Overblog Folge diesem Blog
Edit page Administration Create my blog
Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt - Denunziationen, vorgebliche Kindeswohlgefährdung, vermeintliche "Hilfen zur Erziehung" und die Tatsachen

Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt - Denunziationen, vorgebliche Kindeswohlgefährdung, vermeintliche "Hilfen zur Erziehung" ... und die Tatsachen, die Lebenswirklichkeit von Familien, Kindern, Alleinerziehenden - von insbesondere wiederum also Frauen, Müttern
 
 
FRAGE:
 
Warum eigentlich gibt es seitens der Jugendämter (Jugendamtsangestellte sowie -leiter) keinerlei Stellungnahme, Äußerungen zu und Kritik an Hartz 4?
 
Sie sind doch damit befasst: mit den Auswirkungen ökonomischer Armut, Existenzsorgen, mit den Folgen dessen: Ängste, Aggressionen, Depression, Überforderung durch ÜBERLASTUNG - durch Perspektivlosigkeit und Verzweiflung!
 
Gibt es von deutschen Jugendämtern irgendeine Stellungnahme zu Hartz 4 - zu den erheblich zu geringen Regelbedarfen, zu den Sanktionen und welchen irreparablen Schaden das Hartz 4-System in Familien, bei KINDERN - mit lebenslang wirkenden Folgen - anrichtet?
 
Dass also "der Staat", die Regierenden all das wissentlich (!) nicht nur in Kauf nehmen, sondern es forcieren, es absichtlich so anwenden, umsetzen.
 
Gibt es von Jugendämtern irgendeine Stellungnahme dazu, dass es hier um legalisierte Vernichtung von Menschen geht: Vernichtung, Ausrottung der "UNTERSCHICHT": ?
 
Wenn ja: Wo, wann, von wem (welcher Person, welchen Jugendämtern) veröffentlicht?
 
Wenn nein: Warum nicht?
 
...
 
Keine weiteren Fragen.
 
-
 
 
Nachdem ich kürzlich ein weiteres mal beim Jugendamt denunziert wurde, habe ich nun also erneuten "Kontakt" mit selbigem (da sie ja jedem Hinweis "nachgehen" müssen ...).
Einen Hausbesuch (wie vor einigen Jahren bereits erfolgt - Ergebnis: Es liegt keine Kindeswohlgefährdung vor.) hatte ich telefonisch bereits vorgeschlagen, hierauf wurde - bisher - jedoch nicht eingegangen (vielleicht wird ein solcher - aus gerechtfertigten Gründen - nicht für nötig befunden).
 
... Was sind die Gründe für derartige Denunziation(en): Neid, Rache, Ressentiments und Unkenntnis. - Immer wieder. Tatsächlich. Und es sagt solches Vorgehen so viel über die Denunzierenden selbst aus ... .
 
 
Sehr geehrte Frau Ki.,

Ihr Schreiben vom 18.10.2016 habe ich gestern postalisch erhalten.

Ihrer Einladung zu einem Gespräch (anberaumt für den 27.10.2016 um 10 Uhr) werde ich nicht folgen.
In einem ausführlichen Telefonat mit Frau Kr. am 30.09.2016 hatte ich meine/unsere Situation bereits geschildert, wie Sie sicher wissen.
Ich war mit Frau Kr. darin übereingekommen, dass mir Informationsunterlagen übersandt werden, von einem persönlichen Gespräch war die Rede hingegen nicht.
Die Unterlagen hatten Sie mir nun briefpostalisch übersandt und ich habe sie zur Kenntnis genommen.

Jedoch können unsere Lebensumstände - die übrigens sehr ähnlich die vieler anderer Alleinerziehender sowie von ökonomischer Armut betroffener Familien sind - keine Hilfen zur Erziehung seitens des Jugendamtes verändern/verbessern - dies vermögen einzig politische Entscheidungen, Gesetzesänderungen, hierbei insbesondere das ersatzlose Abschaffen von Hartz 4 bzw. eine im Anschluss in Kraft tretende, tatsächlich existenzsichernde, menschenwürdige Grundsicherung (siehe bspw. das "Bündnis für ein menschenwürdiges Grundeinkommen", Informationen hierzu verlinke ich am Ende dieser e-mail).
Überdies erforderlich und längst überfällig ist ein angemessener Mindestlohn in Höhe von aktuell ca. €12,50, damit Menschen von ihrer Erwerbstätigkeit leben können, ohne aufstockende Leistungen beziehen zu müssen, also weiterhin im Hartz 4-Bezug zu bleiben.

