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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Frau, ledig, alleinerziehend, nicht vermögend, Feministin im Patriarchat - Status quo - BACKLASH

23. Februar 2018
 
Zur Situation nicht nur, aber gerade auch vieler Alleinerziehender im reichen Deutschland, dem es doch "so gut geht", hier nochmal (m)eine Stellungnahme:
 
Unter anderen Menschen malocht auch die Alleinerziehende häufig in einem Niedriglohnjob oder mehreren Minijobs, ihre Kinder sind währenddessen qualitativ keineswegs gut fremdbetreut, sondern von frühester Kindheit an durch die grundsätzlich viel zu frühe Fremdbetreuung geschädigt - siehe Verlust-, Trennungsängste, Stress, gestörte oder unmöglich gemachte Bindung - die jedoch lebenslang eine so immens wichtige Rolle spielt: die sichere Bindung, das Ausbildenkönnen von Urvertrauen, das das Selbstvertrauen überhaupt erst möglich macht, zur Folge hat - und wir sehen all die persönlichkeitsgestörten Menschen, insbesondere pathologische Narzissten, ängstliche Konservative bis hin zu Tätern schwerer Gewalttaten, denen es an genau dieser sicheren Bindung fraglos fehlte.
 
Ich wiederhole:
Es geht in neoliberaler Politik, Regierung nicht um die Kinder, deren Wohl, es geht nicht um die Mütter, Frauen, deren berufliche "Selbstverwirklichung", Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung - es geht rein nur um die Wirtschaft, um das Instrumentalisieren der Lohnarbeitssklaven.
 
Denn ein tatsächlich bedürfnisorientiertes Arbeiten, Wirtschaften, Handeltreiben und Wohnen, müsste ein tatsächlich (!) am Gemeinwohl orientiertes sein und das in letzter Konsequenz auch und gerade auf das möglichst globale Gemeinwohl hin orientiert, darum bemüht. Aber es geht faktisch augenfällig nicht um das Gemeinwohl, sondern um Privilegien, Profite, Gier, Geiz, Neid, Konkurrenz, Kampf, Ausbeutung, Unterwerfung, Macht, Unterdrückung.
 
Und da schließt sich der Kreis: W a r u m werden Menschen (weltweit btw) zu solchen "Monstern"? Es liegt in ihrer Kindheit, Prägung und Sozialisation begründet, häufig eben in Schwarzer Pädagogik (die nicht nur aus Schlagen besteht, die nicht ausschließlich durch physisch sichtbare Gewalt gekennzeichnet ist) und zumeist auch in religiöser Indoktrinierung.
 
Wenn mit dem Kind nicht angemessen, d.h. je individuell bedürfnisorientiert umgegangen wird oder werden kann - weil die Eltern selbst bereits massiv beschädigt worden sind oder unter Druck stehen, siehe Krisengebiete, Gewalt, Armut, Elend, Not, diktatorische Regime - dann entwickelt es sich entsprechend: negativ, bspw. ängstlich, misstrauisch, aggressiv, gewalttätig, abwehrend, verweigernd, unkooperativ, neidisch, gierig, narzisstisch, Sucht ausbildend, Macht, Kontrolle, Unterwerfung anstrebend usw..
Man nennt das allgemeinhin Kompensation, siehe außerdem Gehorsam, Identifikation mit dem Aggressor, freiwillige Knechtschaft, Selbstentfremdung (mit wiederum entsprechenden Folgen: des Suchens nach "Höherem, Übergeordnetem, Metaphysischem" aufgrund der eigenen Haltlosigkeit, Angst, Verzweiflung).
 
Denn das ihm angeborene Mitgefühl ist gravierend beeinträchtigt, beschädigt, somit seine Fähigkeit zu prosozialem Verhalten auf ganz ursprünglicher Basis eben dieses Mitgefühls, intrinsischer, nicht religiös, ideologisch oktroyierter Moral.
 
Hierzu sei immer wieder auf Erich Fromm ("Anatomie der menschlichen Destruktivtät", "Die Kunst des Liebens" ...) verwiesen, außerdem auf Alice Miller, Arno Gruen (Schmerz, Anpassung, Gehorsam) und Joachim Bauer ("Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt") sowie Gabor Maté.
 
Und die Geschichte zeigt uns in nicht wenigen Figuren deutlich auf, was passiert, wenn Menschen eine belastende, insbesondere physisch und/oder psychisch gewaltvolle Kindheit erlitten haben: Sie werden, als einstige Opfer, selbst zu Tätern, man denke bspw. an Hitler, Stalin, oder zu Kranken, man denke bspw. an Nietzsche.
 
Es kann allerdings auch vorkommen, dass die alleinerziehende Mutter in Hartz 4 - mit ihrem Kind - vegetiert.
 
