Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Brief an meinen Täter - über die Sucht nach einem Narzissten, das suchtähnliche Verhalten, den Entzug, die schwierige Loslösung - über die Schwächen, Defizite des Narzissten und: über Ehrlichkeit gegenüber sich selbst

 
Es war eigentlich eine e-mail, kein Brief, aber das tut letztlich nichts zur Sache. Mein Ex-Partner, "mein" Täter ist darin anonymisiert mit "F." bezeichnet.
 
Du fehlst ...

... mir.

Nicht ein Tag ist seit dem 17. Juli 2016 vergangen, an dem ich nicht an dich gedacht habe.

Ich war wütend, ich war erschüttert, ich war entsetzt, ich war abgestoßen - als mir klar wurde, was ich immer wieder geahnt habe, was sich immer wieder so schmerzhaft für mich in den drei Jahren ja längst und im Grunde ja tatsächlich regelmäßig angefühlt hatte - aber: ich wollte nicht, dass es sich so verhält, dass es w a h r ist, dass meine Gefühle - und ganz besonders ja sogar mein Körper! - mich nicht täuschten, sondern dass sie mir hätten deutlich machen sollen, was ich nicht sehen/wahrhaben wollte.

Und du hast ja sehr aktiv dazu beigetragen, dass ich zweifelte: an mir selbst, an meiner eigenen Wahrnehmung und Urteilsfähigkeit - indem du mir Schuldgefühle absichtsvoll verursachtest, indem du mich als "psychisch gestört" bezeichnetest, mich dies glauben machen wolltest - eben damit du die Kontrolle behältst, vor allem: damit du in der Machtposition befindlich sein und bleiben konntest - damit: alles nach deinem Willen, deinen Vorstellungen, deinen Wünschen laufen konnte und ich dies sogar vermeintlich freiwillig/einvernehmlich mitmachte.

Es ist diese unfasslich perfide Manipulation, die ich nicht ertragen kann - die dich für mich so hässlich, so klein macht.

Warum bloß, F.?

Warum kannst du nicht deine eigenen Schwächen und Defizite, deine Bedürftigkeit und dein Fehlverhalten offen zugeben? - Ja, ich weiß ja, warum: Es gründet sich dein gesamtes Selbstverständnis, dein Menschen-, Welt- und Selbstbild, im Grunde deine Identität darauf.

Aber das ist keine Art von unumstößlichem Gesetz, das ist nicht unabänderlich - das hast du im Laufe der Jahre erworben, dir aktiv angeeignet!
Es hat mit Abwehr zu tun, mit Verweigerung - mit dem Nicht-Zulassen-Wollen von Schmerz, mit dem Abwehren von Verletzungen, mit dem Leugnen"müssen" eigener Unzulänglichkeiten und Bedürftigkeiten, mit dem Abwehrenwollen des Gefühls des Unterlegenseins, des Neids und der Scham.

Ich weiß das doch alles. - Inzwischen. Gesehen und gespürt habe ich es auch in den drei Jahren unseres "Kontaktes" ja schon: immer wieder - an deinen Verhaltensweisen: deiner Kommunikationsverweigerung - immer dann, wenn es für dich "kritisch", unangenehm, eng wurde, auch an deinem herrischen Pascha-Gebaren, an deinem immensen Wunsch nach Oberwasser, nach Macht, nach Kontrolle, nach Beherrschenwollen. Und das ja alles keineswegs "nur" beim Sex. Aber gerade auch natürlich da!
Dass du nicht zeigen kannst, wenn du etwas nicht weißt, nicht kannst, dass es dir außerdem sehr egoman um nur deine Bedürfnisbefriedigung geht, dass du nur nehmen und nichts geben willst - nicht sexuell, nicht "sozial", im Grunde auch nicht emotional - es ist alles nur Mittel zum Zweck. Der Zweck, das Ziel ist, dass du maximal (viel, oft, regelmäßig, intensiv) n e h m e n kannst - und dabei ja doch gierig bleibst, nie wirklich "satt" wirst, nie wirklich erfüllt bist.
Daher ja auch deine Völlerei und deine Drogensucht.

