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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

MeToo – sexuelle Übergriffe, sexuelle Gewalt, Demütigung, Erniedrigung, weltweit täglich von mehrheitlich Männern an Frauen getätigt und: Nein heißt Nein? Wann heißt Ja eigentlich Nein?

 
metoo hat aufgedeckt, was durch die Exekutive unterdrückt wurde und werden will:
 
Wieviele Männer, auch in Deutschland, Täter von sexueller, von auch "häuslicher" Gewalt, somit von physischer und damit zwangsläufig immer einhergehend auch psychisch-emotionaler Gewalt sind.

Die Exekutive, Polizei und Staatsanwaltschaften als Ermittlungsbehörden, sowie die Justiz verhindert gezielt, systematisch, dass diese Täter als Täter sichtbar werden, sie schützt sie aktiv, sie entkriminalisiert sie, indem diese Täter nicht verurteilt werden und in Statistiken folglich nicht als Straftäter auftauchen.
 
Und das insbesondere dann, wenn die Täter "biodeutsche" Männer sind.
 
Siehe Opportunitätsprinzip statt Legalitätsprinzip. Strukturelle Gewalt. Patriarchat.
Aktualisierung am 10. September 2019
 
metoo Vergewaltigungsvorwürfe, -anschuldigungen gegen u.a. auch öffentlichkeitswirksame, auch Macht habende Personen wie bspw. Politiker, Schauspieler, Sänger, Künstler ...
 
Ihr möchtet es trennen. Ihr meint, es könne, dürfe ein Mensch, eine Persönlichkeit, ein Mann, sein "Werk", sein (gutes, interessantes, besonderes, einzigartiges, hilfreiches, wohltuendes, beeindruckendes ...) Schaffen, seine "Leistung" nicht auf einzelne moralisch verwerfliche, ethisch illegitime Tat(en) reduziert werden.

Das ist richtig, dem stimme ich zu - ein Mensch, eine Persönlichkeit ist nicht ihre je einzelne Tat, auch nicht ihr (je persönliches, subjektives) Tätersein.
 
Ebensowenig lässt sich jedoch eine Tat, lassen sich Einstellungen, Werte, Überzeugungen, Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen, Wünsche, Ziele, Absichten, Menschenbild, Selbstbild etc. von einer Persönlichkeit "abspalten": All das gehört nicht nur zur jeweiligen Persönlichkeit, es b i l d e t alles zusammen eben diese je individuelle Person, Persönlichkeit, es macht sie zu der, die sie geworden! ist - es macht sie aus.
 
Ich kann daher nicht bspw. oder ausgerechnet schwerwiegende, intensiv schädigende Gewalttaten wie Mord, Folter, Vergewaltigung ... von der jeweiligen Persönlichkeit trennen, als sei das nur "Beiwerk", als sei das ein "Ausrutscher", ein ordinärer, allgemeinmenschlicher Fehler, eine übliche, banale Schwäche. Denn:
 
Es hat Gründe, w a r u m ein Individuum sich wann wie auf welche Weise verhält. Und um eben diese Gründe und Hintergründe, um die Wirkmechanismen, um letztlich die jeweilige gesamte Biographie (!) geht es: in jedem einzelnen Fall, bei jedem einzelnen Täter.
Und ja, das hat bekanntlich nicht nur erheblich mit Kindheit, Prägung, Sozialisation, Erfahrungen, erlittenen Beschädigungen (Täter als Opfer) zu tun, sondern intensiv noch immer weltweit mit patriarchalen Verhältnissen, Strukturen, Ideologien, Umgangsweisen - und ihren Folgen.
 
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Aktualisierung am 09. September 2019
 
Nein, man sollte auch Roman Polanski keine Preise mehr verleihen, denn Vergewaltigung ist keine Lappalie, sondern eine schwerwiegende, intensiv beschädigende Gewalttat.
 
Bitte einfach mal zur Kenntnis nehmen (Bevölkerungsmehrheit), dass und warum bestimmte Sexualstraftäter, d.h. solche o h n e Migrationshintergrund, aktiv von Polizei, Staatsanwaltschaften (siehe eingestellte Ermittlungsverfahren) und Justiz geschont, geschützt, entkriminalisiert, somit nicht verurteilt werden und in keiner Statistik als Täter auftauchen.
 
Einfach mal zur Kenntnis nehmen, wie wenige Falschbeschuldigungen es gibt und die metoo-Bewegung beachten, anerkennen sowie die Gründe, Ursachen, Stichworte Privilegien- und Machterhalt, Kontrolle, Unterwerfung, Ausbeutung, Abhängigkeitsverhältnisse, Misogynie, antisoziales, pathologisch-narzisstisches Kompensationsverhalten, Frauenbild, strukturelle Gewalt und materielle Armut, von der weltweit aus bekannten Gründen nach wie vor mehr Frauen, Mütter und ihre Kinder betroffen, beschädigt sind als Männer.
 
Einfach mal beachten, dass und warum Vergewaltigungsmythen sich weiterhin so hartnäckig halten, verbreitet sind.
 
Die Fakten sehen indessen so aus:

Mehrheitlich bis fast ausnahmslos männliche Täter sind den mehrheitlich weiblichen Opfern zumeist bekannte, nicht fremde Männer, oft ist der Täter der (Ex-) Partner, Freund, Bekannte, Nachbar, Arbeitskollege, Vorgesetzte,Trainer ... oder auch ein Verwandter.

Die Tat wird üblicherweise gezielt in Privaträumen, n i c h t im Wald, Park, in abgelegener Gasse getätigt, so gibt es üblicherweise auch keine Zeugen und/oder Beweise.

Und üblicherweise wird im Vorhinein auch nicht massive physische Gewalt angewandt - eben damit es möglichst keine deutlich wahrnehmbaren Beweise nach der Tat gibt - sondern es wird vom Täter grooming, gaslighting (intensive, perfide Manipulation), Vertrauensmissbrauch, also psychisch-emotionale Gewalt getätigt, zumeist also ein Machtgefälle "genutzt", häufig ein Abhängigkeitsverhältnis.
 