Weil:

- es ihr an einer beruflichen Qualifikation, einem berufsqualifizierenden Abschluss/Scheinchen, außerdem auch an "Kontakten" fehlt
 
- sie vom Jobcenter über Jahre keine Weiterbildung, Umschulung bzw. berufliche Qualifizierung gewährt, finanziert bekommt (da es hierauf keinen Rechtsanspruch gibt), obwohl sie zertifizierte Maßnahmen und entsprechende Träger vorlegt
 
- sie infolgedessen mittels Ein-Euro- oder Minijobs bis ins Alter bzw. bis in den Tod am Hartz 4-Tropf hängen muss - und das offensichtlich auch s o l l, anderenfalls erhielte sie ja vom Jobcenter individuell passende, bedürfnisorientierte Unterstützung, Stichwort "fördern"
 
- sie möglicherweise physisch chronisch krank und daher zusätzlich entsprechend beruflich eingeschränkt ist und die Jahrzehnte währende materielle Armut, inklusive aller Folgen, Belastungen, Entbehrungen und ohne jeglichen familiären, sozialen Rückhalt, diese Situation kontinuierlich nur verschlechtert, statt verbessert.
 
Sorry, dass ich schon wieder selbstmitleidvoll "gejammert" hab´, aber ja:
Ich würde sehr gerne mal Zahlen haben:
 
Wievielen Menschen es im Hartz-Vollzug eigentlich wie lange schon aus welchen Gründen wie schlecht geht: physisch und/oder psychisch. Und was das mit ihnen "macht" - mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Selbstwertgefühl, ihrer Gesundheit, ihrem Verhalten, siehe bspw. Ängste, Rückzug, Aggression, Depression, Verzweiflung bis hin zum Suizid.
 
Warum gibt es hierzu keine Studien - nicht nur also zur "Erwerbslosigkeit", denn es ist nicht die Erwerbslosigkeit das Problem dieser Menschen, sondern: dass sie keine Zugehörigkeit haben, keine Teilhabe, dass sie keine Anerkennung und Wertschätzung erhalten und sich nicht nach je persönlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten, Interessen, Stärken, Wünschen, aber auch etwaig vorhandenen Einschränkungen, Belastungen in die Gesellschaft einbringen können und dabei gerade n i c h t individuell bedürfnisorientiert unterstützt werden.
 
Nein, Menschen brauchen keine "Arbeit" um jeden Preis.
Nein, nicht jede "Arbeit" (Erwerbstätigkeit) ist besser als keine.
 
Menschen brauchen ein existenzsicherndes Einkommen und all das, das ich soeben aufgezählt habe.
 
Und dafür wiederum ist eine gute, stabile, fröhliche, lebenslang prägende und im Idealfall tragende Kindheit absolute Grundvoraussetzung - um den "Unbillen", Herausforderungen, Belastungen des Lebens überhaupt gewachsen zu sein, um sie bewältigen (!) zu können.
 
Was Menschen, gleich ob Kinder oder Erwachsene, n i c h t brauchen, was sie stattdessen belastet, beschädigt, ist:
 
bevormundender, respektloser Paternalismus, Ignoranz, Verachtung (getarnt als "Mitleid"), Beschämung, Verheizt-, Ausgebeutetwerden und Schwarze Pädagogik:

Druck, Zwang, Kontrolle, Schikane, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Dressur, Strafe - absichtsvolles Schmerzzufügen, das man im allgemeinen Sprachgebrauch als Sadismus bezeichnet - Gewalt also, psychische und physische. Staatliche, strukturelle, systematische.
 
-
 
Es verhält sich nun mal leider folgendermaßen:

Als attraktive, intelligente, sexuell begehrenswerte Frau wirst du von Männern zunächst zu "erobern", sexuell verfügbar zu machen versucht, wenn ihnen das nicht gelingt oder aber gelingt und du dich dann aber nicht (mehr) benutzen lassen willst - als Sexobjekt, Gegenstand oder auch als Mutter, Magd, Animateurin usw. - sondern selbst auch Bedürfniserfüllung beanspruchst, wenn du also nicht nur permanent geben, sondern auch "nehmen", erhalten willst, wirst du von Männern dann schnell abgestoßen, ausgetauscht oder aber angegriffen, zu demütigen, zu entwerten versucht, auch nicht selten wirst du von ihnen diffamiert.
 
Grundsätzlich liegt das daran, dass solche Männer Angst vor solchen Frauen haben - vor Frauen, die keine braven, genügsamen, anschmiegsamen, f o l g s a m e n Weibchen sind, sondern die als ebenbürtige Partnerinnen, Gefährtinnen, als zu respektierendes Gegenüber gesehen und vor allem behandelt werden wollen.
 
Männer haben Angst vor und Wut auf Frauen, denen sie sich sozial, emotional, intellektuell und moralisch unterlegen, von denen sie sich außerdem physisch (sexuell ...) und psychisch-emotional (Fürsorge, Bestätigung, Rückhalt, Zuwendung ...) abhängig fühlen.
 
