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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Über Seenotrettung, Migration, Armut, globalen Androzentrismus, patriarchale Ideologien und entsprechende Folgen sowie Möglichkeiten der Abhilfe - Ethik

 
Über Seenotrettung, Migration, Armut, globalen Androzentrismus, patriarchale Ideologien und entsprechende Folgen sowie Möglichkeiten der Abhilfe - Ethik
 
1. Auf einer sich als "humanistisch" betitelnden Seite finde ich solche Sätze schon mehr als befremdlich, Zitat:

"Hier bedarf es – trotz der Blockade des Weltsicherheitsrats – auch militärischer Mittel. Wenn Assad sein Volk mit Giftgas und Fassbomben umbringt und aus dem Land jagt, ist Gewalt gegen ein solches Regime vertretbar und erforderlich."
Gewalt mit Gewalt "beheben" zu wollen, hat noch nie (langfristig) funktioniert.
 
2. Ja, Seenotrettung ist nicht nur völkerrechtliche, sondern vor allem tatsächlich moralische Pflicht. So, wie dies jegliche mögliche Rettung von Menschen in akuter, lebensbedrohlicher Not ist. Auf Basis universeller Menschenrechte und des Menschenwürdeprinzips.
 
3. Ja, man darf sich nicht länger genau jenen Flüchtenden verschließen (vor allem nicht gedanklich und argumentatorisch), die vor Armut fliehen, denn diese wird es neben Klimaflüchtenden auch zukünftig und voraussichtlich vermehrt geben, wenn sich politisch nicht tatsächlich gravierend die "Missstände" ändern, die zu solcher materiellen Armut führen.
 
4. Es darf also nicht länger das zu gewährende Asyl für politische, Kriegsflüchtlinge im politischen und gesellschaftlichen Fokus stehen, sondern gerade die Flucht vor Armut.
 
5. Europa trägt hier eine immense Verantwortung - nicht nur aufgrund historischer Tatsachen (Kolonialisierung und deren bis heute wirkmächtige negative Folgen für Afrika), sondern auch gegenwärtiger "Fehlentscheidungen", siehe unfaire Handelsabkommen, Zölle, landgrabbing, off shoring, Spekulation mit Nahrungsmitteln, katastrophale Produktions- und Arbeitsbedingungen der für europäische und multinationale Konzerne tätigen, ausgebeuteten, beschädigten Menschen - nicht nur in der Textilindustrie, siehe auch den Einsatz von Pestiziden und GVO mit dessen tödlichen Folgen für Mensch und Tier, siehe Erdölpipelines, die Trinkwasser verschmutzen und so weiter - und vor allem: siehe die Folgen all dessen für davon betroffene, beschädigte Menschen und siehe nicht zuletzt die lukrativen deutschen Abkommen mit Diktatoren: Waffenlieferungen etc. in totalitäre Regime (wie bspw. Saudi Arabien).
 
6. Vor allem frage ich mich, wann endlich thematisiert wird, dass für all diese "Politik" mehrheitlich bis fast ausnahmslos welteit Männer verantwortlich sind, dass es fast ausnahmslos Männer sind, die physische - und damit stets zwangsläufig einhergehend auch psychisch-emotionale - Gewalt tätigen - auf sämtlichen Ebenen, dass es Männer sind, die mehrheitlich foltern, töten, vergewaltigen, die narzisstisch-kompensatorisch nach Macht streben und welcher Zusammenhang hier also nach wie vor mit einem global bestehenden Patriarchat augenfällig ist und dass und wie intensiv dieses gerade duch die drei monotheistischen, patriarchalen, alttestamentarischen, abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum, Islam erhalten wird, werden kann und offenbar auch soll.
 
Denn wie sähe die Welt aus, hätten weltweit (!) zumindest hälftig, paritätisch Frauen Führungs-, Entscheidungs-, Verantwortungspositionen inne?

Nein, einzelne wenige Frauen in "Machtpositionen" können nichts verändern, sie gelangen nur deshalb in diese Positionen, weil sie sich patriarchalischen Regeln anpassen, unterwerfen, sie mitvollziehen.
 
Was wir hingegen in allen sogenannten Matriarchaten, auch den wenigen noch heute vorhandenen (Khasi, Mosuo, Minangkabau) sehen - und übrigens auch in "tierischen Matriarchaten" wie bspw. bein den Bonobos (das nur randläufig für die Biologisten ) - ist ein spezifisches Merkmal: Gewaltlosigkeit.
 
Wann also fangen wir an, über tatsächliche Geschlechterparität zu sprechen, sie um- und einzusetzen, sie global durchzusetzen - d a m i t die "Missstände" sich endlich global ändern können und dann auch werden - genauer: wann fangen Männer weltweit an, das nicht nur zuzulassen, sondern es aktiv zu unterstützen, statt dagegen anzugehen - siehe Maskulisten, Rechtsextremisten, Rassisten, Nationalisten, religiöse Fanatiker, Fundamentalisten, siehe sämtliche patriarchalen Ideologien - wie den Kapitalismus, Neoliberalismus, aber auch Jungianismus, Freudianismus, Faschismus und nicht zuletzt den global verbreiteten pathologischen Narzissmus, dessen typisches, kennzeichnendes Merkmal u.a. kompensatorisches Machtstreben ist und von dem wiederum und nachweislich weit mehr Männer als Frauen "betroffen" sind.
 
Wann fangen wir an, die Ursachen tatsächlich zu beheben: politisch, sozial, gesellschaftlich und den Ursachen nicht nur sozialwissenschaftlich, sondern auch psychoanalytisch endlich auf den Grund zu gehen: um sie beheben zu können?
 
Erneut verweise ich in diesem Zusammenhang auf Erich Fromm ("Anatomie der menschlichen Destruktivität", "autoritärer" und "nekrophiler Charakter", "Kunst des Liebens" ...), Arno Gruen (zu Schmerz, Anpassung, Gehorsam, Mitgefühl - "Der mitfühlende Mensch kann Kriege verhindern"), Alice Miller (Schwarze Pädagogik und ihre katastrophalen Folgen - siehe Despoten wie Hitler, Stalin, siehe aber auch Männer wie F. Nietzsche, I. Bergman ...), Martha Nussbaum ("Gerechtigkeit braucht Liebe"), David Graeber (Anarchismus), auf außerdem feministische Ökonomiekritik und bedürfnisorientierte Gemeinwohlökonomie, Wirtschaft der Fürsorge ... .
 
Erforderlich ist also nichts weniger als ein Bewusstseinswandel, globale Säkularisierung und Einsetzen, Leben von tatsächlicher Geschlechterparität - nicht "nur" Gleichberechtigung, sondern alltägliche Gleichwertigkeit, Gleichwürdigkeit der Geschlechter. Dann endlich könnte sich in Folge tatsächlich einiges ändern l a s s e n.
 
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Die Vorwürfe sind knüppelhart

neues-deutschland.de

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