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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Psychische Gewalt, emotionaler Missbrauch, Traumatisierung, Schwarze Pädagogik auch in, durch Politik, Wirtschaft (Kapitalismus, Neoliberalismus, Leistungsideologie) und Folgen - wie Rassismus, Sadismus, Narzissmus, Misogynie ...

 
Bitte nicht länger von Missbrauch sprechen, da es keinen richtigen Gebrauch von Menschen gibt, stattdessen von psychischer und physischer Gewalt, Misshandlung, oft auch Vergewaltigung: sprechen, es so, korrekt, bezeichnen.
 
Es ist nicht "Missbrauch" - es ist Gewalt: psychische und physische. Es ist Vergewaltigung. Es ist Misshandlung.
Der Begriff "Missbrauch" ist in diesem Kontext - gleich ob in Bezug auf Kinder oder Erwachsene (Betroffene, Beschädigte, Misshandelte, Opfer) - nicht nur falsch, sondern überdies verharmlosend.
 
Psychische Gewalt geht physischer, auch physisch-"sexueller" Gewalt immer voraus und mit ihr einher.
 
Psychische Gewalt ist z.B. perfide Manipulation, Täuschung, gaslighting, grooming (Ködern, gutes Zureden), victim blaming (Schuld-, Täter-Opfer-Umkehr), Verunsichern, Einschüchtern, Drohen, Tatsachen verdrehen, fehlende Wertschätzung, Verleumdung, Herabsetzen und Isolieren des Opfers.
 
Keine Justiz, Polizei, Staatsanwaltschaft berücksichtigt dies angemessen. Immer noch nicht. Das ist aktiver Täterschutz, Entkriminalisierung der Täter und sekundäre Viktimisierung sowie Diffamierung der Opfer. Rechtsstaat
 
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Aktualisierung am 07. Februar 2020
 
Dieser Beitrag des swr2 - "Tatort Ehe - Wie bekämpft man häusliche Gewalt?" - legt verständlich dar, was viele, die psychische Gewalt nicht erfahren haben, nicht nachvollziehen können und daher immer wieder fragen:
 
Warum geht die psychisch-emotional und oft auch physisch misshandelte, beschädigte Person, oft die Frau, das Opfer solcher Gewalt, die mehrheitlich von Männern getätigt wird, nicht, warum trennt sie sich nicht "einfach"?
 
Weiterhin legt der Beitrag offen, wie katastrophal Exekutive - Polizei, Staatsanwaltschaften und Justiz noch immer mit diesem Problem, "Missstand" umgehen: Opfer werden nicht ernstgenommen, ihnen wird eine Mitschuld oder gar Falschbeschuldigung, Übertreibung, Lüge, psychische Gestörtheit unterstellt, angehängt, sie werden diffamiert, psychisch pathologisiert, abgewimmelt, zum Schweigen gebracht, sekundär viktimisiert - statt rehabilitiert, unterstützt, gestärkt, geschützt.
 
Es ist, wie Alice Schwarzer schon seit Jahrzehnten offenlegt, eine Täterjustiz, es ist der patriarchale Blick auf Frauen - auch in Polizei, Ermittlungsbehörden und Justiz.
 
 
 
Es ist der Fokus auf das Opfer - das s i c h "schützen" soll, statt den Blick endlich angemessen auf die Täter, die Täterpersönlichkeit, das Frauenbild solcher Männer, der Täter zu richten und angemessene Präventionsarbeit intensiv - gerade auch monetär - zu fördern: niedrigschwellig, flächendeckend.
 
Es ist die intensive Manipulation der Täter, siehe gaslighting, grooming, victim blaming, diese psychisch-emotionale Gewalt, die die physische Gewalt erst "ermöglicht", die ihr den Weg ebnet, die die physische, auch die Sexualgewalt, Vergewaltigung, gerade innerhalb von Beziehung getätigt, immer begleitet und dieser physischen Gewalt stets auch vorausgeht.
 