Aber du musst doch selbst FÜHLEN, dass du damit nirgendwo hingelangst als in eine Sackgasse und in nur weiteren Schmerz.

Du musst doch mittlerweile selbst erkennen (können bzw. wollen), dass du damit eines niemals erreichst, erlangst, erlebst: Liebe. Denn - wie oft habe ich das schon wiederholt: Liebe(n) heißt GEBEN: geben WOLLEN.

Das hat folglich mit Fürsorglichkeit, mit Zugewandtheit, mit Einfühlsamkeit, Feinfühligkeit und Mitfühlenkönnen zu tun bzw. geht damit einher.

Du versuchst doch nur, mit all dem Theater - all dem Männlichkeitskult und Paschatum, all dem Macht-, Dominanzstreben und -ausagieren - deine ureigenen Defizite zu kompensieren, sie zu vertuschen, zu verstecken, in Schach zu halten.

Das Eine ist das angelegte Wesen/Naturell, das ein Mensch mitbringt, ja. Das Andere ist aber, in welche Bahnen man dieses - selbst! - lenkt.

Natürlich: spielt dabei immer der jeweils persönliche Erfahrungshintergrund (also auch bisherige Schmerz-/Leiderfahrungen, sowieso Prägung) eine gewichtige Rolle, aber dieser eben nicht ausschließlich - sondern es ist auch ausschlaggebend, ob man das alles - irgendwann im Lebensverlauf, im Rahmen von Entwicklung, Reifung - erkennen, sehen kann/will, ob man es also reflektiert und ob man erkennen kann, dass man auch Sehnsüchte hat und diese mittels des bisherigen Verhaltens nicht gestillt werden k ö n n e n - nämlich immer dann nicht, wenn man reine Kompensationshandlungen vornimmt, wie bspw. Konsum, Substanzsucht, anderweitige Süchte, Essen, selbstverletzendes Verhalten (welcher Art und Weise auch immer) und eben auch Machtgebaren/Machtdemonstration/Machtwünsche, Gewaltanwendung, Unterdrückung sowie: Verdrängung und Flucht.

Man muss sich stattdessen früher oder später zwangsläufig konfrontieren - mit den eigenen "Schwächen" ... . Nur das kann den Weg zu Veränderung, zu Reifung, zu Erfüllung ermöglichen.

Nein, ich habe nicht "die Weisheit mit Löffeln gefressen".
Nein, ich habe all das auch nicht "irgendwo gelesen" - ich bin einfach 43, nicht mehr 20 und auch nicht mehr 30.

Und ich habe mich mittlerweile mit anderen Frauen ausgetauscht, von anderen Frauen gehört und gelesen, die so Ähnliches berichten: sexuelle Gewalt, narzisstischen, emotionalen Missbrauch, psychische Gewalt ... .

Auch habe ich mir schlicht "Gedanken gemacht" - über dich, unsere "Beziehung", das, das vorgefallen ist/sich zugetragen hat.
Das bleibt nicht aus - das geschieht zwangsläufig: dass man über sich und die Menschen nachdenkt, mit denen man Kontakt hat(te), emotional verbunden war/ist und das nicht nur, aber eben auch bei bestehenden Differenzen, Konflikten und nach Trennungen.

Es gibt Tage, da ist meine Sehnsucht danach, dich zu sehen, dich zu hören, dich zu berühren, so groß, dass ich es nicht zu ertragen meine.
Dann bin ich immer "in Gefahr", gleich loszufahren - zu dir. Natürlich tue ich es nicht - sonst wirfst du mir wieder "stalking" vor. Obwohl du selbst am besten weißt, dass ich dich nie gestalkt habe.
Und ich kann es ohnehin meist nicht - einfach losfahren, weil ich hier ein Kind zu versorgen habe, wie du weißt, und weil ich oft körperlich gar nicht in der Lage dazu bin.

Wie kann das sein, fragst du dich? - Wie kann es sein, dass ich mich nach dir sehne: trotz allem ... und immer noch?

