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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Sex: Sie will nicht, macht aber trotzdem, was ER will" - noch immer Realität, entgegen behaupteter weiblicher Selbstbestimmung - siehe Pornographie, Prostitution, Vergewaltigungsmythen, #MeToo, Objektifizierung der Frau: weltweit noch immer - Ursachen, Folgen, Abhilfe, Prävention

 
Richtig erkannt hat Sandra Konrad, dass unzählige Frauen auch heute noch sexuell mehrheitlich das tun und/oder zulassen "was er will" - entgegen aller verbalen Verlautbarungen dieser Frauen.
 
In Kurzfassung lässt sich das auf die Schlagworte Porno-"Sex", also Pornographie - die grundsätzlich gefilmte sexuelle Gewalt, Sexualgewalt ist - und Frauenkauf/Freiertum (Prostitution), der/das ebenfalls Vergewaltigung gegen Bezahlung, d.h. sexuelle, somit grundsätzlich physische und psychisch-emotionale Gewalt darstellt, bringen.
 
Und im Gegensatz zu Frau Konrad scheue ich mich nicht, das in einen moralischen Kontext zu bringen, denn:
 
Frau Konrad irrt an dem Punkt, an dem sie behauptet, Frauen kennten ihre eigenen Grenzen nicht - das ist schlicht falsch. Und dass es sich so verhält, zeigt gerade die metoo-Debatte deutlich auf.

Frauen kennen ihre Grenzen durchaus je individuell, d.h.:
Eine Frau spürt in der jeweiligen Situation sehr wohl und sehr genau, ob ihr etwas gefällt (gleich, ob sie es aktiv tut oder mehr oder minder passiv an sich verrichten, es zulässt), ob sie es mag, ob es ihr gut tut, ob sie es (physisch vor allem, aber auch psychisch-emotional) genießt - oder dies gerade nicht und warum nicht.
 
Das Problem ist nicht, dass Frauen das vorgeblich also nicht selbst ganz bewusst spüren, sondern dass sie sich in der Siuation nicht trauen, das Geschehende zu unterbrechen, ganz abzubrechen oder "umzuleiten" - und das aus eben jenem Grund, den Sandra Konrad bereits unmissverständlich selbst nannte:
 
Männer zeigen Frauen - auch und gerade heute noch immer und dies btw weltweit - was sie, die Männer sexuell w i e wollen; das drücken Männer nicht nur, aber auch verbal aus, sehr häufig allerdings auch nonverbal - durch Gesten, Blicke, durch Verhalten, indem die Frau mehr oder weniger direkt, dirigiert in bestimmte Positionen, Stellungen gebracht, indem sie vom Mann dazu animiert oder auch direkt aufgefordert wird, indem "durch die Blume" Dinge (Praktiken ...) angedeutet oder diese auch ganz offen und direkt verbal an-, ausgesprochen bzw. gefordert werden oder mindestens unausgesprochen im Raum stehen.
 
Und Männer zeigen dies auch, indem sie auf das, das die Frau gerne will und wie sie es will, gerade n i c h t (oder nur widerwillig, gelangweilt, desinteressiert, oberflächlich) eingehen - auf also die sexuellen Bedürfnisse und Wünsche der je individuellen Frau - und hier ist, ich wiederhole mich, selbstredend nicht nur das Was, sondern gerade das Wie relevant.
 
Massiv befördert wird dieser sexuelle Machismo, das sexuelle Paschatum intensiv durch gerade Pornographie - in der es bekanntlich (wie auch beim Frauenkauf/Freiertum) n i e um die tatsächliche, echte Lusterzeugung und Lusterfüllung der F r a u geht, in der die Frau grundsätzlich objektifiziert wird - zum Gebrauchsgegenstand gemacht, zum Mittel, Objekt für die lediglich erweiterte Masturbation des Mannes - an, in, mit der Frau als fleischlicher Erfüllungsgehilfin, als Mittel zum Zweck -  und sexuelle Triebbefriedigung des Mannes.
Ist eine Frau (wie bspw. in Prostitution oder auch in privaten Beziehungen) dabei "fleischlich" anwesend und verfügbar, so handelt es sich um nichts anderes als erweiterte Masturbation: Der Mann ist auf sich, seine Lust, seine Lusterfüllung, sexuelle und psychische Befriedigung fixiert, die Frau ist das Objekt an dem, mit dem, durch das der Mann zu dieser Befriedigung gelangt, gelangen w i l l.
Die Frau dient hierbei einzig als fleischliche Erfüllungsgehilfin, sie wird nicht als Subjekt, als eigenständige, je individuelle, selbstbstimmte Persönlichkeit mit eigenen psychischen wie physischen Befindlichkeiten, Präferenzen, Abneigungen, Wünschen, Bedüfnissen und Grenzen gesehen, geschweigedenn so vom Mann behandelt.

Es geht nicht um sie, um ihre Lust, ihre echte, tatsächliche sexuelle  Lusterzeugung und Lustbefriedigung, nicht um ihre Wünsche und eben auch nicht um ihre Grenzen.
 
Dass Frauen das wiederum - auch und gerade heute noch - zulassen, mitvollziehen, liegt an den nicht zuletzt durch metoo erneut offengelegten Machtverhältnissen - Männer, die Porno konsumieren und aktiv praktizieren (denn mit Sex hat dies tatsächlich nichts zu tun, was ich an anderer Stelle ausführlich erläutert habe, siehe bei Interesse dort), praktizieren genau diese Macht, vollziehen sie, w o l l e n sie.

