenken sind, meines Erachtens, nicht dafür an- oder darauf ausgelegt, Männer bei er Hand zu nehmen und ihnen Schritt-für-Schritt-Anweisungen/"Gebrauchsanleitungen" zu offerieren. ;) Sondern es geht in erster Linie um Aufklärung über das "Was" (was ist wann wie aufgrund welcher Ursachen passiert/hat sich so entwickelt und manifestiert - mit welchen (zumeist gravierend "negativen" ...) Folgen für "die Gesellschaft", für insbesondere aber eben gerade die Frauen). Es soll also zuvorderst Frauen veranschaulicht werden, warum die bestehenden Verhältnisse sind wie sie (geworden ;) ) sind - und dass sich all das keineswegs durch (reduzierende, verschleiernde, auch also: manipulative bis demagogische ;) ) biologistische (und/oder gar religiöse) Theorien/Ideologien erklären oder begründen lässt. <br /> Dann habe ich den Eindruck, du hast auf dieser Seite bisher kaum etwas (mehr als die Einleitung ;) ) gelesen. Es werden dort zahlreiche Themen umfassend erörtert, beschrieben und analysiert. Polemik vermag ich da nicht ausfindig zu machen, im Gegenteil, mir erscheinen die Texte sehr differenziert und wirklich gut recherchiert (überdies schreiben dort namhafte ;) Autorinnen). <br /> Desweiteren ist es gerade nicht an den Frauen, Männer (wieder mal =/ ) "mütterlich" zu umsorgen, zu pampern, sich zu kümmern (um deren - der Männer - Entwicklung, Horizontöffnung, Ausbildung von selbstkritischer Betrachtung und Introspektion ...). Sondern es sind die Männer (selbst), die sich zu "emanzipieren", d.h. weiterzuentwickeln hätten. <br /> Und Frauen haben (seit der Sufragettenbewegung) eine Menge "erreicht", erkämpft, erstritten und: erlitten. Ob das nun das aktive u. passive Wahlrecht, den Zugang zu "öffentlicher" Bildung/Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen ...), die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit, das Ehe- und Erziehungsrecht, aber auch wesentliche Erkenntnisse in diversen Bereichen der Naturwisschenschaften (Physik, Chemie, Medizin, Biologie ...) sowie auch "die" Technik ... betrifft. - Es haben hier nicht Männer "den" Frauen einen Weg geebnet, sondern ihnen diesen viel mehr noch und immer wieder massiv verstellt, das Wasser abgegraben, sie zu "Kranken/Gestörten" diffamiert u.s.w.. - Die Geschichte ist wie gesagt voll davon - leider nach wie vor auch die Gegenwart (wenn man auf diverse Länder rund um den Globus blickt, aber auch hier in D-Land sind wir von "Gleichstellung" noch erheblich entfernt - dies gilt es gerade jungen, noch (lebens-) unerfahrenen Frauen und Mädchen offenzulegen, sichtbar zu machen). <br /> Bei dir hört es sich aktuell doch stark nach Trotzreaktion an. ;) - Und nach einer Art Anspruchs-/Forderungshaltung, nach dem Motto: Die Frauen sind unzufrieden? - Ok, dann sollen sie uns, ("den") Männern, sagen, was wie anders gehandhabt werden soll bzw. könnte! - Das ist jedoch leider nichts weiter als die typisch männliche Verhaltensweise. =( Überdies machten und machen Frauen zahlreiche Vorschläge, wie das Zusammenleben anders, gerechter ..., zu organisieren, zu leben wäre/sein könnte - siehe bspw. hier: http://care-revolution.org/grundausrichtung/<br /> Denn gerade dies ist ein zentraler Bereich/Faktor, der für auch gegenwärtig noch bestehende "Ungleichgewichts"verhältnisse erheblich verantwortlich sowie diese zementierend ist.
S
Ich erwarte ja auch "nicht gleich" antworten. Ich bin auch ein Feind vermeintlich schneller Lösungen. Aber so gar keine Lösungen? Und zwischen Problembeschreubung und Polemik (wie bei bzw....de) begeht ein großer Unterschied. Mir scheint, sie gefallen sich im Polemisieren. Ob sie so wirklich etwas ändern (können)? Schau so was hier. Direkt auf der Home-Seite: "Es gibt keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Dieses „Zwischen“ ist eine Verblendung. Zwischen den Geschlechtern gibt es alles Mögliche, Institutionen, Vorurteile, Gesetze, Gewalt, aber die Differenz gehört nicht dazu: Sie ging uns bereits voraus und sie überschreitet uns, wie ein verpasster Anschluss, und wie das Sich-von-sich-selbst-Unterscheiden, weil wir sowohl Körper als auch Wort sind." <br /> Schmidt-Salomon behandelt ja nun auch kein ganz triviales Thema. Und er ist - finde ich - auch nicht vorschnell mit einer Lösung da...
