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Sabeth schreibt

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Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Woran du einen guten Partner/eine gute Partnerin, Freund/Freundin bzw. generell gute Beziehung erkennst

 
Woran du einen guten Partner/eine gute Partnerin, auch Freund/Freundin, d.h. generell eine gute, wohltuende Beziehung erkennst:
 

1. Ein guter Partner wird grundsätzlich aufmerksam, einfühlsam, feinfühlig, sensibel, mitfühlend, zugewandt deine Bedürfnisse und Wünsche erkennen, respektieren und aktiv sowie engagiert darum bemüht sein, sie – im Rahmen seiner Möglichkeiten – zu erfüllen, zu stillen.
Dies natürlich nicht rund um die Uhr in jeder Sekunde, sondern: grundsätzlich. Dies außerdem besonders, soweit sie eure Beziehung, euer Verhältnis zueinander, euer Miteinander-Sein und euer beider Wohlergehen betreffen, aber möglicherweise auch das Dritter.

Ein solcher Partner wird/kann folglich nicht selbstsüchtig oder ignorant sich, seine Person, seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Taten oder Sorgen permanent in den Vordergrund spielen, in den Mittelpunkt stellen, sondern er wird am Du, in diesem Falle am Beziehungspartner/an dir, ausgerichtet sein, somit u.a. fürsorglich, ohne jedoch zu bevormunden, gar zu kontrollieren, ohne sich paternalistisch zu verhalten.
 
2. Ein guter Partner wird dir mit Offenheit, ehrlichem/echtem Interesse an deiner Person, deiner Persönlichkeit begegnen, er wird dir also Fragen stellen, ohne absichtlich indiskret, distanzlos oder verletzend zu sein, und dir aufmerksam, einfühlsam und zugewandt zuhören können und wollen.
 
3. Ein guter Partner wird dich grundsätzlich respektvoll und wertschätzend betrachten und behandeln.

Er wird Konflikte nicht verschleppen, ihnen nicht ausweichen, die "Schuld" bzw. die Gründe für Konflikte nicht ausschließlich bei dir und/oder anderen suchen bzw. finden wollen, sondern selbstkritisch, ehrlich/wahrhaftig sein jeweils eigenes Verhalten, Denken, Fühlen reflektieren.

Er wird sich daher eigeninitiativ entschuldigen sowie auch dich um Verzeihung bitten wollen und es deshalb können. – Dazu später mehr.
 
4. Ein guter Partner wird bei Differenzen und (nach) Auseinandersetzungen/Streits nicht dauerhaft schmollen, sich abwenden, zurückziehen, den Kontakt/die Kommunikation und auch körperliche Nähe nicht verweigern, sondern:
 
Er wird immer wieder eigeninitiativ, aktiv und engagiert um Austausch, Klärung, Verständigung und Versöhnung bemüht sein und das eben deshalb, wenn bzw. weil ihm ehrlich/tatsächlich an dir gelegen ist, er am Du und nicht nur bzw. nicht vorrangig an seinem Ego, seinem vermeintlichen "Stolz", d.h. seiner (gekränkten) Eitelkeit ausgerichtet, dieser unterworfen ist, sondern weil er um seine eigenen Unzulänglichkeiten und Defizite durchaus weiß, diese offen zugeben kann und um eigene Reifung bemüht ist.
 
5. Ein guter Partner wird dich folglich nicht absichtsvoll und dauerhaft oder wiederholt unter Druck setzen, in die Ecke drängen, nötigen, erpressen, ignorieren, diskreditieren, abwerten, sondern ihm wird daran gelegen sein, dass nicht nur seine eigenen Interessen, Wünsche, Bedürfnisse, Ziele verfolgt und erfüllt werden, sondern gerade auch deine – und das durch u.a. auch ihn, durch sein Verhalten, sein Tun, seine Taten (nicht bloß durch leere, leichte Worte).
 
6. Ein guter Partner wird dir gegenüber - und gerade in deiner psychischen, physischen oder auch existenziellen Not - verlässlich, solidarisch, mitfühlend und loyal sein, dir nicht in den Rücken fallen, dich nicht verraten, nicht im Stich, nicht allein lassen.
Er wird nicht davonlaufen, wenn du ihn brauchst, sich nicht unter Vorwänden/Ausreden/Lügen herauswinden.

Er wird nicht verbissen in nur seine Richtung blicken, sondern sich öffnen: Er wird sich verletzlich und bedürftig zeigen können, ohne dein Mitgefühl und deine Fürsorglichkeit, dein Geben auszunutzen.
 
Vor allem wird er über sich, über eigene Fehler auch lachen können, statt sie akribisch zu verbergen, zu verdrängen oder ganz zu leugnen oder seine eigenen Defizite gar dir anzuhängen, zu unterstellen, sie auf dich zu projizieren.
 
7. Ein guter Partner wird verzeihen können, d.h. verzeihen wollenweil: er dich liebt und dich nicht aus seinem Leben – dauerhaft – verlieren will.

Aus demselben Grund wird er, wenn er dich liebt, selbst aktiv und auf angemessene Weise um Versöhnung bemüht sein.
 
8. Ein guter Partner wird leiden, wenn du leidest (und er davon weiß) und er wird ebenso Anteil an deiner Freude nehmen.

Er wird dir guttun wollen, dich also nicht absichtsvoll/vorsätzlich beschädigen, schon gar nicht dauerhaft.  
 
9. Ein guter Partner wird an dir wachsen, sich entwickeln d.h. im Kontakt mit dir reifen wollen.
 
Er wird Differenzen nicht als unüberwindliche, zu anstrengende, lästige Hindernisse, sondern als Herausforderung an seine Persönlichkeit betrachten – als seine Chance, seinen Horizont zu weiten.
 
Er wird sich auf dich einlassen, sich zugewandt öffnen, also auch angreifbar/verletzbar "machen", dies vertrauensvoll zulassen – statt sich zu verbarrikadieren, zu verweigern und Macht und Kontrolle innehaben/behalten zu wollen.
 
10. Ein guter Partner ist nicht dein Besitz, nicht dein Spielgerät, nicht dein Vergnügungsobjekt, nicht deine Verfügungsmasse, nicht dein Glücksgarant, nicht dein (Lebens-) Retter und er selbst betrachtet dich ebenfalls nicht als solche(s) – viel mehr seht und seid ihr einander (als) ebenbürtige Gefährten – auf unbestimmte Zeit.

Ihr seid jeweils füreinander nicht austausch- und nicht ersetzbar – niemals je.
 
Aber ihr seid ebensowenig aneinander gekettet und seid jeweils ergänzbar.
 
Ja: Eigentlich sollten all das im Grunde Binsenweisheiten sein – die Realität zeigt jedoch, dass Menschen häufig von klein auf so beschädigt (worden) sind, dass all dies Selbstverständliche ihnen zu leben nur eingeschränkt oder auch gar nicht möglich ist – viel hat das auch mit unserer Art des gesellschaftlichen Zusammenlebens, mit dem Verständnis von "Erziehung", dem Umgang mit Kindern und dem Geschlechterverhältnis zu tun, aber dies ist ein eigenes, umfassendes Thema. ;)
 
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arte-Dokumentation - "In nomine patris - Die Interessen der Väterbewegung", über die verbreitete, männliche Gewalt bis hin zu Mord gegen sich trennende oder getrennthabende Frauen/Partnerinnen und deren Kinder, über Maskulisten, über Macht, GEWALT ... - So: verhält sich definitiv kein guter, liebender Partner, auch nicht: nach der Trennung!

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