Verhielte es sich anders, müsste jeder Mann sowohl vom Freiertum/Frauenkauf als auch von jeglicher Art sexueller Gewalt, somit auch und gerade von Pornographie - der systematischen, propagierten Objektifizierung, Benutzung, Misshandlung von Frauen - massiv und von selbst spontan abgestoßen, statt davon erregt sein.
 
Gerade durch den Mythos der sexuell vorgeblich so selbstbestimmten Frau von heute und durch die Normalität von Pornographie - dass diese diesen Status erreicht hat, eine neue Sexnorm längst geschaffen hat, die sexuelle Vielfalt gerade beseitigt, statt sie zu fördern, die jenseits jeglicher freien Phantasie, Individualität und Intimität ist und das Gegenteil von Erotik darstellt, denn Erotik passiert im Kopf, Porno ist plakatives Darstellen von Vorgegebenem, lässt gerade keinen Raum für Phantasie und Vielfalt, schränkt ein, lässt abstumpfen - wurden und werden Frauen dahingehend i n d o k t r i n i e r t, was vermeintlich "richtiger, guter, geiler, leidenschaftlicher, hemmungsloser, verruchter, animalischer, unzensierter ..." Sex sei - nach der Vorstellung offensichtlich nicht weniger Männer weltweit - nicht nach der der Frauen.
 
Inzwischen halten nur leider auch viele Frauen all das für "normal", trauen sich nicht, zuzugeben, dass ihnen dies und jenes nicht gefällt, dass sie es nicht gerne tun, dass sie es nicht selbst wirklich genießen.

Dabei ist es ganz leicht feststellbar, ob eine Frau das, das geschieht, tatsächlich selbst genießt - auch ganz ohne pornographisches Stöhnen, Seufzen, Schreien:
Sie ist p h y s i s c h (nicht nur "im Kopf") tatsächlich erregt, ihre Klitoris ist erigiert und sie erlebt Orgasmen.
 
Männer haben offenbar noch immer zu wenig Kenntnis von authentischer weiblicher Lust, Sexualität - von der je individuellen Frau.
Es scheint: Viele Männer interessiert das auch gar nicht, es geht ihnen viel mehr recht egoman und ignorant vorrangig doch um sich selbst - ihre Befriedigung: physisch und "psychisch", siehe das stets kompensatorische Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung, das immer auf Minderwertigkeitskomplexen, bestehender, oft narzisstischer Selbstwertproblematik basiert.
 
Und genau deshalb "moralisiere" ich - denn genau dieses Verhalten halte ich für absolut inakzeptabel und ächtbar.
 
Es ist heute ja fast noch schlimmer als zu früheren Zeiten, da der Frau heute maximal manipulativ eingetrichtert wird, sie wolle all das doch selbst auch (siehe das alte Märchen, dass Frauen im Grunde qua Natur/Biologie unterworfen, vergewaltigt werden wollen) und sie tue es doch alles freiwillig. - Nein, sie tun es gerade nicht wirklich freiwillig - siehe auch Pornographie und Prostitution.
 
Viele (junge) Frauen trauen sich nicht, offen und selbstbewusst zu äußern, dass und warum sie Porno n i c h t mögen.

Und nach wie vor wird eine Frau, die das äußert, die sagt, was sie wie will infolgedessen diffamiert, beschämt - als "prüde, frigide, verklemmt, altbacken, sex-, genussfeindlich" oder gerne auch als "Terror-Emanze", "Hexe" (!) und "Männerhasserin".

Und leider sind es dann nicht nur Männer, die eine solche Frau auf solche oder ähnliche Weise erniedrigen, verletzen, vorführen und zum Schweigen bringen wollen.
 
Was ganz einfach gegen die nach wie vor global bestehenden Misstände im Geschlechterverhältnis hilft, ist: Respekt, Wertschätzung, Empathie und Mitgefühl.

Und das kann nur befördert werden in einem Umgang und einer Sozialisation von gerade Kindern und Jugendlichen jenseits von Schwarzer Pädagogik, jenseits von religiöser oder anderweitig ideologischer Indoktrination (inklusive üblicher sexueller Unterdrückung) und indem Männer ihr Verhalten, ihr Frauenbild, ihr Selbstverständnis als Mann reflektieren und es in Folge ändern - hin zu eben Mitgefühl, Respekt, Wertschätzung gegenüber Frauen, insbesondere gegenüber ihnen nahestehenden Frauen: Müttern, Töchtern, Schwestern, Partnerinnen, Freundinnen.
 
Nikab, Burka, Genitalverstümmelung von Frauen sowie Pornographie und Prostitution sind nur die zwei Seiten derselben Medaille - immer noch. Man nennt sie Patriarchat (oder auch "symbolische Gewalt", siehe bspw. bei Pierre Bourdieu, siehe auch Jack Holland über den Frauenhass, siehe, was Feministinnen aus welchen Gründen noch immer leider wiederholen müssen).
 
Da Männer in Ländern wie bspw. Deutschland Frauen nicht mehr (so gut) in anderen Lebensbereichen unterwerfen, ausbeuten, misshandeln können/dürfen, tun sie es, wie es scheint, umso mehr gerade auf sexuellem Terrain - und dies wird durch als Normalität geltende Pornographie nicht nur zementiert, sondern Pornographie hat genau diesen Zweck - die Frau als Objekt dem Mann sexuell (jederzeit, idealerweise kostenfrei) verfügbar zu machen, die Frau als Persönlichkeit, Mensch, ihre Würde, Wünsche, Befindlichkeiten, Individualität ... dabei nicht nur übergehen zu wollen, zu können, sondern es auch ungestraft zu d ü r f e n - und die Frauen glauben zu machen, sie wollten das auch ("50 shades of grey" lässt grüßen).
 
