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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Schöner, fremder Mann

 
Schöner, fremder Mann
 
... der Du bist in der Ferne
 
Wie kann ich mich Dir nähern
ohne aufdringlich, anstößig zu sein
 
Darf ich Dich wissen lassen
von meiner Sympathie, Wertschätzung für Dich
auch
von meinem Zugeneigt-, Hingezogensein?
 
Warum möchte ich Dir das zutragen
wenn es doch jetzt bereits
gewiss ist oder sein sollte?
dass solches Sich-Annähern
unmöglich, unangemessen, verwerflich ist?
 
Bewusst bin ich mir dessen
dass Wunsch, Bedürftigkeit und Projektion
mich hinreißen
vielleicht
in die Irre führen
Doch all die Vorsicht, Skepsis, Zweifel, Selbstbeschwerung
ersticken
das Lebendige, Vitale, Urmenschliche
das Gute, Wahrhaftige, Authentische
das Verbindende
und alle Spontaneität, die Leidenschaft
im Keim
 
Schöner, fremder Mann
der Du mir oft so nahe, vertraut erscheinst
aus der Ferne, über die Distanz
die unüberwindlich bleiben
muss, sollte, wird, nur kann
?
 
Auf diese Weise nur scheint mir
möglich und erlaubt
Dich wissen zu lassen
 
Nicht als Aufforderung, eher
des vagen, bisweilen sicheren Gefühls
bestehender Wechselseitigkeit wegen
 
Dass auch Du möglicherweise
ähnlich fühlst, wünschst, willst ...
und Dir gleichfalls nicht gestattest
nachzugeben, zuzulassen
das Bedürfnis, das Zugeneigt-, Hingezogensein
den Wunsch
nach nicht nur gedanklichem Verbundensein
nach Vereinigung
 
Sollte ich hierin fehlgehen, mich täuschen
von Wunsch und Bedürfnis getrieben
verblendet - blind?
 
Ein zaghafter, scheuer Versuch
Oder ist schon dieser vulgär, obszön, anrüchig?
 
Ich möchte Dich nicht in Bedrängnis, Verlegenheit bringen
Dir nur dies Zeichen senden
Damit du weißt - Gewissheit hast
und sie Dir gut tue
 
Schöner, fremder, begehrter Mann
der Du mir trotz der Ferne
Beistand, Halt, Licht
gibst
die ich auch Dir senden möchte
so gerne Dir
so viel mehr, noch anderes schenkte
da ich denn könnte, dürfte
?
 
Ferner, fremder, schöner
Mann, Mensch, Freund
Dich will ich
in Gedanken, im Wünschen, Wollen, Sehnen
mit Leib und Seele
im Herzen
tragen, bewahren
wo näher Du mir
nicht sein könntest
 
II
 
Du kannst hierauf
nicht reagieren, ich weiß
es wäre sehr mutig, aber
Du warst schon einmal so mutig vor
einiger Zeit, doch
ich denke, Du hast
angenommen, ich erwiderte nicht
Deine Gefühle, die
inzwischen vielleicht längst
verblasst, abgebunden, vagabundiert
schmal geworden sind, da
Zeit vergangen ist, in der
wir uns nicht trauten
nicht trauen wollten, durften, konnten
keine Möglichkeit sahen ...
zu viele Hemmnisse, Hindernisse
anderweitige Verbindlichkeiten
zu groß schon
die räumliche Distanz
dennoch warte, hoffe, erwünsche ich Deine
Reaktion, ein angedeutetes Verstehen, Bestätigen
ein offengelegter Widerhall und
zugleich habe ich Angst
vor all dem, das darauf
doch nicht folgen würde, kann, dürfte
 
Und ich
schäme mich nicht
 
sehne mich nur
noch mehr nach
Dir
vertrauend auf das Bestehen
eines unsichtbaren Bands
ich weiß
Du kannst es nicht
ungezwungen, ohne Gewissensnöte
wehen lassen, doch
halte ich es
für uns in den Wind
damit du es sehen, Dich daran erfreuen und
es ergreifen kannst, wann immer
Du frei dafür bist
 
-
 
 

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