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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

"Offener Brief" an die AfD auf der Plattform avaaz.org - nicht nur die AfD ist rechtsnational, antisozial, neoliberal, menschenverachtend, sondern auch und lange zuvor bereits die etablierten Parteien, deren Politik - eine Stellungnahme und Bekenntnis zu tatsächlichem, erforderlichen Widerstand und Solidarisieren

 
"Offener Brief" an die AfD auf der Plattform avaaz.org - nicht nur die AfD ist rechtsnational, antisozial, neoliberal, menschenverachtend, sondern auch und lange zuvor bereits die etablierten Parteien, deren Politik - eine Stellungnahme und Bekenntnis zu tatsächlichem, erforderlichen Widerstand und Solidarisieren
 
Wir sind weit von "sozial und liberal" entfernt: in Deutschland. Und Nazis sitzen btw nicht nur in der AfD. Das ist keine Rechtfertigung, sondern eine Feststellung.
 
Die neoliberale, menschenverachtende, Menschen vernichtende Politik machen schon lange sämtliche etablierten Parteien in Deutschland: CDU, CSU, FDP, SPD und Grüne (siehe Agenda 2010, Hartz 4, siehe Wohnungs-, Obdachlosigkeit, Pflegenotstand, Altersarmut, materielle Armut von Familien mit Niedriglöhnen, von Alleinerziehenden, siehe, wie mit Prostitution, Prostituierten umgegangen wird, siehe, wie mit Suizid umgegangen wird - er wird nur pathologisiert, es gibt keine tatsächlich bedürfnisorientierte Unterstützung, stattdessen Paternalismus, Bevormundung, Schwarze Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Strafe, Dressur - absichtsvolles Schmerzzufügen, Sadismus, Gewalt) - gegenüber all jenen, die der sogen. Unterschicht zugehörig sind und die nach wie vor als "Asoziale", als "Ballastexistenzen" (NS-Ideologie, Schwarzer Winkel) gelten - nicht nur der AfD und all den Rechtspopulisten.
 
Ich kritisiere nicht, dass man gegenüber Rassismus, Rechtsextremismus Widerstand leistet, dann aber muss man konsequenterweise auch gegen die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit innerhalb der etablierten Parteien, der Gesellschaft Widerstand leisten - und das betrifft gerade auch rechts"konservative", rechtsnationale, rechtsextrem eingestellte Staatsdiener wie bspw. Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Lehrer, andere Beamte. Siehe Extremismus der Mitte (damals wie heute).
 
Das Problem ausschließlich bei/in der AfD zu verorten, greift viel zu kurz, ist naiv, scheinheilig und einfach falsch.
 
Es müsste stattdessen nach den Ursachen für all den längst in der Gesellschaft vorhanden gewesen/geblieben seienden, geschwelt habenden Rassismus gefragt und angemessene Prävention vorgenommen werden - genau das aber bleibt nach wie vor aus. Aus Gründen.
Es hat vor allem mit Kindheit, Prägung, Sozialisation, mit früher Beschädigung und entsprechenden Folgen zu tun, mit daraus resultierendem Neid, Geiz, Gier, Mangel an Mitgefühl, Egomanie/Selbstsucht, Selbstbetrug, kompensatorischem Verhalten (wie bspw. Narzissmus ...).
Es liegen Gefühle des Unterlegenseins, der Minderwertigkeit, des Neids und der Scham über all diese ureigenen Defizite und Unzulänglichkeiten zugrunde. Und damit wird kein Mensch geboren.
 
Rassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit generell (also auch Klassismus, Misogynie, Homophobie ...) ist vor allem eine Sache des Fühlens, erst in Folge des diese Gefühle rechtfertigen sollenden Denkens, der Einstellung solcher Menschen.
 
An anderer Stelle im blog habe ich das bereits ausführlicher dargelegt, siehe bei Interesse dort (unten verlinkt).
 