Nein: Sex und Ficken sind nicht das Gleiche.
Nein, Pornographie ist kein "guter", echter Sex.
Nein, beim Frauenkauf geht es ebenfalls nicht um Triebbefriedigung (hierfür ist Masturbation völlig ausreichend), sondern um Macht und Unterwerfung sowie Gewalt, häufig auch Sadismus. Siehe auch BDSM.
 
Und genau das tragen Männer dann eben auch in ihre privaten sexuellen Kontakte und Beziehungen.
Es ist im Übrigen genau dies der Grund, warum viele Frauen sich auch im Rahmen von Partnerschaft, (Liebes- ?) Beziehung "nicht trauen", unmissverständlich zu äußern, zu zeigen, was sie wie wollen und was nicht: ihr Mitgefühl, ihr Gebenwollen und -können.

Sie lassen den Mann daher häufig gewähren und geben ihm die von ihm gewünschte Bestätigung.

Es ist also nicht immer ausschließlich eine Sache des gewaltsamen physischen, des direkt offensichtlichen Unterworfenwerdens oder auch des "subtileren" psychisch-emotionalen Drucks, eines Machtgefällles, einer Abhängigkeitssituation (wenngleich all dies häufig auch heute noch durchaus leider der Fall ist) - oft wollen Frauen den Mann tatsächlich einfach nicht verletzen, nicht vor den Kopf stoßen; sie wollen ihm die Blöße oder auch Blamage ersparen, das Gefühl des Scheiterns, Versagens, das sich bei Männern gerade in Bezug auf Sex sehr schnell einstellt, sie schonen ihn auf eigene Kosten, geben ihm die Bestätigung (als "Liebhaber", Mann), die er sich wünscht und nonverbal erwartet.


Es handelt sich hierbei nicht um bloße Schonung, sondern um eine sexuelle Fürsorglichkeit, Zugewandtheit, um Empathie, Feinfühligkeit, Respekt und Gebenkönnen.

Leider wird dies häufig noch immer sehr einseitig geleistet, gelebt - von der Frau dem Mann gegenüber, deutlich seltener auch umgekehrt.

Ein Grund hierfür ist eben Egoismus bzw. Ignoranz, Egomanie, Bequemlichkeit, ein überkommenes Frauenbild und eigenes männliches Selbst-, Rollenverständnis, ein anderer ist, dass viele Männer offenbar noch immer zu wenig Kenntnis von weiblicher Sexualität, Lusterzeugung und -erfüllung haben. Kein Mann lernt jedoch durch ausgerechnet Pornos etwas hierüber.

Es ist an den Frauen, selbstbewusster, ehrlicher, authentischer auf sexueller Ebene aufzutreten, aber auch gerade an den Männern, geben zu lernen, zu wollen, sich selbst zurückzunehmen, Frauen nicht zu objektifizieren, zu benutzen, zu konsumieren, zu missbrauchen.


Weitere Informationen, Quellen, Links, Darlegungen zum Thema finden sich in u.a. auch meinem blog. So bspw. über den Unterschied zwischen Sex und Ficken, über weibliche Lust, über "gute Liebhaber" (was diese kennzeichnet), über Pornographie und Prostitution, d.h. Freiertum/Frauenkauf (denn es ist ja gerade kein Sex-Kauf), über sexuelle Fürsorglichkeit, sexuelle Gewalt innerhalb von Beziehungen, über leider nach wie vor gängig verbreitete Vergewaltigungsmythen, über BDSM sowie darüber, wann Ja tatsächlich eigentlich Nein heißt und warum Frauen trotzdem "Ja sagen" ... .
 
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Im Grunde muss jeder Freier sich vor sich selbst ekeln, davor, einem anderen Menschen so etwas anzutun, ganz gleich übrigens, ob er Geld bezahlt oder nicht. Es ist sexuelle Gewalt, Vergewaltigung - immer.
 
"[...] Während meiner Zeit als Prostituierte war mein gesamter “Auftritt” während des Treffens mit einem Freier zwar meist gespielt, dieser Akt war aber  nicht mit der wundervollen Tätigkeit einer Schauspielerin zu vergleichen. Er handelte sich vielmehr um eine gefährliche Verleugnung meiner eigenen Bedürfnisse und die Abspaltung meiner Identität:
Bevor ich ein Hotel betrat, um einen Freier zu treffen, hatte ich mir bereits 3x das stärkste auf dem Markt verfügbare Deodorant unter die Achseln gesprüht, um den Angstschweiß zu hemmen. Ich hatte nämlich jedes Mal eine Scheißangst, die ich überspielen musste.
 
Beim Zusammentreffen mit dem Freier spielte ich dann entgegen dem glorifizierenden und vielseitig erscheindenden Vergleich mit “dem Schlüpfen in eine andere Rolle” und dem “Spiel mit Identitäten”  – TROTZ wechselnder Oufits oder Attitüden – letztendlich immer nur EINE Rolle, und zwar die der (durch den Freier) aufgegeilten Frau.
Ohne diese eine Rolle hätte Prostitution nämlich bei den meisten meiner Kunden nicht funktioniert.  Sie wollten nämlich, dass ich auch meinen Spaß habe…
 
Ich wiederum war auf eine schnelle Erregung und Entspannung des Freiers angewiesen, um einen Termin möglichst schnell und unkomliziert “über die Bühne” zu bringen  –  vor allem, um die psychische Belastung für mich in Grenzen zu halten. Ein befriedigter Kunde ist eine entschärfte Bombe, von der vorerst keine Gefahr mehr ausgeht. Das bisschen zeitschindende Blabla “danach” überlebte ich schließlich auch noch. Irgendwie.
 