Wir alle wissen inzwischen (hoffentlich) jedoch, dass es nicht genug Arbeit gibt und sich dies zukünftig noch verschärfen wird (siehe Digitalisierung) - insbesondere keine sinnvolle, sinnstiftende, existenzsichernde.

Wir alle wissen, dass die sogenannte, vorgebliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzig der Wirtschaft dient, nicht den Kindern, schon gar nicht den Müttern/Frauen, die mehrheitlich nach wie vor keine echte Wahlfreiheit haben (ob und wann sie wieder erwerbstätig sein möchten und wann sie ihre Kinder in Fremdbetreuung geben).
Wir alle wissen, dass das bspw. das Mütter-Burnout zur Folge hat wie auch Phänomene wie regretting motherhood.

Die Folge der stetigen, langandauernden oder sehr intensiven Erschöpfung (physisch wie psychisch) von insbesondere alleinerziehenden Müttern ist dann - zwangsläufig - früher oder später auch, dass ebenfalls die Kinder unter der Situation leiden; sie leiden besonders dann darunter, wenn die Familien von Armut - siehe Hartz 4, Niedriglöhne, Leiharbeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse - betroffen sind und/oder, wenn es keine weiteren Bezugspersonen für die Kinder gibt, die die Situation etwas abfedern können.

Die Menschen jedoch, die das Jugendamt als "Hilfen zur Erziehung" zur Seite stellen kann, sind keine und können niemals Bezugspersonen für die Kinder sein, d.h. Menschen, die langjährig (!), verlässlich und auf Basis emotionaler (!) Bindung Kinder in ihrer Entwicklung zugewandt, liebevoll begleiten und untersützten.
Eine sozialpädagogisch oder psychologisch geschulte Person/"Fachkraft", die das Jugendamt "zur Seite stellt", ist eine bezahlte Person, die ihren Beruf ausübt - keine intime, dauerhafte/langjärhrige Bezugsperson - sie kann eine solche auch auf dieser Basis (durch eine Behörde beauftragt seiend ...) niemals werden.
Darin werden Sie mir, wie ich vermute und hoffe, nur zustimmen können.

Überdies, und das hatte ich bereits Frau Kr. gegenüber bei unserem Telefonat geäußert, ist es geradezu infam, Menschen einerseits durch politische Entscheidungen/Gesetze (Hartz 4, Niedriglöhne - Agenda 2010) zunächst in eine massiv belastende Situation zu bringen und ihnen dann, wenn sie irgendwann völlig erschöpft oder anderweitig überlastet sind, vermeintlich "unterstützend" "Hilfen zur Erziehung" etc. "anzubieten" - das ist eine weitere/zusätzliche Erniedrigung, denn es drückt ganz unzweifelhaft aus, dass jemand es hier also alleine nicht schafft, dass er in gewisser Weise "versagt", dass er zumindest "unterstützungsbedürftig" ist.

Die Unterstützung, die er jedoch tatsächlich braucht - in Form einer angemessenen Bezahlung von Erwerbstätigkeit (siehe oben), in Form von tatsächlich Förderung, Qualifizierung, in Form von insbesondere angemessenen, mit Kindern vereinbar möglichen Arbeitszeiten, Arbeitsstrukturen, Arbeitsmodellen (!), in Form einer echten Wahlfreiheit (zwischen häuslicher Betreuung und Fremdbetreuung) sowie in Form von wirklichen, natürlich "gewachsenen" Bindungen/Bezugspersonen (siehe, wie ebenfalls oben bereits kurz umrissen) - diese wird ihm weiterhin nicht zuteil.

Das Gegenteil passiert - und mittlerweile hat man den Eindruck: absichtsvoll. Menschen werden in Armut gedrängt, sich darin selbst überlassen und überdies wird ihnen noch vermittelt (sowohl in den Jobcentern wie auch in anderen Behörden, durch andere staatliche Institutionen - wie die Jugendämter, außerdem auch medial und durch ihre Mitbürger), sie seien zur Gänze selbst schuld an ihrer Situation - sie werden also systematisch mürbe gemacht, psychisch wie physisch geschwächt (!), erniedrigt und entwertet. - Glaubt man ernstlich, auf diese Weise könne man Menschen "in den Arbeistmarkt/die Gesellschaft (re-) integrieren"?