Du denkst wahrscheinlich, dass ich mir etwas "zusammenphantasiere" - damit du dich selbst auf genau diese Weise schonen und freisprechen kannst.

Oder du erklärst mich nach wie vor bequem zur "psychisch Gestörten", deren Gedanken und Gefühle daher einfach absolut unnachvollziehbar nur sein können.

Damit: machst du es wie gesagt nur dir selbst sehr leicht.

Nein, der Grund ist, dass ich dich - trotz allem - nicht nur als Täter sehen kann - eben weil ich emotional sehr mit dir verbunden war ... und es offenbar noch immer bin.

Das hat auch nichts mit "Stockholm Syndrom" zu tun - es ist einfach so, dass man einen Menschen, dem man emotional intensiv zugetan war, nicht per Knopfdruck/per Beschluss/per Willensakt/rein rational verbannen kann - aus Gedanken und Gefühlen.
Und dass man es sich mit Schuldzuweisungen nur selbst sehr leicht macht.

Damit will ich nichts relativeren, nichts verharmlosen, aber Fakt ist nun mal, dass du kein fremder Typ warst, der aus dem Busch gesprungen kam und mich vergewaltigte, sondern dass du ja eben gerade absichtlich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hast, dass du Nähe, Intimität, emotionale Verbundenheit hast entstehen und wachsen lassen - und es dir auf genau dieser Basis ja überhaupt nur möglich war, die Misshandlungen an mir tätigen zu können - die physischen wie auch die psychisch-emotionalen.

Und genau das macht es für mich so unerträglich.
Wo ich dir doch immer wieder genau das ja vorgeworfen habe: dass du mich manipulierst, dass du mich nur konsumierst, dass du mich als Gratis-Privat-Hure für gewaltvollen Porno-"Sex" benutzt, missbrauchst und dass du auch nur genau das von/mit mir willst bzw. wolltest - eben weil sonst ja nie irgendetwas stattfand - alles nur in der stillen Kammer/hinter verschlossenen Türen, ich ja nicht einmal deine Leute kennenlernen d u r f t e - in drei Jahren nicht. Und du auch mit meinen Leuten eigentlich keinen Kontakt wolltest - und daher nur dann (wenige Male und nur stets kurze Zeit) hattest, wenn es sich gar nicht mehr abwenden ließ.

Und dass du mich so oft vor den Kopf gestoßen hast, auflaufen ließest, vor der Tür stehen ließest: gerade dann, wenn ich verzweifelt war - aufgrund meiner Lebenssituation, aufgrund der belastenden materiellen Armut und der Jobcenter-Schikanen und -repressalien, aufgrund auch meiner physischen Befindlichkeit und familiären Umstände.

Dass es immer nur um dich ging. Die ganze Zeit. Und ich nur wie ein Gebrauchsgegenstand von dir aktiviert wurde, wenn/wann es dir beliebte, passte - und dich ansonsten nicht belästigen durfte.
Und so auch beim Sex. Ich war der Gegenstand, den du benutztest, an dem du deinen Frauenhass abreagiertest - ich war das Ding, das du bestrafen wolltest, konntest - stellvertretend für deine Mutter und all die Frauen, von denen du dich "falsch behandelt" fühltest. Ich war dein Fußabtreter, Frustableiter.

Und du musstest die ganze Zeit etwas vorspielen - deshalb durfte man dich auch nie spontan besuchen oder unangekündigt anrufen - da warst du stets gleich außer dir und wurdest cholerisch.
Deshalb musstest du bei manchen Telefonaten abrupt unterbrechen - bis du dich wieder eingekriegt hattest, damit du deine Maske wahren konntest, damit dir nichts entglitt, damit du nicht unkontrolliert etwas tatest oder äußertest, das dich verraten hätte - deshalb: musstest du bei Streits immer sofort aus meiner Wohnung fliehen - wortlos. Damit dir nicht Sätze oder Taten entwichen wären, die dich verraten, die dich entblößt hätten.

