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Sabeth schreibt

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Poesie Melancholie Philosophie

BDSM aus feministischer Sicht - Was BDSM mit Gewalt, Pornographie, Unterwerfung, Kompensation und gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun hat

 
Frau Pöschl,
 
was Sie in diesem Text ("BDSM - Sexualität in Kontakt mit allen Gefühlen", sein.de) euphemistisch formuliert an Theorien- und Ideologien-Synkretismus betreiben, ist gleichermaßen unerträglich wie das durch Sie vorgenommene Euphemisieren von BDSM und insbesondere, dass Sie dies zur eigenen, lukrativen Profitmaximierung instrumentalisieren, anwenden. Denn was Sie - so hoffe ich - durchaus selbst wissen, ist, dass mehrheitlich heterosexuelle Menschen BDSM praktizieren, dass dabei wiederum mehrheitlich Männer dominant (Dom/Top) sind, in dieser Weise agieren (mehr Männer als Frauen) und umgekehrt mehrheitlich Frauen eher die devote bzw. submissive Rolle einnehmen (als Sub/Bottom) und dass das Switchen in der Szene selbst umstritten ist.
 
Daraus lässt sich mitnichten ableiten, es gebe eine Art "natürliche", d.h. biologische Ursache hierfür, dies ist nichts als Biologismus - gerade nicht: Biologie.
 
Es drückt sich in den Fakten folglich aus, dass es durchaus mehrheitlich um (nicht nur) sexuelle Unterwerfung der Frau/von Frauen geht - und gerade dies auch mittels Gewalt getätigt - sowohl physischer als auch psychisch-emotionaler (Erniedrigung, Demütigung); daran ändert die (vorgebliche oder tatsächliche) Einvernehmlichkeit nichts - Gewalt ist und bleibt Gewalt.

Auch die sogenannte, viel zitierte Einvernehmlichkeit ist umstritten (siehe u.a. dazu bspw. nachfolgend verlinkten Text der "Störenfriedas").
 
Die Frage nach den Ursachen für das vorgebliche sexuelle Sich-unterwerfen-Wollen von Frauen und dem zunehmenden Bedürfnis nach Dominanz, d.h. Macht auf (wenigstens noch) sexuellem Terrain von Männern stellen Sie so wenig wie Sie die Zusammenhänge zwischen BDSM (der Ausbreitung dessen) und Pornographie nennen. Oder auch - einhergehend - welche Rolle Sex und die Zunahme von BDSM-Praktiken im Zusammenhang mit dem Früchtetragen feministischer Bemühungen um Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit, Gleichwürdigkeit der Geschlechter inzwischen spielt, d.h. dass - in bestimmten Regionen - nur noch auf sexuellem Terrain offen/öffentlich eine Unterwerfung der Frau durch den Mann (legitimisiert) stattfinden kann und aus genau diesem Grunde stattfindet.
 
Im Übrigen ist (sexuelle, emotionale) Hingabe nicht gleichbedeutend mit Sich-unterwerfen, schon gar nicht mit Gewalt (-anwendung und/oder -ertragenwollen), ebenso wenig ist sie zwangsläufig oder grundsätzlich einhergehend mit Schmerzzufügen oder Schmerz-erfahren, -ertragen, -erleiden-Wollen.
 
Und von den Hintergründen, Ursprüngen, Ursachen von Aggression haben Sie augenfällig auch keinerlei Kenntnis - ich empfehle Ihnen hierzu das informative Buch "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt" von Joachim Bauer.
 
All das wird Sie voraussichtlich nicht tangieren/interessieren, da Sie offenbar schlicht auf einen Trend/Zug aufgesprungen sind, mittels dessen sich lukrative Einnahmen erzielen lassen.
 
https://diestoerenfriedas.de/tag/bdsm/
 
http://www.datenschlag.org/txt/statistik.html
 
http://www.spektrum.de/rezension/schmerzgrenze/1122664
 
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