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Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus Anarchismus

BDSM aus (radikal-) feministischer und psychologischer, psychoanalytischer Sicht - Was BDSM mit Gewalt, Pornographie, Unterwerfung, Kompensation und gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun hat

 
Aktualisierung, Kommentierung am 08. Mai 2018:
 
Statt BDSM medial voyeuristisch darzustellen und zu bewerben, sollte aufgezeigt werden, dass und warum solche sexuellen Neigungen, Präferenzen durchaus Folge frühkindlichen Beschädigtwordenseins sind sowie deren Zunahme auch Folge entsprechender sexueller Indoktrinierung via Pornographie ist, die nichts anderes als gefilmte sexuelle Gewalt ist - kein Sex.
 
Und ja, interessant ist in diesem Zusammenhang, dass und w a r u m so vehement behauptet wird, es verhielte sich gerade nicht so und wer so argumentiere (wie ich), sei "Kampfemanze, Männerhasserin, Hexe, Pseudofeministin, sexfeindlich" etc. - also die üblichen reflexartig erfolgenden Diffamierungsversuche, die auf jene, die sie tätigen nur selbstenttarnend zurückfallen und mittels derer sie sich selbst als ernstzunehmende Diskussionspartner disqualifizieren.
 
Der Abwehrreflex ist enorm stark - aus Gründen.
 
Mit sexueller Selbstbestimmung, Vielfalt, mit Individualität, sexueller Freiheit hat all das nichts zu tun - das Gegenteil dessen liegt bei BDSM zugrunde. Dieses Faktum will, soll augenfällig unbedingt verborgen gehalten werden, legt es doch offen, dass und warum es mit dem vielbeschworenen Konsens gerade auch, aber nicht nur in BDSM - siehe auch in Pornographie und Prostitution - sehr weit her ist.

Ja, auch hier geht es um Macht, Unterwerfung, Kontrolle, Gewalt - und das bekanntlich gerade nicht auf nur "klar abgestecktem, gesicherten" sexuellen oder nur rein bzw. vorgeblich privaten Terrain. Eben drum.
 
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Aktualisierung am 10. Mai 2019
 
Es ist tatsächlich ganz einfach, unmittelbar erkenntlich:
 
Entweder man unterwirft sich (mehr oder weniger freiwillig) einem "Gott", einem "Herrn", einem Staat, einem Führer, einem (Sexual-) Partner, siehe BDSM ... oder man unterwirft sich nicht.
 
Entweder man hat eine Untertanenmentalität, i s t gehorsamer Untertan, Knecht, oder man ist es - grundsätzlich - nicht.
 
Entweder man hat aus Gründen massive Kompensations"bedürfnisse" und gibt sich dem vordergründig sanften, selbstschonenden Selbstbetrug (wiederum devot, sklavisch, bequem, behaglich, feige, schwach) hin oder: man tut dies nicht.
 
Es gibt kein Dazwischen.
 
Mensch, Persönlichkeit, reflektiert, couragiert, selbstbestimmt, integer sein, denken, handeln, leben - reifen.
 
Und randläufig, prophylaktisch sei angemerkt:

Bedürftig sein, als Mensch, als Lebewesen, ist nicht gleichbedeutend mit abhängig, süchtig, ausgeliefert oder gar devot, unterwürfig, versklavt und/oder opportunistisch sein.
 
Selbstredend macht religiöse, ideologische Indoktrinierung in der Kindheit, von Kindern, d.h. von Erwachsenen an Kindern getätigt, dieses Reifen (-können) nahezu unmöglich.
Exakt das ist bekanntlich Sinn, Zweck und Ziel jeglicher Indoktrinierung: Instrumentalisierung, Unterwerfung, "Missbrauch", Ausbeutung - das Verhindern von Autonomie, Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit, Entwicklung, Entfaltung, (Selbst-) Erkenntnis, Persönlichkeitsreifung.
 
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Erich Fromm über Faschismus, Autoritarismus, totale Kontrolle, Unterwerfung, Gehorsam, Militär, Sadismus, Masochismus, Biologismus, Sozialdarwinismus, Rassismus, Kompensation, Selbstwertproblematik, Narzissmus - "Der Sadist will den anderen Menschen zu seinem Ding machen, das er beherrscht, dessen Gott er wird. Nur der Unterlegene reizt den Sadisten. Der Starke reizt ihn nicht, den bewundert er." - Masochismus: "Die Lust an der Unterwerfung, die absolute Abhängigkeit."

"[...] Nach Erich Fromm ist "der Kern des Sadismus", gleich welcher Ausprägung, "die Leidenschaft (...), absolute und uneingeschränkte Herrschaft über ein lebendes Wesen auszuüben", seien es Tiere oder Menschen. Er ist in der Regel bösartig und entspringt einem destruktiven Charakter. "Ein anderes menschliches Wesen völlig beherrschen, bedeutet es verkrüppeln, es ersticken, es in seiner Entwicklung behindern." Beim nichtsexuellen Sadismus geht es Fromm zufolge darum, Allmachtsfantasien auszuleben, er verfolgt kein praktisches Ziel. "Er ist die Verwandlung der Ohnmacht in das Erlebnis der Allmacht".[1] Objekte sind Geschöpfe, die sich in der jeweiligen Situation nicht wehren können und dem Sadisten machtlos ausgeliefert sind. [2]

3.2 Sexuell motivierter Sadismus

Sexuelle Erregung verspüren die Betroffenen bei dieser Ausprägung nur, wenn sie Gewalt oder Macht über Mitmenschen und in manchen Fällen auch Tieren ausüben können. Hierbei sind die Praktiken oft das Vorspiel zum eigentlichen Geschlechtsverkehr. Allerdings kann auch der Geschlechtsverkehr selbst in einer Art und Weise vollzogen werden, der den Partner Schmerzen zufügt oder Demütigung hervorruft.

3.3 Kompensatorischer Sadismus

Eine Sonderform des sexuellen Sadismus und nach Eric Bornemann sogar eine zusätzliche Ausprägung, stellt der perverse oder kompensationsatorische Sadismus dar. Das Verlangen danach, einer anderen Person physisch Schmerzen zuzufügen wird hierbei nicht als Einleitung zum Geschlechtsverkehr verstanden, sondern ersetzt diesen komplett.

Sowohl sexuell motivierter Sadismus, als auch kompensatorischer Sadismus können zu (Sexual-)Straftaten führen. Bei Paraphilen mit zunehmend schwerem Verlauf, deren Verhalten durch sadistische Fantasien bestimmt wird, kann es in Ausnahmefällen auch zu Tötungsdelikten führen.

4 Medizinische Einordnung

Nach ICD-10 gelten sowohl Sadismus, als auch Masochismus als "Störung der Sexualpräferenz", also eine paraphile Störung. Die Diagnose Sadismus wird allerdings nicht mehr häufig gestellt. Die Grundvorraussetzungen zur Diagnosestellung sind:

  • die sexuelle Befriedigung kann ohne die sadistische Komponente nicht erreicht werden [...]"

https://flexikon.doccheck.com/de/Sadismus

Farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.

 
Die psychologischen Hintergründe von BDSM, von gerade nicht nur sexuellem Sadomasochismus hervorragend erläutert.
Und ein Mal mehr stoßen wir auf den Narzissmus, die antisoziale PKST - als hätten wir´s nicht die ganze Zeit gewusst.
Scham und Angst vor Zurückweisung ... .
Und wieder haben wir es überdies mit Selbstbetrug zu tun - grundsätzlich ja bei Narzissmus.
 
"[...] Die polare Beziehungsasymmetrie zwischen Herrscher und Sklave ist aber nicht nur ein Motiv erotischen Lustgewinns. Jenseits unmittelbar sexueller Praktiken spielt die Macht-Ohnmacht-Polarisierung auch in anderen Bereichen eine Rolle. Man findet sie...
  • bei stark asymmetrischen Paarbeziehungen zwischen abhängigen bzw. ängstlich-vermeidenden Persönlichkeiten und ihrem dominanten Partner.
  • als Grundstruktur militärischer und paramilitärischer Befehlshierarchien.
  • in der Beziehung zwischen Führern und Mitgliedern religiöser Sekten.
  • als theologisches Beziehungsmodell zwischen dem allmächtigen Gott abrahamitischer Kulte und seiner missratenen Schöpfung, über die er willkürlich verfügt.
  • zwischen dominanten Vorgesetzten und unterwürfigen Untergebenen in der Arbeitswelt.
  • als hierarchische Ordnung innerhalb politischer Parteien mit autoritären Gesellschaftsideen.
  • als asymmetrische Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern in patriarchalischen Gesellschaften. [...]
Psychodynamisch gibt es zwischen Pädophilie und Sadomasochismus Ähnlich­keiten. Auch die pädophile Missbrauchsbeziehung ist von einer eindeutigen Beziehungsasymmetrie geprägt. In der Regel ist das Kind dem Täter wehrlos ausgesetzt. Oft versteht es nicht einmal, was ihm geschieht. Das ist kein Zufall: Auch den pädophilen Täter reizt es, Lust ohne Angst vor Zurückwei­sung zu erleben und die sexuelle Beziehung vollständig zu kontrollieren. Je weniger das Kind über sich selbst bestimmen kann, desto eher wird ihm das gelingen.
 
Da die Herabsetzung zum Objekt einer sexuellen Begierde, der das Kind aus seinem Einwicklungsstand heraus keine entsprechende Eigenaggression ent­gegensetzen kann, der seelischen Entwicklung des Kindes schadet, kann die praktizierte Pädophilie als pathogene Form des sadomasochistischen Themas eingestuft werden.
 
3. Innerseelische Vorgänge
Das seelische Motiv der sadomasochistischen Beziehungsasymmetrie (SMBA) kann am Beispiel der sexuellen Variante aufgezeigt werden. Ist das Arrangement freiwillig, dient es der wechselseitigen Entängstigung. Ziel ist, erotische Lust mit verringertem Angst- oder Schulddruck zu erleben. Die Angst, um die es dabei geht, ist die Angst vor Zurückweisung oder Entwertung. Maßgeblich für das Verständnis der Motive der SMBA sind die Gesetzmäßigkeiten des psychologischen Grundkonflikts und der narzisstischen Selbstwertregulation. Beide Dynamiken greifen wechselseitig aufeinander zu. [...]"
 
Sehr verbreitet, typisch ist das hier beschriebene Verhalten und Denken von Männern:

"[...] Die Erektion ist ein sensibles Phänomen. Der angeschwollene Penis macht sich ebenso sichtbar, wie er sich durch Sichtbarmachung der Bewertung, Verletzung und Zurückweisung aussetzt. So mancher Mann hat vor Zurückweisung so viel Angst, dass die Erektion nur zustande kommt, wenn er mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen kann, dass ihn sein Gegenüber weder beurteilen, bewerten noch zurückweisen wird... oder dass er die Macht hat, eine Zurückweisung zu brechen. [...]
 
3.1. Psychologie des Sadismus
Wie jeder Mensch, so unterliegt auch der Sadist dem psycho­logischen Grundkonflikt. Wie jeder Mensch, so versucht auch er, sein Selbstwertgefühl stabil zu halten. Deshalb fürchtet er sich vor Zurückweisung und Entwertung. Da Sexualität ein Erlebnisfeld ist, in dem man miteinander intim wird, ist die Furcht vor beiden Gefah­ren hier besonders groß. Das erklärt, warum die Bereitschaft zur SMBA innerhalb sexueller Beziehungen meist sichtbarer wird als anderswo; und warum sich eine Subkultur rund um dieses Thema rankt. [...]
 
Der Sadist, also der dominante Partner in der SM-Beziehung, entkräftet seine Angst vor Zurückweisung und Abwertung, indem er vom Partner Unterwerfung fordert. Er kann sich seinen erotischen Impulsen überlassen...
  • wenn sich der devote Partner verpflichtet, den dominanten bedingungslos zu lieben.
  • wenn der dominante Partner den devoten so stark demütigen kann, dass dessen mögliche Zurückweisung keine Kraft mehr hat, den Sadisten zu kränken.
  • wenn ein mögliches Aufbegehren des Unterworfenen dank des Machtgefälles im Keim erstickt werden kann.
Narzisstische Tauschgeschäfte
Während sich der Sadist gleichermaßen vor Zurückweisung und Abwertung fürchtet, ist die Angst des Masochisten vor der Zurückweisung größer. Deshalb ist er bereit, innerhalb der SM-Beziehung die untergeordnete Rolle zu spielen.
Zunächst wird das sein Gefühl der Minderwertig­keit verstärken. Er bügelt die Lücke aber aus, indem er sich mit dem Aggressor identifiziert. Wenn mich ein so mächtiger Mensch wie mein Partner als dienstbereites Gegenüber wählt, muss an mir selbst etwas wertvoll sein.
Sind solche Bedingungen erfüllt, ist die Angst, die seine Fähig­keit zum Lustgewinn beschränken könnte, aus dem Bewusstsein des Sadisten verdrängt. Ungehemmt kann sich sein Penis aus der Deckung wagen. [...]
 
3.3. Scham und Verantwortung
In der sadomasochistischen Beziehung spielen Schamgefühle eine große Rolle. Beide, Demütiger und Gedemütigter, haben mit Schamgefühlen zu tun. Die Angst vor Zurück­weisung, die am Anfang der SMBA steht, bezieht ihre Kraft aus der Tatsache, dass beide Akteure Zurückweisung als eine Abwertung empfänden, die unannehmbare Schamgefühle auslöst.
 
Durch das sadomasochistische Beziehungsarrangement ist das Problem der Scham­angst aber nicht aus der Welt. Wenn die psychologischen Strukturen der Partner symbiotisch ineinandergreifen, mag zwar die Gefahr der Zurückweisung gebändigt sein, der Dynamik der Beziehung können aber neue Schamgefühle entspringen.
 
Symmetrische Asymmetrie
Eine sadomasochistische Beziehung ist spielerisch, wenn sie dem Wohl beider Partner die gleiche Bedeutung zumisst.
Sie ist destruktiv, wenn der dominante Partner seine Verantwortung für das Wohl des devoten aufgibt.
  • Der Masochist schämt sich, wenn er den Selbstbestimmungsimpuls seiner Psyche tatsächlich verrät. Indem er sich unterwirft, löst er nicht etwa den psychologischen Grundkonflikt. Er verleugnet ihn. Daraus resultiert ein neues Schamgefühl. Es zeigt an, dass der Masochist hinter seiner Möglichkeit zurückbleibt.
    Da sich der devote Partner durch Unterwerfung wie ein Objekt besitzen lässt, tritt er zugleich die Verantwortung für sein Erleben an den dominanten Partner ab. Er entkräftet sein Schamgefühl, indem er sich für die eigenen Gefühle als nicht zuständig erklärt.
  • Für den Sadisten bedeutet Herrschaft nicht die Lösung aller Schamprobleme. Ihm droht neue Scham aus drei verschiedenen Quellen:
    1. Zum einen wird auch er beherrscht: von der Angst seines Ego, entwertet zu werden. Im Umgang mit dem devoten Gegenpart mag der Sadist Freiheit empfinden. In sich selbst bleibt er dem Zwang zur Abwehr eigener Gefühle ausgesetzt.
    2. Auf der Ebene des Ego ist der Herrscher ein anderer als der Unterworfene. Auf der Ebene des Selbst ist er mit ihm jedoch identisch. Das Unterworfensein des Unterworfenen betrifft immer auch den Unterwerfer selbst.
    3. Jeder Machtanspruch ist zugleich Signal einer Bedürftigkeit. Der Macht über andere zu bedürfen, heißt abhängig zu sein. Ob er es wahrnimmt oder nicht, wenn er des Machtgefühls bedarf, schämt sich auch der Mächtigste für sein Bedürfnis nach Macht. [...]
 
Schmerz signalisiert drohenden körperlichen Schaden. Der ist genau das, was der menschliche Organismus im Interesse der Erhaltung seiner eigenständigen Handlungsfähigkeit von je her zu vermeiden versucht. Wenn der devote Partner es dem dominanten erlaubt, ihm Schmerzen zuzufügen, und wenn er ihm dafür sogar noch dankbar ist, entängstigt er den Sadisten noch mehr, als es durch Gehorsam und Fesselung allein möglich wäre. Er sagt: Selbst wenn du mir gegenüber das Böse tust, werde ich dich noch lieben. [...]
 
Erotik hat mit Spiritualität zu tun. Beide thematisieren die Überwindung von Grenzen auf der Suche nach überge­ordneter Wirklichkeit. Während der erotische Aufbruch nur bis zur dialogischen Bezieh­ung einer Partnerschaft kommt und damit in neuen Grenzen endet, plant Spiritualität entschieden mehr. Sie will Entgrenzung unbegrenzt, damit sich das Identitätsgefühl des Ich aus dem Ego in die gesamte Wirklichkeit ergießt.

Zur Erotik gehört nicht nur Hingabe des Ego an die lustvolle Gemeinschaft. Es gehört auch Vereinnahmung dazu. Das wird bei der sadomasochistischen Ausgestaltung der sexuellen Beziehung besonders deutlich; und zwar nicht nur was die Vereinnahmung des devoten Partners durch den dominanten betrifft. Auch die Unterwerfung des Maso­chisten vereinnahmt auf ihre Weise. Auch sie ist kein Überschreiten des Ego, sondern seine Verleugnung, die ihrerseits egozentrischen Zwecken dient.

Freiheit liegt nie in Beherrschung. Es mag zwar sein, dass sich der Beherrscher einer Sache durch seine Herrschaft von bestimmten Grenzen befreit, die Herrschaft an sich bindet ihn jedoch in neue Grenzen, die ihn womöglich mehr binden als die, die er hinter sich ließ. Deshalb führt Sadomasochismus kaum je zu echter Überwindung egozen­trischer Angst. Ist er ein einvernehmliches Spiel mag er gesteigerte Lust vermitteln. Ist er notwendig, damit man überhaupt Lust erlebt, ist die Herrschaft des Sadisten selbst ein Gefängnis. Wirklich befreit kann nur sein, wer den Trieb des Ego, über irgendetwas zu herrschen, hinter sich lässt. [...]
 
Nach der Entgrenzung durch Erotik bezeichnet man den Partner als bessere Hälfte. Nach einer Entgrenzung durch Transzendenz des Ego erkennt das Ich seine Identität im Du. [...]"
 
Quelle der zitierten Passagen: seele-und-gesundheit.de - "Sadomasochismus"
 
Aktualisierung am 28. April 2020
 
Andreas Peglau: "Rechtsruck im 21. Jahrhundert"
 
Wilhelm Reich (noch vor Adorno und Erich Fromm) zu Faschismus Autoritarismus, Rechtsextremismus, Sadismus, Sexualität, Kompensation, Kapitalismus, Kirche, patriarchale Religionen, Kleinfamilie, Ehe, Pornographie, Prostitution - psychosoziale Ursachen, die immer in der Kindheit liegen. Auch heute noch.
 
Und es wird nach wie vor nicht angemessen berücksichtigt, immer noch nicht angemessen präventiv vorgegangen.
 
Herzlichen Dank an Andreas Peglau für sein sehr hilfreiches Buch, seine Mühe und die hier geteilte gekürzte Lesung.
So verhält es sich. Besser kann man es nicht analysieren, darlegen.

Es ist genau das, das sich später auch bei Erich Fromm und Arno Gruen ähnlich findet.
Es ist das, das ich selbst denke, wahrnehme, beobachte, wovon ich zutiefst überzeugt bin.
 
