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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

Mein ganz persönliches regretting motherhood

 
02. Januar 2023
 
regretting motherhood
 
Mutterschaft, Mutterliebe, Hingabe, Selbstaufgabe, Muttermythos, Mutterhass, Muttermord, Matrizid, Femizid, Maskulinismus, Androzentrismus, Biologismus, Misogynie, maligner Narzissmus, Autoritarismus - Patriarchat
 
Ich bin es leid, Mutter zu sein.
Ich bin es nach 30 Jahren leid, als biologische und soziale Frau, als ledige, unbemittelte, allein alleinerziehende Mutter, gratis Sorge-Arbeit Leistende, systematisch ausgebeutet, entwertet, bevormundet, verhöhnt, staatlich mit Armut bestraft, misshandelt, beschädigt, auf Raten vernichtet zu werden.
 
Kapitalismus, Patriarchat:
 
Autoritarismus, Zwang, Härte, Strenge, emotionale Kälte und Verpanzerung, Strafe, Rache, Macht, Kontrolle, Beherrschen-, Unterwerfenwollen, Narzissmus, Knechtung, Objektifizierung, Entwertung, Ausbeutung, Grausamkeit, Sadismus - Gewalt, Vernichtung.
 
Kompensationsverhalten.
Intellektuelles, soziales, emotionales Defizitärsein, Liebesunfähigkeit, Unreife - charakterliche Armut, Schwäche.
Das Gegenteil von Souveränität, Stärke: Charakterstärke, Herzensbildung, Persönlichkeitsreife.
 
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14. Januar 2023
 
Wer hilft tatsächlich: bedürfnisorientiert, nicht-paternalistisch, wenn Mutter und Tochter infolge langjähriger Armut - in, durch, wegen Hartz IV/"Bürgergeld", typischen einhergehenden Belastungen, Entbehrungen, Folgen - Burnout und Depression "haben"?
 
Ich habe 30 Lebensjahre gegeben: zwei Kindern. Weil es nicht anders ging: ledig, unbemittelt, allein alleinerziehend.
Dieses Jahr werde ich 50, seit 14 Jahren chronisch physisch krank, seit 10 Jahren ohne medizinische Behandlung. Es geht nicht mehr.
 
Wie meiner Tochter und mir seit 18 Jahren, seit 2005, dürfte es den meisten anderen Betroffenen, Menschen im Hartz-Vollzug, in Armut, auch gehen.
Es ist staatlich entzogenes, geraubtes Leben. Vegetieren. Krepieren auf Raten. Vernichtung.
 
Wiedergutmachung für 17, nun 18 Jahre entzogenes, geraubtes Leben: Hartz IV, Bürgergeld. Unmöglich: Es ist die gesamte Kindheit meiner Tochter, inklusiver aller Entbehrungen, lebenslang wirksamer Prägung.
 
#IchbinArmutsbetroffen: seit 36 Jahren, seit meinem 13. Lebensjahr - als Jugendliche, Azubi, Jobbende, Schwangere, Mutter, Studentin, Sorge-Arbeit Leistende, alleinerziehende, ledige Frau. Bildung schützt vor Armut nicht.
Armut = Gefängnis.
Armut tötet: Menschen.
 
Wie verhält es sich mit Respekt, Wertschätzung, Anerkennung von Lebensleistung, unentbehrlicher, unersetzlicher Arbeit von Alleinerziehenden, Müttern?
Sorge-Arbeit, Frau, ledig, alleinerziehend, d e s h a l b: in materieller Armut vegetierend, krepierend.
Armut als Strafe.
 
Auch in Medizin, Schulmedizin, auch Psychotherapie geht es zumeist nicht um tatsächliche Heilung von Menschen, sondern um bloße Symptombehandlung, Reparieren: um das (wieder) Funktionalisierbarmachen von Objekten für Arbeit, Wirtschaft.
 
"Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht."
Und offensichtlich s o l l er brechen: irreparabel, total, endgültig. Bestimmte Menschen wollen es so, tun alles dafür, dass dies "passiert". Sagen dann: Der Krug war zu faul, schwach, schlecht. Gut, dass er hinüber ist!
 
Es sind ja nur "Schmarotzer, Asoziale, Ballastexistenzen".
 
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update 07. März 2021
 
Ich bereue kaum etwas so sehr, wie zwei Kinder bekommen zu haben:
allein alleinerziehend, unbemittelt, in Armut, sozialer Isolation, chronisch physisch krank, alternd vegetieren müssend: wegen Hartz IV und nicht als Arbeit anerkannter Sorge-Arbeit, Leistung.
 
Wieviel, was alles muss eine Mutter - überzeugt ledig (keine Ehemagd), unfreiwillig alleinerziehend (allein Verantwortung tragend und Fürsorge leistend: täglich über etliche Jahre) - eigentlich wie lange für ihre Kinder opfern, entbehren?
Auf welcher moralisch-ethischen Legitimationsgrundlage dies?
 
Warum muss sie allein Jahre, Jahrzehnte lang - Sohn wird in Bälde 28, Tochter ist 15 - die ganze Last der alleinigen Verantwortung tragen, wenn/weil es keine anderen Bezugspersonen (verantwortungsvolle, fürsorgliche, liebevolle Kindesväter und/oder Großeltern, sonstige Familie) gibt?
 
Warum wird politisch, gesellschaftlich zugelassen, dass eine solche Mutter für Kind 1 schon ihre gesamte Jugend gab, aufgab - zwangsläufig, gezwungenermaßen, eben weil sie die gesamte Verantwortung alleine trug/trägt, die ganze Sorge-Arbeit alleine unentgeltlich leistete, neben Jobs, Ausbildungen, (halbem) Studium, zahlreichen Umzügen ... - und für Kind 2 ihre "restlichen" guten, mittleren Jahre, ihre 30er und 40er?
 
Warum muss eine solche allein alleinerziehende Mutter, Frau chronisch physisch krank über Jahre, Jahrzehnte in materieller Armut, in Hartz IV und/oder Niedriglohn vegetieren - sozial isoliert, ohne soziokulturelle Teilhabe, ohne Mobilität, da ÖPNV viel zu teuer, an Führerschein und Auto war ohnehin nie zu denken.
 
Warum wird eine solche Frau von zahlreichen Männern nur als gratis Fickobjekt gesehen, be-, misshandelt - denn die wenigsten wollen Verantwortung für fremde Kinder tragen.
 
Warum muss eine solche Frau noch im Jahr 2021 in Deutschland nahezu jegliche Selbstbestimmung entbehren - w e i l sie seit frühester Jugend allein alleinerziehende, l e d i g e, materiell arme Mutter, Frau ist?
 
