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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Wieder in eigener Sache - chronische Krankheit, Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), materielle Armut, Alleinerziehendsein, Mutterschaft, Sorge-Arbeit, soziale Isolation - Ursachen, Folgen ...

23. August 2017
 
Persönliche Anmerkung:
 
Auch ich hatte vor ein paar Jahren aufgrund von extrem starker Menstruationsblutungen mit dem Gedanken "gespielt", mir die - völlig gesunde - Gebärmutter entfernen zu lassen. Ich hätte sicher einen Arzt gefunden, der es gemacht hätte.

Alternativ wurde und wird mir seitdem nur angeboten, chemisch-synthetische Hormone anzuwenden (Pille) oder mir einen Fremdkörper (Spirale) einsetzen zu lassen - beides sehr lukrativ für den Arzt und die Pharmaindustrie - um damit meine Blutungen zu reduzieren.

Die Ursache der Hypermenorrhoe ist jedoch nicht meine Gebärmutter und kann weder mit Spirale noch chemisch-synthetischen Hormonen behoben werden - die Ursache der u.a. so extrem starken Mensblutungen seit Jahren und allmonatlich (mit der Folge der Eisenmangelanämie und entsprechender Beschwerden) ist eine erworbene (also nicht angeborene) Blutgerinnungsstörung bisher nach wie vor (und seit mittlerweile 8 Jahren) ungeklärter Ursache (selbst die letzte Untersuchung im UKE - Universitätsklinikum Eppendorf/Hamburg konnte noch immer keine Ursache erkenntlich machen).
 
Da es eine erworbene Gerinnungsstörung mit erhöhter Blutungsneigung (Koagulopathie) ist, gibt es folglich eine Ursache, die diese erworbene Gerinnungsstörung ausgelöst haben muss - aber genau diese Ursache finden die Schulmediziner seit so vielen Jahren n i c h t.
Und seither kämpfe ich daher allmonatlich - seit Jahren fast täglich - neben anderer chronischer Erkrankung mit den Folgen des Eisenmangels (Anämie) als Folge der Mensblutungen in Folge wiederum der Gerinnungsstörung.
 
Und nein - NEIN: ich werde keine chemisch-synthetischen Hormone nehmen, die etliche negative Nebenwirkungen haben, mich außerdem Geld kosten (das ich nicht habe und dafür das Bisschen, das ich habe, ganz sicher nicht ausgeben will/werde) wie so gleichermaßen die Spirale.
 
Und NEIN: ich werde mir n i c h t eine gesunde Gebärmutter herausnehmen lassen, nur weil die Schulmedizin die Ursache meiner erworbenen Gerinnungsstörung nicht findet.
 
Denn: Ich blute auch an anderen Körperstellen länger, stärker bei/nach Verletzung/Schnitt ... - eben aufgrund der gestörten Blutgerinnung - daran ändert kein Hormon etwas und keine Hysterektomie.
 
ABER ES KOTZT MICH AN, DASS MAN DAMIT UND MIT ALL DEN FOLGEN VÖLLIG ALLEINEGELASSEN WIRD - durch Mediziner.
Und es ist all das zusätzlich zur materiellen Armut und deren FOLGEN - seit so vielen Jahren ... .
 
Ja, das musste ich an dieser Stelle mal wieder loswerden. Denn: selbstverständlich leidet auch mein Kind unter dieser Situation - meiner körperlichen Schwäche (in Folge des jahrelangen Eisenmangels, der sich auch mittels Eiseninfusionen vor einigen Jahren nicht beheben ließ - eben durch die starken Mensblutungen jeden Monat) und der materiellen Armut - beides zusammen: chronische Erkrankungen, materielle Armut und das Fehlen jeglichen familiären/sozialen Rückhalts/Unterstützung/Beistandes - machen genau das: lebensmüde.

Denn es besteht die Situation nicht erst seit "gestern" und es besteht vor allem keinerlei Aussicht auf Verbesserung - würde die materielle Armut wegfallen, wären etliche Erleichterungen überhaupt erst möglich (wie bspw. Führerschein und Auto, Unternehmungen, die an guten Tagen dann wenigstens möglich wären sowie auch Urlaube/Verreisen, sozio-kulturelle Teilhabe und vor allem ausreichend gesunde Nahrung den gesamten Monat hindurch).
 
In Kurzfassung:
 
Ich hab´ es satt, krank, arm und sozial isoliert zu sein - und das vor allem auch deshalb, weil ich allein alleinerziehende MUTTER bin, weil ich fast lebenslang anderen GEGEBEN und infolgedessen Etliches entbehrt habe - und dafür nicht die minimalste gesellschaftliche Anerkennung, Wertschätzung erhalte - wie ungezählte andere (alleinerziehende, materiell arme) Mütter in Deutschland und ohnehin weltweit.