Autoritarismus, Hass, Selbsthass, Selbstwertproblematik, Minderwertigkeitskomplexe und daraus resultierendes Fühlen, Denken, Eingestelltsein, Kompensationsverhalten werden immer in der Kindheit angelegt - durch falschen, d.h. beschädigenden, nicht-bedürfnisorientierten, nicht liebevollen, feinfühligen, empathischen, stattdessen autoritären, physisch und/oder psychisch gewaltvollen (auch vernachlässigenden) Umgang mit Kindern. Siehe auch Schwarze Pädagogik: Druck, Zwang, Kontrolle, Härte, Strenge, emotionale Kälte, Strafe, Dressur - Sadismus, Gewalt.
 
Diese Gesellschaftsanalyse (siehe die letzteren Kapitel, ab etwa Kapitel 5) ist so umfassend, sorgfältig, präzise und großartig, dass dem tatsächlich nichts mehr hinzugefügt werden kann.

Es gälte l ä n g s t angemessene, gebotene Konsequenzen daraus zu ziehen. Das setzt entsprechende (Selbst-) Erkenntnis, Selbstreflexivität in den Gesellschaften voraus, also weit mehr unbeschädigte, psychisch-emotional integre, nicht intensiv verletzte, beschädigte Menschen, Persönlichkeiten als bisher. Auch und gerade in Deutschland.
 
Im hier Dargelegten - Andreas Peglau via Wilhelm Reich und Erich Fromm - findet sich im Übrigen auch das Aufzeigen der Ursache von Sadomasochismus, siehe auch BDSM, auch hier ist es frühkindliches Beschädigtwordensein und daraus resultierendes Kompensationsverhalten.
 
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Aktualisierung am 19. April 2019
 
Da es aktuell einige Kommentare bzw. Anwürfe via twitter gab. Als sachliche Kritik lassen diese sich sämtlich leider nicht bezeichnen, da ausnahmslos persönlich rein emotional reagiert und nicht sach-, inhaltsbezogen, substanzhaltig argumentiert wurde. Nachfolgend meine Replik auf diese Kommentare.
 
Es geht bei, in BDSM gerade nicht um Sex und insbesondere auch nicht um ausschließlich sexuelle Praxis, sondern um den gesamten Menschen, also darum, warum welche Menschen aus welchen Gründen BDSM praktizieren, was all das mit ihrer Gesamtpersönlichkeit, auch mit (fehlender) Liebesfähigkeit, mangelndem Selbstwertgefühl und pathologischem Narzissmus zu tun hat, siehe die unten verlinkten Texte hierzu, in denen dies umfassend dargelegt ist.

Es müsste folglich je persönlich darum gehen, dies zunächst zu akzeptieren, sich schließlich intensiv und wahrhaftig damit auseinanderzusetzen, statt den Selbstbetrug zum Zwecke der Selbstschonung fortzusetzen.
Im Grunde kann ich daher nur zu Psychoanalyse raten, siehe hierzu Erich Fromm, Arno Gruen, Margarete Mitscherlich, Sandor Ferenczi ("Von den toten Zonen des Selbst", Identifikation mit dem Aggressor, Internalisierung, Introjektion,Trauma etc., siehe unten verlinkte blog-Einträge hierzu). Denn es geht, ich wiederhole mich, gerade nicht um eine bloß sexuelle Praxis und/oder Neigung, Präferenz.

Wer einen anderen Menschen tatsächlich respektiert, wertschätzt oder "sogar" liebt (gleich, ob es sich bei diesen anderen Menschen um Freunde, Beziehungs- und/oder Sexualpartner, um Kinder oder Eltern handelt), hat kein Bedürfnis und nicht den Wunsch, diesen Menschen zu unterwerfen, zu dominieren, zu "beherrschen" oder sich selbst zu unterwerfen - auf keiner (Beziehungs-) Ebene, auch nicht beim Sex, d.h. bei echtem, tatsächlichem Sex.

Zur Definition, was Sex und was wirkliche(s) Liebe(n) ist, siehe weitere blog-Einträge zum Thema nachfolgend verlinkt.

Der Wunsch und das Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung ist im Übrigen ein stets kompensatorisches, zumeist pathologisch narzisstisches.
 
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"[...] Männer-Phantasien werden seit jeher auf Frauen projiziert, um diese dann über Jahrhunderte reuelos als Hexen verfolgen, foltern und vernichten zu können. Auch heute noch tragen Psychologen mit ihren Theorien dazu bei, Frauen nicht als Opfer, sondern mehr oder weniger als Anstifterinnen anzusehen, wenn sie männlicher Gewalt ausgesetzt sind. Vergewaltigung sei immer die Folge einer Provokation, heißt es dann. Alle Frauen seien außerdem von Natur aus masochistisch und würden Leiden und Unterdrückung genießen. Diese Eigenschaften seien zwar in vielem begrüßenswert, wenn auch, wie so manche anderen typisch weiblichen Verhaltensweisen, ein weiterer Grund dafür, Frauen zu verachten.
 
Die Tatsache, daß bei sich Frauen sexuell stimulierende Vergewaltigungs- und Erniedrigungsphantasien häufiger beobachten lassen als bei Männern, führte bei Psychologen und Psychoanalytikern zu dem Fehlschluß, daß Frauen nach einer Realisierung dieser Phantasien trachteten. Genauere Beobachtungen und Analysen solcher Phantasien lassen jedoch unschwer erkennen, daß es sich dabei um qualitativ unterschiedliche Vorgänge handelt, denn die real erlebten Vergewaltigungen werden so gut wie nie als lustvoll empfunden. Sie gehen häufig mit bleibenden psychischen Schäden einher. Phantasierte und real erlebte Vergewaltigungen lassen sich nicht gleichsetzen. Phantasien über sexuelle Vergewaltigung sind weder so brutal noch so einfühlungslos wie wirkliche Vergewaltigungen. Im Gegensatz zur tatsächlichen Gewalt machen Phantasien nicht hilflos, im Gegenteil, wer phantasiert, ist kein Opfer, er ist Schöpfer und Beherrscher der Situation, die er phantasiert. Vergewaltigungsphantasien wie masochistisches Verhalten im erweiterten Sinn können also dem meist unbewußten Ziel dienen, passiv erlittene Unterdrückung und Gewalt in kontrollierbare Situationen zu verwandeln und damit Unlust zumindest ein Stück weit in Lust und Ohnmacht ein Stück weit in Macht zu verwandeln.
 
Die Tatsache, daß bei Frauen masochistische Phantasien häufiger auftreten als bei Männern, dürfte aber auch auf ihre Jahrhunderte alte soziale und familiäre Unterdrückung zurückzuführen sein. Es gab für sie nur sehr begrenzte Auswege und Methoden, um eine hilflose und erniedrigende Situation einigermaßen in den Griff zu bekommen. Bewußt oder unbewußt identifizieren sich auch heute noch manche Frauen mit dem Rollenbild von  der schwachen und abhängigen Frau, die im Mann den Mächtigen sieht, der Lebenshilfe bietet und Lebensziel ist – um dann durch Einfluß auf diesen Mann, den sie von sich und ihrer dienenden, opfernden Haltung abhängig werden läßt, an dessen Macht teilzuhaben und ihn zu kontrollieren. [...]
 
Brutale Gewalt verursacht Traumen, die so leicht nicht zu heilen sind und die das Leben der Opfer beider Geschlechter so tiefgehend zerstören können, daß das notwendige Stück Welt- und Urvertrauen in die Achtung des anderen vor dem eigenen Leib und Leben zusammenbricht, wie in die Fähigkeit, sich selbst verteidigen zu können, ohne die ein Mensch nicht leben kann. [...]
 
Im erogenen Masochismus dagegen ist sexuelle Lust mit körperlichem Schmerz verbunden. Diese Form des Masochismus stellt im allgemeinen eine Perversion des sexuellen Erlebens dar, obwohl eine solche Verknüpfung von Sexualität und Schmerz von manchen Psychoanalytikern für Frauen als »normal« angesehen wird. So vertritt Helene Deutsch die Überzeugung, daß der Gebärschmerz gleichzeitig die höchste sexuelle Lust für die Frau darstelle. Das heißt, was beim Mann als pervers angesehen wird, ist bei der Frau normal. Ist man da als Mann nicht voll berechtigt, Frauen als quasi angeboren pervers zu verachten? Der feminine Masochismus gilt als Ausdruck des femininen Wesens. Wer an ihm leidet, versetzt sich in seinen Phantasien in eine für die »Weiblichkeit charakteristische Situation«. Damit ist im allgemeinen die passive Haltung eines Menschen gemeint, der besondere Freude an der Unterwerfung und Aufopferung erlebt. Diese Lust am Leiden hat nicht selten eine sexuelle Note.
 
Der Unterschied zwischen erogenem und weiblichem Masochismus ist in der psychoanalytischen Theorie eher ungeklärt, denn auch Freud vertrat die Ansicht, daß nur der für die Frau typische masochistische Leidensdruck sie dazu befähige, den Geschlechtsverkehr zu genießen. Freud übersah, daß es der „ehrbaren“ Frau nicht erlaubt ist, ihr Begehren aktiv zu äußern, und sie deswegen über die Jahrhunderte ihre Sexualität nicht anders als passiv, d.h. mehr oder weniger masochistisch zu erleben vermochte. Das Tragische ist, so Elfriede Jelinek, »daß die Frau in dem Augenblick, wo sie aktiv ein Objekt der Begierde sucht, damit das Begehren des Mannes am sichersten auslöscht« (1989). So blieb die weibliche Sexualität, insbesondere für die Frau selber, bis heute weitgehend ein »dunkler Kontinent«.
 
Die Frau als Opfer, als Sich-Aufopfernde in Familie und Sexualität, gehört also seit langem zum Bild der Frau und wurde von der Gesellschaft als normal zu erwartendes Verhalten der Frau angesehen. Frauen sollen einerseits in ihrem Mann aufgehen, sich zurückstellen, ihn als den gesellschaftlich, familiär und sexuell Bestimmenden, als den großen potenten Helden oder beruflich Erfolgreichen bewundern, andererseits ihm für ewig den mütterlichen Schutz in der Familie garantieren. Dieses Frauenbild (und damit verbindet sich natürlich ein entsprechendes Männerbild) wird erst seit relativ kurzer Zeit ernsthaft in Frage gestellt und damit einer Wertekritik unterzogen, die zunehmend nicht nur von aufgeklärten und nachdenklichen Frauen ausgeht, sondern große Teile unserer Gesellschaft erfaßt hat.
 
Wenn Frauen sich gegen die kampflose Hinnahme von Gewohnheitsrecht wehren, stoßen sie meist auf Widerstand der Männer. Nur wenige Männer sind bereit, sich mit den ihnen unbequemen Problemen, Forderungen und Einsichten von politisch bewußten Frauen auseinanderzusetzen: die meisten reagieren darauf aggressiv oder höhnisch.
 
Sich mit Konflikten auseinanderzusetzen, Schuldgefühle zu ertragen, ist nicht Sache der Mehrheit der Männer, wahrscheinlich auch nicht Sache der Mehrheit der Frauen. Die Fähigkeit jedoch, mit den eigenen Gefühlen umzugehen, ist bei Frauen von Kindheit an – schon durch ihre Erziehung in weit höherem Ausmaß gegeben als bei Männern. Abwehr von Schuld, Scham und Aggressionen ist bei ihnen regelmäßig mit der Suche nach Sündenböcken verbunden. Dementsprechend muß auch die heutige Generation der um Gleichberechtigung und Selbstbehauptung ringenden Frauen immer damit rechnen, in die Kategorie der Geächteten eingeordnet und mit Gewalt unterdrückt zu werden.
Margarete Mitscherlich"
 
Quelle: margarete-mitscherlich.de - "Über den weiblichen Masochismus", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Ganz am Rande:
 
Ich weiß nicht, für wieviele Frauen weltweit der Gebärschmerz, Zitat "die höchste sexuelle Lust" darstellt - ich denke allerdings, für die allerwenigsten.
Die Frage ist, wie, auf welcher faktischen, wissenschaftlichen Legitimations-/Begründungsbasis (wie und an wievielen Frauen auf welche Weise untersucht ...) Helene Deutsch zu dieser Annahme kommt, worauf sich ihre Behauptung also eigentlich gründet?
 
Meines Wissens erleben die meisten Frauen den Gebärschmerz nicht als sexuell lustvoll, erregend oder gar befriedigend und auch anderen Schmerz (wie Zahn-, Kopf-, Gliederschmerzen ...) nicht in dieser Weise - warum sollten sie auch? Frauen sind Menschen; gesunde, d.h. unbeschädigte, nicht in der Kindheit und Jugend erheblich psychisch und/oder physisch beschädigt worden seiende Menschen erleben physischen wie psychisch-emotionalen Schmerz üblicher- und natürlicherweise gerade nicht als angenehm, wohltuend, lustvoll, auch nicht als sexuell erregend, sondern als das Gegenteil dessen.
 
Und btw ja: Auch ich kenne den Gebärschmerz (zwei Kinder "spontan"/vaginal geboren) - und ich fand ihn beide Male nicht auch nur annäherungsweise "lustvoll, sexuell erregend" oder anderweitig angenehm.
 
"[...] Mit dem Ausdruck "femininer Masochismus" schließlich bezeichnete Freud eine Haltung, in der sich das Bedürfnis nach Geschlagen- und Vergewaltigtwerden im erotischen Sinne mit einer Neigung zur Unterwürfigkeit und zum mehr oder weniger demonstrativen passiven Erdulden verbindet. Diese Form des Masochismus als feminin zu bezeichnen, ist wiederum Ausdruck eines typischen Vorurteils, denn die klinische Erfahrung lehrt, dass sie auch beim Mann anzutreffen ist. Nur: Bei der Frau wurde Masochismus als natürlich angesehen, beim Mann galt er als Perversion.
 
Den praktizierenden Psychoanalytikern begegnen bei Frauen nicht selten Vergewaltigungsphantasien, die für sie sexuell stimulierend sind. Die genauere Beobachtung hat jedoch gezeigt, dass es sich dabei um qualitativ unterschiedliche Vorgänge handelt; denn die real erlebten Vergewaltigungen werden so gut wie nie als lustvoll empfunden. Sie ziehen häufig bleibende psychische Schäden nach sich.
 
Phantasierte und real erlebte Vergewaltigung lassen sich einander nicht gleichsetzen. Phantasien über sexuelle Gewalt sind weder so brutal wie die Wirklichkeit, noch so einfühlungslos wie diese. Sie machen auch im Gegensatz zur tatsächlichen Vergewaltigung nicht hilflos, im Gegenteil. Wer phantasiert ist kein Opfer, er ist Schöpfer und Beherrscher der Situation, die er phantasiert. Das heißt: Eine Frau, die Vergewaltigungen phantasiert, wünscht sich deswegen noch lange nicht real, auch vergewaltigt zu werden!
 
Die Tatsache, dass masochistische Phantasien so zahlreich bei Frauen anzutreffen sind, muss auf ihre jahrhundertelange soziale und familiäre Fesselung zurückgehen. Nur in Gesellschaftsordnungen, in denen die Herrschaft des "starken" Mannes als Naturgesetz unbefragt hingenommen wurde, konnten Vorstellungen von der Eroberung und Überwältigung sich wehrender Frauen als sexuell besonders anregend wirken und sich entsprechend auch in den Phantasien und Verhaltensweisen beider Geschlechter niederschlagen.
 
Gegen die Verinnerlichung und die damit verbundene Hilflosigkeit solcher gesellschaftstypischen Haltungen konnten sich die Frauen oft nur zur Wehr setzen indem sie - wie mancher Schriftsteller - mit Hilfe der Phantasie aus passiv unterdrückten Wesen zu aktiven Schöpferinnen ihres Leidens wurden.
 
Übertrieben aufopferndes Verhalten - zum Beispiel die Frau als demütige Dienerin etc., die Neigung, als Mutter für alle in der Familie stets "da zu sein", wodurch die übrigen Familienmitglieder unselbständig und infantil bleiben - solche Haltungen oder Charakterzüge sind die Konsequenz falscher Ideale, wie sie der Frau unserer Kultur seit Jahrhunderten aufgezwungen worden sind. Letztlich haben sie ihr aber mehr Verachtung als Bewunderung eingetragen. Sie stellen generationenalte Identifikationsketten dar, die so leicht nicht zu durchbrechen sind.
Der Kampf um neue Ich-Ideale ist darum unvermeidbar. Die Frauen müssen sich um Bewusstmachung stereotyper masochistischer Verhaltensweisen bemühen, wie die, sie seien von Natur aus den Männern unterlegen, besonders intellektuell.
 
Wenn Ehescheidung nicht nur ökonomische und gesellschaftliche Unsicherheit bedeutet, sondern darüber hinaus quasi als Selbstverlust erlebt wird, muss eine Frau sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern. Masochistische Verhaltensweisen sind dann die unausweichlichen Folgen.
 
Das unbewusste Strafbedürfnis des moralischen Masochisten, der die Neigung hat, für ihn schädliche Situationen herzustellen, finden wir bei beiden Geschlechtern in gleichem Maße. Seine Wurzeln sind in der frühen Kindheit zu suchen. Insbesondere die als allmächtig empfundene Mutter der ersten Kinderjahre wird für unvermeidbare Enttäuschungen verantwortlich gemacht. Die Abhängigkeit von ihr wird als Unterdrückung erlebt, weshalb sie entsprechend gehasst wird. Da sie aber gleichzeitig geliebt wird und man in hohem Maße innerlich von ihr abhängig geblieben ist, muss der Hass verdrängt werden. Als Reaktion darauf entwickeln sich angstvolle Schuldgefühle. Sie tauchen als Strafbedürfnis im Leben des moralischen Masochisten wieder auf.
 
Die als sexuell lustvoll erlebten Vergewaltigungs-, Unterwerfungs- oder Erniedrigungsphantasien haben eine andere psychische Funktion. Sie sind, wie es schon dargestellt wurde, ein Versuch, auf initiative Weise bisher passiv erlittene Befehlssituationen in kontrollierbare Situationen zu verkehren und aus Unlust Lust zu machen. Hilflosigkeit wird schrittweise überwunden, indem die Phantasien dem Ich, der eigenen Kontrolle unterstehen.
 
Auch die klinischen Erfahrungen zeigen, dass die masochistischen Verhaltensweisen der Frau wie ihre hysterischen Symptome einem zeitbedingten Wandel unterworfen sind. Sie stellen komplizierte psychische Antworten auf gesellschaftliche Bedingungen und den ihnen entsprechenden Erziehungsmethoden dar und sind keine angeborenen "typisch weiblichen" Charaktereigenschaften.
 
In der masochistischen Aufopferungshaltung der Frau ein weibliches Idealbild zu sehen, wie uns traditionelle Wertnormen glauben machen wollen, ist absurd. Für Psychologen ist es klar, dass es einen psychischen Masochismus ohne die andere Seite der Medaille, den psychischen Sadismus, nicht geben kann. [...]
 
Über die Sensibilität des Durchschnittsmannes unserer Gesellschaft sollte man sich jedoch keine Illusionen machen. Für ihn ist es nach wie vor selbstverständlich, dass die Frauen ihre eigenen Interessen zurückstellen und Mann und Familie dienen. Den Befreiungsversuchen der Frau steht er im besten Fall hilflos, meist aber aggressiv gegenüber."
 