Sie kann nicht einfach in Freizeit tun, unternehmen, was sie wann wie will, was ihr guttut, was sie gerade auch für die zu leistende Sorge-Arbeit, sogenannte Reproduktionsarbeit stärkt - sie muss immer Rücksicht nehmen: auf Kleinkind(er), auf ältere Kinder.
Sie muss sich selbst ein "soziales Netz" basteln, wozu sie wiederum mobil sein können muss und idealerweise nicht arm, unbemittelt ist.
 
Sie kann sich beruflich nicht entwickeln, entfalten, sie kann sich nicht bilden, aus-, fortbilden, studieren, wie, wo, wann sie gerne möchte, gewollt hätte, als noch Zeit dafür war - weil sie bedürfnisorientiert fürsorglich und verantwortungsvoll mit zwei Kindern allein alleinerziehend "Umgang hatte". Stets in materieller Armut befindlich.
 
Sie kann nicht reisen, sie kann mit Kind/ern nicht (mehr) trampen, sie findet mit Kind/ern weniger leicht einen existenzsichernden Job, eine Wohnung, einen Partner, Gefährten.
Sie ist gebunden: an Kind/er, durch die Kinder. Seit ihrem 19. Lebensjahr: nontsop.
 
Sie hat ihre besten Lebensjahre gegeben: zwei Kindern, wovon eines, ihr Sohn, ihr das Sorgerecht entziehen ließ, weil es im Alter von 16 Jahren einen Umzug nicht mitvollziehen wollte, weil das Jugendamt nicht minimalst unterstützt hat, weil es keine weiteren Bezugspersonen - für Kind/er und Mutter - gab, gibt und: obwohl keine Kindeswohlgefährdung, gar -schädigung vorlag.
 
Als allein alleinerziehende, mitfühlende, verantwortungsvolle Mutter, Frau, Partnerin bist du es immer, die gibt, fürsorglich ... ist. Wer, welcher Mann, geht wann mal bedürfnisorientiert-fürsorglich, liebevoll, verantwortungsvoll, wertschätzend mit d i r um?
 
Als (alleinerziehende) Mutter bist du auch ein bedürftiger, verletzlicher, belasteter, versehrter Mensch - bedürfnisorientiert fürsorglich, alleine Verantwortung tragend, etliche Entbehrungen leistend: Jahre, Jahrzehnte lang.
Keine eierlegende Wollmilchsau. Keine Maschine.
 
Aber was "kommt zurück"? Welches Mitgefühl, welche Anteilnahme, welches prosoziale Verhalten, welche Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Unterstützung, welcher Gemeinsinn, Verantwortungsbewusstsein?
Nada. Niente. Nothing.
Wie so auch bereits von den eigenen "Eltern".
 
regretting motherhood !
 
ICH KANN, ICH WILL NICHT MEHR.
"(...) Dürre Worte, hinter denen das Martyrium des schlechten Gewissens eines Menschen steht, der es doch so bitter nötig hätte, ohne schlechtes Gewissen auch einmal an sich selbst denken zu können; dem jedoch nur eines gestattet wird: immer nur an die anderen zu denken! (...)
 
Aus Gewöhnung an die "Mutterliebe" erwarten auch Männer, von Frauen bedient zu werden; treten Schwestern, Freundinnen, Kolleginnen, Ehefrauen die direkte Nachfolge der Mütter an. "Mutterliebe" bedeutet also heute vor allem eines: Arbeit.
 
Aber wer bedient uns? Wer sagt eigentlich, dass nicht auch Männer "mütterlich" sein könnten? Dass nicht auch sie liebevoll Rücksicht auf andere nehmen, nachts durch Kinderweinen hochschrecken und für die lieben Kleinen Windeln waschen könnten? Auch Selbstverzicht hätte, neben gesunder Selbstliebe, durchaus in männlichen Seelen Platz. Oder sind die Männer von Geburt an allesamt Monster? Doch wohl kaum... (...)
 
Der terroristische Anspruch der "Mutterliebe" verbietet jeder Frau das Eingeständnis ihrer Ambivalenz, ihrer Widersprüche. Dabei ist es nun einmal eine Realität, dass Mutterschaft unter den heutigen Bedingungen Frauen weitgehend versklavt. Daraus resultiert das, was wir in EMMA den "Mutterhass" genannt haben. (...)"
 
 
Alice Schwarzer schrieb das bereits im Jahr 1978 in der EMMA. Es hat sich bis heute nichts geändert, "gebessert": zum Wohl der Mütter und damit, erst dann, erst hierdurch auch der Kinder, der Gesellschaft.
 
Was tun wieviele Männer, Väter aktiv, engagiert, im Alltag wie bedürfnisorientiert, respektvoll, nicht-paternalistisch, nicht autoritär, stattdessen empathisch, mitfühlend, wertschätzend, verantwortungsvoll, fürsorglich für dieses Mutterwohl - für Mütter, Partnerinnen, Töchter, Schwestern, für Frauen?
 
Was heißt das denn, Opfer zu bringen, zu entbehren, Verzichte zu leisten für zwei Kinder, über Jahre, inzwischen fast drei Jahrzehnte? Bring´ doch dafür mal ein paar konkrete Beispiele, Else, mach´ es doch mal anschaulich, nachvollziehbar!
 
Gut, Beispiele, beziehen sich nun hauptsächlich auf Tochter, da ich mit ihr aktuell noch zusammenlebe und weil Sohn schon seit 11 Jahren aus dem Haus ist.
 
- gerade letzte Woche war Tochter (nach einem Jahr) endlich mal wieder beim Friseur, €26,- nur für Spitzenschneiden und das war noch "günstig". Müsste für sie sonst, bei anderen Friseuren, schon den vollen Erwachsenen-, Damenpreis zahlen - hier im Stadtteil sind das um die €50,- aktuell. Mit anderen "günstigen Friseuren" haben wir schon wiederholt negative Erfahrungen gemacht.
 
Ich war 2017 das letzte Mal beim Friseur und davor auch stets nur ein Mal im Jahr, wie so auch Tochter. Seitdem schneide ich mir die Haare selber - entsprechend sieht es aus.
 
- Kind (Tochter) wollte nun auch mal Schminkzeug, ich schminke mich nie, habe sowas daher auch nicht. Letztes Jahr für Kind Schminkgrundausstattung (Bio-Schminke) im Wert von ca. €120,- gekauft.
 
- Kind wünschte sich vor Jahren ein Skateboard - hat sie bekommen, angeblich neu, aber leider ein Billigteil, ging nach zweimaliger Benutzung kaputt - Holz abgesplittert und es fährt von Anfang an schief, kriege das mit T-Schlüssel nicht behoben.
 
