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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

workfare, Bürgerarbeit, Kombilohn, aktivierende Sozialhilfe, solidarisches Grundeinkommen, öffentlich geförderte Beschäftigung - Absolutismus des Kapitalismus, Neoliberalismus - Ausbeutung, Vernichtung der BALLASTEXISTENZEN, der Armen - global wie je national

"[...] Randständige Gruppen der Mehrheitsbevölkerung wie kinderreiche fürsorgeabhängige Familien in sozialen Brennpunkten, Landstreicher oder Landfahrer sowie Problemgruppen wie Alkoholkranke oder Prostituierte galten als „deutschblütige“ „Asoziale“ und ebenfalls als überflüssige „Ballastexistenzen“. Sie wurden wie auch Homosexuelle von behördlichen und polizeilichen Instanzen listenmäßig erfasst und vielfältigen staatlichen Restriktionen und Repressionsmaßnahmen ausgesetzt, die bis zur Zwangssterilisation und schließlich zur Inhaftierung in Konzentrationslagern reichten. Wer sich offen gegen das nationalsozialistische Regime auflehnte (wie Kommunisten, Sozialdemokraten, bürgerliche Demokraten oder Kriegsdienstverweigerer), wurde in Haftanstalten und Lagern inhaftiert. Die Lager überlebten viele der Häftlinge nicht. [...]"
 
Quelle: Wikipedia - "Vernichtung durch Arbeit", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
workfare, Bürgerarbeit, Kombilohn, aktivierende Sozialhilfe, solidarisches Grundeinkommen, öffentlich geförderte Beschäftigung - Absolutismus des Kapitalismus, Neoliberalismus - Ausbeutung, Vernichtung der Ballastexistenzen, der Armen - global wie je national
 
Wie bereits wiederholt geäußert:
Es ist gezielte, vorsätzliche, systematische Vernichtung - nicht der Armut, sondern der Armen, der Ballastexistenzen.
 
Denn:
 
- es geht dabei gerade nicht "nur" um Hartz 4 als Abschreckungs- und Druckmittel, damit jene, die noch erwerbstätig sind, sich in Niedriglöhne und prekäre Beschäftigungsverhältnisse pressen und darin auspressen/ausbeuten/verheizen lassen
 
- es geht nicht nur darum, die "Arbeitskraft" von Menschen verfügbar zu machen, sondern
 
- es geht g e r a d e darum, all jene zu b e s t r a f e n - mit dem Entzug ihrer materiellen, physischen wie psychisch-emotionalen Existenzgrundlage (Teilhabe, Wertschätzung, Würde) - die sogenannt "geringqualifiziert" und/oder krank, bereits versehrt, oft vielfach seit langer Zeit belastet und beschädigt sind.
 
Es geht darum, genau diese BALLASTEXISTENZEN (siehe NS-Ideologie und -Terminologie) zu vernichten, denn sie gelten nach wie vor als "unwert", als eben Ballast, der "sinnlos" Rohstoffe, Wohnraum verbraucht und doch nicht gewinnbringend maximal kapitalistisch ausgeschlachtet werden kann.
 
Aus demselben Grund lässt man auch Pflegebedürftige durch politische Entscheidungen und daraus resultierende "Missstände" leiden, siechen, krepieren.
 
Aus demselben Grund lässt man Obdachlose, Inhaftierte, Geflüchtete leiden - auf Raten krepieren und grundsätzlich alle, die nicht vermögend und nach neoliberaler Ideologie noch nicht, nicht mehr oder nie je verwertbar, funktionalisierbar sind: als Menschenmaterial - also alle der sogenannten Unterschicht zugehörigen Menschen, die nicht sozial, sondern aus politischen Gründen wirtschaftlich "schwach", arm sind - mit allen bekannten F o l g e n von materieller Armut (in auch Deutschland sowie global).
 
An dieser Stelle sei daher nochmals auf Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") verwiesen sowie auf die Bertelsmann Stiftung und die Mont Pélerin Society, auf das Menschenbild das jene haben, die Hartz 4, die Agenda 2010 erdacht, umgesetzt haben und die es mit allen Mitteln erhalten wollen - aus genannten Gründen.
 
Das Ganze nennt sich workfare - siehe auch "Bürgerarbeit", Kombilohn, "aktivierende Sozialhilfe","öffentlich geförderte Beschäftigung" - und kommt aus usa. Siehe außerdem Ordoliberalismus, Neoliberalismus.
 
Und wer es immer noch nicht glaubt oder wissen will - das mit dem katastrophalen zugrundeliegenden Menschenbild - dem sei nochmals das ausführliche "Gutachten Existenzsicherung und Erwerbsanreiz" des Bundesfinanzministeriums aus Mai 2008 empfohlen, in welchem das unmissverständlich ausformuliert ist, siehe dort insbesondere die ersten ca. 30 Seiten, dort vor allem die Seiten 22 bis 28, auf denen die Schwarze Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, Strafe - Dressur, absichtsvolles Schmerzzufügen vulgo Sadismus, Gewalt) besonders deutlich erkennbar ist.
 
