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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Freiheit? Sicherheit? - Macht Politik Ethik? Güte? Gerechtigkeit? Frieden?

 
update 31. Mai 2022
 
Grundsätzliches Problem ist, dass zu viele Menschen noch immer glauben, der Staat, staatliche Institutionen, deren Vorgehen, das auf von Regierungen installierten Gesetzen basiert, biete "Schutz und Sicherheit", nicht nur in Bezug auf Gesundheit. Obschon er so häufig beschädigt.
 
Staat - Macht - Gewalt.
20. Mai 2022
 
Manchmal habe ich den Eindruck, Regierung tut vorsätzlich alles, damit Menschen sich zunehmend und zunehmend schneller, intensiver radikalisieren.
 
Um Repression vermeintlich "legitimiert" vollziehen zu können. Gewaltvoll.
11. Mai 2022
 
Kann es sein, dass Regierungen global nicht zu mehr, tatsächlicher, stabiler Freiheit, Frieden, "freiheitlich-demokratischen Verhältnissen", (sozialer) Gerechtigkeit, effektiven Behebung von Armut, Gemeinwohl für ALLE Menschen führen, sondern das Gegenteil bewirken, vollziehen?
21. März 2022
 
Und das ist das Problem:
Wie oft denken sich Regierungen welche weiteren "Gefahren" aus - siehe bereits Terrorismus, nun Pandemie - um mittels ausgerufenem, behaupteten Ausnahmezustand, Notzustand, Gesetzesverschärfungen mehr (digitale) Kontrolle, Überwachung, Freiheitsrechteentzug dauerhaft vollziehen, installieren zu können?
Freiheit? Sicherheit? - Macht Politik Ethik? Güte? Gerechtigkeit? Frieden?
 
Warum gibt es - weltweit - noch immer so viele Menschen, die sich vermeintlich freiwillig unterwerfen wollen: einem Staat, "Gott", einer Religion, Ideologie ..., die sich selbst verknechten?
 
Antwort: Autoritarismus, Kindheit, Prägung, Sozialisation, Patriarchat, Selbstbetrug.
 
"[...] 1941 erscheint in den USA Fromms Buch „Die Furcht vor der Freiheit“. Es versucht eine Antwort auf die Frage, warum totalitäre Ideologien und Bewegungen wie Faschismus und Bolschewismus auf die Menschen des 20. Jahrhunderts eine derartige Anziehungskraft ausüben: Um sich über das Gefühl seiner Bedeutungslosigkeit in einer ungeheuren Maschinerie hinwegzutäuschen, greift das Individuum zu „Fluchtmechanismen“, die den Sinn haben, Angst und Isolierung zuzudecken. Fromm beschreibt drei Fluchtmechanismen: „autoritäre Tendenzen“, „Zerstörungstrieb“ und „automatische Anpassung“. In allen drei Fällen besteht die Crux darin, dass eine „Freiheit von“ nicht durch eine Sinn stiftende „Freiheit zu“ ergänzt wird. Im Gegensatz zu Freud erkennt Fromm keinen biologischen „Todestrieb“ an: „Der Trieb zum Leben und der Trieb zur Zerstörung sind nicht voneinander unabhängig, sondern stehen zueinander in umgekehrtem Verhältnis: Je mehr der Lebenstrieb durchkreuzt und unterbunden wird, umso stärker der Trieb der Zerstörung. Je mehr sich das menschliche Dasein entfalten kann, umso geringer die Kraft der Zerstörung und umso seltener. Der Zerstörungstrieb ist die Folge des ungelebten Lebens.“

In „Psychoanalyse und Ethik“ (1947) leistet Fromm Pionierarbeit für die
Psychoanalyse – hatte Freud doch behauptet, dass seine Tiefenpsychologie keinen Bedarf an ethischen Untersuchungen habe. Demgegenüber ist Fromm der Meinung, dass eine humanistische Ethik die Grundlage jeder psychoanalytischen Praxis sein müsste. In Anlehnung an Aristoteles, Spinoza und John Dewey empfiehlt humanistische Ethik dem Menschen vor allem, sich autonom und kraftvoll zu entwickeln. Im Gegensatz zur autoritären Ethik, die menschliches Gutsein ständig durch das „immanente Böse“ bedroht sieht, sagt Fromm: „(. . .) so gewinnt ein Mensch, der sich seiner eigenen Kräfte bewusst ist und sie produktiv verwendet, an Stärke, Glauben und Glück. (. . .) Das Erlebnis von Freude und Glück ist nicht nur (. . .) das Ergebnis eines produktiven Lebens, sondern auch dessen Stimulans.“

„Anatomie der menschlichen Destruktivität“, Fromms letztes großes Werk, erscheint 1973: die Summe eines gelehrten Lebens, das von Anfang an auf interdisziplinäre Forschung ausgerichtet ist. Im Unterschied zu Freud und Konrad Lorenz ist es laut Fromm nicht nötig, einen „natürlichen Aggressionstrieb“ anzunehmen. Es genüge vielmehr, die Aggression zu den „Möglichkeiten“ des Menschen zu zählen und die Bedingungen herauszuarbeiten, unter denen sie exzessive Ausprägung erfährt. [...]"
 
