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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Pronomen, Geschlecht, Biologie, Identität, Politik, Gesellschaft

 
Nachfolgender Text wurde ursprünglich bereits am 21. Januar 2022 auf twitter von mir geschrieben. Da das Thema sich bisher noch nicht "erledigt" hat, füge ich ihn nun auch in den blog ein.
 
Ich definiere mein Geschlecht über Biologie - Menstruation, Schwangerschaften, Geburten, Stillzeiten ... und wahrnehmbaren sowie spürbaren Folgen: an meinem Körper - die es gibt, die nicht dasselbe ist wie Biologismus, und über meine Erfahrungen als Frau in dieser Gesellschaft seit Kindheit bis heute.
 
Mein biologisches (siehe auch Sexualität) und soziales Geschlecht - in beiden Fällen: Frau - ist nicht einziger, aber durchaus erheblich relevanter Teil meiner Persönlichkeit.
 
Wer als biologisches Mädchen geboren wird, leidet de facto weltweit nach wie vor unter patriarchalen Strukturen, Verhältnissen, Traditionen, Umgangsweisen, Zuschreibungen, Benachteiligungen, Unterdrückung, massiver Gewalt bis hin zum Femizid.
 
So lange es Femizide, Prostitution, d.h. Frauenkauf - euphemisiert "sexwork" genannt, Porno, FGM (weibliche Genitalverstümmelung) und in BDSM mehrheitlich männliche Doms und weibliche Subs gibt, spielt euer pubertäres cis-he-she-them-it-dasPronomenmussmit-Spiel alleine.
 
Nein, ich definiere mich als Frau nicht (nur) über Vulva, Vagina, Gebärmutter, Brüste, aber Leiblichkeit i s t nun einmal auch Biologie und wir alle kommen nicht ohne Geschlechtsorgane zur Welt.

Nein, es ist n i c h t alles nur Sache von Erziehung, Kultur, Bezeichnung.
 
Und ja, das biologische und soziale Geschlecht gibt es - jeweils: in Verbindung - und es hat mit Identität (-sbildung) und Persönlichkeitsentwicklung zu tun - wie unsere Leiblichkeit grundsätzlich.

Es ist nicht alles Ideologie oder Verhandlungssache.
 
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update 13. Februar 2022
 
In der Schule meiner Tochter wechseln die 13-Jährigen aktuell ihre "Pronomen" täglich, inkl. Vornamen, mit denen sie angesprochen werden wollen. Es i s t pubertär und derzeit inflationärer "Trend". Wie Corona. Geht beides vorbei. :)
 
Es ist völlig okay, deine Lebensform im Laufe deines Lebens öfter zu ändern und entsprechend zu labeln. Heute Katze, morgen Hund, übermorgen Schwein-Nashorn-Fledermaus-Wal in einem. Stündlich wechselnd mit Baum, Blume oder auch Element: Ich bin LuftFeuerErdeWasser.
 
Ja: Sowas lassen sich Menschen einfallen, zelebrieren es, die keine tatsächlichen Sorgen, Nöte, Probleme zu bewältigen haben oder in der Pubertät stehengeblieben sind oder jeden Mist konformistisch, unhinterfragt mitmachen, weil er gerade als opportun, als "moralisch" gut gilt.
 
Es geht keineswegs nur, vorrangig oder grundsätzlich darum, wer wie, mit welchem Pronomen, angesprochen werden will, sondern darum, wer wen aus welchen Gründen wie benachteiligt, konsumiert, ausbeutet, unterwirft, beschädigt und was das mit biologischem Geschlecht und Patriarchat seit Jahrtausenden zu tun hat.
 
Wir wissen aus der Medizin, dass biologische Frauen aufgrund von bspw. Hormonen, Stoffwechsel eine andere Medikation brauchen als Männer.

Wir wissen, dass biologische Frauen üblicherweise Brüste und/oder Vulva, Vagina haben, so geboren werden, menstruieren, gebären, stillen können. Biologie. Seit Jahrmillionen so bestehend. Ob sie es auch tun, ist nicht entscheidend, es geht darum, dass und warum es biologischen Frauen üblicherweise, natürlicherweise, mehrheitlich seit Jahrmillionen so angelegt ist. Biologie.
 