Denn du kanntest all das ja schon lange: von dir selbst. Du hattest all solche und ähnliche Erlebnisse und Szenen bereits mit anderen Menschen, anderen Frauen.
Du wusstest aus Erfahrung, was dann die Folge war - und das galt es für dich ja gerade zu vermeiden. Also konnte es für dich nur darum gehen, den Schein zu wahren, das Bild aufrechtzuerhalten, das du selbst von dir hast entstehen lassen, das du vorgegaukelt hast.

Ach F..

Trotzdem gab es immer Momente, in denen ich das Gefühl hatte, es war "echt" - du warst echt: in diesen Momenten, Situationen.

Diese sind es, die ich so vermisse - die mich DICH vermissen lassen.

Aber ich brauchte nur wieder in deinem facebook-Profil zu lesen und mich an Sätze von dir zu erinnern - über Ausländer, über "Mohren, Neger, Muselmanen, Bimbos" und über den "Genderwahn", über die AfD, über Götz Kubitschek - ich brauchte mich nur daran zu erinnern, welche "Musik" du hörst und rezensierst und was du damit verbindest, weshalb sie dir gefällt, welchen Hintergrund sie hat - maximal frauenverachtend und gewaltvoll - verroht und patriarchal.

Ich brauchte nur an deinen verkorksten "Glauben" zu denken und daran, wie schäbig du mit meiner Tochter so häufig warst - wie unsensibel, wie verletzend in deinem Verhalten, wie abweisend, abwimmelnd, desinteressiert, wie demonstrativ egal sie dir tatsächlich war.
Du sagtest ja wiederholt: "Ich besuche dich, nicht dein Kind."
Und wie weh mir das tat ... .
Nein, das hat nichts mit "Vaterersatz suchen" zu tun - das weißt du, ich wollte nie einen Ersatzvater für meine Kinder und schon gar nicht für meine Tochter, das will sie selbst auch gar nicht.
Es hat schlicht damit zu tun, dass mein Kind und ich zusammengehören, dass man nicht das Kind außenvorlassen kann, wenn man eine Frau mit Kind "kennenlernt", mit ihr regelmäßig Kontakt hat und Zeit in ihrer Wohnung verbringt - in der auch das Kind lebt und die d e s s e n Zuhause ist.

Es ist sinnlos, dir all das zu schreiben. Ich weiß.
Du siehst es alles nur aus deiner verbohrten Warte - selbstgerecht, ignorant, verhärtet, egoman und patriarchalisch-abstoßend.

Ich suche immer wieder dennoch nach dem "Guten", "Schönen". - Letztlich: war all das wohl doch nur Illusion - von dir absichtlich erzeugte.

Nichts war authentisch. Nichts war wirklich.

Ich sehne mich: nach dieser Illusion - von dir.
Immer noch.
Bis es vorüber ist.

Selbst dann wird es mir schwerfallen, zu akzeptieren, akzeptieren zu müssen, dass alles nur Lug und Trug, nur Schein war - dass ich mich habe täuschen lassen, dass ich mir selbst etwas vorgemacht, dass ich mich s e l b s t betrogen habe - dass ich mich so intensiv an eine Illusion gehängt habe.

Weil: auch ich ein Mensch bin - mit Sehnsüchten, mit Bedürfnissen, mit Wünschen, mit Schwächen.

Immer noch wünsche ich mir, du würdest kommen können: dich zu entschuldigen, einzusehen, dass, warum und wie sehr du mich verletzt hast - auf mehreren Ebenen ... .

Immer noch wünsche ich mir, ich würde mir all die Nähe und Verbundenheit nicht nur eingebildet haben - dass sie stattdessen echt, wirklich gewesen wären - dass du doch etwas für mich empfunden hast: echte, wirkliche Zuneigung - dass ich nicht nur deine billige, kleine, dumme, manipulierbare, benutzbare, misshandelbare, entwertbare Hure war ... die so bedürftig war, so wenig Selbstachtung hatte, dass sie es mit sich machen ließ - so lange Zeit. Dass sie gab und vertraute - dass sie liebte - und du dich darüber herzhaft amüsiert haben musst.