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Es gibt Theorien, die besagen, dass sie den Glauben an eine heile Welt aufrechterhalten. Auch sexistische Einstellungen und eine traditionelle Vorstellung über die Geschlechterrollen haben einen großen Einfluss. Eine weitere These besagt, dass Frauen an die Mythen glauben, weil es für sie eine Art Schutz ist. Sie können sich damit selbst beruhigen, dass das Opfer sich falsch verhalten hat und wenn sie sich selbst korrekt verhalten, dann passiert ihnen auch nichts.
 
Obwohl in Deutschland im Schnitt jede siebte Frau Opfer strafrechtlich relevanter, sexualisierter Gewalt wird, zeigen nur die wenigsten die Tat an. Meist haben sie Angst, man könne ihnen nicht glauben, sie schämen sich, fühlen sich schuldig oder sie haben nicht genug Vertrauen in Polizei und Justiz. Zum Teil wohl auch zu Recht, es gibt Studien, die besagen, dass die Mythen auch in den Köpfen von Menschen existieren, die professionell mit Vergewaltigungsopfern zu tun haben: Polizei, Justiz, Ärztinnen und Ärzten.
 
Eine Auswahl der gängigsten Mythen
  • Frauen wollen eigentlich vergewaltigt werden: Eine Frau, die "Nein" sagt, meint dies nicht ernst.
  • Wenn Frauen einen Mann beschuldigen, dass er sich sexuell an ihnen vergriffen habe, dann ist das oft eine Lüge, weil sie sich an ihm rächen wollen.
  • Sexuelle Übergriffe passieren fast immer überfallartig, und zwar draußen in dunklen und einsamen Gegenden.
  • Männer, die eine Vergewaltigung begehen, sind krank oder sexuell ausgehungert oder aus anderen Gründen besonders triebstark.
  • Sexuelle Übergriffe auf Frauen sind selten.
  • Sexualisierte Gewalt trifft vor allem Frauen, die jung sind, gut aussehen, sich aufreizend kleiden und verhalten. Einer anständigen Frau passiert so etwas nicht.
  • Die Täter kommen meist aus sozialen Kreisen, von denen "so etwas" zu erwarten ist. Die Täter sind meistens Fremde.
  • Eine Frau kann, rein anatomisch, nicht gegen ihren Willen vergewaltigt werden; also können nur Frauen vergewaltigt werden, die "mitspielen".
  • Vergewaltigung ist eine aggressive Form des Geschlechtsverkehrs, die manche Frauen sogar als "luststeigernd" oder als besonders "männlich" empfinden.
  • Einer Frau, die "wirklich" vergewaltigt wurde, sieht man das Erlebte an. Sie ist völlig aufgelöst und erzählt sofort von der Tat.
Die Realität sieht anders aus
Diese Mythen haben mit der Realität bei Weitem nichts zu tun, im Gegenteil: Die verharmlosen das Ausmaß sexueller Gewalt und ihrer Folgen. Sie erschweren zusätzlich noch die Prävention gegen sexuelle Gewalt. In 80 Prozent der Fälle kennen die Opfer den Täter. Die meisten Vergewaltigungen finden in der eigenen Wohnung oder in der des Täters statt und nicht nachts in einer verlassenen Gegend. 50 Prozent sind die Taten von Beziehungs-, Ehe- oder Expartnern. Die Täter kommen aus jeder Gesellschaftsschicht. Und brutale Vergewaltigungen mithilfe von Waffengewalt gehören zu den Ausnahmen."
 
Quelle: 3sat.de - "Vergewaltigungsmythen sind weit verbreitet", farbliche Hervorhebungen (dunkelblau) habe ich vorgenommen.
#MeToo – sexuelle Übergriffe, sexuelle Gewalt, Demütigung, Erniedrigung, weltweit täglich von mehrheitlich Männern an Frauen getätigt und: Nein heißt Nein? Wann heißt Ja eigentlich Nein?
 
Wo anfangen?
 
Vielleicht bei den Reaktionen von Männern auf #MeToo.

Männer äußern (bspw. im Internet), es würden, Zitat "zotige Witze" mit Vergewaltigung gleichgesetzt, es handle sich bei verurteilten Sexualstraftätern um grundsätzlich, Zitat "Vorbestrafte", es säten Frauen, die nun im Rahmen von #MeToo ihre je persönlichen Erfahrungen öffentlich schildern, Vorurteile und sie (die Frauen) betrieben damit nur weitere "Spaltung" der Geschlechter.
 
Besonders häufig reagieren Männer auch damit, sich selbst als Opfer darzustellen, sich als solches in den Mittelpunkt rücken zu wollen, indem sie behaupten, es gebe schließlich auch sexuelle Übergriffe von Frauen gegen Männer und auch Frauen seien gewalttätig, dies allerdings überwiegend in Form von psychisch-emotionaler Gewalt, außerdem würden Missverhältnisse und Geschehnisse genannt, die es anderswo in der Welt, aber nicht "hier" (in Deutschland) gebe.

Was leider nicht wenige Männer damit vornehmen, ist augenfällig Relativieren, Bagatellisieren, Verdrängen, Leugnen und victim blaming.
 
Ja, das ist die uns Frauen bekannte Vorgehensweise von ungezählten Männern, immer dann, wenn sie (die Männer) mit ihrem eigenen, oft über Jahre erfolgt seienden, "alltäglichen" Fehlverhalten, mit gerade auch von ihnen getätigten, sexuellen Straftaten, konfrontiert werden.
 
Sicher: Nicht alle Männer reagier(t)en in dieser Weise, es gab auch andere Stimmen – Männer, die sich entsetzt zeigten, die ihr eigenes Fehlverhalten nun (spät, aber "immerhin") selbstkritisch reflektieren, dies zumindest vermuten lassen.
Diese Männer sollten allerdings nicht erst gelobt und beklatscht werden "müssen", sondern es sollten ihre Reaktionen, eigentlich von einer Mehrheit von Männern, tatsächlich selbstverständlich sein – eigentlich: längst. Wenigstens im "aufgeklärten, demokratischen Westen", d.h. eine Mehrheit von Männern sollte solches "Fehlverhalten" grundsätzlich erst gar nicht an den Tag legen oder gelegt haben. Das Gegenteil ist Realität. As we see.
 