Es ist die Taktik der Täter - das Opfer zu verunsichern, zu erniedrigen, ihm Schuld einzureden, an seiner Wahrnehmung zu zweifeln, es lächerlich zu machen, vor anderen als unglaubwürdig, gestört darzustellen, es dann wieder mit Zuwendung zu ködern, es sozial zu isolieren, es unter Druck zu setzen, ihm zu drohen, die emotionale und soziale Bedürftigkeit und Verletzlichkeit des Opfers gezielt auszunutzen, das Vertrauen des Opfers vorsätzlich aufzubauen, um das Vertrauen (-sverhältnis) dann absichtsvoll, gezielt missbrauchen zu können.
 
Es geht um Macht, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung.
Um beschädigendes Kompensationsverhalten also. Es geht um das zugrundeliegende patriarchal-autoritär- machistisch-chauvinistische Frauenbild, um den Zugang, die Verfügbarkeit der Frau - nicht nur, aber gerade auch als Partnerin, als sei sie das Eigentum des Mannes.
 
Es geht um das geringe Selbstwertgefühl und Mitgefühl solcher Männer.
 
Und es geht darum, dass und warum Gesellschaft, Politik, insbesondere Polizei, Staatsanwaltschaften und Justiz damit noch immer katastrophal, zusätzlich die Opfer schädigend umgehen - und häufig auch deren Kinder.
 
Ein hervorragender, unentbehrlicher Beitrag. Herzlichen Dank dafür.
Genau das habe auch ich mit Ex "erlebt", erfahren, erlitten.
 
Leider wurde nicht genannt, dass es sich bei diesen Männern, Tätern um häufig pathologisch narzisstische, antisozial persönlichkeitsgestörte Männer handelt.
Es entschuldigt, rechtfertigt dies das Verhalten dieser Männer, Täter nicht, erklärt es aber und hilft, zu informieren, zu verstehen und ggf. auch andere davor zu schützen - durch Information, Kenntnis dessen, des Verhaltens solcher Täter.
 
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Aktualisierung am 08. März 2020
 
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_02/_11/Petition_107033.nc.html?fbclid=IwAR13lJyMn6IChX8_XMG3rokdDWw6QKMs5A7WA8uMILUGuU-BxSSDsZOShnE
 
Begründung zu Erforderlichkeit, Beweisbarkeit, weiteren Fragen und Einwänden
 
Es geht hierbei darum, die psychische Gewalt, die sich häufig in diversen Mikrogewalten äußert und die u.a. deshalb oft lange von den Opfern nicht als Gewalt erkannt, so eingeordnet wird, nicht in diverse Einzel(straf)taten, Einzelstraftatbestände aufzusplitten, darunter je einzeln etwaig zu subsumieren, sondern sie stattdessen zusammenzuführen bzw. als eigenständigen Straftatbestand zu etablieren.

Psychisch-emotionale Gewalt geht zumeist mit grooming (gutes Zureden, Ködern, Locken, Beschwichtigen etc.), gaslighting (intensive, perfide Manipulation, die das Opfer letztlich an dessen eigener Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit zweifeln lässt), victim blaming (Täter-Opfer-Umkehr) einher und der Prozess ist üblicherweise ein schleichender.

Zumeist besteht zwischen Opfer und Täter ein Bekanntschafts-, häufig ein Vertrauensverhältnis, so bspw. zwischen Beziehungspartnern, aber auch im Rahmen der Eltern-Kind-Beziehung. Dieses Vertrauensverhältnis wird von Tätern gezielt aufgebaut, um es dann missbrauchen zu können.

Täter von psychischer Gewalt sind als solche für Außenstehende nicht unmittelbar erkennbar, insbesondere nicht aufgrund von Äußerlichkeiten - sie sind oft gut beleumundet, gelten als unauffällig, höflich, gepflegt, charmant, auch als gewissenhafte, verlässliche Personen, Nachbarn etc.; sie täuschen andere und auch ihre Opfer jedoch intensiv, sie lügen, betrügen, hintergehen, deuten Tatsachen um, arbeiten gezielt mit Verunsicherung, zweifeln bspw. die Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit, auch die Erinnerung des jeweiligen Opfers an, diskreditieren dieses - auch vor anderen, insbesondere auch vor rechtsstaatlichen Institutionen (Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz, Behörden) - als psychisch gestört, als jedenfalls unglaubwürdig, die Täter stellen sich selbst als ahnungslos, gutmütig, wohlwollend, vernünftig und als das eigentliche Opfer dar (siehe Täter-Opfer-Umkehr).

