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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Wie ist zu sein?

 
Wie ist zu sein?

Wie wäre je Entkommen möglich -
wodurch, womit, wohin?
Liegt verborgen
im Zufall der Sinn?
 
Jenseits von Grund, Halt und Freiheit -
wie kannst du sein?
Wie weit gehst du
in dich
mit dir allein?
 
Fragst du noch
nach dem Warum?
Flüchtest
in Metaphysik?
Betrügst du dich selbst
mit diesem Taschenspielertrick.
 
Wie
hältst du Stand
in ärgster Not?
Wie lange wartest du
auf deinen Tod?
 
Nie stehen wir je
über den Dingen.
 
Wieviel passt in ein Menschenleben,
ohne es zum Bersten zu bringen?
 
-
 
 
 

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R
Bemerkung: In der Hoffnung, dass unsere Unterhaltung fortgeführt wird, klicke ich auf das einzige mir ersichtliche Antwort-Feld.<br /> <br /> Hallo Sabeth, zunächst freue ich mich über den gelungenen Kontakt. Wie gesagt, versuche ich erst mal die Regeln bzw. die Bedienelemente in dem Blog kennen zu lernen. Deinem Schreiben entnehme ich, dass du im Wesentlichen zu einer besseren und damit humaneren Welt beitragen möchtest. Darin sehe ich eine Gemeinsamkeit und habe für mich auch die Frage „Wie ist zu sein?“ inklusive der „Sinnhaftigkeit“ beantwortet. Am besten kopiere ich einen Vorwort-Auszug meiner Gedankenwerkstatt „Humanethologie“, um mein sinnstiftendes Streben deutlich zu machen. Es sind nicht die großen Taten, die ich damit meine. Es sind mehr die kleinen, schnell übersehenen Handlungen. Sei es ein Gespräch, ein Briefwechsel, eine Geste, eine Umarmung …in denen sich meine Haltung zur Welt widerspiegelt. So jetzt geht’s zum Vorwort.<br /> …Meine Arbeit, die ich neben literarischen Auszügen in diesem Schriftstück vorstelle, ist das Ergebnis der Erfahrung, des Verstandes, der Phantasie, des Gefühls und eines inneren Antriebes. Als ich im noch frühen Stadium Romane, esoterisches, wissenschaftliches und religiöses Gedankengut verarbeitete, ergriffen mich wegen manch undurchsichtiger Ansichten und darin enthaltener menschlicher Tragödien gelegentlich melancholisch gefärbte Angstzustände. Mit zunehmender Reife eines kritischen Vorstellungsvermögens lernte ich nach und nach auch Gegensätze und Mehrdeutigkeiten zu akzeptieren. Bis heute gibt es Augenblicke, in denen sich spontan eine innere Ruhe und Ausgeglichenheit in mir einstellt. Dabei bestätigt sich, dass ich ein Stück auf meinem Weg vorangekommen bin. Was bereits meine Eltern und deren Vorfahren zu erkennen und zu leben versucht haben setze ich fort. Ich sehe darin folgenden tieferen Sinn: Die Evolution zielt unter anderem in uns zur Bewusstwerdung, wobei für mich von besonderer Bedeutung das Streben nach Humanität ist. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart die Menschen häufig den Geistern, Göttern und Dämonen die Verantwortung für die Geschehnisse um sie herum übertragen haben. Heute im Zeitalter der fortgeschrittenen Aufklärung fühle ich mich zunehmend in der Lage, ohne die sinnstiftende Wirkung eines Glaubens in Abrede stellen zu wollen, überwiegend wissenschaftliche Erkenntnisse als Erklärung heranzuziehen.<br /> In der Hoffnung nicht zu übertreiben, hier noch ein paar aus meiner Autobiografie stammende Worte: Im jugendlichen Alter von ca. zwölf Jahren erregte ein Kriegsfilm mit dem Titel „Der längste Tag“ mein Gemüt dermaßen, dass ich mich mehr und mehr mit diesem Thema auseinandersetzte. Kreiste mein Interesse zunächst allein um das „was geschieht?“ gesellten sich im reiferen Alter die Gedanken „warum es geschieht?“ und daran anknüpfend Überlegungen des „wie kann es gezähmt oder gar verhindert werden?“. Einer Vernetzung gleich, entwickelten sich daraus eine Vielzahl weiterer Gedanken rund ums evolutionäre und damit auch ums menschliche Geschehen. Nach der Devise: Leben um nachzudenken - Nachdenken um zu leben. Ab dem vierzigsten Lebensjahr ergänzte ich das Denken durch das Niederschreiben der Gedanken.<br /> <br /> OK, nun habe ich zum Kennenlernen etwas mehr über mich erzählt. Du hast im Blog ziemlich ausführlich von deinem Lebensweg (Drama) berichtet. Das hat mich sehr berührt…und hält immer noch an.<br /> Es freut mich, wenn die Unterhaltung noch fortgeführt wird. <br /> <br /> Herzlichen Gruß<br /> <br /> Rainer-Maria