K
So sehe ich das auch: dass Schmidt-Salomon im Grunde (auch) keine "Lösungen" präsentiert, sondern im Grunde auch "nur" seine Sicht auf die Dinge darlegt. :) Was beziehungsweise - weiterdenken anbelangt - vlt. solltest du dich da erst mal ein wenig (mehr) belesen und vlt. nicht mit einer so augenscheinlich spontanen (fast reflexiven ;P ) Abwehr. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn bei so manchen Texten nicht immer sofort ersichtlich wäre, ob die Verfasserin/der Verfasser eine Frau oder ein Mann ist. ;) - Vielleicht ist dir deine Abwehr auch gar nicht bewusst (wahrscheinlich sogar) - aber wenn du mal guckst - auch auf den Text über Bachofen (den übrigens ja ein Mann verfasst hat) hast du "abwehrend kritisch" ;) reagiert ("ist Folklore ..."), ebenso auf den Text über Hysterie (von einer Frau verfasst). - Eva Illouz ist bekannterweise eine Frau und auch nicht mit "Lösungen" bei der Hand. ;) Und in "der" (akademischen) Philosophie geht es btw und bspw. auch nicht darum, "Lösungen", Antworten zu finden. - Bei Antje Schrupp sehe ich übrigens keinerlei "Angriffshaltung" (Männern gegenüber) - im Gegenteil, ich meine, sie versucht gerade ja, keine Mauern hochzuziehen ... . Aber es muss (Frauen) gestattet ;) sein, bestehende Missstände benennen, beschreiben und deren Ursachen, Hintergründe hinterfragen sowie aufzeigen zu dürfen. Und derer gibt es leider noch zahlreiche (siehe hier im blog bspw. über fgm (weibl. Genitalverstümmelung), pua´s, Freiertum, Pornographie, Unterdrückung und Misshandlung von Frauen und Mädchen in so zahlreichen Regionen, Ländern seit so "langer Zeit" schon (findet sich ja auch in "unserem Kulturkreis" die Menge - nicht nur, aber auch in "der" Geschichte). - Es kann der Weg nicht sein, all das einfach totzuschweigen oder zu ignorieren, zu übergehen. Sondern es muss dem eben auf den Grund gegangen werden - nur wenn ich die Ursachen (er-) kenne, kann ich sie beheben. Aber mit dem Erkennen alleine ist es selbstredend auch nicht getan ... .
S
Witzig: Ich habe genau diesen Text ausgedruckt dabei. Ich wollte ihn in Ruhe und auf einmal lesen. Hattest Du den auch in Deinem "alten" Blog? Kann sein, dass ich ihn auf der Website der GBS gefunden habe. ... Wie auch inmer:<br /> - Ein sehr guter, weil ganz klar lösungsoriwntierter Beitrag. Unterscheidet sich wohltuend von anderen Beiträgen (Schrupp ... die teilweise unglaublich polarisierenden/ polemischen Texkte auf bzw-weiterdenken.de). Das finde ich teilweise unterträglich. Es werden nur Probleme aufgetürmt, ohne eine einzige Lösung anzubieten. Manchmal scheint es mir, als wäre das auch nicht erwünscht.*)<br /> - Inhaltlich gehe ich komplett konform. Auch mit dem "Humanistischen Imperativ". <br /> - Hast den Textausschnitt (aus Schopenhauers Preisschrift über den Freien Willen) zwar nicht ausgewählt. Dennoch: das Beispiel mit dem Wasser - mit den dazugehörigen physikalischen Bedingungen ist aus der Materiellen Welt. Darum halte ich es nicht für glücklich. In unserer geistigen Welt sehen die Dinge anders aus - meine ich zumindest:-). "Fahre ich hin, wie mein "Autopilot" es will? Oder eben nicht, weil es ja mein freier Wille ist?" Weißt ja, was ich meine :-) den Unterschied ziwschen dem Materiellen und dem Gesitigen behandelt er aber später noch.<br /> - Dass ein Kind, was ethische Dinge angeht, ein "unbeschriebenes Blatt" ist, wie Schmidt-Salomon schreibt, stimmt allerdings nicht. Bereits Kleinkinder können sehr wohl ziwschen gut und böde unterscheiden. <br /> - Ich finde, dass Schmidt-Salomon sehr gut an die Ökonomisierungs-/Nachhaltigkeits-Debatte anknüpft. Das war für mich überraschend. <br /> - Gandi: er wird inmer als der große Menschenfreund dsrgestellt. Er war ein ziemlicher Rassist und tat wenig bis nichts gegen die Kasten-Teilung in Indien. Auch, wenn es inmer anders dargestellt wird.<br /> <br /> *Ich lese geduldig die Beiträge über das Patriarchat und die Unterdrückung "der" Frau. Viele Dinge kann ich nachvollziehen. Vieles ist mir neu. Und ich bin Dir dankbar fpr neue Einsichten! NUR: wie bitte kommen wir denn zu einer Gesellschaft, in der Mann und Frau gleichberechtigt zusammen leben? Da lese ich sehr sehr wenig! Warum? Wenn das "Problem" doch einer Lösung zugeführt werden muss. Gerade die Beiträge in bzw... .de
K
Ganz kurz gerade nur: Das ist ein wesentlicher Bestandteil "entprovinzialisierten" ;) Denkens (um es mit Schmidt-Salomon auszudrücken) - gerade n i c h t immer gleich (auch) Antworten zu geben, Lösungen anzubieten, sondern erst mal festzustellen was sich wie verhält und: w a r u m so und dann auch weiterzufragen, "dahinterzugucken" - und sich mit dem Antworten/dem Antwort- bzw. Lösungenfinden die erforderliche (!) Zeit zu lassen. - Ähnlich hat es auch mal Claus von Wagner ("Die Anstalt") formuliert - die Leute sind leider immer furchtbar schnell mit Antworten und vermeintlichen wie vorgeblichen "Lösungen" dabei - mit meist wenig guten Folgen (außer: für sie selbst ;) ). - Über Gandhi möchte ich nichts weiter vertiefen ... ist ja hinlänglich bekannt ... - wir sind halt alle nur Menschen (keine Götter - nicht unfehlbar, nicht vollkommen ...). ;P - Das mit dem Auto-Piloten hat Schmidt-Salomon im Text ja selbst kritisiert ... . - Und nein, Kinder kommen tatsächlich nicht als gänzlich "blanko" zur Welt - sie werden bereits durch Gene und vorgeburtliche Erfahrungen geprägt - und auch Epigenetisches spielt hier eine erhebliche Rolle (eigenes, sehr interessantes Thema! :) ).