Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Einsamkeit - ein Tabuthema

update 09. März 2021
 
Letztlich sind und bleiben wir alle mit unserem physischen, leiblichen Leben, Sein, unserer je eigenen Existenz, dem Existieren alleine - insbesondere bei nur virtuellem oder keinem "Sozialkontakt" und wenn wir gerade kein tragendes reales soziales "Netz", Freunde, Beziehungen haben.
 
Es wäre so wichtig, dass Menschen viel mehr, öfter, einfacher, spontaner leiblich zusammenkommen könnten - so wie es wohl (vor Corona) im mediterranen Raum gebräuchlich war/ist; dass wir dafür Möglichkeiten, Räume, Gelegenheiten, Orte schüfen, die dazu einladen, anregen, die dies erleichtern, ermöglichen. Siehe Städtebau, Städteplanung, Architektur, aber eben auch entsprechende Neugier, Offensein, Zugewandtsein, Geselligsein (-können) von Menschen.
 
Je versehrter, belasteter, verletzter, beschädigter, ausgegrenzter Menschen - vor allem langandauernd - bereits sind, umso schwerer wird dies für sie sein, wird es sie viel Überwindung, Kraft, Energie, Anstrengung kosten. Man gibt sich irgendwann zumeist doch selbst auf, man hat kein Urvertrauen und kein Selbstvertrauen, keine Selbstbestimmung, keine Selbstwirksamkeit, keine Resilienz, keine physischen und/oder psychischen und sozialen Ressourcen mehr - man ist belastet, beschädigt, zermürbt, ausgelaugt, ausgezehrt, geschwächt. Keine Vitalität, keine Lebensenergie, eine Zuversicht, Perspektive vorhanden - keine oder nur zu selten Freude, Leichtigkeit, Regeneration, Teilhabe, Zugehörigkeit, bedürfnisorientierte, respektvolle, nicht-paternalistische, niedrigschwellige, einfühlsame Unterstützung, Entlastung, Beistand erfahrbar.
 
Das wiederzuerlangen, ist m.E. nur möglich durch wiederholte gute, wohltuende, stärkende, emotional, sozial nährende Erlebnisse, Erfahrungen, durch gute Beziehungen.
 
Ich denke, wirklich heilsam ist letztlich "nur" die (idealerweise wiederholte, auch langfristige) Erfahrung guter, wohltuender Beziehung - diese machen zu können. Was aus zahlreichen bekannten Gründen oft wiederum das Problem ist: Wie lernt man wann, wo welche Menschen überhaupt erst einmal kennen: unter so belastenden Umständen, wie kann sich dann Beziehung (Freundschaft), wenn, überhaupt gut und stabil entwickeln, wachsen, was, das dafür erforderlich ist, ist wem wie und wie oft zugänglich, möglich bzw. dies aus welchen Gründen mit welchen Folgen gerade nicht usw..
 
Wenn man keine guten Erfahrungen macht, aus Gründen nicht machen kann, kommt man aus der Misstrauensspirale, der Einsamkeit, sozialen Isolation, dem (dauerhaften) Rückzug kaum heraus. Das hat wohl leider auch wieder viel mit Glück, Zufall zu tun - an wen man "gerät", auf was, wen man unter welchen Umständen trifft, das hier je persönlich hilfreich ist - nicht nur Informationen, sondern vor allem soziale Kontakte, Menschen, Persönlichkeiten.
 
Ich zumindest bin überzeugt, dass sich über das oft über Jahre eingeschriebene, eingravierte Negative, Schädigende, die oft schon in/seit der Kindheit eingravierten Beschädigungen, erst allmählich und kontinuierlich wieder "Gutes" legen kann, wenn: es erlebt, erfahren werden kann - ganz basal, also vor allem sinnlich, leiblich, physisch, real, damit meine ich nicht Sex, sondern wirklich gute, wohltuende, tragende, heilsame Beziehung (die keineswegs Dauerharmonie ist oder Konfliktfreiheit bedeutet) und wohltuende, nicht-sexuelle Berührung(en).
 
Den meisten Menschen ist all das offenbar gar nicht bekannt und/oder nicht bewusst:
Was aus welchen Gründen antisoziales, schädigendes Verhalten ist - dies auch schon von Eltern, Lehrern, auch von Vorgesetzten, Kollegen, Mitschülern, Partnern (unbewusst oder auch absichtsvoll) getätigt.
Warum Strafe und/oder Verdrängen (Selbstbetrug, Kompensationsverhalten, auch bspw. Sucht ...) nicht hilft, nichts besser macht, warum es welcher niedrigschwelligen Prävention, Mediation, Wiedergutmachung, Versöhnung auf privater wie "politischer" Ebene gleichermaßen bedarf u.a.m..
 