Oft ist eine weitere typische Vorgehensweise der Täter, das Opfer sozial zu isolieren, um es so noch leichter verunsichern, täuschen, beschädigen und vor anderen diffamieren, als unglaubwürdig, auch als "gestört, wirr" darstellen zu können, da diese sich ohne Kontakt zum Opfer kein eigenständiges Bild von selbigem machen können, es nach Täterwillen auch nicht sollen. Das Opfer wird so zusätzlich intensiv geschwächt und belastet. Es steht allein, isoliert, erfährt keinen Rückhalt, Beistand. Eben dies ist Ziel des Täters.

Täter psychisch-emotionaler Gewalt arbeiten darüberhinaus mit Bedrohung, Drohungen (von Entzug, Trennung, Bestrafungen, auch Strafanzeigen, Sorgerechtsentzug für gemeinsame Kinder etc.) und Zuwendung, vermeintlichen Entschuldigungen, Einsichten im Wechsel, je nachdem, welches Verhalten ihnen je nach Situation, Umständen und Zustand des Opfers als zielführend erscheint.

Besonders hervorzuheben ist dabei auch die Inszenierung des Täters als seinerseits belastetem, leidenden, vermeintlich sensiblen und reflektierten Mensch, die Täter triggern auf diese Weise vorsätzlich das Mitgefühl des Opfers, um es so wieder milde zu stimmen, zurückzugewinnen, zu besänftigen, gefügig zu machen. Die Täter hingegen haben ihrerseits kaum bis kein echtes Mitgefühl mit dem Opfer, mit anderen Menschen, sind aber bis zu einem gewissen Grade empathisch, anderenfalls könnten sie das Opfer nicht manipulieren. Wenn die Täter leiden, auch weinen etc., verbirgt sich dahinter jedoch ausschließlich Taktik oder Selbstmitleid, nicht das ehrliche, wahrhaftige Zugewandtsein zum Opfer oder zu anderen Menschen, keine echte emotionale Anteilnahme, sondern völlige Selbstbezogenheit, Egozentrismus, Egomanie.
Nicht selten geht auch Drogensucht, Substanzabhängigkeit und Hypochondrie einher.

Täter haben zumeist eine ausgeprägte Selbstwertproblematik, d.h. erhebliche Minderwertigkeitskomplexe, wofür sie sich schämen, die sie daher unbedingt zu verbergen suchen, da sie auch ihre Scham über ihre ureigenen Unzulänglichkeiten und Defizite nicht ertragen. Sie streben daher kompensatorisch nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung und (mit der Folge und dem Ziel der) Ausbeutung des jeweiligen Opfers bzw. anderer Menschen generell.

Auch Sadismus bzw. Sadomasochismus findet sich bei den Tätern verbreitet. Auch diesem liegt eine intensive Selbstwertproblematik und entsprechendes Kompensationsverhalten zugrunde.

All das ist bekannt von und typisch, symptomatisch pathologischem, malignen Narzissmus, der antisozialen, dissozialen Persönlichkeitsstörung. Es können auch noch weitere PKST vorhanden sein wie bspw. eine paranoide PKST oder eine posttraumatische Verbitterungsstörung, Autoritarismus u.a.m..

Man kann es daher auch psychisch-emotionale, narzisstische Misshandlung nennen.

Verwiesen sei hierzu bspw. und insbesondere auf Erich Fromm und Arno Gruen (Psychoanalytiker). Desweiteren auf Marie-France Hirigoyen zu u.a. der Kommunikations-, Dialogverweigerung, die Täter psychischer Gewalt ebenfalls häufig gezielt einsetzen, da es ihnen nicht um Konfliktlösung, sondern um Machterhalt geht, siehe zum Zwecke dessen auch Schuldzuweisungen, Abwertung, Herabsetzung, Ignoranz, Umdeutungen, Einschüchterung, Diffamierung.