Allerdings glaubten die Freier (die nicht immer, aber auch nicht selten deutlich über 50, mit starkem Bauchansatz, auch vom Charakter her häufig schwer vermittelbar waren) dieses Schauspiel nur allzu gern, sie WOLLTEN mir UNBEDINGT “abkaufen”, dass es sich bei unserem “Date” ausnahmsweise um echte Lust (meine) handelte. So gut konnte man das ihrer Ansicht nach nämlich gar nicht spielen…..Deshalb ließen mich manche Kunden auch am Ende eines Treffens etwas pikiert  – gar vorwurfsvoll – wissen, dass SIE ja eigentlich diejenigen sein sollten, die Geld von MIR bekommen müssten, da “es” ja ganz offensichtlich so wahnsinnig lustvoll war für mich. Ein Schlag ins Gesicht nach dieser in Wahrheit qualvollen Begegnung.
 
Viel wichtiger als die geschauspierlerte Attitüde und Erregung war aber nicht das Spiel MIT-, sondern das Abspalten VON der eigenen Identität – als Überlebensstrategie, während ein fremder, für mein Emfinden trotz Dusche häufig unangenehm riechender Mann stundenlang meine Körperöffnungen mit Zunge oder anderen Körperteilen penetrierte, während sein Körperschweiß auf meinen gequälten Leib tropfte.  Ohne dieses Dissoziieren hätte ich wahrscheinlich dem meine empfindlichsten Grenzen überschreitenden Freier längst schon einmal mit dem meist neben mir stehenden Nachttischlampe eins übergebraten. Stattdessen stöhnte ich dank Abspaltungsprozess ein bisschen, damit er bloß schnell fertig würde. [...]
 
Somit bleibt beim Kunden das nachhaltige Gefühl, attraktiv und potent zu sein und eine Frau damit beherrscht, bezwungen zu haben.
 
Was mir bis heute bleibt, ist die Qual, die auf dieses “Schauspiel” folgte, dieses schlimme Gefühl, das jeder Mensch kennt, wenn er immerzu – wieder, wieder und wieder – ja anstatt nein sagt."
 
Quelle: neztwerk-ella.de - "Prostitution als `Schauspiel´"
 
... Und natürlich kamen von Männern wieder fast ausnahmslos die üblichen Sprüche: Abwehr, Verweigerung, Angriff, Abwerten, Leugnen, mansplaining und sich selbst zum Opfer stilisieren - bloß kein Innehalten, Nachdenken über etwaig eigenes Fehlverhalten, eigene Einstellungen, eigenes Frauenbild etc., bloß keine kritische Selbstreflexion.
Daher nachfolgend auch meine Replik auf einen (exemplarischen) Kommentar eines solchen Mannes - Edgar von Weß (via facebook):

Sie haben augenfällig nicht im Ansatz erfasst, worum es hier tatsächlich geht: gerade nicht um irgendwelches "Expertenwissen" oder "graue Theorie", sondern um das, das ungezählte Frauen rings um den Globus und so auch in Deutschland und leider noch immer erleben, welche negativen, gerade n i c h t lustvollen, genussvollen Erfahrungen sie aus welchen Gründen machen, welche Ursachen das hat und wie dem endlich angemessen Abhilfe geschaffen und vor allem vorgebeugt werden könnte, so mann es wollte.

Mit Ihren Einwürfen legen Sie gerade demonstrativ nicht nur Ihr deplaziertes mansplaining offen, sondern auch, welche Probleme Sie persönlich offenbar damit haben, dass die im Beitrag beschriebenen Missverhältnisse überhaupt zur Sprache kommen - Sie wollen offenbar, wie nicht wenige Ihrer Geschlechtsgenossen - in bewährter Manier all das unter Verschluss halten - eben: damit sich gerade nichts ändert, damit Männer Frauen weiterhin bequem, rücksichtslos, egoman u.a. sexuell konsumieren, benutzen, missbrauchen können. Denn genau das fällt geradezu aus Ihren eigenen Sätzen heraus. - Keine Sorge, mir ist schon klar, dass Sie das nun vehement abstreiten müssen ... . Alles ganz und gar typisches, uralt bekanntes Verhalten. Was es nicht besser macht und die Wichtigkeit, Erfordernis solcher Beiträge und Bücher nur umso deutlicher belegt.
 
Eine weitere ganz wunderbare, wichtige Stellungnahme von Mira Sigel zum Thema Porno - ich kann nur vollumfänglich zustimmen, leider verhält es sich genau so:
 
"[...] Pornos zeigen Frauen als sexuell ständig verfügbare Objekte, die prinzipiell sogar darauf stehen, mit Gewalt genommen zu werden – und nie zuvor waren Pornos so gewalttätig, so frauenverachtend und so leicht verfügbar wie heute. Begleitet wird diese Entwicklung von dem Versuch, Pornos aus der “Schmuddelecke” zu holen und gesellschaftlich zu normalisieren – Jugendliche werden zum Sexting ermuntert, weil das doch irgendwie auch nur sexuelles Experimentieren 2.0 ist. Die Debatte wird auf einen überkommenen moralischen Diskurs verlegt, um die tatsächlichen Argumente der PornokritikerInnen nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen. Die Kritik am Porno hat nichts mit moralischen Berührungsängsten zu tun – und im Pornozeitalter ist jedes sexuelle Experimentieren von Jugendlichen von der Pornoindustrie geprägt.
 
