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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Über Väter, Vatersein, Verantwortung, Prägung, Beziehung, nicht nur, aber auch zu Töchtern

 
Über Väter, Vatersein, Verantwortung, Prägung, Beziehung, nicht nur, aber auch zu Töchtern
 
Warum wird einem solch offensichtlich pseudopsychologischen, unhaltbaren Unsinn - abgesondert von vor allem Verena Kast - ausgerechnet im Deutschlandfunk (Kultur) Raum gegeben?
 
Der gesamte Text basiert im Grunde auf den persönlichen (biographischen) Erfahrungen bzw. Erinnerungen (was bekanntlich nicht dasselbe ist) von fast ausschließlich der Autorin Anke Schaefer (mit noch ein paar wenigen, singulären Sätzen von "Elke, Natalie, Martina").
 
Es wird keine wissenschaftliche Untersuchung, Forschung, Studie hierzu genannt - gibt es solche nicht? - sondern nur die vermeintliche "Analyse", Draufsicht von Verena Kast - bei ihr angelehnt an ausgerechnet den nachweislich pathologisch narzisstischen C.G. Jung - und Julia Onken herangezogen und Christiane Olivier stützt sich auf Sigmund Freud.
 
Warum das, warum so - so unreflektiert und ohne jegliche erweiterte, wissenschaftsbasierte Darstellung?
 
Warum wird gerade im Zusammenhang mit Prägung, Bindung, Beziehung, Eltern, Liebe bspw. weder Erich Fromm, Wilhelm Reich noch Arno Gruen - bekanntlich hervorragende Psychoanalytiker - genannt und auch nicht Margarete Mitscherlich oder Alice Miller?
 
Auch Julia Onken äußert lediglich pauschale, vulgär-, küchenpsychologische Sätze, so bspw. über die vermeintliche "Gefall-Tochter", die "Trotz-Tochter" usw..
 
Man weiß gar nicht, wo man mit Kritik und Korrektur anfangen soll:
Das Kernproblem scheint bei jedenfalls den oben genannten Frauen, Töchtern und "Psychologinnen", zu sein, dass sie ein sehr antiquiertes, konservatives bis patriarchales Vaterbild, Vaterverständnis, Männerbild und somit auch entsprechendes Frauen- und Mutterbild, -vorstellung haben.

Siehe Sätze wie, Zitat: "Nicht alle Frauen, die keinen Mann gefunden haben (...)".
Müssen Frauen also "einen Mann finden" - als (Lebens-) Partner? Warum? Warum nur Männer? Warum nur einen Mann? Warum muss eine Frau einen Mann "finden"?

Was sind das für augenfällig überkommene, konservative, patriarchale Vorstellungen - vom Frausein, von Beziehungen, von Liebe. Rhetorische Frage.
 
So auch hier verdeutlicht, Zitat:
 
"Genau in der Zeit, in der ich mich als 17-Jährige eigentlich hätte ablösen sollen – und es auch wollte, gerieten meine Eltern in ihre heftige Ehekrise. Mein Vater hatte seine Geliebte, wollte die auch nicht verlassen. Ich saß eines Tages bei ihr vor dem Schreibtisch und sagte: Sie möge doch bitte aus unserem Leben gehen, sie antwortete kurz, das könne sie ja tun, aber mein Vater würde ihr bis an den Nordpol folgen."
 
So auch hier:
 
"Ich fand das alles schwer zu ertragen und hätte mir gewünscht, mein Vater wäre ehrlich und treu gewesen. Mich hat diese ganze Geschichte sehr misstrauisch den Männern gegenüber gemacht. Sind sie treu? Können sie überhaupt treu sein? Den Argwohn werde ich nicht los."
 
Meine Güte - kennt die Autorin tatsächlich nach wie vor, als längst erwachsene (?) Frau, nur vorgeblich (seriell) "monogame" Paarbeziehung, Partnerschaft, patriarchale Ehe?
Hat sie von Polyamorie noch nie je gehört, gelesen, wenn schon keine eigene Erfahrung damit?

Man besitzt einen Beziehungspartner nicht, auch nicht (s)ein Kind.
Man besitzt auch nicht den Körper, die Sexualität des Partners - er ist kein Eigentum, kein Objekt und Liebe wird nicht weniger oder qualitativ "schlechter", wenn man sie teilt: mit vielen verscheidenen Menschen. W e n n man denn tatsächlich aktiv l i e b t, liebesfähig ist.
 
Hat sie nicht einmal wenigstens Erich Fromms Klassiker "Die Kunst des Liebens" gelesen - welche pseudoromantische, infantile, unreife Vorstellung von Partnerschaft, Beziehung, "Treue", Loyalität, Sexualität und Definition für Liebe hat sie also augenscheinlich noch heute?
 
Siehe hierzu ihre eigenen Sätze:
 
"Diese große Frage – wer bin ich eigentlich selber – habe ich mir damals offensichtlich nicht so gestellt, wie ich es hätte tun sollen. Und ich bin da nicht allein. Frauen haben sich über Generationen hinweg diese Frage seltener gestellt, als Männer... Man ist ein Mädchen, eine junge Frau... man trifft die große Liebe, hat einen Freund..."
 
Man meint, sie stammten aus den 1950er Jahren und mit Feminismus habe die Autorin sich nie je auch nur ansatzweise befasst, auch nicht mit Psychoanalyse und/oder Philosophie, Identitätsbildung, Persönlichkeitsentwicklung - Selbstreflexion, Selbsterkenntnis ... .
 