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Und nochmal: Warum die AfD keine Protestpartei und keine Partei der sogen. Unterschicht ist
 
... Warum man das (siehe headline von Zeit online "Die Agenda 2010 war ein Nährboden für Rechtspopulismus") so reduktionistisch bzw. einfach falsch nicht formulieren kann/sollte:
 
Die AfD ist keine Protestpartei (daher widerpricht Christoph Butterwegge sich im Grunde selbst), sondern eine für jene, denen es um ihren Privilegienerhalt und ihre Besitzstandswahrung geht - außerdem um Abwertung der Unterschicht (der ihr zugehörigen Menschen), um Schwarze Pädagogik, law and order-Politik, Neoliberalismus, Spaltung und Instrumentalisierung (wofür der Rechtspopulismus dient, der permanent die Ängste insbesondere konservativ eingestellter/fühlender Menschen triggert - bewusst, absichtsvoll, manipulativ) - typisch für Rechte ist ja ihre gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (schon immer gewesen): Rassismus, Misogynie, Homophobie, Klassismus .. .
 
Die AfD ist antidemokratisch, wie es Rechte ebenfalls schon immer waren und nach wie vor überall sind. Siehe Extremismus der Mitte - damals wie heute.
 
Rassismus, Rechtsextremismus, Sozialneid, Mangel an Mitgefühl - all das trägt man nicht in sich und entwickelt es auch nicht zwangsläufig, weil man materiell arm ist - Rassist ist man längst zuvor bereits gewesen, die persönlichen Defizite, Unzulänglichkeiten, Charakterschwächen (wie bspw. Neid, Geiz, Gier, Mangel an Mitgefühl, Narzissmus, damit einhergehend: stets kompensatorisches Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung und vor allem: selbstschonender Selbstbetrug) hatte man lange zuvor, die AfD hat nur ermöglicht, dass der vorhandene, schwelende Rassismus wieder salonfähig wurde, dass er eine "Heimat" fand, ein Sammelbecken, siehe auch durch all die brandbeschleunigenden Rechtspopulisten, Pegida, Identitäre Bewegung, den europaweiten Rechtsruck, backlash.
 
Rassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit generell ist keine Frage von materieller Armut, sondern eine Sache des Charakters.
 
Rassismus hat wenig(er) mit Denken, als viel mehr mit Fühlen zu tun - mit Unterlegenheits-, Minderwertigkeitsgefühlen, die kompensiert werden wollen - indem man andere abwertet, sich dadurch selbst vermeintlich aufwertet, überhöht. Wie gesagt: zugrunde liegt dem grundsätzlich Selbstbetrug.
 
Daher ist auch nicht jeder Mensch, der materiell arm und "abgehängt", ausgegrenzt, ausgebeutet, beschädigt ist, Rassist, Rechtsextremist.

Und nochmal: Es ist ein Phänomen der Mitte, der Privilegierten, der Konservativen - und das war es auch damals (NS-Regime).
 
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03. April 2018
 
Weil es immer noch im Umlauf ist, immer wieder wiederholt wird, dass u.a. Hartz 4, Jobcenterschikanen, Niedriglöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, gesellschaftliches Ausgegrenztsein/fehlende Teilhabe, materielle Armut ... Rassisten, Rechtsextremisten Zulauf böte, nochmals eine Stellungnahme hierzu:
 
Es ist einfach falsch, zu behaupten, Menschen würden durch (sozial) ungerechte, menschenverachtende Be- bzw. Misshandlung, durch Beschädigung "in die Arme von Rechten und Rassisten getrieben" und selbst zu Rassisten, Rechtsextremisten etc. (siehe generell gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit).
 
Es s i n d diese Menschen, die sich von rechten Rattenfängern ködern und einlullen lassen, längst zuvor Rassisten und Rechts"konservative", Rechtsnationalisten, Rechtsextremisten gewesen, denn es geht dies immer auf das Fühlen der Menschen zurück - die Ideologie dient erst im zweiten Schritt als eine Art Rechtfertigung dieser niederen Gefühle wie (Sozial-) Neid, Gier, Geiz, hysterisierte Ängste, Rache-/Vergeltungswünsche, kompensatorisches Macht- und Unterwerfungsstreben etc..
 
Man wird nicht zum Rechten, zum Rassisten, weil man als erwachsener Mensch (sozial) misshandelt, beschädigt wird, man trägt das bereits zuvor längst in sich - es ist eine Sache des Charakters; ursächlich ist hierfür eine bereits in der Kindheit erlittene Beschädigung durch Schwarze Pädagogik, durch nicht bedürfnisorientierten, feinfühligen (empathischen, mitfühlenden, respektvollen) Umgang der Bezugspersonen mit dem jeweiligen Kind.
 