Und vor allem, dass effektive Prävention grundsätzlich in der Kindheit, weltweit eines jeden Menschen, ansetzt und was das wiederum mit Politik, Gesellschaft, sozialen, sozioökonomischen Verhältnissen, aber auch mit Ideologien (siehe auch Religionen), Menschenbildern, Vorurteilen, Unkenntnis, Irrtümern, Falschinformationen ... zu tun hat.
 
Denn Eltern, Kleinfamilie können, kann hier niemals alles alleine leisten, geben, sein und nicht diese große Verantwortung für das physische, psychisch-emotionale, soziale Wohlergehen, für auch gute Prägung und Entwicklung von Kindern, alleine tragen, siehe bedürfnisorientierter Umgang.
 
Daher das Sprichwort:
"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen."
 
Dies nicht etwa deshalb, weil Kinder so kompliziert, anstrengend wären, sondern weil alle, sowohl die Kinder als auch deren Eltern, die Erwachsenen, lebenslang mehrere vertraute Bezugspersonen - idealerweise unterschiedlichen Alters und Geschlechts - für ihr Wohlbefinden, ihre Entwicklung, ihre Persönlichkeitsreifung und (Selbst-) Erkenntnis brauchen.
 
-
Aktualisierung am 15. Februar 2019
 
Leider wurde in der Sendung 3sat scobel - "Epidemie Einsamkeit" (vom 14.02.2019)  vieles nur oberflächlich angerissen. So wurde bspw. Joachim Bauer - und sein Buch "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt", in welchem er die in der Sendung (auch der vorausgegangenen Dokumantation zum Thema Einsamkeit) von nur Maike Luhmann genannten Zusammenhänge und wissenschaftlichen, neurobiologischen Hintergründe verständlich erläutert - kein einziges Mal wenigstens erwähnt.

Dabei hat es Joachim Bauer im genannten Buch bereits - und viel umfassender - dargelegt als Maike Luhmann: wie und warum psychischer Schmerz im Gehirn ähnlich wie physischer Schmerz verarbeitet wird und dass, wie und warum Ausgrenzung, soziale Isolation eine intensive, existenzielle Schmerzerfahrung mit welchen "negativen" Folgen (für nicht nur die Betroffenen selbst) ist und dass, wie und warum es deshalb zu Aggression und Gewalt kommt etc..
 
Weiterhin wurde viel zu wenig der zwangsläufige Zusammenhang zwischen materieller Armut und unfreiwilliger sozialer Isolation aufgezeigt, ich hatte den Eindruck, die eingeladenen Gäste kennen dies sämtlich nicht aus eigener Erfahrung und offenbar auch nur unzureichend auf beruflicher, fachlicher Grundlage, anderenfalls hätte genannt werden müssen, dass bereits durch materielle Armut bedingte fehlende, entzogene Mobilität ein unüberwindliches Problem darstellt, mit eben der Folge sozialer Isolation.
 
Denn wer sich weder Auto noch (Gebraucht-) Fahrrad noch den ÖPNV leisten kann, weil insbesondere auch und gerade Letzterer selbst mit sogenannter "Sozialkarte" für zahlreiche unbemittelte (materiell arme) Menschen - bspw. jenen in Niedriglohntätigkeiten und/oder im Hartz4- oder Grundsicherungsbezug, mit geringer Erwerbsminderungs- oder Altersrente - noch erheblich zu teuer ist, der/die kann nicht einmal andere Stadtteile aufsuchen, um dort in Parks etc. spazierenzugehen oder sich mit Freunden oder Gleichgesinnten zu treffen oder auch ehrenamtlich tätig zu sein.
 
Wem es schon am Geld für angemessene Kleidung und gesunde, qualitativ gute, gesunderhaltende Nahrung über den gesamten Monat und das jeden Monat, Jahre lang fehlt, wer nur noch über defekten Hausrat und Möbel verfügen kann bzw. muss, weil ihm die finanziellen Mittel für Ersatz oder Reparatur fehlen, der versteckt sich selbstverständlich früher oder später - aus Scham oder auch, weil er anderen nicht zur Last fallen will, sie nicht mit seinen Problemen, Sorgen, Nöten "belästigen" will (denn so empfinden es viele Privilegierte nach wie vor) oder weil er nicht zum Almosenempfänger Bessergestellter werden möchte - was nichts mit Stolz, sondern mit Würde (-erhalt) zu tun hat und mit Integrität.
 