Quelle: emma.de - "Über weiblichen Masochismus", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Es ist folglich Ausdruck seelischer Gesundheit, Unversehrtheit, psychisch-emotionalen Unbeschädigt-, "Intakt-", Heilseins sowie überdies Ausdruck eines gesunden Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins, k e i n e masochistischen und/oder sadistischen (sexuellen) Präferenzen, Gedanken, Vorstellungen, Phantasien, Wünsche zu haben und/oder entsprechende Praktiken ausagieren zu wollen.
 
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"[...] Zuweilen erscheint es mir fast schon wie die Ausnahme, wenn jemand, der mich um therapeutische Begleitung ersucht, in seinem Leben nicht auch sexuelle Traumaerfahrungen machen musste. Das gilt für Frauen wie für Männer. Das epidemische und globale Ausmaß sexueller Traumatisierungen wirft die Frage auf, wie normal die in den jeweiligen Gesellschaften gelebten Formen von Sexualität tatsächlich sind:
  • Wie umfassend sind sie von Liebesillusionen und falschen Vorstellungen von Sexualität gespeist?
  • Wie weit sind sie nur ein Versuch, Einsamkeit zu überspielen?
  • Wie sehr sollen sie einen nicht vorhandenen Selbstwert kompensieren?
  • Wie oft sind sie nur ein Versuch, sich kurzfristig Erleichterung vom Dauerstress der eigenen Lebensführung zu verschaffen?
  • Wie häufig wird Sex rücksichtslos gegenüber körperlichen Verletzungen und Infektionen praktiziert?
  • Wie bedenkenlos wird Geschlechtsverkehr ausgeübt, ohne das Risiko ungewollter Schwangerschaften in Betracht zu ziehen?
  • Wie häufig wird „echte Männlichkeit“ oder „ursprüngliche Weiblichkeit“ als Pseudoidentitäts-Schablone benutzt, um die eigenen Kindheitstraumatisierungen nicht zu spüren?
  • Wie gesund sind die sexuellen Praktiken im jeweiligen homo-, bi- und transsexuellen Milieu?
Sexualität, die als Psychotrauma-Überlebensstrategie praktiziert wird, verbindet nicht mit einem anderen Menschen, sie führt nur noch weiter in die persönliche Isolation. Sex zu haben wird zuweilen sogar gezielt dafür verwendet, sich in dissoziative Zustände zu flüchten.
 
Sex zur Dissoziation
In einem meiner Seminare sagte die Teilnehmerin:
„Ich genieße Sex, weil mich das in einen dissoziativen Zustand versetzt. Ich trenne mich dann von meinem Körper und gehe in einen völlig weißen Raum, in dem es mir gut geht.“
 
Angesichts des enormen Ausmaßes an Traumatisierungen in vielen Gesellschaften nimmt es nicht wunder, wenn Sexualität vielerorts massenhaft suchtartig praktiziert und wie eine Droge benutzt wird. Sie wird häufig in Kombination mit Alkohol und anderen Rauschgiften ausgelebt. [...]
 
Der Hinweis auf Drogenkonsum dient Tätern wie Opfern dazu, hinterher entschuldigend sagen zu können, man habe einen Filmriss gehabt, könne sich an nichts erinnern und sei für das Geschehene nicht verantwortlich. Auch wenn es keine bewussten Erinnerungen geben mag und die Überlebensstrategien alles dafür tun, um keine Erinnerungen zu haben, Traumaerinnerungen brennen sich im Körper eines Täters und in den Körper eines Opfers ein. Auch die Täter ekeln sich in ihren gesunden psychischen Strukturen vor dem, was sie tun. Sie müssen sich daher noch weiter von sich selbst abspalten. Im Extrem kommt es dazu, dass ein Körper ohne Kopf Sex macht mit einem Kopf ohne Körper. Häufig sind es Männer, die gedanken- und verantwortungslos Sex praktizieren mit Frauen, die längst jeglichen Kontakt zu ihrem Körper verloren und aufgegeben haben. [...]
 
Viele fühlen sich nach einem Orgasmus ohne zwischenmenschliche Liebe und Berührung noch leerer als zuvor, weil sie nun erst recht ihre Einsamkeit spüren. Weil ihnen emotionale Nähe wegen ihrer frühen Traumatisierungen aber Angst macht, können sie ihre innere Ampel nicht einfach auf Beziehung umschalten.
Sie bleiben weiterhin allein, betäuben den Schmerz ihrer Einsamkeit und suchen ihr Heil in einer Steigerung der Lustformen, wie ich sie zuvor bereits beim Stichwort „Sexsucht“ beschrieben habe. Statt Lust erfahren sie am Ende erneut nur Schmerz, Scham und Ekel. Damit sind sie wieder am Ausgangspunkt angelangt, den sie eigentlich nicht wahrhaben wollen: ihrer zutiefst schmerzhaften Urerfahrung, von ihrer Mutter und ihrem Vater nicht gewollt, nicht geliebt und nicht geschützt worden zu sein. [...]
 
Finden sich zwei traumatisierte Menschen als Partner, so kann es in der Anfangszeit ihrer Beziehung durchaus sein, dass sie sexuelle Höhenflüge erleben und alle möglichen Varianten intensiven Geschlechtsverkehrs miteinander haben. Oft ist es jedoch so, dass die sexuell traumatisierten Frauen ihre in ihrer Kindheit herausgebildeten Überlebensstrategien aktivieren, um ihre Partner zu befriedigen und an sich zu binden. Diesen erscheinen sie dann wie Traumfrauen, die jederzeit zum Sex bereit sind und ihnen alle Wünsche erfüllen. Diese Frauen machen jedoch Sex in völlig dissoziierten Zuständen, in denen ihr gesundes Ich und Wollen weit weg ist. Kommt es bei ihnen zum Orgasmus, verlassen sie mental ihren Körper. Selbst wenn es innerhalb einer solchen Partnerschaft regelmäßig zu Gewaltausbrüchen kommt, dient der Sex dazu, die Beziehung dennoch fortzusetzen und die Illusion von Verbundenheit aufrechtzuerhalten. [...]"
 
https://www.rubikon.news/artikel/die-stigmatisierung-der-opfer
Hier noch ein bisschen Info, Faktencheck zum vermeintlichen, vorgeblichen Konsens, der sogenannten Freiwilligkeit, Zustimmung, dem Einverständnis - bzw. dem getätigten "Missbrauch", der Gewalt, Vergewaltigung.
 
Interessant wäre auch hier das Geschlechterverhältnis: Wieviele der BDSM-"Missbrauchs-", d.h. der Vergewaltigungsopfer sind weiblich, wieviele männlich bzw. wieviele Täter sind männlich, wieviele weiblich und: warum ist das so ... ;) .
 
"[...] In der BDSM-Community wird man schnell zum Außenseiter, wenn man Fetisch-Missbrauchstäter outen will. Als sich Jackie hilfesuchend an wichtige Personen der Szene wandte, brachte man ihr offene Feindseligkeit entgegen. In einem Mail-Verkehr, den wir einsehen durften, meinte einer der wichtigsten Munch-Vorsteher Großbritanniens, dass jeglicher „wahrgenommener Missbrauch" wohl nur Teil einer normalen Herren/Sklaven-Interaktion mit fließenden Machtverhältnissen sei. „Ein ordentlicher Herr wird kein Interesse daran haben, seinem Besitz auf irgendeine Art und Weise Schaden zuzufügen", schrieb er zu Jackies Entsetzen.
„Seitdem ich diesen Satz gelesen habe, sehe ich alles mit anderen Augen", meint sie. „Wenn ein Dom ein Gesetz bricht, wird dieses Gesetz einfach als zu soft abgestempelt, und niemand gibt zu, dass hier ein Verbrechen geschehen ist."
 
Das Bloßstellen von Opfern ist inzwischen zur schmerzhaften Realität der BDSM-Kultur geworden. 2011 schrieb die Autorin und Porno-Darstellerin Kitty Stryker einen Essay namens I Never Called it Rape, in dem sie bildhaft beschreibt, wie sie missbraucht wurde. Ihre Peiniger ignorierten dabei ihr Safeword und penetrierten sie mit Sexspielzeug. Dieser Handlung hatte sie vorher klar und deutlich nicht zugestimmt. Strykers Ziel war es, auf das Tabu aufmerksam zu machen, das Opfer beschämt und nichts sagen lässt.
 
„Leider bietet die BDSM-Szene derzeit nur Lippenbekenntnisse, wenn es darum geht, das Thema der Einwilligung auf den Tisch zu bringen", erklärt uns die Autorin. „Wenn jemand das entgegengebrachte Vertrauen missbraucht oder des Missbrauchs beschuldigt wird, unternehmen wir nicht genug, um die Opfer zu unterstützen oder um die Situation wieder in Ordnung zu bringen. Das ist vor allem der Fall, wenn es sich bei der beschuldigten Person um eine bekannte Figur der örtlichen Community handelt."
 
„Gegen Ende der 90er Jahre hat man zum ersten Mal vom ‚Machtverhältnis' geredet. Für mich war das der falsche Ansatz", erzählt Jackie. Sie erkannte Missbrauch sofort und ihre Instinkte sagten ihr, dass der Begriff der Zustimmung schwammig werden würde, wenn solche Grenzen verschwimmen. „Wenn wirklich dominante Personen das Kommando übernehmen, werden persönliche Limits ignoriert. Inzwischen gebraucht man Ausdrücke wie ‚implizierte Einwilligung' oder ‚teilweise zustimmend'. Und genau da liegt der Fehler."
 
Stryker zufolge sind die Täter normalerweise erfahrene Doms, die es eigentlich besser wissen sollten. [...]
 
Aber wie einfach ist es überhaupt, einen Fetisch-Missbrauchstäter vor Gericht zu bringen? In den USA sind in beidseitigem Einverständnis durchgeführte BDSM-Praktiken nicht explizit verboten, aber in einigen US-Bundesstaaten darf man bestimmte sadomasochistische Dinge nicht durchführen. Im Vereinigten Königreich erkennen Gerichte nicht an, das Körperverletzung einvernehmlich vonstatten gehen kann—deshalb kann dort nicht unterschieden werden, was nun schon Missbrauch darstellt und was noch zum eigentlichen Akt gehört. Und in Deutschland ist es so, dass mit gegenseitigem Einverständnis ausgeübte BDSM-Praktiken im Regelfall nicht strafbar sind.
 
Der Fetisch-Aktivist und Anwalt Thomas McAlauy Miller betont, dass Opfer vor allem in England und Wales oftmals stigmatisiert werden oder gar selbst vor Gericht landen können, wenn sie den Missbrauch bei der Polizei zur Anzeige bringen. „Es werden nur Fälle weiter untersucht, bei denen fotografische oder videografische Beweise vorliegen. Außerdem muss die körperliche Handlung so schlimm sein, dass die Geschworenen nicht mehr davon ausgehen können, dass das Ganze einvernehmlich geschehen ist", erklärt er.
 
Miller sorgt jedoch auch selbst für Gerechtigkeit und bringt die Namen von Fetisch-Missbrauchstäter mithilfe seines Blogs Yes Means Yes an die Öffentlichkeit. Er ist davon überzeugt, dass das derzeitige Rechtssystem für Anliegen dieser Art nicht wirklich geeignet ist. „Wie in aller Welt können wir davon ausgehen, dass unser System auch bei einer als Frau geborenen genderqueeren Person greift, die zwar damit einverstanden ist, angepisst und geschlagen zu werden, eine Penetration des vorderen Lochs aber ganz klar verweigert? Glaubt wirklich irgendjemand, dass ein Staatsanwalt, ein Richter und dazu noch Geschworene einen solchen Fall wirklich ernst nehmen würden? Würde wirklich jemand festlegen wollen, was genau vereinbart wurde und ob man diese Vereinbarung auch eingehalten hat?" [...]"
 
Quelle: vice.com - "Wenn das Wort Nein im BDSM nicht mehr ausreicht"
Dieser Artikel liegt mir besonders am Herzen.
 
Der Punkt ist: Menschen - mehrheitlich sind es ja Männer, die den "dominanten part" innehaben wollen, ausagieren - die sich in dieser Weise gegenüber zumeist Frauen verhalten - "dominant", gewaltvoll, erniedrigend, demütigend, entwertend - wissen sehr genau, was sie da tun: d a s s sie gewalttätig sind, psychische und physische Gewalt tätigen, dass sie die (jeweilige) Frau erniedrigen, demütigen, verletzen, beschädigen: psychisch-emotional und physisch.

Und es spielt für diese Männer keine Rolle, ob es sich bei den von ihnen beschädigt werdenden Frauen um Prostituierte oder Beziehungspartnerinnen handelt - es geht um das generelle Machtausüben, das Unterdrücken, Erniedrigen, Unterwerfen von Frauen.

Das Perfide daran ist, wie, womit das Verhalten dieser Männer - durch gerade auch sie selbst - m a n i p u l a t i v vermeintlich "gerechtfertigt" wird - damit nämlich, dass die Frauen es "einvernehmlich", deshalb jedoch keineswegs zwangsläufig gerne tun, damit, dass Sex Privatsache sei, damit, dass Menschen, die BDSM kritisieren, als verklemmt, spießig, uninformiert, intolerant, sexfeindlich, rückständig diffamiert werden.

Es ist Manipulation und Indoktrination, die dazu führt, dass Frauen solche Misshandlung dann tatsächlich sogar auch innerhalb von Beziehungen zulassen - und exakt so verhält es sich auch mit Pornographie, Porno-"Sex".
@Manu Schon
 
Ein hervorragender, unverzichtbarer Text, herzlichen Dank hierfür.
 
Wenn einige (hier in den Kommentaren unter dem Text, bspw. Bri Lunzer-Rieder, Vesta, Resa) von "Liebe, Vertrauen, Respekt" im Zusammenhang mit BDSM, dessen Praktiken ja auch in Pornographie verbreitet sind, sprechen, legen sie damit offen, dass sie die Entstehungshintergründe, die gesellschaftlichen Zusammenhänge und Folgen, die mehr schlecht als recht verdeckte Manipulation und Indoktrination entweder nicht erkennen können oder wollen.
 
Sie stellen nicht die Frage nach dem Warum - aus welchen Gründen ist wer (vermeintlich, vorgeblich) submissiv, devot und wer ist aus welchen Gründen "dominant", sie möchten die ins Auge springenden Ursachen und Wirkmechanismen nicht sehen oder können sie - aus persönlichen Gründen, wie ich vermute - nicht als bestehend akzeptieren.
 
Sie arbeiten sich ab an Kritik über das, das als "strafbar" definiert ist oder werden kann und an einer vorgeblich kritisierten "Sexualmoral" - um die es gar nicht geht - es geht um das Offenlegen nach wie vor massiv patriarchaler Strukturen und darum, zu erkennen, dass und warum diese gerade auf der sexuellen Ebene und gerade auch im sogenannten privaten Bereich massiv wirksam sind - mit welchen (bekannten, sichtbaren, erleb-, erfahrbaren) negativen Folgen wiederum - für mehrheitlich Frauen.
 
Und was Schmerz angeht:

Ja, den gibt es im Leben - physischen, psychisch-emotionalen, aber kein Mensch, der nicht "masochistisch veranlagt" ist (und im Text geht es u.a. gerade auch darum: woher solch eine "Disposition", Neigung rührt, wodurch sie verursacht wird ...), wird grundsätzlich gerne Schmerz erleben, erleiden - warum er bzw. sie es vorgeblich auf sexueller Ebene in welcher Weise dennoch tut, ist ebenfalls verständlich im Text erläutert.

Schmerz dient zunächst einmal dazu, vor Gefahren, vor Beschädigungen zu schützen, als Warnsignal und außerdem dazu, fähig zu Mitgefühl, zum Mitfühlen zu sein, denn wenn man Schmerzen - gleich ob psychische oder physische - anderer Menschen mitfühlt, sind es grundsätzlich nicht deren Schmerzen, die man fühlt (was gar nicht möglich ist, sein kann, denn ich bin nicht die/der Andere, ich habe nicht seinen Körper, seine Psyche etc.), sondern es sind stets "nur" die erinnerten eigenen Schmerzen, Schmerzerfahrungen, -zustände, -erlebnisse, die das Mitgefühl auf eben dieser Basis (siehe auch Spiegelneuronen und Empathie) überhaupt erst ermöglichen.
 
Wer BDSM also dennoch biologistisch erklären, legitimieren will, drückt damit lediglich aus, dass er sich einen (pseudo-) wissenschaftlichen Anstrich geben zu müssen meint, um die im Text dargelegte Kritik an BDSM als "falsch", unberechtigt irgendwie vermeintlich überführen zu können.
 
Mir scheint, es sind dies doch zumeist Abwehrreflexe eben solcher Menschen, die BDSM praktizieren und die sich unangenehm vom Text von Manu Schon berührt fühlen und aus genau diesem Grund versuchen, ihre Neigung, ihre Präferenz, ihr Verhalten irgendwie doch rechtfertigen zu können.

Sie verweigern dabei von Anfang an die ehrliche, selbstkritische Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Verhalten und dessen (je persönlichen) Hintergründen. - Schade.
Aktualisierung am 05. April 2019

Ein paar Sätze zum Anal"sex":
 
Es geht hier nicht um irgendeine, überdies vorgeblich private Sexualpraktik, sondern darum, was genau Analfick mit Patriarchat und nicht selten auch mit Sexualgewalt zu tun hat und w a r u m Männer eben auf diesen Analfick stehen. Warum Analfick, via Porno, "salonfähig", zur sexuellen Norm, zu einer Art Standardpraktik wurde und dass eben deshalb einige Frauen dies mitvollziehen, obwohl sie es selbst nicht wirklich wollen, es sie nicht erregt, schon gar nicht physisch befriedigt, sondern es ihnen unangenehm ist und/oder auch Schmerzen verursacht - auch psychische, denn der Analfick ist vor allem eine Unterwerfungsgeste, wie auch facial/cumshot. Er ist für Männer also nicht einfach physisch geil, weil "es so eng ist", sondern es spielt g e r a d e die psychische Komponente eine entscheidende Rolle dabei.
 
Und genau dieses Ins-Private-Schieben, ist und war von jeher das Problem. Das Private ist politisch, wie wir wissen.

Kein silencing, keine Indoktrination, dann auch kein Missbrauch, keine Sexualgewalt, keine Objektifizierung der Frau.
 
Vergewaltigung ist es nicht "erst" oder nur dann, wenn der Täter ein Fremder ist und/oder die Frau prügelt, würgt oder mit einer Waffe bedroht. Die meiste Vergewaltigung, Sexualgewalt findet innerhalb von Beziehungen und Bekanntschaftsverhältnissen statt, die Täter sind den Frauen mehrheitlich bekannt, n i c h t Fremde. Und die meiste Sexualgewalt findet in Privaträumen statt, in vertrauter Umgebung oft, bspw. in der Wohnung des Opfers oder der des Täters.
 
Das ist der Punkt:
Geschieht das Jeweilige t a t s ä c h l i c h "freiwillig und einvernehmlich"? Oder ist die jeweilige Frau schon so, häufig unbewusst, indoktriniert und angepasst, devot oder auch fürsorglich-bedürfnisorientiert liebend, selbstlos, dass sie ihre eigenen echten physischen und psychisch-emotionalen Bedürfnisse und Grenzen zurückstellt bzw. vom Mann überschreiten l ä s s t, dass sie das, das sie als "freiwillig und konsensual" vermeintlich wahrnimmt gar nicht mehr als Missbrauch, als Sexualgewalt erkennt bzw. es aus Gründen - Indoktrinierung, Manipulation, Liebe oder auch Abhängigsein (wirtschaftlich oder auch sozial, emotional) - z u l ä s s t, mitvollzieht.
Siehe hierzu auch narzisstischen Missbrauch, der weit verbreitet zu sein scheint: der Mann, Partner als pathologischer Narzisst (anti-, dissoziale PKST) mit all dem dafür typischen, kennzeichnenden Verhalten.
 