Und das dann ein weiteres Mal, wenn sie schließlich vom Jugendamt "Hilfen" zur Seite gestellt bekommen sollen, die die eigentlichen Ursachen ihrer "misslichen Situation" nicht im Geringsten beheben. Genau darum aber geht es: um Ursachenbeseitigung, statt Symptombehandlung.


Frau Ki., ich bin 43 Jahre alt und seit 23 Jahren nonstop alleinerziehende Mutter, mein Sohn ist 23 und lebt in eigenem Haushalt.
In diesen 23 Jahren hatte ich keinerlei Unterstützung - durch bspw. Kindesväter und/oder anderweitige Familie (Großeltern für die Kinder bspw.). Ich lebe seit dieser Zeit in ökonomischer Armut, da ich viele Jahre in Ausbildungen befindlich war, später studierte, nebenbei und zuvor bereits jobbte und das Geld immer gerade so für die Lebenshaltung "ausreichte" (für Miete, Strom, Nahrung etc.). Und für sonst: nichts.

Wir haben hier alles secondhand - auch meine Kleidung, auch Möbel und Spielzeug, weil es anders gar nicht ginge.

Urlaub, Verreisen - das kennen meine beiden Kinder nicht, wir konnten niemals je auch nur ein einziges Mal zusammen verreisen, "Urlaub machen". Weder mein Sohn und ich (in den 23 Jahren) noch meine Tochter und ich.
Ich selbst war zuletzt im Alter von 12 Jahren verreist (Österreich) und habe von der Welt bis heute nichts gesehen - mein letzter Urlaub war folglich vor 31 Jahren.

Ich gehe nie aus oder auch nur "Kaffee trinken", ich verzichte auf jegliche Freizeitaktivitäten, da wir uns nicht einmal die günstigste Monatskarte (CC-Karte mit Sozialticket) leisten können.

Der Posten "Verkehr" im Hartz 4-Regelsatz sieht dafür (sowie aber auch für Anschaffung und/oder Reparatur eines Fahrrades, das ich btw auch nicht habe, nur meine Tochter hat ein secondhand-Rad, das ich mit Mühe und Not beschaffen konnte und das bereits schon wieder zu klein ist ...) aktuell €25,40 vor - in keiner deutschen Stadt erhalten Sie dafür eine Monatskarte. Da wir hier relativ weit außerhalb des Zentrums wohnen, müsste ich jedoch eine Karte für den Großbereich haben, um einigermaßen mobil sein zu können (Unternehmungen mit meiner Tochter in der Stadt, für die wir jedoch ohnehin kein Geld haben, aber auch, um bspw. ärztliche oder behördliche Termine wahrnehmen zu können!) - diese kostet als CC-Karte und mit Sozialticket immer noch ca. €39,-. Und nicht €25,-. Nein, im Hartz 4-Bezug hat man nicht die Möglichkeit, mal eben einfach ein paar Euro selbst "draufzulegen" - ich zahle bereits jedes Jahr für Strom und Wasser mehr als das Jobcenter dafür zugesteht/zahlt - es sind im Jahr für Strom €204,-, für Wasser €144,- (zusammen also jährlich €348,-), die ich "aus dem Regelsatz" zusätzlich zahle, die das Jobcenter nicht "trägt" (weil die Regelbedarfe zu gering sind - bei Strom ist dies auch längst bekannt und wird immer wieder angemahnt, so auch bei den Kosten für ÖPNV).

Ich könnte noch etliche andere derartige Missstände aufführen, die Hartz 4/das SGB II mit sich bringt - siehe auch die katastrophale Sanktionspraxis - sanktioniert werden gerade auch Haushalte mit Kindern (!), siehe der Umgang der Jobcentermitarbeiter mit den Menschen im "Leistungsbezug", siehe die völlig ausbleibende "Förderung" (Kurzmaßnahmen zur Bereinigung der Arbeitslosenstatistik stellen keine Qualifizierung dar! Sie sind genau das: Täuschung, Tarnung), siehe die internen Abläufe in Jobcentern (Zielvorgaben, Prämien in den "oberen Etagen") etc..


Es lässt sich die Situation etlicher Menschen nicht durch "Paternalismus", durch Zwang, Druck, Kontrolle, Schikane verändern, d.h. verbessern - das Gegenteil ist Folge all dessen.


