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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Mein ganz persönliches regretting motherhood

 
Nicht, dass ich sie "nachträglich" nicht hätte haben wollen ... (obwohl ... ... ...) - aber regretting motherhood überkommt mich in den letzten Monaten zunehmend - jetzt: "erst" - nachdem Kind 1 schon 24 und längst aus dem "Haus" ist und Kind 2 auf dem Weg in die Pubertät - und mich das Altern so schnell einholt, dass mir infolgedessen umso bewusster wird, wie wenig Zeit ich tatsächlich "für mich alleine" hatte. Ja, JETZT "erst": tut mir das Leid.
 
Jetzt, da ich meine Pflicht mehr oder weniger getan habe. - Fast meine gesamte Jugend meinen Kindern gegeben. Irreversibel.
Die Zeit der Vitalität, der Anfänge, der offenen Türen, der Egozentrik, der Unvernunft ... .
 
Das Problem sind/waren nicht die Kinder, ist nicht Mutterschaft als solche, das Problem, die LAST, ist das a l l e i n Verantwortlich-/Zuständigseinmüssen und die "misslichen" Umstände/Lebensverhältnisse (materielle Armut und all ihre Folgen für auch und gerade die eigene Persönlichkeit).
 
Du hast keine Zeit, keine Möglichkeit, dich deiner eigenen Entwicklung, Entfaltung, Reifung (bewusst, aufmerksam) zu widmen - und ehe du dichs versiehst, bist du jenseits der 40, alterst sichtbar, spürbar und wirst dir gewahr: das war´s. Das war "alles".
 
Es gab kaum "Gestaltungsspielraum", es stand nie zur Debatte, was ich "will". Es ging immer um Pflichterfüllung, Verantwortungtragen, Existenzsicherung. - Alleine.

Es ging ums Überleben (Wohnung, Nahrung, ... die in unserer Gesellschaft basalsten Dinge eben) und die Bedürfnisse, Wünsche, das Wohlergehen der Kinder.
Irgendwann stellst du dann fest: Da ist keine Zeit mehr, die Türen sind zu und du hast physisch keine Kraft mehr.
 
Vielleicht haben die jungen Frauen, die ihr Muttersein bereits früh bereuen, mir also einiges an Erkenntnis voraus. - Ich habe 24 Jahre gebraucht (seit Geburt des ersten Kindes): zu erkennen ... .
 
Fazit: Muttersein ist in dieser Zeit in auch diesem Land - in materieller Armut, ohne Wertschätzung, Anerkennung (stattdessen wird einem mit Mitleid, Verachtung, Ignoranz begegnet) - alles andere als ein "Glück".
 
Meine Kinder würde ich nicht missen wollen, aber nochmal würde ich es gewiss nicht machen, wäre ich heute nochmal 19 (und schwanger).
 
-
 

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