Oder auch, weil sie Angst hat, dass der jeweils betreffende Mann sich sonst anderswo sucht, was sie ihm "nicht gibt", dass er bspw. "fremdgeht" oder Frauenkauf tätigt: Prostituierte konsumiert, missbraucht, oder dass sie anderweitige Nachteile, gar Beschädigung (physische, soziale, wirtschaftliche, psychisch-emotionale, bspw. auch Trennung) durch den Mann erleiden wird, wenn sie seine sexuellen Wünsche, Forderungen, so "subtil" bzw. manipulativ sie auch vermittelt werden, nicht (mehr) erfüllt.
 
Ja, im Grunde müssten wir uns an dieser Stelle schon wieder mit BDSM befassen. Im blog habe u.a. auch ich dazu einiges informative Material gesammelt.
 
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Leute behaupten wiederholt etwas, das sie nicht durch Fakten, seriöse Quellen, wissenschaftliche Erkenntnisse belegen:

Welche Frauen und wieviele haben Orgasmen durch, bei, von Analpenetration? Denn zum Orgasmus k a n n Analpenetration gar nicht führen, da dies bei jedenfalls der Frau schon anatomisch nicht möglich ist.

Wenn überhaupt tatsächlich eine Frau Analpenetration erregend findet, so kann sie dies nur "im Kopf" erleben, dann aber wäre wiederum zu fragen, was genau aus welchen Gründen sie daran erregt, warum sie also durch Unterwerfung erregt wird. Hierzu müssten wir uns wiederum genauer mit BDSM befassen.

Und wenn eine Frau Analpenetration physisch erregend findet, dann kann sie dies nur, wenn sie dabei auch an der Vulva (Klitoris, innere Schamlippen, Scheiden e i n g a n g - nicht in der Vagina selbst) stimuliert wird. Das aber bedeutet, dass ihre physische Erregung durch eben diese Stimulation ihrer Vulva ausgelöst wird, n i c h t dadurch, dass ihr Anus, ihr Rektum penetriert wird.

Bei vaginaler Penetration ist es immerhin möglich, dass die Klitoris indirekt stimuliert werden k a n n, das hängt wiederum von der jeweiligen Stellung, aber auch von der jeweiligen Anatomie (!) der Beteiligten ab (siehe bspw. wie der Penis geneigt ist, wie dick oder dünn er ist, wie "biegsam" und siehe auch den Abstand zwischen Scheideneingang und Klitoris bei der jeweiligen Frau und auch die Beckenbodenmuskulatur spielt eine Rolle, außerdem auch psychische uns sonstige physische Befindlichkeit).

Bei analer Penetration ist diese indirekte Klitorisstimulation durch den Penis rein anatomisch schon völlig ausgeschlossen, unmöglich. Die Klitoris befindet sich nicht im Anus einer Frau. 
 
Und nur weil/wenn einige Frauen AM Anus stimuliert werden wollen, das als erregend erleben, heißt das nicht, dass sie IN ihren Anus penetriert werden wollen. Siehe Vulva und Vagina.
 
Der unten verlinkte Text - eigentlich sollte man solchen Müll gar nicht "teilen" - ist aus wissenschaftlicher Sicht der reine Nonsens. Man kann natürlich allen möglichen Unsinn behaupten, dabei überdies völlig anonym, denn selbst durch die Verlinkung auf die HuffPost gelangt man nicht zum Verfasser des Artikels (und ja: ich hoffe, es ist ein Mann, denn solcher Nonsens von einer Frau verbreitet, wäre tatsächlich unentschuldbar). Und es sind an keiner Stelle wissenschaftlich fundierte, seriöse Quellen genannt, auf die sich diese leeren, unhaltbaren Behauptungen stützen.

Ich kann auch einfach schreiben, es gibt fliegende rosa Elefanten. Zwar hat sie noch nie jemand - in nüchternem Zustand, bei voller Urteilsfähigkeit - gesehen, aber wenn man nur intensiv daran glaubt, also glauben will bzw. andere dies glauben macht, aus üblichen Gründen: Manipulation, Kontrolle, Unterwerfung, Instrumentalisierung, Missbrauch, Ausbeutung, as always im Patriarchat - dann gibt es sie. ;)
 
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"[...] Unser Gehirn ist ein seltsamer Ort. All die Jahre der Selbstverletzung und des gewalttätigen Sex hatten mich verändert. Ich empfinde keinen Schmerz wie ihn andere Menschen empfinden. Schmerz entspannt mich. Schmerz erregt mich. Selbst wenn der Schmerz nicht durch eine andere Person, sondern zum Beispiel durch einen Wespenstich ausgelöst wird. Mein Gehirn, meine Sexualität, meine Persönlichkeit sind korrumpiert. Das kann man nicht wegtherapieren, nicht wegheilen. Ich beschloss, die Kontrolle zu übernehmen. Ich meldete mich in Foren an und ging auf SM Parties. Ich traf Doms. Einige von ihnen waren traurige Gestalten Marke Büroangestellter. Andere waren Männer, die nichts anderes kannten als Hardcore Pornos und sie nachspielten.  Wieder andere waren echte Sadisten. Letztere lernte ich sehr schnell zu erkennen – und zu meiden. Ihnen geht es nicht um Lust. Ihnen geht es um Hass. Die Bürangestellten langweilten mich in ihrer Traurigkeit, also hielt ich mich an die Pornofreaks.
 
Ich las. Ich lernte. Ich beobachtete. Einige von meinen Partnern hatten viel Erfahrung. In ihrer Dominanz mir gegenüber lag für mich eine unglaubliche Freiheit. Ich brauchte ihre Körper, die Schmerzen, die sie mir zufügten, um meine eigene Sexualität zu erreichen, um Befriedigung zu bekommen. Sie waren keine schlechten Männer, keine Vergewaltiger. Ihre Sexualität war ebenfalls korrumpiert, wenn auch anders als meine eigene. Pornos hatten dafür gesorgt, dass sie echter Zärtlichkeit nichts abgewinnen konnten, sie brauchten das Gefühl, einen anderen zu dominieren und zu verletzen, jahrelanger Pornokonsum hatte sie dazu gemacht. Wir waren perfekt füreinander. Ich, die Überlebende sexueller Gewalt, sie, die Pornomänner.
Mein Verhalten wurde immer extremer. Ich nahm an Tunnelsessions teil. Ich hielt Dinge aus, die rückblickend nicht nur dumm, sondern auch lebensgefährlich waren. Aber ich genoss sie. In den Sessions hatte ich die Kontrolle. Ich bestimmte, wie weit wir gingen. Ich lenkte, ich inszenierte. Nie zuvor in meinem Leben habe ich mich so stark und machtvoll gefühlt wie zu jener Zeit. Ich verstand etwas über Männer, dass ich eigentlich schon seit meiner Vergewaltigung wusste. Was ich damals nicht verstand, war, dass das nichts mit der männlichen Natur zu tun hat, dafür aber mit dem Patriarchat.
 
Ich traf die Männer online. Ich traf keine Sicherheitsmaßnahmen – was hätten sie schon tun können, das ich nicht ohnehin schon erlebt oder sogar herbeigeführt hatte? Das war ein gefährliches Spiel – doch ich fühlte mich so unfassbar lebendig dabei. Ich traf spannende Menschen, kluge Menschen, Menschen, die aus der bürgerlichen Normalität ausbrechen wollten, die Freiheit suchten, so wie ich. Nicht alle, die lieber den Sub-Part, den unterwürfigen Teil, einnehmen wollten, waren Opfer sexueller Gewalt. Doch sehr viele waren es. Andere hatten häusliche oder emotionale Gewalt erlebt. Ich sprach mit ihnen. Ich war neugierig. Ich wollte es verstehen. Aus ganz vielen Geschichten sprach eine große Verlorenheit. Ich hatte das Gefühl, dass mich etwas mit ihnen verband, dass ich hier nicht länger Opfer, sondern Teil einer Szene war, einer Szene mit geheimen Codes, die bei anderen Menschen Faszination und Schrecken auslöste. Ich fühlte mich gut. Ich fühlte mich sogar sicher.
 
Bis zu jener einen Nacht, die mich beinahe mein Leben gekostet hätte. Ich unterschätzte den Mann, auf den ich mich einließ, ich hielt ihn für jung und naiv, doch er war das Gegenteil. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass ich aus dieser Situation zwar mit Blessuren, aber immerhin lebendig herauskam. Auf BDSM Portalen tummeln sich eben nicht nur Liebhaber “extremer” Sexualität, sondern auch Täter. Warum, leuchtet ein. Nirgendwo finden sie leichter Opfer, nirgendwo ist die Dichte an Frauen, die wie ich, an sexuelle Gewalt gewöhnt sind und sie bereitwillig reinszenieren, größer.
Keine BDSM-Kontakte mehr zu haben, war wie ein Entzug, der bis heute andauert. Ich bin noch immer nicht in der Lage, normale Sexualität zu haben. Zärtlichkeit macht mich wütend, verstört mich. Ich empfinde sie als verlogen. Sie befriedigt mich nicht. Aber BDSM ist keine Therapie. Es ist ausgelebter Selbsthass.
 
Seit 50 Shades of Grey ist es schwer in Mode, ein bisschen BDSM zu spielen. Dass diese Bücher und auch die Filme mit BDSM eigentlich wenig zu tun haben, wird immer wieder wiederholt. Ich habe sowohl die Bücher gelesen als auch den letzten Film gesehen und ich fand beides lächerlich. Mit dem, was wirklich in den Clubs und Dungeons abgeht, hat das sehr wenig zu tun.
 
Trotzdem stehen beide Phänomene für das geiche Prinzip. Jede dritte Frau hat sexuelle Gewalt erlebt, meistens im Teenager Alter. So gut wie jeder Mann schaut Pornos, darunter vor allem gewaltvolle Hardcore Pornos. Da ist unglaublich praktisch. So werden auf der einen Seite serienweise Opfer produziert, die, ähnlich wie ich, Sexualität nur noch auf die “antrainierte” Weise, nnlich über Gewalt und Dominanz ausleben können, und auf der anderen Seite lauter “Täter”, denen Mitgefühl und Zärtlichkeit in hunderten Stunden visuellen “Trainings” abtrainiert wurden.
 
Was lange fehlte, war eine Ideologie, die das legitimierte und alle Täter, sowohl die echten, als auch die inszenierten, von ihrer Schuld freisprach.
Dank 50 Shades of Grey haben wir sie endich bekommen. Es ist gar nicht wichtig, was in diesen Büchern steht. Wichtig ist nur die Message. Sie sagt uns, Gewalt ist erotisch. Zärtlichkeit ist was für Leute von vorgestern. [...]
 
Es legitimiert die Gewalt, die Männer seit Jahrtausenden Frauen antun. Indem wir es freiwillig machen, bekommen wir zwar Kontrolle, aber keine Freiheit.
 
Ich werde echte sexuelle Freiheit nicht mehr finden. Ich werde bleiben, was ich bin. Mit einer verdunkelten, korrumpierten Sexualität, verkrüppelt durch patriarchale Gewalt. Mir wird es nie an Partnern mangeln, die meine Bereitschaft, mich zu unterwerfen und Schmerz auszuhalten, begrüßen werden. Was mich davon abhält, ist die Erkenntnis, dass ich mich zur Mittäterin mache. Indem ich mit diesen Männern schlafe, ihre Pornobilder, ihre BDSM Fantasien bestätige, mache ich mich mitschuldig an der Vergewaltigungskultur, denn ich bestätige das uralte patriarchale Narrativ, dass Frauen es genießen, vergewaltigt zu werden. Ich bin keine Täterin mehr. Auch nicht an mir selbst. Und darin liegt die einzige Freiheit, die meine Biografie, die es tausendfach in allen patriarchalen Gesellschaften gibt, mir lässt."
 
Quelle: diestoerenfriedas.de - "Die dunkle Seite meiner Sexualität - BDSM und ich: Geschichte einer Aussteigerin", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Traumatisierung und Selbsthass als Ursachen.
 
Was mich stört, ist die pauschalisierte Aussage, Zitat: "Kein Orgasmus ist so intensiv wie ein erzwungener." Das mag für bestimmte, traumatisierte Menschen zutreffen, keinesfalls für alle - schon gar nicht für alle Frauen.
 
Ja, es i s t möglich, intensive Orgasmen zu erleben: ganz ohne (sexuelle) Gewalt, ohne Zwang, es werden solche Orgasmen von Frauen erlebt - sowohl bei Masturbation als auch beim Sex mit anderen Menschen, "sogar" mit Männern (wenn es hier auch leider häufig eine Art "seltener Glücksfall, Zufall" zu sein scheint, da es mehrheitlich nicht so geschieht).
 
Wie kann man also eine solche Aussage treffen, mit solchem Allgemeingültigkeitsanspruch? Nur weil man selbst es nur so? erlebt (hat), ist daraus nicht abzuleiten, dass dies für alle zutrifft oder dass es gar generell keine intensiven Orgasmen ohne Zwang gäbe. - Was weiß wer, der/die mich nicht kennt und mit mir auch keinen sexuellen Kontakt hat(te) über die "Qualität" und/oder Intensität meiner Orgasmen: ohne Zwang (und das seit mehreren Jahrzehnten im Übrigen)? Eben.
"[...] Aus dem Selbsthaß wächst der Haß. Woher aber kommt der Selbsthaß?
 
Geläufig ist die Einfühlung des Opfers in den Täter, die beflissene Anpassung an den Unterdrücker - als "Identifikation mit dem Aggressor" einer der klassischen "Abwehrmechanismen", mit denen nach der Lehre der Psychoanalyse das bedrohte Ich eine unerträgliche Situation zu meistern sucht.
 
Die meisten Menschen haben diese Anpassung geleistet, als Erziehungsdruck sie lehrte, daß Liebe (oder was dafür ausgegeben wird) nur um den Preis der Fügsamkeit zu haben ist, daß es also nicht ratsam ist, ein eigenes Selbst zu sein. Wer sich so akzeptabel macht für eine lebensängstliche Umwelt, zahlt mit dem Verzicht auf die eigene Lebendigkeit, die er hinfort fürchten und hassen muß, ohne es selber zu wissen.
 
Nur der Machtbesitz, im großen wie im kleinen, kann nun die innere Leere verdecken, die Angst betäuben, die heimliche Selbstverachtung beschwichtigen. Machtstreben durchwirkt dann verfälschend alle menschlichen Beziehungen und knüpft immer verstrickender das Netz einer entfremdeten "Realität", die immer neue Anpassung erzwingt. Der Haß der Betrogenen, der damit genährt wird, bleibt gewöhnlich latent. Grausamkeit und Mord sind die Extremfälle einer pathologischen "Normalität".
 
Gewöhnlich bieten die alltäglichen Beziehungsspiele genügend Möglichkeiten zu sublimer Manipulation und verschleierter Rache durch Selbstzerstörung. Sozialpsychologen aber haben auch reichlich Stoff zum Nachdenken über messianische Räusche, die Ekstasen des Gehorsams bis zum Untergang, die Erlösungshoffnungen, die sich auf menschenverachtende Führergestalten richten. [...]
 
Wenn von Autonomie die Rede ist, denkt man gewöhnlich an Selbstbehauptung und Durchsetzungskraft. Autonom bin ich, wenn Erfolg im Daseinskampf mich unangreifbar macht, doch dies ist für Gruen das genaue Gegenteil wahrer Autonomie: nämlich Hingabe an die herrschende Ideologie von Leistung und Macht, bestenfalls also eine geglückte Kompensation für den Verlust der ursprünglichen Autonomie. Diese ist für Gruen "derjenige Zustand der Integration, in dem ein Mensch in voller Übereinstimmung mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen ist".
 
Wer so in Freuden und Schmerzen seine eigene Lebendigkeit erfährt, braucht sich nicht durch die Ersatzbefriedigung vermeintlicher Überlegenheit zu beweisen, daß er etwas ist - er ruht in sich selbst. Die Fähigkeit dazu kann er erwerben, wenn er in früher Kindheit erfahren hat, daß er um seiner selbst willen geliebt wird und Liebe nicht verdienen muß durch das Selbstopfer der Unterwerfung. Wer dies nicht erfährt, der lernt, sich selber zu verachten und seinen Gefühlen zu mißtrauen, und sucht sein Heil hinfort in manipulierender Anpassung.
 
Dieser Mensch verrät sein Selbst, wird Untertan und Komplize einer Machtwelt, deren Gesetze er als auftrumpfender Erfolgsmensch oder als sich selbst bestrafender Versager, als williger Funktionär oder als aggressiver Rebell bestätigt. Es sei denn, er geht den paradoxen Weg des "Geisteskranken", der im lebendigen Tod des isolierenden Rückzugs sein Selbst zu wahren sucht. Zerstörerisch aber sind beide Fluchten. Denn der Haß, entstanden aus pervertiertem Liebesbedürfnis, schafft sich Ventile.
 
Es sind gewöhnlich die Mütter, die die erste Entscheidung für oder gegen die Machtlust vorbereiten - durch emphatische Zuwendung oder durch wohlmeinenden Mißbrauch des Kindes für eigene neurotische Bedürfnisse. Doch Gruen klagt nicht die Mütter an. In einer von Männern geprägten Welt ist ihnen die ungebrochene Lebensbejahung schwergemacht, aus der allein die nicht durch Besitzanspruch verfälschte Liebe wachsen kann. Weniger geschädigt als die Männer, die im Wahn männlicher Unerschütterbarkeit nicht einmal ihre Selbstzweifel gestehen dürfen, können Frauen ihren Gefühlen näher bleiben.
Doch Selbstwert daraus zu schöpfen, gelingt den Frauen selten, denn was ihre Stärke ist, verachtet die erfolgsbewußte Umwelt als Schwäche. So retten sie sich in Zweideutigkeiten und stürzen damit die Söhne in eine innere Spaltung, die ihren eigenen Widerspruch spiegelt und fortsetzt. Ein Teufelskreis hat sich geschlossen [...]
 
Diese Deutung scheint eine Gesellschaft zu unterstellen, die nur aus Opfern besteht. Doch die Opfer sind Täter zugleich. Die anpassende Unterwerfung unter die Macht ist, wie erzwungen auch immer, nicht nur passives Erdulden, sondern aktive Leistung. In der Unterwerfung wird die Macht anerkannt und verinnerlicht, somit auch unbewußt ausgeübt. Der Unterdrücker sitzt fortan nicht mehr draußen, sondern drinnen, und drinnen muß er überwunden werden. Dies ist ein dorniger Weg, für den es keine einfachen Rezepte geben kann. Ob mit therapeutischer Hilfe oder ohne sie - dieser Weg führt durch Angst und Schrecken.
 