Zu den Einwänden von Männern im Einzelnen:

Männer äußern also, Frauen tätigten "genauso viel", "genauso häufig", "genauso schlimme" Gewalt an Männern wie Männer an Frauen, Frauen tätigten nur vermehrt psychisch-emotionale, Männer eher physische Gewalt.

Hierzu ist festzustellen: Das ist falsch. Denn psychisch-emotionale Gewalt geht physischer Gewalt (fast) immer voraus und psychische Gewalt geht mit physischer auch immer einher. Immer.

Männer tätigen demzufolge beides.

Dass Männer überdies weit häufiger physische Gewalt – gegen Menschen (hier geht es um Gewalt gegen Menschen, nicht gegen Dinge) - tätigen als Frauen, ist hinreichend belegt und im Grunde täglich rings um den Globus seit Jahrtausenden beobachtbar (siehe Schlägereien, Kriege, Waffengewalt, Folter, Morde – Täter, bspw. auch wegen physischer Gewalttaten und wegen Mord Verurteilte, sind fast ausnahmslos Männer: überall auf dieser Welt).
 
Auch, dass Frauen häufiger Opfer der ihnen gegenüber von Männern getätigten Gewalt (häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, "Ehrenmorde", Genitalverstümmelung, Femizid, Gewalt im Zusammenhang mit Prostitution – mehr Frauen als Männer sind Prostituierte, weit mehr Männer als Frauen konsumieren Prostituierte, es handelt sich hierbei nicht um "Sex-Kauf", sondern um Frauenkauf, es geht Freiern vorrangig/mehrheitlich nicht um Sex, sondern um Macht über die Frau und um die Demütigung, Erniedrigung, Entwertung der Frau, auch um Bestrafung – siehe Misogynie) werden als umgekehrt, ist hinreichend verifiziert.
Dass Männer diese Tatsachen und deren Belegtwordensein anzweifeln, relativieren oder auch gänzlich leugnen, bringt nur ihr je persönliches Eingestelltsein, ihr Frauen- und Selbstbild, ihre je persönliche Misogynie unmissverständlich zum Ausdruck – sie enttarnen sich damit unfreiwillig selbst.
 
Es geht nicht darum, zu bestreiten, dass auch Frauen physisch gewalttätig werden, dass es sexuellen Missbrauch gibt, der von auch Frauen getätigt wird (bspw. an Kindern), dass somit auch Männer bzw. Jungen und Mädchen Opfer von durch Frauen getätigte (physische) Gewalt werden bzw. sind – worum es geht, ist zu verdeutlichen, dass es jedoch vergleichsweise wenige Frauen sind, die in solcher Weise Täterinnen sind sowie darum, dass und warum mehrheitlich Männer Gewalttäter und Frauen mehrheitlich Opfer dieser Gewalt (die wie gesagt immer mit psychisch-emotionaler Gewalt einhergeht und der psychisch-emotionale Gewalt auch zumeist zunächst vorausgeht) sind und immer wieder werden.
 
So lange Männer, aber auch einige Frauen diese Tatsachen als ebensolche nicht anerkennen, sie stattdessen relativieren, verdrängen, leugnen, sind sie jeweils selbst aktiv daran beteiligt und auch je persönlich dafür verantwortlich, dass die bestehenden (globalen!) "Missverhältnisse" genau so fortbestehen können und werden.

Nicht nur geboten, sondern erforderlich wäre stattdessen, dass jeder einzelne jüngere wie ältere Mann sein je eigenes Verhalten Frauen - übrigens gerade auch nahestehenden Frauen und Mädchen - gegenüber selbstkritisch hinterfragt (und das nicht bloß einmalig), dass er zunächst sich selbst und dann auch anderen – Frauen wie Männern – gegenüber zugibt, dass und wann er sich in welcher Situation wem gegenüber auf welche Weise wie häufig oder auch intensiv "unangemessen", übergriffig, gewaltvoll, erniedrigend, objektifizierend verhalten hat, dass Männer ihr Fehlverhalten gegenüber Frauen untereinander, miteinander kritisch reflektieren und Männer andere Männer auf deren unangemessenes Verhalten aufmerksam machen, es kritisieren, sich davon distanzieren, statt mitzutun, mitzulaufen, wegzusehen, zu schweigen, zu lachen, zu unterstützen … – ohne dabei den "starken Beschützer" zu mimen, ohne sich paternalistisch zu verhalten. Ja: das geht, das ist durchaus möglich, machbar.
 
Es erfordert dies allerdings schonungslose Ehrlichkeit gegenüber zunächst sich selbst und dann anderen sowie ein wenig Courage und vor allem Rückgrat, Charakterstärke. Schließlich den echten Willen, das eigene Verhalten auf angemessene Weise dauerhaft zu ändern:
 
Frauen und Mädchen gegenüber respektvoll, nicht übergriffig, zugewandt, nicht feindselig, höflich, kooperativ, auch mitfühlend zu begegnen, sie als Menschen, nicht als Objekte zu sehen, sie nicht unterwerfen, unterdrücken, besitzen, demütigen, benutzen, übervorteilen oder gar bestrafen zu wollen und dies auch nicht zu tun.
 
Erforderlich ist hierfür, dass jeder einzelne Junge und Mann Mädchen und Frauen als gleichwertig, gleichwürdig anerkennt, respektiert, idealerweise auch wertschätzt – dass er grundsätzlich nichts an oder mit Frauen und Mädchen tätigt, das er an/mit sich selbst nicht tun lassen möchte und dass er darüberhinaus anerkennt, dass andere Menschen überdies auch andere, individuelle Bedürfnisse, Hintergründe, Befindlichkeiten, Gedanken und Gefühle haben als man selbst (im jeweiligen Moment oder auch generell).
 