Da es ein allmähliches Vorgehen, ein schleichender Prozess ist, Täter die Grenzen sukzessive "erweitern", ausdehnen, überschreiten, ist es für Opfer umso schwieriger, die Gewalt als solche zeitnah zu erkennen und zu benennen, sich dagegen angemessen zur Wehr zusetzen bzw. dem Täter vollständig zu entziehen. Üblicherweise können Opfer nicht verstehen, nicht glauben, nicht fassen, dass ein Mensch, insbesondere ein ihnen nahestehender, vertrauter Mensch, sich auf solch schädigende, skrupellose bis sadistische Weise verhalten kann, es überdies vorsätzlich tut.

Sehr häufig folgt auf die psychische Gewalt früher oder später auch physische Gewalt, siehe "häusliche Gewalt", Vergewaltigung in Beziehung, gegenüber Kindern Vernachlässigung, Entwertung, Erniedrigung, auch physische Misshandlung. Die psychische Gewalt geht der physischen voraus und mit der physischen Gewalt einher, d.h. vor der physischen Gewalt(anwendung) steht ausnahmslos immer die psychisch-emotionale Gewalt, weshalb es dieser unbedingt zeitnah effektiv vorzubeugen und sie ebenso zeitnah zu beendigen, aufzuhalten, zu beheben gilt - dies gelingt üblicherweise nur mit angemessener, bedürfnisorientierter, sensibler, respektvoller Unterstützung des jeweiligen Opfers, das zu solcher Unterstützung niedrigschwellig, gefahrlos und verlässlich jederzeit Zugang haben, finden können muss, inklusive des hierfür erforderlichen Vertrauens, Sich-Anvertrauens.

Um dieser physischen Gewalt - gerade auch jener gegen etwaig vorhandene Kinder oder gar des Mordes, häufig Femizids - zeitnah vorbeugen zu können, bedarf es des Straftatbestands der psychischen Gewalt und der ethischen, gesellschaftlichen Ächtung sowie juristischen Verurteilung selbiger.

Weiterhin erforderlich ist angemessene, frühzeitige, effektive Prävention (in Familien, Kitas, Schulen, Vereinen, Gesellschaft), weiterhin niedrigschwellig und flächendeckend zugängliche Mediation zur Vorbeugung von Eskalation, zum Erhalt oder Wiedererlangen der unterstützten, begleiteten Kommunikation (-sfähigkeit), des Dialogs und der angemessenen Therapie der Täter, des Stärkens ihres Selbstwerts und vor allem ihres Mitgefühls, prosozialen Verhaltens. Es bedarf der authentischen, wahrhaftigen Schuldeinsicht und Verantwortungsübernahme der Täter für ihre Taten, schließlich der je angemessenen Wiedergutmachung gegenüber dem Opfer - Restorative Justice, statt Strafe, die keine Verhaltensänderung, keine tatsächliche Einsicht, Persönlichkeitsreifung, Resozialisierung erwirkt, auch nicht präventiv wirksam ist und die überdies auch dem Opfer - für dessen Heilungsprozess - nicht hilft.

In Frankreich ist psychische Gewalt bereits seit 2010 ein eigener Straftatbestand - möglich, umsetzbar ist es also durchaus. Wie es genau ausgestaltet wird, ist mit/von Fachleuten (bspw. Psychologen, Juristen, Ethikern, Opfervertretungen, Opferverbänden, auch Traumatherapeut_innen etc.) zu eruieren.

Aufseiten der Ermittlungsbehörden - Polizei, Staatsanwaltschaften - und der Justiz ist hierfür eine spezielle Schulung, Qualifizierung, Fortbildung erforderlich, innerhalb der Gesellschaft eine Sensibilisierung für das Thema, für psychische Gewalt und ihre Formen, Ausprägungen, Merkmale.
 