Wer überdies möglicherweise durch (kleine) Kinder oder zu pflegende Angehörige intensiv - als Alleinstehender und/oder Alleinerziehende - ohne familiären, sozialen, auch ohne finanziellen Rückhalt und Beistand - beansprucht ist und deren Bedürfnisse (auch materielle) über die eigenen Jahre lang alltäglich (und oft auch nächtlich) stellen muss, damit diese Schutzbefohlenen und Bedürftigen wenigstens selbst, ihrerseits nicht so intensiv leiden, entbehren müssen und wer schließlich selbst physisch chronisch erkrankt, auch deshalb nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt mobil sein kann:
 
ein solcher Mensch k a n n folglich seine soziale Isolation und/oder Einsamkeit kaum bis gar nicht selbstwirksam überwinden und verfügt auch nicht (mehr) über Resilienz.
 
Denn er ist vielfach belastet, beschädigt, zermürbt, geschwächt - und das gerade nicht selbstverschuldet, sondern durch den Staat, durch Regierungspolitik verursacht. Und das offenbar gezielt, vorsätzlich, systematisch, anderenfalls wäre bspw. die Agenda 2010 inklusive Hartz 4 l ä n g s t angemessen rückabgewickelt und durch tatsächlich angemessene, d.h. respektvolle, bedürfnisorientierte, bedarfsgerechte, menschenwürdige, grundgesetzkonforme Verhältnisse ersetzt worden.
 
Und all die Bürokratisierung im Grunde sämtlicher Lebensbereiche, insbesondere aber im Gesundheitsbereich (siehe bspw. auf dem Weg zur Diagnosestellung, in Krankenhäusern, in Arztpraxen, bei Berentung etc.) und in Bezug auf den sogenannten Sozialstaat (siehe das hürdenvolle, hindernisreiche Beantragen von Sozialleistungen etc.), führt gerade dazu, dass viele Menschen die Flinte ins Korn werfen, resignieren, aufgeben - und offenbar ist das genauso auch beabsichtigt: s o l l die Bürokratiemauer Menschen davon abhalten, tatsächlich zu effektiver, wohltuender Unterstützung und Entlastung zu gelangen und Rechte in Anspruch nehmen zu können, die Bürokratie s o l l offensichtlich gerade abschrecken, Hindernis sein, da auf diese Weise Gelder eingespart und bullshitjobs (David Graeber) und Drecksjobs (Niedriglohn, belastende bis gesundheitsschädigende Tätigkeiten, Arbeitsverhältnisse etc.) geschaffen werden können. Ausbeutung.
 
Letztendlich erhalten wiederum nur privilegierte, wohlhabende, vermögende Menschen der oberen Mittelschicht und Oberschicht das, das für alle Menschen wichtig, essentiell ist:
Zugang zu soziokultureller Teilhabe, wohltuenden Sozialkontakten, ausreichend gesunder Nahrung, Wohnraum und zu Regeneration (durch bspw. Ausflüge in Natur, durch Urlaube, Horizontweitung, Abwechslung, neue Eindrücke, erholsame Erlebnisse), auch bspw. durch Zugang, Möglichkeit zu Sport, Massagen, Wellness, diversen kulturellen Angeboten etc..
 
Es gibt für unzählige Menschen (gerade auch in Deutschland, ohnehin weltweit) faktisch k e i n e gute Hilfe, Unterstützung, d.h. keine solche, die tatsächlich respektvoll, bedürfnisorientiert (!), nicht-paternalistisch, niedrigschwellig, unbürokratisch, verlässlich und wirklich effektiv hilfreich ist.
Das lässt sich übrigens auch auf die Tätigkeit von Jugendämtern anwenden, über diese aussagen.
 
Abhilfe kann nur das Überwinden des global destruktiven Kapitalismus´ schaffen: anders arbeiten, wohnen, wirtschaften, Handel treiben - siehe bspw.:
 
- bedürfnisorientierte, ethisch fundierte Gemeinwohlökonomie, Wirtschaft der Fürsorge, Solidarwirtschaft, Selbstverwaltung, Syndikalismus: regional und transnational kooperativ
 
- gemeinschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen, Leben in "Wahlverwandtschaften", in soziokratischen, überschaubaren Gemeinschaften, siehe bspw. cohousing; hierfür ist entsprechende Architektur und Infrastruktur unabdingbar
 
- kostenfreier bzw. fahrscheinfreier ÖPNV, um erforderliche Mobilität für alle zu gewährleisten
 
- faire Handelsabkommen (siehe bspw. attacs Alternatives Handelsmandat, statt NAFTA, EPA´s, TTIPP etc.)
 