Worum es geht, ist also, die je individuellen Grenzen des/der Anderen zu respektieren und zu wahren, sie nicht zu überschreiten, jedenfalls nicht absichtsvoll, wissentlich, schon gar nicht vorsätzlich, taktisch.
 
Und hierfür unabdingbar ist zweifelsohne Feinfühligkeit, Empathie, vor allem aber Mitgefühl.  Dessen bedarf es, dies müsste weltweit erheblich ausgeprägter verbreitet sein, gefördert werden, dann bedürfte es weit weniger gesetzlicher Regelungen, weniger Ge- und Verboten, weniger Verurteilungen.

Und nein: Es sind Sexualstraftäter bzw. grundsätzlicher Männer, die sexuelle Gewalt tätigen, nicht sämtlich vorbestraft.

Und nein: Sexuelle Gewalt findet nicht überwiegend "in anderen Ländern, Weltgegenden, nicht bei uns" statt.

Zur Kenntnis zu nehmen ist in diesem Zusammenhang die global, somit auch hierzulande bestehende rape culture, sind die nach wie vor verbreiteten Vergewaltigungsmythen, überdies auch die Tatsache, dass und wieviele Männer täglich rings um den Globus Pornographie, einige von ihnen auch (wiederholt bis regelmäßig) Prostituierte konsumieren – und das, diese Objektifizierung, Entmenschlichung, Entwertung der Frau, für völlig "normal", sogar selbstverständlich und "harmlos" halten – genau darin besteht das Problem.
 
Über Pornographie, die nichts anderes ist als gefilmte sexuelle Gewalt und üblicherweise auch gefilmte Prostitution, sowie über Prostitution - und auf welche Weise beide das Geschlechterverhältnis vergiften, warum beide Mittel, Anwendungsmöglichkeiten, Praktiken sind, Frauen zu objektifizieren, zu jederzeit verfügbaren Gebrauchsgegenständen, zu Objekten und Projektionsflächen für auch ausagierten männlichen Frust und Hass gegen Frauen machen, warum beide Frauen auf welche Weise grundsätzlich erniedrigen, entwerten und warum all das nichts mit Sex zu tun hat, sondern Machtdemonstration, kompensatorisches Machtbedürfnis und tatsächlich Gewalt ist und das überdies zumeist legalisiert, straffrei praktizierbar - habe u.a. auch ich mich an anderer Stelle im blog bereits ausführlich erläuternd geäußert, siehe bei Interesse dort.
 
In Kürze dazu nur Folgendes:

Nein, Freier sind nicht mehrheitlich "schüchterne, feinfühlige Männer", die "auf üblichen Wegen keine Frau finden" oder "attraktive Männer mit versierten Liebhaberqualitäten", die "einfach öfter mal was Neues ausprobieren" wollen oder Männer, die "sexuell ausgehungert" sind, weil sie "von ihren Partnerinnen zurückgewiesen werden", da ihre Partnerinnen so häufig so "lustlos, prüde, frigide, sexuell verklemmt" sind. Nein.
 
Freier kaufen sich Frauen als Ware, als Gegenstand, als zu benutzendes Objekt – gegen Geld, gegen Bezahlung: machen Männer sich Frauen verfügbar.
Frauen werden auf diese Weise objektifiziert, entmenschlicht, erniedrigt, entwertet. Von Männern. Wissentlich. Absichtsvoll. Täglich rings um den Globus. Seit Jahrtausenden (siehe seit Beginn/Bestehen des Patriarchats).
 
Nein, Prostitution ist nicht "das älteste Gewerbe der Welt", sie ist nicht "immer schon dagewesen" und erst recht nicht bedarf es der Prostitution bzw. Prostituierter, um Vergewaltigungen "vorzubeugen". Nein!
 
Das Gegenteil ist der Fall:
Männer die Freier sind, die Prostituierte kaufen, neigen grundsätzlich eher zu sexueller Gewalt, tätigen diese – bspw. auch in privaten Beziehungen, bei "privaten" Sexualkontakten – eher als Männer, die nicht Prostituierte kaufen (siehe in den unten verlinkten blog-Einträgen/Texten/Quellen ausführlich dargelegt).
 
Nein: Es gibt kein "Recht auf Sex", auf sexuelle Befriedigung, auf Machtbedürfnisbefriedigung, auf Prostituierte, auf Frauenkauf. Nirgendwo auf dieser Welt. Für niemanden. Auch nicht für Männer.
 
Nein: Prostitution ist keine "Sex-Arbeit", keine Arbeit, keine Dienstleistung "wie jede andere"; aus welchen Gründen sie das nicht sein kann und was Sex ist, habe ich wie gesagt an anderen Stellen im blog ausführlich erläutert, siehe unten verlinkt.

Nein, der typische Mann, der sexuelle Gewalt tätigt, ist mehrheitlich gerade kein Fremder, sondern es besteht zwischen ihm und seinem Opfer/seinen Opfern zumeist ein Vertrauensverhältnis; genau dieses wird von den Tätern "genutzt", also missbraucht, was die Sache besonders belastend bis unerträglich und infam macht.
 
Männer, die sexuelle Gewalt tätigen, sind mehrheitlich Partner, Ehemänner, Freunde, Verwandte, Trainer, Lehrer, Vorgesetzte, Arbeitskollegen oder anderweitig Bekannte; der sexuell übergriffige und auch der sexuelle Gewalt tätigende Mann ist also fast immer auch "der nette Typ von nebenan", der "unbescholtene Nachbar", der "langjährige Kumpel", der "verantwortungsbewusste, verlässliche Ehemann", der "harmlose Freund, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte", der "liebevolle Vater, Partner …" usw..
 
Was sexuelle Gewalt ist, ist keineswegs eine Sache willkürlichen, beliebigen, nicht nachvollziehbar seienden Dafürhaltens einzelner, vorgeblich überempfindlicher oder "hysterischer" Frauen oder als solche titulierter "hardcore-, Terror-Emanzen" und "Männerhasserinnen".
 