In der letzten Zeit ist es schwer in Mode gekommen, Pornografie als hip zu definieren. Mehrere große Zeitungen ergehen sich jüngst in Berichten darüber, dass Pornos doch ein prima Berufsfeld sind und alle, die ihn kritisieren, nur verklemmt seien. Es ist erstaunlich, dass die Autoren dieser Artikel offensichtlich keine Art von Recherche zuvor gemacht haben. Aber wer wagt es schon, bei einer 90 Milliarden Dollar Industrie, die weltweit agiert, kritisch zu werden? Immer wieder wird behauptet, Pornografie habe keine negativen Auswirkungen auf unser Zusammenleben, die Gleichberechtigung von Frauen und auf Heranwachsende, im Gegenteil, Pornos werden uns als goldener Weg zu sexueller Befreiung verkauft. Pornos, so heißt es, seien die Fiktion, der echte Sex sähe anders aus und auch Jugendliche würden das gut unterscheiden können – eine überaus praktische Sichtweise für alle, die mit Pornos Geld verdienen. So können sie sich weiter ungehemmt einer immer jüngeren Zielgruppe nähern, die häufig schon mit acht Jahren den ersten Porno sieht – und das mit dramatischen Folgen.
 
Eine englische Studie an 130 Jugendlichen aus dem Jahr 2004 zeigte, dass zum Beispiel das Interesse an Analsex durch dessen Omnipräsenz in allen Pornos dazu führe, dass immer mehr Jugendliche Analsex ausprobierten – ohne sich der Risiken bewusst zu sein und dabei oft grenzüberschreitend agieren. Es sind vor allem junge Männer, die Analsex unbedingt ausprobieren möchten – und ihre Sexpartnerinnen dazu drängen oder es sogar ohne ihre Einwilligung tun. In Pornos wird so getan, als sei Analsex für alle Frauen vollkommen selbstverständlich und erfordere keine Vorsichtsmaßnahmen wie Kondome oder vorsichtiges Dehnen, um der Partnerin keine Schmerzen zuzufügen oder sie sogar zu verletzen. Eine ganze Reihe von Krankheiten kann durch Analverkehr übertragen werden, wenn keine hygienische Vorsicht gezeigt wird – genau die vermisst man in Pornos aber. Dort ist das Ass-to-Mouth, kurz ATM, also der Oralverkehr unmittelbar nach dem Analverkehr, gang und gäbe, so dass die Bakterien ungehindert auf die Mundschleimhaut übertragen werden. Auch vaginaler Sex nach Analsex, ohne das Kondom zu wechseln oder den Penis zu reinigen, kann zu Infektionen im Vaginalbereich führen. Ein Eindringen ohne vorheriges Dehnen kann die empfindliche Darmschleimhaut verletzen und sogar den Schließmuskel anreißen. Beides kann zu irreparablen Schäden führen. Der Analverkehr Fetisch im Porno hat weniger damit zu tun, dass diese Art von Sex eine tatsächlich weitverbreitete Vorliebe heterosexueller Paare ist, sondern mehr damit, dass er im Porno als eine besonders gut sichtbare Form der Erniedrigung der Frau gilt. Einige Pornodarsteller wie Max Hardcore, auch genannt der “Destroyer”, haben sich regelrecht auf für die Partnerin besonders schmerzhaften Analverkehr spezialisiert. Die Fans feiern es in den Kommentarspalten, wenn man der Frau ihr Leiden dabei besonders ansieht. Analverkehr in seiner schmerzhaften, ungeschützten Variante wird so normalisiert – und gerade junge, männliche Pornokonsumenten erwarten ihn von ihren Partnerinnen. Dass diese beim Analverkehr keine Lust verspüren und ihn als unangenehm und schmerzhaft erleben, ist für viele kein Grund davon abzulassen – immerhin gefällt es den Pornodarstellerinnen ja auch nicht, aber dann schreien sie doch vor lauter Lust, als sei ihnen die Klitoris nun in den Darm gerutscht. Junge Mädchen fragen sich hingegen, ob mit ihnen etwas nicht stimmt, wenn ihnen etwas wehtut, was doch für alle ganz normal ist und der Freund/Sexualpartner von ihnen erwartet. Nicht selten zeigen ihnen die Jungen entsprechende Pornos, um zu zeigen, wie normal Analverkehr ist. Die Mädchen werden so dazu gebracht, in sexuelle Handlungen einzuwilligen, die sie eigentlich nicht möchten und die ihnen wehtun. [...]
 