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"[...] Wenn du mehr als vier Fragen mit „Ja“ beantwortest, bist du wahrscheinlich in einer toxischen Beziehung.
  1. Hast du in deiner Beziehung oft das Gefühl, dass du nie genug bist und dass es nie reicht, was du tust?
  2. Wartest du öfter vergeblich auf eine entlastende Entschuldigung, wenn er (der Partner/die Partnerin) dich verletzt hat?
  3. Leidest du zunehmend unter dem Stress, dass du immer irgendwie schuld bist
  4. Schwankst du emotional zwischen totalem Vertrauen und tiefem Entsetzen?
  5. Hast du den Eindruck, dass du deine Schönheit und deine Vitalität verloren hast und stattdessen zunehmend müde und traurig aussiehst?
  6. Isoliert er dich von deinen Freunden und deiner Familie?
  7. Schafft es der Partner/die Partnerin immer wieder, dass du ihm/ihr mehr glaubst als dir selbst und dass du ihm/ihr Recht gibst, damit der Druck aufhört?
  8. Versuchst du ehrlicher als ehrlich zu sein und ihm/ihr immer alles genau zu sagen, weil du meinst, er/sie könne dir die kleinste Schwindelei ansehen?
  9. Hast du dich schon für Dinge entschuldigt, die du nicht getan oder gesagt hast, damit er/sie dir wieder gut ist?
  10. Wirft er/sie dir oft genau das vor, was er selber gemacht hat? [...]"
 
Danke für diese wichtige Sendung (3sat scobel - "Psychische Gewalt"), in der viele Aspekte und Faktoren, Ursachen, Folgen, Zusammenhänge angesprochen wurden - in Bezug auf die persönliche wie gesellschaftliche und politische Ebene.
 
Besonders wichtig ist nach meinem Dafürhalten, dass deutlich gemacht wurde, wie es sich mit Schmerzerfahrung und (auch zeitversetzten) Folgen verhält - physischer wie psychisch-emotionaler Schmerzerfahrung, siehe hierzu auch Joachim Bauers hervorragendes Buch "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt" (Bauer ist Neurobiologie, Arzt und Psychotherapeut), explizite Leseempfehlung; das Nennen seines Buches/Namens in der Sendung hätte ich mir gewünscht.

Bauer erläutert darin u.a. auch den Zusammenhang von Aggression bis hin zu Gewalt durch erlittene materielle Armut und Ausgrenzung (siehe auch Mobbing) - die zugrundeliegende Schmerzerfahrung, das Überschreiten der Schmerzgrenze (als Folge erlittener Armut, Ausgrenzung ...) hat weltweit Aggression und Gewalt zur Folge.
 
Vor diesem Hintergrund erschließt sich auch die durch Behörden getätigte und von Betroffenen erlittene psychische Gewalt, einhergehende Ängste, Versagensgefühle, Ohnmacht, das Gefühl von Ausgeliefertsein, das durch solche Gewalt zerstörte Selbstwertgefühl Betroffener, siehe bspw. von Menschen im Hartz 4-Bezug mit all seiner Behördenschikane, den Belastungen durch Entbehrung (aufgrund zu niedriger Regelsätze, der Bedarfsunterdeckung), Drangsaliertwerden durch Jobcenter (Papierkrieg, fehlerhafte Bescheide, zu gering gezahlte Leistungen, belastende, schikanierende EGV ...) und durch die Sanktionen (die üblicherweise weitere, verschärfte Armut, Schulden und sogar Obdachlosigkeit nach sich ziehen).

Es handelt sich bei dieser Gewalt um strukturelle, psychische, aber auch ganz physische (Entzug der materiellen Existenzgrundlage) Gewalt und um unverkennbar Schwarze Pädagogik: Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, Schikane, Demütigung, Erniedrigung, S t r a f e , also Gehorsam erzwingen, Unterwerfung, Dressur, Ausbeutung, absichtsvolles Schmerzzufügen: Sadismus, Gewalt.
 
Unverzichtbar auch all das, das über frühkindliche Bindung, Beziehungsfähigkeit, Mitgefühl (siehe die aus diesem  folgende intrinsische Moral, prosoziales, kooperatives Verhalten, Liebesfähigkeit) und epigenetische Einflüsse geäußert wurde, mir zwar bereits bekannt, es kann jedoch auch heute nicht oft genug wiederholt werden - siehe insbesondere vor dem Hintergrund der durch neoliberale (Regierungs-) Politik propagierten immer früheren, immer längeren Fremdbetreuung, die diese unentbehrliche, lebenslang wichtige, wirksame Bindung unmöglich macht oder zerstört.
 
Ohne (sichere) Bindung kein Urvertrauen, ohne Urvertrauen kein Selbstwertgefühl, kein Selbstvertrauen.
 