Immer noch wünsche ich mir, dass du kommst, dass du das schaffst: dein Fehlverhalten, deine Tat mir gegenüber offen, ehrlich, wahrhaftig, authentisch zuzugeben und mich um Verzeihung zu bitten, weil: es dir selbst ein Bedürfnis, ein Herzensanliegen ist - weil du selbst nur dann, nur so Frieden finden kannst.

Immer noch wünsche ich mir, du würdest ein anderes Frauen- und Menschenbild erlangen können und: wollen. Nicht dieses rechte, patriarchalische, verpanzerte, verrohte, das doch nur Folge von Angst, Neid, Gier, Selbstsucht und Scham ist.

Immer noch wünsche ich mir, es sei doch etwas "Warmes, Weiches, Fürsorgliches, Feinfühliges, Mitleidendes, Offenes, Gebendes" in dir - Herz. Liebe.

Und du könntest kommen und sagen: "Sabeth, du hast Recht. Ja. Aber ich kann oft nicht anders ... - ich bemühe mich, ich möchte reifen, ich wäre froh, wenn du mich dabei unterstützen würdest und ich möchte geben lernen und mich zurücknehmen lernen. Ich möchte lieben lernen."

... Ich weiß, so lange es so ist, bin ich noch nicht damit "durch", habe ich es noch nicht "bewältigt". - Alles braucht seine Zeit.

Loslassen. Frieden finden.
Irgendwann.

Sabeth
 
-
 
Nachfolgende e-mail ist vom 18.06.2017 datiert; mein Täter/Ex-Partner ist auch hier (öffentlich) durch mich anonymisiert mit "F." bezeichnet.

F.,

ich bin nicht "das personifizierte Böse" oder die "fleischgewordene Niedertracht", als das/die du mich - für dich und vor dir selbst, vor allem aber vor anderen - darstellst.

Und das weißt du selbst durchaus sehr genau.

Ich weiß, dass du mich so sehen "musst"/willst, mich dämonisierst und pathologisierst (als "psychisch gestört" darstellst), um es dir leicht zu machen.

Wahrscheinlich wirfst du mir sogar genau das auch noch zusätzlich vor. - Ich kenne dich ja.

Du drehst es alles um. Und das tust du seit vielen Jahren bereits und nicht nur mir gegenüber.
Deshalb deine Probleme/Differenzen mit An. und wahrscheinlich auch mit anderen Menschen und gerade Frauen, mit auch deinen Ex-Partnerinnen.

Und deshalb sprechen die Leute dann nicht mehr mit dir - wie bspw. alle deine Ex-Partnerinnen und auch Ch. eine Zeit lang, du selbst hattest mir davon erzählt - nicht, weil du so toll argumentieren kannst und den anderen dazu nichts mehr einfällt, sondern weil du die Leute nicht anhörst, ihnen nicht zuhören w i l l s t, denn dann: müsstest du ja auf sie, ihre Bedürfnisse, Wünsche eingehen, du müsstest einfühlsam und mitfühlend sein, dich so verhalten, d.h. du müsstest dich zurücknehmen, könntest nicht mehr egoman nur deine eigenen Interessen verfolgen bzw. durchsetzen. Du müsstest anderen also g e b e n - zugewandt, fürsorglich, rücksichtsvoll sein, auch da sein, wenn es für dich unbequem oder auch anstrengend ist/wäre. - Man nennt das allgemeinhin Freundschaft, Beziehung. Exakt.

All das aber verweigerst du ja - und eben nicht nur bei mir, sondern auch bei deinen Ersatzmüttern (An., Ch., Al. ...) und eben auch wohl bei all deinen Beziehungspartnerinnen/Ex-Freundinnen und so auch bei mir - und sogar und gerade: gegenüber deiner Mutter.

