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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Zum krankenkassenfinanzierten Bluttest auf das Downsyndrom Trisomie21

 
Zum krankenkassenfinanzierten Bluttest auf das Downsyndrom, Trisomie 21
 
Die Diskussion ist m.E. heuchlerisch. Denn all jenen Frauen, die problemlos die €200,- bis 300,- oder auch €130,- für den Bluttest bisher privat finanzieren konnten, wurde keine Selektion oder Behindertenfeindlichkeit vorgeworfen. - Soll die Entscheidung darüber, ob ein "Downie"-Kind geboren wird ..., also wieder nur privilegierten Frauen, Eltern, Familien vorbehalten bleiben?

Und die unbemittelten Frauen, die dieses Geld für den Bluttest privat nicht problemlos oder auch gar nicht aufbringen können, sollen diese Entscheidung nicht selbstbestimmt treffen können/dürfen oder aber sie müssen "alternativ" eine erheblich invasivere Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie über sich ergehen lassen - mit dem Risiko der Fehlgeburt.
 
Es geht nicht um Selektion, auch nicht um Dammbruchgefahr, sondern darum, dass insbesondere materiell arme, nicht-vermögende Mütter, Eltern, Familien mit ihren behinderten Kindern politisch, gesellschaftlich alleingelassen werden.
 
Denn es gibt nach wie vor keine bedürfnisorienterte Unterstützung für s i e - siehe Pflege, Behindertengrad-, Pflegestufeermittlung allein schon, siehe diverse Therapien, die vor allem einem ganzen Wirtschaftszweig, den darin Beschäftigten, den Herstellern von Medizinprodukten, medizinischen Hilfen, Geräten, den diversen Therapeuten etc. nützen, siehe die auch hier schier unüberwindliche Bürokratie im Zusammenhang mit Untersuchungen, Therapien und dem Beantragen diverser, jedenfalls theoretisch bestehender sogenannter Unterstützung, siehe Inklusion, die in der Praxis, gerade auch in Kindergärten, mehr noch in Schulen überhaupt nicht stattfindet, nicht umgesetzt wird - zumeist, weil die Mittel, Gelder und das erforderliche Personal fehlen.
 
Grundsätzlich gibt es je individuell unterschiedliche Ausprägungen und Erscheinungsformen von Behinderungen und Erkrankungen, oft nicht einmal eine genaue, gesicherte Diagnose, keine bekannte Ursache (bei seltenen Erkrankungen, Behinderungen ist dies vor allem der Fall) - dann gibt es zumeist diverse, auch invasive, belastende Untersuchungen und Apparatemedizin sowie reine Symptombehandlung - an der der o.gen. Wirtschaftszweig üblicherweise lukrativ verdient, die aber den jeweiligen Betroffenen, Behinderten oder (chronisch) Erkrankten nicht notwendigerweise, nicht tatsächlich, schon gar nicht bedürfnisorientiert hilft, sondern sie u.U. sogar schädigt und es überdies häufig mit sehr viel Aufwand, Bürokratie, Organisation, zahlreichen Terminen in Kliniken, bei/mit diversen Therapeuten (siehe bspw. Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie) verbunden ist - die von den Müttern, Eltern dieser Kinder, von den pflegenden Angehörigen selbstverständlich erwartet wird - die jedoch nicht alle ein Auto haben ... - und die "nebenbei" überdies noch erwerbstätig sein sollen/müssen.
 
Es werden diese Mütter also gesellschaftlich und politisch wieder mal unter Druck gesetzt - sie sollen nicht abtreiben, sie sollen Kinder letztlich um jeden Preis gebären und werden mit diesen Kindern (auch nicht-behinderten), auch als Alleinerziehende und insbesondere als Unbemittelte, Nichtvermögende mit den dann geborenen Kindern, mit ihren Sorgen, Belastungen gerade im Alltag über Jahre und Jahrzehnte (!) von Politik und Gesellschaft alleingelassen, sich selbst überlassen und/oder zusätzlich kontrolliert, bevormundet, gegängelt, unter weiteren Druck gesetzt ... - bspw. in Bezug auf mehr oder weniger "subtil", manipulativ oktroyierte Untersuchungen und/oder durchzuführende, zuzulassende, zu vollziehende - allenfalls symptomatisch wirkende, nicht heilende (!) - Therapien.
 
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Im Übrigen ist man sich hoffentlich bewusst, dass Behinderungen nicht nur durch genetische Veränderungen, "Defekte" entstehen können, sondern bspw. auch durch diverse Unfälle (auch medizinische, Behandlungsfehler ...) - im Lebensverlauf jederzeit möglich.
 
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Die Situation von Familien mit behinderten Kindern aus Elternperspektive

familienhandbuch.de

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