- Kind wünschte sich Rollschuhe, hat sie bekommen - neue von BTFL.
 
- Kind wünschte sich Meerschweinchen - hat sie bekommen, mit großem Gehege und Zubehör; mussten wir dann wieder abgeben, weil in der Haltung zu teuer: Heu und nur Frischfutter (kein Trockenfutter) für zwei, später drei Tiere, um die €45,- je Monat, Gehege aus Holz und Zubehör teils neu, teils gebraucht angeschafft, kostet auch Geld.
 
- Kind brauchte einen Schreibtisch, auch mal sowas wie ein, zwei Teppiche (gebraucht gekauft, gewaschen) für ihr Zimmer, "Vorhänge" (hier sind das Tücher, bunte Pareos vor den Fenstern), diversen "Kleinkram", bspw. Poster, Taschen, Rucksack, Stifte, Schränkchen/Kleinkommode für Krimskrams, dann auch sowas wie
 
- Malzeug: bspw. Wasserfarbkästen, Acrylmalfarben, bisschen Bastelkram, zuletzt Pastellmalkreiden mit passendem Papier, dazwischen auch mal Garn für Freundschaftsbänder, sowas wie Springseil, Hüpfpferd, Schaukelpferd (als sie noch klein war)
 
- Kind wünschte sich früher Spielzeug (Puppenhaus aus Holz, Duplo-Sachen, Stofftiere, Puppen und Puppengeschirr, -kleidung, Puppenwagen, Kaufladensachen, Brettspiele etc.) - hat Kind bekommen: alles secondhand angeschafft, so auch
 
- Kleidung, sogar zeitweilig Schuhe (ich auch sowie auch meine Kleidung und Möbel: secondhand-Ware) und inzwischen auch BH´s (auch sowas habe, trage ich selbst nicht)
 
- Kind ging gelegentlich (vor Corona) mit Freundinnen ins Kino
 
- Kind isst im Sommer häufiger Eis: zwei bis drei Kugeln von der Eisdiele
 
Ich gehe nie aus, weder ins Kino noch Theater, Konzert, Ausstellung, ich gehe nie in ein Café, Restaurant - seit mindestens 15 Jahren nicht mehr: HartzIV, aber auch davor nur sehr selten.
 
- Kind hat eine Schülerfahrkarte und ein je Alter/Größe passendes Secondhand-Fahrrad. Ich habe keine Fahrkarte für den ÖPNV, kann ich mir seit acht Jahren nicht mehr leisten, davor auch schon kaum.
Ein Fahrrad habe ich mir letzten Herbst secondhand gekauft, für €45,- (leicht defekt) - nach mehr als 20 Jahren habe ich nun wieder ein Rad.
 
- Wir gehen nie "shoppen". Alles, was Tochter braucht, wünscht, versuche ich secondhand via Internet zu beschaffen, auch ihren Modewünschen so weit es möglich ist zu entsprechen.
 
- Ausflüge: sind hier unmöglich, gibt es: nie.
 
- Urlaube: gibt es nie, gab es mit beiden Kindern: nie.
 
Mein letzter Urlaub liegt 35 Jahre zurück, war in meiner Kindheit - mit meinen Pflegeeltern in Österreich.
Außer Österreich (Tirol, Burgenland - wunderschön!) und ein bisschen Schweiz (Wallis - ein Traum!) habe ich von dieser Welt nichts gesehen, auch noch nie je in einem Flugzeug gesessen.
 
Das sind nur einige Beispiele. Davor war es mit Sohn schon ähnlich - unser gesamter Haushalt: Secondhandware - Kleidung, Möbel, Bücher, Hausrat.
 
Und wie, meint ihr, geht all das: in langjähriger materieller Armut (schon lange vor Hartz 4), alleinerziehend, ohne familiäre Unterstützung und seit 15, nun 16 Jahren im Hartz-Vollzug?
Wer, meint ihr, verzichtet da also ... ? Exakt.
 
Der einzige "Luxus", den wir uns, ich auch mir, leiste, sind Bio-Lebensmittel. Auch hier isst inzwischen, aufgrund von Pubertät, Wachstum ..., meine Tochter mehr als ich.
Ich kann auch krankheitsbedingt kaum noch etwas essen. Folge: kontinuierlicher physischer Verfall, Muskelabbau (sichtbar), Gewichtsverlust, untergewichtig, mangelernährt.
 
Mit Lebensqualität, Lebensfreude, Genuss hat all das schon lange nichts mehr zu tun.
 
Sorge-Arbeit: gratis geleistet seit nunmehr 28 Jahren nonstop - alleine. Daneben jobbend, in Ausbildungen und Studium befindlich gewesen, zahlreiche Umzüge bewältigt habend - und noch einiges andere mehr: mehrere Gerichtsverfahren (Sozialgericht, Finanzgericht, Familiengericht, Amtsgericht - zumeist ohne anwaltliche Vertretung, da schon PKH verwehrt wurde), Behördenschikane, Kampf gegen permanente Jobcenter-Beschädigungen.
 
Keine Eltern. Kein sozialer Rückhalt, Beistand, Unterstützung, Entlastung. Keine Wertschätzung. Keine Liebe. Keine Gefährten.
 
Soziale Isolation in Armut und physischer chronischer Krankheit. Kein Zugang zu medizinisch erforderlicher, hilfreicher (wenigstens symptomatischer) Behandlung.
 
Else, wie oft, lange noch willst du immer und immer dasselbe schreiben, offenlegen, dokumentieren? - So lange, als diese "Missstände" bestehen, sie nicht nur mich und mein(e) Kind(er) beschädigen und: so lange ich noch existiere, vegetiere.
 
Habe ich also noch immer nicht genug ertragen, durchlitten, bewältigt (von Kindheit, meiner, noch gar nicht gesprochen ...)?
Habe ich mich nicht genug bemüht, gekämpft?
 
WAS VERFICKTE SCHEISSE SOLL ICH N O C H AUSHALTEN.
 
Übrigens: Ich saufe nicht, rauche nicht, kiffe nicht, nehme auch keine anderen Drogen. Ich bin nicht übergewichtig, nicht kriminell geworden - trotz all der Belastungen.
Im Gegensatz zu etlichen Menschen, die ich kenne, die drogensüchtig sind, mindestens saufen (ja: Alkoholiker), kiffen, rauchen ... .
Und im Gegensatz zu meiner biologischen "Mutter" - der Säuferin. Die nicht einmal ihren Teil ihrer Verantwortung für ihre Tochter getragen hat - nie je. Weshalb ich bei mehreren Pflegeeltern aufgewachsen bin und zwei "Internate besuchte".
 