Sie gehen dann schmollen oder hauen drauf und das auf unterschiedliche Weise, je nach Wesen, Naturell, Temperament des jeweiligen Mannes.
 
Ja, irgendwann, in meinem Fall mit knapp Mitte 40, ist das einfach ermüdend und stinklangweilig.
 
Und enttäuschend ist es ohnehin - frau verliert den Respekt vor solchen Männern: aufgrund deren ureigenen Verhaltens.
 
Und wenn du dann überdies noch wagst, dich dem Patriarchat fast schon demonstrativ zu widersetzen, indem du alleinerziehend bist, indem du dich also nicht zur Ehemagd verfügbar machen, dich nicht unterwerfen, dich nicht von einem Mann besitzen, dich nicht von ihm finanziell, wirtschaftlich, sozial abhängig machen lässt, wenn du in all diesen Bereichen also bewusst und überzeugt von Männern unabhängig sein und bleiben willst, wenn du dabei aber nicht vermögend bist, dann wirst du gerade genau dafür vom Patriarchat bestraft: indem man dir und deinen Kindern vorsätzlich die Existenzgrundlage entzieht: das Geld zum Leben, ein Einkommen für die von dir geleistete Sorge-Arbeit (die du neben Erwerbsarbeit leiste(te)st) und indem dir überdies die dir dafür gebührende Anerkennung, Wertschätzung aktiv und nachhaltig vorenthalten, v e r w e i g e r t wird.

Du wirst stattdessen abgewertet, belächelt, verachtet, bemitleidet oder schlicht ignoriert - somit selbstredend auch deine Sorgen, Nöte, deine Wünsche, Rechte und Forderungen.
 
Manchmal kommen dann Männer, die sich deiner gnädigerweise gönnerhaft "annehmen" wollen - um sich damit aufzuwerten, um ihr Gewissen damit zu beruhigen, um sich nicht ganz so schäbig fühlen zu müssen oder auch einfach wieder nur, um dich gratis sexuell verfügbar zu machen.
 
Es geht all solchen Männern um eines grundsätzlich nicht: um die erforderlichen, angemessenen, gesellschaftlichen, politischen Veränderungen und das im Übrigen global.
Es geht ihnen darum, das Patriarchat zu erhalten - also: ihre Privilegien, ihre Macht - mit all den bekannten Folgen.
 
Verhielte es sich anders, so gäbe es etliche Missstände längst nicht mehr - bspw. Pornographie (also gefilmte Prostitution, gefilmte Sexualgewalt), Prostitution, materielle Armut, die global mehrheitlich Frauen und ihre Kinder trifft, schädigt.

Es gäbe grundsätzlich weniger Gewalt, mehr Kooperation, statt Kampf und Konkurrenz.
Die Verhältnisse v o r der neolithischen Revolution und in den wenigen, noch heute bestehenden Matriarchaten belegen genau das.
 
Aber einer weltweiten Mehrheit von Männern geht es augenfällig nicht um Geschlechterparität - deshalb sprechen sie von "Genderwahn, -terror", deshalb sind sie Maskulisten, Anti-Feministen, Freier, Vergewaltiger, machtgeile Narzissten und Psychopathen, deshalb beuten sie Frauen weltweit aus: sexuell, sozial, als gratis Sorge-Arbeiterinnen ... .
 
Deshalb gibt es den backlash in usa, in Europa - im "christlichen Abendland", im vorgeblich "aufgeklärten, demokratischen Westen".
 
Deshalb sind die drei sogenannten Buchreligionen, die durch und durch patriarchal, autoritär sind, sich sämtlich auf das gewaltvolle Alte Testament stützen, noch immer so stark verbreitet.
 
Deshalb boomt weltweit das Geschäft mit Pornographie, Prostitution, Waffen.
 
Deshalb ist Armut global "weiblich".
 
Deshalb gibt es den gender pay gap - immer noch.
 
Deshalb gibt es den Femizid, werden Frauen und Mädchen weltweit noch immer diskriminiert, misshandelt, unterdrückt (siehe als e i n Beispiel die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen) und getötet, ermordet.
 
Und deshalb wollen Rechtskonservative und Rechtsextreme - nicht nur, aber auch in Deutschland - zurück zu "traditionellen Rollenbildern, Geschlechterrollen", sind sie gegen Abtreibungen und gegen Alleinerziehende, gegen gender studies, gegen den Feminismus - sie wollen Geschlechterpolarität, nicht -parität, sie wollen ihre Vormachtstellung, Deutungshoheit, ihre Privilegien zurück bzw. sie erhalten, sie wollen sich gerade nicht emanzipieren, reifen, sich selbst kritisch, ehrlich hinterfragen.
 
Ich wollte nur mal kurz anmerken, w i e über ich all das habe.
 
-
 

arte-Dokumentation: "In nomine patris" - Die Interessen der Väterbewegung, Maskulisten, Anti-Feministen - Patriarchat

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