Siehe dort wiederum die Ausführungen, Modelle, Konzepte, die auf das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft u. Energie) sowie auf das IZA (Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit) und auf Gestalten wie Hans-Werner Sinn (ifo - Institut für Wirtschaftsforschung) zurückgehen.
 
Und dann guckst du mal, von wem bspw. das IZA so gefördert wird ... und alles ist gesagt - der Kreis schließt sich - mit anderen Worten: Es gibt auch in Deutschland keine unabhängige Politik, sondern eine durch Lobbyisten geführte und eine weisungsbebundene Justiz - weshalb das BVerfG die Sanktionen nicht als verfassungs-, grundgesetzwidrig beurteilen wird, was wir alle längst wissen und eigentlich nur noch endlich auf das Urteil (in doppelter Hinsicht: das des BVerfG und damit weiterhin etlicher Menschen, "Ballastexistenzen" Todesurteil) warten.
 
-
 
Siehe zu Selbstwirksamkeit, Autonomie, Vitalität und den Folgen von Repression, Strafe, Autoritarismus, Ausgrenzung - auch durch Armut - Depression und Sucht die Selbstbestimmungstheorie (SDT).
 
Daran ist erkennbar, dass und warum Strafe, Zwang, Dressur nicht, insbesondere nicht dauerhaft, langfristig, "funktionieren" können, stattdessen schaden.
 
Siehe auch Jobcenter, "Edukation", Sanktionen, Hartz IV.
Und nur darum geht es: Die Leute aus der "Arbeitslosenstatistik" (Erwerbslosenstatistik, die ohnehin "geschönt" ist) zu kriegen und propagieren zu können, man habe auch die Zahl der Hartz 4-Beziehenden gemindert, vorgeblich materielle Armut "behoben". - Ekelerregend widerwärtig. Regierungspolitik
 
"[...] Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine Absenkung des Freibetrages für Erwerbstätige, deren Lohn so gering ist, dass sie ihn mit Arbeitslosengeld II (Hartz IV) aufstocken müssen. Nach Angaben des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen waren im Jahr 2017 knapp 1,2 Millionen von gut vier Millionen erwerbsfähigen Leistungsbeziehern berufstätig. Knapp die Hälfte davon ging einem Minijob nach, ein weiterer, kleiner Teil war selbständig. Gut eine halbe Million Betroffene verfügten zwar über einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Bei rund zwei Dritteln davon handelte es sich aber um eine Teilzeitstelle. Von dem IAB-Vorschlag würden indes nur Hartz-IV-Aufstocker profitieren, die über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 850 Euro verfügen. Der überwiegende Teil der Betroffenen hätte am Ende noch weniger als schon heute in der Tasche.
 
Bisher erhalten erwerbstätige Aufstocker einen Grundfreibetrag von 100 Euro. Was darüber hinaus bis zu einer Grenze von 1.000 Euro verdient wird, rechnet die BA zu 80 Prozent auf die Leistungen an. Oberhalb der Grenze bleiben noch zehn Prozent des Einkommens frei. Arbeitet beispielsweise jemand im Minijob für 450 Euro monatlich, beträgt sein Freibetrag 170 Euro. Das heißt: Sein Regelsatz wird um 280 Euro gekürzt. Die BA-Forscher plädieren dafür, den Grundfreibetrag auf 50 Euro zu senken. Oberhalb der 50 Euro bis zur Minijobgrenze von 450 Euro sollen nur noch zehn Prozent frei bleiben. Ein Minijobber hätte dann statt wie bislang 170 nur noch 90 Euro mehr als ein nicht erwerbstätiger Hartz-IV-Bezieher.
 
Erst oberhalb eines Nettoeinkommens von 450 Euro sollen 40 statt wie bisher 20 Prozent vom Lohn nicht angerechnet werden. Beträgt beispielsweise das Einkommen 600 Euro, wären dann nicht mehr 200, sondern nur noch 150 Euro anrechnungsfrei. Bei einem Lohn von 850 Euro würde sich der Selbstbehalt mit 250 Euro an die jetzige Lage angleichen. Wer 900 Euro netto verdient, hätte mit 270 Euro zehn Euro mehr als heute in der Tasche. Bei 1.000 Euro betrüge das Plus im Portemonnaie 30 Euro – falls der Bezieher nicht alleinstehend ist und aus dem Bezug bereits herausgefallen wäre. [...]"
 
Quelle des zitierten Textes: jungewelt.de - "Kürzen `gegen Armut´"
 

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