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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Binsenweisheiten aus dem Lebenskästchen - maximal plakativ

 
Binsenweisheiten aus dem Lebenskästchen - maximal plakativ
 
Mein Gott - MEIN GOTT! :P ... nennt mich ignorant, intolerant, selbstgerecht, aber ich ertrage diese erbärmliche Schwäche der totalen, patriarchalen Selbstverarsche mittels religiösen Glaubens, inkl. Mystik einfach nicht mehr. Ihrer Folgen wegen.
 
Klartext: Ja, das Scheissleben ist zum Verzweifeln. Soweit nix Neues.
Deshalb fühlen wir uns so hingezogen zu all den "Gescheiterten", Versehrten und ihren "bewegenden, berührenden Geschichten" - die brutalsten schreibt bekanntlich das Leben. Bingo.
 
Aber dann steht zu eurer grundstürzenden, zersetzenden, bitteren Verzweiflung, Angst, Ambivalenz, Schwäche, Bedürftigkeit und Verletzlichkeit, statt euch in Religion, Glaube, Metaphysik, Esoterik, Ideologie, Drogen, Selbstbetrug f e i g e zu flüchten.
 
Lasst die beschissenen Schmerzen zu, denn nur dann, nur so ist Mitgefühl überhaupt möglich! Statt eure Schmerzen kompensatorisch-sadistisch-destruktiv an anderen abzureagieren.
 
Und wenn ihr erkennt, erlebt, erfahrt, f ü h l t, erleidet, dass "der Andere" bei aller Verschiedenheit die gleichen scheiss Schmerzen zu ertragen hat wie ihr - weil er Mensch, weil er existent ist, rein schon deshalb (yes, Camus lässt grüßen), dann begreift auch, dass einzig Liebe (auf Basis von Mitgefühl) - Metta, Karuna (wem das so verständlicher/weniger missverständlich ist) - dass einzig menschliches!, "diesseitiges"! Verbundensein zu Lebzeiten sowas wie Schmerzlinderung, ganz ab und zu sogar Heilung verschafft.
 
Und wer aus Gründen nicht aktiv l i e b e n kann (denn das hat mit Passivität nichts, aber auch nichts - genau ... zu tun), der möge an sich arbeiten, um es noch zu Lebzeiten zu lernen - so langwierig, anstrengend, mühe- und schmerzvoll es auch sei. Amen.
 
Nachsatz: Strafe, Rache, Vergeltung, Gewalt: bringen nicht ansatzweise Erleichterung, Linderung, von Heilung gar nicht erst zu reden. - Befriedigung erlebt dabei nur, wer Sadist ist. Also krank, massiv gestört. Aus Gründen.
 
Was jeder Mensch lebenslang braucht, oft aber nicht hat, ist Halt. Und deshalb macht man "das" ganz basal mit bspw. Kindern, Kranken, Alten, Trauernden: physisch halten - im Arm. Halt: g e b e n, sein. Das, ihr Süßen, kann kein "Gott" - kein Konstrukt, Phantasma. Drum.
 
Und was ihr beim Sex sucht, ggf. auch "findet", erlebt, ist (neben egomaner Triebbefriedigung) genau das: Nähe, Verbundensein - um wenigstens für Momente die Conditio humana nicht ganz so intensiv zu spüren.
 
Und ich freue mich über jede/n, die/der das für Binsenweisheiten hält, weil sie/er das längst geblickt hat. Willkommen im Club.
 
-
 
"Das Leben ist seinem inneren Wesen nach ein ständiger Schiffbruch."
José Ortega y Gasset
 

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