Erforderlich ist, dass Menschen nach ihren jeweils individuellen Fähigkeiten, Interessen und Neigungen ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten dürfen.
Unabdingbar ist hierbei, dass jeder Mensch mit seiner individuellen Biographie gesehen wird und (nicht selten) bestehende Beschädigungen berücksichtigt werden - die wenigsten Menschen sind einfach nur "faul/arbeitsscheu" (wenn überhaupt jemand), sie sind jedoch häufig physich und/oder psychisch beschädigt, meist seit ihrer Kindheit bereits. Und deshalb mit diversen Auflagen (also auch Berufstätigkeit, Art der auszuführenden Arbeiten bzw. Arbeitsbedingungen!) überfordert, überlastet. - Und so setzt sich das fort: Wer schlechte Startbedingungen hatte, wird aus seiner prekären Situation kaum herausgelangen: können.


Und eigentlich müssten all jene Menschen gerade für solche unangenehmen, unbeliebten, aber wichtigen Arbeiten (wie bspw. Müllabfuhr, Putztätigkeiten, Arbeit mit Alten und Kranken, Schichtarbeit und anderweitig physisch und/oder psychisch deutlich belastende bis gesundheitsschädigende Arbeiten) angemessen wenigstens finanziell entschädigt werden.

Siehe aber auch die vielbeschworene, vorgebliche "Förderung" von gerade Kindern - das Bildungs- und Teilhabepaket ist eine Farce. Es will (politisch) gerade nicht "gefördert" werden: benachteiligte Kinder von ökonomisch Schwachen, die nicht zwangsläufig "sozial" schwach sind - auch das eine Unart, eine Diffamierung: stets von "sozial Schwachen" zu sprechen. Sozial schwach sind all jene Politiker, die solches erst möglich mach(t)en und es aufrechterhalten (siehe soziale Ungerechtigkeit, Steuersystem ...) und all jene, die skrupellos Steuern hinterziehen, Steueroasen aufrechterhalten und anderweitig durch ihre Machenschaften Menschen global in Not und Elend stürzen - siehe diverse multinationale Konzerne. - Bei deren Vergehen, so sie aufgedeckt/bekannt werden - passiert diesen Menschen mehrheitlich jedoch nichts. Bei geringsten Verstößen werden Menschen im Hartz 4-Bezug hingegen auf menschenvernichtende und unverhältnismäßige Weise sanktioniert. - Das, ja: ist ein Skandal, insbesondere, da all dies "legal" passiert.

All jene Eltern, die ihre Kinder unangemessen behandeln, aber nicht ökonomisch "schwach", sondern privilegiert sind, haben schlicht viel bessere Möglichkeiten und Methoden, dies zu übertünchen bzw. es anderweitig zu verbergen ..., vor allem haben sie für sich selbst Regenerationsmöglichkeiten (siehe Freizeitgestaltung, sozio-kulturelle Teilhabe, soziale Kontakte, Urlaube etc.) - die von Armut betroffene Menschen sämtlich nicht haben.

Wenn jemand also das Wohl meines Kindes und auch mein eigenes seit mittlerweile elf Jahren massiv gefährdet bzw. de facto beschädigt - und das wissentlich, absichtsvoll - so ist es die Regierung, sind es Politiker - schon jene, die die Agenda 2010 auf den Weg gebracht haben.


Was meiner Tochter und mir erheblich helfen würde, wären monatlich mindestens €200,- mehr, wäre, dass Unterhalt(svorschuss) und Kindergeld nicht mehr auf Hartz 4/Alg 2 als Einkommen angerechnet/abgezogen werden, dass ich (wie etliche andere) nicht mehr permanent vom Jobcenter unter Druck gesetzt werde, dass Sanktionen abgeschafft werden, dass ich eine mir, meinen Kenntnissen, Fähigkeiten und Interessen entsprechende Berufsqaulifikation erhielte/erwerben könnte (was das Jobcenter mir seit Jahren verwehrt) und damit dann einen existenzsicherenden Job ausüben könnte, der sich mit der Betreuung meiner inzwischen zehnjährigen Tochter vereinbaren ließe - denn sie braucht meine Unterstützung nach wie vor (im Alltag, bei den Hausaufgaben ...).