Solche Diskreditierungen legen nur ein Mal mehr offen, wie frauenfeindlich, wie sexistisch, wie patriarchalisch so viele Männer nach wie vor sind – auch in Europa, auch in Deutschland, siehe bspw. die Maskulisten," pick up artists", auch die sogenannte "Väterbewegung", aber auch etliche Freier, insbesondere auch rechtsextremistisch eingestellte sowie autoritäre, narzisstisch persönlichkeitsgestörte und einfach "ganz normale" junge wie alte Männer: Väter, Großväter, Brüder, Söhne, Partner, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Nachbarn, Trainer, Lehrer sowie auch fremde Männer im öffentlichen Raum.
 
Was aus welchen Gründen sexuelle Gewalt ist, als solche erlebt und erlitten wird (auf Basis welcher Ursachen, Verhältnisse und mit welchen Folgen), auch das habe ich an anderen Stellen im blog umfassend erläutert, siehe unten verlinkt.
 
Was wird nun werden, nach metoo, nach #aufschrei – der bereits vier Jahre zurückliegt und: was genau hat sich seither wo wie geändert?
 
Wir haben mal (wieder) kurz drüber gesprochen, nur um anschließend wie bisher, wie gewohnt, weiterzumachen?
 
Nein, nicht jeder Mann wird sexuell übergriffig, nicht jeder Mann ist oder wird sexuell gewalttätig, nicht jeder Mann konsumiert Prostituierte und es gibt sogar einige seltene Männer, die freiwillig, bewusst keine Pornographie konsumieren.
Die zu stellende Frage ist:
 
Was unterscheidet diese Männer von "den anderen" – jenen, die all das Aufgezählte mehr oder weniger selbstverständlich, gewohnheitsmäßig, unreflektiert oder auch ganz gezielt, absichtsvoll, unbekümmert bis ignorant konsumieren, tun, tätigen und das zumeist weit häufiger als nur einmalig?
 
Und was muss von wem aktiv auf welche Weise (wann und wo wie frühzeitig bereits – siehe Kindheit, Elternhäuser, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen, Vereine …) unternommen werden, um die unzweifelhaft bestehenden Missverhältnisse - den Sexismus, die Frauenfeindlichkeit, die Objektifizierung, Unterdrückung, Unterwerfung, Erniedrigung, Herabwürdigung, Entwertung, Misshandlung, Beschädigung von sowie die Gewalt gegen nicht nur, aber insbesondere Frauen und Mädchen - angemessen und zeitnah, gebotenerweise global und dauerhaft, zu beheben?
 
Auch hierzu habe unter anderen auch ich mich in vorausgegangenen blog-Einträgen ausführlich geäußert.
 
Die Freiheit des einen endet dort, wo die des anderen beginnt" (Kant)
 
Auf den hiesigen Kontext angewandt bedeutet das:

Wir können nun natürlich alles bis zur Unkenntlichkeit, Ungreifbarkeit auseinandernehmen: Was genau ist weshalb für wen Sexismus? Was genau ist Gewalt? Welche Rolle spielen Kultur, Religion, Traditionen, Situation, Alkoholeinfluss usw.?

Ich denke, wir, die wir die Dinge nicht zum Zwecke der Selbstschonung, des Selbstbetrugs und der vermeintlichen Rechtfertigung eigenen Fehlverhaltens in dieser relativierenden, demontierenden Weise betrachten und behandeln wollen, können uns durchaus relativ schnell und leicht darüber verständigen und darauf einigen, was wir als Sexismus, sexuelle Übergriffe, sexuelle Gewalt, was wir als Grenzüberschreitung, Erniedrigung, Demütigung, Objektifizierung, Ausbeutung, Verfügbarmachung, Unterwerfung, Entwertung, Entmenschlichung etc. bezeichnen und warum wir das auf welcher Basis tun:
 
Auf Basis humanistischer Werte nämlich, auf Basis der Definition der Menschenwürde und universellen Menschenrechte – auf Basis letztlich: von Mitgefühl, von usprünglicher, intuitiver, intrinsischer Moral - sofern wir solche(s) in uns tragen und fühlen, es nicht schon bei uns selbst (häufig in der Kindheit bereits) beschädigt und von uns später selbst aktiv unterdrückt, verdrängt, überlagert wurde bzw. wird – auch deshalb z.B., weil die in "uns", d.h. im jeweiligen, so beschaffenen Individuum vorhandene Egomanie, Selbstsucht überhand genommen hat und solchen Individuen diese intrinsische Moral, dieses Mitgefühl mit entsprechend einhergehendem rücksichtsvollen, prosozialen, kooperativen, zugewandten, unterstützenden, fürsorglichen, gebenden Verhalten zu mühsam, zu anstrengend, zu unbequem ist, weil es solchen Personen um vor allem bis (fast) ausschließlich ihre eigenen Vorteile, Bequemlichkeiten, um vorrangig bis ausschließlich ihre Bedürfnisbefriedigung und Wunscherfüllung sowie häufig, aus stets kompensatorischen Gründen, um Macht und Kontrolle geht.
 
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23. April 2018
 
Stellungnahme zu "swr2 Leben: Männer-Me-Too"
 
Du erträgst es nicht. Wie sollst du da als Frau n i c h t angewidert sein?
Der eine Typ sagt, es gebe ja auch Menschen, die sich gerne einer Macht unterwerfen. - Da könnte ich schon kotzen. Ich verweise an dieser Stelle auf BDSM und Hintergründe (siehe im blog dargelegt).
 
Ein anderer Typ äußert, er habe seinen Re-irgendwas (?) ja schon, Zitat "in viele Garagen geparkt" ..., später spricht derselbe Typ dann von "Zoten", die prinzipiell Spaß machten, dass Männer sich untereinander die übelsten Sauereien zuschickten, viel Frauenverehrung hinter diesen Zoten nicht stecke, trotzdem sei dieses, Zitat "Fachwissen um Humor" witzig, spaßig.
 
Ein anderer bezeichnete eine Frau als "Geschoss", das Zitat, "echt ´n Waffenschein braucht". Er gibt zu, dass das übergriffig war, ein, Zitat "Ausrutscher".
Viele Frauen würden sowas, Zitat "weglächeln".
 