 
Angst vor Abgetrennt-, Ausgegrenztsein, sozialer Isolation, Einsamkeit - Folgen:
 
kompensatorische Flucht in Autoritarismus (siehe auch Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Gehorsam) und/oder in Destruktivität und/oder in Konformismus (Anpassung, Unterwerfung) sowie auch in Hedonismus, Konsumismus.
 
Daraus (langfristig) resultierend:
 
Selbstbetrug, Sucht, Aggression, emotionale Verhärtung/Verpanzerung, Abwehr, Trotz, Mangel an Mitgefühl und Liebesfähigkeit sowie Bindungs- und Beziehungsfähigkeit, Selbstsucht, Egozentrismus, Sadismus, maligner Narzissmus (antisoziale Persönlichkeitsstörung) sowie diverse weitere psychische und physische Störungen, Erkrankungen, Destruktivität, Selbstentfremdung, die Objektifizierung, Standardisierung, das Funktionalisierbarmachen, Ausbeuten von Menschen - nicht mehr "nur" mittels physischer Gewalt, Drohung, sondern vor allem durch Manipulation, Suggestion, Propaganda sowie auch Strafe, wiederum mittels Ausgrenzen, Abtrennen, Isolieren bei abweichendem Verhalten, bei Widersetzen, Ausscheren.
 
All das ist demonstrativer Ausdruck von je persönlicher wie infolgedessen und wechselwirkend kollektiver, gesellschaftlicher Unbewusstheit, Selbstbetruges, Selbstflucht, Selbstverlustes - Unreife.
 
Die Unfähigkeit, mit der Conditio humana - mit der menschlichen und je persönlichen Bedürftigkeit, Verletzlichkeit, Sterblichkeit, dem Bewusstsein hierüber, mit Schmerz, Leid, Angst, Geworfensein, Erwachsensein, Verantwortung gegenüber dem Anderen (Ethik) - bewusst, couragiert, authentisch, wahrhaftig, integer, gewissenhaft, mitfühlend, fürsorglich, konstruktiv, für andere und sich selbst Wohl tuend zurandezukommen. 
Die Unfähigkeit: zu lieben - zu geben.
 
All das wird rings um den Globus täglich - von gerade auch Regierungen, d.h. Regierenden, Menschen in politischen Entscheidungs-, Verantwortungspositionen - getätigt, von ihren füg- und folgsamen Untertanen je persönlich unreflektiert, mehr oder weniger bewusst zugelassen, mitvollzogen und damit zementiert.
 
"[...] Gemeinsam ist diesen Konzeptionen, dass die F. als die dem Menschen wesenhaft zukommende Selbstbestimmung aufgefasst wird.  F. bedeutet in negativer Bestimmung das Freisein von äußeren Zwängen bzw. das freie, von äußeren Hindernissen ungehinderte Sich-bewegen-Können; in einer positiven Bestimmung impliziert es die Möglichkeit der Selbstbestimmung, der freien Entscheidung und Wahl. – Beide Aspekte der Bestimmung haben ihren Niederschlag in den unterschiedlichen Konzeptionen der Handlungsfreiheit und der Willensfreiheit gefunden.
 
Die Theorie der politischen F. bleibt insofern mit dem philosophischen Begriff der F. verbunden, als sich die Behandlung des philosophischen Problems der Verantwortlichkeit mit den Fragen der politischen Freiheit berühren. Ein Individuum beansprucht das Recht, in eigener Selbstbestimmung und nach eigenen Fähigkeiten handeln zu können. Dieser neuzeitlichen Perspektive korrespondiert die ethische Fragestellung, in welchem Sinn der Mensch als frei bezeichnet werden kann. Zwei miteinander zusammenhängende Differenzierungen bestimmen die Diskussion über die F.: die Unterscheidung zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit und die zwischen positiver und negativer F. [...]
 
In einer allgemeineren Bestimmung bedeutet Handlungsfreiheit die Fähigkeit und das Vermögen zum bewussten und freiwilligen Tun – entsprechend den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten und im Hinblick auf die gegebenen Umstände. In gesellschaftlich-politischer Hinsicht bedeutet Handlungsfreiheit die Möglichkeit und das Recht, ohne äußere Beeinträchtigung nach eigenem Wollen und eigener Überzeugung zu handeln. [...]"
 
 
"The police spend very little of their time dealing with violent criminals—indeed, police sociologists report that only about 10% of the average police officer's time is devoted to criminal matters of any kind. Most of the remaining 90% is spent dealing with infractions of various administrative codes and regulations: all those rules about how and where one can eat, drink, smoke, sell, sit, walk, and drive. If two people punch each other, or even draw a knife on each other, police are unlikely to get involved.
 
Drive down the street in a car without license plates, on the other hand, and the authorities will show up instantly, threatening all sorts of dire consequences if you don't do exactly what they tell you."
 