R
Hallo Sabeth, die Zeilen mit der Überschrift „Wie ist zu sein?“ haben Erinnerungen wachgerufen. Mit meinen 69 Jahren blicke ich zurück und erkenne diese bzw. ähnliche inzwischen weitestgehend selbst beantwortete Fragen und Feststellungen wieder. Ich zähle mich zu den Hochsensiblen Menschen (HSP), bin seelisch bedingt 50 Grad Schwerbehindert und habe trotz teils langwieriger Krisen, u.a. Depression, das Leben gemeistert…bin greift…und auch ein wenig stolz darauf. Dem Leben auf den Grund gehen…die Ursachen (Evolution u.a. die menschliche Entwicklung)…die Mechanismen (Genetik, Emotionen, Milieu usw.) zu erahnen oder gar zu erkennen, ist einer meiner Antriebe und bietet mir damit eine von mehreren sinnstiftenden „Bewältigungs-Möglichkeiten“. So, das in Kürze zu meiner Person. Wenn Sie, wenn Du möchtest, könnten wir zum Beispiel auf die Beitragsfragen „Wie ist zu sein?“ näher eingehen. Übrigens bin ich mit der Verständigungsform via Blog nicht vertraut. Ist für mich eine neue Erfahrung…ein neues Abenteuer…das vielleicht nur von kurzer Dauer ist. Falls es zum Kontakt kommt, bitte ich um Verständnis. Und noch ein sehr wichtiges DANKE zum Abschluss. Die Artikel über Narzissmus haben mein Wissen ergänzt und somit bereichert. Da aktuell innerhalb meines Familienumfeldes diesbezüglich Konflikt und Leid herrscht, versuche ich helfend beizustehen. <br /> Liebe Grüße<br /> Rainer-Maria
S
Hallo Rainer-Maria,<br /> <br /> Danke für deinen Kommentar und den Einblick in deine persönliche Situation im Zusammenhang mit meinem blog-Eintrag. <br /> Es handelt sich um einen lyrischen Text, der erst einmal für sich steht - aussagekräftig oder andeutend, symbolisch oder metaphorisch ... . Es freut mich, wenn Menschen sich von meinen Texten angesprochen fühlen, vielleicht auch (teilweise) darin "wiederfinden" - darum geht es ja letztlich. ;)<br /> Es ist die Frage "Wie ist zu sein?" (möglich - unter bestimmten Umständen) daher im Grunde eine sowohl je persönlich nur zu beantworten mögliche als zugleich auch eine "philosophische", uralte "allgemeine", alle (bewussten) Menschen betreffende. <br /> Und möglicherweise verbirgt sich auch noch Weiteres in diesem kurzen Gedicht ... . <br /> Gut finde ich es, wenn belastete, geschädigte Menschen sich zusammenschließen, wenn dies auch möglich ist (vor allem auch offline), wenn sie sich gegenseitig stärken, informieren, entlasten, unterstützen können, soweit eben jeweils möglich.<br /> Wir können uns gerne austauschen über gemachte Erfahrungen und ggf. erreichte Erkenntnisse ... . <br /> Allerdings hat es eben immer Grenzen und grundsätzlich ist mir (noch jedenfalls) vor allem daran gelegen, die Verhältnisse, d.h. gesellschaftliche, soziale, politische Missstände und auch Einstellungen, Welt- und Menschenbilder ..., dahingehend zu verändern, dass Menschen weniger darunter zu leiden haben - letztendlich kann es darum ja nur gehen. <br /> Man kann das durch eigenes Verhalten, persönliche Art zu leben tun, außerdem durch Information, Austausch, Diskussion zu einem "Bewusstseinswandel" anregen ... . <br /> "Darüberhinaus" bzw. daneben bleibt je nach persönlichen Verhältnissen/Umständen jedoch wenig Einflussmöglichkeit und bleibt, das je "eigene" Leben mit all seinen Widrigkeiten zu bewältigen zu versuchen. <br /> Lieben Gruß<br /> Sabeth