Biologischer Vater: unbekannt. Hat sich nie für mich interessiert, nie gekümmert. Ich habe ihn noch nie je gesehen.
 
Pflegeeltern: beide längst verstorben.
 
Biologische "Eltern": machen´s sicher auch nicht mehr lange, denke ich - altersbedingt.
 
Trotz all dessen: war ich ein gesundes, vitales, fröhliches Kind, Mädchen, gut in der Schule, hatte Freundinnen, Hobbies, habe immer gerne und regelmäßig Sport gemacht.
 
Ab dem Zeitpunkt, da ich - vorübergehend - bei meiner biologischen "Mutter" "lebte": fing die soziale Isolation und auch physische Krankheit an, später dann durch die beiden Kleinkinder und die Armut.
 
-
update 14. Mai 2022
 
Nochmal zu den zahlreichen geleisteten Verzichten und Entbehrungen von Müttern, jedenfalls dann, wenn sie allein alleinerziehend, ledig und unbemittelt sind, zu über Jahre, Jahrzehnte geleisteter bedürfnisorientierter Fürsorglichkeit, Verantwortung:
 
- Tochter war letztes Jahr im Sommer, mit 15 Jahren, zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Restaurant, einem Bistro: Essen. Mit ihrer Freundin.
Niemals je zuvor mit ihrer Mutter. Kein Geld für zwei ... .
 
- Tochter war kürzlich, mit 16 Jahren, mit Freundinnen auf dem "Dom" (Hamburger Kirmes, Jahrmarkt, hier so bezeichnet), sie hat dort knapp €60,- ausgegeben.
 
All das und das im älteren thread bereits Genannte, ist nur möglich, weil die Mutter verzichtet: bei sich selbst.
Und das geht ETLICHEN unbemittelten Müttern im reichen Deutschland genau so! Soviel nochmal zum Mütterbashing.
 
Aber g e m e i n s a m können meine Tochter und ich nichts unternehmen.
Ich: sowieso nicht(s). Hartz IV, Armut, unten
 
- Tochter hat vor ca. 2 Jahren Bio-Schminke im Wert von insgesamt ca. €150,- bekommen, kürzlich auch ein Parfum.
Ich habe mir selbst in meinem ganzen Leben, bis heute nie Schminke für auch nur €100,- gekauft und hatte mit 16 noch kein Parfum.
 
- Tochter kann auch gelegentlich zum Friseur gehen, ich schneide mir die Haare seit 2017 regelmäßig selbst, weil ich nicht auch noch Friseur für mich bezahlen kann.
 
- Tochter hat auch das weit bessere secondhand-Handy als ich.
 
Und nochmal: Ich rauche, saufe, kiffe nicht, werfe keine Pillen ein, trinke seit Jahren nicht mal mehr Kaffee, weil ich ihn nicht mehr vertrage - aber es ist Kaffee da: für Tochter, weil sie gelegentlich Kaffee trinken möchte.
 
Aber klar: Müttern wie mir sollte man die Kinder wegnehmen. Weil sie ihnen, Zitat gelöschter twitter-account "MaedchensOpili":
"kein lebenswertes Leben zu ermöglichen in der Lage sind".
 
SO läuft das. Immer noch. Im maximal destruktiven, gewaltvollen Patriarchat.
Frauen, Mütter attackieren, herabsetzen, entwerten, schwächen, beschuldigen, beschädigen.
 
Ihr seid so erbärmliche Wichte.
 
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Was dem am 14. Mai 2022 vorausgegangen war:
 
Jemand - der account "MaedchensOpili" wurde inzwischen gelöscht - hatte mir am 14.05.2022 bei twitter, anonym, wie üblich, "vorgeschlagen", meine sechzehnjährige Tochter in eine Pflegefamilie zu geben, da ich, Zitat gelöschter account: "nicht in der Lage" sei, "ihr ein lebenswertes Leben zu ermöglichen".
 
Nachfolgend einkopiert meine Repliken auf diesen Ratschlag:
 
Ganz sicher nicht - sie ist 16. Und ich wollte meine beiden Kinder nie weggeben - nicht nochmal das erleiden, das ich erleiden musste. Nicht, weil meine Pflegeeltern so schlecht waren, sondern weil es eine existenziell lebenslang prägende "Sache" ist - wurzellos.
 
Und es gibt eine viel einfachere, bessere Lösung: für alle ähnlich Betroffenen, Frauen, Mütter, Alleinerziehenden, Familien in Armut: mehr Geld, somit immense Entlastung, überhaupt erst Mobilität, Teilhabemöglichkeit hierdurch - Lebensqualität.
 
Aber "interessant" und typisch: Der erste Gedanke ist: Wie kann man die Kinder von ihren Eltern wegorganisieren. Nicht und stattdessen: Wie kann man Familien so helfen, dass sie gut zusammenleben können: Armut beheben. Mütter stärken, entlasten.
 
Und wenn man schon feststellt, dass jemand am Ende seiner schon rein physischen Kräfte ist, ist es ganz gewiss das Beste für diese Person, ihr noch zusätzlich in die Visage zu treten.
Vielleicht lässt du deinen Sadismus fachärztlich behandeln.
 
Deine empathielose Ignoranz lässt noch viel tiefer blicken. Deine bösartigen, herabwürdigenden, absichtsvoll verletzen wollenden Unterstellungen - "nicht in der Lage, deinen Kindern ein lebenswertes Leben zu ermöglichen" - noch weit tiefer.
 
Und nein, das hat in der Tat nichts mit Schuld, Schuldfrage zu tun, sondern mit Ursachen. Und nicht nur, aber auch hier sind die Ursachen letztlich alle auf materielle Armut, Hartz IV und eben hieraus resultierende Folgen zurückzuführen - angefangen von der fehlenden Mobilität, somit soziokulturellen Teilhabe, über damit einhergehenden, nicht möglichen Zugang zu medizinischer Behandlung in Facharztpraxen, Freizeitaktivitäten, Sozialkontakten, Abwechslung, neuen Eindrücken, bis hin zu fehlendem Geld für Zugang zu anwaltlicher Vertretung - die in den meisten, wenn nicht allen Fällen, jedenfalls meinen, gar nicht vonnöten wäre, da ich den gesamten Jobcenter-Kampf (Widersprüche, Klagen ...) dann nie hätte führen müssen, da ich den aktuellen Stress mit der Jugendmusikschule und allen involvierten Behörden(stellen) nicht hätte usw..
 