"The police, then, are essentially just bureaucrats with weapons. Their main role in society is to bring the threat of physical force—even, death—into situations where it would never have been otherwise invoked, (...)"
 
"But the banks themselves are using very similar methods. Most financial institutions themselves now acquire the majority of their profits from penalizing members of the general public for rule-breaking. According to a 2012 report by the Consumer Financial Protection Bureau, overdraft and insufficient funds fees made up sixty-one percent of bank profits from consumer checking accounts; and in 2009, J. P Morgan Chase, the biggest bank in America, reported 71% of its total profits derived from fees and penalties. Put another way, this means that the profitability of America's banks is based on knowingly creating rules so complicated that they know a significant portion of their customers won't to be able to follow them—and then punishing those customers for failing to do so."
 
"Almost every institution in America—from our corporations to our schools, hospitals, and civic authorities—now seems to operate largely as an engine for extracting revenue, by imposing ever more complex sets of rules that are designed to be broken. And these rules are almost invariably enforced on a sliding scale: ever-so-gently on the rich and powerful (think of what happens to those banks when they themselves break the law), but with absolute Draconian harshness on the poorest and most vulnerable. As a result, the wealthiest Americans gain their wealth, increasingly, not from making or selling anything, but from coming up with ever-more creative ways to make us feel like criminals."
 
"In a very real sense, the "middle class" is not an economic category, it's a social one. To be middle class is to feel that the fundamental institutional structures of society are, or should be, on your side. If you see a policeman and you feel more safe, rather than less, then you can be pretty sure you're middle class. (...) Most Americans no longer feel that the institutions of government are, or even could be, on their side. Because increasingly, in a very basic sense, they're not."
 
David Graeber
 
 
Zitate von Edward Snowden aus oben verlinktem Video:
 
"What is being built is the architecture of oppression."
 
Snowden (ca. Min. 14:28):
"The funniest part about it in a dark way is that the emergency never ends, it becomes normalized."
 
"As authoritarism spreads, as emergency laws proliferate, as we sacrifice our rights we also sacrifice our capability to rest this slide into a less liberal and less free world."
 
"Do you truly believe that in the first wave, second wave, sixteenth wave of the Coronavirus (it is?) a long forgotten memory that these capabilities will not be kept, that these datasets will not be kept? Will those capabilities begin to be applied to smalltime criminality, to political analysis (...)? No matter how it is being used, what is being built is the architecture of oppression."
 
"They´re running internment camps in China and these practices, when they don´t get pushback, when they don´t get condemnation, will become normalized and it will spread (...). We will face them everywhere."
 
Ca. Min. 19:30:
"But we need to remember that this virus will pass, but the decisions we make today, in this atmosphere, will last. We will have to live with them, our children will have to live with them, all our posterity will. (...) It´s about everywhere."
 
"Because these systems, if we do not change them, they´re going to make decisions for us on an automated basis to determine who gets a job, who gets a home and who does not."
 
"And we today are being asked in a moment of extraordinary fear: what do we want these systems to look like? And if we don´t make that decision ourselves, it will be made for us."
 
Edward Snowden
 
Aus oben verlinktem Hörspiel, szenischem Bericht, zitiert:
 
"Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen, bis nichts mehr von ihr übrig ist."
 
"Ich bin der Ansicht, dass die gegenwärtig umlaufende Kommunismushysterie für die Art unseres Zusammenlebens und unsere Form der Demokratie gefährlich ist."
 
Ersetze "Kommunismushysterie" durch bspw. Pandemiehysterie - oder was immer als nächstes benutzt wird.
 
"An die Stelle von gesetzlichen Kriterien treten Furcht und Demagogie."
 
"Um eine hundertprozentige Sicherheit zu haben, müssten wir alle die Freiheiten aufheben, die wir zu verteidigen wünschen, und das ist kein gangbarer Weg."
 
"In der Sache J. Robert Oppenheimer" - szenischer Bericht von Heinar Kipphardt, mdrkultur, 07.03.2022
 
Zitate aus oben verlinktem Hörspiel:
 
"Sieh´ dahinten, den Turm. Ein Mensch sitzt darin, der schuldlos leidet, seit so langer Zeit schon, dass niemand mehr sich daran erinnert."
 
"Den Mächtigen geht es gut, sie denken nicht daran, wie wir anderen bedrückt sind."
 
"Unser Einer hat genug zu tun, dass er nur durchkommt, zwischen all den bedrohlichen Mächten. Was den Nachbarn geschieht, darf uns nicht kümmern. Wir müssen die Augen schließen, sonst kommt es auch an uns."
 
"Sie wissen, dass es einen Unschuldigen gibt und wollen dennoch weiterleben wie bisher. (...) Die Welt dürfte untergehen, wenn nur eure Gasse stehenbleibt."
 
"Sie hat recht. Es gibt Verbrechen, die das Volk nicht erfährt."
 
"Die Herren dort oben begehen nichts als Verbrechen. Es sind Mörder."
 
"Wir alle tragen eine so große Schuld. Sie aber sinnen nur, welches Vergnügen sie aus ihr gewinnen können."
 
Heinrich Mann - "Madame Legros"

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