Pornokonsum birgt für Mädchen weitere Risiken: Eine italienische Studie aus dem Jahr 2006 befragte 804 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 zu ihrem Pornokonsum und zu ihren Erfahrungen mit sexueller Gewalt – passiv und aktiv. Dabei zeigte sich bei den Jungen ein überwältigender Zusammenhang zwischen dem Konsum pornografischer Filme und Hefte und dem Verüben sexueller Gewalt – und zwar sowohl gegen Mädchen, aber, zwar seltener, aber dennoch merklich auch gegen zumeist jüngere Jungen. Bei den Mädchen zeigte sich, dass diejenigen, die sich Pornos ansahen oder entsprechende Magazine lasen, sehr viel eher Opfer von sexueller Gewalt wurden oder an sexuellen Handlungen teilnahmen, die sie eigentlich nicht wirklich wollten. Das Erschreckende daran: Die Mädchen waren durch den Pornokonsum eher bereit, diese Art von Übergriffen auf sich zu tolerieren oder im Nachhinein zu rechtfertigen. Sie hatten die übermächtige Lüge der Pornoindustrie, dass gewalttätiger oder nichtkonsensualer Sex für Frauen irgendwie hinzunehmen ist oder “normal” sei, Männer hingegen als dominant und gewalttätig beim Sex zu akzeptieren seien, verinnerlicht – abseits von ihren eigenen Erfahrungen. Dass Risiko einer Vergewaltigung ist im Alter zwischen 14 und 18 am höchsten. In den meisten Fällen werden die Mädchen von ihrem Freund oder ehemaligen Freund vergewaltigt. Anstatt dieser Art von sexueller Gewalt den Kampf anzusagen, ermutigen Pornos junge Männer zu sexuellen Übergriffen und bringen Mädchen dazu, diese zu verharmlosen. Es ist kein Wunder, dass die Vergewaltigungsraten an amerikanischen Colleges so hoch ist wie nie zuvor – hier studiert jetzt die erste Generation von Jugendlichen, die mit der unbegrenzten Verfügbarkeit von Pornografie im Internet aufgewachsen sind. Die Lügen des Pornos sind mächtiger als alle Erzählungen von Gleichberechtigung und sexuellem Konsens, die wir in der Schule oder auch zu Hause Jugendlichen beizubringen versuchen, die lukrativste Lüge von allen ist die Behauptung, Frauen genössen gewalttätigen Sex. Kein Wunder also, dass nach wie vor Jungen heranwachsen, die glauben, sie hätten ein Anrecht auf Sex gegen den Willen ihrer Partnerin – und dass Mädchen glauben, einen sexuellen Übergriff auszuhalten, gehöre zu ihrer Rolle als Frau und sie müsse nur lernen, das zu mögen. Die Pornoindustrie führt alle Versuche des Feminismus, die schreckliche Normalität sexueller Gewalt gegen Mädchen – und Kinder – zu beenden, ad absurdum. Eine Studie aus den USA (2014), konnte zeigen, dass Pornokonsum dazu führt, aktives Engagement für Gleichberechtigung zu verhindern oder zu bremsen – und zwar bei beiden Geschlechtern.
 
Es ist an der Zeit die Verharmlosung der Pornoindustrie zu beenden. Ihr Produkt ist nicht Sex, sondern Gewalt, Gewalt gegen Frauen. Es kann nicht zur Adoleszenz von jungen Mädchen gehören, sich auf Film gebannte sexuelle Gewalt an einer Geschlechtsgenossin anzusehen, weil alle um sie herum das als “normal” betrachten, nur um anschließend selbst Opfer sexueller Gewalt zu werden. Wer Pornos und ihre Wirkung relativiert, sie gar als Bestandteil sexueller Befreiung betrachtet, negiert Frauenrechte und die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen. Pornos bereichern unsere Sexualität nicht, sie machen uns zu Tätern und Opfern, sie erziehen unsere Kinder dazu, eine gewalttätige Sexualität als selbstverständlich zu betrachten und berauben Heranwachsende der Möglichkeit, Sexualität als etwas Bereicherndes, Befreiendes und Großartiges zu erleben."
 
Quelle: diestoerenfriedas.de - "Pornos, sexuelle Gewalt und der Kampf um Emanzipation"
 
16.03.2018
 
Um es noch einmal unmissverständlich klarzustellen -
Sexualpraktiken, die auf nichts anderes abzielen als auf die Erniedrigung, Demütigung, Entwertung, Misshandlung der Frau - auf phyische und damit zwangsläufig einhergehend psychisch-emotionale Weise:
 
Praktiken wie fisting (Faust in die Vagina oder den Anus "eingeführt"), Analverkehr (Penetration des Anus und Rektums), aber auch "harte" Penetration, d.h. Stoßen, Rammen "bis zum Anschlag" (das für die Frau zumeist sehr schmerzhafte Stoßen des äußeren Muttermunds) der Vagina einer Frau, d.h. d e r F r a u - denn ihre Vulva und Vagina hängt nicht irgendwie nur äußerlich an ihr, ist kein rein äußerliches Körpermerkmal, sondern Teil ihres Körpers, den sie, wie andere Körperteile auch spürt, an/in welchem sie folglich auch Schmerz empfinden kann; auch die Vulva, Vagina und der Anus sind somit Teile des Leibes, der Leiblichkeit einer Frau - sowie Anilingus/Zungenanal (insbesondere immer dann, wenn mit einer fremden, nicht vertrauten Person, d.h. an einem solchen Mann ausgeführt bzw. immer dann, wenn dies ausgeführt wird, nur weil er, der jeweilige Mann, auch bspw. der Partner, es wünscht oder gar fordert oder weil es gegen Bezahlung ausgeführt werden muss, siehe Prostitution und Pornographie) und ohnehin Oral"verkehr", bei dem die Frau den Penis bis zum Würgen oder gar Erbrechen "im Mund hat", oral "penetriert", d.h. misshandelt wird sowie facial (cumshot ins Gesicht, auch in den geöffneten Mund der Frau) sind unzweifelhaft sämtlich Praktiken (neben noch weiteren aus dem Porno- und BDSM-Bereich sowie der Prostitution/dem Frauenkauf), bei denen es keineswegs vorrangig um eine Luststeigerung beim Mann durch bspw. Enge (des Anus ...) geht, sondern sämtliche dieser Praktiken erregen (bestimmte) Männer vor allem bis ausschließlich deshalb, weil die Frau durch sie erniedrigt, gedemütigt, entwertet wird - weil die Frau dabei durch den Mann wahrnehmbar, sichtbar, hörbar misshandelt, gequält, missbraucht, v e r g e w a l t i g t wird.
 