Und ich habe es satt, permanent zu leiden, permanent ein maximal schlechtes Gewissen/Schuldgefühle zu haben, weil ich meinen Kindern, insbesondere meiner Tochter kaum etwas Schönes, Leichtes, Erfreuliches, Stärkendes "bieten" kann - eben "soziokulturelle Teilhabe": Ausflüge, Urlaube, neue Eindrücke, Kultur, Freizeitgestaltung, Naturerlebnis, Geselligkeit, Unbeschwertheit, Sicherheit ... .
 
ICH HABE ES SATT.
 
Und ich möchte randläufig auch noch feststellen:

Trotz all dieser Jahre und teilweise Jahrzehnte währenden Belastungen bin ich weder esssüchtig/übergewichtig, noch substanzabhängig/drogensüchtig - ich schlucke keine Pillen, Pülverchen, Pilze, ich trinke nie auch nur einen Tropfen Alkohol - und das seit frühester Jugend, ich rauche seit mehr als 10 Jahren nicht mehr.
Ich leiste mir keinerlei "Luxus" (siehe Klamotten, Möbel, Schminkzeug, Schuhe, Freizeitgestaltung/"sozio-kulturelle Teilhabe" - es war und ist für Derartiges ohnehin nie das Geld da), ich trinke seit Jahren nicht mal mehr Kaffee.
 
ICH WEISS NICHT, WORAUF ICH NOCH VERZICHTEN SOLL: ?
 
Aber mit leben hat das längst nichts mehr zu tun - es ist nur noch vegetieren und durchhalten: fürs Kind.
 
Und ich habe in vitaleren Zeiten sämtliche Wohnungen, Jobs, Ausbildungen eigeninitiativ und alleine beschafft, gefunden - ohne jegliche "Beziehungen"/Kontakte - und hatte sämtliche Probleme alleine zu bewältigen.
 
Ich habe einfach keine Kraft und keine "Lust" mehr.
 
Und ich möchte nicht wissen, wievielen Menschen es in ähnlicher Situation ähnlich ergeht - man könnte ihnen helfen: wenn man wenigstens ihre materielle Armut beseitigte, d.h. die Gründe, Ursachen, Umstände, die dazu führ(t)en, denn die Folge von materieller Armut ist eine "schlechtere" Lebensqualität, ein schlechterer Gesundheitszustand, erhöhter/negativer Dauerstress, diverse physische und psychische Erkrankungen und soziale Isolation.
 
Erforderlich ist daher soziale Gerechtigkeit. Und die wäre dieses Jahr wählbar - es gibt nur eine etablierte Partei, die sich für einen angemessenen (deutlich höheren) Mindestlohn und für das Abschaffen von Hartz 4 sowie für eine existenzsichernde, sanktionsfreie, menschenwürdige Grundsicherung und ebensolche, gesetzliche Rente(nversicherung) einsetzt und z.T. auch für ein angemessenes BGE offen ist: DIE LINKE.
 
-
 
19. August 2017

Als materiell arm gilt in Deutschland, wer weniger als netto €942,- monatlich hat? - Ich habe mit Kind z u s a m m e n je Monat netto €500,-. Seit Jahren. Im Hartz-Vollzug. - Warum?: Allein alleinerziehend, ohne familiären oder finanziellen Rückhalt, seit 24 Jahren nonstop (mit zwei Kindern). Ebenso lange materiell arm - "nebenbei" jobbend, in Ausbildungen befindlich und studierend. Seit 24 Jahren kontinuierlich Sorge-ARBEITERIN, diese Arbeit ist gesellschaftlich als Arbeit, als unentbehrliche Leistung, nicht anerkannt und wird nicht angemessen/existenzsichernd honoriert, owbohl es möglich wäre. Es ist die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, von Müttern, nicht gewollt.
Inzwischen seit Jahren physisch chronisch krank und gleichermaßen psychisch verbraucht.
 
Nein, in diesem Haushalt gibt es keine teuren elektronischen Geräte, es gibt nicht einmal ein Fahrrad für mich, keinen Führerschein, natürlich kein Auto und nie Urlaub für die Kinder/mit ihnen - mein letzter Urlaub/"Reise" liegt mehr als 30 (in Worten: dreißig) Jahre zurück - als Kind in Österreich.
 
Nein, es gibt keinerlei Perspektive auf "Verbesserung" der Situation - folglich auch nicht für die Kinder, es gibt keine "sozio-kulturelle Teilhabe", sondern seit Jahren soziale Isolation, da man sich nicht einmal die Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr "leisten" kann - somit nicht mobil ist, alles nur fußläufig erledigen kann (auch schwere Einkäufe schleppen - seit Jahren so und keine Ausflüge in wenigstens die umliegende Gegend möglich, keine Veranstaltungen, die besucht werden können, nicht einmal Freunde, die in anderen Stadtteilen wohnen und selbst auch materiell arm sind).
 