Darauf entgegnete der gelöschte account, u.a., ob mir mehr Geld helfen würde und was denn passiere, wenn ich dieses nicht erhielte, wenn es, Zitat "nicht kommt".
Meine Replik hierauf:
 
Ja, stelle diese Frage doch gerne unserer Regierung und Gesellschaft. Denn diesen gilt Sorge-Arbeit nichts - nicht als unentbehrliche, unersetzliche Arbeit, Leistung.
 
Stelle diese Frage Kinderschutzverbänden, Jugendämtern, Politikern:
Warum sie sehenden Auges Kinder und Jugendliche leiden lassen: Kinderarmut ist immer auch Mütterarmut - weltweit. Eben deshalb, weil Frauen Mütter sind und für ihre Arbeit, Leistung kein Einkommen erhalten, schon gar kein existenzsicherndes, sind sie weltweit mehrheitlich von Armut betroffen, belastet, beschädigt.
 
Und auf die Idee, die Mütter zu stärken, weil es Kindern nur dann gut gehen kann und wird, wenn es auch ihren Eltern gut geht, kommst du erst gar nicht.
Auch nicht darauf, dass Mütter auch Menschen sind - keine Versorgungsmaschinen, die beliebig benutzbar sind.
 
Und welche, wie zahlreiche Entbehrungen Frauen, alleinerziehende, mit Armut belastete Mütter über Jahre und Jahrzehnte für das Wohlergehen ihrer Kinder leisten, interessiert dich auch nicht im Mindesten, diese Tatsache übergehst du: vollständig.
 
Aber dafür, dass diese Frauen, Mütter Jahre und Jahrzehnte auf eigene ausreichende, gesunde Nahrung, auf Teilhabe, Freizeitgestaltung, Mobilität, Sozialkontakte und zahlreiches "Alltägliche" verzichten, damit einiges davon wenigstens ihren Kindern möglich ist, sollen diesen Frauen, Müttern dann auch noch die Kinder weggenommen werden - drauf geschissen, d a s s sie offensichtlich "gute Mütter" haben: bedürfnisorientiert! fürsorgliche, verantwortungsvolle, liebevolle.
 
Und nochmal randläufig: Das aktuelle Problem mit bspw. der Jugendmusikschule - von dieser geforderte Gebühren für zwei Monate, obwohl meine Tochter den Unterricht gar nicht in Anspruch genommen hat und ich nachweislich (vorhandene e-mail-Korrespondenz, die das beweist) im Vorhinein, vor der Anmeldung, intensiv, eigeninitiativ darum bemüht war, jegliche Kosten zu vermeiden - habe ich, weil ich meiner Tochter Unterricht an selbiger, im Rahmen unserer finanziellen Situation, ermöglichen wollte.
Meiner Tochter. Nicht mir. Genau.
 
-
update 14. Mai 2022
 
Meine Tochter hat keinerlei Erinnerungen mehr an unsere Zeit in Heidelberg, als ich mit ihr noch regelmäßig in die Natur ging: in den Wald, in den Weinbergen spazieren, zum Bierhelderhof den schönen Weg von Rohrbach aus, in den Wald in Sandhausen, auf die Neckarwiese ... .
 
Von diesen Spaziergängen und Spielplatzbesuchen abgesehen waren wir zweimal im Heidelberger Zoo, weil wir dort damals keinen Eintritt zahlen mussten. Hartz IV
 
Wir waren zweimal im von mir seit meiner eigenen Kindheit so geliebten Luisenpark in Mannheim und ein Mal fuhren wir mit der Bergbahn zum "Märchenparadies" auf dem Königstuhl.
Ein einziges Mal war ich mit ihr im Freibad, in Leimen.
 
Seit wir wieder in Hamburg wohnen, seit 2013, seit neun Jahren also, haben wir nichts gemeinsam unternommen. Nichts, außer ein paar Spaziergänge auf den immer gleichen zwei, drei Wegen hier im Stadtteil.
Da ich mir den ÖPNV nicht leisten kann, auch keine Gebrauchtfahrräder für uns beide, so hatte all die Jahre nur meine Tochter ein jeweils größen-, alterspassendes Gebrauchtrad.
 
Meine Tochter hat nichts erlebt, keine Abwechslung, keine Ausflüge in umliegende Natur, Umgebung, keine kulturellen Veranstaltungen, keinen Urlaub in Nachbarländern. Nichts.
 
Sie kennt nicht einmal die Stadt, in der sie seit neun Jahren "lebt", wohnt - nur unseren kleinen, außerhalb gelegenen Stadtteil.
Sie war noch nie an der Nord- oder Ostsee, noch nie im Harz, in der Lüneburger Heide, nie am Meer, nie in den Bergen.
 
Und genau so war es auch schon bei meinem inzwischen 29-jährigen Sohn, mit dem ich seit meinem 19. Lebensjahr ebenfalls allein alleinerziehend war.
 
Woran werden meine Kinder sich einmal erinnern, wenn sie (noch) etwas älter sind, wenn sie vielleicht eigene Kinder haben, wenn sie auf ihre Kindheit zurückblicken - woran werden sie sich erinnern, wenn sie an ihre (dann verstorbene) Mutter denken? An all die leeren, toten Stunden in Wohnungen.
 
Alles, das in ihrer Kleinkindzeit war, erinnern sie nicht - gemeinsames Keksebacken. Basteln ging schon nie, weil ich dafür keine Begabung habe und man auch dafür einen Grundstock unterschiedlicher Grundmaterialen braucht - und den Platz dafür.
 
Meine Tochter will längst schon keine Spaziergänge im Stadtteil mehr mit mir machen. Verständlich. Auf den Spielplatz geht sie auch nicht mehr. Klar.
 
Mein Sohn will seit seinem 16. Lebensjahr keinen Kontakt zu/mit uns, leider vor allem auch nicht zu seiner (Halb-) Schwester.
 
Seit 13 Jahren habe ich keinen Sohn mehr, hat meine Tochter keinen Bruder.
Großeltern oder andere Familie gibt es nicht.
Perspektive: gibt es nicht.
Nur noch Vegetieren, Abmagern, Krepieren in der Kammer.
 
Hartz IV
Je suis Ballastexistenz
Zu vernichten.
 
Dreißig Jahre, seit deinem 19. Lebensjahr, deine gesamte Jugend, vitalen Jahre, hast du fürsorglich g e g e b e n: zwei Kindern. Alleine.
 
Du hattest schon keine Eltern - fürsorglich, verantwortungsvoll, liebevoll, sie haben dich beide abgeschoben, ignoriert, im Stich gelassen.
 