Denn: Für die Frau sind die genannten Praktiken (neben noch weiteren aus dem Pornobereich) zumeist bis ausnahmslos n i c h t sexuell lusterzeugend oder gar lusterfüllend, d.h. die Frau kommt durch diese Praktiken (alleine) nicht zum Orgasmus, zur körperlichen Lustbefriedigung, das hat schlicht mit der weiblichen Anatomie zu tun, die Männern heute durchaus geläufig sein dürfte: Eine Frau wird körperlich durch angemessene Stimulation ihrer Vulva, d.h. vor allem der inneren Schamlippen, der Klitoris und ggf. des Scheideneingangs (noch zur Vulva gehörig, nicht also zur Vagina!) erregt und auch physisch auf diese Weise sexuell befriedigt. Keine Frau braucht dafür irgendetwas (Penis, Finger, Faust, Gegenstand) in ihre Vagina oder ihren Anus oder Mund eingeführt und/oder diese Körperteile penetriert.

Ohne (angemessene) Stimulation der Vulva werden nur die wenigsten Frauen (wenn überhaupt welche) Orgasmen erleben.
 
Das bedeutet, wenn es um auch die sexuelle Lusterzeugung und -erfüllung der F r a u gehen soll und nicht ausschließlich um die Befriedigung des Mannes (seines Sexualtriebs und/oder seiner kompensatorischen Macht- und Unterwerfungswünsche), dann taugen u.a. alle oben genannten Porno-Praktiken nicht dafür.
 
Selbstredend spielt sich authentischer, erfüllender S e x nicht ausschließlich mechanisch an und mit Körperteilen, Geschlechtsteilen ab, sondern vor allem auch im Kopf (Denken, Vorstellungen ...) - was man als Erotik bezeichnet.
Selbstverständlich gibt es daher auch die "psychisch-emotionale" sexuelle Erregung durch Vorstellungen, Gedanken vor und bei der sexuellen Interaktion, aber kaum ein erwachsener Mensch wird ausschließlich durch Vorstellungen, Gedanken, Phantasien p h y s i s c h sexuell "befriedigt", erlebt also durch ausschließlich psychisch-emotionale Erregung nur selten einen Orgasmus; es bedarf üblicherweise zusätzlich auch der physischen (je individuell angemessenen, d.h. als tatsächlich angenehm, erregend, lustvoll empfundenen) Stimulation.
 
Die oben genannten Porno-Praktiken jedoch umgehen genau und gerade diese physisch erforderliche Stimulation der Frau, ihres Körpers, ihres Leibes - absichtsvoll.

Selbst wenn die Frau zusätzlich an der Vulva stimuliert wird, kann der Schmerz, den sie durch die genannten Praktiken gleichzeitig empfindet, so stark sein, dass er jegliche Lustentstehung/Erregung überlagert bzw. schlicht zunichte, unmöglich macht.
 
Wie wir wissen, geht es bei all den gängigen Porno-Praktiken jedoch ganz gezielt, vorsätzlich n i c h t um die tatsächliche, echte Lusterzeugung und -erfüllung der F r a u - sie dient stattdessen nur als fleischlicher, leiblicher, lebendiger Gebrauchsgegenstand, als Misshandlungsobjekt, als Erfüllungsgehilfin für die Befriedigung des Mannes, der mit bwz. an ihr nichts weiter vollzieht als erweiterte Masturbation, der die Frau als Masturbationshilfegegenstand missbraucht, die sich seinen Wünschen, Vorstellungen, Erwartungen und ggf. auch nonverbalen oder verbalen Forderungen zu fügen, zu unterwerfen, diese zu erfüllen hat.
 
Überdies soll die Frau auch und gerade dann noch eigene Lust vorspielen und devot um "mehr" (Misshandlung!) betteln, wenn sie selbst das, das geschieht, das an, in und von ihr sowie durch sie am/vom Mann getätigt wird, gerade nicht wirklich will, es nicht genießt, es ihr nicht gefällt, es sie nicht erregt, schon gar nicht befriedigt.
 
D a s s sie all das nicht wirklich will, es somit nicht tatsächlich freiwillig und einvernehmlich vornimmt, zulässt, über sich ergehen, an sich tätigen lässt, s o l l die Frau - nach dem Wunsch des sie missbrauchenden Mannes (Freiers, Pornokonsumenten oder auch sogar Partners) - verbergen, sich nicht anmerken lassen, sondern überspielen; sie soll Lust, Erregung vorspielen und sich auf diese Weise im Grunde also noch zusätzlich selbst vergewaltigen.
Nichts weniger als das erwartet, wünscht, will und vollzieht jeder Mann jedes einzelne Mal, der eine Frau auf die beschriebene Weise benutzt, konsumiert, entwertet, misshandelt, missbraucht - v e r g e w a l t i g t.
 
Denn nichts anderes als sexuelle physische und damit zwangsläufig einhergehend psychisch-emotionale Gewalt, Vergewaltigung stellt das Beschriebene dar.
 
Um die tatsächliche, echte Befindlichkeit, die Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Wahrnehmungen, Schmerzen, Grenzen und die tatsächliche Lusterzeugung und -erfüllung der F r a u: geht es hierbei nicht im Geringsten und s o l l es auch gar nicht gehen.
 
Denn Männer, die sich auf die beschriebene Weise verhalten, die derartige Praktiken tätigen, die solche "Praktiken" w o l l e n, denen all das sexuelle und psychisch-emotionale (!) Lusterzeugung und -befriedigung bereitet, können und wollen all das nur auf Basis des Frauenbildes, das sie haben - die Frau als devote, unterwürfige, verfügbare Hündin, die es zu demütigen, zu erniedrigen, zu benutzen, unterwerfen, misshandeln, zu vergewaltigen gilt und die das vorgeblich selbst so will bzw. es wenigstens gefälligst vorzutäuschen hat: dem Mann "zuliebe", ihm zu Diensten, zu Willen.
 