Denn eben, weil es Angst macht, ein eigenes Selbst zu sein, wurde das Selbst ja verraten. Es wiederzugewinnen heißt zunächst, die Gefühle von Hilflosigkeit, Schmerz und Wut zu durchleiden, die einmal so überwältigend waren, daß es ratsam schien, das Selbst zu opfern, um nichts mehr von ihm zu spüren. Anders als jene Reagans, die überall "Fenster der Verwundbarkeit" abzudichten suchen und auf diese Weise den Angstgrund ihres Machtgebarens verraten, findet der zur Autonomie Ermutigte Freiheit im Akzeptieren seiner Verwundbarkeit.
 
Gruen findet darum die therapeutische Arbeit gerade mit solchen Patienten am hoffnungsvollsten, die als besonders schwer gestört gelten: Ihre "Krankheit" ist Ausdruck der Unfähigkeit, mit der Spaltung zu leben; sie sind ihrem Selbst weniger entfremdet als der anpassungswillige Normalneurotiker, dessen Sehnsucht danach geht, reibungsloser zu funktionieren.
 
Gruens "Verrat" ist auch ein politisches Buch. Es ist politisch in seiner Analyse des Geschlechterkampfes, in dem verschwiegene Selbstverachtung zur gefährlich stumpfen Waffe eines trügerischen Zusammenspiels wird: einer des anderen Krücke und Pfahl im Fleisch.
Es half zum faulen Frieden mit den Verhältnissen, nicht zum Frieden des Menschen mit sich selbst.
Dieser Friede aber fordert nicht den Triumph rigoroser Vernunft (Freud: "Wo Es war, soll Ich sein"), sondern eher etwas, das sich mit so altmodischen, fast unaussprechbar gewordenen Vokabeln wie "Barmherzigkeit", "Liebe", "Herz" umschreiben läßt. [...]"
 
Quelle: spiegel.de - "Nur der verwundbare Mensch ist stark", Spiegel 32/1985, farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
 
Wie maximal beschädigt, gestört müssen Menschen sein, so etwas zu tätigen, es zu wollen - bezieht sich btw auf beide Seiten ("Dom" und "Sub"). Kein Fragezeichen. Es ist unerträglich - schon, es zu lesen:
 
"[...] „Wer bist du, kleine Fotze?“ Er sagt brav seinen Namen auf und faselt etwas davon, dass er sich verlaufen habe. „Das soll ich dir glauben, du kleines Dreckstück? Du willst hier rumschnüffeln und wahrscheinlich etwas klauen. Ich werde dir zeigen, wie wir hier mit solchen Gesindel wie dir umgehen. Gehe runter vor mir auf deine Scheißknie, du nutzloses Stück Scheisse!“ [...]
 
Ich beuge mich nun leicht nach vorne, werde um einiges subtiler und lächle: „und jetzt küsst die 17 mir mal die Stiefel anständig.“ Er fängt wieder an rumzujammern und ich hole aus und schlage mit meinem Stock auf seinen Arsch. Augenblicklich geht sein Kopf runter und er fängt nicht nur an meine Stiefel zu küssen sondern sie auch richtig devot von sich aus sauber zu lecken. Die Stiefel scheinen ihm zu gefallen. Naja, Uniform ist ja auch sein Fetisch – logisch, dass er diesen dann auch gern leckt. Nachdem er mit beiden Schuhen – aus meiner Sicht – einen guten Beitrag geleistet hat, setze ich mich bequem auf einen der grünen Sessel. Ich bleibe in der Rolle, die mir auch am liebsten ist: Subtil dominant zu sein. [...]
 
Ich gehe wieder auf ihn zu, lege ihn über mein Knie und versohle ihm kräftig den Hintern bis er wirklich knallrot und richtig schön warm ist. Dabei muss er immer wiederholen, dass er sich dafür schämt, eine schwule Sau zu sein. Es folgen Spiele, bei denen er sich etwas, vor meinen Augen, in den Hintern schieben und mir sagen muss, dass er eine Schwuchtel ist, die es im Arsch braucht.
Ich bespucke, trete und beschimpfe ihn nach allen Regeln der Kunst. Ich bin voll in meinem Element! [...]
 
„So, jetzt werden wir dich kleines schwules Stück mal etwas in Fahrt bringen!“ Aus meinem Schwanz schießt ein starker Strahl Morgenurin auf mein Opfer herab. Ich hatte extra viel getrunken, um ihn richtig vollzuschiffen. Er leidet unter dieser Erniedrigung und ich weiß, dass es ihm zeitgleich gefällt. Ich lasse ihn nun in dem Käfig mit meiner Pisse einfach so liegen und gehe wieder. Diesmal schalte ich das Licht aus, denn meine Kamera hat auch ein Mikrofon und ich kann ihn hören. Er ist nun alleine in diesem kalten Käfig mit meinem, mit Verlaub, übel riechendem Morgenurin umgeben und darf sich mit Hilfe dieses Geruchs voll und ganz seinem Leid hingeben. Ich wiederhole dieses Spiel noch ein bis zweimal und reichere es mit Anrotzen, Anfurzen und jede Menge verbaler Action an. Einmal muss der gebeutelte Mann herauskommen und Liegestützen vor mir ausführen. Um ihm diese Übung zu erschweren positioniere ich meinen Fuß auf seinen Schultern und verlagere langsam mein Gewicht auf den nach Luft ringenden Mann. Herrlich. [...]
 
Ich stelle mich vor ihn lächelnd, öffne die Knöpfe meiner Hose, hole meinen halbsteifen dicken Schwanz heraus und streichle Diesen genüsslich. Während mein Opfer sich wieder mit Jammern versucht aus seiner Situation zu befreien (bzw durch das Jammern die Situation des Spiels zu verstärken) erzähle ich ihm triumphierend sowie subtil dominant, dass ich ihm nun meinen Schwanz in sein kleines Popöchen stecken werde. Ich lass mir bei der Beschreibung der nachfolgenden Action besonders viel Zeit, denn die Furcht vor der Misshandlung ist viel größer als das nachfolgende Ereignis selber. Und los gehts – rein mit dem Lümmel! Meistens werden die Opfer ja ruhig in dem Moment, wenn er reingeschoben wird und die Augen immer so herrlich groß. Irgendwann nach schön langem Zureiten ergiesse ich meinen Saft direkt in sein von Qual geprägtem Gesicht. Auch das Sperma, das an meinem Schwanz klebt, nehme ich sorgsam mit meinen Fingern runter, verteile es in seinem Gesicht und runde diese Erniedrigung durch Anrotzen eines Spucketropfens, den ich hörbar vorher direkt aus der Nase in den Mund gezogen habe, ab. Als er aufhört zu heulen, wissen wir beide, dass das Spiel nun zu Ende ist.
 
Er ist wie viele meiner Klienten gar nicht zum Orgasmus gekommen. Sein Orgasmus findet mehr im Kopf statt, als am Körper. [...]"
 
Quelle der zitierten Passaben: box-magazin.com "Uniform-Fetischismus - Sexappeal durch militärische Kleidung"
"Audre Lorde [Audre]: Sadomasochismus in der lesbisch-feministischen Community kann nicht losgelöst von den größeren ökonomischen und sozialen Themen, die unsere Communities umgibt, betrachtet werden. … Trauriger weise fühlt sich Sadomasochismus angenehm an für manche Leute in diesem zeitlichen Entwicklungsstadium. … Sadomasochismus ist deckungsgleich zu anderen Entwicklungen in diesem Land, die mit Dominanz und Unterwerfung zu tun haben, mit ungleichen Machtverhältnissen – politisch, kulturell und ökonomisch. … Weil S/M ein Thema in der herrschenden Kultur ist, ist ein Versuch es „zurückzugewinnen“ (reclaim) im Gegensatz dazu es in Frage zu stellen, eine Entschuldigung sich dieses Verhalten nicht näher ansehen zu müssen. …
 
Leigh: Du meinst … die Medien fokussieren sich auf Lesben im Speziellen fokussieren,  um sich nicht mit den allgemeinen Implikationen der Existenz dieses Phänomens beschäftigen zu müssen?
Audre: Ja. Und weil diese Machtperspektive ein Teil der weiteren Gesellschaft ist, ist es schwierig es isoliert zu kritisieren. Wie Erich Fromm schon sagte: „Die Tatsache, dass Millionen von Menschen einem Irrtum unterliegen, macht es nicht vernünftig.“
 
Leigh: Was ist mit der Maxime „Leben und Leben lassen“ … ?
Audre: Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Ich stelle ja niemandes Leben in Frage. Ich sage nur, dass wir die Konsequenzen unseres Lebens bedenken sollen. Wenn wir über Feminismus reden, dann ist das private politisch und wir können alles in unserem Leben einer kritischen Überprüfung unterziehen. Wir wurden in einer kranken und abnormalen Gesellschaft großgezogen, und uns sollte es darum gehen uns selbst zurückzugewinnen … .Das ist komplex. Ich spreche nicht davon etwas zu verurteilen, sondern anzuerkennen was da passiert und sich die Frage zu stellen was das bedeutet. Ich will gar nicht irgendjemandes Leben reglementieren, aber wenn wir unsere menschlichen Beziehungen hinterfragen wollen, dann müssen wir auch bereit sein jeden Aspekt dieser Beziehungen zu hinterfragen. Das Subjekt der Revolution sind wir selbst, es sind unsere Leben.
 
Sadomasochismus ist die institutionalisierte Feier von dominant/unterwürfigen Beziehungen. Und er bereitet uns darauf vor entweder Unterwerfung zu akzeptieren oder Dominanz durchzusetzen. Auch dann wenn es gespielt ist, ist es so, dass die Machtausübung  über eine/n Machtlose/n erotisch ist, empowernd ist, und dies die emotionalen und sozialen Voraussetzungen schafft für die Weiterführung dieser Beziehung, politisch, sozial und ökonomisch.
 
Sadomasochismus nährt den Glauben, dass Dominanz unausweichlich ist und genossen werden kann. Man kann das vergleichen mit dem Phänomen der Anbetung einer Gottheit mit zwei Gesichtern: Nur den weißen Teil des Vollmonds anzubeten, oder den schwarzen Teil des Mondes, als wären das zwei völlig verschiedene Dinge.
Wir können aber nicht einen Aspekt unseres Lebens einzäunen, die Folgen abtrennen … Das ist es was Integrität bedeutet.
 
Leigh: [Was sagst du zu denen …], die meinen, dass wir eine liberale Toleranz brauchen in Bezug auf die Sphäre der Sexualität, und dass der „Macht über“ Teil einer Beziehung auf das Schlafzimmer begrenzt ist? …
Audre: Wenn es aufs Schlafzimmer begrenzt ist, warum drucken die dann Broschüren? (z.B. „Lesbischer S/M Reader“) … Es ist im Interesse des kapitalistischen Profit-Systems, dass wir möglichst viele unserer Erfahrungen privatisieren.
Um integrierte Lebensentscheidungen zu treffen, müssen wir die Schleusentore in unseren Leben öffnen, und emotionale Konsistenz herstellen. Das bedeutet nicht, dass wir alle gleich handeln, oder nicht wachsen oder uns entwickeln würden,  sondern, dass es eine grundlegende Integrität gibt, die in all unseren Handlungen erkennbar ist. Niemand von uns ist perfekt, niemand ist mit dieser Integrität geboren, aber wir können in Richtung dieses Ziels arbeiten. …
 
Manche Dinge in jeder Gesellschaft werden als vollkommen zerstörerisch definiert. Zum Beispiel dieses alte Beispiel „Feuer“ in einem Kino zu schreien. Der Liberalismus hat Pornographie und Gewalt gegen die Ehefrau als Rechte im Einklang mit dem First Amendment [erster Artikel der US-amerikanischen Verfassung) erlaubt. Das passt jedoch nicht in meine Vorstellung vom Leben, und beides ist eine unmittelbare Bedrohung für mein Leben.
 
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle, ist, wer davon profitiert. … [...]
 
Leigh: Du sagst, dass die Politik des S/M in Verbindung steht mit der Politik allgemeinerer Themen?
Audre: Ich glaube nicht, dass Sexualität vom restlichen Leben getrennt werden kann. Als Frau aus einer ethnischen Minderheit, weiß ich, dass Dominanz und Unterordnung keine Schlafzimmer-Themen sind. Genauso wie es bei Vergewaltigung nicht um Sex geht, geht es auch bei S/M nicht um Sex, sondern darum wie Macht ausgeübt wird. …
 
Leigh: Manchmal habe ich das Gefühl, dass es eine Art Tyrannei über das Konzept der Gefühle gibt, so als ob man etwas, das man fühlt auch ausleben muss
Audre: Man fühlt keinen Panzer oder Krieg – man fühlt Hass oder Liebe. Gefühle sind nichts Falsches, aber wir sind verantwortlich für das Verhalten, welches wir an den Tag legen um diese Gefühle zu befriedigen.
 
Leigh: Was ist deine Meinung über das Konzept der Macht von … lesbischen Sadomasochistinnen
Audre: Das S/M-Konzert über „Vanilla“-Sex ist Sex ohne Leidenschaft. Sie sagen, dass es keine Leidenschaft ohne ungleiche Machtverhältnisse geben kann. Meiner Meinung nach hört sich das ziemlich traurig und einsam an, und zerstörerisch.  Die Verknüpfung von Leidenschaft mit Dominanz/Unterwerfung ist der Prototyp des heterosexuellen Bildes von männlich-weiblichen Beziehungen, eines welches Pornographie rechtfertigt. Frauen sollen es lieben Gewalt zu erfahren. Das ist auch die prototypische Rechtfertigung für jedwede Unterdrückung in Beziehungen – dass der unterworfene derjenige ist, der „anders“ ist und die untergeordnete Position genießt."

Quelle: diestoerenfriedas.de - "Audre Lorde: Sadomasochismus. Es geht nicht um Verurteilung", farbliche Hervorhebungen habe ich vorgenommen.
20. März 2018
 
... und dann stolperst du über sowas ("Sex Gott Methode, wie bekomme ich eine Frau ins Bett") - über solchen abstrusen, unterirdischen Schund - und du fragst dich, wieviele verzweifelte Männer sich an so etwas halten - statt von und mit den Frauen, mit denen sie Sex haben, zu lernen, zu erfahren, sich zu entwickeln.

Zitate aus dem Schund: "Techniken", "verzauberte Häschen", "Dominanz", "Sex-Gott-Methode", "dass sie dich um Sex anbettelt" und allen Ernstes: "Frauen möchten unterworfen werden" ... .
 
pick up artists, Maskulisten
 
Wie verzweifelt, ahnungs-, kenntnis- und erfahrungslos oder auch ignorant, empathielos, geistig minderbemittelt und vor allem misogyn muss mann sein, solchen Dreck zu kaufen, zu glauben oder gar "anzuwenden" zu versuchen. Rhetorische Frage.
 
Nochmal: Frauen sind keine Gebrauchsgegenstände, keine Objekte, keine willenlose Puppen, die es zu manipulieren, zu unterwerfen, zu entwerten, zu besitzen gilt.

Wie k r a n k muss ein Mann sein, der das denkt, glaubt, will. Wieviel Angst muss er vor Frauen, vor deren Lusterzeugung, -erfüllung, -intensität, vor seinem eigenen Versagen, vor Zurückweisung, Ablehnung haben.
 
Es ist doch erbärmlich. Ehrlich. Ja, da kommt mir jeglicher Respekt abhanden - vollständig.
 
Ich fasse es einfach mal wieder nicht. Aber mich wundert auch nichts mehr ... .
 
Was soll, was will ein "Sex-Gott" eigentlich sein: herrschend, unterwerfend, manipulierend, strafend, rachsüchtig, gewaltvoll? Siehe den alttestamentarischen "Gott".
Welche folglich und augenfällig stets auf Minderwertigkeitskomplexen und Unterlegenheits- sowie Unsicherheitsgefühlen basierenden Allmachtsphantasien stehen dahinter? Ja, das ist zweifelsohne pathologisch.
 
-
Frau Pöschl,
 
was Sie in diesem Text ("BDSM - Sexualität in Kontakt mit allen Gefühlen", sein.de) euphemistisch formuliert an Theorien- und Ideologien-Synkretismus betreiben, ist gleichermaßen unerträglich wie das durch Sie vorgenommene Euphemisieren von BDSM und insbesondere, dass Sie dies zur eigenen, lukrativen Profitmaximierung instrumentalisieren, anwenden. Denn was Sie - so hoffe ich - durchaus selbst wissen, ist, dass mehrheitlich heterosexuelle Menschen BDSM praktizieren, dass dabei wiederum mehrheitlich Männer dominant (Dom/Top) sind, in dieser Weise agieren (mehr Männer als Frauen) und umgekehrt mehrheitlich Frauen eher die devote bzw. submissive Rolle einnehmen (als Sub/Bottom) und dass das Switchen in der Szene selbst umstritten ist.
 
Daraus lässt sich mitnichten ableiten, es gebe eine Art "natürliche", d.h. biologische Ursache hierfür, dies ist nichts als Biologismus - gerade nicht: Biologie.
 
Es drückt sich in den Fakten folglich aus, dass es durchaus mehrheitlich um (nicht nur) sexuelle Unterwerfung der Frau/von Frauen geht - und gerade dies auch mittels Gewalt getätigt - sowohl physischer als auch psychisch-emotionaler (Erniedrigung, Demütigung); daran ändert die (vorgebliche oder tatsächliche) Einvernehmlichkeit nichts - Gewalt ist und bleibt Gewalt.

Auch die sogenannte, viel zitierte Einvernehmlichkeit ist umstritten (siehe u.a. dazu bspw. nachfolgend verlinkten Text der "Störenfriedas").
 
Die Frage nach den Ursachen für das vorgebliche sexuelle Sich-unterwerfen-Wollen von Frauen und dem zunehmenden Bedürfnis nach Dominanz, d.h. Macht auf (wenigstens noch) sexuellem Terrain von Männern stellen Sie so wenig wie Sie die Zusammenhänge zwischen BDSM (der Ausbreitung dessen) und Pornographie nennen. Oder auch - einhergehend - welche Rolle Sex und die Zunahme von BDSM-Praktiken im Zusammenhang mit dem Früchtetragen feministischer Bemühungen um Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit, Gleichwürdigkeit der Geschlechter inzwischen spielt, d.h. dass - in bestimmten Regionen - nur noch auf sexuellem Terrain offen/öffentlich eine Unterwerfung der Frau durch den Mann (legitimisiert) stattfinden kann und aus genau diesem Grunde stattfindet.
 
Im Übrigen ist (sexuelle, emotionale) Hingabe nicht gleichbedeutend mit Sich-unterwerfen, schon gar nicht mit Gewalt (-anwendung und/oder -ertragenwollen), ebenso wenig ist sie zwangsläufig oder grundsätzlich einhergehend mit Schmerzzufügen oder Schmerz-erfahren, -ertragen, -erleiden-Wollen.
 
Und von den Hintergründen, Ursprüngen, Ursachen von Aggression haben Sie augenfällig auch keinerlei Kenntnis - ich empfehle Ihnen hierzu das informative Buch "Schmerzgrenze - Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt" von Joachim Bauer.
 