Noch ein anderer sagt, manche Männer merkten nicht, wo die Linie verlaufe, weil Sexualität von "unglaublich viel Unsicherheit geprägt" sei.
Das enthaltene, total schlüssige, spontan einleuchtende Argument: Wo Unsicherheit ist, muss auch Übergriffigkeit sein (dürfen). Ironie off.
 
Wieder ein anderer vergleicht männliche sexuelle Übergriffe bzw. die daraus resultierende Situation der Frauen mit einer Situation, vergleichbar einer perfekten Welt, in der man mit geschlossenen Augen über einen Zebrastreifen laufen könne, ohne dass einem etwas passiere, aber in dieser Welt lebten wir nicht. - Als wären männliche Übergriffe eine Art Mangel an Aufmerksamkeit, Konzentration, als wären sie unvermeidliche Unfälle, die halt eben passieren, die mann also auch nicht vermeiden könne.
 
Der eine Typ sagt dann, er kenne eine Menge "Menschen", die ihr gutes Aussehen ausnutzten, um im Beruf nach vorne zu kommen - er spricht dann aber explizit von Frauen und sexuellen Reizen (also nicht von "Menschen"), die er damit diskreditieren will, denn:
Sind also die Frauen schuld, dass Männer ihren Trieb nicht unter Kontrolle halten können? Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass Frauen überall auf der Welt totalverschleiert (!) herumlaufen müssten. Als wäre es die Schuld der Frau, d a s s sie eine Frau ist und auch so aussieht, dass Männer mit diesem Frausein und mit ihren, der Männer, Triebhaftigkeit nicht klarkommen w o l l e n, sondern ihr freien Lauf lassen: wollen d ü r f e n, ohne sich dafür rechtfertigen, gar entschuldigen zu müssen.
Also wieder die uralte Geschichte: Mann d a r f frau bespringen, "nehmen", vergewaltigen, das ist sein naturgegebenes Recht und frau w i l l das außerdem genau so: "genommen", unterworfen, benutzt, missbraucht, vergewaltigt werden.
 
Fragt mal wer, w a r u m manche (somit keineswegs alle) Frauen ihre "sexuellen Reize gezielt einsetzen"?: Weil sie eben n i c h t nach Leistung, Persönlichkeit, Fähigkeiten, Wissen, Intelligenz, Können, Charakter beurteilt, so überhaupt wahrgenommen (und eingestellt, befördert) werden, sondern weil Männer Frauen offenbar ausschließlich, zumindest nach wie vor mehrheitlich als Sexobjekte, Gebrauchsgegenstände sehen w o l l e n, Frauen also nur oder hauptsächlich danach beurteilen, ob sie gut fickbar und/oder eine gute, fürsorgliche Mutter, umsorgende Partnerin (Ehefrau ...) sind - ob sie also als Mutter/Heilige und/oder Hure/Magd t a u g l i c h sind. - Wie eine Frau als Mensch, als Persönlichkeit, als beruflich Qualifizierte ist, sich verhält, scheint zweitrangig bis völlig unwichtig zu sein.
Was also bleibt Frauen vor diesem Hintergrund und in einer nach wie vor männerdominierten Welt anderes übrig, als sich genau dieser Sichtweise von Männern auf Frauen anzupassen - oder aber sich dieser zu verweigern, mit dann entsprechenden Nachteilen?
 
Es ist eine Sache, ob eine Frau tatsächlich auch sexuell begehrt werden will und: von wem.

Eine andere Sache ist es, ob bzw. dass Frauen von Männern grundsätzlich als Freiwild, als Sexobjekte betrachtet werden, siehe Sexismus, Pornographie, Freiertum/Frauenkauf, sexuelle Übergriffe, sexuellen Missbrauch - bei all dem geht es gerade n i c h t um Sex, sondern um Macht, Unterwerfung, (sexuelle) Objektifizierung der Frau durch den Mann.
 
Und dann wieder der Spruch von einem der Typen "Wer ficken will, muss freundlich sein" und das gelte ja immer, daher solle mann "echtes Interesse" quasi vorspielen.
 
Ein anderer erzählt von einem Bekannten, der nun Angst habe, als bedrohlich wahrgenommen zu werden, wir müssten bei all dem bedenken, dass wir, Zitat "Primaten" seien.
Genau: die armen Männer, die nun also selbst Angst haben müssen und außerdem doch nur arme, willenlose Affen seien.
 
Dann kommt der eine Typ auch noch wieder mit der alten Leier an, es sei ja immer der Mann, von dem der erste Schritt, die Anmache erwartet würde und wie über er das habe.

Ein anderer springt auf denselben Zug auf: "Es ist verdammt nochmal unser Job, initiativ zu werden, kannste dir in der Natur angucken, es hat das Männchen die Aufgabe, den Lümmel rauszuholen und ihn reinzustecken, wir sind nun mal animalische Wesen und wir haben die Initiative zu ergreifen, wenn wir das nicht machen würden, dann wären wir schon alle ausgestorben."
 
Der andere gleichermaßen: "Wir sind Primaten und wir verhalten uns genauso, wie man das biologisch von uns erwarten würde." - Das bezeichnet man als Biologismus. Exakt.
 
Seltsam nur, dass wir in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Ethik, Philosophie ... k e i n e reinen Primaten sind: täglich. Dass wir also im Alltag nicht unbekleidet in Bäumen herumspringen, sondern Zivilisation, Kultur, Kunst, Ethik hervorgebracht haben, leben.
Warum sollten wir ausgerechnet und ausschließlich in Bezug auf Sexualität reine Affen - und keine Menschen - (geblieben) sein?

Und dieser ganze Männchen-Primaten-Quatsch ist schon durch die Bonobos vollständig widerlegt. Die sind nämlich auch Primaten und mit uns eng verwandt und da ergreifen n i c h t "die Männchen die Initiative".
 