- ein emanzipatorsches Grundeinkommen und das gesellschaftlich angemessene Wertschätzen und entsprechend auch monetäre Honorieren der für weltweit jegliche Gesellschaft und Gemeinschaft unentbehrlichen Sorge-Arbeit, d.h. das Zahlen eines existenzsichernden Sorge-Gehalts an alle (häuslich) Sorge-Arbeit (Reproduktionsarbeit) Leistenden
 
- ein zeitgemäßer Arbeitsbegriff, der Arbeit nicht länger anachronistisch und neoliberal sowie auch medial propagandistisch, manipulativ mit ausschließlich Erwerbstätigkeit gleichsetzt, welche eben kapitalistisch "verwertbar", ausbeutbar ist; siehe hierzu ein Mal mehr David Graeber - bullshitjobs ...
 
Erforderlich ist hierfür außerdem globale Geschlechterparität, Frauen, die paritätisch in sämtlichen Verantwortungs-, Entscheidungs-, Führungspositionen von Politik und Wirtschaft vertreten sein können müssen, was Ihnen entsprechend ermöglicht werden muss (siehe bspw. Island).

Hier schafft immer frühere, immer längere Fremdbetreuung keine Abhilfe, sondern das oben erwähnte Honorieren und Entlohnen von Sorge-Arbeit sowie das gemeinschaftliche Wohnen, damit Kinder mehrere, über Jahre verlässliche Bezugspersonen haben (können), statt wechselnden Betreuungspersonals.
 
Weiterhin bedarf es einer globalen Säkularisierung - Spiritualität ist gerade nicht gleichbedeutend mit religiösem Glauben und/oder Esoterik oder Mystik. Denn pathologischer Narzissmus, Eskapismus, Hedonismus und selbstschonender Selbstbetrug (siehe auch "innere Emigration") sind gerade nicht hilfreich für erforderliche, lebensnotwendige Bindung und Beziehung(en), sondern das Gegenteil dessen.
 
Schließlich wurde leider auch nicht erwähnt, wie wichtig und heilsam nicht nur das Naturerlebnis ist (das in Großstädten jedoch gerade nicht in künstlich angelegten Parks erfahrbar ist, man muss also wiederum aus der Stadt - mittels Auto oder ÖPNV, also finanziellen Mitteln - herausgelangen können), sondern insbesondere auch nicht-sexuelle, angenehme, wohltuende, stärkende Berührung - durch bspw. nicht-sexuelle Massagen, die heute jedoch kaum mehr ärztlich verordnet werden und für die es für materiell armen Menschen wiederum den Zugang aufgrund der Eigenbeteiligung nicht gibt, insbesondere nicht mehrmals oder gar regelmäßig.
 
-
Wichtige Aussagen von Manfred Spitzer (der grundsätzlich streitbar ist) zu Einsamkeit, sozialer Isolation, dem Gefühl der Unsicherheit, des Ausgegrenztseins (siehe dazu auch Joachim Bauer: "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt"), Existenzangst und anderen Ängsten in/als Folge der Einsamkeit - bis hin zu physischer Krankheit und erhöhter Sterblichkeit.
 
Auch hier das generelle Problem: Die Kleinfamilie, unsere Art zu wohnen, zu leben und zu arbeiten - im Kapitalismus, Neoliberalismus, in dem n i c h t das Gemeinwohl, der Mensch - mit seinen gerade auch immateriellen Bedürfnissen (nach Zugehörigkeit, Sicherheit, Anerkennung, Wertschätzung, Nähe, Fürsorglichkeit, Freundschaft, Entfaltungsfreiheit, Persönlichkeitsreifung ...), die tragende Gemeinschaft, das Miteinander, das Kooperieren im Mittelpunkt stehen, sondern Konkurrenz, Kampf, Neid, Gier, Geiz, Egomanie, Narzissmus, Ausbeutung, Übervorteilung, Unterwerfung, wirtschaftliche Funktionalisier-, Verwertbarkeit von Menschenmaterial.
 