All das wird Sie voraussichtlich nicht tangieren/interessieren, da Sie offenbar schlicht auf einen Trend/Zug aufgesprungen sind, mittels dessen sich lukrative Einnahmen erzielen lassen.
 
https://diestoerenfriedas.de/tag/bdsm/
 
http://www.datenschlag.org/txt/statistik.html
 
http://www.spektrum.de/rezension/schmerzgrenze/1122664
 
-
16.03.2018
 
Um es noch einmal unmissverständlich klarzustellen -
Sexualpraktiken, die auf nichts anderes abzielen als auf die Erniedrigung, Demütigung, Entwertung, Misshandlung der Frau - auf phyische und damit zwangsläufig einhergehend psychisch-emotionale Weise:
 
Praktiken wie fisting (Faust in die Vagina oder den Anus "eingeführt"), Analverkehr (Penetration des Anus und Rektums), aber auch "harte" Penetration, d.h. Stoßen, Rammen "bis zum Anschlag" (das für die Frau zumeist sehr schmerzhafte Stoßen des äußeren Muttermunds) der Vagina einer Frau, d.h. d e r F r a u - denn ihre Vulva und Vagina hängt nicht irgendwie nur äußerlich an ihr, ist kein rein äußerliches Körpermerkmal, sondern Teil ihres Körpers, den sie, wie andere Körperteile auch spürt, an/in welchem sie folglich auch Schmerz empfinden kann; auch die Vulva, Vagina und der Anus sind somit Teile des Leibes, der Leiblichkeit einer Frau - sowie Anilingus/Zungenanal (insbesondere immer dann, wenn mit einer fremden, nicht vertrauten Person, d.h. an einem solchen Mann ausgeführt bzw. immer dann, wenn dies ausgeführt wird, nur weil er, der jeweilige Mann, auch bspw. der Partner, es wünscht oder gar fordert oder weil es gegen Bezahlung ausgeführt werden muss, siehe Prostitution und Pornographie) und ohnehin Oral"verkehr", bei dem die Frau den Penis bis zum Würgen oder gar Erbrechen "im Mund hat", oral "penetriert", d.h. misshandelt wird sowie facial (cumshot ins Gesicht, auch in den geöffneten Mund der Frau) sind unzweifelhaft sämtlich Praktiken (neben noch weiteren aus dem Porno- und BDSM-Bereich sowie der Prostitution/dem Frauenkauf), bei denen es keineswegs vorrangig um eine Luststeigerung beim Mann durch bspw. Enge (des Anus ...) geht, sondern sämtliche dieser Praktiken erregen (bestimmte) Männer vor allem bis ausschließlich deshalb, weil die Frau durch sie erniedrigt, gedemütigt, entwertet wird - weil die Frau dabei durch den Mann wahrnehmbar, sichtbar, hörbar misshandelt, gequält, missbraucht, v e r g e w a l t i g t wird.
 
Denn: Für die Frau sind die genannten Praktiken (neben noch weiteren aus dem Pornobereich) zumeist bis ausnahmslos n i c h t sexuell lusterzeugend oder gar lusterfüllend, d.h. die Frau kommt durch diese Praktiken (alleine) nicht zum Orgasmus, zur körperlichen Lustbefriedigung, das hat schlicht mit der weiblichen Anatomie zu tun, die Männern heute durchaus geläufig sein dürfte: Eine Frau wird körperlich durch angemessene Stimulation ihrer Vulva, d.h. vor allem der inneren Schamlippen, der Klitoris und ggf. des Scheideneingangs (noch zur Vulva gehörig, nicht also zur Vagina!) erregt und auch physisch auf diese Weise sexuell befriedigt. Keine Frau braucht dafür irgendetwas (Penis, Finger, Faust, Gegenstand) in ihre Vagina oder ihren Anus oder Mund eingeführt und/oder diese Körperteile penetriert.

Ohne (angemessene) Stimulation der Vulva werden nur die wenigsten Frauen (wenn überhaupt welche) Orgasmen erleben.
 
Das bedeutet, wenn es um auch die sexuelle Lusterzeugung und -erfüllung der F r a u gehen soll und nicht ausschließlich um die Befriedigung des Mannes (seines Sexualtriebs und/oder seiner kompensatorischen Macht- und Unterwerfungswünsche), dann taugen u.a. alle oben genannten Porno-Praktiken nicht dafür.
 
Selbstredend spielt sich authentischer, erfüllender S e x nicht ausschließlich mechanisch an und mit Körperteilen, Geschlechtsteilen ab, sondern vor allem auch im Kopf (Denken, Vorstellungen ...) - was man als Erotik bezeichnet.
Selbstverständlich gibt es daher auch die "psychisch-emotionale" sexuelle Erregung durch Vorstellungen, Gedanken vor und bei der sexuellen Interaktion, aber kaum ein erwachsener Mensch wird ausschließlich durch Vorstellungen, Gedanken, Phantasien p h y s i s c h sexuell "befriedigt", erlebt also durch ausschließlich psychisch-emotionale Erregung nur selten einen Orgasmus; es bedarf üblicherweise zusätzlich auch der physischen (je individuell angemessenen, d.h. als tatsächlich angenehm, erregend, lustvoll empfundenen) Stimulation.
 
Die oben genannten Porno-Praktiken jedoch umgehen genau und gerade diese physisch erforderliche Stimulation der Frau, ihres Körpers, ihres Leibes - absichtsvoll.

Selbst wenn die Frau zusätzlich an der Vulva stimuliert wird, kann der Schmerz, den sie durch die genannten Praktiken gleichzeitig empfindet, so stark sein, dass er jegliche Lustentstehung/Erregung überlagert bzw. schlicht zunichte, unmöglich macht.
 
Wie wir wissen, geht es bei all den gängigen Porno-Praktiken jedoch ganz gezielt, vorsätzlich n i c h t um die tatsächliche, echte Lusterzeugung und -erfüllung der F r a u - sie dient stattdessen nur als fleischlicher, leiblicher, lebendiger Gebrauchsgegenstand, als Misshandlungsobjekt, als Erfüllungsgehilfin für die Befriedigung des Mannes, der mit bwz. an ihr nichts weiter vollzieht als erweiterte Masturbation, der die Frau als Masturbationshilfegegenstand missbraucht, die sich seinen Wünschen, Vorstellungen, Erwartungen und ggf. auch nonverbalen oder verbalen Forderungen zu fügen, zu unterwerfen, diese zu erfüllen hat.
 
Überdies soll die Frau auch und gerade dann noch eigene Lust vorspielen und devot um "mehr" (Misshandlung!) betteln, wenn sie selbst das, das geschieht, das an, in und von ihr sowie durch sie am/vom Mann getätigt wird, gerade nicht wirklich will, es nicht genießt, es ihr nicht gefällt, es sie nicht erregt, schon gar nicht befriedigt.
 
D a s s sie all das nicht wirklich will, es somit nicht tatsächlich freiwillig und einvernehmlich vornimmt, zulässt, über sich ergehen, an sich tätigen lässt, s o l l die Frau - nach dem Wunsch des sie missbrauchenden Mannes (Freiers, Pornokonsumenten oder auch sogar Partners) - verbergen, sich nicht anmerken lassen, sondern überspielen; sie soll Lust, Erregung vorspielen und sich auf diese Weise im Grunde also noch zusätzlich selbst vergewaltigen.
Nichts weniger als das erwartet, wünscht, will und vollzieht jeder Mann jedes einzelne Mal, der eine Frau auf die beschriebene Weise benutzt, konsumiert, entwertet, misshandelt, missbraucht - v e r g e w a l t i g t.
 
Denn nichts anderes als sexuelle physische und damit zwangsläufig einhergehend psychisch-emotionale Gewalt, Vergewaltigung stellt das Beschriebene dar.
 
Um die tatsächliche, echte Befindlichkeit, die Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Wahrnehmungen, Schmerzen, Grenzen und die tatsächliche Lusterzeugung und -erfüllung der F r a u: geht es hierbei nicht im Geringsten und s o l l es auch gar nicht gehen.
 
Denn Männer, die sich auf die beschriebene Weise verhalten, die derartige Praktiken tätigen, die solche "Praktiken" w o l l e n, denen all das sexuelle und psychisch-emotionale (!) Lusterzeugung und -befriedigung bereitet, können und wollen all das nur auf Basis des Frauenbildes, das sie haben - die Frau als devote, unterwürfige, verfügbare Hündin, die es zu demütigen, zu erniedrigen, zu benutzen, unterwerfen, misshandeln, zu vergewaltigen gilt und die das vorgeblich selbst so will bzw. es wenigstens gefälligst vorzutäuschen hat: dem Mann "zuliebe", ihm zu Diensten, zu Willen.
 
Die Frau als verfügbare Masse, als Stück Fleisch, als "belebtes" Objekt, Gegenstand, das/der beliebig oft und intensiv misshandelt werden kann und d a r f, was nach dem kranken Glauben und Wunsch nicht weniger Männer (insbesondere sogenannter "Maskulisten", Frauenhassenden) überdies der "wahren Natur/Biologie der Frau" entspricht.
 
Dass solche Männer damit ihre ureigenen Defizite und Unzulänglichkeiten offenlegen, dass sofort ersichtlich wird, dass sie all das zu kompensatorischen Zwecken tätigen - auf Basis von Minderwertigkeits-, Unterlegenheits- und Abhängigkeitsgefühlen, Angst vor Frauen, Unsicherheit und Unkenntnis gegenüber Frauen (insbesondere in Bezug auf weibliche Sexualität, Lust), erschließt sich unmittelbar.
 
Erschütternd ist angesichts des hier Dargelegten jedoch, wie viele Männer weltweit wie häufig genau solche Pornographie wie selbstverständlich konsumieren und all diese "Praktiken", d.h. die V e r g e w a l t i g u n g auch real praktizieren - als Freier, als Sexual- und sogar als Beziehungspartner.
 
Erschütternd ist gleichermaßen, dass und wieviele Frauen all das mitvollziehen, zulassen - gerade nicht "nur" im Rahmen von Pornographie und Prostitution (wo es gerade nicht tatsächlich freiwillig geschieht, geschehen kann), sondern auch in Beziehungen, und das eben auf Basis der massiven Indoktrinierung durch wiederum Pornographie - die die genannten Porno-Praktiken (jedenfalls einige derer) sukzessive als sexuelle Norm setzt(e) oder auch, weil sie es als "Liebesbekenntnis" verstehen - als sexuelle Fürsorglichkeit, Zugewandtheit, als u.a. sexuelles und psychisch-emotionales G e b e n, das jedoch als solches nicht vom Mann wertgeschätzt und erwidert wird, sondern skrupellos, egoman ausgebeutet.
 
Denn die Frau bleibt dabei auf der Strecke, um i h r e Lust, auch ihre Wünsche, Befindlichkeiten und Grenzen geht es nicht, all das wird von jedem Mann, der sich in oben beschriebener Weise verhält, wissentlich, absichtsvoll übergangen; die Frau wird objektifiziert, missbraucht, misshandelt - und damit entwertet, entwürdigt: durch den einzelnen, sie missbrauchenden, vergewaltigenden Mann, durch aber auch die Pornoindustrie, Prostitution und Gesellschaft, welche das entsprechende patriarchalische, verächtliche, diskreditierende, katastrophale Frauenbild mittels Sexismus und in bzw. durch Pornographie und Prostitution/Frauenkauf/Freiertum nicht nur zulässt, sondern aktiv befördert und aufrechterhält.
 
Dass und warum Frauen all das auch selbst mitvollziehen, zulassen, habe ich oben bereits erläutert.
 
Es muss sich folglich niemand über metoo, über Vergewaltigungen, die mehrheitlich bis fast ausnahmslos innerhalb von Beziehungen/Bekanntschaften von mehrheitlich bis fast ausnahmslos Männern an mehrheitlich Frauen getätigt werden, wundern.
 
Das tut im Übrigen auch eigentlich niemand - jedenfalls kaum ein Mann, auch wenn er in der Öffentlichkeit über "Vergewaltigungen deutscher Frauen durch fremde Invasoren" scheinempört ist und dies nur auf Basis rassistischer Motive instrumentalisiert – um die Frauen geht es gerade solchen Männern absolut nicht.
 
Und d a s ist das eigentlich Unhaltbare, Unerträgliche:
Dass nach wie vor offenbar eine Mehrheit von Männern, Partnern, Ehemännern, Freunden, Söhnen, Brüdern, Vätern, Arbeitskollegen, Nachbarn ... so völlig selbstverständlich den "Missbrauch" an und von Frauen nicht nur hinnimmt, sondern ihn aktiv jeweils selbst tätigt - unzählige Male, rings um den Globus.
 
Und zahlreiche (Ehe-) Frauen, Partnerinnen glauben naiverweise, i h r Freund, Partner, Ehemann würde sich niemals so verhalten - er täte es ihnen gegenüber ja nicht. Hierzu sei nochmals angemerkt: Wenn er es nicht an seiner Partnerin tätigt, so zumeist im Verborgenen, ohne ihr Wissen: als Freier bspw., aber eben auch als Pornokonsument.
 
Denn w i e kann es einen Mann sexuell erregen, der gefilmten Vergewaltigung von Frauen (nichts anderes ist Pornographie) zuzusehen, dabei zu masturbieren, dabei/davon Befriedigung zu erlangen?
 
Es gefällt ihm also: all diese sexuelle (und damit auch psychisch-emotionale) G e w a l t, all diese gefilmte Misshandlung, Erniedrigung, im Grunde Bestrafung von Frauen. In ungezählten Pornos - jeden Tag von mehrheitlich bis fast ausnahmslos Männern tausendfach konsumiert.
 
Letztlich kann man das nur als Sadismus bezeichnen: die gewollte, absichtsvoll angestrebte und vollzogene Lusterzeugung und Lustbefriedigung durch das ebenso absichtsvolle Schmerzzufügen, Quälen, Misshandeln, Bestrafen, Erniedrigen eines (oder mehrerer) anderer Menschen.
 
Nein, d a s ist nicht Sex.
 
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;)

;)