Und erheblich helfen, entlasten, erleichtern würde uns überdies, wenn ich einen Führerschein und ein Auto hätte, wenn ich endlich eine angemessene, medizinische Behandlung erhielte (für bspw. meine Eisenmangelanämie) - auch diese wird mir schulmedizinisch verwehrt, mit fadenscheinigen Ausreden (es ist immer noch, immer wieder Glückssache, ob man an einen guten Arzt gerät - als Kassenpatient im Hartz 4-Bezug - jeder Arzt fragt bei der Erstanamnese, ob man berufstätig sei, das finde ich ebenfalls "merkwürdig" bzw. aussagekräftig ...).

Ich gehe seit Jahren zu jeder Jahreszeit zu Fuß einkaufen und schleppe alles nach Hause - hier sind es ca. 2 km einfacher Weg, in den Jahren zuvor hatte ich 4km hin und 4km wieder zurück zu laufen - vollbepackt und mit Kleinkind (meiner Tochter), da ich so weit außerhalb wohnte - denn nur dort bekommt man, wenn überhaupt, noch bezahlbaren "Wohnraum", insbesondere solchen, den das Jobcenter mietemäßig für "angemessen" erklärt.

Es würde uns weiterhin erheblich helfen, wenn wir eine Familie hätten - Großeltern bspw. - und das vor allem bereits in den vergangenen Jahren. Ich hatte eigeninitiativ nach Paten-Großeltern vergeblich gesucht (als wir noch in Baden-Württemberg wohnten). Es gab eine große Nachfrage, aber kein Angebot.

Es würde uns helfen, wenn wir wenigstens alle zwei Jahre in Urlaub fahren könnten - für mehrere Wochen. Und nein, eine Mutter-Kind-Kur ist eben gerade k e i n Urlaub und damit auch nicht ansatzweise zu vergleichen. - Wir möchten dorthin fahren können, wo es uns gefällt, wir möchten dort so wohnen und unseren Tag frei gestalten können, wie es uns zusagt, gemäß ist, wohltut und uns auch ernähren können, wann und wie es uns entspricht - all das ist in einer Kur nicht der Fall, sondern das Gegenteil all dessen. Und es geht bei einer Kur auch nicht um Horizontweitung durch andere Umgebung, Kultur, Sprache ... .

Vor allem geht es dabei (Urlaub, Verreisen) um Eindrücke, die ein Kind lebenslang prägen - um Erlebnisse, die spätere Erinnerungen sind - und die so nur in der Kindheit erlebt werden können, die niemals "nachholbar" sind!

Meine Tochter erlebt jedes Schuljahr wieder, dass sie in ihrer Klasse tatsächlich die Einzige ist, die nicht verreist war/ist - sie wird gefragt "Was, ihr habt kein Auto? Du warst noch nie am Meer? Du warst noch nie aus Europa raus?" - Nein, sie war noch nicht ein Mal über Deutschlands Grenzen hinaus. Und sie w i r d es auch nicht erleben können. Nein, für Ferienfreizeiten ist sie noch nicht "reif" genug - Kinder sind verschieden, davon unabhängig wollte meine Tochter das bisher nie und auch mein Sohn wollte in seiner Kindheit nie an einer solchen Ferienfreizeit teilnehmen. - Sehr wünscht meine Tochter sich jedoch, mit mir zu verreisen - "in die Berge und nach Italien". - Unmöglich!

Insbesondere würde uns erheblich helfen, entlasten, wenn Sorge-Arbeit gesellschaftlich endlich als Arbeit, als für jede (!) Gesellschaft absolut unentbehrliche Leistung (!) anerkannt und angemessen (!) monetär honoriert würde - statt dass gerade Mutterschaft abgewertet wird und noch immer als vorgeblich reines Privatvergnügen gilt (was es nicht ist - anderenfalls gäbe es keine Vereine, Musikschule und staatliche Schulen: Eltern können nicht alles über Jahre alleine leisten, aber gerade in den ersten vier bis sechs bzw. zwölf Jahren sind es die Eltern, die den Grundstein für Ur- und Selbstvertrauen, für Resilienz, Selbstwertgefühl und vor allem auch für Empathie (!) legen - sofern: sie es können, sofern sie die persönlichen und politischen Gegebenheiten vorfinden!).

Ein Mütter-/Familien-/Sorgegehalt wäre durchaus finanzierbar, es gibt hierzu Modelle, Studien, Berechnungen - dies ist jedoch nicht gewollt. Die Mütter sollen der Wirtschaft zur Verfügung stehen, die Kinder sollen immer früher immer länger fremdbetreut werden. - Wir sehen jetzt bereits, wie sehr dies gerade den Kindern schadet - auch hierzu gibt es valide Daten.


