Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie

Welche (etablierte) politische Partei vertritt tatsächlich die Interessen von und setzt sich ein für nicht-privilegierte alleinerziehende Mütter, für Mütter generell, auch solche, die Mutter ggf. erst noch werden wollen - oder aus Gründen dies gerade nicht ...

 
Leider kommen erwerbslose alleinerziehende Frauen - im Hartz 4-Vollzug - überhaupt nicht zur Sprache. Und auch nicht, aus welchen Gründen sie in diesen Vollzug geraten sind und aus welchen - politsch verursachten, gewollten - Gründen sie darin gefangen gehalten werden - und somit, wie selbstredend/zwangsläufig auch ihre Kinder, unter materieller Armut und unter massiver Entwürdigung, Entwertung leiden - und ihre Kinder davon lebenslang (!) geprägt werden.
 
Leider kommt in Rona Duwes offenem Brief nicht zur Sprache, dass es mit dem Auslagern von "Reproduktionsarbeit" (siehe Hausarbeit, aber auch Sorge-Arbeit) in Form von immer früherer, immer längerer Fremdbetreuung und durch das Einstellen von - zumeist wiederum weiblichen - Haushaltshilfen nicht getan ist bzw. die Not der einen Frau nur zu der einer anderen (der "Haushaltshilfe" bspw.) wird.
 
Leider kommt nicht zur Sprache, dass so viele Frauen in schlecht bezahlte Dienstleistungsjobs gedrückt werden - weil es an angemessenen Qualifizierungsmöglichkeiten für gerade die Frauen fehlt, die in bereits fortgeschrittenem Alter sind, d.h. ab 30/Mitte 30 a u f w ä r t s. Und nein: Diese Frauen wollen gerade nicht sämtlich zur Altenpflegerin, Erzieherin (Kinderpflegerin ...) oder in kaufmännische Berufe ausgebildet oder umgeschult werden.
 
Überdies sind unter diesen Frauen eben auch Mütter, die in bspw. Supermärkten und Discountern bis um 22 oder 23 oder sogar 24 Uhr erwerbstätig sein müssen oder Schichtarbeiterinnen sind (siehe soziale Berufe ...). - Nein, es ist keine "Lösung", diese Frauen (früher oder später) dazu zu nötigen, ihre (kleinen) Kinder dann in 24-Stunden-Krippen und -Kitas aufbewahren lassen zu sollen, damit sie, die Mütter, wirtschaftlich verwertbar/funktional sind und bleiben - und ihre Kinder so früh und lange als möglich indoktriniert werden können (sollen) - und das womöglich gar noch "gesetzlich verankert": per etwaigem (kommenden) Rechtsanspruch auf 24-Stunden-"Betreuung".
 
Leider kommt nicht zur Sprache, dass es völlig anderer Arbeitsstrukturen bedarf - somit auch anderer Wohnformen (siehe alternatives Wohnen, generationenübergreifend, in Wahlverwandtschaften, hierfür erforderlich ist entsprechender Städtebau, Stadtplanung, Wohnungsbau, Infrastruktur ...).
 
Leider kommt vor allem nicht zur Sprache, dass Mutterschaft zunehmend abgewertet, ökonomisiert, die für weltweit jede (!) Gesellschaft/Gemeinschaft absolut unentbehrliche Sorge-ARBEIT immer mehr ausgelagert und vermeintlich "professionalisiert" wird (mit der Folge der Dreifachbelastung von Frauen, des regretting motherhood, des Mütter-Burnouts und verhinderter BINDUNG ...) und dass Gleichberechtigung erst und nur dann tatsächlich erreicht sein und erhalten bleiben können wird, wenn genau diese Angelegenheit endlich angemessen behandelt wird: politisch, gesellschaftlich.
 
Denn: Es gibt BIOLOGIE. Und es kann nicht sein, dass Frauen weiterhin so tun sollen müssen, als sei diese nicht vorhanden, als präge diese nicht durchaus erheblich ihr Leben und ihren Alltag - sei es durch Schwangerschaft (und möglicherweise einhergehende Beschwerden, Unpässlichkeiten ...), Stillzeit (nein, mit Abpumpen oder "Stillecken" ist es eben nicht getan, wird man weder Mutter noch Kind, deren BEDÜRFNISSEN gerecht), Kleinkinder, Kindergartenkinder, die im Krankheitsfall und beim häufigen, nächtlichen Erwachen überwiegend eben doch nach der Mutter verlangen, sei es das Menstruieren, das versteckt werden muss, als finde es gar nicht statt und als sei keine Frau je davon auch nur im Geringsten "beeinträchtigt" bzw. muss sie dies (Schmerzen, andere Menstruationsbeschwerden, wie bspw. auch eine Hypermenorrhoe) dann sogar auch noch verstecken, verbergen, mittels rein nur symptombehandelnder Medikation "beseitigen". - Damit: sie funktionsfähig bleibt - egal wie, egal, wie sehr sie darunter leidet, sie dies physisch und psychisch über Jahre und Jahrzehnte belastet oder auch beschädigt.
 
Es muss eine Gesellschaft so beschaffen sein, dass für das Frausein, also auch das Muttersein, tatsächlich Raum, Zeit, Möglichkeit ist - denn es ist all dies gerade keine "Privatsache", die Frauen je individuell/alleine/alleingelassen gefälligst zu bewältigen haben.
 
Dass Kinder grundsätzlich keine "Privatangelegenheit" sind, sehen wir schon daran, dass es staatliche Schulen und eine Schulpflicht (in Deutschland) gibt. Und eben auch daran, dass Kinder in diesen Schulen vor allem marktkonform, wirtschaftlich funktional und verwertbar gemacht werden sowie auch daran, dass immer frühere Fremdbetreuung die lebenslang wichtige BINDUNG (siehe auch: "Urvertrauen" und Selbstvertrauen) verhindert und/oder beschädigt.
 
Was erforderlich ist, ist ein bedürfnisgerechter Umgang - mit nicht nur, aber ganz besonders Kindern - bedürfnisgerechte, menschliche Verhältnisse - nicht nur, aber ganz besonders für Mütter.
 
Denn nur dann, wenn Eltern nicht schädigend Eltern sein k ö n n e n, dürfen, werden auch unbeschädigte Kinder heranwachsen: können.
 
-
 

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post