In diesem Zusammenhang wurde erfreulicherweise auch genannt, welche Missstände durch kapitalistische, neoliberale Politik, Leistungsideologie - basierend auf je persönlicher wie globaler Konkurrenz, auf Kampf sowie Übervorteilung, Unterdrückung, Unterwerfung, Ausbeutung, statt auf Mitgefühl und Kooperation - bestehen und dass Kinder gerade in (staatlichen) Schulen, "Bildungseinrichtungen" (nun also auch bereits in Kitas) hierfür auf Spur gebracht, d.h. ökonomisch funktionalisierbar, verfüg-, verwertbar gemacht werden (Menschenmaterial), mit wiederum entsprechenden negativen Folgen (psychischen Erkrankungen, Aggression durch Überlastung, Überforderung, Dauerstress, Ängste, Existenzunsicherheit etc.), die von Erwachsenen, auch Eltern, an Kinder "weitergegeben" werden.
 
Primat der Wirtschaft, statt des Sozialen und das Narrativ vom homo oeconomicus.
Man kann hier eigentlich schon von Indoktrination sprechen.
 
Entsprechend ist auch aktuell Spaltung und Agitation gerade auch von neoliberalen Politikern gegen ökonomisch (nicht sozial) Schwache, Belastete, Beschädigte, Arme zu beobachten.
All jene Menschen, die sich wirtschaftlich nicht gewinnbringend ausschlachten lassen, sind der Politik nichts wert: Senioren, nicht vermögende Rentner, chronisch kranke, auch suchtkranke, behinderte Menschen, Geringqualifizierte, Niedriglohnerhaltende, Obdachlose, Inhaftierte, Geflüchtete, Alleinerziehende, Kinder. - All diese Menschen sind durch strukturelle, u.a. psychisch-emotionale, aber eben auch physische Gewalt beschädigt.
 
Erfreulich ist überdies, dass auch der Zusammenhang zwischen frühkindlichem Beschädigtwordensein durch Schwarze Pädagogik und späterem Rassismus, Rechtsextremismus bzw. generell gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (siehe auch Misogynie, Sexismus, Homophobie, sexuelle Gewalt ...) genannt wurde - hierzu hätte ich mir das Erwähnen von Alice Miller, Arno Gruen und Erich Fromm gewünscht.
 
Ein wenig zu kurz kam mir der emotionale "Missbrauch", der häufig (wenn nicht ausnahmslos) von pathologischen Narzissten getätigt wird - gerade pathologische Narzissten sind selbst in der Kindheit massiv beschädigt worden, zeigen daher später entsprechend kompensatorisches Verhalten wie bspw. Streben/Wunsch nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung, siehe auch Sadismus, auch übrigens BDSM, übersteigertes Ich- und geringes Selbstwertgefühl, Mangel an Mitgefühl, fehlende Schuldeinsicht, Reue, victim blaming (Täter-Opfer-Umkehr), gaslighting (intensive Manipulation, die als solche nicht sofort erkennbar ist) - pathologische Narzissten sind aufgrund fehlender frühkindlicher sicherer Bindung nicht beziehungs-, nicht liebesfähig, überdies kaum therapierbar.
 
Fazit:
 
Ein tatsächlich bedürfnisorientierter Umgang mit gerade Kindern ist weltweit unverzichtbar - Prävention also. Kein Mensch wird "böse", als Täter geboren.

Statt um Strafe müsste es daher grundsätzlich um angemessene, bedürfnisorientierte (nicht paternalistische) Therapie und eben um Prävention gehen. - Weltweit sehen wir jedoch das Gegenteil dessen vonstattengehen, siehe Neoliberalismus, siehe Leistungsideologie, auch patriarchale, religiöse Ideologie (in allen drei alttestamentarischen, monotheistischen Religionen vor allem: Judentum, Christentum, Islam), siehe frühe Fremdbetreuung, überlastete Eltern (Problem Kleinfamilie grundsätzlich) und all die unzweifelhaft pathologischen Narzissten in Führungspositionen - gerade in Politik und Wirtschaft.
 