Ich erfülle seit 23 Jahren meinen "gesellschaftlichen Beitrag": Ich bin Sorge-Arbeiterin (nicht "nur" Mutter, denn Sorge-Arbeit umfasst mehr als "Kinderbetreuung" ... !) und das: vollständig, vollumfänglich alleine.

Daher, Frau Ki.: Nein, ich spiele dieses befremdliche, eigentlich tatsächlich perfide Spiel nicht mit. Ich brauche keine "Hilfen zur Erziehung", sondern ganz Anderes - siehe wie eben (unvollständig) aufgezählt. Das kann das Jugendamt sämtlich nicht leisten, nicht sein, nicht geben.

Allenfalls könnten - und sollten! - die Jugendamtsangestellten, die Jugendamtsleiter allerdings darauf hinwirken, dass sich die politischen Verhältnisse dahingehend verändern, dass sie inbesondere den "benachteiligten" Kindern und den (alleinerziehenden) Müttern endlich wirklich zugute kommen, dass Frauen und Mütter endlich wirklich unterstützt werden, dass ihre Sorge-Arbeit als Arbeit adäquat anerkannt und bezahlt wird - statt dass Frauen unter Dreifachbelastung leiden (Beruf, Kinder/Familie, Haushalt), dabei selbst zumeist auf der Strecke bleiben und langfristig psychisch und/oder physisch (nicht selten: chronisch) erkranken. Die Folge ist, dass es dann auch über kurz oder lang den Kindern "schlecht geht".

Kinderarmut ist immer auch Eltern-, vor allem Mütterarmut - und das in Dritte Welt-Ländern genauso wie in Deutschland.


Und so etwas wie "Tafeln" sind eine weitere Erniedrigung, wie so vieles andere, das ich in dieser e-mail grob angerissen habe, ebenfalls (siehe auch viel zu geringe Renten, siehe das unsägliche Gesundheitssystem mit Fallpauschalen, siehe das Bildungssystem u.v.a.m.).

Abschließend möchte ich nochmals anmerken, dass ich nicht rauche, nie Alkohol trinke (auch nicht zu "besonderen Anlässen" wie Silvester oder Geburtstag ... - und in meinem gesamten bisherigen Leben tatsächlich noch kein einziges Mal betrunken war - auch wenn Sie das wahrscheinlich nicht glauben können bzw. möchten); ich bin auch nicht anderweitig substanzabhängig und kann seit Jahren wie bereits erwähnt (aus gesundheitlichen Gründen) nicht einmal mehr Kaffee trinken.

Ich bin auch nicht esssüchtig (wiege 50kg bei einer Körpergröße von 1,67m), aber ja: Ich bin aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen mangelernährt (schulmedizinisch nachgewiesene Mängel an Vitalstoffen wie bspw. Vitamin B12, Vitamin K lange Zeit, Vitamin D und vor allem Eisen) - ich, Frau Ki., nicht mein Kind.

Ich habe sämtliche Vorsorgeuntersuchungen mit meiner Tochter, wie auch damals mit meinem Sohn bereits, wahrgenommen und gehe auch sonst mit ihr zum Arzt, wenn erforderlich - sie wurde nie als entwicklungsverzögert oder mangelernährt bezeichnet - von keinem Arzt.

Ich glaube, viel mehr zurückstehen und entbehren kann man nicht, als ich es seit nun mehr 23 Jahren tue - für beide Kinder. Ich wurde mit 19 Jahren das erste Mal Mutter, Frau Ki. - nicht wie andere mit 30 oder Mitte 30. Und ich hatte keinerlei Unterstützung in all den Jahren - keinen sozialen und keinen finanziellen Rückhalt.

Ich habe jedoch für meine Kinder selbst auf all das all die Jahre kontinuierlich verzichtet, das für andere Menschen völlig selbstverständlich ist (Führerschein, Auto, mal Kaffee trinken/essen/"shoppen" gehen, Ausflüge an den Wochenenden, Urlaube/Verreisen, eigene Freizeitgestaltung - was auch immer).
Unser Geld gebe ich aus für Nahrungsmittel aus überwiegend kontrolliert biologischem Anbau (auch deshalb, weil meine Tochter nur sehr selektiv isst - man nennt das mit medizinischem Fachausdruck "picky eater") sowie für laufende Kosten (Telefon, Strom, Wasser) sowie für Kleidung, Schuhe, Zimmereinrichtung und Spielzeug/Interessen meiner Tochter.

