Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
Sabeth schreibt

Sabeth schreibt

Poesie Melancholie Philosophie Feminismus

Ein paar Gedanken zum Rezensieren bzw. zu Rezensenten

 
Ein paar Gedanken zum Rezensieren bzw. zu Rezensenten
 
Wenn wir uns bspw. mal Kunst-Rezensionen besehen: stellt sich, mir zumindest, doch immer wieder die Frage, ob diese Menschen, die da anderer Leute Schöpfungen - wohlwollend oder abfällig, leidenschaftlich oder halbherzig, oberflächlich oder tiefschürfend ... - "kritisieren", ob diese Menschen eigentlich je (und am besten: regelmäßig/kontinuierlich) ihre eigene Vermessenheit und Selbstgerechtigkeit hinterfragen. ?
 
Was ich sagen möchte:
 
Nur, weil jemand ganz gut, d.h. einigermaßen eloquent, nicht nur mündlich, sondern gerade auch schriftlich labern kann und meint, sich im jeweiligen Genre beheimatet und versiert fühlen zu dürfen, macht ihn das alleine noch längst nicht zum tatsächlichen Kenner bzw. zum legitimierten Richter - zu also jemandem, der (ver-) urteilen darf – oder dürfen sollte. So denke ich: recht überzeugt, ja.
 
Denn was mehr als seine ganz und gar einzig persönliche (!) Meinung und Ausdruck nur seines, d.h. ihm eigenen Geschmackes haut er da mittels einer Rezension heraus und mutet dies in vermeintlicher Kennermanier der vorgeblich unbedarften, vermeintlich belehrungsbedürftigen Öffentlichkeit zu!?
 
Ich meine: Es sollte ein Rezensent jeweils selbst wenigstens praktische Grund-/Laienkenntnisse dessen haben, worüber er sich das Maul zerreißt, heißt: Er sollte das Metier wenigstens einigermaßen selbst praktisch beherrschen!
 
Wer also bspw. Musik rezensiert, sollte sich damit nicht nur theoretisch bzw. passiv beschäftigt haben, sondern sollte selbst zumindest eine Ahnung von der jeweiligen Praxis haben: selbst mindestens ein Musikinstrument (relativ gut) spielen (können), über wenigstens musiktheoretische Grundkenntnisse verfügen und sich vor allem im Komponieren selbst bereits versucht haben ... .
 
Bevor man das Werk anderer verreißt oder in schwindelerregende Höhen lobt, sollte man je persönlich zumindest eine Ahnung vom kreativen Schaffensprozess haben - statt lediglich und ausschließlich zu reproduzieren - statt also nur: n a r z i s s t i s c h zu labern, zu schwätzen, zu schwallen: weil man sich selbst so gerne labern, schwätzen und schwallen hört/liest.
 
Btw: Sicher, ich höre/lese mich selbst auch immer wieder mal gerne "reden" … ;) - nur beschränkt sich meine Reichweite auf ein überschaubares Privatgelände.
Und da, wo ich mir ein wenig über dessen Ränder hinaus"reichen" zu können wünsche, versuche ich zumindest, selbst ein wenig kreativ, d.h. schöpferisch tätig zu sein (siehe Gedichte), also: selbst etwas "zu schaffen", zu geben, jedenfalls anzubieten - nicht bloß zu imitieren, nachzuplappern, selbstgefällig und ignorant wie arrogant zu be-/verurteilen.
 
Was von meinen (Geistes-) "Schöpfungen" zu halten ist, das überlasse ich dann der unfehlbaren Kenntniskraft und Könnerschaft der Rezipienten und besonders der Rezensenten. ;)
 
 
-
 
verfasst am 22. April 2014
 

Diesen Post teilen

Repost 0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post