Nein, es gibt keine "Förderung" im Hartz-Vollzug - die notwendige Qualifizierung wird mir seit J a h r e n verweigert - es ist "Weiterbildung", Qualifizierung, Umschulung nur eine Kann-Leistung, es gibt kein Recht darauf - auch dann nicht, wenn man keinen berufsqualifizierenden Abschluss hat, alleinerziehend ist und chronisch physisch krank - und über 40.
 
Am schlimmsten ist, die Traurigkeit, die Entbehrungen der Kinder mitansehen, sie nicht selbsttätig abwenden zu können - die Kinder, die lebenslang irreversibel von all diesen Entbehrungen, dem Schmerz, dem Ausgegrenztsein, der materiellen Armut g e p r ä g t werden. Und nein, es ist Etliches gerade nicht "einfach später nachholbar" - was man in der Kindheit erlebt, prägt sich besonders und auf spezielle Weise ein - lebenslang.
 
Es fehlt an Geld für gesunde Nahrung für den gesamten Monat, es fehlt an Geld für Fahrkarten/Mobilität, Fahrräder, Ausflüge, Veranstaltungen/Unternehmungen (fast alles kostet Eintrittsgelder, nur noch selten gibt es Vergünstigungen für Erwerbslose, schon die Orte sind ohne Fahrkarte und ohne Führerschein und Auto nicht erreichbar - man geht daher jahrelang die immer gleichen Wege nur im eigenen Stadtteil spazieren), es fehlt an Geld für Kindergeburtstage, dafür, Freunde einzuladen, sie zu verköstigen, das Geld für einen Grundstock an Bastelmaterial, das Geld für Urlaube/Verreisen: sowieso.
 
Totale soziale Isolation ist die Folge. Man lebt nicht, man vegetiert nur. Und mit dem Alter(n) wird es nicht besser - gerade auch physisch und beruflich nicht.
 
Niedriglöhne, Leiharbeit, das Ausbeuten von Frauen (weltweit übrigens) als kostenfreie Sorge-Arbeiterinnen, ohne deren Tun keine Gesellschaft weltweit funktionieren könnte/würde, weshalb Armut zumeist "weiblich" ist, gerade auch die Altersarmut - all das: ist Realität - global und auch im reichen Deutschland.
 
Die Agenda 2010 hat es möglich gemacht.
 
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So sieht das aus - es kotzt mich mal wieder maximal an, man hat den Eindruck, auch hierin manifestiere sich der Gebärneid nicht weniger Männer - wenn man der Frau irgendwie Schaden zufügen, sie idealerweise unfruchtbar/gebärunfähig machen, physisch beschädigen und demütigen kann, dann: macht mann es - offensichtlich sogar als Arzt:
 
"[...] Die operierenden Gynäkologen setzen ihre Patientinnen bezüglich möglicher negativer Folgen meist nur ungenügend in Kenntnis bzw. bagatellisieren sie die Fragen und Sorgen aber auch die Beschwerden der Frauen oft.
Tatsache ist, dass die Bedeutung des Uterus für die Gesundheit der Frau auch nach den Wechseljahren noch nicht ausreichend erforscht wurde und deshalb jeglicher Eingriff an diesem Organ sorgsam abzuwägen ist. Dem Gynäkologen obliegt hier die Pflicht, seine Patientinnen ausreichend nach dem neuesten Stand der Forschung über die Funktionen des Uterus für die Gesundheit der Frau zu informieren.
 
Von den 18 für meine Diplomarbeit interviewten Frauen erhielt nur eine einzige(!) von ihrem Gynäkologen Informationen über Methoden zur (Gesund-)Erhaltung des Uterus. Allen anderen wurde mit stereotypen Formulierungen ("Sie wollen sowieso keine Kinder mehr!" - "Krebsrisiko" etc.) als einzige Therapie für Myome, Senkungsbeschwerden oder Blutungen die Hysterektomie angeboten.
 
Die von mir befragten Frauen berichteten über die mangelnde Einfühlungsgabe ihrer männlichen Gynäkologen und „äußerten Misstrauen bezüglich ihrer Aussagen über ein Organ, das sie selbst nicht hätten und deshalb leicht als entbehrlich betrachten könnten. Und wenn frau Bedenken über die Entfernung ihrer Gebärmutter anmeldet oder gar kundtut, dieses Organ auch ohne weiteren Kinderwunsch bzw. nach den Wechseljahren behalten zu wollen, ist sie hysterisch, was sonst?
 
Wenn Frauen sich Gedanken über die Auswirkungen einer Hysterektomie auf ihre postoperative Sexualität machen, werden sie darauf hingewiesen, dass sowieso nur bereits vorher psychologisch auffällige Frauen nachher Probleme hätten. Der Frau wird mitgeteilt, sie leide an der "Krankheit Frau". [...]"
 
Quelle des zitierten Textes: grin.com - "Sie brauchen die Gebärmutter ja nicht mehr"
 

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