Aber klar: Wenn mann kein sinnvolles, stichhaltiges A r g u m e n t findet, kommt mann halt mit billigstem Biologismus. Ganz dicht dran ist da übrigens auch der Sozialdarwinismus und dann auch der Rassismus. - Passt.
 
Sagt der eine Typ am Ende doch tatsächlich: "Die Frau will genommen werden." Bingo. Und: "Der Prinz kommt doch auf dem Pferd und g r e i f t die Prinzessin. Und nicht: Die Prinzessin kommt und holt sich den Jüngling, (...), nein es ist das Aschenputtel, das vom Prinzien träumt - mit `ner LANZE." - Da fällt dir echt nichts mehr ein. - Mein Gott! ;):
 
Wenn die Mehrheit der Männer auf dieser Welt, alleine auch in diesem Land, derart primitiv und geistig wie sozial und emotional minderbemittelt ist, musst du dich als Frau über tatsächlich nichts mehr wundern - du kannst dich nur noch angewidert abwenden.
 
Schließlich noch der, der eigentlich nicht auf große Brüste steht, sie aber willenlos doch immer paralysiert anstarren muss, wenn er "welche" sieht - genau: er sieht keine Frau, sondern nur (ihre) Brüste. Aber er ist ein, Zitat "sensibler, mit dem Thema bewusst umgehender Mensch". Genau.
 
Am Ende wird es dermaßen unerträglich, dass du bloß noch h o f f s t, es handle sich bei der gesamten Sendung um reine Satire:
Sagt ein Lehrer, er habe in einer dritten/vierten (?) Klasse unterrichtet, im Unterricht zur Veranschaulichung die beste Schülerin mit einem Quadrat ("überall rechte Winkel ...") verglichen, die zweitbeste mit einem Rechteck ("auch da alles schön, gegenüberliegende Seiten, gleichlang..."), er habe das dann fortsetzen wollen, es habe jedoch beim Rechteck schon Tränen gegeben, er habe keine Ahnung, warum das Mädchen sich verletzt gefühlt habe - während er das erzählt, l a c h t dieser Mann. Man könnte das, Zitat "als sexistisch übertragen", die Raute hätte er aber übersprungen, eigentlich hätte ihm der Vergleich aber sehr gefallen.
 
Keine weiteren Fragen. - Das ist alles nicht auszuhalten: Diese Typen sind: Väter, Lehrer, Arbeitskollegen, Führungskräfte ... .
 
Wer wundert sich da ernstlich noch über #metoo, dass es zu all diesen Übergriffen kommt?

Wer wundert sich darüber, wenn unzählige Männer rings um den Globus Frauenkauf, Freiertum für "normal", wichtig, richtig, gut und "ihr Recht" halten und unzählige Männer weltweit täglich zu Pornos masturbieren, davon erregt werden, dass: Frauen misshandelt, vergewaltigt und dabei gefilmt werden?
 
ES IST NICHT ZU ERTRAGEN.
 
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"[...] Was sagt die Autorin, vor diesem Hintergrund, zur Debatte, die gegenwärtig unter dem Schlagwort #Metoo geführt wird? Aus ihrer Sicht geht es dabei weniger um sexuelle Identitäten, um "Männer gegen Frauen", sondern vielmehr um Machtverhältnisse. Und die seien in unserer Gesellschaft noch immer von Männern dominiert. Es handele sich um sehr unterschiedliche Beispiele für "eklatanten Machtmissbrauch", von Demütigung über Ausbeutung bis zu sexueller Gewalt. Emcke plädiert in diesem Zusammenhang für Differenzierung, etwa hinsichtlich der jeweils angemessenen Reaktion, stellt aber auch klar, dass innerhalb der Bewegung diese Differenzierung aus ihrer Sicht durchaus stattfinde.
 
Emcke sieht keinerlei lustfeindlichen Tendenzen in der Bewegung: Niemand wolle das Flirten untersagen. Tatsächlich hingegen zeige sich in den Klagen mancher Männer, nun dürften sie gar nichts mehr, ein amputiertes Verständnis von Lust: Die Notwendigkeit und das Vergnügen daran, dass das Gegenüber Lust empfinde, komme da gar nicht vor. Symptomatisch dafür nennt sie die sich häufenden "Bademantel"-Szenen. Auch den Vorwurf, dass Frauen durch #Metoo einseitig zu Opfern gestempelt würden, hält sie für "grotesk": Schließlich erlebe man doch gerade jetzt Frauen, die sich wehren und über kulturelle Unterschiede hinweg solidarische Netzwerke aufbauen. [...]"
 
Quelle: deutschlandfunkkultur.de - " `Es will doch niemand das Flirten untersagen´", farbliche Hervorhebung habe ich vorgenommen. 
"[...] Sexuelle und häusliche Gewalt an Frauen geht zu einem überwiegenden Teil von nahestehenden Männern aus. Dass eine Frau auf der Straße angegriffen wird, ist seltener. Aber verbale Belästigungen und Bedrohungen hat wohl schon jede Frau mindestens einmal in ihrem Leben erlebt, und zwar von Männern.
 
Wenn Frauen genau das beschreiben und über ihre Erfahrungen sprechen, kann man sich 100% sicher sein, dass früher oder später ein Mann kommentiert mit: „Ja, aber es gibt auch gewalttätige Frauen“ oder „Ja, aber es gibt auch Gewalt gegen Männer“ oder „Ja, aber nicht alle Männer sind so“. Ein Gipfel einer solchen Diskussion kann dann erreicht sein, wenn Frauen beginnen sich mit Männern zu solidarisieren und schreiben „Ich steige hier aus. Dieser Männerhass ist ja furchtbar!“
Was hier nicht verstanden wird ist, dass das mit Männerhass überhaupt nichts zu tun hat und dass diese Art der Diskussion überhaupt nicht weiterführt und hintenrum die betroffenen Frauen zum Schweigen bringt. Plötzlich muss eine Grundsatzdiskussion geführt werden, ob man überhaupt darüber reden darf, dass hauptsächlich Männer gegen Frauen gewalttätig werden. [...]
 