Abhilfe schüfe daher ein anderes, ein tatsächlich gemeinwohlorientiertes Arbeiten (siehe auch Sorge-Arbeit als Arbeit anerkennen und monetär honorieren: existenzsichernd), außerdem ein anderes Wohnen - generationenübergreifend, in Wahlverwandtschaften, familiären Strukturen, Gemeinschaften, wofür es eine enstprechende Architektur und Städteplanung braucht. Dann hätten Menschen (nicht nur, aber gerade auch Kinder) mehrere Bezugspersonen, statt wechselndes, emotional nicht nahestehendes Betreuungspersonal, Eltern wären nicht so leicht (wenn überhaupt) überfordert, Alte und Kranke nicht allein(gelassen) bzw. ausgelagert.
 
Recht hat er unstrittig auch damit, dass das Naturerlebnis eine entscheidende Bedeutung hat, eine heilsame, entspannende, beruhigende, somit auch Aggression und Gewalt vermindernde Wirkung.
 
Und fraglos hat er auch Recht damit, dass wir wieder real, offline intensiver, zugewandter, offener kommunizieren müssen - statt überwiegend über Smartphone, Tablet, Laptop, PC und das gerade auch da, mit solchen Menschen, mit denen wir durchaus auch ohne diese Geräte kommunizieren könnten - ohne dabei ständig aufs Smartphone zu gucken ... .
 
Und ja, absolut entscheidend ist Empathie bzw. Mitgefühl (Empathie und Mitgefühl sind nicht dasselbe, werden leider immer wieder gleichgesetzt - auch ein Narzisst und Psychopath kann sich in sein Opfer einfühlen, um es manipulieren zu können (!), er hat aber kein Mitgefühl, er leidet nicht, wenn/weil das Opfer leidet).
 
-
 
Wohltuende, nicht-sexuelle Berührung ist essentiell, heilsam. Für Babies, Kinder, Erwachsene. Lebenslang.
 
Leider befriedigen viele Menschen ihr Bedürfnis nach Nähe, Berührung nur durch Sex.
 
Siehe auch Maurice Merleau-Ponty (Leib, Leiblichkeit), Gabor Maté, die Polyvagaltheorie, biopsychosoziale Medizin.
[...] "Unsere Arbeitsmarktpolitik ist im Moment so gestrickt, dass sie von Leuten im Prinzip erwartet, dass sie für einen Job egal wo in Deutschland umziehen. Ob das klug ist, wage ich zu bezweifeln. Insgesamt würde ich die Forderung aufstellen, dass man unsere Sozialpolitiken immer auch auf die Frage 'Wie wirkt sich das eigentlich die sozialen Bindungen der Bürger aus?' mit befragen sollte."
 
Die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft dürfen nicht vergessen werden, unterstreicht der Kinderpsychologe Veit Rößner. Mehr Geld und  kinderpsychologisches Know-how müssen in die Lehrerausbildung fließen – und keinesfalls darf es unmodern werden, sich für andere einzusetzen.
 
"Gerade Kinder, die eben still sind, die am Rand stehen, die bräuchten viel häufiger jemanden, egal ob Nachbar oder Elternteil eines Klassenkameraden, dass da mal jemand sagt: Oh, das fällt mir auf, da engagiere ich mich, da gehe ich auch das Risiko ein, vielleicht Ärger zu bekommen – aber ich kann doch nicht einfach zugucken, wie jemand am Rand steht und immer trauriger wird." "
 
Quelle: deutschlandradiokultur.de - "Einsamkeit - Wenn das soziale Netz reißt", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Ja, in den Schulen fehlt es erheblich bis vollständig an Empathieschulung, an Sensibilisierung und Förderung, sich zuzuwenden, interessiert zu öffnen - statt (andere) abzuwehren, abzulehnen, zu verurteilen, auszugrenzen, zu mobben und/oder auszunutzen, zu misshandeln.
 
Und auch politisch müsste etliches völlig anders entschieden, auf den Weg gebracht, umgesetzt werden - damit "soziokulturelle Teilhabe" überhaupt (wieder) möglich ist bzw. wird, werden kann ... - statt dass auch Erwachsene immer weniger Selbstwirksamkeit erfahren, hingegen immer intensiver Ausgegrenztsein, Verachtung, Entwertung, Perspektivlosigkeit, Armut, soziale Isolation, bis hin zum (vollständigen) Selbstwertverlust.
 
Mit der Kleinfamilie ist tatsächlich niemandem gedient. Mit immer früherer und längerer Fremdbetreuung sowie mehr, längerer Erwerbstätigkeit auch nicht. Arbeit ist nicht dasselbe wie kapitalistisch ausbeutbare Erwerbstätigkeit.

Diesen Post teilen

Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post