Die Frau als verfügbare Masse, als Stück Fleisch, als "belebtes" Objekt, Gegenstand, das/der beliebig oft und intensiv misshandelt werden kann und d a r f, was nach dem kranken Glauben und Wunsch nicht weniger Männer (insbesondere sogenannter "Maskulisten", Frauenhassenden) überdies der "wahren Natur/Biologie der Frau" entspricht.
 
Dass solche Männer damit ihre ureigenen Defizite und Unzulänglichkeiten offenlegen, dass sofort ersichtlich wird, dass sie all das zu kompensatorischen Zwecken tätigen - auf Basis von Minderwertigkeits-, Unterlegenheits- und Abhängigkeitsgefühlen, Angst vor Frauen, Unsicherheit und Unkenntnis gegenüber Frauen (insbesondere in Bezug auf weibliche Sexualität, Lust), erschließt sich unmittelbar.
 
Erschütternd ist angesichts des hier Dargelegten jedoch, wie viele Männer weltweit wie häufig genau solche Pornographie wie selbstverständlich konsumieren und all diese "Praktiken", d.h. die V e r g e w a l t i g u n g auch real praktizieren - als Freier, als Sexual- und sogar als Beziehungspartner.
 
Erschütternd ist gleichermaßen, dass und wieviele Frauen all das mitvollziehen, zulassen - gerade nicht "nur" im Rahmen von Pornographie und Prostitution (wo es gerade nicht tatsächlich freiwillig geschieht, geschehen kann), sondern auch in Beziehungen, und das eben auf Basis der massiven Indoktrinierung durch wiederum Pornographie - die die genannten Porno-Praktiken (jedenfalls einige derer) sukzessive als sexuelle Norm setzt(e) oder auch, weil sie es als "Liebesbekenntnis" verstehen - als sexuelle Fürsorglichkeit, Zugewandtheit, als u.a. sexuelles und psychisch-emotionales G e b e n, das jedoch als solches nicht vom Mann wertgeschätzt und erwidert wird, sondern skrupellos, egoman ausgebeutet.
 
Denn die Frau bleibt dabei auf der Strecke, um i h r e Lust, auch ihre Wünsche, Befindlichkeiten und Grenzen geht es nicht, all das wird von jedem Mann, der sich in oben beschriebener Weise verhält, wissentlich, absichtsvoll übergangen; die Frau wird objektifiziert, missbraucht, misshandelt - und damit entwertet, entwürdigt: durch den einzelnen, sie missbrauchenden, vergewaltigenden Mann, durch aber auch die Pornoindustrie, Prostitution und Gesellschaft, welche das entsprechende patriarchalische, verächtliche, diskreditierende, katastrophale Frauenbild mittels Sexismus und in bzw. durch Pornographie und Prostitution/Frauenkauf/Freiertum nicht nur zulässt, sondern aktiv befördert und aufrechterhält.
 
Dass und warum Frauen all das auch selbst mitvollziehen, zulassen, habe ich oben bereits erläutert.
 
Es muss sich folglich niemand über MeToo, über Vergewaltigungen, die mehrheitlich bis fast ausnahmslos innerhalb von Beziehungen, Bekanntschaften von mehrheitlich bis fast ausnahmslos Männern an mehrheitlich Frauen getätigt werden, wundern.
 
Das tut im Übrigen auch eigentlich niemand - jedenfalls kaum ein Mann, auch wenn er in der Öffentlichkeit über "Vergewaltigungen deutscher Frauen durch fremde Invasoren" scheinempört ist und dies nur auf Basis rassistischer Motive instrumentalisiert – um die Frauen geht es gerade solchen Männern absolut nicht.
 
Und d a s ist das eigentlich Unhaltbare, Unerträgliche:
Dass nach wie vor offenbar eine Mehrheit von Männern, Partnern, Ehemännern, Freunden, Söhnen, Brüdern, Vätern, Arbeitskollegen, Nachbarn ... so völlig selbstverständlich den Missbrauch an und von Frauen nicht nur hinnimmt, sondern ihn aktiv jeweils selbst tätigt - unzählige Male, rings um den Globus.
 
Und zahlreiche (Ehe-) Frauen, Partnerinnen glauben naiverweise, i h r Freund, Partner, Ehemann würde sich niemals so verhalten - er täte es ihnen gegenüber ja nicht. Hierzu sei nochmals angemerkt: Wenn er es nicht an seiner Partnerin tätigt, so zumeist im Verborgenen, ohne ihr Wissen: als Freier bspw., aber eben auch als Pornokonsument.
 
Denn w i e kann es einen Mann sexuell erregen, der gefilmten Vergewaltigung von Frauen (nichts anderes ist Pornographie) zuzusehen, dabei zu masturbieren, dabei/davon Befriedigung zu erlangen?
 
Es gefällt ihm also: all diese sexuelle (und damit auch psychisch-emotionale) G e w a l t, all diese gefilmte Misshandlung, Erniedrigung, im Grunde Bestrafung von Frauen. In ungezählten Pornos - jeden Tag von mehrheitlich bis fast ausnahmslos Männern tausendfach konsumiert.
 
Letztlich kann man das nur als Sadismus bezeichnen: die gewollte, absichtsvoll angestrebte und vollzogene Lusterzeugung und Lustbefriedigung durch das ebenso absichtsvolle Schmerzzufügen, Quälen, Misshandeln, Bestrafen, Erniedrigen eines (oder mehrerer) anderer Menschen.
 
Nein, d a s ist nicht Sex.
 
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