Wir finden daher die Mehrheit der Wähler rechtsextremistischer Parteien nicht unter den der sogen. Unterschicht zugehörigen Menschen, den tatsächlich gesellschaftlich Augegrenzten, "Abgehängten", sondern zumeist in der (unteren) Mittelschicht - diese Leute wählen rechts nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung, weil es ihnen um Privilegienerhalt, Besitzstandswahrung und Deutungshoheit geht. Und daher handelt es sich heute wie damals um einen Extremismus der Mitte - es war auch damals die Mitte, die aus Überzeugung die NSDAP wählte und wir finden Altnazis in sämtlichen etablierten Parteien (CDU, CSU, FDP, SPD) - siehe die nicht stattgefunden habende "Entnazifizierung".
 
Wenn die Leute also mit Sozialneid reagieren und auf dieser Basis (Herzens- und Horizontenge, Charakterlosigkeit, Egomanie, Kleingeistigkeit und Scham darüber - über ihre ureigenen Charakterdefizite, die sie verborgen halten wollen) Geflüchtete, Migranten zum Sündenbock, zum Feindbild erklären "müssen", um sich mittels dessen kompensatorisch über Nationalität, Zugehörigkeit zu einer Kultur und/oder ethnischen Gruppe - siehe "Kulturrassismus" - vermeintlich aufzuwerten, dann unterscheidet sich das in nichts von damals (Drittes Reich, NS-Ideologie) und ist deutlichster Ausdruck eigener charakterlicher Defizite (siehe mangelnde Herzensbidlung, Mitgefühl - Kompensation eigenen kindlichen Beschädigtwordenseins).

Und es ist diese Charakterlosigkeit auch mit nichts irgendwie auch nur ansatzweise zu rechtfertigen - zu erklären allerdings schon (siehe im blog ausführlich dargelegt).
 
In Kurzfassung: Man ist nicht und wird nicht Rassist, Rechtsextremist (oder auch misogyn, homophob ...), weil man benachteiligt ist oder misshandelt wird - man ist das längst zuvor bereits.

Es gibt etliche massiv beschädigte Menschen (weltweit), die dennoch n i c h t Rassisten, Rechtsextremisten sind.
 
Jeder einigermaßen mitfühlen könnende, vernunftbegabte, verständige Mensch kann - gerade dann wenn/weil er beschädigt ist, misshandelt wird (auf welche Weise auch immer) - nicht genau dort vermeintliche Zuflucht oder gar Unterstützung finden, wo weitere, intensivere Beschädigung ihn erwartet (Ausnahme: Internalisierung, Identifikation mit dem Aggressor als Folge von Beschädigtwordensein im Kindesalter), sondern er wird nach Mitteln und Wegen suchen, die zu "Heilung" führen (können), die also helfen, bestehende Missstände zu beheben - in nicht nur seinem eigenen Sinne, sondern im Sinne von tatsächlichem, bedürfnisorientiertem Gemeinwohl.

Das aber ist, ja, eine typisch, eine genuin linke ("soziale") Haltung (faires, prosoziales, kooperatives Verhalten auf Basis von vor allem Mitgefühl und Integrität) - das Gegenteil dessen findet sich bekanntlich im Rechtskonservatismus, deren Anhänger auf den eigenen Vorteil (oder den der "Sippe", der Nation, der Kultur) bedacht sind und es von jeher waren (siehe Leistungsideologie, Schwarze Pädagogik, Mangel an Mitgefühl, Egomanie, Narrativ vom homo oeconomicus etc.).
 
Und wenn man wissen will, warum Rechte, warum Menschenfeinde, Narzissten, Sadisten (ganz gleich, wo auf dieser Welt) so eingestellt sind wie sie es sind, d.h., warum sie f ü h l e n wie sie fühlen, so muss man also einen Blick in ihre Kindheit und Jugend werfen.