Und weder bin ich noch sind meine Kinder süchtig, kriminiell, verwahrlost oder anderweitig "negativ auffällig".


Ja, ich meine: Das ist eine Leistung.

Statt hierfür jedoch Anerkennung zu erhalten, wird man unter Druck gesetzt, schikaniert (Jobcenter), für "unfähig" erklärt und es wird einem sogar unterstellt, man selbst gefährde das Wohl seines Kindes. - Ich wiederhole mich: Das ist infam. Das ist abstoßend.
Und es stellt solches Vorgehen alles andere als eine "Hilfe" dar.


Ich lasse mir diesen Schuh nicht anziehen - nicht: mehr. Denn ich bin keine naive 20 mehr, sondern, wie ebenfalls eingangs bereits erwähnt, 43 und entsprechend lebenserfahren ... .

Besehen wir uns die - politischen, politisch gemachten, so gewollten - Fakten und hören wir auf, dieses heuchlerische Spiel weiterhin (mit-) zu spielen. - Hilfe, Unterstützung müsste gänzlich anders aussehen, stattfinden als bisher - auch vonseiten der Jugendämter, die wie gesagt letztlich nichts ausrichten können, die nur dazu beitragen, dass die Menschen die Schuld, das Versagen bei sich persönlich suchen/finden - was sie weiterhin in eine unterlegene, abhängige, in eine erniedrigende Bittsteller- und Almosenempfängersituation bringt, statt ihren Selbstwert mittels Anerkennung und Wertschätzung zu stärken - und vor allem: ihre Situation durch völlig andere politische Verhältnisse tatsächlich zu verbessern.

Ja, grundlegend erforderlich, unausweichlich wäre hierfür ein anderes Menschenbild. (Siehe bedingungsloses Grundeinkommen). Weitere Stichworte sind Umverteilung, soziale wie Steuergerechtigkeit ... .

... Als ich übrigens in Baden-Württemberg die "Hilfe" des Jugendamtes eigeninitiativ in Anspruch nehmen wollte, als ich mit meinem damals pubertierenden Sohn und einem Kleinkind - frisch umgezogen von Hamburg nach Baden-Württemberg, ohne Geld, Familie ... - um einen Erziehungsbeistand bat (einen möglichst männlichen, da mein Sohn eine männliche Bezugsperson ;) in dieser Zeit dringend gebraucht hätte), wurde dieser mir verwehrt - abgelehnt und ich wurde an eine Erziehungsberatungsstelle verwiesen ... .

Bitte teilen Sie mir mit, ob - so erforderlich - ich Ihnen diese e-mail nochmals briefpostalisch übersenden soll.

Gerne können Sie meine e-mail auch an Ihren Vorgesetzten zur Kenntnisnahme weiterleiten.

Unten verlinkte Texte zu Hartz 4, Sorge-Arbeit, Armut von alleinerziehenden Müttern und ihren Kindern, zu Mutterschaft, Fremdbetreuung u.a. bitte ich ausdrücklich zur Kenntnis zu nehmen.

Freundliche Grüße
...
 
-
 

Kooperationsverband Jugendsozialarbeit, Positionspapier: "Ausgrenzung junger Menschen verhindern - neue Wege in der Förderung gehen und Jugendsozialarbeit stärken"

 
Es ist ein Wahnsinn: Was will hier eigentlich erreicht, durchgesetzt werden: dass schon die schwächsten, jüngsten, wehrlosesten Gesellschaftsmitglieder - Kinder - von klein auf zu instrumentalisierten, ausbeutbaren Marionetten gemacht werden, und dabei vor allem wiederum gerade jene, denen es ohnehin von klein auf am schlechtesten geht (Kinder, die in Armut und in Kinderheimen aufwachsen müssen, deren Eltern selbst beschädigt wurden ... ... ...). - Ja, dieser Wahnsinn hat System. Wer das für eine "Verschwörungstheorie" hält, muss taub, blind oder maximal geistig minderbemittelt sein. Oder einfach nur ein Profiteur dieser Machenschaften. Das ist schon wirklich als brutalst möglich kriminell zu bezeichnen - nicht mehr "nur" infam.
 
 

Diese Seite teilen

Repost 0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren: