Overblog
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Über Manipulation und Macht - und Missbrauch

 
Über Manipulation und Macht - und Missbrauch
 
Unhaltbar, inakzeptabel, was Eike Gebhardt äußert, siehe bereits zu Anfang die Beispiele, die er anführt:

Manipulation in der Kindererziehung, um der Kinder, Zitat "Wohlverhalten" mittels Manipulation zu erzielen oder bei Kranken, um sie vorgeblich "zu heilen".
In beiden Fällen ist Manipulation nicht nur nicht erforderlich, sondern stattdessen massiv schädigend.
 
Manipulation zu tätigen, bedeutet, insbesondere mittels Sprache auf andere Menschen so einzuwirken, sie zu beeinflussen, zu kontrollieren, zu lenken, zu instrumentalisieren, um damit ausschließlich eigennützige, selbstsüchtige Ziele eines Einzelnen oder einer Gruppe erreichen zu können, zu wollen und die in dieser Weise manipulierten Menschen genau hierüber im Unklaren zu lassen, diese selbstsüchtigen Ziele zu verschweigen, zu verschleiern oder auch (auf Nachfrage/Verdacht) zu leugnen.
 
Es stellt die Manipulation daher grundsätzlich eine unlautere Beeinflussung von Menschen dar, eben weil der Manipulierte keine Wahlfreiheit hat, weil es in Bezug auf Mittel, Zweck, Ziel(e) keine Transparenz für ihn gibt, er sie nach Absicht des Manipulierenden auch gar nicht haben soll. Der Manipulierte soll nicht erkennen, dass und aus welchen Gründen er von wem wie (und wie intensiv) manipuliert wird.
 
Mitnichten ist es erforderlich oder geboten, ausgerechnet Kinder auf solche Weise zu "erziehen" oder Kranke vermeintlich zu "heilen", denn es geht, wie soeben dargelegt, bei der Manipulation gerade n i c h t um das Wohl anderer, sondern um das Erlangen ausschließlich eigener, d.h. egoistischer, egozentrischer, selbstsüchtiger Ziele, Umstände, Vorteile.
Aus genau diesem Grund macht der Manipulierende sein Tun, seine Tat - die Manipulation - auch nicht transparent - in keinem Moment.
 
Nein, Paternalismus zum vorgeblichen Wohle anderer stellt k e i n ethisch gebotenes Mittel des Vorgehens, Verhaltens dar - sondern vielmehr Bevormundung, Entmündigung, Respektlosigkeit, Selbstgerechtigkeit, Hybris, jedenfalls intensive Fremdbestimmung - eben gegen den angenommenen, vermeintlichen oder tatsächlichen Willen und g e g e n das tatsächliche Wohl des anderen, des Fremdbestimmten.
Dem Manipulierten wird Transparenz, Wahrheit (über die Absichten, Motive, Ziele des Manipulierenden) vorenthalten, er wird zum Instrument, er wird betrogen und benutzt, missbraucht.
 
Dem Manipulierenden geht es nicht um Bedürfnisorientiertheit, nicht um bedürfnisorientierte Fürsorglichkeit und Verantwortung, nicht um ein paritätisches Verhältnis auf Augenhöhe. Es geht ihm um Macht.
 
Dann sein Beispiel mit der, Zitat "entmündigten Hausfrau, die nur Wäsche wäscht ...", die es vermeintlich von Zitat "ihrem Hausfrauendasein" (zur "Pianistin") zu "emanzipieren" gilt - schon hier stellt sich wieder die Frage: aus wessen Sicht, auf welcher Urteilsbasis, auf Grundlage welchen Menschen- und Weltbildes, in diesem Fall auch Frauenbildes?

Hier wird nicht nur Sorge-Arbeit ein weiteres Mal massiv und klischeehaft diskreditiert, abgewertet, entwertet, Herr Gebhardt bemerkt außerdem selbst offenbar nicht einmal ansatzweise (beim Äußern seiner Sätze), dass er permanent, so auch bei diesem Beispiel, von Paternalismus, von Bevormundung, Fremdbestimmung, Respektlosigkeit, Selbstgerechtigkeit spricht - mit Emanzipation, Befreiung gerade aus Fremdbestimmung, Zwängen, Auflagen, Einschränkungen ..., mit Selbstbestimmung, gar Selbsterkenntnis oder Selbstfindung hat das nichts zu tun - das Gegenteil ist der Fall. Und das gerade auch auf Herrn Gebhardt persönlich bezogen, der sich augenfällig lieber dem Selbstbetrug hingibt als Selbsterkenntnis mittels Selbstkritik zu erlangen.
 
Und leider wurde das gaslighting nicht einmal kurz angesprochen - die intensive, perfideste Form der Manipulation.

Es geht bei Manipulation um Macht, um Instrumentalisierung, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung. Nicht um das tatsächliche Wohl des anderen, sondern nur um das vermeintliche "Wohl", den Vorteil des Manipulierenden.

Es ist dieses Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung ein ausnahmslos kompensatorisches, ein pathologisch narzisstisches.
 