Du weißt, dass all das zutrifft. Genau das erträgst du ja aber natürlich gerade nicht.
Genau das wolltest du immer vermeiden: dass dein Gegenüber das erkennt - deine Schwächen, Defizite, Unzulänglichkeiten, deine Selbstsucht/Egomanie - deine: MANIPULATION, mit der du die Menschen dazu bringst, sich trotzdem in der von dir gewünschten Weise zu verhalten - um sie benutzen, konsumieren zu können.

F. - ich kenne dich einfach. Wirklich gut.

Und ja: Sicher resultiert all das wohl unter anderem auch aus deinem eigenen Beschädigtwordensein - in der Kindheit. Aber: Das rechtfertigt es nicht, es entschuldigt dein VERHALTEN nicht. Dass du Menschen nur benutzt, konsumierst, ausbeutest und eben auch sogar wissentlich und absichtsvoll beschädigst. Dass du sie sogar auch in der, in ihrer Not im Stich lässt. Genau das hat An. dir vorgeworfen und auch ich mache dir u.a. diesen Vorwurf. - Du warst nie für mich da, F.. Nie.
Du hast nur davon gesprochen - aber dich nie entsprechend verhalten.

Auch das weißt du natürlich selbst am besten: dass du dich immer herumdrückst, herauswindest, wenn andere - dir nahestehende! - Menschen deine Unterstützung, deinen Beistand erwarten, wünschen, erbitten.
Ich hatte dir das auch früher schon geschrieben: dass du nur für Spaß zu haben bist, aber man sich nicht auf dich verlassen kann, wenn man Sorgen, Probleme, Nöte hat, wenn man also wirklich einen verlässlichen, mitfühlenden, loyalen Freund braucht.

Du bist so oft so unsensibel - siehe, wie du mich bspw. mehrmals fragtest, ob du mich nun immer einfach nur noch bemitleiden sollst, als ich dir von meinen Jobcenternöten und meiner insgesamt seit vielen Jahren belastenden Lebenssituation (seit mehr als zwei Jahrzehnten alleinerziehend verantwortlich für zwei Kinder, ebenso lange materiell arm, chronisch krank, ohne jegliche Familie und durch die Armut und Krankheit sozial isoliert) erzählte. - Wenn es darum ging, einfach mal zuzuhören, Verständnis zu zeigen, einfühlsam/sensibel/mitfühlend da zu sein, Halt zu geben, Rückendeckung, Beistand, Zuwendung, mal ein bisschen fürsorglich zu sein, emotional einfach Anteil zu nehmen, in den Arm zu nehmen oder tatkräftige Unterstützung anzubieten und sie dann auch zu leisten - nicht nur leere, vage Versprechungen zu machen und sie dann grundsätzlich nie einzuhalten/einzulösen.

Und siehe auch all das, das ich dir in anderen e-mails, sms und Briefen schon geschrieben und dir auch wiederholt gesagt hatte.

Ich habe trotz all dessen immer wieder auch deine positiven, guten Seiten gesehen und geschätzt. Sehr.
Ich habe trotzdem gehofft, mir gewünscht, es würde dies auf Gegenseitigkeit beruhen und auch du würdest am Du, am Anderen - also u.a. auch an mir, im gemeinsamen Sein, im Kontakt und Austausch, auch an der Konfrontation, den Differenzen - reifen wollen, dies als Horizontweitung betrachten.
Aber das war nie dein Interesse - dir ging es nur darum, dass du umsorgst wirst, dass deine sämtlichen Bedürfnisse und Wünsche maximal und so günstig als möglich erfüllt werden - so oft, lange und intensiv wie möglich überdies, dass du dafür so wenig "Mühe", Zeit oder was immer investieren musst - es ging und geht dir immer nur um dein eigenes Wohlergehen. Dir war und ist ausschließlich am Nehmen gelegen, nie am Geben.

Und du hattest/hast keinerlei Skrupel all das mittels perfidester Manipulation durchzudrücken/zu erreichen.