Männer: woll(t)en dich letztlich immer nur ficken.
 
Wer geht eigentlich je mal mit dir wertschätzend, fürsorglich, liebevoll, gebend um - mit dir, als Frau, als Mutter, als Sorge-Arbeit-Leistende, Verletzliche, Versehrte.
 
Du, ledig: wirst lebenslang mit Armut b e s t r a f t.
 
-
Aktualisierung am 30. April 2019
 
Lieben bedeutet nicht Unterwerfung - weder aktiv noch passiv.
 
Wer liebt, gerne, von Herzen g i b t (materiell, immateriell, emotional, sozial), sorgt (bedürfnisorientiert fürsorglich ist), Verantwortung für den geliebten Menschen - gleich ob Kind, Partner, Freunde, Eltern ... - trägt, sich mit ihm befasst, auseinandersetzt, ist und bleibt dabei auch selbst bedürftig.
Du kannst nicht endlos nur geben und deine eigenen natürlich menschlichen Bedürfnisse (nach Fürsorge, Nähe, Wertschätzung, Zuwendung, Beistand, Rückhalt, Verbundenheit ...) übergehen l a s s e n, du wirst dadurch verbraucht, du wirst davon krank und (schneller) alt.
 
Als Frau, als - alleinerziehende, ledige, unbemittelte - Mutter bist du es zumeist, die gibt, sorgt, Verantwortung trägt, verzichtet, kämpft, erträgt, bewältigt ... : viele Jahre lang, jeden Tag - bis zum physischen und psychischen Zusammenbruch. Weil du kaum etwas zurückerhältst, weil Kinder nicht deine Bedürfnisse erfüllen können, es auch nicht sollen.
Ein Kind ist kein Partner, auch kein Partnerersatz. Kinder sind auch nicht die Freunde ihrer Eltern und umgekehrt.

Du gibst - und entbehrst, verzichtest. Jahre, Jahrzehnte lang. Jeden Tag.
Sie gehen aus dem Haus und ihrer Wege. Du bleibst alt, krank, verbraucht zurück und vegetierst, stirbst nur noch in Krankheit und Armut, w e g e n beidem.

"Mehr": war es nicht.

Ich habe mein Soll erfüllt. Seit meinem 19. Lebensjahr: mit zwei Kindern allein alleinerziehend in materieller Armut und inzwischen langjährig chronisch physisch krank.
 
Es gibt hier keine Mobilität, keine soziokulturelle Teilhabe, keine "Förderung" durch Jobcenter bspw., keine Perspektive auf je nochmal eine Verbesserung der Situation, nicht einmal auf die notwendige medizinische Behandlung, ebenfalls wegen der Armut, ihrer Begleiterscheinungen und Folgen, wie bspw. fehlende Mobilität, Nichterreichbarkeit von Facharztpraxen.
 
Es gibt hier keine "Resilienz" und keine Selbstwirksamkeit mehr.
Irgendwann ist einfach keine Kraft (zum Aushalten, Durchhalten, Ertragen, Kämpfen, Bewältigen) mehr vorhanden - weder physische noch psychische. Insbesondere dann nicht, wenn es keinen familiären, sozialen Beistand, Rückhalt gibt.
 
Wenn du jung, gesund, vital, attraktiv und naiv, aber alleinerziehend und arm bist, "findest" du noch "ausreichend" Männer, die dich ficken wollen, aber auf Beziehung und Verantwortung (für ein fremdes Kind) haben sie üblicherweise, mehrheitlich keine Lust.
 
Wenn du alt, krank, nicht mehr attraktiv, nicht mehr naiv, aber zusätzlich alleinerziehend und arm bist, willst du nicht mehr - noch zusätzlich - gefickt werden.
 
Du möchtest Wertschätzung, nicht-paternalistische, sondern bedürfnisorientierte, respektvolle Fürsorglichkeit, Nähe, Vertrautheit, Intimität, Leidenschaft(en), Zärtlichkeit, Mitgefühl (statt Mitleid), Verlässlichkeit, Verantwortung, Verbundensein, (mentale, intellektuelle) Anregung, Austausch - du möchtest einen Gefährten. Gleich, ob du jung warst oder alt bist.
 
Deine Kinder können und sollen dir solche Gefährten niemals sein.
Dass einige Eltern das anders sehen, wollen, sich wünschen und ihre Kinder entsprechend behandeln, d.h. missbrauchen, ändert daran nichts.
 
Es ist anstrengend, sich allein und in materieller Armut um Kinder zu kümmern. Es ist Arbeit. Es ist Leistung. Und sie schwächt, verbraucht, insbesondere dann, wenn du selbst kaum je einmal regenerieren, auftanken kannst: physisch und psychisch-emotional. Wenn du alles alleine organisieren, ertragen, bewältigen, verantworten musst und dabei das Geld nicht einmal für ausreichend gesunde Nahrung für die Kinder und dich vorhanden ist, obwohl du schon Jahre und Jahrzehnte selbst zurücksteckst, verzichtest, entbehrst.
 
Du erhältst dafür weder von "Staat", Regierungspolitik noch Gesellschaft noch deinen Kindern Anerkennung, Wertschätzung.
Nichts. Nada, niente, nothing.
 
Du vegetierst nur noch: krank, alternd, sozial isoliert in Armut. Bis du schließlich krepierst.
 
Frau, Mutter, Sorge-Arbeit-Leistende - ledig, unbemittelt, alleinerziehend, seit 27 Jahren nonstop (im Jahr 2020). In Deutschland.
 
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich wollte nie heiraten und nie einen "Versorger". Und so bis heute.
Was fair/geboten wäre: ein existenzsicherndes Sorge-Gehalt, keine Herdprämie, für alle Sorge-Arbeit Leistenden, auch häuslich Pflegende und zusätzlich ein echtes, emanzipatorisches, menschenwürdiges BGE.
 
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September 2017
 
Nicht, dass ich sie "nachträglich" nicht hätte haben wollen (obwohl ...) - aber regretting motherhood überkommt mich in den letzten Monaten zunehmend - jetzt "erst", nachdem Kind 1 schon 24 und längst aus dem Haus ist und Kind 2 auf dem Weg in die Pubertät - und mich das Altern so schnell einholt, dass mir infolgedessen umso bewusster wird, wie wenig Zeit ich tatsächlich für mich alleine hatte. Ja, JETZT "erst" tut mir das Leid.
 
Jetzt, da ich meine Pflicht mehr oder weniger getan habe. Fast meine gesamte Jugend meinen Kindern gegeben. Irreversibel.
Die Zeit der Vitalität, der Anfänge, der offenen Türen, der Egozentrik, der Unvernunft ... .
 