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A
1.Die einzigen die eure Lügen und sonstige Schanden auf andere projizieren seit ihr Third Wave Feministinnen AKA: Feminazis!<br /> <br /> 2. Die Theorien von Sigmund Freud (die Pseudoanalyse) ist schon längst wiederlegt!<br /> <br /> 3. Neofeministinnen (Feminazis) sind gegen sexuelle Selbstbestimmung, Freiheit und Individualität und NICHT wir BDSMler!!!<br /> <br /> 4. Sexuelle Vorlieben und Interessen wie aus dem BDSM hat man von Anfang an und bekommt man NICHT durch "Indoktrination"!<br /> <br /> 5. Wahre Indoktrination ist das Schulsystem das unsere Kinder zu Geschlechtsneutralen Konsumsklaven und Menschlichen Maschinen instrumentalisiert und die Gesellschaft durch Mainstream Medien Täuscht und ihr Neofeministinnen seit diejenigen die solche Gaslighting-Methoden und Gleichschaltung befürworten darum passt auch der Name FEMINAZIS zu euch so gut! ;) <br /> <br /> Ach ja und 6. es gibt Switches ich bin einer ;)<br /> WACH MAL AUF!!!
S
Und hier eine weitere selbsttätig offengelegte Selbstenttarnung Ihrerseits als Maskulist, Frauenhasser, Ihr freiwilliges, selbsttätiges Offenlegen Ihrer Kenntnislosigkeit hinsichtlich Feminismus und Psychoanalyse, Ihres ausgeprägten Kompensationsbedürfnisses als Folge Ihrer Minderwertigkeits-, Unterlegenheitsgefühle, Ihres persönlichen Frusts aufgrund Ihrer persönlichen sozialen, emotionalen und intellektuellen Unzulänglichkeiten, Defizite.
A
FAKT ist, dass der MODERNE Feminismus GEGEN Individualität, sexuelle Selbstbestimmung und Freiheit sich richtet und dagegen verstößt und nicht BDSM. Zudem ist die Psychoanalyse zum größten Teil wiederlegt und besteht schon garnicht aus Fakten. Ich bin ein Switch und praktiziere BDSM mit Leib und Seele. Die einzigen Disqualifizierten für vernünftige Konversationen sind ihr 3rd Wave Feministinnen und nicht wir BDSMler, da wir im Gegensatz zu euch viel mehr wissen, was das ist und was wir tun, wollen und nicht tun und wollen. <br /> Menschen die auf BDSM Vorlieben und Praktiken stehen haben diese Vorlieben schon von Anfang an und bekommen das nicht durch "Indoktrination"! <br /> <br /> Die einzigen die sich von dieser Agenda des ganzen Systems nicht nur manipulieren lassen, sondern ihr falsches und völlig verzerrtes Weltbild auf die anderen eintrichtern müssen, sind leute wie du! Wahre Indoktrination ist das Schulsystem, dass als Gaslighting-Methode verwendet wird um unsere Kinder zu Geschlechtsneutralen Konsumsklaven, und willenlose, menschliche Maschinen und Opfer des Systems zu instrumentalisieren und all ihr Neofeministinnen und Neoliberalisten seit Befürworter für solche grauenhafte Taten die wirklich und wahrhaftig der Grösste Feind der Freiheit sind! Das ganze rechtfertigt ihr Neofeministinnen damit, indem ihr den Spiess umdreht und IHR eure Schande auf UNS projiziert und NICHT umgekehrt!
S
Mit Ihrem Frustrationsausbruch-/angriff legen Sie nur selbsttätig demonstrativ Ihre Misogynie, Ihre persönlichen Defizite, Ihre Minderwertigkeitsgefühle, Ihren Antifeminismus und Ihre mangelnde Reflexionsfähigkeit offen. Sie argumentieren nicht und belegen Ihre Behauptungen, Unterstellungen nicht mit Quellen. - Ich empfehle Ihnen eben dies: analytische Psychotherapie - in Ihrem ureigenen Interesse/Sinne.
A
Mit der Art, wie Sie argumentieren, ist kein Dialog mehr möglich. Ich frage, wie erklären die psychodynamischen Theorien das Phänomen "Switcher-Sein". Sie antworten, dass so etwas überhaupt nicht gibt, und dies sei nur das Mittel der Kontaktsuche. Woher wissen Sie das? Ihre Begründung ist "... das sei kein Geheimnis in der Szene ..." - eine schwache enttäuschende Begründung. <br /> <br /> So argumentieren Sie oft, dass Sie eine bestehende Tatsache Überhaupt in Existenz in Frage stellen.<br /> <br /> Eine sagte hier, sie sei eine devote glückliche Frau. Ihre Antwort würde (kleines bisschen überspitzt) so lauten:<br /> <br /> - du bist keine echte Frau, du weißt es selber nur nicht, oder<br /> - du bist nicht wirklich glücklich, du weißt es selber nur nicht, oder<br /> - du bist nicht wirklich devot, du weißt es selber nur nicht, oder<br /> - du bist keine echte BDSMlerin, du weißt es selber nur nicht.<br /> - ...<br /> <br /> Zum Thema "Anzahl der dominante Männer und Frauen"<br /> <br /> Sie behaupten etwas, Sie müssen aus seriösen Quellen dafür Referenz geben. Nicht ich. Ich habe nur gefragt, woher wissen Sie, dass die Mehrheit der Männer dominant und die Mehrheit der Frauen devot sind. Ich weiß es nämlich wirklich nicht, ob es eine Statistik darüber gibt. Hier fehlt Ihnen die Bildungsbasis für eine wissenschaftliche Diskussion. Die Zahl der Anmeldungen in irgendwelche Foren o. ä. ist keine Informationsquelle, zumindest nicht für seriöse Diskussionen.<br /> <br /> Zum Thema Literatur:<br /> <br /> Es gibt einige Beiträge und Bücher, die für seriös gemeinte Recherchen nützlich sein können. Stichwort für die Recherche: Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung<br /> <br /> Fr. Dr. Büttner forscht und veröffentlicht seit einigen Jahren an der TU München in diesem Bereich.<br /> <br /> u. v. m.
S
... Hier noch der erwähnte blog-Eintrag mit umfangreichem Daten-, Quellen-, Faktenmaterial zur von Männern weltweit gegen Frauen getätigten, u.a. auch "sexuellen, sexualisierten", Gewalt, Sexualgewalt, Vergewaltigung, siehe auch Porno und Prostitution, Freiertum:<br /> <br /> http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2017/03/schluss-mit-der-gewalt-gegen-frauen-mit-frauenhass-frauenverachtung-frauenmisshandlung-frauenunterdruckung-durch-manner-weltweit.noc<br /> <br />
S
Danke, dass Sie Ihre Projektionen so deutlich selbst offenlegen. Denn:<br /> An keiner Stelle schrieb oder dachte ich, was Sie mir zu denken unterstellen - siehe auf das Beispiel der sich geöffnet habenden Frau bezogen. Aber ja: Es geht grundlegend selbstredend um den Selbstbetrug. Und die sich geoutet habende Frau (siehe verlinkten Text im blog) legt das offen - selbstkritisch, bewusst, ehrlich, wahrhaftig, mutig. Sie hat erkannt, dass und warum sie sich selbst betrogen hat und sie erläutert die Hintergründe dessen. <br /> <br /> Zu den Switchern wie zu dominanten Männern und submissiven Frauen (in der Szene): Es gibt bekanntlich keine seriösen, validen Zahlen, Daten, Studien hierzu - das allerdings kann nicht mir angelastet werden und es ist auch nicht meine Aufgabe, hier Abhilfe zu schaffen. Ich bin nicht in der Szene und praktiziere nicht BDSM.<br /> Sie müssen jedoch lediglich in einschlägigen Foren lesen - dort finden Sie dies beantwortet: Die Beteiligten dort schreiben selbst, es seien (vermeintliche) Switcher weit mehr Männer als Frauen und es seien überwiegend Männer dom und Frauen sub. Andere - seriöse - Quellen gibt es wie bereits erwähnt nicht. <br /> Dass und warum Männer seit Jahrtausenden (!) patriarchal und "dominant", außerdem gewalttätig sind - nicht nur, aber gerade auch gegenüber Frauen und gerade auch "sexuell" - ist eine unumstößliche Tatsache, die sich durchaus und problemlos mittels seriöser, geradezu erdrückender Daten-, Faktenlage belegen lässt. Siehe unten verlinkten blog-Eintrag hierzu. <br /> Ich verweise hierzu außerdem nochmals auf die im blog verlinkten Texte/Aussagen von Margarete Mitscherlich zu genau diesem Thema: vermeintlich "devote" Frau - gesellschaftliche, politische, soziale, patriarchale Hintergründe, Ursachen, Auslöser, Verhältnisse. <br /> <br /> Sie selbst verlinken leider keine Quellen, nennen nur einen Namen. - Verlinken Sie doch zur Information und aus Transparenzgründen entsprechend aussagekräftige Quellen bzw. warum tun Sie dies nicht?<br /> <br /> Ich möchte die einschlägigen Seiten eigentlich nicht bewerben, verlinke aber zur Information nun doch einmal, siehe bspw. zum switchen, dass und warum es in der Szene umstritten ist:<br /> <br /> <br /> "(...) Die Neigung der Switcher zum Wechsel steht - zumindest aus Sicht vieler BDSMler - auch in einem gewissen Widerspruch zu der eindeutigen Rollenverteilung, die BDSM charakterisiert.<br /> Bei der Kritik an Switchern handelt es sich in erster Linie um den Ausdruck eines Selbstverständnisses von Vertretern einer Subkultur. Für viele Anhänger des BDSM gelten die Neigungen devot und dominant als einer Person eindeutig zugehörig. (...)"<br /> Quelle: https://www.joyclub.de/magazin/bdsm/switcher.html<br /> <br /> Zur Geschlechterverteilung von Switchern:<br /> <br /> "(...) Hier sind im Einzelnen in absteigender Sortierung die 20 häufigsten Ergebnisse aufgelistet. Außerdem wurden auch die jeweiligen Anteile der einzelnen Geschlechter ermittelt.<br /> Insgesamt männlich weiblich transvestit transsexuell<br /> Switcher 13,4 % 77,0 % 18,4 % 4,1 % 0,6 %<br /> Extrem-Switcher 9,7 % 77,9 % 16,6 % 4,4 % 1,1 % (...)<br /> <br /> Die meisten Teilnehmer bekamen, wie man erkennen kann und eben schon erwähnt wurde, als Testergebnis "Switcher" mit ca. 13,4 %. Von den 13,4 % sind mehr als dreiviertel (77,0 %) männlich - was aber auch an dem so großen Männeranteil insgesamt liegen kann. (...)"<br /> Quelle: http://www.bdsm-test.com/analyse.php<br /> <br /> Hier ein persönlicher Bericht mit Nennen der Geschlechterverteilung bzgl. dom/top und sub/bottom:<br /> <br /> "(...) Und dass offenbar mehr Männer dominant sind und Frauen eher devot? „Erziehung“, sagt Coco bestimmt. „Als Frau bekommst du mehr verboten: Geh nicht mit fremden Männern, lass deinen Drink nicht aus den Augen, tu dies nicht, pass hier auf. Du wirst ­zurückhaltender, passiver erzogen. Was wiederum letztlich auch auf Biologie fußt, weil Männer nun mal körperlich stärker sind als Frauen.“<br /> <br /> <br /> <br /> „Die Gesellschaft vermittelt mir ein stärkeres Männerbild. Männer steigen vielleicht deshalb eher dominant ein“, sagt er. „In unserem Umfeld sind fast immer die Frauen devot. Vor allem bei den 24/7-Paaren, die wir kennen.“ (...)"<br /> Quelle: https://www.jetzt.de/besitz/bdsm-einblick-in-eine-beziehung<br /> <br /> Hier noch ein bisschen Info zum vermeintlichen, vorgeblichen Konsens, der sogenannten Freiwilligkeit, Zustimmung, dem Einverständnis:<br /> <br /> "(...) In der BDSM-Community wird man schnell zum Außenseiter, wenn man Fetisch-Missbrauchstäter outen will. Als sich Jackie hilfesuchend an wichtige Personen der Szene wandte, brachte man ihr offene Feindseligkeit entgegen. In einem Mail-Verkehr, den wir einsehen durften, meinte einer der wichtigsten Munch-Vorsteher Großbritanniens, dass jeglicher „wahrgenommener Missbrauch" wohl nur Teil einer normalen Herren/Sklaven-Interaktion mit fließenden Machtverhältnissen sei. „Ein ordentlicher Herr wird kein Interesse daran haben, seinem Besitz auf irgendeine Art und Weise Schaden zuzufügen", schrieb er zu Jackies Entsetzen.<br /> <br /> „Seitdem ich diesen Satz gelesen habe, sehe ich alles mit anderen Augen", meint sie. „Wenn ein Dom ein Gesetz bricht, wird dieses Gesetz einfach als zu soft abgestempelt, und niemand gibt zu, dass hier ein Verbrechen geschehen ist."<br /> <br /> Das Bloßstellen von Opfern ist inzwischen zur schmerzhaften Realität der BDSM-Kultur geworden. 2011 schrieb die Autorin und Porno-Darstellerin Kitty Stryker einen Essay namens I Never Called it Rape, in dem sie bildhaft beschreibt, wie sie missbraucht wurde. Ihre Peiniger ignorierten dabei ihr Safeword und penetrierten sie mit Sexspielzeug. Dieser Handlung hatte sie vorher klar und deutlich nicht zugestimmt. Strykers Ziel war es, auf das Tabu aufmerksam zu machen, das Opfer beschämt und nichts sagen lässt.<br /> <br /> „Leider bietet die BDSM-Szene derzeit nur Lippenbekenntnisse, wenn es darum geht, das Thema der Einwilligung auf den Tisch zu bringen", erklärt uns die Autorin. „Wenn jemand das entgegengebrachte Vertrauen missbraucht oder des Missbrauchs beschuldigt wird, unternehmen wir nicht genug, um die Opfer zu unterstützen oder um die Situation wieder in Ordnung zu bringen. Das ist vor allem der Fall, wenn es sich bei der beschuldigten Person um eine bekannte Figur der örtlichen Community handelt."<br /> <br /> „Gegen Ende der 90er Jahre hat man zum ersten Mal vom ‚Machtverhältnis' geredet. Für mich war das der falsche Ansatz", erzählt Jackie. Sie erkannte Missbrauch sofort und ihre Instinkte sagten ihr, dass der Begriff der Zustimmung schwammig werden würde, wenn solche Grenzen verschwimmen. „Wenn wirklich dominante Personen das Kommando übernehmen, werden persönliche Limits ignoriert. Inzwischen gebraucht man Ausdrücke wie ‚implizierte Einwilligung' oder ‚teilweise zustimmend'. Und genau da liegt der Fehler."<br /> <br /> Stryker zufolge sind die Täter normalerweise erfahrene Doms, die es eigentlich besser wissen sollten. (...)"<br /> Quelle: https://www.vice.com/de/article/8gb73a/wenn-das-wort-nein-im-bdsm-nicht-mehr-ausreicht-462<br /> <br /> Noch Fragen, Einwände? ;) <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
A
Die Argumente kommen hier nur aus dem Bereich Psychoanalyse - die alte Schule von Sigmund Freud und seinen Nachfolgern. Es gibt inzwischen (eigentlich mindestens seit ca. achtzig Jahren) empirisch-belegte, nicht philosophie-belastete Erklärungstheorien, die gute Erklärungen für das erotische Lustempfinden in Dominanz, Unterwerfung, Schmerz usw. liefern. Diese Theorien, die offensichtlich der Verfasserin dieses Textes nicht bekannt sind, erhalten ihre Grundlagen aus Lerntheorie, Kognitionswissenschaft und Psychoneurobiologie. Psychoanalytische Hypothesen bzgl. des pathologischen Narzissmus sind nicht empirisch zu überprüfen, sind nicht belegbar, sind nicht widerlegbar, sind deswegen wissenschaftlich nicht wertvoll: Eine Kritik, die seit 100 Jahren die Psychoanalyse trifft. Solche psychoanalytische Argumente finde ich persönlich gefährlich, weil sie leicht als Beweisinstrumente einer Ideologie ausgenutzt werden können. Eine Frage an Sie: Hatten Sie bereits vor Ihrer Recherche die selbe Meinung über BDSM gehabt, oder Ihre Meinung stand durch Ihre Recherche?
S
Wenn es derart umfangreiche wissenschaftliche "Erklärungstheorien" für BDSM gibt, die, Zitat "nicht philosophie-belastet" sind - was meint Philosophie belastet? oder war doch eher Psychoanalyse (-kritik) gemeint? ;) - warum verlinken Sie diese dann nicht einfach? Anderenfalls gibt es keine Nachvollziehbarkeit, keine Überprüfbarkeit/Transparenz in Bezug auf Ihre Aussagen, die dann bloße Behauptungen bleiben - nicht belegte, verifizierte. <br /> Weshalb sind psychoanalytisch belegte Grundlagen in Bezug auf BDSM nicht be- oder widerlegbar? Keineswegs stützt sich Psychoanalyse btw ausschließlich oder vorwiegend auf Freud - ich beziehe mich stattdessen auf Erich Fromm, Arno Gruen und Margarete Mitscherlich, siehe die entsprechenden verlinkten Texte und weitere blog-Einträge. <br /> Meine Recherche ergab sich als F o l g e persönlicher Erfahrungen im Umgang mit pathologisch narzisstischen Menschen. Tatsächlich findet sich bei allen (jedenfalls und mindestens mir persönlich bekannten) BDSM praktizierenden Menschen durchweg, ausnahmslos eine ausgeprägte Selbstwertproblematik mit einhergehend/daraus resultierend unterschiedlichem Kompensationsverhalten - bspw. BDSM-Affinität/-Praxis. <br /> Die im blog verlinkten psychoanalytischen Texte bestätigten schließlich nur noch, was ich selbst beobachtet und erkannt habe. <br /> Siehe auch den sehr aussagekräftigen Text einer ehemals BDSM praktiziert Habenden im blog, die selbst von Traumatisierung und Selbsthass spricht. <br /> Es lässt sich nun einmal nicht leugnen, dass es in BDSM um genau das geht, das auch pathologischen Narzissmus typisch kennzeichnet: Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung, inklusive Manipulation, Selbstbetrug und zugrundeliegender Selbstwertproblematik, woraus Kompensationsverhalten (siehe u.a. auch bspw. Sucht, Hypochondrie, victim blaming, gaslighting etc.) resultiert. <br /> Mir scheint daher, Sie unterliegen exakt diesem Selbstbetrug selbst, da Sie augenfällig nicht bereit sind, diese Tatsachen als eben solche und als wissenschaftlich fundierte anzuerkennen, Sie legen geradezu demonstrativ offen, warum Sie nicht bereit sind, diese Fakten anzuerkennen - mit etwaig fehlender Wissenschaftsgrundlage hat das nichts zu tun, sondern mit genau jenen psychisch-emotionalen Abläufen, Strukturen, die für pathologischen Narzissmus kennzeichnend sind.
A
Die Argumente kommen hier nur aus dem Bereich Psychoanalyse - die alte Schule von Sigmund Freud und seinen Nachfolgern. Es gibt inzwischen (eigentlich mindestens seit ca. achtzig Jahren) empirisch-belegte, nicht philosophie-belastete Erklärungstheorien, die gute Erklärungen für das erotische Lustempfinden in Dominanz, Unterwerfung, Schmerz usw. liefern. Diese Theorien, die offensichtlich der Verfasserin dieses Textes nicht bekannt sind, erhalten ihre Grundlagen aus Lerntheorie, Kognitionswissenschaft und Psychoneurobiologie. Psychoanalytische Hypothesen bzgl. des pathologischen Narzissmus sind nicht empirisch zu überprüfen, sind nicht belegbar, sind nicht widerlegbar, sind deswegen wissenschaftlich nicht wertvoll: Eine Kritik, die seit 100 Jahren die Psychoanalyse trifft. Solche psychoanalytische Argumente finde ich persönlich gefährlich, weil sie leicht als Beweisinstrumente einer Ideologie ausgenutzt werden können. Eine Frage an Sie: Hatten Sie bereits vor Ihrer Recherche die selbe Meinung über BDSM gehabt, oder Ihre Meinung stand durch Ihre Recherche?<br /> <br /> Ich habe zudem die Vermutung, dass Sie die BDSM-Szene nicht gut genug kennen. Aus welcher Quelle haben Sie die Info, dass die Mehrheit der Männer in einer BDSM-Konstellation der dominante Part sind? Haben Sie was von Switchern gehört? An welcher Krankheit leiden sie denn, nach Meinung der Psychoanalytiker?<br /> <br /> Viele Grüße
S
Sie haben offenbar denselben, jedenfalls einen sehr ähnlichen Kommentar - versehentlich - zweimal gesandt. Zu Ihrem Hinweis auf "Switcher": Es ist kein Geheimnis, insbesondere innerhalb der Szene nicht, dass vermeintliche Switcher faktisch keine solchen sind, sondern das switchen als Mittel/Merkmal gezielt einsetzen bspw. bei der Kontaktsuche. Dem entspricht auch, dass mehr Männer als Frauen sich als Switcher bezeichnen. <br /> Gerade in BDSM-Foren findet sich belegt, dass weit mehr Männer (als Frauen) dom und mehr Frauen (als Männer) sub sind. - Verlinken Sie gerne seriöse Quellen, die aufzeigen, dass es sich anders verhält - Sie werden keine finden. <br /> Wer hier dennoch keinen Zusammenhang zwischen patriarchalen (gesellschaftlichen, sozialen, privaten) Strukturen und entsprechendem Frauenbild von Männern und einhergehender Indoktrinierung von Frauen erkennen "kann" bzw. will, legt damit noch ein weiteres Mal selbsttätig offen, dass und warum er diesen augenfällig bestehenden Zusammenhang nicht sehen will. Siehe auch hierzu nochmals die im blog verlinkten Texte von Margarete Mitscherlich. <br /> Was die Frage nach der "Krankheit" anbetrifft, siehe, was ich in der anderen Antwort auf Ihren weiteren Kommentar bereits schriebt: zugrunde liegt - wahrscheinlich immer - eine anti-, dissoziale, häufig eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, u.U. auch noch weitere/andere PKST oder anderweitige Störungen, außerdem u.U. auch Traumatisierung (seit/in Kindheit und/oder Jugend häufig bereits erlitten).
B