Die Jahrtausende währende, weltweit durch biologische ;) Männer getätigte Unterdrückung, Benachteiligung, Ausbeutung, Misshandlung, Beschädigung, Entwertung der - biologischen und sozialen - Frau basiert gerade auf dieser Biologie.
 
Nochmal: Nein, das Patriarchat entstand nicht, weil es Biologie, zwei biologische Geschlechter gibt, sondern weil biologische Männer sich biologischen Frauen unterlegen und von ihnen abhängig fühlten und das nicht ertrugen.
 
Patriarchat ist Kompensationsversuch.
 
Frauen wurde immer wieder einzureden versucht, sie litten unter einem "Penisneid" - womöglich gibt es gar nicht wenige Transfrauen, die unter einem Gebärneid leiden - so schließt sich der Kreis zum Beginn des Patriarchats.
 
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update 16. März 2022
 
Frage mich auch immer wieder, was es Frauen bringt, alles Mögliche - Äußerliches - zu "fälschen" - oder zeigen sie sich einem Sexual-, Beziehungspartner nie nackt: ungeschminkt, ohne shaping-Unterwäsche (Bauch-, Postraffer, Pushup-BHs), ohne künstliche Wimpern, Fingernägel, Haarteile ... ?
 
Und warum tun Frauen, die nicht durch bspw. Unfälle oder Erkrankungen "entstellt" sind, sich das an: Brust-OPs, Scheidenverengung, Schamlippenverkleinerung, analbleaching, "Schönheits-OPs" an Nasen, Lippen, Augen, Silikon in den Brüsten ... ? Was soll der Dreck?!
 
Ja, sicher ist es immer eine persönliche, individuelle Entscheidung, aber die grundsätzliche Frage ist doch: Was gilt für wen weshalb, zu welcher Zeit, aus welchen Gründen, als schön, attraktiv und wer findet was an sich selbst (deshalb!) "unattraktiv", defizitär, hässlich?
 
Und warum tun all das so viel mehr Frauen als Männer?
Eben: Das fragwürdige gängige "Schönheitsideal" und das Bezogensein auf äußerliche Attraktivität bei mehrheitlich nach wie vor Frauen - mehr als bei Männern, die auch einfach klug, witzig oder sogar "toxisch" sein dürfen. ;)
 
Ich habe mich selbst (relativ früh) als androgyn gesehen, "eingeordnet". Nicht, weil ich ein Problem mit Frausein hatte/habe, sondern weil ich "das" sowohl an mir als auch anderen - Frauen und Männern - persönlich am attraktivsten fand/finde.
Und das betrifft (bei mir) nicht nur Äußerlichkeiten - ich mag persönlich weder "sehr weibliche Formen" (große Brüste, breite Hüften ...) noch "sehr männliche" (Muskelpakete, "Gorrillamännchen") - sondern auch das Verhalten, siehe bspw. Machismo und/oder Devotsein, jeweils wiederum auf sowohl Frauen als auch Männer bezogen.
 
Warum sich wer wie mit welchem bzw. dem ihr/ihm angeborenen biologischen und/oder sozialen Geschlecht identifiziert oder dies gerade nicht (kann, will):
 
Es hat sicher mit bisherig gemachten Erfahrungen zu tun, so meine Vermutung - mit sowohl sozialen, gesellschaftlichen als auch biologischen sowie auch sexuellen und natürlich mit Prägung und Erziehung.
 
Vielleicht hinterfragen viele es auch einfach nach wie vor nicht, vor allem dann nicht, wenn sie entweder grundsätzlich nicht darüber nachdenken (wollen/können) oder wenn sie tatsächlich mit sich einfach zufrieden sind - körperlich, leiblich und bzgl. ihres sozialen Geschlechts. Siehe bisher und vor allem in Kindheit und Jugend gemachte Erfahrungen.
 
Üblicherweise kommt es zu inneren und ggf. auch "äußeren" Konflikten, Diskrepanzen ... ja auch erst dann, wenn man selbst und/oder andere von diversen Normen abweichen und das als belastend, falsch ... betrachtet, behandelt wird.
Und das betrifft ja nicht "nur" das soziale und/oder biologische Geschlecht (Geschlechthaben, Geschlechtsein), sondern auch anderweitig Leiblichkeit (siehe Erkrankungen, Behinderungen ...) und auch das Sozialverhalten ... .
 
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