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Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Bewusstsein - Intersubjektivität - Identität - Persönlichkeit - conditio humana

arte - "Das Rätsel unseres Bewusstseins"

 
Es ist immer wieder so faszinierend.
Und immer wieder gelange ich zu dem Schluss: Wir sind nicht nur in unserer conditio humana gefangen - d.h. darin, das wir generell als Mensch(en) wie (nur spezifisch menschlich) wahrnehmen, verarbeiten, denken (abstrahieren, analysieren, vergleichen, kombinieren, hinterfragen, anzweifeln, zusammenfassen, reflektieren ...) und fühlen können (auf Basis unserer "hardware", auf Basis der Materie) - sondern gleichermaßen sind wir es in unserer jeweiligen Subjektivität, Individualität (die wiederum auch nur Bestandteil/ein Merkmal der conditio humana ist).
 
Immer wieder gelange ich letztlich zum Problem der Intersubjektivität (nicht mit der Theory of Mind zu verwechseln), d.h. genauer: zum Problem der Vermittelbarkeit von Subjektivem, von subjektiv Wahrgenommenem, Erlebtem, Erinnerten, Empfundenem: zwischen Individuen - siehe als Beispiele das Problem der Qualia oder auch Schmerz-, Lustempfinden, ganz besonders aber auch Erinnerungen, zusätzlich deren Veränderlichkeit sowie Bedeutung für Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung ... .

Gerade an dieser Stelle jedoch wird es für mich so spannend - und bleibt es zwangsläufig so unbefriedigend - eben weil eine Vermittelbarkeit m.A.n. hier nicht wirklich gegeben sein k a n n - aufgrund eben unserer "materiellen Ausstattung". Und doch besteht ja aber der Wunsch nach, jedenfalls das Interesse an genau dieser Vermittelbarkeit, diesem Austausch von "subjektiven Inhalten".
 
Wenn mir hier jemand weiterhelfen kann: gerne.
 
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Zum Umgang mit Koma-Patienten oder solchen, die anderweitig bewusstseinsgetrübt oder -geschädigt sind:

Was ich nicht verstehe, ist, warum man mit ihnen so unmenschlich umgeht - sie als Versuchskarnickel mit penetranten Pieptönen bspw. triezt, sie laut anspricht, als seien sie schwerhörig etc.

Kann man sich nicht so minimalst wenigstens einfühlen, dass man nachzuvollziehen versucht (und gerade hier stellt sich wiederum das Problem der - unmöglichen tatsächlichen - Intersubjektivität in den Weg, hier zeigt es sich deutlich!), wie es einem Menschen geht - was, d.h. wie er wahrnimmt, empfindet, fühlt - der völlig wehrlos ist, alles über sich ergehen lassen muss, das mit bzw. an ihm getan, vorgenommen wird, und wie man es (seinen Zustand, sein Sein) ihm eben deshalb so wenig strapaziös und belastend als möglich machen kann?

Ich würde bspw. überall da, wo irgend möglich, dafür plädieren, die Menschen in die Natur zu bringen - idealerweise nicht in einen sterilen Park, sondern sie Natur sinnlich wahrnehmen, erleben zu lassen (sensorisch - Wind, Wasser, Steine, Sand, Baumrinde, Blätter, Sonne auf der Haut, Gerüche - idealerweise: vertraute und vom jeweiligen Individuum gemochte, Klänge, Bilder/visuelle Eindrücke ...), ihnen gelegentlich bspw. also genau die (verschiedene) Musik vorzuspielen, die sie selbst vor der Bewusstseinsschädigung gerne gehört haben und/oder auf die sie jetzt möglicherweise mit Wohlergehen reagieren, sie mit vertrauten Dingen (Gegenständen, vor allem aber Menschen natürlich) so oft wie möglich zu umgeben und sie aus der sterilen Klinikatmosphäre so oft und lange als irgend möglich herauszunehmen.

All das, so meine ich, könnte - deutlich eher - helfen, die Menschen ihr Bewusstsein zurückerlangen lassen zu können, dies jedenfalls zu ermöglichen, es auf diese Weise wenigstens zu versuchen.
 
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Erich Fromm - Humanismus und Psychoanalyse - über das Menschsein, Bewusstsein, Verdrängung, Isoliertsein ...

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