Das Problem sind/waren nicht die Kinder, ist nicht Mutterschaft als solche, das Problem, die Last, ist das a l l e i n Verantwortlich-, Zuständigseinmüssen und die "misslichen" Umstände, Lebensverhältnisse: materielle Armut und all ihre Folgen für auch und gerade die eigene Persönlichkeit.
 
Du hast keine Zeit, keine Möglichkeit, dich deiner eigenen Entwicklung, Entfaltung, Reifung (bewusst, aufmerksam) zu widmen und ehe du dichs versiehst, bist du jenseits der 40, alterst sichtbar, spürbar und wirst dir gewahr: das war´s. Das war "alles".
 
Es gab kaum Gestaltungsspielraum, es stand nie zur Debatte, was ich "will". Es ging immer um Pflichterfüllung, Verantwortungtragen, Fürsorge, Existenzsicherung. Alleine.

Es ging ums Überleben (Wohnung, Nahrung, die in unserer Gesellschaft basalsten Dinge eben) und die Bedürfnisse, Wünsche, das Wohlergehen der Kinder.
Irgendwann stellst du dann fest: Da ist keine Zeit mehr, die Türen sind zu und du hast physisch keine Kraft mehr.
 
Vielleicht haben die jungen Frauen, die ihr Muttersein bereits früh bereuen, mir also einiges an Erkenntnis voraus. Ich habe 24 Jahre gebraucht (seit Geburt des ersten Kindes), zu erkennen ... .
 
Fazit: Muttersein ist in dieser Zeit in auch diesem Land - in materieller Armut, ohne Wertschätzung, Anerkennung (stattdessen wird einem mit Mitleid, Verachtung, Ignoranz begegnet) - alles andere als ein "Glück".
 
Meine Kinder würde ich nicht missen wollen, aber nochmal würde ich es gewiss nicht machen, wäre ich heute nochmal 19 (und schwanger).
 
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23. Februar 2018
 
Zur Situation nicht nur, aber gerade auch vieler Alleinerziehender im reichen Deutschland, dem es doch "so gut geht", hier nochmal (m)eine Stellungnahme:
 
Unter anderen (Menschen) malocht auch die Alleinerziehende häufig in einem Niedriglohnjob oder mehreren Minijobs, ihre Kinder sind währenddessen qualitativ keineswegs gut fremdbetreut, sondern von frühester Kindheit an durch die grundsätzlich viel zu frühe Fremdbetreuung geschädigt - siehe Verlust-, Trennungsängste, Stress, gestörte oder unmöglich gemachte Bindung - die jedoch lebenslang eine so immens wichtige Rolle spielt: die sichere Bindung, das Ausbildenkönnen von Urvertrauen, das das Selbstvertrauen überhaupt erst möglich macht/zur Folge hat - und wir sehen all die persönlichkeitsgestörten Menschen, insbesondere pathologische Narzissten, ängstliche Konservative bis hin zu Tätern schwerer Gewalttaten ..., denen es an genau dieser sicheren Bindung fraglos fehlte.
 
Ich wiederhole: Es geht in neoliberaler Politik, Regierung nicht um die Kinder, deren Wohl, es geht nicht um die Mütter, Frauen (deren berufliche "Selbstverwirklichung", Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit, Gleichwürdigkeit) - es geht rein nur um die Wirtschaft, um das Instrumentalisieren der Lohnarbeitssklaven.
 
Denn ein tatsächlich bedürfnisorientiertes Arbeiten, Wirtschaften, Handeltreiben und Wohnen, müsste ein tatsächlich (!) am Gemeinwohl orientiertes sein (und das in letzter Konsequenz auch und gerade auf das möglichst globale Gemeinwohl hin orientiert, darum bemüht). Aber es geht nicht um das Gemeinwohl, sondern um Privilegien, Profite, Gier, Geiz, Neid, Konkurrenz, Kampf, Ausbeutung, Unterwerfung, Macht, Unterdrückung.
 
Und da schließt sich der Kreis: W a r u m werden Menschen (weltweit btw) zu solchen "Monstern"? - Es liegt in ihrer Kindheit, Prägung und Sozialisation begründet, häufig eben in Schwarzer Pädagogik (die nicht nur aus Schlagen besteht, die nicht ausschließlich durch physisch sichtbare Gewalt gekennzeichnet ist) und zumeist auch in religiöser Indoktrinierung.
 
Wenn mit dem Kind nicht angemessen, d.h. je individuell bedürfnisorientiert umgegangen wird oder werden kann (weil die Eltern selbst bereits massiv beschädigt (worden) sind oder unter Druck stehen - siehe Krisengebiete, Gewalt, Armut, Elend, Not, diktatorische Regime ...), dann entwickelt es sich entsprechend: negativ - bspw. ängstlich, misstrauisch, aggressiv, gewalttätig, abwehrend, verweigernd, unkooperativ, neidisch, gierig, narzisstisch, Sucht ausbildend, Macht, Kontrolle, Unterwerfung anstrebend usw. - man nennt das allgemeinhin Kompensation, siehe außerdem Gehorsam, Identifikation mit dem Aggressor, freiwillige Knechtschaft, Selbstentfremdung (mit wiederum entsprechenden Folgen - des Suchens nach "Höherem, Übergeordnetem" aufgrund der Haltlosigkeit usw.).
 
Denn das ihm angeborene Mitgefühl ist gravierend beeinträchtigt, beschädigt, somit seine Fähigkeit zu prosozialem Verhalten auf ganz ursprünglicher Basis eben dieses Mitgefühls, intrinsischer, nicht (bspw. religiös) oktroyierter Moral.
 
Zum Nachweis des Zutreffens dessen sei immer wieder auf Erich Fromm ("Anatomie der menschlichen Destruktivtät", "Die Kunst des Liebens" ...) verwiesen, außerdem auf Alice Miller, Arno Gruen (Schmerz, Anpassung, Gehorsam ...) und Joachim Bauer ("Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt").
 
Und die Geschichte zeigt uns in nicht wenigen Figuren deutlich auf, was passiert, wenn Menschen eine belastende, insbesondere physisch und/oder psychisch gewaltvolle Kindheit erlitten haben: Sie werden (als einstige Opfer) selbst zu Tätern - man denke bspw. an Hitler, Stalin - oder zu Kranken - man denke bspw. an Nietzsche.
 
Es kann allerdings auch vorkommen, dass die alleinerziehende Mutter in Hartz 4 - mit ihrem Kind - vegetiert.
 