Liebe Männer, worum geht es hier? Es geht überhaupt nicht darum, Euch auf den Schlips zu treten. Es geht nicht darum, jeden Mann zu verurteilen. Es geht auch nicht darum, aus jeder Frau ein hilfloses Opfer zu machen wie es im Rahmen dieser ermüdenden Diskussionen dem Feminismus gern unterstellt wird. Es geht hier einzig und allein darum, Erfahrungen von Frauen Raum zu geben, zuzuhören, mitzufühlen und sich zu empören, in welchem Ausmass diese Gewalt möglich ist. Es geht darum, die Realitäten tagtäglicher Gewalt von Männern gegen Frauen zu benennen. Und dass auch Männer Gewalt erleben – auch von Frauen – relativiert diese Gewalt nicht und legitimiert nicht, die Überlebenden männlicher Gewalt zum Schweigen zu bringen. Was tut so weh daran, wenn offen über männliche Gewalt gegen Frauen gesprochen wird?
 
Warum solidarisieren sich viele Männer scheinbar lieber in ihrem Schweigen, statt miteinander und mit Frauen darüber zu sprechen, was sie tun können, dass das nicht mehr geschieht und dass sich alle sicherer fühlen? Warum möchte niemand hinsehen, warum diese Gewalt überhaupt stattfindet und so weit verbreitet ist? Warum muss immer und immer wieder an den Zahlen gedreht, die Statistiken verleugnet und das alles als Marginalie hingestellt werden?
 
Wenn Gewalt benannt wird, die hauptsächlich von Männern ausgeübt wird, werden selbstverständlich nicht alle Männer beschuldigt. Umgekehrt können alle Männer darüber nachdenken, was jeder einzelne selbst dazu beiträgt, dass ein gewaltfreundliches Klima entsteht, dass Gewalt und Übergriffe gegen Frauen unter Männern verharmlost werden und was es mit ihnen selbst macht, wenn Gewalt als männlich empfunden wird. 
 
Interessanterweise sind es genau die Männer und auch Frauen, die solche Artikel und Kommentare schreiben, die gleichzeitig auch Artikel und Kommentare schreiben, dass das mit dem Gender alles Gaga ist und mit dem Feminismus sowieso und dass sich doch am Ende alle Frauen nach einem starken Urzeittypen sehnen, wenn sie mal ehrlich sind. Ich unterstelle jetzt mal, dass da insgeheim ein Wunsch ist, dass alles wieder beim Alten landet und man das mit der Freiheit und Selbstbestimmung bitteschön irgendwo verbuddelt, weil es einfach zu unbequem ist. [...]"
 
Quelle: phoenix-frauen.de - "Ja, aber nicht alle Männer", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
Vor allem werden nach wie vor Pornographie und Sex in den Medien und insbesondere von ungezählten Männern gleichgesetzt. - Noch einmal: Sex ist nicht gleichbedeutend mit Pornographie, Pornographie ist gefilmte sexuelle Gewalt.

Aber genau all das - Sexismus, der mehreitlich noch immer Frauen trifft, instrumentalisiert, als Ware anbietet ..., Pornographie (in der es nie um die echte sexuelle, ganz besonders physische Lusterzeugung und Lusterfüllung der Frau geht, sondern in der Frauen objektifiziert, entwertet, entmenschlicht werden), Frauenkauf/Freiertum - all das, das als so "normal" gilt, ebnet genau deshalb den Weg für derartige Übergriffe, für ein entsprechendes Frauenbild von Männern und in Folge: entsprechende Verhaltensweisen.
 
Leider wird öffentlich medial noch immer nicht die Frage gestellt, w a r u m so viele Männer weltweit noch immer ein solches kompensatorisches (!) Machtbedürfnis haben, w a r u m sie Frauen benutzen, ausbeuten, unterwerfen, objektifizieren, erniedrigen, demütigen, diskriminieren und mittels psychischer und physischer Gewalt beschädigen - bis hin zum Mord, zum Femizid.
 
Noch immer wird nicht öffentlich, medial diskutiert bzw. erst einmal wenigstens benannt, dass diese Verhaltensweisen, dieses kompensatorische Machtstreben von (solchen) Männern sich stets auf Unterlegenheitsgefühle und Minderwertigkeitskomplexe gründet - Männer fühlen sich Frauen intellektuell, sozial, moralisch (oder auch finanziell) unterlegen, von ihnen "übervorteilt/überholt", was jedoch nicht auf eine vermeintliche Egomanie von Frauen zurückzuführen ist, sondern darauf, dass Männer sich noch immer nicht mehrheitlich emanzipiert haben - hin zu Gleichwertigkeit, Gleichwürdigkeit der Geschlechter, Gemeinwohl, weg von Schwarzer Pädagogik (Druck, Zwang, Kontrolle, Schikane, Strafe - Gewalt also), hin zu Mitgefühl (das im Übrigen nicht gleichbedeutend ist mit Empahtie), hin zu tatsächlicher Wertschätzung von Frauen - denn vor diesem Hintergrund wäre es ihnen gar nicht mehr möglich, Frauen zu benutzen, auszubeuten, zu beschädigen (als Prostituierte, als gratis Sorge-Arbeit-Leistende, als fürsorgliche Mütter, Partnerinnen, Freundinnen ...).
 
Männer fühlen sich Frauen also häufig unterlegen, sind deshalb - aufgrund ihrer ureigenen Defizite - wütend auf Frauen und wollen sie deshalb unterwerfen, bezwingen, erniedrigen, beschädigen.

Männer fühlen sich auch abhängig von Frauen - von Frauen als Müttern, aber auch, weil sie sie sexuell begehren und sich dem "nicht erwehren" können, ihre Bedürftigkeit aber nicht zulassen wollen, weil sie nicht bedürftig erscheinen, weil sie vor allem nicht, am wenigsten um Sex, sexuellen Kontakt, Befriedigung b i t t e n wollen.
 
All das und noch weiteres müsste endlich öffentlich thematisiert werden. Das Patriarchat eben - seine Ursachen, nicht nur seine katastrophalen Auswirkungen.
 
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