Und genau gerade hier gälte es daher - weltweit - präventativ anzusetzen: bei den Kindern. Das Gegenteil findet statt. Nach wie vor - siehe nicht nur, aber auch religiöse Ideologie, die gerade Kindern eingeprägt wird - zumeist lebenslang irreversibel wirksam, typisches Vorgehen in sämtlichen Religionen, insbesondere den drei monotheistischen, patriarchalischen: Judentum, Christentum, Islam, aber wie wir wissen so auch von Nazis praktiziert: der Kindermentizid.
Siehe aber auch frühe (und immer frühere, längere) Fremdbetreuung, die die lebenslang wichtige frühkindliche Bindung (infolgedessen Beziehungsfähigkeit, Mitgefühl, Liebesfähigkeit) unmöglich macht oder zerstört.
 
Wer die Schmerzgrenze eines Menschen wiederholt, dauerhaft, intensiv überschreitet, wird Aggression, irgendwann auch Gewalt ernten und das sowohl im Falle von physischem als auch psychischem Schmerz (siehe Neurobiologie), die Aggression dient hier als wichtiges Kommunikationsmittel (Warnhinweis) und Schutzfunktion des betroffenen Schmerz Leidenden, wenn die Schmerzgrenze des jeweiligen Individuums nicht beachtet, das (absichtsvolle) Schmerzzufügen nicht eingestellt wird, ist früher oder später mit Gewalt zu rechnen. Es sei hierzu nochmals auf Joachim Bauers hervorragendes Buch "Schmerzgrenze - Vom Usprung alltäglicher und globaler Gewalt" verwiesen, in welchem er auch die durch materielle Armut und Ausgrenzung erzeugte, erlittene Schmerzerfahrung und deren Folgen erläutert.
 
Grundsätzlich verhält es sich in dieser Weise bei allen Menschen, gleich, welchen ethnischen oder kulturellen Hintergrund sie haben.
 
Keineswegs lässt sich daraus jedoch Rassismus, Rechtsextremismus, grupppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Sozialneid, Geiz, Gier, Narzissmus, Selbstbetrug, Herzens- und Horizontenge, Charakterschwäche erklären - die Ursache all dessen liegt in lange zuvor erlittenem Schmerz, in der massiven Beschädigung des Kindes. - Siehe hierzu Ursachen, Zusammenhänge, Auswirkungen nachlesbar bei insbesondere Arno Gruen, Erich Fromm, Alice Miller; siehe Schwarze Pädagogik, welche zumeist lebenslang wirksamen Folgen sie (die durch sie erlittene Beschädigung, Prägung) zeitigt und wie wichtig folglich präventiv ein bedürfnisorientierter Umgang mit Kindern (weltweit) ist.
 
Kein Mensch wird als Rassist, Rechtsextremist, Terrorist, Sadist ... - als Täter geboren.
 
Es gibt daher auch nicht "das Böse" (im Menschen, in menschlicher "Natur"), sondern Verhaltensweisen und Taten, die aufgrund eines zumeist langen Vorlaufs eigenen Beschädigtwordenseins, eigenen, persönlichen, individuellen Opferseins eben hieraus resultieren.
 
Es kann daher nur (und müsste eigentlich längst) um angemessene Prävention gehen - solches Beschädigtwerden zu vermeiden, ihm vorzubeugen, ganz besonders bei Kindern. Hier sind nicht nur Eltern, "Erziehende", Lehrer, d.h. alle Erwachsenen, die mit Kindern Umgang haben, gefordert, sondern insbesondere auch die Politik, die entsprechende, erforderliche, d.h. bedürfnisorientierte Rahmen-, Lebensbedingungen (gerade auch für die Erwachsenen - siehe Arbeiten, Wohnen ...) schaffen und erhalten muss, damit Eltern, damit Erwachsene nicht schädigend mit Kindern und Jugendlichen umgehen k ö n n e n.
 
Wenn die Erwachsenen selbst gravierenden, überdies langandauernden Belastungen, Überlastung sowie eigener (kindlicher) Beschädigung ausgesetzt sind, werden sie einen bedürfnisorientierten, fairen, prosozialen, kooperativen, respektvollen Umgang mit Kindern und anderen Erwachsenen nicht (dauerhaft) leisten können.
 