Weil:

- es ihr an einer beruflichen Qualifikation, einem berufsqualifizierenden Abschluss/Scheinchen, außerdem auch an "Kontakten" fehlt
 
- sie vom Jobcenter über Jahre keine Weiterbildung, Umschulung bzw. berufliche Qualifizierung gewährt/finanziert bekommt (da es hierauf keinen Rechtsanspruch gibt), obwohl sie zertifizierte Maßnahmen und entsprechende Träger vorlegt
 
- sie infolgedessen mittels Ein-Euro- oder Minijobs bis ins Alter bzw. bis in den Tod am Hartz 4-Tropf hängen muss - und das offensichtlich auch s o l l (anderenfalls erhielte sie ja vom Jobcenter individuelle passende Unterstützung, Stichwort "fördern")
 
- sie möglicherweise physisch chronisch krank und daher zusätzlich entsprechend beruflich eingeschränkt ist und die Jahrzehnte währende materielle Armut (inklusive aller Folgen, Belastungen, Entbehrungen und ohne jeglichen familiären/sozialen Rückhalt) diese Situation kontinuierlich nur verschlechtert, statt verbessert.
 
Sorry, dass ich schon wieder selbstmitleidvoll "gejammert" hab´, aber ja:
Ich würde sehr gerne mal Zahlen haben:
 
Wievielen Menschen es im Hartz-Vollzug eigentlich wie lange schon aus welchen Gründen wie schlecht geht: physisch und/oder psychisch. Und was das mit ihnen "macht" - mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Selbstwertgefühl, ihrer Gesundheit, ihrem Verhalten (siehe bspw. Ängste, Rückzug, Aggression, Depression, Verzweiflung bis hin zum Suizid).
 
Warum gibt es hierzu keine Studien - nicht nur also zur "Erwerbslosigkeit", denn es ist nicht die Erwerbslosigkeit das Problem dieser Menschen, sondern: dass sie keine Zugehörigkeit haben, keine Teilhabe, dass sie keine Anerkennung und Wertschätzung erhalten und sich nicht nach je persönlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten, Interessen, Stärken, Wünschen, aber auch etwaig vorhandenen Einschränkungen, Belastungen in die Gesellschaft einbringen können und dabei gerade n i c h t individuell bedürfnisorientiert, respektvoll, nicht-paternalistisch unterstützt werden.
 
Nein, Menschen brauchen keine "Arbeit" um jeden Preis.
Nein, nicht jede "Arbeit", d.h. Lohnarbeit, Erwerbstätigkeit ist besser als keine.
 
Menschen brauchen ein existenzsicherndes Einkommen und all das, das ich soeben aufgezählt habe.
 
Und dafür wiederum ist eine gute, stabile, fröhliche, lebenslang prägende und im Idealfall tragende Kindheit absolute Grundvoraussetzung - um den "Unbillen", Herausforderungen, Belastungen des Lebens überhaupt gewachsen zu sein, um sie bewältigen zu können.
 
Was Menschen (gleich ob Kinder oder Erwachsene) n i c h t brauchen, was sie stattdessen belastet, beschädigt, ist:
 
bevormundender, respektloser Paternalismus, Ignoranz, Verachtung (getarnt als "Mitleid"), Beschämung, Verheizt-, Ausgebeutetwerden und Schwarze Pädagogik:

Druck, Zwang, Kontrolle, Schikane, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Dressur, Strafe - absichtsvolles Schmerzzufügen, das man im allgemeinen Sprachgebrauch als Sadismus bezeichnet, Gewalt: psychische und/oder physische.
 
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"(...) Die meisten Tötungen von halbwüchsigen Kindern finden bei Familiendramen statt, meist im Rahmen eines erweiterten Suizids, außerdem in verhärteten Trennungsfällen und hier sind es auch meist die Väter, die ihre Kinder umbringen. (...)
 
Die Welt: Sind Mütter, die ihr Kind töten bzw. es versuchen, psychisch krank?
 
Dr. Michael Soyka: Je nach Definition, aber im Großen und Ganzen gilt das Gegenteil. Nur eine Minderheit ist psychisch schwer krank. Es gibt eine kleine Gruppe von Müttern, die aufgrund wahnhafter Vorstellungen oder schwerer Depressionen ihre Kinder töten, in solchen Fällen dann, um beispielsweise die Kinder vor einer drohenden Gefahr zu schützen. Dies sind aber Einzelfälle. (...)
 
Dr. Michael Soyka: Häufig haben diese Frauen selbst Gewalt erfahren, nicht zwingend physisch, sondern auch emotional. Wahrscheinlich ist auch, dass es ihnen an Empathie mangelt, vielleicht weil sie selbst sehr auf sich gestellt aufgewachsen sind und mit ihren Problemen überwiegend alleingelassen wurden. Die Frauen können aus ganz unterschiedlichen sozialen Umfeldern stammen, der Intellekt spielt nur begrenzt eine Rolle, wobei der Großteil tötender Mütter aus einem belasteten sozialen Milieu kommt. Was die Mütter oft eint, ist eine Art Sprachlosigkeit. Sie sind nicht in der Lage, ihre Probleme auszusprechen, geschweige denn anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Hier spielen frühe Erziehungsmuster eine große Rolle, also die Fähigkeit Unangenehmes, ja Probleme zur Sprache zu bringen. Diese Frauen haben Angst davor, negativ aufzufallen, anderen zur Last zu fallen, sie vertrauen sich niemandem an. (...)
 
In jedem Fall müssen sich bei beiden Müttern eine Vielzahl von Spannungen entladen haben, also ein ganzes Motivbündel aus Wut, Überforderung, ein Gefühl des Alleingelassenseins, Schuldgefühle, vielleicht auch finanzielle Perspektivlosigkeit. Solche Taten entstehen kaum rein situativ, also aus einem Streit heraus. Sie entstehen, weil sich im Laufe chronischer Konflikte ein hohes Maß an Aggression aufgestaut hat, das sich plötzlich entlädt – und dann meist an völlig unbeteiligten Personen. (...)
 
Tötungsdelikte sind manchmal nicht nur eine Aggression dem Getöteten gegenüber, sondern eine Aggression, die sich eigentlich gegen etwas ganz anderes richtet. In diesen beiden Fällen wird das Kind vielleicht zum Opfer, weil es das schwächste Glied ist. Die Mütter richten ihre Wut gegen die Kinder, weil sie die Einzigen sind, die ihnen unterlegen sind. In der Fachsprache spricht man, psychodynamisch gedacht, vom „chiffrierten Matrizid“, wenn Söhne ihre Ehefrauen umbringen, weil sie sich nicht trauen, die verhasste Mutter zu töten. (...)"
 

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