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"Das weiße Band" Trailer

 
Ein beschädigtes Kind ist, bleibt bis zu seinem Tod ein beschädigter Mensch. Immer. Überall. - Opfer, die zu Tätern werden. Internalisierung, Identifikation mit dem Aggressor. Sadismus. Masochismus. Hass. Kompensation. Selbstbetrug. Gewalt.
 
Wenn man aufhörte, die Kinder zu beschädigen - so viel wäre gewonnen. So vieles wäre möglich ... .
 
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"[...] Psychische Gewalt ist vielmehr ein zielgerichtetes, über einen längeren Zeitraum andauerndes, seelisches Quälen. Immer wieder attackiert der Angreifer das Opfer mit Erniedrigungen, Abwertungen, Schuldzuweisungen, Unterstellungen oder aber auch mit gezielter Ignoranz oder Kontaktverweigerung. Dazu versucht er auf verschiedenen Ebenen ständige Kontrolle über das Opfer auszuüben, bedroht es oder setzt es unter Druck bzw. sorgt dafür, dass die angegriffene Person sozial isoliert wird. Er behindert das Opfer im Alltag, macht es in der Öffentlichkeit lächerlich und demonstriert in Alltagssituationen ständig seine Macht. Manchmal schürt der Angreifer aber auch durch gelegentliche Zuwendungen die Hoffnung, dass sich alles zum Besseren wenden wird. All dies führt dazu, dass sich die Wahrnehmung der in ihrer psychischen Integrität verletzten Person langsam zu verschieben beginnt, plötzlich fühlt sie sich wirklich wertlos, glaubt, dass sie im Alltag ohne Angreifer nicht mehr zu Recht kommt, hat ständig Angst zu versagen oder tatsächlich „verrückt“ zu werden. [...]
 
Die meisten Frauen, die mehrere (mindestens vier) Formen von psychischer Gewalt erlebt haben, äußerten auch, dass ihr derzeitiger Partner (Partnerin) ihnen körperliche und/ oder sexuelle Gewalt angetan hat. (FRA-Studie, 2014, S.25) [...]
 
Im Falle der psychischen Gewalt zeigt sich, dass Opfer das, was sie tagtäglich erleben müssen, oft lange nicht als Gewalt benennen und wahrnehmen. Manchmal dauert es Jahre, bis Betroffene bemerken, dass Verhaltensmuster des Gewalttäters, welche sie beinahe schon als normal werten, alles andere als normal sind. Auch Marie France Hirigoyen, eine französische Psychiaterin und Psychotherapeutin, die maßgeblich zur Gesetzgebung gegen psychische Gewalt in Frankreich beigetragen hat, spricht davon, dass Frauen sich mit psychischer Gewalt "abfinden", weil diese Gewalt nicht sofort als solche erkennbar ist. Vielmehr baut sie sich schrittweise auf und dehnt sich immer weiter aus. Sie äußert sich in verschiedenen Mikrogewalten, von denen man nicht ganz sicher ist, ob sie eigentlich normal oder anormal sind. (Verein Wiener Frauenhäuser, Tagungsbericht, 2014, S.21) [...]
 
Da ein System der Machterhaltung in Gewaltbeziehungen die gezielte Isolation des Opfers ist, sind diese Frauen oft auf sich selbst gestellt. Sie haben niemanden, dem sie sich anvertrauen können und wollen, da sie Angst vor den Folgen haben und sich auch schämen.
 
Hier ist es wichtig, vermehrt öffentlich über das Thema psychische Gewalt zu berichten und über Beratungseinrichtungen zu informieren. BeraterInnen müssten sich vermehrt mit dem Thema der psychischen Gewalt auseinandersetzen und Beratungssettings bieten, die Betroffenen Raum und Zeit geben, ihr Martyrium zu schildern, ja auch sich dessen überhaupt einmal bewusst zu werden und Worte dafür zu finden.
 