Du kannst dich doch nicht ernstlich auch nur im Geringsten darüber wundern oder mokieren, dass Menschen das nicht ewig mit sich machen lassen!? Dass sie ihre daraus resultierenden Schmerzen und Verletzungen einfach immer wieder herunterschlucken, alles schweigend ertragen, über sich ergehen, mit sich machen lassen - ohne Widerstand, ohne Aggression, ohne Wut, ohne Trauer, ohne Empörung. -> SCHMERZGRENZE und die Folgen bei wiederholtem bzw. regelmäßigem und intensiven Überschreiten derselben ... ! Siehe Joachim Bauers gleichnamiges Buch.

Klar, sie gehen dann oder du wendest dich irgendwann einem anderen, neuen, weiteren Opfer zu, das du erneut/besser/leichter/intensiver ausbeuten, konsumieren, benutzen, beschädigen kannst, das dir die für dich so unentbehrliche Bewunderung, Bestätigung gibt. So ist es bisher wohl immer gelaufen. So kennst du es - von/mit den anderen.

Ich habe es allerdings nicht auf sich beruhen lassen - ich habe dich angezeigt und deine Mutter kontaktiert/in Kenntnis gesetzt über das, das sich zwischen uns drei Jahre lang zugetragen hat, d.h. über das, das du getan, getätigt hast - und dies ja mit Sicherheit nicht nur mir gegenüber, siehe gerade die sexuelle Gewalt, aber auch die psychisch-emotionale - die Manipulation, das Konsumieren, Benutzen, das Diffamieren, Abwerten, Erniedrigen, Demütigen, Verletzen, die Kommunikationsverweigerung, das victim blaming, das Lügen, das gaslighting - bis in die Verzweiflung ... .

Und das tat ich nicht, um mich zu rächen, auch nicht, um dich zu "bestrafen" oder um das Machtverhältnis umzukehren (da mir nicht an Macht, schon gar nicht an Unterwerfung gelegen ist) - sondern, damit es eine Möglichkeit gibt/geben sollte, dass du durch eine solche Erschütterung/Krise dahin gelangst, dich zu hinterfragen, dein Verhalten, dein Denken und Fühlen zu reflektieren und das wirklich ehrlich, wahrhaftig, selbstkritisch - deine eigenen Unzulänglichkeiten und Charakterschwächen zu sehen, sehen zu müssen, dich nicht wegducken, nicht ausweichen zu können - damit: dies eine Veränderung in Gang setzt, auslöst - eine Veränderung deines Denkens, Fühlens und vor allem - infolgedessen - deines Verhaltens - anderen Menschen gegenüber grundsätzlich, insbesondere aber Frauen gegenüber, die du ja eben vorzugsweise konsumierst und beschädigst.

Denn anders: ist bei Menschen wie dir, bei narzisstisch persönlichkeitsgestörten Menschen (die mehrheitlich bekanntermaßen Männer sind), solche Einsicht, solches Erkennen, solche Eingeständnisse eigener Unzulänglichkeiten nicht zu erreichen möglich.
Deshalb gelten Narzissten als "therapieresistent" bzw. auch Therapieverweigerer. Sie sehen schlicht keine Fehler, kein Fehlverhalten, keine Schuld auf ihrer Seite - grundsätzlich: nie.

Es bedarf eben deshalb einer Erschütterung, einer Krise, damit solche Reflexions- und Veränderungs-/Entwicklungsprozesse bei solchen Menschen überhaupt erst in Gang gesetzt werden.

Du verweigerst das beharrlich. Du entziehst dich diesem schmerzhaften Prozess, der dich, dein Selbstverständnis, dein Selbstbild natürlich unangenehm ins Wanken brächte. Du entziehst dich dem: durch deinen Selbstbetrug, deine Selbstlügen, deine Drogensucht, deinen Eskapismus und deinen "Glauben".

Du weichst aus und: schonst dich - zu Lasten, zum Schaden der Menschen, mit denen du (näher) zu tun hast.

F., ich weiß all das.
Und trotzdem hänge ich emotional noch immer an dir. Und ich vermisse dich. Noch immer. Trotz all der Verletzungen, all des Schmerzes, all der Beschädigungen - gerade auch des psychischen Schmerzes, den ich in den drei Jahren unserer "Beziehung" im Grunde permanent gelitten habe.