Schließlich zum von ihr so nicht bezeichneten, aber offensichtlich gemeinten regretting motherhood, das auf ganz andere Ursachen zurückzuführen ist, als die Autorin sie darstellt:
 
"„Und dann heiratet sie vielleicht und dann hat sie Kinder und das ist, was man macht und dann mit 30 wird sie depressiv“, sagt Verena Kast. „Weil sie dann das Gefühl hat, wo bleibe ich und wer bin ich? Und da ist die Depression sehr sinnvoll, denn die Depression stellt die Frage nach sich selber.“"
 
Diese tatsächlichen - sozialen, gesellschaftlichen, politischen - Missstände, Ursachen für das regretting motherhood benennt sie nicht, auch damit hat sie sich augenfällig nie auseinandergesetzt.
 
Schließlich wird auch noch Schwarze Pädagogik, Kindesmisshandlung völlig schamlos verharmlost:
 
"„Da gibt es einen Glasschrank aus Kirschholz und oben auf diesem Glasschrank lag so ein ein Meter langer Rohrstock. Und der wurde dann genommen und dann habe ich es auf den Hintern gekriegt. Richtig feste druff. War schlimm, mehr als schlimm.“
 
Das zu sehen bedeutet: Es ist plötzlich alles ganz einfach. Niemand ist ideal. Er nicht, ich nicht, die ganze Familie nicht. Große Erleichterung macht sich breit. Vorwürfe werden überflüssig. Doch: Nicht für alle Töchter mag das möglich erscheinen...
 
„Es gibt natürlich Kinder, denen wird sehr übel mitgespielt – und die bleiben auf der Vorwurfsebene, und es ist ganz schwer, wenn man so viele Vorwürfe hat, dann zu sagen, ich kann ich nichts dran ändern!“, sagt Verena Kast. „Das war mein Vater und das war meine Mutter und dann sich auf sich selber besinnen – und sich sagen, ich bin trotzdem etwas geworden.“"
 
Hierzu:
 
"Es liegt darin eine Chance, zu sehen, dass er, der Vater so ideal und so groß und so mächtig, wie er einem als Kind erschien – nicht war. Als Erwachsene sehen wir: Er ist eigentlich überhaupt nicht so, wie wir ihn sahen..."
 
kann zumindest ich nur entgegnen, dass mein sozialer Vater - mein Pflegevater - all das nicht war und er mir auch als Kind nie so erschien: "groß, mächtig, ideal".
 
Ich hatte einen sehr gutmütigen, ruhigen, heiteren, verantwortungsvollen, pflichtbewussten, bescheidenen und absolut gewaltlosen sozialen (Pflege-) Vater, der mit mir in meinem Zimmer spielte, mit mir schwimmen und radfahren ging und im Urlaub mit mir in den Bergen wanderte.
Er hat kein einziges Mal mit mir geschimpft, er wurde nie laut und er war eines sicher nicht: patriarchal.
 
Meine langjährigen Pflegeeltern (in der wichtigsten und längsten Zeit meiner Kindheit) waren meine sozialen Eltern.
 
Gelitten habe ich allerdings unter meinen beiden Müttern: meiner sozialen Pflegemutter - die auch gelegentlich "handgreiflich" und sehr autoritär gewesen war - und psychisch-emotional massiv, bis in körperliche Krankheit hinein, durch meine biologische Mutter.
 
Wenn mir jemand mein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen - in der Pubertät - tatsächlich gewaltsam, durch Psychoterror, psychische Gewalt, genommen hat, dann war das zweifelsohne meine biologische Mutter.
 
Und nein, sie hat mich dafür bis heute nie je um Verzeihung gebeten, geschweigedenn irgendeine Wiedergutmachung geleistet oder wenigstens angeboten - auch meinen beiden Kindern gegenüber: nicht(s).
 
 
Dennoch ist es unabdingbar (!) für Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung auch seine biologischen Eltern - sowohl die biologische Mutter als auch den biologischen Vater - kennen zu können, ganz gleich, wie gute, liebevolle soziale Eltern man hat(te).
 
 
Zu C.G. Jung nachfolgend einige relevante Anmerkungen:
 
 
 
 
 
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Noch Fragen zu C.G. Jungs eigener psychischer Verfasstheit, seiner augenfälligen Psychopathologie?
 
Ein unnahbarer, emotional nicht zugänglicher, patriarchalisch religiöser Vater, eine esoterisch-abergläubische Mutter, die als "furchteinflößend, animalisch, unheimlich, ruchlos" erlebt wird, was selbstredend von frühester Kindheit an das Frauenbild prägt, schließlich seine Einsamkeit, die depressiven Phasen, das Gefühl ausgestoßen zu sein, nicht verstanden, erkannt, nicht angemessen gewürdigt zu werden, dabei aber vermeintlich besonders, überlegen, wissend, "erleuchtet" zu sein, folglich die typisch narzisstische, kompensatorische Selbstüberhöhung und Bitterkeit, Verbitterung noch und gerade im Alter, weil tatsächlich keine  Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsreifung vonstatten ging, durchlebt, zugelassen, ertragen wurde - stattdessen Flucht in den Selbstbetrug, in Konstrukte, Ausweichen, statt tatsächliches Sich-Stellen. - Der Narzisst erträgt es nicht, "klein, schwach, fehlerhaft, unterlegen" zu sein, er will es nicht wahrhaben, daher die Kompensationsbemühungen, die Realitätsflucht und -verweigerung, die Täuschung und Manipulation anderer sowie der Selbstbetrug
 
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