Der nächste Schritt aus dem "Spinnennetz" der psychischen Gewalt müsste bei Gericht erfolgen – in Strafverfahren, meist auch im Zuge einer Scheidung, bzw. eines Obsorgeverfahrens. Und hier ist die Justiz natürlich besonders gefordert. In Österreich existiert unserer Meinung nach kein ausreichender gesetzlicher Rahmen, um gegen psychische Gewalt vorzugehen. Abseits der Möglichkeit, ein so aggressives Verhalten gezielter zu sanktionieren, würde die Schaffung eines Straftatbestandes "psychische Gewalt" , wie es diesen zum Beispiel in Frankreich gibt, auch die Aufmerksamkeit der Gesellschaft mehr und mehr auch auf diese Form der Gewalt richten.
 
Um mit den Worten Hirigoyens zu sprechen: "Ein Mensch kann einen anderen tatsächlich durch fortgesetztes seelisches Quälen vernichten, was man mit Fug und Recht "psychischen Mord" nennen kann." (Hirigoyen 2002, S. 9).
 
Wir dürfen daher nicht länger so tun, als wäre psychische Gewalt ein Kavaliersdelikt oder ein Beiwerk anderer Gewaltformen. Vielmehr müssen wir Betroffene darauf aufmerksam machen, dass das was sie schildern, psychische Misshandlung ist und sie dabei unterstützen, dieser zerstörerischen Kraft zu entkommen."
 
Quelle des zitierten Textes: gewaltinfo.at - "Sichtbarmachen der verborgenen Gewalt", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 

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Und es hat viel zu tun mit den dunklen Seiten der Empathie: https://www.lesenmitlinks.de/interview-die-dunklen-seiten-der-empathie/<br /> <br /> <br /> In meinem Roman "Sandbergs Liebe" beschreibe ich genau diese Manipulation: https://www.zeit.de/kultur/literatur/2019-02/sandbergs-liebe-roman-jan-drees-rezension<br /> <br /> <br /> Und hier berichtet ein reales Opfer, das es beinahe nicht überlebt hätte: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/generator-gaslighting-wie-aus-liebe-emotionale-gewalt-wird-100.html<br /> <br /> <br /> Er sagt unter anderem: „Wenn wir unterwegs waren, habe ich versucht, mich zu beherrschen. Wenn wir im Café saßen, habe ich krampfhaft in Tinkas Gesicht geschaut, bloß nicht in Richtung anderer Tische. Ich bin unsicher geworden. Ich bekam Panikattacken. Ich hatte fürchterliche Verspannungen und Schlafstörungen. Mir war klar: jederzeit kann eine neue Bombe hochgehen.“
S
... Übrigens werden leider nach wie vor "Empathie" und "Mitgefühl" synonym verwandt, statt begrifflich präzise voneinander unterschieden. Klar muss ein Gaslighter/Narzisst bis zu einem gewissen Grade, auf gewisse Weise empathisch sein, anderenfalls gelänge ihm die Manipulation seines jeweiligen Opfers nicht (soviel zur "dunklen Seite der Empathie"). Was ihm aber grundsätzlich fehlt, ist Mitgefühl. Ausführlicher habe ich das an anderer Stelle im blog erläutert.<br /> http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2017/12/uber-den-unterschied-zwischen-empathie-und-mitgefuhl-und-die-sinnhaftigkeit-bedeutsamkeit-unentbehrlichkeit-von-schmerz-schmerzerfah<br />
S
Man müsste das jeweils genauer betrachten und erheblich mehr über die jeweiligen, je persönlichen (psychisch-emotionalen, biographischen ...) Hintergründe wissen. In "Sandbergs Liebe" scheint es um alle möglichen psychischen Störungen und wechselseitig missbräuchliche Verhaltensweisen zu gehen, nur um eines nicht: Liebe. <br /> Gaslighting hat m.E. immer mit pathologischem Narzissmus zu tun und dieser geht stets mit ausgeprägtem Kompensationsdrang und -verhalten einher, u.a. bspw. dem Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung. Denn zugrunde liegt bekanntlich eine gravierende Selbstwertproblematik, Unsicherheit ... . Aus solchem Kompensationsverhalten ergibt sich mehr oder minder zwangsläufig psychisch-emotionaler, nicht selten auch physisch-sexueller Missbrauch, Gewalt. <br /> <br /> Mir ist bisher allerdings nicht klar geworden, was dein Kommentar eigentlich zum Ausdruck bringen möchte, was du damit mitteilen willst?