Denn: Du bist natürlich ein Mensch - nicht nur ein "Monster". Du hast durchaus positive, gute "Seiten" - auch unwiderstehliche, ich nannte all das bereits wiederholt an anderen Stellen ... .

Ich habe mich dafür entschieden - für dich, für uns; und ich hatte einfach wirklich daran festhalten, treu, d.h. loyal sein wollen - verbindlich, verlässlich, beständig.

Eben weil wir beide nicht mehr 20 oder 30 sind und eben weil ich dich für so sehr, sehr reflektiert hielt und gerade das mich so intensiv zu dir hingezogen hatte - schon durch deinen blog damals und unsere e-mail-Korrespondenz. Das weißt du alles längst, ja.

Ich m ö c h t e dich (noch?) nicht loslassen/"aufgeben". Ich möchte die Illusion (?!?) noch nicht loslassen:

Ich möchte glauben können/dürfen, dass du der reflektierte, charakterstarke, feinfühlige, empfindsame, herzliche, liebesfähige Mensch bist, für den ich dich lange Zeit hielt und noch immer so gerne halten dürfen möchte.

Und ich vermisse auch natürlich all deine Besonderheiten, Eigenheiten, die dich einmalig sein lassen - all die vielen Kleinigkeiten, all die individuellen Dinge - Mimik, Gestik, Körperlichkeiten, Ausdruck, Stimme, Sprache - und ja: ich vermisse auch sehr deine Leidenschaft, dein Begehren, deine "Libido" und bin wohl noch immer auch körperlich "süchtig" nach dir - auf dich fixiert. Ich will dich nicht "austauschen/ersetzen". Ich will nicht endgültig einsehen (müssen?), dass alles doch nur Lüge, Illusion, fake war - mit all dem bitteren und schließlich schalen Nachgeschmack, den solches Einsehen mit sich bringt.

Wir haben alle unsere Schwächen und Defizite und du weißt, dass ich nichts von Patholgisierungen halte und eben auch nichts von Strafe, Vergeltung, Härte, Strenge, Kälte, Gewalt, Abwehr, Flucht.

Ich wäre so gerne mit dir durch all das gegangen, durch gerade auch diese Tiefen, die wachsen/reifen lassen (können) - ich wünsche mir noch immer, dass wir das schaffen, bewältigen.

Aber dafür kann Voraussetzung/Bedingung natürlich nur sein, dass auf deiner Seite "ähnliche Gefühle" und eine ähnliche Haltung bestanden haben bzw. bestehen - und hieran zweifle ich nachvollziehbarerweise immens.

Du verweigerst die Kommunikation schon so lange - schon während der drei Jahre unseres Kontakts immer wieder. Das ist IMMER der falsche Weg, F.. Das ist nichts als Egomanie, es sich selbst leicht machen und vor allem: Machtausübenwollen, Kontrollehabenwollen. - Eben: Narzissmus.

Es führt dich dies nicht "ins Glück", in Zufriedenheit. Das erkennst du doch inzwischen/in deinem Alter hoffentlich selbst.

Lieben bedeutet/ist Geben - und Sich-Öffnen und gerade auch ganz besonders: Verzeihenkönnen, Verzeihenwollen.

Ich bitte dich - noch ein weiteres Mal - um Verzeihung, F.: für all die Verletzung und den Schmerz, den ich dir wahrscheinlich verursacht habe - ich musste diesen Weg gehen, ich habe oben erläutert, warum.

Was ich mir wünsche ist, dass du deine Schwächen und "Fehler" zugeben kannst, das lernst, das willst - dass du geben lernst. Dass du selbst das von Herzen willst - lernen willst. Dass du reifen willst und dich darum bemühst und dass du, wie ich, dies gerne u.a. mit einem Gefährten tun möchtest.

Das hatte ich in dir gesehen, sehen wollen, mir gewünscht: einen Gefährten.
Das wünsche ich mir noch immer.

Alles Liebe
Sabeth
 
-
 

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post