-
 
Es gibt so viele Menschen, die sich asozial bis sadistisch verhalten und entscheiden - gerade Menschen in "Führungs-, Entscheidungs-, Machtpositionen" in Politik und Wirtschaft - dass ich davon ausgehe, sie halten all das Negative, Schädigende, das sie tun, das sie anderen antun, selbst für richtig, anderenfalls könnten sie es nicht lange mit sich selbst aushalten; stattdessen unterwerfen diese Menschen sich dem Selbstbetrug, eben um sich selbst, ihre Entscheidungen, ihr Verhalten vor sich und anderen irgendwie moralisch vermeintlich rechtfertigen zu können.

Deshalb halte ich den Selbstbetrug für letztlich und tatsächlich die schwerwiegendste menschliche Schwäche, da sie, d.h. der Selbstbetrug, alle anderen erst "ermöglicht", verdeckt, "rechtfertigt" bzw. Verdrängung dieser anderen Defizite und Unzulänglichkeiten ermöglicht.

Der Selbstbetrug dient einzig der kompensatorischen Selbstschonung - zumeist zu Lasten anderer.


Es müsste in dieser Welt - in Schulen, in "Erziehung", im zwischenmenschlichen Miteinander - viel mehr um Verantwortung, Solidarität und vor allem je persönliche Integrität sowie um Mitgefühl gehen - würde all d a s gefördert (statt zerstört!) und nicht - wie bisher, wie im globalen patriarchalen Kapitalismus - Konkurrenz, Leistung, Kampf, Hierarchie, Macht, Gewalt, so kämen wir allmählich zu weltweit lebenswerteren Verhältnissen.

Das Gegenteil passiert jedoch nach wie vor und wird von der Mehrheit (?) der Menschen offenbar für richtig gehalten, jedenfalls für "normal" - sonst riefen sie nicht nach "mehr Sicherheit", nach Strafe und strebten nicht Reichtum, Besitz, Titel oder "Ruhm" an, sondern hätten völlig andere Ziele, Ideale, Werte: tatsächliche, gelebte Parität, Säkularismus, Kooperation, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Gewaltlosigkeit, Herrschaftslosigkeit, bedürfnisorientierte Unterstützung und Fürsorge, Selbstbestimmung, Verantwortung, Mitgefühl, Liebe.

Dass Menschen all das zuletzt Genannte zu leben durchaus möglich ist, dass sie dazu sehr wohl "fähig" sind, dass "der" Mensch eben n i c h t "des Menschen Wolf", dass er nicht "von Natur aus schlecht, böse, schwach" ist, beweisen all jene Menschen, die sich aus freien Stücken anderen Menschen, anderen Lebewesen gegenüber mitfühlend, prosozial, fair, gewissenhaft, nicht-paternalistisch fürsorglich und altruistisch verhalten (wollen und können), die sich für das Wohl anderer, auch ihnen völlig fremder Menschen oder auch Tiere und Pflanzen engagieren, die nicht nach Macht und Unterwerfung oder Reichtum streben, sondern nach tasächlichem Gemeinwohl.

Solche Menschen werden von den Hassenden, den pathologischen, egomanen Narzissten, den selbstsüchtigen Machtgeilen, Spaltern und Selbstbetrügern bekanntlich abwertend als "Gutmenschen" bezeichnet. Denn sie selbst sind aus diversen Gründen nicht (mehr) in der Lage, sich selbst in angemessener, gebotener, prosozialer ... Weise zu verhalten, drum ertragen sie die "Güte" anderer nicht und diskreditieren diese deshalb.
 
Mit Nietzsche:

"Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind."
 
-
 
Ich habe das nie verstanden, ich werde es nie verstehen:
 
Wie kann man sein Duckmäusertum, seinen Gehorsam, seine Selbstverknechtung, sein Speichelleckertum - für vermeintliche Reputation, für Karrieraufstieg, für Geld, gar für Macht - noch selbst gut finden, wie kann man sie vor sich selbst rechtfertigen - nur mittels maximalen Selbstbetrugs oder, indem man längst selbst intensiv beschädigt und gerade n i c h t (mehr) integer ist.

Es stößt mich ab: Dass Menschen sich abrichten, dressieren lassen wie Hunde.
 
Hierarchie und ihre Folgen:
 
"[...] Der Sozialpsychologe Stanley Milgram schreibt über den Zusammenhang von Hierarchie, Beförderung und Machterhalt:
„Im gesamten Verlauf der Konfrontation mit Autorität trifft der Mensch ständig auf eine Belohnungsstruktur; in der die Nachgiebigkeit gegenüber der Autorität im allgemeinen belohnt wird, während die Verweigerung der Unterordnung in den meisten Fällen bestraft wird. Obgleich es viele Arten gibt, Belohnung für pflichtgemäße Unterordnung zuzumessen, ist doch die genialste die folgende: Das Individuum darf in der Hierarchie eine Stufe höher steigen, wobei zugleich der einzelne motiviert und das System in seiner Struktur bestärkt und fortgesetzt wird. Diese Art von Belohnung – »Beförderung« – enthält eine tiefe emotionale Befriedigung des Individuums; ihr Hauptcharakteristikum ist jedoch, dass sie die Kontinuität der hierarchischen Form sichert.“
(Stanley Milgram Das Milgram-Experiment, 19. Auflage 2015, Rowohlt Taschenbuchverlag, Seite 161 – Originalausgabe: Obedience to Authority. An Experiment View im Verlag Harper & Row, New York 1974) [...]"
 
Quelle unten verlinkt: gewaltenteilung.de
 

Diesen Post teilen

Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post