Eine leistungsorientierte, Arbeit mit Erwerbstätigkeit reduktionistisch gleichsetzende, eine kapitalistische, neoliberale Gesellschaft und Politik, die durch Konkurrenz, Kampf, stets kompensatorisches Machtstreben, Unterwerfung, Übervorteilung, Ausbeutung geprägt ist, durch also Schwarze Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, Schikane, emotionale Kälte, Erniedrigung, Demütigung, Strafe, Gehorsam, Dressur), durch absichtsvolles Schmerzzufügen, Sadismus, physische und/oder psychisch-emotionale Gewalt - eine solche Gesellschaft, Ideologie, Indoktrination kann zwangsläufig nur mehrheitlich beschädigte Menschen hervorbringen, die in Folge ihres eigenen Beschädigtwordenseins, Opferseins ihrerseits wiederum auf verschiedene Weise zu Tätern werden, sich also gerade nicht prosozial, kooperativ, mitfühlend verhalten (siehe intrinsische, auf Mitgefühl basierende Moral, für die es im Übrigen keiner Religion, keinen religiösen Glaubens, keiner Ideologie bedarf, da Mitgefühl jedem Menschen angeboren ist), sondern oben genannte Charakterdefizite aufweisen und ausagieren.
 
Solche Menschen sind nicht liebesfähig. Sie sind (als Täter) nicht "von Grund auf, von Natur aus böse, schlecht", sondern dies aus genannten Gründen geworden - was vermeidbar wäre, so politisch und gesellschaftlich gewollt.
 
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Zur Erinnerung:

"[...] In Westdeutschland führte die Verzahnung staatlicher Funktionen und Institutionen mit Parteistrukturen nach 1945 dazu, dass ehemalige SS-Mitglieder ihre früheren staatlichen Funktionen an anderer Stelle wieder ausüben konnten. Zu nennen sind hier Richter, Staatsanwälte, Polizisten, Ärzte, Lehrer, Offiziere, Beamte, usw. Ihr Fachwissen war für den Aufbau der Bundesrepublik so wichtig, dass ihre Tätigkeit für den Nationalsozialismus nach 1945 bewusst ausgeblendet wurde. Wieder in Funktion, stellten sie sich gegenseitig Persilscheine aus, ließen belastende Dokumente verschwinden und beugten Recht und Gesetz zu ihrem Vorteil. Infiziert und durchdrungen von der zwischen 1933 und 1945 herrschenden Ideologie und Moral, hat diese Elite nachfolgende Generationen wesentlich geprägt. [...]

Als „Entnazifizierungsschlussgesetz“ wird mitunter das am 10. April 1951 vom 1. Deutschen Bundestag bei nur zwei Enthaltungen verabschiedete[25], am 13. Mai 1951 verkündete und rückwirkend zum 1. April in Kraft getretene Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallenden Personen bezeichnet (BGBl. I S. 307). Dieses Gesetz sicherte nun mit Ausnahme der Gruppen 1 (Hauptschuldige) und 2 (Belastete) die Rückkehr in den öffentlichen Dienst ab. Quasi zum moralischen Ausgleich hatte der Bundestag das „Gesetz zur Regelung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts für Angehörige des öffentlichen Dienstes“ nur wenige Tage vorher einstimmig verabschiedet, dieses wurde einen Tag vor jenem verkündet (BGBl. I S. 291).

Vergleichbare Gesetze wurden auch auf Landesebene beschlossen, so z. B. in Schleswig-Holstein das „Gesetz zur Beendigung der Entnazifizierung“, das am 14. März 1951 mit einer breiten Mehrheit aus allen Parteien angenommen wurde. Die Entnazifizierung fand damit auf Länder- und Bundesebene ihr endgültiges Aus und dies wurde von vielen in der Bevölkerung widerspruchslos akzeptiert. [...]

Im Zusammenhang mit der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund wies eine Gruppe „Aktion Entnazifizieren“ außerdem auf die unklare Rolle der Verfassungsschutz-Behörden im Zusammenhang mit der rechtsextremen Mordserie hin und projizierte die Forderung „Entnazifizieren“ an das Innenministerium und das Kanzleramt. [...]"
 
Quelle: Wikipedia - "Entnazifizierung"
 

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