Das hinterlässt doch sehr viele Fragezeichen, da geht viel durcheinander. Die Textsammlung vermischt mMn unzulässig u. a. Dinge wie krankhaften und einvernehmlichen Sadismus, indem einfach argumentiert wird, das wäre das gleiche. ("Fakten" sind da aber keine für vorhanden, soweit ich sehe.) Nur weil etwas von außen ähnlich aussieht, ist es nicht die gleiche Sache. Dann wäre aber auch jeder Sex eine Vergewaltigung - obwohl, wenn ich so nachdenke, gibt der Text mir fast das Gefühl.<br /> Dann die Konzentration auf dominanter Mann gegen devote Frau. Was ist mit dominanten Frauen? Masochistischen, devoten Männern? Frauen, die mit Frauen dominant sind? Die gibt es auch und gar nicht mal so wenige. Wie passen die in dieses Konstrukt? Was ist mit Leuten, die gar keine Pornos mögen / konsumieren und trotzdem Gefallen an solchen Praktiken haben? (Jaja, die wurden dann wie auch immer durch die Gesellschaft geprägt, aber das ist doch keine haltbare Argumentationskette, sondern eine Vermutung.)<br /> <br /> Warum ist ein Blowjob per se eine Misshandlung? Ja, dabei wird die Frau nicht direkt sexuell stimuliert. Aber ich kann doch erst dem Mann was körperlich angenehmes zukommen lassen und dann er mir, das muss ja nicht gleichzeitig sein? Außerdem ist die Erregung des Gegenübers tatsächlich auch erregend.<br /> <br /> Diese hahnebüchenen Vergleiche: Kein masochistischer Mensch, den ich kenne, würde behaupten, von Zahn- oder Kopfschmerzen geil zu werden. Aber "Schmerz" fühlt sich an verschiedenen Körperteilen durch verschiedene Dinge hervorgerufen sehr, sehr unterschiedlich an und ein Teil davon eben auch in guter Art und Weise, vielleicht hilft hier als Analogie anstrengender Sport? Der tut auch mal weh, aber nichts geht wirklich kaputt und ich fühle mich gut.<br /> <br /> Und ich muss Sie enttäuschen: es geht tatsächlich auch sehr viel um die Lust der Frau, ihre Wünsche, ihre Erregung und ihre Grenzen. Die klärt man nämlich auf Augenhöhe ab, bevor überhaupt irgendwas passiert. Und wenn das nicht klappt, kann Frau auch immer noch "mit dir nicht" sagen. So schwach und beschädigt, wie Frauen hier präsentiert werden, sind sie nämlich nicht. Genauso wie Männer nicht an sich das Böse auf Erden sind, sondern genauso sensible und empathische Wesen sein können wie Frauen auch.
S
Hallo, <br /> <br /> ja, in Ihrem Kommentar geht auch vieles sehr durcheinander. ;) <br /> Zunächst geht es darum, die psychoanalytischen Hintergründe zu beachten, zu berücksichtigen, sie erst einmal zur Kenntnis zu nehmen, sie zu akzeptieren, d.h.: was dazu führt, dass bestimmte und keineswegs alle Menschen physischen - und damit immer einhergehend auch psychisch-emotionalen - Schmerz als vermeintlich oder tatsächlich sexuell lustvoll, erregend erleben - Schmerz, den sie erleiden und/oder den sie anderen absichtsvoll zufügen und dies "geniessen". Gleich, wer dabei die dominante oder die devote Rolle einnimmt, gleich, ob es sich um hetero- oder homosexuelle Kontakte handelt. Es ist jedoch verbreitet so, dass mehrheitlich Männer den dominanten und mehrheitlich Frauen den devoten Part einnehmen - aus Gründen. Siehe zu all dem bisher Genannten die im blog verlinkten entsprechenden (psychoanalytischen) Texte zu Sadismus und Masochismus, in welchen die Zusammenhänge und Ursachen umfassend erläutert sind. <br /> <br /> Der Vergleich mit Sport geht deshalb fehl, da ich beim Sport selbst entscheide, steuere und handle - niemand anderer fügt mir Schmerz zu, wenn ich mich sportlich betätige und die Schmerzen, die ich - wenn überhaupt - spüre, sind - wenn es sich nicht gerade um Leistungssport handelt, der durchaus schädigend sein kann - sehr mäßig, anderenfalls mache ich etwas falsch. Darüberhinaus ist Sport gut, wichtig für Gesundheit, Vitalität, Wohlbefinden, hat also einen gesundheitsfördernden Aspekt, eine solche Wirkung, wenn er vernünftig ausgeübt wird; sportliche Betätigung, wohltuende Bewegung kommt dem gesamten Körper, auch der Psyche zugute, kann Krankheiten vorbeugen, auch lindern. All das lässt sich von BDSM nicht sagen. Insbesondere überlasse ich mich beim Sport nicht einer anderen Person, die mir Schmerz zufügt, sondern ich entscheide und reguliere selbsttätig, d.h. in, mit und für meinen eigenen Körper je s e l b s t was ich wann, wie, wie lange, wie intensiv an und mit diesem meinem eigenen Körper s e l b s t tue. <br /> <br /> Warum sollte jeder Sex Vergewaltigung sein? Keineswegs ist das der Fall. Sex ist immer dann nicht Vergewaltigung, Sexualgewalt, sondern tatsächlicher, echter Sex, wenn:<br /> <br /> alle Beteiligten, Interagierenden das, das sie mit-, an- und füreinander tun, auf diese jeweilige Art im jeweiligen Moment mit den jeweilig Beteiligten tatsächlich freiwillig, einvernehmlich und gerne tun, d.h. wenn es ihnen tatsächlich gut-, wohltut, sie es geniessen, es ihnen keinen physischen und/oder psychisch-emotionalen Schaden, Verletzungen zufügt, sie es nicht aufgrund von Zwang, Kontrolle, Machtgefälle, Druck, Angst oder psychischer Vorschädigung tun oder zulassen, mitvollziehen. <br /> <br /> Warum bei BDSM eine solche psychische Vorschädigung grundsätzlich vorliegt, die eben dazu führt, BDSM praktizieren zu wollen und das als vermeintlich oder tatsächlich "lustvoll" zu erleben, ist wiederum in den verlinkten psychoanalytischen Texten erläutert. <br /> <br /> Was den vermeintlichen Konsens betrifft, siehe ebenfalls die im blog verlinkten Texte hierzu, so auch, was die "Macht" der masochistischen Person betrifft, d.h. auf welche Weise sie aus welchen Gründen Kontrolle ausübt, welche Illusion und vor allem Kompensationshandlung hier aus welchen Gründen zugrundeliegt - es ist alles in den verlinkten Texten umfassend und verständlich dargelegt. <br /> <br /> An welcher Stelle habe ich geschrieben, Oralsex - nicht zu verwechseln mit "blowjob", denn Fellatio ist gerade nicht gleichbedeutend mit einer "Sexdienstleistung", mit Missbrauch - sei, Zitat "per se eine Misshandlung"? Fellatio ist nicht grundsätzlich oder zwangsläufig Sexualgewalt, Misshandlung - unter bestimmten Umständen kann dies jedoch der Fall sein, eben dann, wenn es sich dabei um "Sexdienstleistung", um Missbrauch handelt, wenn die betreffende Person nur fleischliche Erfüllungsgehilfin für erweiterte Masturbation des Mannes ist und der/die Gebende es nicht selbst tatsächlich freiwillig und genussvoll (!) tut, sondern aus anderen Gründen (Zwang, auch subtiler Druck, Erwartungs- oder gar Forderungshaltung, Angst etc.). <br /> <br /> Selbstverständlich hat Sex mit geben, mit sexueller Fürsorglichkeit zu tun und selbstverständlich geht es dabei nicht um einen Wettbewerb um den ersten, schnellsten, besten oder gleichzeitigen Orgasmen oder mehrere. All das habe ich an keiner Stelle geschrieben - im Gegenteil. Das interpretieren Sie selbst hinein - aus Gründen. ;) <br /> <br /> Und ebenfalls schreibe ich an keiner Stelle, Männer seien "an sich das Böse auf Erden", ich beziehe mich mit meiner Kritik auf patriarchale, toxische Männlichkeit, auf sich entsprechend verhaltende Männer - nicht auf alle Männer generell. Zweifelsohne gibt es auch sensible, feinfühlige, aufmerksame, einfühlsame, mitfühlende, auch (selbst-) reflektierte, selbstkritische und fürsorgliche Männer. Leider sind sie global gesehen in der Minderzahl - was die Fakten anschaulich belegen, leider nach wie vor, siehe all die von Männern gegen insbesondere Frauen, aber auch gegen andere Männer getätigte Gewalt: seit Jahrtausenden, täglich, rings um den Globus. <br /> <br /> Und keineswegs "präsentiere" ich Frauen als schwach - ganz im Gegenteil. Auch das ist Ihre ureigene Projektion. - Aus Gründen. <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
M
Es ist schon schade, dass hier jemand für Freiheit und Selbsbestimmmung sprechen möchte, aber gerade diesees anderen nicht zugesteht. Das in Form eines etwas schwer zu lesenden Textes, der eine Aneinanderreihung von Aussagen enthält, die mit Fremd- und Fachwörtern gespickt ist, was irgendwie sehr gekünstelt wirkt und den Schluss zulässt, dass die eigene Meinung nicht einfach zu erklären war/ist.<br /> Nun, ich muss mich nicht auf andere beziehen und zitieren bzw. querverweisen, da ich mein eigenes Erleben kenne und auch ein gerüttelt Maß an gesundem Menschenverstand besitze. Ich lebe nicht BDSM, ich lebe meine Neigung auf dem weiten Feld des BDSM aus. Als devote Frau bin ich da sehr selbstbestimmt und lasse mich absolut nicht auf jeden ein. Mit dem Entdecken meiner selbst und dem wahren Erleben meiner Neigung bin ich stärker geworden, gehe mein Leben bestimmt an und erwarte nicht, dass irgendwo etwas zu meinen Gunste passiert.<br /> Ich spreche tatsächlich von einer Neigung, einer sexuell konnotierten Neigung. Nie würde mir einfallen, eine lesbisch ausgerichtete Frau vom Sinn der heterosexuellen Beziehung zu überzeugen, einen schwulen Mann bezirzen zu wollen. Schon gar nicht fiele mir ein, dazu Blogeinträge zu veröffentlichen. Ich muss dan auch nicht damit spielen, dass ich von anderen als "Kampfemanze" oder anderes bezeichnet würde, muss Beschimpfungen nicht vorwegnehmen. Gerade diese Einleitung wirkt unseriös und schwach.
S
Hallo,<br /> <br /> auch deinem Kommentar lässt sich entnehmen, dass du mit der Kritik an BDSM, insbesondere der psychoanalytischen Grundlage, nicht zurandekommst, anderenfalls hättest du nicht zwei Drittel deines Kommentars darauf verwendet, die im blog-Eintrag lesbaren Texte zu diskreditieren, ohne dabei mit einem einzigen Satz auf diese Texte, deren Aussagen einzugehen oder Gegenargumente hierzu anzuführen. <br /> Du behauptest einfach, du seist selbstbestimmt - klar, das möchte jede/r gerne sein. ;) Woher weißt du, dass du dich nicht selbst betrügst -hinsichtlich deiner vorgeblichen sexuellen Selbstbestimmtheit als, Zitat "devote Frau" und auch hinsichtlich also deiner, Zitat "sexuellen Neigung"? Was trifft denn nun zu: Bist du eine "devote Frau" oder hast du "nur" eine "sexuell devote Neigung"? - Du merkst, wie du dir selbst widersprichst. <br /> Und btw ja: Komplexe Angelegenheiten, Verhältnisse lassen sich nicht in schlichten Drei-Wort-Sätzen darlegen. Keineswegs lässt sich hieraus jedoch schließen, es seien diese Darlegungen daher "gekünstelt". Wenn du es so empfindest, die Texte auf dich so wirken und dir zu viele Fremdwörter (ich wüsste spontan nicht, welche?) enthalten, so ist das möglicherweise ebenfalls eine Problematik, die bei dir selbst zu verorten ist, nicht (notwendigerweise) in den verlinkten, durchaus sehr verständlich geschriebenen Texten. <br /> <br /> Schließlich ist mir deine Bemerkung nicht nachvollziehbar, dass du homosexuellle Menschen nicht von Heterosexualität "überzeugen" wollen würdest etc., denn: Was hat all das mit dem blog-Eintrag über BDSM zu tun? In selbigem geht es darum, zu erläutern, worauf sich diese "Neigung" zu BDSM psychoanalytisch gründet bzw. wie sie psychoanalytisch zu erklären ist und dass und warum es sich folglich, siehe verlinkte Texte, keineswegs um eine bloße sexuelle Spielart, Neigung, Präferenz, Variante und noch weniger um tatsächliche sexuelle und/oder persönliche Selbstbestimmtheit dabei handelt, siehe im blog, in den Stellungnahmen und verlinkten Texten ausführlich dargelegt.<br /> <br /> Ich habe keine Beschimpfungen "vorweggenommen", sondern bin mit solchen bereits auf social media Plattformen belegt worden. Daher bezog ich mich hierauf. <br /> <br /> Insgesamt lässt sich auch deinem Kommentar kein einziges fundiertes, substanzhaltiges Gegenargument zu den im blog-Eintrag zu BDSM enthaltenen Stellungnahmen meinerseits und/oder den verlinkten Texten entnehmen. Du legst lediglich demonstrativ offen, dass du mit diesem blog-Eintrag nicht einverstanden bist - ohne dies sachbezogen und substantiiert begründet zu haben, begründen zu können. - Wie gesagt: Mir ist durchaus bewusst, dass und warum der Selbstbetrug in Bezug hierauf so intensiv ausgeprägt ist. Gäbe man ihn auf, müsste man sich mit Schmerzen, Unsicherheit, Haltlosigkeit, vielleicht auch Hilflosigkeit und Scham oder auch Wut, Trauer ... auseinandersetzen, sähe man sich damit konfrontiert - das ist unbequem, unangenehm, herausfordernd, anstrengend ... . Drum setzt man, auch diesbezüglich, den Selbstbetrug fort. <br />
L
Abgesehen davon, dass das Thema überfrachtet und somit sehr unübersichtlich ist, kommt mir bei allen - mehr oder weniger nachvollziehbaren - Betrachtungen eins zu kurz: der beidseitige Spaß - jawohl: S-p-a-ß! - am gemeinsamen Tun.<br /> Was, wenn's für die Beteiligten ganz einfach eine lustvolle, spaßbringende Bereicherung ihres Sexuallebens ist? Eine Art Rollenspiel? Noch mal: S-p-i-e-l!<br /> Oder sind "Spaß" und "Spiel" neuerdings Fremdwörter?
S
Hallo unbekannterweise,<br /> <br /> zum "Spaß und Spiel" - sicher kann man BDSM je persönlich auch nur als Art Verkleidung, Selbstinszenierung, Show verstehen, es also nur vordergründig, oberflächlich, vermeintlich und nicht tatsächlich praktizieren, eben dies finden wir ja bereits in der Sexindustrie aufgegriffen, siehe diverses "Sexspielzeug", das an BDSM vor allem optisch angelehnt ist. Durch diverse gesellschaftliche, kapitalistische Strömungen, Entwicklungen ist "Lack und Leder" ja auch zu einer Art mainstream geworden, so auch durch trash wie "50 shades of grey" etc..<br /> <br /> Wer jedoch BDSM tatsächlich praktiziert, für die/den mag es für sie/ihn selbst als Spiel erscheinen und ggf. auch "Spaß" machen, faktisch ist es jedoch alles andere als oberflächlicher, harmloser Spaß, außerdem ist es auch nicht auf die sexuelle Ebene beschränkt, selbst dann nicht, wenn keine BDSM-Beziehung geführt wird, warum das so ist, habe u.a. ich im blog bereits ausführlich dargelegt, darüberhinaus ist es in den im blog verlinkten Texten umfassend zum Ausdruck gebracht, siehe daher dort. Infolge des psychoanalytischen Hintergrunds ist es deshalb auch kein Spiel im eigentlichen Sinne (des Begriffs), wenngleich inszeniert wird (siehe Rollen"spiel"). Wer aber in welche Rolle aus welchen Gründen hineingeht, eben dies hat tiefgehende Gründe, die im blog dargelegt sind. <br /> <br /> Schließlich kann ich auch nur nochmal wiederholen: Wer einen anderen Menschen tatsächlich wertschätzt, respektiert oder "gar" liebt, hat kein Bedürfnis, diesen Menschen zu unterwerfen oder sich einem solchen Menschen zu unterwerfen - "nicht einmal" ;) bzw. schon gar nicht "aus Spaß" und im Spiel nur dann, wenn es nicht tiefe psychische Ebenen und frühkindliche Beschädigungen berührt. <br /> Es wird stattdessen etwas zu kompensieren und zu kontrollieren versucht - via vermeintlicher "Rolle, Spiel" - das gerade durch dieses (vermeintliche) Spiel (die jeweilige Rolle) nicht aufgearbeitet, nicht behoben, bewältigt, geheilt werden kann. Siehe im blog bereits umfassend erläutert. <br /> <br /> Wer sich dennoch einredet, es sei alles ein harmloses Spiel - "wie andere Spiele auch" (erinnert an ähnliche Sätze über Prostitution, die vorgeblich eine "Dienstleistung wie jede andere auch" sei, was sie faktisch nicht ist) - tut dies infolge des Selbstbetrugs, um sich die Illusion bewahren zu können, alles unter Kontrolle zu haben, alles selbstbestimmt und freiwillig sowie konsensual zu tun. Eben dies ist ein Irrtum, siehe wie in den im blog verlinkten Texten ausführlich dargelegt/begründet.
U
Ich bin dankbar, dass ich mein Leben selbstbestimmt und lustvoll leben kann.<br /> Und ich bin dankbar in einem Land zu leben, in dem jeder seine Meinung äußern darf.<br /> <br /> Ich liebe Sex in sehr vielen Varianten - von zart bis blutig.<br /> Ich lebe meine devote und masochistische Seite aus und würde mich freuen, wenn dies akzeptiert und respektiert würde.<br /> Aber das muss nicht sein. Denn ich bin diejenige, der es gefallen und gut tun soll. Und niemand anderem.<br /> <br /> Die Art wie sich hier mit dem Thema BDSM allgemein auseinander gesetzt wird, finde ich allerdings mehr als bedenklich.
S
Hallo,<br /> was findest du an den psychoanalytischen Hintergründen von BDSM, an also der Faktenbasis bedenklich? Sicher, es wird auf den ersten Blick diese psychoanalytische Darlegung bei BDSM-Praktizierenden auf Abwehr stoßen - auch die Gründe hierfür finden sich in den verlinkten Texten ausführlich erläutert. Es geht gerade nicht um Sex bei BDSM und insbesondere auch nicht um ausschließlich sexuelle Praxis, sondern um den gesamten Menschen, also darum, warum welche Menschen aus welchen Gründen BDSM praktizieren, was all das mit ihrer Gesamtpersönlichkeit, auch mit (fehlender) Liebesfähigkeit, mangelndem Selbstwertgefühl und pathologischem Narzissmus zu tun hat, siehe die verlinkten Texte. <br /> <br /> Es müsste folglich je persönlich darum gehen, das zunächst zu akzeptieren, sich schließlich intensiv und wahrhaftig damit auseinanderzusetzen, statt den Selbstbetrug zum Zwecke der Selbstschonung fortzusetzen. Im Grunde kann ich daher nur zu Psychoanalyse raten, siehe Erich Fromm, Arno Gruen, Sandor Ferenczi ("Von den toten Zonen des Selbst", Identifikation mit dem Aggressor, Internalisierung, Introjektion,Trauma etc., unten verlinkt). Denn es geht, ich wiederhole mich, gerade nicht um eine bloße sexuelle Praxis und/oder Neigung, Präferenz.<br /> <br /> Wer einen anderen Menschen tatsächlich respektiert, wertschätzt oder "sogar" liebt, hat kein Bedürfnis und nicht den Wunsch, diesen Menschen zu unterwerfen, zu dominieren, zu "beherrschen" oder sich selbst zu unterwerfen - auf keiner (Beziehungs-) Ebene, auch nicht beim Sex, d.h.: bei echtem, tatsächlichem Sex. <br /> <br /> Zur Definition, was echter Sex und was wirkliche(s) Liebe(n) ist, siehe weitere blog-Einträge zum Thema.<br /> <br /> Der Wunsch und das Streben nach Macht, Kontrolle, Unterwerfung ist im Übrigen ein stets kompensatorisches, zumeist pathologisch narzisstisches. <br /> http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2016/01/uber-den-unterschied-zwischen-sex-und-ficken-sowie-warum-sind-prostitution-und-pornographie-jeweils-formen-von-sexualisierter-gewalt<br /> <br /> http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2019/03/zu-viele-menschen-haben-schlechten-sex-und-was-ist-guter-sex-warum-gibt-es-pornographie-frauenkauf-freiertum-prostitution-weibliche<br /> <br /> http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2018/04/uber-erkenntnis-reife-weisheit-liebe-n-die-conditio-humana-das-uberwinden-von-abgetrenntsein-einsamkeit-absurditat-durch-verganglich<br /> <br /> http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2015/06/von-den-toten-zonen-des-selbst-sandor-ferenczi-trauma-therapie.html<br />
P
Ich habe selten so viel unqualifizierte Meinung bei vollkommenem Fehlen von Wissen erlebt. Mir Fehler n die Worte und das ist wohl besser so.
S
An welcher Stelle Ihres "qualifizierten" Kommentars findet sich sachbezogene, substanzhaltige Argumentation? Ist mir offenbar vollumfänglich entgangen.
B
BDSM ist per se keine Gewalt, auch nicht von Gesetzes wegen: https://www.eronite.com/was-ist-koerperverletzung-mit-einverstaendnis/
S
Noch einmal: Nur weil es ein vermeintliches "Einverständnis" gibt, ändert das nichts an der Tatsache, dass physische, damit immer auch psychisch-emotionale Gewalt getätigt und erlitten wird. In den von mir verlinkten Texten ist erläutert, dass und warum zu hinterfragen ist, wie tatsächlich freiwillig und konsensual was jeweils - im jeweiligen Moment - zugelassen, mitvollzogen wird.